SAFARI

Es ist mal wieder soweit, Opa erzählt vom Krieg… Ich traf einst Kim Basinger und Alec Baldwin am Flughafen in Johannesburg. Beide waren auf dem Weg nach Botswana, wo gerade die Drehabreiten zu Kim Basingers neuen Kinofilm „Ich träumte von Afrika“ begannen. Im Prinzip alles unwichtig, es gibt euch aber einen ersten Hinweis zur zeitlichen Einordnung dieses Berichts. Es geht zurück in das legendäre Jahr 1998.

In diesem Jahr beschlossen wir zu viert auf Safari zu gehen. Wir wollten Tiere in Afrika beobachten, aber wir wollten auf eigene Faust unterwegs sein und auf möglichst wenig andere (störende) Touristen stoßen. Nach kurzer Recherche entdeckten wir Namibia als ideales Reiseziel. Für die Rundfahrt mieteten wir kurzentschlossen ein Allrad-Fahrzeug, mit Zeltdächern, Bordküche und Wassertank, wodurch wir komplett unabhängig von Hotels, Restaurants und sogar teilweise von Campingplätzen wurden.

Das Team, Sylvia, Ines, Jens und ich, posieren vor unserem ersten Baobab, dem berühmten Affenbrotbaum.

Für mich eines der genialsten Arten zu Reisen. Dieser Geländewagen hat nicht nur eine komplette, Küche, Tische und Stühle, Vorräte, Sonnensegel und Wassertank an Bord, auch ein Kühlschrank mit separater Autobatterie fehlt nicht. Zum Schlafen werden einfach die Zelte auf dem Dach umgeklappt, fertigt. Das Dachzelt ist außerdem ein guter Schutz gegen wilde Tiere.

Namibia ist durch die großen Wüstengebiete dünn besiedelt, bietet aber einige sehr spannende Landschaften, wie das Dünenmeer der Namib und die wilde Skelett-Küste im Westen, die Trockensavanne und Felsenlandschaften im Zentrum sowie Buschland und Flusstäler im Norden. Ziel unserer Safari waren die Nationalparks Namib Naukluft Park (mit Abstecher in den Naukluft Mountain Zebra Park), dann entlang der Küste bis zum Kreuzkap, hier landeinwärts zum Etosha National Park, schließlich nach Nordosten zum Mahango Nationalpark, der am Okavango liegt und zurück über den Waterberg Plateau National Park nach Windhuk. Vorstellen will ich an dieser Stelle aber nur die Gebiete, in denen ich Tiere beobachtet habe.

Noch ein Hinweis zu den Fotos. Wir befinden uns hier in einer Zeit, in der natürlich noch keine Digitalfotografie existiert! Die Bilder bzw. Dias wurden mit meiner guten alten analogen Spiegelreflex-Kamera geschossen. Gerade bei den Aufnahmen mit Teleobjektiv sind die Bilder für heutige Verhältnisse ziemlich grobkörnig. Auch die Digitalisierung der Dias hat die Qualität der Fotos noch einmal stark reduziert. Trotzdem sieht das Ganze nach 22 Jahren meiner Meinung nach noch recht anständig aus.

Namib Naukluft Park

Sicher einer der am meisten besuchten Orte in Namibia, das Deadvlei. Hier endet das Trockental Sossusvlei, welches es den Reisenden erlaubt, tief in die Namib-Wüste vorzubringen. Wer hierher kommt, will allerdings keine Tiere beobachten, sondern die riesigen Dünen der Namib bestaunen. Doch trotz der nahezu wasserlosen Sandwüste trifft man auch hier auf erstaunlich viele Tiere, wie Strauße und Spießbock, besser als Oryx bekannt.

Man beginnt die Fahrt ins Sossusvlei am besten schon mitten in der Nacht und fährt dann in den Sonnenaufgang hinein.

Den Sonnenaufgang beobachtet man am besten vom Kamm einer Düne.

Unterwegs kann man schon die ersten Strauße entdecken.

Thompson-Gazellen grasen am Rand der Wüste.

Ein paar Perlhühner picken im Sand.

Auch eine kleine Herde Springböcke stehen am Rand der Piste.

Der Nebeltrinker-Käfer ist für diese Region perfekt angepasst. Er kann Wasser aus dem Nebel vom Atlantik gewinnen.

Ein Gazelle sucht Schutz vor der Sonne.

