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Möckern – 5. April 1813

Mit den nachfolgenden Berichten will ich auf die Kampfhandlungen des Frühjahrsfeldzuges von 1813, dem Beginn der sogenannten Befreiungskriege eingehen. Das Gefecht bei Möckern in der Nähe von Magdeburg, nicht zu verwechseln mit den Kampfhandlungen im Dorf Möckern nördlich von Leipzig als Teil der Völkerschlacht im Oktober 1813, fand zwischen den Truppen des Kaiserreiches Frankreich und der preußisch-russischen Koalition am 5. April 1813 statt. Es handelte sich eigentlich nicht um eine zusammenhängende Schlacht, sondern um drei Einzelgefechte, die in und rund um die Dörfer Dannigkow, Vehlitz und Zeddenick östlich von Magdeburg geführt wurden. Hierbei errangen die alliierten Truppen unter dem Oberbefehl von General Wittgenstein einen ersten Sieg über zahlenmäßig überlegene französische Verbände, die von Eugène de Beauharnais geführt wurden. Dieser Sieg hatte keine großen strategischen Vorteile zur Folge, stärkte aber die Moral der neuen preußisch-russischen Allianz.

Vorgeschichte

Nach dem Russland-Feldzug im Jahr 1812 lag die ehemals Große Armee der Franzosen in Trümmern. Doch Napoleon, der eilig nach Frankreich zurückgekehrt war, gelang es in erstaunlich kurzer Zeit eine neue, schlagkräftige Streitmacht aufzustellen. Unterdessen leitete Eugène de Beauharnais, der Stiefsohn Napoleons und Vizekönig von Italien als Oberbefehlshaber der verbliebenen Truppen die Rückzugsgefechte, welche die Franzosen den Russen und später den Preußen zunächst an der Weichsel, dann an der Oder und schließlich an der Elbe lieferten. Zu Beginn der ersten größeren Kampfhandlungen des Frühjahrsfeldzugs von 1813 hatte Eugène mit seiner Armee eine zentrale Stellung in und rund um Magdeburg bezogen. Hier, in der Mitte der Elbelinie, die außerdem aus den Festungsstädten Hamburg, Wittenberg, Torgau und Dresden bestand, hoffte er auf Bewegungen des Gegners im Norden, Süden und im Zentrum schnell reagieren zu können.

Blick über das Schlachtfeld von Möckern aus.

Doch auf wiederholten Befehl von Napoleon sollte Eugène mit seinen Truppen die defensive Stellung verlassen und die Elbe nach Osten überschreiten und so die alliierten Streitkräfte zwingen, auf seinen Vorstoß zu reagieren. Die Franzosen hofften außerdem, dass sie so die drei noch schwachen und getrennt marschierenden Armeen der Allierten einzelnen stellen und besiegen könnten. Die Offensive sollte Napoleon zudem Zeit verschaffen, seine neu aufgestellten Truppen heranzuführen.

Als Eugène schließlich am 1. April 1813 die Elbe in großer Stärke überschritt, trafen die Franzosen zunächst nur auf die preußische Brigade Borstell, die hier in den Dörfern östlich von Magdeburg die Flanke der nördlichen Armee der Alliierten unter dem Befehl des Grafen Wittgenstein deckte. Nachdem immer weitere französische Einheiten die Elbe überschritten und die Brigade Borstell schon 25 Kilometer bis Möckern zurückgedrängt worden war, glaubte Wittgenstein in diesem Vorstoß eine Offensive gegen Berlin zu erkennen. Er gab daraufhin den Befehl, dass seine ihm unterstellten Korps sich in Richtung Magdeburg in Marsch setzen sollten. Am Morgen des 4. April 1813 zogen sich Borstells Truppen bis nach Gloine zurück, während das preußische Korps Bülow Ziesar erreichte, das russische Korps Berg in Lietzo eintraf und das Korps Yorck in Zerbst stand. Wittgenstein plante zunächst noch, einen Tag mit dem Angriff abzuwarten, um seine Truppen zu sammeln. Am 6. April wollte er dann mit den Korps Bülow und der Brigade Borstell die Front des Gegners durch einen Scheinangriff binden, während die Korps Yorck und Berg über Gommern in dessen Flanke stoßen sollten. Doch als am Morgen des 5. April die Nachricht eintraf, dass ein Rückzug der französischen Streitkräfte auf Magdeburg geplant sei, befahl Wittgenstein unverzüglich den allgemeinen Angriff.

Schlachtfeld

Östlich der Festungsstadt Magdeburg, auf dem anderen Ufer der Elbe, vor allem in südlicher Richtung, traf man zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunächst auf große Sumpfniederungen. Dahinter erstrecken sich dann weite Landwirtschaftsflächen, die nur von kleinen Baumgruppen und Wäldchen unterbrochen wurden. Von der alten Elbbrücke bei Magdeburg führte in relativ gerade Linie eine Straße nach Osten über die Dörfer Alt- sowie Neu-Königsborn und Nedlitz in Richtung Möckern. Das Gelände steigt von der Elbe in Richtung Möckern leicht an, so dass der Dom von Magdeburg damals wie heute nahezu von jedem Punkt bis nach Möckern hin eine sichtbare Orientierung bietet.

Möckern 1813 05

Über dem Horizont bei Büden ist der Dom von Magdeburg gut sichtbar.

Nördlich dieser Straße lagen die Dörfer Woltersdorf, Büden, Ziepel und Zeddenick. Südlich der Straße die Dörfer Wahlitz, Karith, Vehlitz und Wallwitz. Bei Magdeburg beginnend, in südöstliche Richtung laufend, lag der Klus-Damm, der einzig gangbare Weg, über welchen man Pechau, Gommern und Dannigkow erreichen konnte. Das ausfälligste Geländemerkmal dieser Gegend ist das Flüsschen Ehle. Der Wasserlauf mit seinen breiten, sumpfigen Uferflächen schlängelt sich von Möckern über Wallwitz, Vehlitz, Dannigkow und Gommern in Richtung Elbe und stellte so ein großes Hindernis für Truppenbewegungen im südlichen Teil des Schlachtfeldes dar. Das Gebiet, in dem damals die Truppen standen und kämpften, hatte eine beträchtliche Ausdehnung. Von Magdeburg nach Möckern waren es rund 25 Kilometer, von Möckern nach Gommern noch immerhin 15 Kilometer. Es ist also nicht verwunderlich, dass die drei erwähnten Gefechte nahezu unabhängig voneinander stattfanden.

Möckern 1813 21

Das Flüsschen Ehle bei Vehlitz.

Auf dem Schlachtfeld konnte man sich recht gut an den Kirchen der Dörfer und Orte orientieren. Wie erwähnt, ist der Dom von Magdeburg weithin sichtbar. Dies gilt auch für das Schloss Leitzkau, dem Sitz des berühmten Adelsgeschlechtes Münchhausen, welches sich südlich von Möckern und östlich Gommern erhebt.

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Das Schloss Leitzkau von einer Position nördlich von Vehlitz gesehen.

Die Kirchen der Dörfer besaßen meist die typischen einfachen rechteckigen Bruch­stein-Glockentürme romanischer Bauart oder die im 18. Jahrhundert „moderne“ Form mit einer achteckigen geschweiften Haube mit offener Laterne.

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Der romanische, unverputzte Bruchsteinbau der St.-Nikolaus-Kirche in Nedlitz stellt eine typische Form der Kirchen in dieser Region dar.

