Archiv der Kategorie: 1. Weltkrieg

Imperial War Museum

Schon vor ein paar Jahren hatte ich bei einem London-Aufenthalt auch das Imperial-War-Museum besucht. Schwerpunkt des Museums ist der 1. und 2. Weltkrieg, sowie die folgenden Konflikte. Anlässlich des 100. Jahrestags zum Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 wurde das Museum für einige Zeit komplett geschlossen, um im Jahr 2014 mit einem völlig anderen Konzept und Ausstellung neu zu eröffnen. Statt Räumen vollgestopft mit Waffen, Panzer und Uniformen findet man in allen Ausstellungen jetzt ein sehr modernes Museumskonzept mit zahlreichen interaktiven Bildschirmen und Filmen. Ziel meines Besuches war vor allem die Ausstellung zum ersten Weltkrieg, welche im Vergleich zum Rest sehr ausführlich und strukturiert dargestellt war.

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Nach einer kurzen Einführung zum Thema ging es durch die unterschiedlichen Zeitabschnitte und Schauplätze des 1. Weltkrieges. Zwischendurch wurden spezielle Themenabschnitte behandelt, wie der Grabenkrieg, der Einsatz von Gas, die Wirkung von Artillerie und der Panzer als Waffe. Auch Themen wie der Luft- und Seekrieg wurde mit einbezogen. Ein wichtiges Teil war auch die Heimatfront und Propaganda. Nachfolgend eine kleine Auswahl an Bilder aus der Ausstellung.

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Die Dicke Bertha galt in Deutschland als Symbol für militärische Kraft und technische Überlegenheit…

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Aus Überresten und Geschossschlittern der Dicken Bertha wurden Brieföffner und Sammelbüchsen gefertigt…

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Die Briten hat die Angewohnheit ihren Gräben, Stellungen und Unterständen kuriose Namen zu geben und durch entsprechende Schilder zu kennzeichnen…

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Die bunten Uniformen zu Beginn des Krieges wichen schon bald zweckmäßigen Modellen. Nachfolgend französische und deutsche Uniform im Wandel des Zeit…

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Ein Beispiel für die neue, moderne Ausstellung des IWM. Mit Hilfe dieses Touchscreens konnte man durch die Entwicklung der Grabensysteme blättern…

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Der Deutscher Minenwerfer galt als gefürchtete Waffe. Seine Geschosse trudelten senkrecht vom Himmel, bohrten sich in die Erde und vernichteten alles in ihrer Nähe…

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Hier eine Auswahl an teilweise improvisierten Nahkampfwaffen aus dem Grabenkrieg…

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Panzerwesten und Kürass erinnern an mittelalterliche Ritter im Gefecht…

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Unterschiedliche Teleskop-Typen, die zur Beobachtung des Feindes eingesetzt wurden…

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Wer keinen Körperschutz trug, der versuchte sich „unsichtbar“ zu machen. Dieser handbemalte britische Scharfschützenmantel sollte seinen Träger im Niemandsland schützen…

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Extrem kurios ist dieser Baumstumpf aus Metall, in dem ein Scharfschütze auf seine Beute wartete…

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Die ersten Gasmasken…

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Der Fes eines deutschen Askari…

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Uniformen indischer Einheiten in britischen Diensten…

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Ausrüstung und Uniform der neuseeländischen Soldaten…

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Das berühmte russische Maxim Maschinengewehr…

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Der Krieg der Türken gegen die Britischen Streitkräfte fand seinen Höhepunkt in der Schlacht von Gallipoli…

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Natürlich darf in einer englischen Ausstellung der Name „Lawrence“ nicht unerwähnt bleiben. Er kämpfte als britischer Berater im Arabischen Aufstand gegen die Türken…

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Im ersten Weltkrieg kamen erstmals Panzer und Flugzeuge militärisch zum Einsatz…

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Heimatfront und Propaganda…

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Die sieben Säulen der Weisheit – Die Arabische Revolte 1916 bis 1918