…und wir auch.

und auch dieser Bursche bleibt lieber im Schatten.

Der Oryx-Gazelle scheint auch die unbarmherzige Mittagshitze nichts auszumachen.

Eine Dünenlerche ist einer der wenigen endemischen Vogelarten Namibias.

Im Deadvlei endet die Reise und auch hierher kommt man nur mit einem guten Geländewagen.

Skeletton Coast Nationalpark

Unsere Reise an lang der Küste war relativ kurz. Wir fuhren von Swakopmund bis ans Kreuzkap.

An den Stränden trifft man häufig auf den Schabrakenschakal, der hier nach angeschwemmten Meerestieren und Fischen sucht.

Am Kreuzkap, wo einst die Portogiesen als erste Europäer Namibia betraten, stößt man auf eine riesige Kolonie von unglaublichen 250.000 südafrikanischen Seebären.

Etosha Nationalpark

Die Etoscha-Pfanne kennt mit Sicherheit so mancher aus einer Tier-Dokumentation. Hier kann man auf alles treffen, was in der afrikanischen Tierwelt Rang und Namen hat, einschließlich der “Big Five“– Elefanten, Nashörner, Löwen, Büffel und Leoparden. Ein Großteil der Region besteht aus der Etosha-Pfanne, die sich durch periodisch fließende Flüsse gebildet hat. Nach Regenfällen wird die Pfanne gefüllt, das Wasser verdunstet aber recht schnell wieder und zurück bleibt eine weißlich-gelbe Salz-Lehm-Kruste. Nur an den Rändern dieses Beckens bleiben auch in der Trockenzeit Wasserlöcher erhalten. Wer Tiere beobachten will, der legt sich also hier mit seinem Geländewagen auf die Lauer…

Eines der größten Antilopenarten ist der Sambesi-Großkudu.

Die Kudu-Männchen tragen ein Schraubengehörn, das bis zu 105 cm lang wird.

Eine kleine Gruppe von Elanantilopen.

Der Rotbauchwürger wird auch als Leuchtkugel der Savanne bezeichnet.

Löwen streifen durch das hohe Gras.

Streifengnus (oder Weißbartgnus?) überqueren die Straße und erreichen schließlich ein Wasserloch.

Eine Kuhantilope oder Kama erkennt man an den eng stehenden Hörnern.

Ein Warzenschein mit seinen Jungtieren.

Abends am Wasserloch ist plötzlich die Hölle los. Erst ein paar Thompson Gazellen.

Dann Gabelböcke.

Eindrucksvoll sind vor allem die großen Herden von Steppenzebras, die am Abend zum Trinken an die Wasserlöcher kommen.

Der Gelbschnabeltoko gehört zu den Nashornvögeln. Dieser Vogel war an unseren Vorräten interessiert, die wir nach ein paar „Angriffen“ in Sicherheit bringen mussten.

Unser erster Elefant!

Er nimmt ein Schlammbad

Und haut wieder ab.

Und immer wieder streifen große Vögel durch den Busch, wie diese Gackeltrappe.

…oder die Rotschopftrappe.

Auch wenn das Bild verschwommen ist, kann man den Gaukler-Vogel gut an den roten Beinen und Schnabel erkennen.

Die Ducker-Antilope ist eine der kleinesten Antilopenarten.

Die Mangusten sind die kleinsten Räuber der afrikanischen Savanne.


Erdhörnchen sind häufige im Camp.

Der Springbock bei seiner Lieblingsbeschäftigung …er sprint.

Und natürlich sieht man überall Strauße.

Die Giraffe ist jedoch mein Favorit der afrikanischen Tierwelt…

… ob riesengroß…

…oder eher klein.

Mahango Nationalpark

Ein echter Geheimtipp ist der Mahango Nationalpark ganz im Norden Namibias, im sogenannten Caprivi-Streifen. In dieser Region fließt der Okavango ein kurzes Stück durch Namibia, bevor er das berühmte Becken in Botswana bildet und dort in der Kalahari versickert. In diesem Park sind wir damals kaum auf andere Reisende gestoßen. Meist waren wir allein unterwegs. Sieht zudem man in diesem Park auch ein paar andere Tiere als in anderen Parks Namibias, wie das Flusspferd oder das Krokodil. Man darf außerdem an einigen Stellen das Fahrzeug verlassen und zu Fuß auf Safari gehen (natürlich nicht ganz ungefährlich liebe Kinder!).