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Die St. Markus – Kirche in Ziepel ist ein schönes Beispiel für einen Kirchenturm aus dem 18. Jahrhundert mit Haube.

Bei den Häusern der Dörfer handelte es sich zum großen Teil um die für diese Gegend typischen Vierseithöfe mit ihren großen, torartigen Hofeinfahrten. Diese landwirtschaftlichen Wirtschaftshöfe bestanden in der Regel aus einem offenen Platz, der von allen vier Seiten von Gebäuden, vom Wohnhaus, der Scheune, dem Getreidespeicher und dem Stall umschlossen war. Das Wohnhaus begrenzte den Innenhof zur Straße hin und konnte aus Fachwerk (oft nur das Obergeschoss), Ziegeln oder Bruchstein gebaut sein. In Sachsen-Anhalt waren diese Gebäude fast immer eingeschossig.

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Eingang zum Vierseithof in Rothensee bei Magdeburg.

Franzosen

Die Stärke der Französischen Armee bei Magdeburg im April 1813 lag bei rund 50.000 Mann. Die nachfolgende Liste der Einheiten stützt sich im Wesentlichen auf eine bekannte Aufstellung vom 15. April 1813. Es waren bei weitem nicht alle Einheiten in die Gefechte am 5. April 1813 verwickelt und einige hatten nicht einmal die Elbe überschritten, so verblieben 8.000 Mann als Garnison in Magdeburg. Die sogenannte Französischen Armee der Elbe bestand hauptsächlich aus den Resten der aus Russland zurückgekehrten Garde, des VI, VIII und IX Korps. Die aus Italien eingetroffene Division Grenier hatte man geteilt und zur Bildung des neuen XI Korps verwendet. Bei der Kavallerie handelte es sich ebenfalls um die Reste der Regimenter, die nach Russland geschickt worden waren. Die Stärke aller Kavallerie-Einheiten lag deutlich unter ihrem Soll und verzeichneten im Durchschnitt nur 120 Mann pro Regiment. Aus diesem Grund sind diese Regimenter nur mit einer Schwadron oder weniger beziffert.

Möckern 1813 95

Armee der Elbe

Oberbefehlshaber: Prince Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien

V Korps – GdD Count Lauriston

16. Division – GdD Baron Maison (ca. 5.000 Mann)

1. Brigade – GdB Avril

  • 151. Linienregiment (4 Bataillone)

2. Brigade – GdB Fezensac

  • 152. Linienregiment (3 Bataillone)

3. Brigade – GdB Penne

  • 153. Linienregiment (4 Bataillone)

Divisions-Artillerie

  • 2 Fuß-Batterien

18. Division – GdD Count Lagrange (ca. 9.500 Mann)

1. Brigade – GdB Charrière

  • 134. Linienregiment (2 Bataillone)
  • 154. Linienregiment (4 Bataillone)

2. Brigade – GdB Suden

  • 155. Linienregiment (4 Bataillone)
  • 3. Fremden-Regiment (Irische Legion) (2 Bataillone)

Divisions-Artillerie

  • 2 Fuß-Batterien
  • 19. Division – GdD Rochambeau (ca. 8.000 Mann)

1. Brigade – GdB Longchamp

  • 135. Linienregiment (4 Bataillone)

2. Brigade – GdB Lacroix

  • 149. Linienregiment (4 Bataillone)

3. Brigade – GdB Lafitte

  • 150. Linienregiment (4 Bataillone)

Divisions-Artillerie

  • 2 Fuß-Batterien

Korps Artillerie- Col. Lavasseur

  • 3 Fuß-Batterien
  • 2 Reitende-Batterien

XI Korps – GdD Count Grenier (ca. 24.000 Mann)

31. Division – GdD Baron Gérard

Brigadiers – GdB Labassèe, Schobert, Bardet & Fressinet

  • 10. Provisorische Demi-Brigade (4 Bataillone – 27., 63., 76., 96. Linien-Regiment)
  • 11. Provisorische Demi-Brigade (4 Bataillone – 27. Leichtes-, 50. Linien-Regiment)
  • 12. Provisorische Demi-Brigade (3. Bataillone – 123., 124, 134. Linien-Regiment)
  • 13. Provisorische Demi-Brigade (6. Bataillone – 3., 5., 11., 79., 105., 127. Linien- Regiment)
  • Neapolitanische Veliten (2 Bataillone)
  • Neapolitanische Marines (1 Kompanie)

Divisions-Artillerie

  • 1 Fuß-Batterien
  • Neapolitanische Reitende-Batterie

35. Division – GdD Count Grenier

1. Brigade – GdB Sénécal

  • 6. Linienregiment (2 Bataillone + Artillerie Kompanie)
  • 112. Linienregiment (4 Bataillone + Artillerie Kompanie)

2. Brigade (Italian) – GdB Zucchi

  • 2. Leichtes Infanterie Regiment (2 Bataillone + Artillerie Kompanie)
  • 5. Linienregiment (4 Bataillone + Artillerie Kompanie)

Kavallerie

  • 4. Italienische Chasseurs à Cheval (1. Schwadron)
  • Würzburger Jäger zu Pferd (1. Schwadron)

Divisions-Artillerie – GdB Pron

  • 2 Fuß-Batterien
  • Italienische Reitende Batterie

36. Division – GdD Count Charpentier

1. Brigade – GdB Simmer

  • 14. Leichtes-Regiment (2 Bataillone + Artillerie Kompanie)
  • 22. Linien-Regiment (4 Bataillone + Artillerie Kompanie)

2. Brigade – GdB Meunier

  • 14. Provisorische Demi-Brigade (3 Bataillone, 67., 10., 20. Linien-Regiment)
  • 15. Provisorische Demi-Brigade (3 Bataillone, 3. Leichtes-, 102. Linien-Regiment + Artillerie Kompanie)

Divisions-Artillerie

  • 2 Fuß-Batterien

I Kavallerie Korps – GdD Baron Latour-Maubourg

1. Leichte Kavallerie Division – GdD Baron Bruyères (ca. 800 bis 1.200 Reiter)

1. Brigade – GdB Baron Bessières

  • 7. Husaren (1 Schwadron)
  • 9. Chevau-Légers Lanciers (1 Schwadron)
  • 8. Husaren (1 Schwadron)
  • 16. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)

2. Brigade – GdB Cambracéres

  • 1. Chevau-Légers Lanciers (1 Schwadron)
  • 3. Chevau-Légers Lanciers (1 Schwadron)
  • 5. Chevau-Légers Lanciers (1 Schwadron)
  • 8. (2. Weichsel Legion) Chevau-Légers Lanciers (1 Schwadron)
  • 3. Leichte Kavallerie Division – GdD Baron Chastel

1. Brigade – GdB van Merlen

  • 6. Husaren (1 Schwadron)
  • 1. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)
  • 8. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)
  • 25. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)

2. Brigade – GdB Vallin

  • 1. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)
  • 2. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)
  • 3. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)
  • 9. Chasseurs à Cheval (1 Schwadron)
  • 2. Italienische Chasseurs à Cheval (1/2 Schwadron)
  • 3. Italienische Chasseurs à Cheval (1/2 Schwadron)

1. Kürassier Division – GdD Baron Bordesoulle

1. Brigade – GdB Berkheim

  • 2. Kürassier Regiment (1 Schwadron)
  • 3. Kürassier Regiment (1 Schwadron)
  • 6. Kürassier Regiment (1 Schwadron)