Mein TableTop Beitrag zum 100. Jahrestag des Beginns des 1. Weltkrieges ist ein Setting während der Arabischen Revolte in den Gebieten des heutigen Jordanien. Die Arabische Revolte war ein von einigen arabischen Stämmen getragener Aufstand im Osmanischen Reich, der im Hedschas seinen Ausgang nahm und sich später nach Jordanien, Palästina und Syrien ausbreitete. Die von 1916 bis 1918 dauernde Revolte wurde maßgeblich von der im ersten Weltkrieg gegen das Osmanische Reich kämpfenden Entente unterstützt. Der Aufstand wurde von Hussein ibn Ali dem Scherifen von Mekka angeführt. Bei der Revolte beteiligten sich zahlreiche, aber nicht alle Beduinenstämme des Hedschas. Nach und nach brachten die Beduinen immer mehr Städte im Hedschas, aber auch in Jordanien und Syrien unter ihre Kontrolle. Der Aufstand endete mit der Eroberung von Damaskus, beziehungsweise mit der Übergabe Medinas.

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Das geplante Szenario und die Spielplatte werden einen Überfall auf die Hedschas-Bahn darstellen. Die ersten Figuren sind bemalt und auch der Zug ist schon teilweise fertiggestellt. Natürlich wird auch T. E. Lawrence eine Rolle spielen, ich will aber auch ein wenig Recherche in Bezug auf die unterschiedlichen Bedu-Stämme betreiben. Vor rund 20 Jahren war ich selbst in Jordaninen, Syrien und Palästina unterwegs und kenne so auch einige der Schauplätze, wie Aqaba, das Wadi Rum sowie Damaskus. Es wird also eine spannende Reise in die Vergangenheit.

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Knights of the sky (Teil 2)

Museumsrundgang

Nachfolgend eine Aufstellung der im Omaka Aviation Heritage Centre gezeigten Flugmaschinen (in alphabetischer Reihenfolge).

Airco D.H.2 (Nachbau)

Die Airco D.H.2 galt als das erste britische Jagdflugzeug. Bei dieser Maschine wurde der Propeller hinter den Piloten gesetzt, um so ein .303 Inch Lewis Maschinengewehr direkt vor dem Piloten montieren zu können. Es galt nämlich, dem Piloten das Beheben von Ladehemmungen zu ermöglichen, die Schussrichtung des MGs parallel zur Visierlinie des Piloten auszurichten und das Gewicht von Waffe und Munition nah am Schwerpunkt zu konzentrieren. Dieser Flugzeugtyp, auch Pusher, zu Deutsch Druckschrauber genannt, kam ab 1915 zum Einsatz. Durch die Position des Propellers musste das Heck als „Käfig“ ohne Verkleidung gebaut werden, was zu einem sehr eigenwilligen Aussehen führte. Piloten berichteten, dass sie sich durch den vorgeschobenen Pilotensitz, wie bei einem Flug auf einem Hexenbesen fühlten. Insgesamt wurde 451 DH-2s produziert, aber leider hat keine dieser Maschine den 1. Weltkrieg überdauert. In der im Museum gezeigten Szene, wird die britische Airco DH-2 von einer Fokker E.III verfolgt. Die Airco befindet sich außerdem in einem flugfähigen Zustand und war schon in der Flugschau des Museums zu sehen.

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Airco D.H.4 (Original)

Dieser einmotorige zweisitzige Doppeldecker der britischen Firma Airco wurde von Geoffrey de Havilland (daher die Abkürzung D.H.) entworfen und fand nach dem 1. Weltkrieg Verwendung als Post- und Passagiermaschine. Die ausgestellte Maschine ist ein Original aus US-Lizenzproduktion.

