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Tuareg (Teil 2) – Miniaturen in 28mm

Hier nun der zweite Teil mit dem Thema „Tuareg-Figuren in 28mm“. Im ersten Bericht hatte ich bereits die Figuren von Black Hat auf Herz und Nieren geprüft, jetzt will ich die Minis von Castaway Arts und Old Glory unter die Lupe nehmen. Zunächst noch in Ergänzung die Liste der verfügbaren Figuren von Old Glory. Die Figuren-Liste von Castaway Arts gab es ja schon im ersten Bericht.

Old Glory Miniatures / Sons of the Desert

  • SOD-05 – Arabs Attacking with Swords (30 Figuren in 10 Posen)
  • SOD-06 – Arabs Attacking with Spears (30 Figuren in 10 Posen)
  • SOD-07 – Arabs Attacking with Rifles (30 Figuren in 10 Posen)
  • SOD-08 – Mounted Arab Command (10 Figuren in 5 Posen)
  • SOD-09 – Mounted Arabs with Swords (10 Figuren in 8 Posen)
  • SOD-10 – Mounted Arabs with Spears (10 Figuren in 5 Posen)
  • SOD-11 – Mounted Arabs with Rifles (10 Figuren in 5 Posen)
  • SOD-12 – Arabs on Camels (6 Figuren in 5 Posen)
  • SOD-16 – Arab Dead/Wounded (15 Figuren in 6 Posen)
  • SOD-18 – Arabs with Captured Machine Guns (12 Figuren in 3 Posen und 4 Maschinengewehre)

Figuren bemalt von Björn Reichel

OK, diese Figurenreihe ist sicher schon etwas in die Jahre gekommen und die Modellierung kann man mit Sicherheit als „gnubbelig“ bezeichnen. Die Figuren sind aber nicht schlecht. Es gibt vor allem eine große Auswahl an unterschiedlichen Posen und vor allem einige Sets, wie die „Toten und Verwundeten“ sowie die Araber mit dem Maschinengewehr, die in anderen Figurenreihen vollständig fehlen. Und natürlich muss auch mal der Preis erwähnt werden. Eine Fuß-Figur bei Black Hat kostet rund 2 Euro, bei Castaway Arts 1,77 Euro und bei Old Glory nur 1,36 Euro.

Desert Fort 13

Figuren bemalt von Björn Reichel

Die Tuareg-Figuren von Old Glory sind in punkto Ausrüstung und Kleidung recht generisch gehalten und werden deshalb auch als „Araber“ bezeichnet. Trotzdem tragen die meisten der Figuren den Gesichtsschleier und verwenden gerade Schwerter, also typische Erkennungsmerkmale der Tuareg. Weniger typisch sind die Krumdolche und Pistolen, diese können aber als Beutewaffen durchgehen.

Figuren bemalt von Björn Reichel

Ich würde der Figurenserie aufgrund der vielfältigen Posen und des Preises mit 4 von 10 Punkten bewerten. Die Modellierung ist halt nicht mehr zeitgemäß.

Figuren bemalt von Björn Reichel

Castaway Arts

Wir bereits geschrieben, besteht die Tuareg-Figurenserie von Castaway Arts aus 3 Kamelreitern, 3 Reitern zu Pferd, 7 Tuareg zu Fuß, einem knienden Kamel und einer Kamel-Karawane mit zwei Tuareg-Begleitern. Klasse finde ich die Karawane, die auch ein wenig das Alltagsleben der Tuareg darstellt. Leider fehlen, wie bei so vielen Figurenserien, die „zivilen“ Figuren, wie Frauen, Kinder, Schmiede oder Hirten. Die Auswahl an Posen von Castaway Arts ist nicht sehr groß, man erhält aber recht ordentliche Figuren, die gut zu den Black Hat Minis passen.

Figuren bemalt von Björn aka Grimnir

Bei den Kamelen der Kamelreiter fehlt leider, bis auf den Halsriemen, das Zaumzeug. Das Ganze Kamel wirkt dadurch etwas „nackt“. Die Satteldecken wehen außerdem zu dynamisch nach hinten und passen so nicht zum gemächlichen Gang der Tiere. Gut sind jedoch der Kreuzsattel und die Anatomie die Kamele wiedergegeben. Kleidung und Waffen sind historisch korrekt dargestellt.

Desert Fort 04

Figuren bemalt von Björn aka Grimnir

Die Castaway Arts Figuren sind nicht ganz so schön modelliert, wie die von Black Hat und auch aufgrund der mäßigen Posen-Vielfalt erhält diese Range von mir nur eine Bewertung von 5 von 10 Punkten.

Buchtipps

An dieser Stelle möchte ich Euch noch kurz 3 Bücher zum Thema Tuareg an Herz legen.:

Die Tuareg – Kulturelle Einheit und regionale Vielfalt eines Hirtenvolkes / von Gerhard Göttler

Der Klassiker der deutschen Literatur, wenn es um Tuareg-Sachbücher geht. Hier werden Lebensraum, Gesellschaft, Kultur, Kleidung, Waffen, Wohnen und Geschichte ausführlich beschrieben. Viele gute Fotos und Abbildungen schildern zusätzlich das Leben dieses Volkes.

Tuareg / von Alberto Vazquez-Figueroa

Vermutlich der bekannteste Tuareg-Roman und mittlerweile ein echter Klassiker. Es geht um den Tuareg Gacel Sayah, der sich gezwungen sieht, auf einen Rachefeldzug zu gehen, um einen in seinem Zelt verübten Bruch des Gastrechtes zu sühnen. Dieses hochgradig spanende Buch kann man kaum aus der Hand legen. Man erhält einen wunderbaren Einblick in das Leben und Denken des Tuareg Gacel, welcher sich als Ein-Mann-Armee durch den Konflikt zwischen den im Norden lebenden Arabern und den französischen Kolonialherren kämpft.

Ikufar: Sohn der Wüste / von David Ball

Das Buch Ikufar (was so viel Fremdling bedeutet) kann man nur als Abenteuerroman bezeichnen. Ein echter Schmöker von 894 Seiten, mit dem man sich hervorragend durch die kalte Jahreszeit lesen kann. Das Ganze ist kein „reinrassiger“ Tuareg-Roman, den die erste Hälfte des Buches spielt in Paris in der Mitte des 19. Jahrhunderts und erst im zweiten Abschnitt verlagert sich die Handlung in die Nordafrikanische Wüste und den Tuareg. Ikufar ist die Geschichte von Moussas, dem Sohn der Tuareg.-Prinzessin Serena, die ihren Mann, den französischem Grafen Henri de Vries bei dessen Ballonexpedition in die Sahara kennlernt sowie dem Jugendfreund von Moussas, mit Namen Paul. Als Kinder erleben die Beiden Paris vor und während des Deutsch-Französischen Krieges von 1871/71, fliehen mit einem Ballon aus der von den Preußen belagerten Stadt und finden schließlich den Weg nach Nordafrika. Moussa wird hier ein Tuareg-Krieger während Paul als Leutnant in der französischen Kolonialarmee seinen Dienst tut. Durch die Vernichtung der berühmten Flatters-Expedition, die zur Erkundung einer Trasse für eine Transsahara-Bahn ins Land der Tuareg vorgestoßen war, werden aus den alten Freunden erbitterte Feinde. Man merkt, dass der Autor David Ball viermal die Sahara durchquert hat. Er schildert anschaulich das Leben und die Kultur der Tuareg. Die Geschichte ist außerdem spannend und der historische Hintergrund ist gut mit der Handlung verwoben.