2. Brigade – GdB Quinette

  • 9. Kürassier Regiment (1 Schwadron)
  • 11. Kürassier Regiment (1 Schwadron)
  • 12. Kürassier Regiment (1 Schwadron)

3. Kürassier Division – GdD Baron Doumerc

1. Brigade – GdB Daudenaerde

  • 4. Kürassier Regiment (1 Schwadron)
  • 7. Kürassier Regiment (1 Schwadron)
  • 14. (Holländisches) Kürassier Regiment (1 Schwadron)

2. Brigade – GdB Reiset

7. Dragoner Regiment (1 Schwadron)

  • 23. Dragoner Regiment (1 Schwadron)
  • 28. Dragoner Regiment (1 Schwadron)
  • 30. Dragoner Regiment (1 Schwadron)
  • Provisorisches Dragoner Regiment (1 Schwadron)

Divisions-Artillerie

  • 2 Reitende Batterien

Imperiale Garde – GdD Baron Rogeut (ca. 3.200 Mann)

1. Brigade – GdB Rottembourg

  • 1. Grenadiers à Pied, Alte Garde (1 Bataillon)
  • 1. Chasseurs à Pied, Alte Garde (1 Bataillon)
  • 2. Voltiguers, Junge Garde (2 Bataillon)

2. Brigade

  • Veliten von Turin (1 Bataillon)
  • Veliten von Florence (1 Bataillon)
  • Italienische königliche Garde Chasseurs à Pied (1 Bataillon)
  • Hessische Leib-Garde Füsiliere (1/2 Bataillon)

Kavallerie Brigade

  • Turiner Gardes d’Honneur (1/2 Schwadron)
  • Toskaner Gardes d’Honneur (1/2 Schwadron)
  • Italienische Gardes d’Honneur (1/2 Schwadron)
  • Italienische Guard Dragoner (1/4 Schwadron)
  • Italienische Regina Dragoner (1/4 Schwadron)

Garde Artillerie

  • 2 Fuß-Batterien

Preußen und Russen

Die Truppen der Preußen und Russen bei den Gefechten von Möckern bestanden aus der Nördlichen Armee der Alliierten unter dem Kommando des russischen Generals Wittgenstein. Die Armee, die sich aus vier Verbänden, den preußischen Korps York und Bülow, der Brigade Borstell und dem russischem Korps Berg zusammensetzte, war Ende März aus Berlin aufgebrochen, um sich der Armee von Eugène an der Elbe entgegenzustellen. Nachdem diverse Truppenteile detachiert wurden, um die Festung Spandau zu belagern, zum Brückenbau in Roßlau eingesetzt und vor Wittenberg positioniert wurden, verblieben für das Korps York 5.900 Mann, für das Korps Bülow einschließlich Borstells Truppen, die Bülow unterstellt waren, 6.150 Mann und für das Korps Berg, inkl. der Kosaken, rund 8.000 Mann. Damit verblieben dem General Wittgenstein nur rund 20.050 Mann, die er gegen die mehr als doppelt so starken Franzosen einsetzen konnte. Nach einer Liste vom 10. März 1813 waren in Berlin folgenden Truppen eingezogen (rot und kursiv sind die Einheiten dargestellt, die nicht in Richtung Möckern marschiert sind):

Möckern 1813 94

Nördliche Alliierte Armee

Oberbefehlshaber: General der Kavallerie Wittgenstein

Korps – Generalleutnant von York

  • Chef des Generalstabes – Oberst von Rauch
  • Ober-Quartiermeister – Oberstlt. von Valentini
  • Adjutanten – Captain von Schaf, Rittmeister Graf Brandenburg, Lt. von Röder
  • Kommandeur der Infanterie – General-Lt. von Kleist (Wittenberg)
  • Chef des Generalstabes – Major von Thiele der 2te (Wittenberg)

1. Brigade – General-Major von Hünerbein

1. Ostpreußisches Infanterie-Regiment – Major von Lobenthal

  • 1. Bataillon – Major von Korniatowsky
  • 2. Bataillon – Major von Pirch
  • Füssilier-Bataillon – Major von Crammond
  • 2 Kompanien der Ostpreußischen Jäger – Major von Klüg (Brückenbau Roßlau)

Colbergische Infanterie-Regiment – Oberstlt. von Steinmetz (Wittenberg)

  • 1. Bataillon – Major von Quednow (Wittenberg)
  • 2. Bataillon – Major von Reineck (Wittenberg)
  • Füsilier-Bataillon – Major von Rekow (Wittenberg)

2. Ostpreußisches Infanterie-Regiment

  • Füsilier-Bataillon – Major von Funk (Brückenbau Roßlau)

2. Brigade – Oberst von Horn

Leib-Infanterie-Regiment – Oberstlt. von Zielinsky (Brückenbau Roßlau)

  • 1. Bataillon – Major von Zepelin (Brückenbau Roßlau)
  • 2. Bataillon – Major von Beyer (Brückenbau Roßlau)
  • Füsilier-Bataillon – Major von Gutzmarow (Brückenbau Roßlau)

5. Kombiniertes Infanterie-Regiment – Major von Schmalensee

  • 1. Bataillon, 1. Westpreußisches Regiment – Major von St. Imbrecht
  • 2. Bataillon, 2. Westpreußisches Regiment – Major von Löbell
  • Füsilier-Bataillon, 2. Westpreußisches Regiment – Major von Rudolphi

6. Kombiniertes Infanterie-Regiment – Major von Leffel

  • 2. Bataillon, 1. Schlesisches Regiment – Major von Happe
  • 2. Bataillon, 2. Schlesisches Regiment – Major von Reichenbach
  • Füsilier-Bataillon, 2. Schlesisches Regiment – Major von Sell

Kavallerie-Brigade – General-Major Gorswandt

2. Kombiniertes Dragoner-Regiment

  • 2 Schwadronen, 1. Westpreußische – Major von Unruh
  • 2 Schwadronen, Brandenburgische Dragoner

2. Leibhusaren – Major von Gall

  • 2 Schwadronen

3. Kombiniertes Husaren Regiment – Major von Thümen (Wittenberg)

  • 2 Schwadronen, 1. Schlesisches Husaren-Regiment (Wittenberg)
  • 2 Schwadronen, 2. Schlesisches Husaren-Regiment (Wittenberg)

Artillerie – Oberstlt. von Schmidt

  • 1/2 12-Pfünder Batterie
  • Fuß-Batterie Nr. 1 – Kapitain von Huet
  • Fuß-Batterie Nr. 2 – Leutnant von Lange
  • Fuß-Batterie Nr. 3 – Leutnant von Ziegler
  • Fuß-Batterie Nr. 6 – Kapitain von Hertig (Wittenberg)
  • Reitende Batterie Nr. 1 – Kapitain Zinkern (Wittenberg)
  • Reitende Batterie Nr. 2 – Leutnant Hensel (½ Brückenbau Roßlau)
  • Reitende Batterie Nr. 3 – Leutnant Fitscher
  • 3 Pionier-Kompanien (Brückenbau Roßlau)
  • 5. Park-Kolonne
  • Handwerkskolonne (Brückenbau Roßlau)

Ost- und Westpreußisches Reserve-Korps – Generalleutnant von Bülow

  • Oberquartiermeister – Major von Perband
  • Adjutanten – Kapitain von Weirauch, Reitmeister von Auer

