Im Spätsommer 1813 trat Dänemark entschlossen in die Wirren des norddeutschen Kriegsschauplatzes ein, als Verbündeter des mächtigen Frankreich. Um seine Position in diesem Kapitel der Napoleonischen Kriege zu festigen, stellte das Königreich ein eigenes Hilfskorps auf – eine militärische Einheit, die nicht nur strategische, sondern auch politische Bedeutung hatte. Dieses bemerkenswerte Korps und seine Rolle in den Kämpfen stehen im Mittelpunkt meines Berichts.
Vorgeschichte
Ende des 18. Jahrhunderts verfolgte das Königreich Dänemark, zu dem auch Norwegen gehörte, eine Politik strikter Neutralität – eine Strategie, die durch die besonderen geografischen Gegebenheiten des Landes fast alternativlos erschien. Dänemark war ein Mosaik aus über 410 Inseln, ergänzt durch einen Festlandteil, und umrahmt von einer beeindruckenden Küstenlinie von 8.400 Kilometern. Diese zersplitterte Geografie, gepaart mit der lebenswichtigen Abhängigkeit vom Seehandel, machte eine effektive Verteidigung durch Land- und Seestreitkräfte zu einem nahezu hoffnungslosen Unterfangen.
Der Beitritt Dänemarks und Norwegens zur zweiten sogenannten „Bewaffneten Neutralität“, einer antibritischen Koalition, sollte eigentlich den internationalen Handel schützen und gleichzeitig die Balance zwischen den kriegsführenden Mächten wahren. Um dies zu erreichen, wurden dänische Handelsschiffe von Kriegsschiffen eskortiert – ein riskantes Unterfangen, das unweigerlich Spannungen mit Großbritannien schürte. Die britische Reaktion darauf war jedoch weit drastischer, als Dänemark erwartet hatte. Im Jahr 1801 schlug Großbritannien erbarmungslos zu: In der Seeschlacht von Kopenhagen griff die Royal Navy die dänische Flotte an und richtete verheerende Verluste an. Der britische Angriff zielte darauf ab, eine potenzielle Vereinigung der dänischen, russischen, schwedischen und preußischen Flotten zu verhindern – ein Schachzug, der die Verwundbarkeit Dänemarks schonungslos offenlegte. Doch Dänemark reagierte. Am 29. März 1801 marschierte eine 11.000 Mann starke dänische Armee unter der Führung von Karl von Hessen nach Hamburg und Lübeck und besetzte die Städte. Mit der Blockade der Elbe sollte britischen Handelsschiffen die Passage verwehrt werden – ein klares Signal an die Briten. Nach zähen Verhandlungen wurde schließlich Frieden geschlossen. Die dänischen Truppen zogen sich zurück, die Blockade wurde aufgehoben, und der Handelsverkehr auf der Elbe konnte wieder aufgenommen werden. Dennoch war dieses Kapitel ein deutliches Zeichen dafür, wie gefährlich das Spiel der bewaffneten Neutralität inmitten der europäischen Großmachtkonflikte war.

Als Frankreich im Juni 1803 Hannover unter seine Kontrolle brachte, reagierte der dänische Kronprinz vorsichtig, aber wachsam. Er stellte eine Armee von etwa 16.000 Mann rund um die strategisch wichtige Stadt Rendsburg auf. Doch statt in direkte Kampfhandlungen einzutreten, beschränkte sich Dänemark zunächst auf die Beobachtung der französischen Truppenbewegungen. Ein ähnliches Szenario wiederholte sich im Oktober 1805, als eine weitere dänische Armee in Holstein, diesmal mit Hauptquartier in Kiel, zusammengezogen wurde. Ihr Ziel war es abermals, die Entwicklungen im Grenzgebiet genau zu verfolgen. Trotz zunehmender Spannungen und der immer näher rückenden französischen Truppen blieb Dänemark-Norwegen bis 1807 offiziell neutral.Doch die Neutralität wurde brüchig, als die Niederlage der preußischen Armee im Jahr 1806 das Machtgefüge in der Region dramatisch veränderte. Erste Zusammenstöße zwischen dänischen und französischen Truppen ließen nicht lange auf sich warten. Am 6. November 1806 kam es bei Lübeck zu einem Gefecht – ein Vorgeschmack auf die Eskalation, die Dänemark unweigerlich in die Kriegswirren Europas hineinziehen sollte.
