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Test of Honour

Wie bereits angekündigt, will ich ein paar Skirmish-Regelwerke testen, die das Thema Samurai bzw. feudales Japan zum Thema haben. Den Anfang macht „Test of Honour“, welches nicht nur Regeln, sondern auch Spielzubehör und Miniaturen aus einer Hand anbietet.

Hersteller

Das Skirmish-Regelwerk “Test of Honour – The Samurai Miniature Game” ist in seiner 1. Edition im Jahr 20017 noch bei Warlord Games erschienen. Die große Spielbox enthielt neben den Regeln und dem Zubehör auch eine ganze Reihe von Plastikfiguren. Der Regelschreiber Graham Davey hatte aber anscheinend und wohl nicht zu Unrecht den Eindruck, dass Warlord Games das Spiel nicht lange supporten würde. Zudem gab es einige schlechte Kritiken bzgl. der Plastik-Figuren. Und so entstand im Jahr 2019 mit Grey For Now Games Ltd. eine weitere TableTop Firma im „Leadbelt“ von Nottingham. Das Ganze ist derzeit noch eine One-Man-Show, aber da bereits weitere Regelwerke in Planung sind (z. B. 02 Hundred Hours – Night Raids in WW2), wird das kleine Unternehmen wohl bald expandieren.

Link zum Hersteller: https://testofhonour.com/

Nach der Gründung von Grey For Now Games wurde das Regelwerk Test of Honour überarbeitet und mit der 2. Edition erschienen auch eine Reihe von neuen Zinn-Figuren. Die Grundbox der 2. Edition enthält das Regelwerk und Szenariobuch, Charakter- und Einheiten-Karten, Karten für Fähigkeiten und Verwundungen sowie Würfel und Marker. Zudem ist auch eine Zinn-Figur enthalten. Wer die alte 1. Edition besitzt, kann das neue Regelwerk und die überarbeiteten Karten übrigens auch separat erwerben. Zudem sind auch die Einheiten-Karten für die unterschiedlichen Fraktionen einzeln erhältlich, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, Figuren anderer Hersteller zu verwenden. Im letzten Jahr ist zudem ein Heft mit Erweiterungsregeln unter dem Namen „Test of Honour: Sengoku – Expanded Rules“ erschienen. Diese Erweiterung behandelt die unterschiedlichen Clans der Sengoku – Periode und bietet neben weiteren Regeln vor allem Hintergrundinformationen und neue Szenarien.

Figuren

Neben der Grundbox benötigt man für ein Spiel noch Figuren für zwei kleinen Kampfverbände, die separat erworben werden können. Im der Grundbox enthalten sind Charakter- und Einheiten-Karten für Samurai und Ashigaru (je 2 Kartensätze, sodass jede Seite diese verwenden kann).

Es gibt darüber hinaus die sogenannte CLAN FORCES, die sich in die Mounted Samurai, Daimyo’s Retinue, Onna Bugeisha, Ronin, und Ninjas unterteilen sowie die ENEMY FORCES zu denen die Sohei Monks, Chobei’s Renegades, Bandits & Brigands, Masked Men und Paupers gehören. Die Karten für diese Truppen erhält man entweder mit dem Kauf der Figuren oder kann diese als separate Sets (es gibt je ein Set mit allen CLAN FORCES und eines mit allen Karten des ENEMY FORCES) erwerben. Die Test of Honour – Figuren sind nur minimal größer als die handelsüblichen 28 mm Figuren (wie z. B. Perry) und lassen sich gut mit diesen kombinieren.

Links Test of Honour, rechts Perry Miniatures

Zum Glück gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Figuren unterschiedlicher Hersteller, wie Perry Miniatures, Old Glory, The Assault Group, Steel Fist Miniatures, Kingsford, North Star, Black Hat oder Dixon. Jedem Spieler ist es also selbst überlassen, ob er die Figuren von Grey For Now Games oder einem alternativen Hersteller verwendet.

Spielregeln

Eine Kampf-Truppe besteht aus einem Helden, bis zu zwei weiteren Charakteren und den Gefolgsleuten. Das sind dann insgesamt 10 bis 20 Figuren. Jeweils 3 gleich ausgerüstete Gefolgsleute können in einer Art Mini-Einheit mit Hilfe einer Multibase zusammengefasst werden. Das Spielfeld sollte eine Größe von 90 x 90 cm aufweisen, man braucht außerdem etwas Platz am Rand für seine Karten und Marker, weshalb die gängigen 120 x 120 cm Platten oder Matten verwendet werden können.

Die Figuren bzw. die Mini-Einheiten werden im Spiel abwechselnd aktiviert, wobei die Charaktere sogar pro Runde 2- bis 3-mal agieren können. Für die Aktivierung zieht man verdeckt Marker. Interessant dabei ist die Mechanik, dass das Spiel beendet sein kann, bevor alle Figuren aktiviert werden konnten. Zudem kann ein Spieler nicht nutzbare Marker des Gegenspielers verwenden.

Eine aktivierte Figur kann sich entweder bewegen, kämpfen, schießen, springen, schleichen, aufstehen, klettern (usw.) oder aber als Redaktion auf einen Angriff ausweichen. Die Ausweich-Aktion muss zwingend bei einem Angriff gewählt werden und raubt so dieser Figur ihre potenzielle, offensive Aktion. Kämpfe sind recht kleinteilig und bestehen aus Zuschlagen, Abwehren, Zurückweichen, zu Boden gehen und verwundet werden. Die Charaktere können durch „Skill“ Karten Vorteile erringen und es gibt Belohnung und Strafen für ehrenhaften bzw. unehrenhaftes Verhalten. Natürlich gibt es auch Regeln für Gelände und Gebäude sowie jede Menge Szenario-bezogene Sonderregeln wie Dunkelheit, tragen und suchen von Gegenständen, eskortieren von NSC’s, Verstärkungen und Patrollieren.

Einige Szenarios bilden eine kleine nette Kampagne (Linked Battles, andere Szenarios lassen sich solo spielen (Standard Battles / Further Battles). Es besteht außerdem die Möglichkeit seinen Helden von Szenario zu Szenario weiterzuentwickeln, größere Schlachten und Spiele mit mehreren Mitspeilern zu bestreiten. Eine ganze Menge Stoff, den der Regelschreiben da auf die 72 Seiten des kleinen Regelheftes gepresst hat.

Meine erstes kleines Solo-Testspiel ging flott von der Hand und hat viel Spaß gemacht. Nächste Woche wird wohl das erste „richtige“ Match bestritten. Ich bin gespannt.