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Breguet 14 A2 (Nachbau)

Die Breguet 14 war ein sehr erfolgreiches französisches Flugzeug, welches noch bis 1932 im Bestand der französischen Luftwaffe zu finden war. Sie diente als Beobachter, konnte aber auch als Bombervariante ausgebaut werden. Ungewöhnlich war, dass zum Bau der Maschine erstmals der größte Teil aus Duralumin gefertigt war. Bewaffnet war die Maschinen mit einem Vickers MG, welches nach vorn ausgerichtet war und einem Lewis MG für den Beobachter. Das Lewis MG war auf einem französischem Etèvè Ring montiert. Zusätzlich konnten 4 Bomben mitgeführt werden. Bis Dezember 1918 entstanden insgesamt rund 5.300 Breguet 14 aller Versionen. Zwischen 1919 und 1928 wurden insgesamt noch einmal etwa 2.500 Maschinen gebaut, so dass die Breguet 14 auf eine Gesamtproduktionszahl von ca. 7.800 Maschinen kam. Zwei Exemplare dieses Flugzeugtyps, eines in Frankreich und eines in Finnland, sind noch erhalten. Der Museums-Nachbau in Omaka ist eine Kopie einer Maschine der 12th Photo Section / A.E.F. 96th Aero Squadron.

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Caproni Ca. 22 (Original)

Die hier im Originalzustand ausgestellte  Caproni Ca. 22 ist das weltweit einzige erhaltene Exemplar dieses Typs. Es handelt sich um einen italienischen Parasol-Eindecker aus dem Jahr 1913. Bis vor kurzem war dieses Flugzeug noch im Eigentum des Caproni Museum in Trento und ist jetzt eines der wertvollsten Stücke des Omaka Aviation Heritage Centre.

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Curtiss MF Flying Boat (Original)

Dieses amerikanische Wasserflugzeug wurde von Glenn H. Curtiss konstruiert und ab 1912 in einer Stückzahl von 80 Exemplaren gefertigt. Die im Museum gezeigte Maschine ist eine von nur 4 erhaltenen Exemplaren.

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Etrich Taube (Nachbau)

Die Etrich Taube erinnert mit ihrer Flügelform tatsächlich an einen Vogel, Vorbild für die Flügelform war jedoch der Samen der Zanoia. Dieser Flugzeugtyp war schon vor dem Krieg, ab 1910 in der Luft zu finden. Die „Taube“ wurde in Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn als Aufklärer eingesetzt. Für die heutige Zeit extrem ungewöhnlich war der Umstand, dass das Flugzeug keine Querruder und keine Flügelklappen besaß. Es war in allen drei Achsen durch Flächenverwindung steuerbar. Außerdem war das Fahrwerk lenkbar und hatte an der Mittelkufe eine Boden-Bremse. Diese Flugmaschine war die erste, die in großer Stückzahl herstellt wurde. Von den 500 Maschinen sind einige erhalten, so im Deutschen Museum und im Technik Museum Wien. Die hier dargestellte Szene zeigt, wie der Schütze auf dem vorderen Sitz versucht, eine angreifende British Be2c abzuwehren.

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Fokker Dr.I Dreidecker (Nachbau)

Das größte Diorama findet man in eine Art runder Ehrenhalle für den berühmten Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen. Hier wird sein roter Fokker Dr.I Dreidecker kurz nach dem Absturz am 21. April 1918 gezeigt, bei dem der „Rote Baron“ den Tod fand. Manfred von Richthofen war und ist mit Sicherheit der berühmteste Pilot des 1. Weltkrieges und mit seinen 80 Abschüssen auch der erfolgreichste.

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Im Diorama sind australische Soldaten zu sehen, die das berühmte Flugzeug plündern und sogar dem „Baron“ die Pelzstiefel ausziehen. Zu erkennen ist außerdem, wie ein Soldat mit dem Bajonett eines der aufgemalten Balkenkreuze herausschneidet. Diese Stück Leinwand mit dem Kreuz ist im Original in der benachbarten Ausstellung zu bewundern. Hier fällt auf, dass das Kreuz mehrmals übermalt wurde…es ist noch schwach die „Malteser“ – Form unter dem Balkenkreuz zu erkennen.