Im Jahr 1807 geriet Dänemark in einen gefährlichen Strudel aus Drohungen und Erpressungen, als die russische Armee von Frankreich geschlagen wurde. Diese Niederlage zwang das Königreich, den Großteil seiner Streitkräfte zu mobilisieren und die Aufmerksamkeit auf die holsteinische Grenze zu richten. Doch es war nur der Anfang eines Dramas, das die dänische Neutralität auf eine harte Probe stellen sollte. Im August verschärfte sich die Situation drastisch. Der französische Diplomat Talleyrand überbrachte dem dänischen Kronprinzen eine unmissverständliche Botschaft: Sollten die Dänen sich nicht entschieden gegen einen möglichen englischen Angriff zur Wehr setzen oder sich gar mit Großbritannien verbünden, würde Frankreich ohne Zögern Jütland angreifen. Nur wenige Tage später, am 7. August, überraschte ein englischer Gesandter die dänische Regierung mit einer ebenso schockierenden Forderung: Dänemark solle seine gesamte Hochseeflotte an Großbritannien übergeben. Im Gegenzug versprach England, das Dänemark als „befreundet“ zu betrachten und die Flotte nach Kriegsende zurückzugeben. Doch für Dänemark war dies ein unhaltbares Angebot. Ohne seine Flotte wäre das Königreich wehrlos – eine Kapitulation, die nicht nur die Sicherheit, sondern die Existenz des Staates gefährdet hätte. Gefangen zwischen den Drohungen Frankreichs und dem Ultimatum Großbritanniens, fand sich Dänemark in einer aussichtslosen Lage wieder. Die Briten boten keinerlei realistische Alternativen an und trieben Dänemark damit immer weiter in die Ecke – ein Vorzeichen für die düsteren Ereignisse, die folgen sollten.
Am 30. Juli 1807 stach eine britische Expeditionsflotte unter dem Kommando von General Lord Cathcart in See, begleitet von einem Mann, der später als Herzog von Wellington Berühmtheit erlangen sollte: Arthur Wellesley, einer der Brigadekommandeure. Ihr Ziel war klar: der Angriff auf Dänemark. Schon bei ihrer Ankunft am 15. August setzte die britische Streitmacht ein erstes Zeichen, indem sie eine dänische Fregatte auf dem Weg nach Norwegen kaperte. Doch dies war nur der Auftakt zu einem brutalen Feldzug. Bereits am nächsten Tag landeten britische Truppen und begannen, die dänische Hauptstadt Kopenhagen zu bombardieren – eine Belagerung, die bis zur Kapitulation der Stadt am 5. September andauerte. Ein besonders denkwürdiges Ereignis ereignete sich am 29. August in der Schlacht von Köge. Dort trafen britische Soldaten auf eine schlecht ausgerüstete dänische Miliz, deren Verteidigung kläglich scheiterte. Die Schlacht wurde später als „Holzschuhschlacht“ bekannt, da viele der dänischen Kämpfer auf ihrer überstürzten Flucht ihre einfachen Holzschuhe zurückließen – ein tragisches Symbol für ihre Unterlegenheit. Mit der Bombardierung Kopenhagens und der Niederlage bei Köge war Dänemark-Norwegen endgültig gezwungen, sich Frankreich anzuschließen. Der brutale britische Angriff hatte das Land in die Arme Napoleons getrieben und es ungewollt zu einem engen Verbündeten des französischen Kaisers gemacht.

Zwischen 1807 und 1814 führten die Dänen einen zähen und einfallsreichen Guerillakrieg auf See, der trotz begrenzter Ressourcen die britische Schifffahrt erheblich störte. Mit wendigen Kanonenbooten attackierten sie gezielt britische Schiffe, während die dänische Armee ihre Marineanlagen entschlossen gegen britische Übergriffe verteidigte. Immer wieder kam es zu kleinen, aber erbitterten Gefechten, als britische Truppen versuchten, Schiffe oder Ausrüstung zu erbeuten. Die spektakulärste – und tragischste – Episode dieses Konflikts war der gescheiterte Versuch, die Insel Anholt zurückzuerobern. Die strategisch gelegene Insel war 1809 von britischen Truppen besetzt worden, und Dänemark setzte alles daran, sie zurückzugewinnen. Im Jahr 1811 segelte eine dänische Streitmacht von 650 Mann zur Insel, fest entschlossen, die britischen Besatzer zu vertreiben. Doch die Mission endete in einem Desaster. Die britischen Verteidiger schlugen den Angriff mit schwerem Widerstand zurück, und die Dänen erlitten hohe Verluste. 34 Soldaten ließen ihr Leben, 93 wurden verwundet, und 393 gerieten in Gefangenschaft. Die Niederlage markierte einen bitteren Wendepunkt in Dänemarks verzweifeltem Kampf gegen die britische Übermacht und zeigte, wie schwer der Druck auf das kleine Königreich in dieser Phase des Krieges wog.