1. Brigade – Generalmajor Prinz Ludwig von Hessen-Homburg

2. Ostpreußisches Grenadier-Bataillon – Major von Benkendorf

1. Ostpreußisches Infanterie-Regiment

  • 1. Bataillon – Major von Schutter

2. Ostpreußisches Infanterie-Regiment – Major von Sjöbolm der 1te

  • 1. Bataillon – Major von Krauthof
  • 2. Bataillon – Major Prinz von Hohenzollern

3. Ostpreußisches Infanterie-Regiment – Major von Sjöbolm der 2te

  • 1. Bataillon – Major von Bülow (später von Benkendorf)
  • 2. Bataillon – Major von Müllenheim
  • Freiwillige Jäger-Kompanie – Premier-Leutnant von Kaweczinski
  • 3. Bataillon – Major von Uttenhofen
  • Füsilier Bataillon – Major von Gliessenberg

2 Kompanien des Ostpreußischen Jäger-Bataillons – Major von Heidenreich und Kaptain Böttcher (Belagerung Spandau)

2. Brigade – General-Major von Thümen (Belagerung Spandau)

4. Ostpreußisches Infanterie-Regiment – Major von Clausewitz

  • 1. Bataillon – Major von Mirbach
  • 2. Bataillon – Major von Hegener
  • Freiwillige Jäger-Kompanie – Premier-Leutnant von Lindheim
  • 3. Bataillon – Major von Gagern

Fuß-Batterie – Kapitain von Ludwig

Kavallerie Brigade – Generalmajor von Oppen

1. und 2. Leibhusaren (4 Schwadronen) – Major von Kall und Major von Sandrart

2. Westpreußische / Litauische Dragoner (4 Schwadronen) – Major von Platen

Artillerie – Major von Holzendorf

  • 1/2 12-Pfünder Batterie Nr. 1 – Leutnant von Witte
  • Reitende-Batterie Nr. 6 / – Brandenburgische Artillerie-Brigade – Kapitain von Steinwehr
  • Fuß-Batterie Nr. 5 / Brandenburgische Artillerie-Brigade – Kapitain von Glasenapp
  • Fuß-Batterie Nr. 16 – Kaptain von Bredow (später Kapitain Spreuth)
  • 1/2 Parkkolonne Nr. 4
  • Feld-Pionier-Kompanie Nr. 4 – Kapitain von Zararowski
  • Munitions-Kolonne

Möckern 1813 92

Pommersche Division – Generalmajor von Borstell

  • Generalstab: Major von Rüchel-Kleist, Leutnant von Kamencke
  • Adjutanten: Rittmeister von Brauchitsch, Leutnant von Grabowski, Leutnant Stiemer

Pommersches Grenadier-Bataillon – Major von ReineckFreiwillige Jäger-Kompanie

1. Pommersches Infanterie-Regiment – Major von Schon

  • 1. Bataillon – Major von Greilsheim
  • Freiwillige Jäger-Kompanie
  • 2. Bataillon – Major von Linsingen
  • 3. Bataillon – Major von Knobloch (Stettin)
  • Füsilier Bataillon – (an General Dörnberg abgegeben)

4. Ostpreußisches Infanterie-Regiment

  • Füsilier Bataillon – Major von Kemphen

Dragoner-Regiment Königin (4 Schwadronen) – Major Brockhusen

  • 1. Westpreußische Dragoner (4 Schwadronen)

Artillerie – Major Rohde

  • Fuß-Batterie Nr. 10 / Brandenburgische Artillerie-Brigade – Leutnant von Magenhöfer
  • 1/2 Reitende-Batterie Nr. 5 / Brandenburgische Artillerie-Brigade – Leutnant Schüler
  • 1/2 Park-Kolonne Nr. 4 – Leutnant Brunck
  • Feld-Pionier-Kompanie Nr. 5 – Leutnant Kloschinski

Russisches Korps – General-Lieutenant Berg

Kavallerie – General-Major Alexejew

  • Mietau Dragoner Regiment – Major Alexejew
  • Riga Dragoner Regiment – Major Balf
  • Reitende Batterie Nr. 3

5. Infanterie-Division – General-Major Rasatschkowski

  • Perm Infanterie-Regiment – Major Mesenzow
  • Sewsk Infanterie-Regiment – Major Lukow
  • Mogilew Infanterie-Regiment – Major Fürst Sibirsky
  • Kaluga Infanterie-Regiment – Major Kasatschkowski

General Major Mesenzow

Reserve-Grenadier-Bataillone der 1. Grenadier-Division – Oberst Brischinsky

  • Bataillon Grenadiere – Graf Araktschejew
  • Bataillon Grenadiere – Pawlow
  • Bataillon Grenadiere – Ekatarinoslaw
  • Bataillon Grenadiere – Taurien
  • Bataillon Grenadiere – St. Petersburg – Oberstlt. Maschensky

Zusammengesetztes Grenadier-Bataillon – Oberst Glasko

  • Bataillon (5. Infanterie-Division)
  • Bataillon (5. Infanterie-Division)
  • Bataillon (14. Infanterie-Division) – Major Bremen
  • Bataillon (14. Infanterie-Division) – Major Rajenko

Artillerie

  • Schwere Batterie Nr. 5 – Oberst Murusin
  • Schwere Batterie Nr. 21 – Oberst Dietrich
  • Leichte Batterie Nr. 27 – Oberst Baikow
  • Leichte Batterie Nr. 28 – Oberst Bendersky
  • Leichte Batterie Nr. 35 – Oberst Rawozilzof

Die Angaben zum russischen Korps Berg stammen vom 11. März 1813 (Plotho). Welche russischen Truppen tatsächlich in Richtung Möckern in Marsch gesetzt wurden, konnte ich bisher nicht ermitteln. Im Gefecht standen nur die Einheiten der Vorhut des Generals-Majors Roth, der mit seinen Truppen erst nach dem 11. März zum Korps Berg zurückgekehrt war. Bekannt sind mir nur die Einheiten, die auch in den Gefechten bei Möckern eingesetzt wurden:

Vorhut – General-Major Roth

  • 26. Jäger Regiment (1 Bataillion)
  • Olonetz Miliz Bataillon General-Major Aklischevit
  • Volodoga Miliz Bataillon – General-Major Aklischevit
  • Grodno Husaren (4 Schwadronen) – General Major Rüdinger
  • Kossaken-Regiment – Illowaiski IV
  • Kosaken-Regiment Bihalef
  • Kosaken-Regiment Ilowaiski V
  • Leichte Batterie

Gefechtsverlauf

Am Morgen des 5. April 1813 hatten die französischen Verbände, die 37.400 Mann der 6 Infanterie- und 4 Kavallerie-Divisionen, welche die Elbe überschritten hatten, sich auf die Dörfer zwischen Magdeburg und Möckern verteilt und folgende Aufstellung genommen:

  • Am rechten Flügel, also im Süden des Schlachtfeldes, stand bei Wahlitz die Division Lagrange vom V. Korps mit Vorposten in Orten Gommern und Dannigkow.
  •  Im Zentrum befanden sich die drei Divisionen des XI. Korps. Die Division Gèrad bei Karith, die Division Fressinet bei Nedlitz und die Division Charpentier bei Büden sowie die 1. leichte Kavallerie-Division bei Zeddenick.
  • Auf dem linken Flügel, im Norden des Schlachtfeldes, hatte sich die Division Maison des V. Korps bei Woltersdorf formiert.
  • Etwas weiter westlich befand sich die Division Rochambeau des V. Korps bei Neu-Königsberg sowie bei Pechau, die Garde-Division Roguet zur Deckung des sogenannten Klus-Damms, dem wichtigsten Zugang nach Magdeburg.
  • Noch vor dieser Stellung, zwischen Vehlitz und Dannigkow, war die 1. und 3. Kürassier-Division und die 3. leichte Kavallerie-Division bis an die Ehle vorgeschoben, einen kleinen Fluss, der für jeden Angreifer ein natürliches Hindernis darstellte.
  • In Vehlitz und Dannigkow standen jeweils zwei Kompanien als Vorposten.
  • Das Hauptquartier von Eugène befand sich in Neu-Königsborn.