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Neben dem Diorama gibt es einige Erinnerungsstücke an den berühmten Flieger. Zu sehen sind unter anderem sein Taschentuch mit Monogramm, die Uniform seines Vaters und zwei der Silberbecher (Nr. 10 und 11), die er jeweils nach einem Abschuss anfertigen ließ. Bei jedem 10ten gönnte er sich einen größeren Becher. Die Nr. 11 ist übrigens seinem berühmtesten Luftgefecht mit dem britischen Fliegerass Lanoe Hawker gewidmet.

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Der Fokker Dr.I Dreidecker wurde ab 1917 in Deutschland eingesetzt. Die Flugmaschine war die deutsche Antwort auf den britischen Dreidecker „Sopwith Triplane“, welcher als äußerst wendig galt. Insgesamt wurden nur 420 Exemplare dieses Typs gebaut, da der Nachfolger, die überlegene Fokker D.VII bereits ab Mai 1918 ausgeliefert wurde. Es gibt heute weltweit eine ganze Anzahl von Nachbauten, ein vollständiges Original ist jedoch nicht mehr erhalten.

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Jasta (Jagdstaffel) 11

Insgesamt 4 Fokker Dr.I Dreidecker der berühmten Jasta 11, bei den Alliierten auch bekannt als „Flying Circus“, des „Roten Barons“ können hier im Museum bewundert werden. Die Bemalung entspricht der vom März 1918. Die hier gezeigten Flugmaschinen gehörten Manfred von Richthofen, seinem Bruder Lothar, Eberhard Mohnicke und Werner Steinhauser.

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Fokker E.III Eindecker (Nachbau)

Diese deutsche Maschine galt als der erfolgreichste Eindecker seiner Zeit und war unter den Alliierten als „Fokker Scourge“ (Plage) bekannt. Diese Maschine war die erste, die mit einem Unterbrechergetriebe ausgestattet wurde. Das Unterbrechergetriebe ist eine Koppelung zwischen Propellerwelle und Maschinengewehr eines Jagdflugzeuges, die dafür sorgt, dass der Feuerstoß des so synchronisierten Maschinengewehres unterbrochen wird, wenn ein Geschoss aus dem MG ein vor der Mündung vorbeiziehendes Propellerblatt treffen würde. Am 10. August 1916 wurde die erste deutsche Jagdstaffel ins Leben gerufen und mit Fokker E.III Eindeckern ausgestattet. In den Jahren 1915/16 wurden 249 dieser Maschinen gefertigt. Heute gibt es nur noch ein erhaltenes Original, welches im Science Museum in London ausgestellt ist.

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Halberstadt D.IV (Nachbau)

Dieser Nachbau ist der weltweit einzige, ein Original ist nicht erhalten, und dazu auch noch flugfähig. Manfred von Richthofen konnte 1917 auf diesem Typ sechs seiner Luftsiege verbuchen. Die D.III and D.IV unterschieden sich von der D.II vor allem durch größere ausbalancierte Querruder, den halbkreisförmigen Flügelausschnitt über dem Cockpit und durch den 150 PS Benz Bz III-Motor. Insgesamt wurden von der D.IV 100 Stück produziert.

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Morane-Saulnier Typ BB (Nachbau)

Diese französische Maschine, die im britischen Auftrag gefertigt wurde, war ein zweisitziger Doppeldecker, welcher in erster Linie zu Aufklärungszwecken eingesetzt wurde. Der Flugzeugbauer Morane Saulnier arbeitete jedoch auch mit Roland Garros zusammen, der damit experimentierte, wie ein Maschinengewehr durch den Propellerkreis feuern konnte. Er brachte an den Propellerblätter Metallabweiser an, welche die Geschosse ablenken konnten. Durch die diese Erfindung folgte eine kurze Zeit der alliierten Lufthoheit, bis Garros am 8. April 1815 abgeschossen wurde und so das Geheimnis aufgedeckt wurde. In diesem recht dramatischen Museums-Diorama helfen Männer des Bodenpersonals dem verletzten Piloten aus der durchlöcherten Maschine. Für den Aufklärer im hinteren Sitz, kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Eine von 94 gebauten Maschinen überdauerte die Zeit und wird heute in Teilen zerlegt im Magazin des RAF Museums in Stafford verwahrt. Zu dieser Museums-Szene gehört auch ein Ambulanzwagen des Roten Kreuzes, der ungewöhnlicher Weise von einer Krankenschwester gesteuert wird.