Im Februar 1808 geriet Dänemark erneut in den Strudel der Machtpolitik: Frankreich und Russland zwangen Dänemark, Schweden – Großbritanniens letzten Verbündeten im Baltikum – den Krieg zu erklären. Obwohl es zu keinem großen Feldzug kam, blieb die Spannung spürbar. Eine schwedische Armee wagte einen Angriff auf Norwegen, wurde jedoch erfolgreich zurückgeschlagen. Dänische Truppen kämpften bald darauf unter französischem Kommando in einer dramatischen Episode: Im Jahr 1809 stellten sich etwa 8.000 dänische und holländische Soldaten in Schwedisch-Pommern dem Aufstand von Ferdinand von Schill entgegen. Der preußische Freikorpsführer wollte sein Land von der französischen Herrschaft befreien, doch die vereinten Truppen unterbanden seinen Aufstand mit Nachdruck – ein seltener militärischer Erfolg für Dänemark in diesen Jahren. Die Lage spitzte sich 1812 weiter zu, als Schweden und Russland, nun Verbündete, eine großangelegte Invasion auf Seeland planten. Ziel war es, Dänemark dazu zu zwingen, Norwegen an Schweden abzutreten. Dänemark reagierte mit einer massiven Mobilmachung, bereit, die drohende Invasion abzuwehren. Doch der Lauf der Geschichte änderte sich durch Napoleons verhängnisvollen Russlandfeldzug. Der französische Einmarsch im Sommer 1812 zwang Russland und Schweden, ihre Pläne aufzugeben – und Dänemark entging in letzter Minute einem weiteren existenzbedrohenden Konflikt.
Der katastrophale Rückzug der Grande Armée aus Russland im Jahr 1812 und die anschließenden Aufstände der französischen „Verbündeten“ im Jahr 1813 – allen voran Preußen und zahlreiche deutsche Kleinstaaten – öffneten Dänemark eine längst überfällige Tür: die Möglichkeit, sich von der wenig beliebten französischen Allianz zu lösen. Der Moment schien günstig, um die politische Richtung zu ändern und sich den siegreichen Alliierten anzuschließen. Dänemark versuchte, diese Chance zu ergreifen, indem es eine russische Besatzungstruppe in Hamburg bei der Verteidigung gegen französische Angriffe unterstützte. Doch als die Franzosen schließlich die Stadt angriffen, endete der Einsatz in einer blutigen Niederlage. In den Kämpfen verloren 41 dänische Soldaten ihr Leben – ein Opfer, das die Alliierten jedoch kaum beeindruckte. Am 30. Mai eroberten die Franzosen Hamburg zurück, und Dänemarks Bemühungen, seine Loyalität zu den Alliierten zu beweisen, verliefen im Sande. König Frederik VI. unternahm noch einen letzten Versuch, sich mit den Alliierten zu arrangieren, doch die Bedingungen, insbesondere die Forderungen Schwedens und Englands, waren unerbittlich. Sie verlangten Zugeständnisse, die für Dänemark schlichtweg inakzeptabel waren. Ohne Aussicht auf eine Einigung blieb dem Königreich nichts anderes übrig, als seine Hoffnungen auf einen Seitenwechsel aufzugeben – und in einer zunehmend aussichtslosen Lage zu verharren.
König Frederik VI. setzte seine Hoffnung auf Napoleon, in der Überzeugung, dass ein Bündnis mit dem französischen Kaiser das bedrohte Königreich Dänemark retten könnte. Am 10. Juli 1813 wurde in Dresden ein folgenschwerer Vertrag unterzeichnet, der Dänemark eng an Frankreich band. Gemäß den Vereinbarungen verpflichtete sich Dänemark, den Großmächten Preußen, Russland, Großbritannien und Schweden den Krieg zu erklären, sobald der Waffenstillstand zwischen den Kriegsparteien endete. Noch brisanter: Dänemark sagte zu, die bereits in Holstein stationierte Division von 10.000 Mann deutlich zu verstärken, um Napoleons Kriegspläne zu unterstützen. Mit diesem Pakt schloss sich Dänemark endgültig einer sterbenden Sache an – ein verzweifelter Versuch, die Kontrolle über sein Schicksal zu bewahren, während Europa in den Wirren des Krieges versank.