Unterdessen marschierten die alliierten Truppen in vier Kolonnen sternförmig auf das Schlachtfeld:

  • York marschierte mit seinem Korps im Süden von Zerbst über Leitzkau auf das Dorf Dannigkow zu. Die Vorhut dieser Truppen wurde hauptsächlich von der Kavallerie unter dem Kommando von Generalmajor von Oppen gestellt.
  • Die russischen Truppen unter dem Kommando von General Berg hatten sich bei Lietze gesammelt und rückten nun aus Süd-Osten kommend in Richtung Ladeburg vor. Angeführt wurde diese Kolonne von der Vorhut unter General-Major Roth.
  • Die Vorhut des Korps Bülow marschierte von Nord-Osten kommend über Hohen-Ziatz auf Möckern zu, gefolgt von den Hauptkräften unter dem Kommando des Prinzen von Hessen-Homburg.
  • General Bostel nahm mit seinen Truppen von Osten kommend den Weg von Gloina, über Zeppernick und marschierte schließlich in Richtung Vehlitz.

Die Aussichtsplattform des Bergfrieds des Schlosses von Möckern bietet einen perfekten Blick über das gesamte Schlachtfeld.

Dannigkow

Auf dem linken Flügel der Alliierten ging am Vormittag um 11 Uhr das Korps Yorck gegen die Franzosen vor. Die Vorhut unter dem Kommando von General-Leutnant Hünerbein bestand aus drei Bataillonen Infanterie, zwei Schwadronen Husaren, vier Schwadronen Dragoner, einem Pulk Kosaken und 12 Geschützen.

Vorhut des Korps Yorck

General-Major von Hünerbein (ca. 4.400 Mann)

1. Ostpreußisches Infanterie-Regiment – Major von Lobenthal

  • 1. Bataillon – Major von Korniatowsky
  • 2. Bataillon – Major von Pirch
  • Füsilier-Bataillon – Major von Crammond

2. Kombiniertes Dragoner-Regiment

  • 2 Schwadronen, 1. Westpreußische – Major von Unruh
  • 2 Schwadronen, Brandenburgische Dragoner

Leibhusaren – Major von Gall

  • 2 Schwadronen

Fuß-Batterie Nr. 2 – Leutnant von Lange

Reitende Batterie Nr. 2 – Leutnant Hensel (1/2 Batterie)

Kosaken / 1 Pulk

Der Gedenkstein in Dannigkow

General-Major von Hünerbein hatte den Befehl erhalten, den Feind vorläufig nur zu beschäftigen und so am Ausweichen zu hindern, bis die Hauptkräfte des Korps heran waren. Der General sah jedoch eine gute Gelegenheit erste Lorbeeren zu erringen und beschloss mit seinen geringen Kräften Dannigkow einzunehmen.

Gegen 13 Uhr trafen die 2 Schwadronen der preußischen 2. Leibhusaren auf die französischen Vorposten, rund 100 Reiter der Division Lagrange und warfen diese bis Dannigkow zurück. Das kleine Dorf Dannigkow am südlichen Rand des Schlachtfeldes lag dort, wo das Flüsschen Ehle von Norden kommend nach Westen abknickt. Der Ort ist somit von zwei Seiten durch den kleinen Wasserlauf gedeckt. Hier gerieten die Husaren unter Feuer von den dort postierten 2 Kompanien des 154. Linieninfanterie-Regiments, die gedeckt hinter den Weiden am Wegrand standen. Die Husaren verloren einen Offizier und einige Mannschaften. Hünerbein entsandte daraufhin die Schützen des ersten Musketier-Bataillons des 1. Ostpreußisches Infanterie-Regiments, um den Ort zu nehmen, doch obwohl diese bis zur Ehle-Brücke vordrangen, gerieten sie bald in ein heftiges Feuergefecht und der Angriff endete vor dem Übergang. Die Schützen des zweiten Musketier-Bataillons wurden zur Verstärkung herangezogen, doch auch mit deren Hilfe konnte Dannigkow nicht eingenommen werden.

Auf französischer Seite hatte Eugène aufgrund des weithin hörbaren Kanonendonners erkannt, dass bei Dannigkow ein ernsthafter Angriff erfolgte und mit weiteren gerechnet werden musste. Er befahl deshalb je zwei Bataillone zur Verstärkung nach Dannigkow, Vehlitz und Zeddenick. Bis dahin erhielten die französischen Truppen im Ort, mittlerweile drei Kompanien des 154. Linieninfanterie-Regiments, Feuer von vier preußischen Geschützen, die zur Feuerunterstützung der Infanterie aufgefahren waren. Es handelte sich um die Hälfte der reitenden Batterie Nr. 2, die unter dem Kommando von Leutnant Hensel standen.

Reitenden Batterie Nr. 2, die unter dem Kommando von Leutnant Hensel

Hünerbein ließ nun unter dem Kommando von Major Lobenthal seine zweites Musketier-Bataillon des 1. Ostpreußischen Infanterie-Regiments zum Angriff antreten. Zeitgleich ging weitere Artillerie in Stellung und auch die Reiter des 2. Kombinierten Dragoner-Regiments rückten am Rande des Dorfes vor. Die Franzosen wehrten den ersten Angriff ab, aber der zweite, geführt aus drei Richtungen, warf sie schließlich nach einem heftigen Nahkampf aus dem Ort. Sie versuchten sich noch auf dem offenen Gelände jenseits von Dannigkow zu sammeln, doch eine Bajonettattacke warf sie erneut zurück. Major Lobenthal entschloss sich gegen 16 Uhr mit seinen Truppen in das Dorf zurückzufallen, um sich auf dem offenen Gelände nicht dem Angriff der überlegenen französischen Artillerie und Kavallerie auszusetzen.

Zeitgleich zu diesen Ereignissen, war eine Truppe, bestehend aus dem Füsilier-Bataillon des 1. Ostpreußisches Infanterie-Regiments und 20 detachierte Kavalleristen der 2. Leibhusaren unter dem Kommando von Major Crammon und auf Befehl von Generalleutnant Hünerbein aufgebrochen, um Dannigkow südlich zu umgehen. Die Kolonne rückte über Dornburg auf Gommern vor, warf die Vorposten aus einem kleinen Fichtenwald vor Gommern und drang schließlich in den Ort ein. Doch nun führten die Franzosen zwei Infanterie-Bataillone und zwei Schwadronen Kavallerie zur Verstärkung heran und gingen zum Gegenangriff über. Die preußischen Füsiliere konnten der Übermacht nicht standhalten und zogen sich in den Fichtenwald zurück, wo sie eine Verteidigungsstellung einnahmen.