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Morane-Saulnier G (Nachbau)

Gleich in der Eingangshalle wird der Besucher von einer Morane-Saulnier G empfangen. Diese Flugmaschine von 1912 wird hier von dem berühmtes russischen Piloten, Aleksander Kozakov geflogen, der mit einem Anker und Drahtseil ein gegnerische Flugzeug vom Himmel holte (..und dabei knapp selbst überlebte). Ein Exemplar dieses Typs ist noch heute im Museo del Aire de Cuatrovientos in Madrid zu sehen.

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Nieuport 24 (Nachbau)

Dieser flugfähige Nachbau des französischen Doppeldecker-Jagdeinsitzers trägt den Anstrich (ein schwarzes Herz, darauf ein Totenschädel mit gekreuzten Knochen und zwei Kerzenleuchtern) des bekannten französischen Jagdfliegers Charles Nungesser. Zunächst in Südamerika als Cowboy, Boxer und Autorennfahrer unterwegs, trat er schon bei Kriegsausbruch den Luftstreitkräften bei. Er überlebte den Krieg, blieb allerdings nach einem gescheiterten Transatlantikflug 1927 vermisst.

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Nieuport 27 (Nachbau)

Sicher das ungewöhnlichste Diorama der gesamten Ausstellung. Die Winterszene zeigt eine „notgelandete“ Nieuport 27, die in einem Baum hängengeblieben ist. Der unverletzte Pilot wird von seinem deutschen Bezwinger auf eine Zigarette eingeladen. Während sich die beiden Ritter der Lüfte unterhalten, inspizieren deutsche Soldaten die Trümmer. Die Nieuport 27 C.1 war ein französischer Doppeldecker-Jagdeinsitzer aus dem Jahre 1917. Vermutlich wurde rund 120 Maschinen ausgeliefert, doch keine dieser Flugzeuge ist im Original erhalten.

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Pfalz D.III (Nachbau)

Dieser Nachbau einer Pfalz D.III wurde für den berühmten Film „Der blaue Max“ gefertigt. Dieser Kinofilm von 1966 war auch der erste Kontakt von Peter Jackson mit diesem Thema. Schön, dass man diesen Film auch gleich auf einer großen Leinwand im Museum anschauen kann. Die Pfalz D.III war ein Jagdeinsitzer der deutschen Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg, welches hauptsächlich von Jagdstaffeln der königlich bayerischen Fliegertruppe verwendet wurde. Übrigens ist diese Maschine nach einer aufwendigen Restaurierung wieder flugfähig und mit der im Film verwendeten (nicht historischen) Tarn-Bemalung versehen.

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Royal Aircraft Factory R.E.8 (Nachbau)

Die R.E.8, auch als „Harry Tate“ (nach einem damaligen Komiker) bekannt, galt als eines der schlechtesten Flugzeugmodelle im 1.Weltkrieg. Trotzdem wurden ab 1916 insgesamt 4.099 Stück gebaut. Heute gibt es nur noch zwei Maschinen. Eine im Imperial War Museum Duxford, eine andere existiert heute im Koninklijk Legermuseum (Royal Museum of the Armed Forces and of Military History) in Brüssel.

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Royal Aircraft Factory S.E.5a (Nachbau)

Die S.E.5 wurde als eines der ersten britischen Flugzeuge mit einem synchronisierten MG bewaffnet. Die S.E.5 war außerdem eines der schnellsten Flugzeuge ihrer Zeit und erreichte 222 km/h. In der im Museum gezeigten Szene steht der neuseeländische Pilot Keith Logan ‚Grid‘ Caldwell auf der Tragfläche seiner beschädigten Maschine. Er konnte so das Flugzeug bis zur Notlandung stabilisieren. Caldwell war mit 25 Luftsiegen der erfolgreichste Jagdflieger Neuseelands.