Dänisches Hilfskorps
Nach der Unterzeichnung des Bündnisvertrags zwischen Frankreich und Dänemark am 10. Juli 1813 und dem Auslaufen des Waffenstillstands zwischen Frankreich und den Alliierten Großmächten in der Nacht vom 16. auf den 17. August 1813 geriet die Südgrenze des Königreichs Dänemark in einen Zustand hektischer Aktivität. Die bevorstehenden Kriegsereignisse erforderten sofortige Maßnahmen. Unter der Führung des französischen Marschalls Davout formierte sich das 13. Armeekorps, das aus drei schwachen französischen Divisionen bestand, doch durch das neue Bündnis mit Dänemark in seine Kampfkraft erheblich verstärkt wurde. Das dänische Hilfskorps, offiziell als „bewegliche Heeresdivision“ bekannt, war eine entscheidende Verstärkung für die französischen Truppen. Auf Anordnung eines königlichen Reskripts vom 5. Juli 1813 wurde es auf 12.000 Mann aufgestockt und unter das Kommando von General Prinz Frederik von Hessen gestellt. Dieser Zusammenschluss der dänischen und französischen Streitkräfte markierte einen Wendepunkt an der Südgrenze, wo sich die Schicksalsstränge der beteiligten Nationen miteinander verflochten und das Königreich Dänemark tief in den Strudel der Kriegswirren hineinzog.
Im Jahr 1813 zählte die dänische Armee etwa 40.000 Mann, doch ihre Einsatzfähigkeit war stark eingeschränkt. Diese Truppen waren über die zahlreichen Inseln und entlang der langen Küstenlinie verstreut, was ihre schnelle Verlagerung für einen Feldzug nahezu unmöglich machte. Das dänische Hilfskorps, das mit rund 12.000 Soldaten den Kern der dänischen Kampfkraft bildete, war in dieser Hinsicht besonders entscheidend. Es stellte faktisch die gesamte verbleibende Feldstreitmacht Dänemarks dar. Ein Verlust dieser Formation würde das Königreich nicht nur militärisch entblößen, sondern auch seine Fähigkeit zur Verteidigung in weiten Teilen zerstören. Daher war es für Dänemark von größter Bedeutung, das Hilfskorps zu schützen, um schwere Verluste zu vermeiden. Noch entscheidender war, dass das Korps nie vom Heimatland abgeschnitten wurde. Jeder Fehler oder Rückschlag könnte das gesamte militärische Gleichgewicht kippen und das Königreich in eine ausweglose Lage bringen. Der Schutz und Erhalt des Hilfskorps war somit nicht nur eine Frage der militärischen Effizienz, sondern des Überlebens Dänemarks im Angesicht der Kriegsgefahren.

DAS DÄNISCHE HILFSKORPS – Ordre de Bataille, August 1813
- General der Infanterie Prinz Frederik von Hessen (Oberbefehlshaber)
- Major, Erster Quartiermeister J. Carl Bardenfleth (Stabschef)
- Major, Divisions-Quartiermeister F. Løvenørn Bardenfleth (Stellvertretender Stabschef)
- Kapitän, Division Adjutant F.C.E. Scholten
- Adjutanten: Capitäne L.C.C. Liljencrone, C.F. Malthe Friis, A.F. Krohn und C. Michaelsen
AVANTGARDE
Stab:
- Oberst der Infanterie S. Waldeck (Befehlshaber). (Frühe Auswechslung durch den französischen General de Brigade C.F.A. Baron l’Allemand)
- Premierlieutnant T.G. Høegh (Adjutant)
- Sekondelieutnant J. Unzer (Adjutant)
Einheiten:
- Schleswiger Jägerkorps II (Oberstleutnant L.J. Wasmer)*
- Holsteinisches Scharfschützenkorps I (Oberstleutnant J. Leschley)
- Holsteinisches Scharfschützenkorps II (Major C.F.V. Wilcken)
- Husarenregiment, 2. Schwadron (Major C.L. Späth)
- Husarenregiment, 6. Schwadron (Major E.L. Berger)
- 3-pf. Mobile Batterie (Capitän G.A.N. Gerstenberg) **
1. BRIGADE
Stab:
- Generalmajor der Infanterie G.L. Count von der Schulenburg (Befehlshaber)
- Kapitän, Quartiermeister der Division H.C. Rømeling (Adjutant)
- Stabskapitän C.F. Trepka (Adjutant)
- Sekondelieutnant M. Engelsted (Adjutant)
Einheiten:
- Infanterieregiment Oldenburg I (Oberst C.F. Abercron)
- Infanterieregiment Oldenburg II (Oberstleutnant A.N. Brackel)
- Infanterieregiment Oldenburg IV (Major P.U. Scharffenberg)
- Infanterieregiment Oldenburg III Jäger Kompanie (Capitän F. Schou)