Unterdessen war die Hauptstreitmacht des Korps Yorck mit sechs Bataillonen Infanterie, dem Dragoner-Regiment und 3 Batterien Artillerie bei Leitzkau eingetroffen. Auf die Nachricht von der Heftigkeit der Kämpfe wurden zwei weitere Infanterie-Bataillone und eine Artillerie-Batterie nach Dannigkow gesandt. Doch es kam am Ende des Tages nur noch zu einer wechselseitigen Kanonade der preußischen und französischen Artillerie, da aufgrund der Anwesenheit der gesamten Division Lagrange ein weiteres preußisches Vorgehen aussichtslos erschien.

Gedenktafel über der Tür der Kirche in Zeddenick.

Zeddenick

In den Kämpfen um Zeddenick war im Wesentlichen die Vorhut des Korps Bülow involviert, die aus folgenden Einheiten bestand:

Vorhut – Korps Bülow

Generalmajor von Oppen

1. Leibhusaren / 2 Leibhusaren

  • 2 Schwadronen, 1. Leibhusaren – Major von Kall
  • 2 Schwadronen, 2. Leibhusaren – Major von Sandrart

1. Kombiniertes Dragoner-Regiment – Major von Platen (ca. 300 Reiter)

  • 2. Westpreußisches Regiment (3. und 4. Schwadronen)
  • Litauische Regiment (2 Schwadronen)

Kosaken-Regiment Ilowaiski IV

Reitende Batterie Nr. 6 – Hauptmann von Steinwehr

Füsilier-Bataillon des 3. Ostpreußischen Infanterie-Regiments

Die romanische Dorfkirche in Zeddenick.

Die Kosaken Ilowaiskis des 4ten stießen gegen Mittag hinter Möckern beim Dorf Lühe auf 2 Schwadronen feindliche Kavallerie. Zur Unterstützung der Kosaken wurden daraufhin die schwachen 2 Schwadronen des 1. Leibhusaren-Regiments geschickt, die bei ihrer Ankunft die Kosaken in Plänklerlinie aufgestellt und im Feuergefecht mit der französischen Kavallerie vorfanden. Jetzt folgte General Bülow mit den 2 Schwadronen des 2. Leibhusaren-Regiments, dem Füsilier-Bataillon des 3. Ostpreußischen Infanterie-Regiments und der ½ reitende Batterie Nr. 6 durch Möckern hindurch. Das Kombinierte Dragoner-Regiment und die andere ½ reitende Batterie bleiben zunächst als Reserve zurück. Langsam wichen die französischen Reiter nach Norden aus. Die weiter vorrückenden Preußen sichtete gegen 16 Uhr beim Dorf Zeddenick 10 bis 12 Schwadronen feindliche Kavallerie, rund 1.000 Französische Reiter. Es handelte sich um Teile der 1. leichten Kavallerie-Division, die aus einzelnen Schwadronen unterschiedlicher Regimenter zusammensetzte, die in sogenannten Marschregimentern zusammengefasst worden waren. Gedeckt wurde die französische Kavallerie von einer Batterie Artillerie und in einiger Entfernung hinter Zeddenick standen 3. Bataillone Infanterie in Formation.

Als die 1. und 2. Leibhusaren vorrückten, warfen diese die gegnerischen Vorposten bis hinter Zeddenick zurück, wo die französische Kavallerie Schutz bei der Infanterie suchte. Die Leibhusaren ritten in Formation vor das Dorf, aber Generalmajor von Oppen, der Kommandeur der Kavallerie-Brigade, mussten noch auf Verstärkung warten und so waren seine Reiter zunächst für einige Zeit dem Artilleriefeuer der Franzosen ausgesetzt. Zum Glück blieb der größte Teil der französischen Kugeln im frisch gepflügtem Acker stecken und so richtete der Beschuss nur wenig Schaden an. Schließlich erreichte auch das Kombinierte Dragoner-Regiment das offene Feld vor Zeddenick und ging rechts neben den Husaren in Position. Unterdessen marschierte Bülow, der nicht auf die weit zurückliegende Brigade des Generalmajors von Hessen-Homburg warten wollte, mit dem Ostpreußischem Füsilier-Bataillon und ½ Reitenden Batterie nach Zeddenick, wo die Geschütze bei der Windmühle abgeprotzt wurden und das Feuer auf die feindliche Kavallerie und Infanterie eröffneten.

Blick aus der Position unmittelbar hinter Zeddenick in Richtung Dorf.

Zur selben Zeit wurde durch den Adjutanten des General Bülow der Kavallerie der Befehl zum Angriff übermittelt. Die Dragoner, die den Gegner durch ihren Aufmarsch überflügelt hatten, schwenkten ein und vor dem Rittmeister Bernhardi, dem Befehlshaber der 3. Schwadron, leitete der Kommandeur von Platen in Begleitung seines Adjutanten Lt. Haack sowie zwei Trompetern die Attacke. Als die preußische Kavallerie einen breiten Graben vor dem Dorf erreichte, übersprang von Platen, der einen großen Schimmel ritt, das Hindernis mit den Worten: „das Regiment mir folgen!“. Nicht alle Kavalleristen meisterten den Sprung und so landeten einige Reiter und Pferde im Graben. Hinter dem Graben wurde Major von Platen von einem Ulanen mit eingelegter Lanze attackiert und unter dem Arm verletzt. Er konnte den feindlichen Reiter mit einem Säbelhieb nicht ausschalten und so schlug der in der Nähe reitende Trompeter Pape mit seiner Trompete dem Ulanen ins Gesicht und holte diesen so vom Pferd.

Dieses bekannte Gemälde zeigt den „tollen Platen bei Zeddenick. Eine seiner Sprüche lautete „Ein braver Dragoner muss die Pfeife noch brennen haben, wenn nach der Attacke Apell geblasen wird“. Die Aktion seines Trompeters soll von Platen mit den Worten “ Den hast du gut vom Pferd geblasen“ quittiert haben.

Den Dragoner folgten nun auch 3 Schwadronen der Leibhusaren. Die zweite Schwadron des 1. Leibhusaren-Regiments, welche auf dem linken Flügel stand, blieb zur Deckung der reitenden Batterie zurück. Der Angriff der preußischen Reiter wurde zunächst mit Karabiner-Feuer beantwortet, doch schon bald lösten sich die geordneten Reihen der Französisches Kavallerie auf und sie wich zurück. Die Franzosen flohen sowohl ins westlich davon liegende Dorf Nedlitz, als auch nach Süden, wo die französischen Kavallerie-Regimenter später bei Vehlitz einen Angriff auf die Truppen der Brigade Borstell einleiten, von den preußischen Königin-Dragonern, den russischen Grodno Husaren und einem Pulk Kosaken aufgerieben wurde, bis sich schließlich nur noch 70 Reiter nach Magdeburg retten konnten.

Die Verfolgung der Franzosen durch die Preußische Kavallerie erfolgte nur in Richtung Nedlitz, wo nun weitere 6 Schwadronen französischer Kavallerie gegen die preußischen Reiter herangeführt wurden. Auch französische Artillerie feuerte aus Nedlitz heraus und so konnte von Oppen die Verfolgung nicht fortsetzen. Bei einbrechender Dunkelheit kehrten die preußischen Reiter nach Zeddenick zurück.

Der Bergfried mit Aussichtsturm des Schlosses in Möckern.