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Siemens-Schuckert D.IV (Nachbau)

Die Siemens Schuckert D.IV galt als bestes Jagdflugzeug seiner Zeit. Der sehr leistungsfähige Siemens Haiske SH.IIIa Motor gestatte die Verwendung eines mächtigen Propellers mit 4 Blättern, der jedoch auf Grund des kurzen Fahrgestells bei Landungen zu Problemen führen konnte. Der deutsche Jagdeinsitzer erreichte im August 1918 die Front, aber nur noch ca. 60 Flugzeuge, der 123 produzierten Exemplare kamen bis Kriegsende zum Einsatz. Es gibt heute kein erhaltenes Exemplar.

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Flugzeugmodelle

Neben den „lebensgroßen“ Flugmaschinen beherbergt das Museum auch eine ganze Anzahl von kleineren Modellen. Hier sind vor allem die verschiedenen Bomber, wie die Gotha G IV und Vickers Vimy der damaligen Zeit zu nennen.

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Knights of the sky (Teil 1)

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Als ich auf der Fährenfahrt von der Nord- auf die Südinsel Neuseelands gelangweilt in einige Prospekte für Touristen blätterte, stieß ich auf einen Flyer mit dem Namen „Knights of the Sky“. In dem kleinen Städtchen Blendheim, welches in der Marlborough Region liegt, sollte laut Prospekt eine Ausstellung von Flugmaschinen des 1. Weltkriegs zu sehen sein. Als auch noch der Name Peter Jackson als Initiator dieser Sammlung erwähnt wurde, war mein Interesse geweckt. Da musste ich hin…

Etwas außerhalb des Stadtzentrums von Blendheim findet man das Omaka Aviation Heritage Centre, welches in seinen Flughallen unter anderem die Ausstellung „Knights oft he Sky“ beherbergt. Die Sammlung zeigt sowohl Original-Flugzeuge, als auch Nachbildungen des 1. Weltkrieges. Der Clou ist, dass die Maschinen fast immer Teil eines lebensgroßen Dioramas sind, welche, Peter Jackson sei Dank, durch den Weta Workshop gestaltet wurden. Jedes der Dioramen zeigt entweder ein historisches Ereignis oder eine Begebenheit, die so oder ähnlich vorgekommen sein könnte. Es ist auch ein Großteil der umfangreichen Privatsammlung von Peter Jackson zu sehen, der ein begeisterter Fan dieses historischen Themas ist. Neben den Maschinen, zeigen Schaukästen eine Vielzahl von Uniformen und persönlichen Gegenständen der bekanntesten Piloten dieser Zeit, wie Max Immelmann, Ernst Udet, Albert Ball und Manfred von Richthofen. Ich bin leider kein Kenner dieser Materie, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass man weltweit eine bessere Ausstellung zu diesem Thema findet. Es ist allerdings etwas umstritten, ob das Ganze tatsächlich als Museum oder Sammlung bezeichnet werden darf, da es sich bei einem Großteil der Ausstellungstücke nicht um Originale handelt. Die Flugzeuge in Omaka werden übrigens auch des Öfteren ausgetauscht und die Sammlung wird ständig erweitert. Es lohnt sich also auch ein zweiter oder dritter Besuch.

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Werkstatt

Das fantastische Diorama einer Flugzeug-Werkhalle, zeigt dem Besucher die Wartung und Reparatur einer „Thomas Morse Scout“, einem US-Trainingsflugzeug für Jagdpiloten aus dem Jahr 1917. Unter anderem werden hier auch Funktion und Konstruktion der Flugmaschinen erläutert. Ein anderes Diorama daneben zeigt, wie die Magazine der Maschinengewehre aufmunitioniert werden.