- Infanterieregiment Holstein IV (Major C.F.W. Lejonstjerna)
- Leibregiment der Königin I (Oberst F.E.H. Cronhelm)
- Leibregiment der Königin II Jäger Kompanie(Capitän Flitner)
- Reiter-Regiment Holstein (Oberstleutnant J.C. Harboe)
- 6-pf. Fuß-Batterie (Capitän F.V.P.G. Koye)**
2. BRIGADE
Stab:
- Generalmajor der Kavallerie J.C. Lasson (Befehlshaber)
- Kapitän, Adjutant der Division C. Ewald (Adjutant)
- Premierlieutnant W. Lobedanz (Adjutant)
- Premierlieutnant J.F. Lasson (Adjutant)
Einheiten:
- Infanterieregiment Fünen I (Oberst F.J.C. Castonier)
- Infanterieregiment Fünen II (Major G.E. Michaelsen)
- Infanterieregiment Schleswig II (Oberstleutnant N.P.S. Schreibvogel)
- Infanterieregiment Holstein III (Oberstleutnant F.P.V. Moltke)
- Leichtes Dragoner-Regiment Jütland (Oberst N. Engelsted)***
- 3-pf, Mobile Batterie (Capitän V.C. Gønner)
- 6-pf. Fuß-Batterie (Capitän G. Blicher)
* Drei Kompanien wurden zum Wachdienst in Travemünde abkommandiert, kehrten aber im Dezember zur Avantgarde zurück.
** Die mobile 3-Pfünder-Batterie (Gerstenberg) erhielt 6 französische 6-Pfünder-Geschütze M1808 und 2 24-Pfünder-Haubitzen anstelle von 8 3-Pfünder-Geschützen. Die Batterie behielt auch ihre 2 dänischen 10-Pfünder-Haubitzen. Gerstenberg und Koye tauschten von Anfang an das Kommando über die Batterien. Beide Batterien waren damals Teil der Avantgarde.
*** Das Leichte Dragoner-Regiment Jütland (Oberst N. Engelsted), wurde mit der 2. und 3. Schwadron der polnischen 17. Ulanen (Oberst Brezchffa) ausgetauscht und diente bis Anfang Dezember als Kavallerie der französischen Division, während die beiden Schwadronen der Ulanen bis zum Ende der Feindseligkeiten bei der dänischen Avantgarde dienten. Am 6. Dezember geriet das Leichte Dragoner Regiment Jütland mit Kosaken zusammen, konnte aber bis nach Rendsburg durchbrechen. An der Schlacht von Sehestedt nahmen sie nicht teil.
Veränderungen
Ende August waren hinzugekommen:
- Leichtes Dragoner-Regiment Fünen (Oberstleutnant J.V.C. Bibow)
- 1 Kompanie Matrosen, als Pioniere und Pontoniere (Navy Kapitän der Marine F. C. Holsten)
Ende November waren hinzugekommen:
- 3. Jütländisches Infanterieregiment I (Hauptmann C.F. Kirchheiner)
Anfang Dezember wurden hinzugefügt:
- Kommandant Generalmajor V. Sames
- Infanterieregiment Schleswig III, Leichte Kompanie (Hauptmann A. Mushardt)
- Altonaer Jäger Grenadier-Kompanie, 1 Kompanie (Kapitän C.A. Rathlev)
- Schleswiger Jägerkorps II, 3 Kompanien (Oberstleutnant L.J. Wasmer)
- Kombinierte französisch-dänische Artillerieabteilung (Captain Krabbe)
Weitere Ergänzung während des Rückzuges:
- Herzogin Louise Augustas Leibjägerkorps, 1 Kompanie (Oberleutnant J.J.J Wernich)
Summe Ende November:
- 14 Bataillone und 3 Kompanien
- 5 eigenständige Kompanien der leichten Infanterie
- 12 Schwadronen
- 4 Batterien mit 40 Kanonen

Linien-Infanterie
Im Jahr 1811 wurde die Infanterie der dänischen Armee neu organisiert. Jedes Infanterieregiment der Linie bestand nun aus 4 Bataillonen und jedes Bataillon verfügte über 5 Kompanie, zu je 4 Zentrums-Kompanien mit Musketieren und 1 Elite-Kompanie. Im 1. Bataillon bestand die Elite-Kompanie aus Grenadieren und im 2. bis 4. Bataillon waren es Jäger in einer sogenannten „Leichten Kompanie“. Das Regiment wurde von einem Stab, bestehend aus 1 Oberst, 2 Majore, 1 Quartiermeister und einem Arzt kommandiert. Hinzu kamen 1 Auditor, 1 Feldchirurg mit 1 Assistenten und 5 Gehilfen, 1 Regiments-Feldwebel, 1 Profos, 1 Waffenschmied sowie 1 Tambourmajor. Eine Kompanie setzten sich aus 1 Capitän, 2 Premierlieutnants, 1 Oberfeldwebel, 9 Unteroffizieren, 3 Trommler, 1 Pfeifer, 2 Sappeure, 157 Musketiere bzw. Grenadiere oder Jäger zusammen. Die Kompanie teilte man in 2 Züge zu je 4 Sektionen, 2 Kompanien bildeten eine Division. Das Bataillon wurde von einem Oberstleutnant und seinem Stab geführt.