Hier waren zwischenzeitlich 2 Schwadronen vom Dragoner-Regiment Königin eingetroffen, welche General von Borstell ausgesandt hatte, um die verlorene Verbindung zum Korps Bülow wiederherzustellen. Da beim Kavallerie-Angriff der Preußen auch die 3 erwähnten französischen Infanterie-Bataillonen zurückgegangen waren, rückte General Bülow mit den Reserven, also der Schwadron Leibhusaren, dem Füsilier-Bataillon und der halben reitenden Batterie 1.000 Schritt weiter vor, um die Franzosen erneut unter Beschuss nehmen zu können. Auch die zurückgekehrte, zweite halbe Batterie erhielt den Befehl den Truppen zu folgen. Major von Holzendorf ließ Kugeln in die französische Infanterie feuern, doch statt sich durch den Beschuss zu zerstreuen, schlossen sich die Kolonnen enger zusammen. Hierdurch und durch das mit Gräben durchschnittene Gelände sowie dem Umstand, dass sich die zurückweichende Infanterie immer weiter Nedlitz mit seinen starken französischen Verbänden näherte, wurde die Verfolgung, auch aufgrund der einsetzenden Dunkelheit aufgegeben. Die preußischen Truppen gingen schließlich alle auf Zeddenick zurück.

Die Brigade des Generalmajors von Hessen-Homburg, 5 Bataillone Infanterie und 2 Fuß-Batterien trafen erst um 8 Uhr abends in Zeddenick ein und konnten nicht mehr in den Kampf eingreifen.

Vehlitz

Rund 3 bis 4 Kilometer weiter nördlich von Dannigkow war die Vorhut des russischen Korps Berg unter General Roth vorgegangen und hatte gegen etwa 16 Uhr nahe dem Ort Vehlitz Feindberührung.

Vorhut Russisches Korps Berg

General-Major von Roth (keine Angaben zur Mannschaftstärke)

  • 26. Jäger Regiment (1 Bataillon)
  • Olonetz Opolochenie (1 Bataillon) – Major Aklischevit
  • Wologda Opolochenie (1 Bataillon) – Major Aklischevit
  • Grodno Husaren (4 Schwadronen) –Major Rüdinger
  • Kosaken -Regiment (1 Pulk) – Illowaisky IV
  • Leichte Batterie

Da das Flüsschen Ehle und die großen sumpfigen Niederungen davor größere Kampfhandlungen einschränkten, kam es zunächst nur zu einem längeren Artillerie-Duell der beiden Seiten. Die französischen Truppen der Brigade Zucchi der Division Gerard hatten bei Vehlitz vier Bataillone und vier Geschütze in Stellung gebracht und Géneral Grenier, der kommandierende General des XI. Korps, war selbst auf das Schlachtfeld geeilt, um die Verteidigung vor Ort zu leiten.

Blick von oben auf Zeddenick. Rechts oben ist der Ehle-Bach un die Brücke zu sehen.

Zwei Stunden später, gegen 18 Uhr näherte sich die Brigade Borstell, welche von Gloine aus über Wendgräben herangekommen war.

Pommersche Division – Generalmajor von Borstell (ca. 4.000 Mann)

  • Generalstab: Major von Rüchel-Kleist, Leutnant von Kamencke
  • Adjutanten: Rittmeister von Brauchitsch, Leutnant von Grabowski, Leutnant Stiemer

Infanterie:

Pommersches Grenadier-Bataillon – Major von Reineck (13 Offiziere, 51 Unteroffiziere, 15 Spielleute, 4 Chirurgen, 650 Gemeine)

Freiwillige Jäger-Kompanie

1. Pommersches Infanterie-Regiment – Major von Schon (47 Offiziere, 146 Unteroffiziere, 41 Spielleute, 9 Chirurgen, 1.801 Gemeine)

  • 1. Bataillon – Major von Creilsheim
  • Freiwillige Jäger-Kompanie
  • 2. Bataillon – Major von Linsingen

4. Ostpreußisches Infanterie-Regiment

  • Füsilier Bataillon – Major von Kemphen / 500 Mann

Kavallerie:

Dragoner-Regiment Königin (4 Schwadronen) – Major Brockhusen (17 Offiziere, 52 Unteroffiziere, 13 Trompeter, 4 Chirurgen, 4 Fahnenschmiede, 407 Gemeine, 459 Pferde)

1. Westpreußische Dragoner (4 Schwadronen)

Kosaken-Regiment Ilowaiski des 5ten

Artillerie – Major Rohde:

Fuß-Batterie Nr. 10 / Brandenburgische Artillerie-Brigade – Lt. von Magenhöfer (3 Offiziere, 32 Unteroffiziere und Bombardiere, 2 Spielleute, 1 Chirurg, 1 Fahnenschmied, 99 Gemeine, 92 Pferde)

1/2 Reitende-Batterie Nr. 5 / Brandenburgische Artillerie-Brigade – Leutnant Schüler (Komplette Batterie: 4 Offiziere, 33 Unteroffiziere und Bombardiere, 2 Trompeter, 1 Chirurg, 1 Fahnenschmied, 107 Gemeine, 196 Pferde)

1/2 Park-Kolonne Nr. 4 – Leutenant Brunck

Feld-Pionier-Kompanie Nr. 5 – Leutenant Kloschinski (1 Offizier und 50 Mann)

Zunächst ließ Borstell die halbe reitende Batterie Nr. 5 auffahren und positionierte das Dragoner-Regiment Königin zu beiden Seiten der Straße, unmittelbar hinter den Geschützen. Die Batterie nahm zwei der französischen Bataillone und später die französischen Geschütze, welche den Eingang des Dorfes und die Brücke über die Ehle verteidigten, unter Feuer. Auch die preußischen Dragoner erlitten durch französische Geschütze Verluste, da sie sich durch das schwierige Gelände nicht außer Reichweite der feindlichen Artillerie aufstellen konnten.

Die Dorfkirche von Vehlitz.

Eine Stunde später traf die preußische Infanterie und die Fuß-Batterie Nr. 10 ein. Die Artillerie ging rechts neben der reitenden Batterie in Stellung, um das Feuer dieser Einheit zu verstärken. Das Füsilier-Bataillon des 4. Ostpreußisches Infanterie-Regiments rückte links neben die reitende Artillerie, die restlichen 3 Pommerschen Infanterie-Bataillone stellten sich auf den rechten Flügel, wobei die Truppen die Gräben als Deckung nutzten. General Borstell erhielt nun von General York den Befehl zum Angriff auf das Dorf, sobald die restlichen Truppen des General-Leutnants von Berg eingetroffen waren.

Der Vormarsch auf das Dorf Vehlitz sollte sich für die Alliierten als äußerst schwierig erweisen.  Zwischen den Angreifern und den Franzosen lag der Ehle-Bach, der rund einen Meter tief und bis zu 5 Meter breit war. Das Flüsschen besaß außerdem einen weitläufigen, sumpfigen Uferbereich, der zusätzlich von kleinen Gräben durchzogen war. Ein schmaler, mit auf beiden Seiten mit Gräben versehener Damm, war der einzige Weg, der unmittelbar vor Vehlitz an der einzigen Ehle-Brücke endete. Durch das morastige Terrain war dieser Damm auch der einzige Weg, um die Geschütze unmittelbar vor das Dorf zu bringen, wodurch die Artillerie bereits 300 Meter vor dem Dorf in Stellung gehen und so auf Kartäschenfeuer verzichten musste. Hinter dem Dorf mit seinen typischen Vierseithöfen und der Bruchstein-Kirche, befand sich eine kleine Erhebung mit einer Bockwindmühle.