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Fliegerasse

Als Fliegerass werden in der Fliegersprache Militärpiloten bezeichnet, die bei Kampfeinsätzen als Jagdflieger mindestens fünf feindliche Militärflugzeuge abgeschossen haben. In der Ausstellung zeigen zahlreiche Vitrine Uniformen, Bilder, Fotos und persönliche Gegenstände verschiedener Fliegerasse des 1. Weltkriegs. Im ersten Bereich sind die Piloten der Alliierten, im zweiten Bereich die Deutschlands, Österreich-Ungarns und der Türkei zu sehen.

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Höhepunkte dieser Ausstellung sind unter anderem die Flugausrüstung und Jacke des berühmtesten amerikanischen Fliegers, Eddie Rickenbacker, komplett mit Namenszug und dem „Hat in Ring“ Schwadrons-Abzeichen. Desweiteren ist die Uniform des besten Piloten der Alliierten, dem Franzosen René Fonk, zusammen mit dem seinem Croix de Guerre zu sehen.

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Deutschland, Osterreich-Ungarn und Türkei

In diesen Vitrinen findet man den Orden Pour le Mérite, Blauer Max genannt, des deutschen Fliegers Ernst Udet, die Taschenuhr von Max Immelmanns, einen Wimpel, der von Britischen (gefangenen) Piloten zur Beerdigung von Oswald Boelcke überreicht wurde, das Logbuch von Herman Göring aus dem 1. Weltkrieg, sowie seine Mütze, die er bei seiner Gefangennahme im Jahr 1945 trug.

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Classic Fighters Airshow

Neben der Ausstellung lädt das Omaka Aviation Heritage Centre alle zwei Jahre zur Classic Fighters Airshow (quasi im Wechsel mit der Stadt Wanaka bzw. der Airshow Wanaka Warbirds), in der auch einige der flugfähigen Ausstellungsstücke bewundert werden können.

Wignut Wings

Außerdem möchte ich in diesem Zusammenhang auf die unglaublichen 1/32 Flugzeugmodelle der Firma Wignut Wings aufmerksam machen. Die kleine Modellbauschmiede gehört Peter Jackson. Neben den Modellbausätzen kann man demnächst auch passende Figurensets erwerben. Die Figuren wurden übrigens von Alan Perry modelliert und sie stellen kleine lebendige Szene auf dem Flugfeldern des 1. Weltkrieges nach.

Hier geht es zur Homepage: http://wingnutwings.com/ww/

Im zweiten Teil des Berichts geht es dann um die ausgestellten Flugzeuge…

Gallipoli – Vor Ort

Wenn man schon mal in Istanbul ist, kann man ja auch gleich mal die Schlachtfelder von Gallipoli besuchen. Ist ja quasi um die Ecke… Wie sich herausstellte, muss man aber schon fast eine Tag für die Anreise einplanen und vor Ort tobt auch nicht gerade das Leben. Wer also neben der Landschaft und den historischen Stätten etwas Abwechslung erwartet, wird enttäuscht. Als ich im Oktober 2010 in der Kleinstadt Eceabat ankam, machte die ganze Szenerie einen etwas trostlosen Eindruck. Hier aber zunächst einmal die Hintergrundgeschichte dieses Schlachtfeldes.