Uniform und Ausrüstung
Im April 1808 hatten alle dänischen Bataillone Uniformen mit den Farben ihrer jeweiligen Regimenter erhalten. Eine Brigade bestand aus 2 Regimentern, und normalerweise hatten die Uniformen für diese beiden Einheiten die gleiche Abzeichenfarbe am Kragen, den Ärmelaufschlägen, den Schulterklappen sowie den Rabatten, wobei eines der beiden Regimenter zur Unterscheidung weiße Vorstöße besaß. Das Holsteiner und Oldenburger Regiment mit ihrer schwarzen Abzeichenfarbe wurde deshalb auch „Schwarze Brigade“ genannt.
Hier die Abzeichenfarben der Infanterie-Regimenter des dänischen Hilfskorps von 1813:
- Leibregiment der Königin / Abzeichenfarbe hellblau / gelbe Knöpfe
- Infanterieregiment Oldenburg / Abzeichenfarbe schwarz / weiße Knöpfe / Der Kragen war rot mit einer breiten schwarzen Patte.
- Infanterieregiment Holstein / Abzeichenfarbe schwarz mit weißem Vorstoß / weiße Knöpfe / Der Kragen war rot mit einer breiten schwarzen Patte und weißem Vorstoß.
- Infanterieregiment Schleswig / Abzeichenfarbe hellblau mit weißem Vorstoß / gelbe Knöpfe
- Infanterieregiment Fünen / Abzeichenfarbe weiß / weiße Knöpfe
- 3. Jütländisches Infanterieregiment / Abzeichenfarbe schwarz mit weißem Vorstoß / weiße Knöpfe
Die Uniform der Infanterie bestand für die Mannschaften und Unteroffiziere aus einem roten Rock ohne Schöße. Vorn waren zwei kleine weiße Umschläge und auf der Brust Rabatten sichtbar. Die Ärmelaufschläge, ab 1813 eine spitze Form nach polnischem Vorbild, hatten rote Patten mit weißem Vorstoß. Die Offiziere trugen einen roten Rock mit langen weißen Schößen. Der Offiziersdienstgrad wurde nur durch eine unterschiedliche Anzahl von kleinen Rosetten und Winkeln in der Knopffarbe des Regiments über den Ärmelaufschlägen angezeigt. So erkannte man beispielsweise den Capitän an 4 Rosetten und den Major an 1 Winkel und 1 Rosette. Einige Offiziere, so die des Regiments Oldenburg, sollen aber auch noch in den Feldzügen von 1813 die seit 1812 abgeschafften Epauletten und die rot-gelb gestreifte Schärpe getragen haben. Die Unteroffiziere waren durch dünne Winkel über den Ärmelaufschlägen gekennzeichnet. Die Hosen waren grau und wurden mit schwarzen Gamaschen getragen. Von einigen Einheiten, belegt ist dies für das 3. Jütländischen Infanterie-Regiment, wurden aber auch 1813 noch die alten weißen Gamaschenhosen getragen. Die Offiziere des Regiments Oldenburg trugen dunkelblaue Hosen mit ungarischen Knoten, Seitenstreifen und ungarische Stiefel mit silbernen Borten und Trotteln.