Das große Schlacht-Denkmal bei Vehlitz

Unter dem Befehl des Majors von Schon ging das 2. Bataillon des Pommerschen Regiments rechts im Norden von Vehlitz durch die Ehle. Dahinter folgte das 1. Bataillon unter dem Kommando von Major von Creilsheim in Kolonne. Das Füsilier-Bataillon des 4. Ostpreußischen Regiments watete links von Vehiltz durch den Ehle-Bach, wobei dieser Übergang von preußischen Plänklern unter dem Kommando von Kapitain von Meyer und russischen Truppen, des 26. Jäger-Regiment sowie den Miliz-Bataillonen Olonetz und Wologda auf der linken Flanke gedeckt wurde. Unterdessen hielt die alliierte Artillerie ihr Feuer aufrecht. Die preußischen Plänkler der Füsiliere konnten die Franzosen so weit zurückdrängen, dass 4 feindliche Geschütze am Ortsrand in Gefahr gerieten überrannt zu werden. Den Franzosen gelang es nur 2 der Kanonen abzufahren, die übrigen beiden wurden von den Preußen erobert.

Nun ging auch das Pommersche Grenadier-Bataillon vor. Auf Aufforderung des russischen Generals Roth rückten die Grenadiere über die Brücke vor und gelangten so in die Nähe der ersten Häuser des Dorfes. Unterdessen hatte das 1. und 2. Pommersche Bataillon die Ehle überwunden und begannen sich hinter dem Flüsschen zu formieren. In diesem Augenblick stürmte von Norden kommend französische Kavallerie heran und bedrohte die rechte Flanke der Pommern. Es handelte sich um einen Teil der vor Zeddenick zurückgeworfenen 1. Leichten Kavallerie-Division. Da man die Reiter zunächst für Russen hielt und so erst spät reagierte, war keine Zeit mehr ein Karree zu formieren und so machte das noch durch den Übergang durch die Ehle tropfnasse 2. Bataillon kehrt und gab mit dem dritten Glied auf nur 50 Schritte Entfernung eine Salve in Richtung der Angreifer ab. Durch den Beschuss scheint sich die Masse der französischen Kavallerie geteilt zu haben. Ein Teil ritt um das Dorf herum zum Windmühlenhügel und bedrohte nun die Plänkler der preußischen Füsiliere, die noch bei den eroberten Geschützen standen. Die Plänkler wichen daraufhin zurück, nachdem sie noch versuchten, durch in die Zündlöcher gesteckte und dann abgebrochene Bajonette die Kanonen unbrauchbar zu machen. Der größte Teil der französischen Kavallerie ritt aber an den Preußen vorbei, setzte über die Ehle und versuchte ein kleines Wäldchen zu erreichen. Hier wurden die Franzosen jedoch durch zwei Schwadronen des Dragoner-Regiments Königin abgefangen, die geführt von ihren Rittmeistern von Trotha und von Tümpling den bundgemischten Haufen angriffen und erneut (nach Zeddenick) zur Flucht zwangen. Die französische Kavallerie war bei ihrem Ritt über den Bach auch durch die Reihen der preußischen Fuß-Batterie gesprengt, welche sich aber mit ihren Musketen zur Wehr setzte und sogar einige Reiter gefangen nehmen konnte. Schließlich wurde der Rest der französischen Kavallerie auch noch von den russischen Grodno Husaren und bei ihrer weiteren Flucht über Leitzkau und Dannigkow von den Dragoner-Regiment Nr. 1 und den Kosaken Ilowaiski des 5ten attackiert.

Überall im Dorf Vehlitz trifft man auf „Spuren“ der Schlacht

Nach diesen Vorfällen drang das 2. Bataillon des Pommerschen Regiments von der rechten Seite in das Dorf Vehlitz ein, während das 1. Bataillon links neben dem Ort auf den Windmühlenhügel vorrückte, welcher von den zwei Bataillone der italienischen Brigade Zucchi verteidigt wurde. Bei den folgenden Kämpfen wurde Major von Schon verwundet und General von Borstell verlor sein Pferd. Auf Französischer Seite erhielt Géneral Grenier während des Gefechtes eine Musketen-Kugel im Gesicht, die ihn schwer verwundete. Auch das Pommersche Grenadier-Bataillon, gefolgt von einer russischen Einheit, war weiter in das Dorf eingedrungen und hielt auf die Windmühle zu. Auf der linken Flanke war das Füsilier-Bataillon, gefolgt von den zwei russischen Bataillonen, schon etwas weiter vorgedrungen. Erst unter größeren Verlusten gelang es den Alliierten den Hügel einzunehmen, nachdem die Italiener eine Aufforderung zur Kapitulation abgelehnt hatten. Einige Zeit später traten die Franzosen schließlich den Rückzug in Richtung Nedlitz an. Da zu diesem Zeitprunkt keine Kavallerie zur Verfügung stand, konnte der Gegner nicht verfolgt werden. Als schließlich weitere Truppen der Alliierten nachrückten, wurde es bereits Dunkel und ein Nachsetzen wurde aufgegeben.

Das Aufmarschgebiet der Preußen und Russen nördlich von Vehlitz,

Nach den Kämpfen

Bei den Kämpfen machten die Alliierten rund 600 Gefangene und erbeuteten 145 Pferde, 1 Kanone sowie 3 Munitionswagen. Die französischen Verluste sind schlecht überliefert. Eugène selbst sprach in seinem Bericht von etwa 900 Mann. Die Verluste der Preußen beliefen sich auf 13 Offiziere, 8 Unteroffiziere und 318 Gemeine verwundet sowie 4 Unteroffiziere und 32 Gemeine getötet. Außerdem verlor man 47 tote und verwundete Pferde. Genaue Angaben zu den Verlusten der Russen konnte ich nicht ermitteln. Im Korps Bülow wurde der leicht verwundete von Platen als Held des Tages gefeiert. Es hatte einen Karabiner- oder Lanzenschuh erbeutet, den er am Abend als Trinkbecher herumreichte und womit auf den Sieg angestoßen wurde.

Graf von Wittgenstein dachte daran, den Angriff am folgenden Morgen mit den nun vereinten Kräften und mehr Koordination zu erneuern, doch bereits in der Nacht zog sich Eugène nach Magdeburg zurück. Am folgenden Tag gingen die Franzosen über die Elbe und zerstörte hinter sich alle Brücken. Wahrscheinlich hatte ihn die Nachricht vom Flussübergang der Armee Blüchers bei Roßlau erreicht und so hatte er sich entschieden, den Kampf vorzeitig abzubrechen, um nicht selbst später abgeschnitten zu werden.

Blick von Zeddenick nach Möckern.

Die Gefechte bei Möckern waren nach dem ebenfalls erfolgreichen Gefecht bei Lüneburg am 2. April 1813 die ersten größeren Kampfhandlungen in den Befreiungskriegen. Die Alliierten waren zwar Sieger aller drei Gefechte, aber Eugène hatte ebenfalls seine Ziele, zumindest teilweise erreicht. Zwar hatte Eugène die Gelegenheit verpasst, seine Überlegenheit auszuspielen und die Armee Wittgensteins zu schlagen, doch der strategische Zweck der von Napoleon empfohlenen Offensivstellung war letztlich erfüllt worden. Wittgenstein hatte sich bisher noch nicht mit der Armee Blüchers vereinigen können und wertvolle Zeit verloren dies zu bewerkstelligen. Allgemein wird aber die moralische Wirkung auf die junge russisch-preußische Allianz hervorgehoben.