SOHEI

Für das Regelwerk Test-of-Honour bemale ich gerade eine neue Truppe, die Sohei. Zum einen hatte ich noch Figuren zu diesem Thema vorrätig und zum anderen wollte ich nach und nach einen Gegner für meinen Samurai-Truppen aufbauen. Außerdem spuckt mein 3D-Drucker derzeit ein paar passende Geländestücke und Gebäude aus. Da ich bisher wenig über den Hintergrund dieser Krieger-Mönche wusste, stand zunächst ein wenig Recherchearbeit an.

Religion

Schon im mittelalterlichen Japan waren die zwei große Religionen shinto und bukkyo (Buddhismus) vorherrschend. Für Außenstehende wie mich, sind diese beiden Glaubensrichtungen nicht immer sofort zu unterscheiden. Tatsächlich hatten sich die beiden Religionen im Lauf der Zeit stark miteinander vermischt, bis schließlich 1868 eine offizielle Trennung von Buddhismus und Shintoismus beschlossen wurde. Beide Glaubensrichtungen errichteten heilige Bezirke und Gebäudekomplexe, ähnlich den Klöstern der christlichen Welt. Während man beim Shintoismus von einem Schrein (jinja) mit seinen markanten torii (Schrein-Toren) spricht, ist ein Tempel (jiin) immer dem Buddhismus zuzuschreiben. Einen Tempel erkennt man an seinem gebäudeähnlichen Tor, dem mon. Neben dem Eingang stehen Wächtergottheiten, die sogenannten nio. Der Tempel hat eine Haupthalle, die hondo, wo sich das Hauptheiligtum honzon, eine Buddha-Statue befindet. Wichtig für jeden Tempel ist außerdem eine große Metallglocke, die zeremoniellen Zwecken dient.

Tempel

Bei den Sohei handelte es sich um bewaffnete buddhistische Mönche, die in Armeen oder Klan-Strukturen organisiert waren. Sohei-Bruderschaften lebten in großen Heimat-Tempelanlagen, denen kleinere Abteien, Klöster, Trainingshallen und untergeordnete Tempel angeschlossen waren. Es gab unterschiedliche Baustile dieser Tempel. Am bekanntesten ist die rechtwinklige Sieben-Hallen-Anlage, bei der eine Haupthalle, Mönchsquartier, Speisesaal und Pagode von einem mauerähnlichen Rundgang mit Toranlage umschlossen sind. Eine Lehrhalle, ein Sutrenspeicher und der Glockenturm befinden sich meist außerhalb der Anlage.

Kleidung

Die Sohei trugen wie andere Mönche buddhistischer Sekten häufig eine Reihe Kimono-ähnlicher Gewänder übereinander, gewöhnlich weiße Untergewänder und eine safrangelbe oder gelbbraune Robe darüber. Dazu wurden Reisstrohsandalen und Socken getragen. Auf dem Kopf trug der Sohei eine weiße, gefaltete Kapuze oder ein hachimaki, ein Stirnband, welches den kahlrasierten Schädel zeigte. Häufig wurden auch Rüstungen vom einfachen Do-maru Typ getragen.

Waffen

Neben den bekannten Waffen des feudalen Japans, wie dem Bogen, dem Schwert und der Lanze, waren die Krieger-Mönche vor allem für die Verwendung der Naginata berühmt. Die Schwertlanze wurde in großen Kreisen geschwungen und sollte so das Pferd eines Angreifers verletzen und den Reiter stürzen lassen. Die Waffe wurde nicht in geschlossenen Formationen verwendet und wurde deshalb, nachdem Ende des 16. Jahrhunderts die Heere größer und größer wurden, durch die Lanze (Yari) ersetzt. Zu dieser Zeit wurde auch häufig die Arkebuse von den Mönchen eingesetzt.

Ikko-Ikki

Im 16. Jahrhundert trat eine weitere Gruppierung von bewaffneten buddhistischen Kriegern auf, die sogenannten Ikko-Ikki. Da Bauern einen großen Teil ihrer Streitmacht ausmachten, war ihre Kleidung und Bewaffnung sehr einfach. Hier und da wurden erbeutet Rüstungsteile getragen, die Waffen bestanden häufig nur aus angespitzten Bambusstäben.

Figuren

Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Sohei und Ikko-Ikki – Figuren im 28mm Maßstab, die von ganz unterschiedlichen Herstellern stammen. Ich habe mich zunächst für Miniaturen von Perry und Grey For Now Games entschieden. Schick sind aber auch die Figuren von North Star und Old Glory, die vielleicht später als Ergänzungen hinzukommen werden. Ein Fernziel ist nämlich auch hier eine kleine Armee für größerer Schlachten aufzubauen.

Gebäude

Ausschlaggebend für das Projekt waren für mich die sensationellen 3D-Druckdatein von 3DAlienWorlds. Derzeit sind bereits eine Pagode, das Tempeltor und die Tempelmauer erhältlich. In Planung sind ein Glockenturm, die Haupthalle sowie ein weiteres Torgebäude, also ein kompletter Tempelbezirk. Da liegen noch einige Drucker-Tage vor mir.

Regeln

Das Regelwerk von Test-of-Honour bietet mittlerweile eine große Auswahl an Einheiten und Helden zum Thema Sohei und Ikko-Ikki. Neben Mönchen mit Naginata, Bögen und Musketen, gibt es unterschiedliche Tempelwächter, Unterführer und Bannerträger sowie Anführer zu Fuß und beritten. Neu sind auch einige der verwendeten Waffen, wie dem Nodachi-Schwert und der Tetsubo-Keule der Tempelwächter.