Ab 1808 trug die Infanterie den Tschako M1808 mit weißem Federbusch und rot-gelb durchwirktem Behang. Die Jäger des 2. Bataillons verwendeten einen grünen Federbusch und grünen Behang, während die Jäger des 3. und 4. Bataillons einen grünen Federbusch und den rot-gelb durchwirktem Behang besaßen. Nur die Grenadiere trugen teilweise auch noch ihre alten Bärenfellmützen mit Messingschild, einem weiß über blauen Federbusch und rotem Mützenbeutel und weißem Vorstoß. Der Tschako der Offiziere war etwas höher und die Offiziere des Regiments Oldenburg verwendeten ein silbernes Tschakoblech und eine silberne Einfassung am oberen Rand.
Die Grenadiere und Musketiere verwendeten weißes, die Jäger schwarzes Lederzeug. Das Bandelier der Patronentasche wurde über der linken Schulter getragen, während der Gurt für das Seitengewehr um den Leib geschnallt wurde. Die Patronentaschen der Grenadiere verfügte über eine Messinggranate und am Patronentaschenbandelier war ein Luntenverberger aus Messing angebracht. Grenadiere trugen als Seitengewehr einen Infanterie-Säbel und Bajonett, während die Musketiere nur mit einem Bajonett und die Jäger mit einem Hirschfänger ausgestattet waren. Die Ausrüstung bestand aus einer Wasserflasche aus Weißmetall an einem weißen Trageriemen, einem weißen Brotbeutel, einem braunen Kalbfell-Tornister mit aufgeschnalltem grauem Mantel. Einige der Offiziere verwendeten 1813 noch immer den 1804 eingeführten roten doppelreihigen Offiziersmantel.

Bewaffnet waren die Musketiere, die Grenadiere und die Jäger des 3. und 4. Bataillons mit der M1794 Muskete mit weißem Trageriemen. Die Muskete verfügte über einen zylindrischen Ladestock und eine selbstaufschüttende Pfanne, was beides den Ladevorgang verkürzte. Die Jäger des zweiten Bataillons verwendete die M1807 leichte Infanterie-Büchse mit schwarzem Trageriemen. Die Offiziere verwendeten den M1789 Offiziers-Säbel in schwarzer Lederscheide mit Messingbeschlägen an einem schwarzen Ledergürtel mit Messingverschluss, der unter dem Rock getragen wurde.
Die Trommler verwenden die gleiche Uniform wie die Mannschaften und besaßen zusätzlich Schwalbennester in den Regimentsfarben. Die Trommel aus Holz hatte meist eine Messingfront mit geprägtem Königlichem- oder Provinzwappen sowie roten Trommlerreifen. Die Musiker der Jäger-Kompanie verwendeten statt der Trommler ein Bügel- oder Waldhorn mit grüner Schnur. Der Tambourmajor des Regiments hatte eine sehr aufwendige Uniform, die von Regiment zu Regiment unterschiedlich sein konnten und zu der Uniformteile, wie Hosen mit ungarischen Knoten sowie große, dreifarbige Federbüsche gehörten. Neben den Spielleuten der Bataillone verfügten die Regimenter über 6 oder mehr weitere Musiker, die alle zusammen unter der Führung des Tambourmajors die Regiments-Kapelle formten. Die Sappeure durften, wie in den meisten Armeen der Zeit, einen Vollbart tragen und waren mit einer braunen Lederschürze und unterschiedlichen Werkzeugen, wie Äxten, Spaten und Sägen ausgestattet.
Fahnen
Nach 1808 wurde an die Infanterie das Fahnenmodell M1808 ausgegeben. Das Fahnentuch bestand aus Seide und war bemalt und nicht bestickt. Leichte Infanterieeinheiten erhielten keine Fahnen. Das 1. und 2. Bataillon führte die Regimentsfahne mit dem Wappen der Provinz (das königliche Wappen für die Leib-Regimenter) und den Eckmonogrammen des Königs (FR VI). In der oberen Ecke neben der Fahnenstange befand sich ein kleiner Dannebrog, ein weißes Kreuz auf Rot (das Kreuz war offenbar silbern für Einheiten mit weißen Fahnen). Die Grundfarbe des Fahnentuches war schwarz mit roten Flammen (sogenannte „Florwellen“) für Oldenburg, weiß mit roten Flammen für Fünen, schwarz mit weißen Flammen für das 3. Jütländische Regiment, hellblau mit weißen Flammen für Schleswig. Für das Leibregiment der Königin war die Farbe für das 1. Bataillon weiß und Hellblau für das 2. Bataillon, die Eckmonogramme waren die der Königin (MSF). Die Grenadierkompanien führten eine eigene Fahne mit weißem Kreuz auf rotem Grund (den Dannebrog) und goldenen Eckmonogrammen. Eine ebensolche Fahne führten die 3. und 4. Bataillone. Insgesamt besaß ein Regiment im Jahr 1813 also 5 Fahnen, 2 Fahnen im 1. Bataillon und je 1 Fahne in den restlichen 3 Bataillonen.