Die Schlachten auf der Türkischen Halbinsel Gallipoli wurde im 1. Weltkrieg zwischen den Entente-Mächten und der Türkei ausgetragen. Ziel der Kampagne war es über die Halbinsel bis Istanbul vorzudringen. Ein erster Versuch die Hauptstadt des Osmanischen Reiches auf dem Seeweg zu erreichen war gescheitert. Zu Beginn des Jahres 1915 wurde deshalb Truppen an den Stränden der Gallipoli Halbinsel angelandet. Im nördlichen Abschnitt war es ein Armee Korps der Australier und Neuseeländer (ANZAC) mit einer Stärke von 30.000 Mann. Der Abschnitt, in dem das ANZAC an Land ging, wurde später als ANZAC Cove berüchtigt. Die gegnerische türkische Division wurde von Mustafa Kemal befehligt, der später als Atatürk und erster Präsident der neuen türkischen Republik bekannt wurde. Es kam zu schweren Kämpfen in dem steilen und hügeligen Gelände, die sich bis Anfang August hinzogen und in einem Grabenkrieg mündeten. In einer großen Offensive Ende August planten das ANZAC einen Ausbruchsversuch durch einen Angriff auf die türkischen Gräben bei Lone Pine. Ziel war die Eroberung von Chunuk Bair und dem Hügel 971, welches jedoch nicht erreicht wurde. Die Kämpfe zogen sich weiter hin, bis Ende November die Evakuierung beschlossen wurde. Die letzten Einheiten der Entente-Mächte verließen Gallipoli am 9. Januar 1916. Beide Seiten verloren schätzungsweise 250.000 Soldaten.

Vor Ort muss man sich erst einmal etwas orientieren, da das Gebiet, das man besichtigen kann, riesig ist. Ausgangspunkt für die Erkundung ist der Ort Eceabat. Hier findet man Hotels, Restaurants und das, was man als Tourist so benötigt. Bei meiner Tour habe ich mich auf einen Besuch des nord-westlichen Teils beschränkt, also dort, wo die oben beschriebenen Kämpfe zwischen dem ANZAC und den Türken unter Mustafa Kemal stattfanden. Zunächst habe ich der berühmten ANZAC Bucht einen Besuch abgestattet. Hier erkennt man sofort, welche enormen Schwierigkeiten der Marsch in Landesinnere mit sich gebracht haben muss, denn gleich hinter dem Strand befinden sich Steilhänge.

Ein Blick auf die ANZAC Bucht von Süden nach Norden gesehen.

Die beiden oberen Fotos zeigen die ANZAC Bucht im Jahre 1915

Die Steilhänge gleich hinter der Bucht. Das erste Foto zeigt die sogenannte „Sphinx“.

Eine Straße windet sich die Hügel im Inland hinauf. Viele der Grabenanlagen auf den Hügeln sind noch deutlich sichtbar, einige sind auch rekonstruiert worden, d.h. mit Holz verkleidet. An lang der Straße stößt man immer wieder auf Ehrenmale und Friedhöfe der verschiedenen Schlachtfelder und Einheiten. Nächster Halt war dann Lone Pine, wo ein Friedhof angelegt ist, auf dem man tatsächlich eine einsame Pinie finden kann. Schließlich erreicht man Chunuk Bair. Hier sind zahlreiche Denkmäler zu sehen und ein Großteil der ehemaligen Stellungen zu erkunden. Der Ausblick ist großartig. Die Landungsstrände und das komplette Umland sind von hier aus zu sehen. Vor den Denkmälern, am Parkplatz findet man auch einige Stände von Souvenirhändlern, bei denen ich eine dieser seltsamen türkischen Kopfbedeckungen gekauft habe. Darauf die Inschrift Canakkale, dem türkischen Namen des Feldzuges…na ja, hübsch ist was anderes.

Der Friedhof von Lone Pine

Der Ausblick von Lone Pine in Richtung Süden

Ein rekonstruierter Eingang in einen Unterstand der Türken

Hier die noch deutlich sichbaren Gräben, die den gesamten Hügelkamm durchziehen

Die überlebensgroße Statue des Mustafa Kemal

Der Blick von Chunuk Bair auf die Landungsstrände im Westen

Der Blick von Chunuk Bair nach Norden. Im Hintergrund ist die Meerenge der Dardanellen zu sehen

Im Rahmen des Salute 2011 war eine großartige Wargaming Platte zu diesem Thema zu sehen. Gebaut wurde das Ganze von Dave Bodley / Grand Manner. Die Platte war auch Thema einiger Wargames Illustrated Ausgaben, zuletzt sah man einige schöne Bilder in dem Sonderheft Great Wargames.