Wir haben unser Camp direkt am Okavango aufgeschlagen. Nachts muss man jedoch wegen der Krokodile vom Autodach pinkeln (sicher ist sicher). Den ersten Ausflug machten wir direkt vom Camp aus. Wir nahmen uns ein paar Kanus und paddelten stromabwärts auf dem Okavango.

In der zweiten Biegung hörten wir bereits ein wildes Brüllen über das Wasser hallen. Flusspferde!

Wir versuchen die Herde, es waren bestimmt 10 bis 15 Tiere, zu umfahren. Aber der Lärm der Tiere nimmt bald erschreckende Ausmaße an und nun tauchen auch einige Köpfe in gefährlichem Abstand neben den Booten auf.

Als wir am anderen Ufer auch noch Krokodile entdecken, treten wir lieber den Rückzug an (allerdings gehen zwei von uns noch auf einer Sandbank baden! Wir waren halt noch jung und unwissend)

Die Flusspferde gehören zu den am meisten gefürchteten Wildtieren. Jedes Jahr werden im südlichen Afrika mehr Menschen von Hippos getötet als von allen anderen Tieren zusammen.

Am nächsten Tag geht es mit dem Geländewagen ein Stück flussaufwärts. Vorbei an den riesigen Nestern der Webervögel.

Auf der Straße blockieren einige Paviane den Weg.

Den hübschen Glanzstar mit seinem metallisch glänzenden Federkleid trifft man recht häufig.

Die knapp 1,5 Meter großen Marabus, die zu den Störchen gehören, haben, wie alle Aasfresser, fast keine Federn am Kopf und Hals. Zu ihrem ungewöhnlichen Aussehen trägt zudem ein rötlicher Kehlsack bei.

Neben den Marabus sind in der Nähe von Aas auch immer Ohrengeier und Weißrückengeier zu finden.

Wir haben eine Herde Elefanten am andern Flussufer entdeckt.

Eine gute Gelegenheit das Fahrzeug zu verlassen und durch den Busch auf Erkundung zu gehen. Vor uns knack es in den Büschen.

Die Elefanten haben anscheinend das Ufer gewechselt!

Die Tiere kommen langsam, aber stetig auf uns zu.

Schon bald haben uns die Elefanten fast umringt.

Wir ziehen uns auf unser Autodach zurück und genießen das Schauspiel.

Die Tiere gehen zum Baden an den Fluss.

Schließlich schwimmen sie zurück an das andere Flussufer.

Wir haben so den halben Tag mit der Herde verbracht. Ein unvergessliches Erlebnis.

Safari in Deutschland

Nicht jeder will, kann oder darf nach Afrika zur Tierbeobachtung reisen. Auch wenn Zoos häufig Anlass für Tierschutz-Diskussionen sind, bieten sie vielen Menschen eine gute Möglichkeit, afrikanische Tiere aus nächster Nähe zu betrachten. Hier in Norddeutschland gibt es den Tierpark-Hagenbeck in Hamburg, der einst für seine gitterlosen Gehege und das Afrika-Panorama bekannt war. Immer noch ein sehr schöner Zoo, allerdings ist die Präsentation der afrikanischen Tierwelt etwas veraltet.

Interessant und auch ein wenig aufregend ist der Safari-Park in der Lüneburger Heide. Hier fährt man mit seinem Wagen durch Freigehege in denen sich Löwen, Zebras und Giraffen tummeln. Nach und nach musste der Park aber immer wieder „entschärft“ werden. Zuletzt wurden die Nashörner aufgrund eines „Zwischenfalls“ aus dem Zoo verbannt. Trotzdem immer noch ein sehr interessanter Park. Ein Nachteil ist allerdings der Autoverkehr. Man fühlt sich immer ein wenig durch nachfolgende Fahrzeuge gehetzt oder man steht im Stau.

Zuletzt habe ich den Zoo in Hannover besucht. Hier bietet die „Sambesi-Flusslandschaft“ eine überzeugende Afrikakulisse. Man kann die Tiere sogar bei einer Flussfahrt vom Boot beobachten. Eindrucksvoll sind aber vor allem die Gehege mit den riesigen Glasscheiben, durch welche man Flusspferde unter Wasser bestaunen kann. Etwas unwohl fühlt man sich, wenn man einem Gorilla Auge in Auge gegenübersitzt. Dieser Zoo ist mein Tipp für eine Afrika-Safari in Deutschland.