Jäger und Leichte-Infanterie
Die Jägerkorps der dänischen Armee wurden als Elite-Linienbataillone eingesetzt und konnten sowohl in Linienformation als auch in Plänklerformation vor der Front der anderen Einheiten kämpfen. Im Plänklergefecht operierte das Jägerkorps in „Rotten“. Eine Rotte war ein kleines 3-Mann-Team, das darauf ausgelegt war, sich im Kampf gegenseitig mit Feuer zu unterstützen. Die 2 Bataillone des Schleswiger Jägerkorps bestanden jeweils aus einer Stabsabteilung und 4 Kompanien, wobei sich jede Kompanie aus 3 Offizieren, 5 Oberjägern, 8 Jägern,120 Unterjägern und 2 Hornisten zusammensetzte.

Uniform und Ausrüstung
Die Uniformschnitt war anders als der Linieninfanterie, die Rockfarbe war dunkelgrau und ohne die kleinen dreieckigen Aufschläge und ohne Rabatten. Der Rock besaß drei Reihen Messingknöpfe sowie grünen Schulterklappen, Kragen und Ärmelaufschläge. Die Einheit verwendete ab 1808 ebenfalls den Tschako aus Filz mit Lederverstärkungen in Form eines Deckels, V-förmigen Streben an den Seiten, Schirm und Kinnriemen. Er verfügte über einen grünen Federbusch und grünen Behang sowie eine gelbe Kordelschlinge am unteren Ende des Federbusches, befestigt an einem Knopf in Messing, der Knopffarbe des Regiments. Dazu wurden eine dunkelgraue Hose und schwarze Gamaschen getragen. Die Jäger verwendeten schwarzes Lederzeug und den Hirschfänger als Seitengewehr. Neben der Patronentasche wurde ein kleine Kugeltasche vorn am Leibkoppel sowie eine kleine Pulverflasche getragen. Die Jäger verwendete eine modifizierte Version der M1774 Standart-Muskete, das Scharfschützengewehr M1789. Der Grund hierfür war, dass das leichte Infanteriegewehr M1807, welches von den Jäger-Kompanien der Linienbataillone eingesetzt wurde, im Vergleich zu den 3 Schüssen pro Minute beim M1774 eine nur sehr langsame Feuerrate hatte. Ein geübter Schütze konnte mit dem M1789 immerhin einen gezielten Schuss pro Minute abfeuern. Das Gewehr verfügte über einen geschärften Ladestock, der als Bajonett diente.
Das Altonaer Jäger-Grenadier-Kompanie wurde ursprünglich gebildet, um die Königliche Bank in Altona zu schützen. Diese Einheit trug eine Uniform identisch im Schnitt zur Linieninfanterie, jedoch in grün und schwarzer Abzeichenfarbe mit weißem Vorstoß, allerdings zusammen mit einer Bärenfellmütze mit Rot über grünem Federbusch ohne Mützenblech. Am Patronentaschenbandelier wurde ein Luntenverberger aus Messung geführt. Bewaffnet waren die Altonaer mit einer Infanterie-Muskete und einem Infanterie-Säbel als Seitengewehr.
Ab 1810 bildete man aus den ursprünglich leichten Infanterie-Bataillonen sogenannte Scharfschützenkorps. Das Holsteinisches Scharfschützenkorps hatte eine ähnliche Stärke und Organisation, wie die Bataillone der Jägerkorps. Jedes Bataillon bestand aus 3 Offizieren, 9 Unteroffizieren, 120 Mannschaften und 2 Hornisten. Der Tschako verfügte über einen grünen Federbusch und grünen Behang sowie einer gelben Kordelschlinge am unteren Ende des Federbusches, befestigt an einem Knopf in Messing, der Knopffarbe des Regiments. Die Uniformschnitt und Farbe war mit dem Jägerkorps identisch. Die Scharfschützen verwendeten im Gegensatz zu den Jägern der Jägerkorps das leichte Infanteriegewehr M1807.