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Fregatte Jylland

Im schönen dänischen Ebeltotft, ein kleines Städtchen an der Ostseeküste von Jütland, liegt die Fregatte Jylland in einem Trockendock und bildet zusammen mit einer historischen Werft und einem Ausstellungsgebäude einen eindrucksvollen Museumskomplex. Die Fregatte Jylland war ein dänisches Kriegsschiff, welches in der Schlacht um Helgoland im sogenannten Deutsch-Dänischem Krieg von 1864, seine Feuertaufe erlebte.

Die Jyyland wurde 1856 auf Kiel gelegt und erlebte 1860 ihren Stapellauf. Der Dreimaster war zusätzlich mit einer Dampfmaschine ausgestattet, die es im Gefecht ermöglichte, auch windunabhängig zu operieren. Am 9. Mai 1864 nahm die Jylland im Rahmen des Deutsch-Dänischen Krieges an dem Seegefecht bei Helgoland auf dänischer Seite teil. Nach dem Krieg diente sie repräsentativen Zwecken und wurde schließlich 1887 außer Dienst gestellt.

Das Schiff

Die Jylland hatte eine Länge von 71 Metern und war die letzte aus Eichenholz gebaute Schrauben-Fregatte der dänischen Marine, die zudem noch mit ursprünglich 44 Vorderladerkanonen bewaffnet wurde.

Das Achterschiff ist mit dem gekrönten Wappen Jütlands, einem Löwen, neun Herzen, Neptuns Dreizack und Delfinen geschmückt.

Natürlich war das Schiff schon bald veraltet, da kurz nach ihren ersten Einsätzen neue Eisenschiffe und Hinterlader den Ton angaben.

Einer von 4 Gewichtsankern, welche die schwere Kette ins Wasser ziehen sollte.

Gegen einen Befall mit dem Schiffsbohrwurm wurde der Rumpf unterhalb der Wasserlinie mit Kupferplatten verkleidet.

Um den Strömungswiderstand des Schiffes unter Segeln im Wasser zu reduzieren, konnte die Schiffsschraube ausgekuppelt und über die Wasserlinie gezogen werden.

An Bord der Jylland fotografierte Mannschaft im Jahr 1864. Man erkennt, dass zu dieser Zeit noch keine Uniform vorgeschrieben war. Erst ab 1870 gab es eine entsprechende Verordnung.

Unter Deck

 

Dieses Modell zeigt die unterschiedlichen Decks der Jylland. Dazu gehörten das Wetterdeck, das Kanonendeck, das Mannschaftsdeck und der Schiffsbauch.

Hier lebten und arbeiteten 437 Männer.

21 Mann arbeiteten an den Kesseln der Dampfmaschine. Rechts neben dem Kesselraum ist der Maschinenraum zu sehen.

Die Quartiere wurden in Backschaften, also Teams von je 8 Mann unterteilt, die zusammen arbeiteten, aßen und schliefen.

Die Hängematte wurde nicht nur zum Schlafen, sondern auch im Notfall mit Kork gefüllt als Schwimmweste verwendet.

Der Name Backschaft leitet sich von einer großen Eichenschüssel ab, mit denen das Essen für diese 8 Mann serviert wurde (hier im Regal zu sehen).

Die Sitzbänke an den Tischen einer Backschaft waren Kisten, die Backkiste, in der jeder Mann ein kleines Fach für seine persönlichen Gegenstände erhielt.

Auch die Offiziere hatten nur kleine Unterkünfte.

An den zwei zwölfseitigen Spillköpfen arbeiteten 120 Matrosen, um die bis zu 12 Anker und die Ketten der Fregatte zu lichten.

Die Sternschubladen der Ankerwinde wurden als kleine Vorratsbehälter für Salz oder Verbandszeug genutzt.

Auf Deck

Neben den Geschützen unter Deck, standen zusätzlich 14 Kanonen auf dem oberen Deck. Der Schornstein war wie ein Teleskop konstruiert und konnte ein und ausgefahren werden.

Am Bug des Schiffes befanden sich die Toiletten, die abgeschirmt waren und über einem Kupferbecken standen.

Bei Sturm wurden vier Mann benötigt, um das Doppelrad zu bedienen.

Kajüten

Nach ihrem Kriegseinsatz wurde die Fregatte umgebaut und erhielt königliche Saloons.

Die neuen Räumlichkeiten wurde von König Christian IX. auf verschiedenen Reisen genutzt.

Klar Schiff zum Gefecht

Auf dem Kanonendeck standen 30 Vorderlader-Kanonen von je 2,5 Tonnen Gewicht.

11 Männer wurden zur Bedienung jeder Kanone benötigt.

Die Jüngsten an Bord, Knaben von 14 oder 15, Pulveraffen genannt, mussten während eines Gefechtes Pulver aus der sogenannten Krautkammer holen.

Das Pulver wurde dann an die Geschützmannschaft übergeben.

Die Kugel lagerten gesichert mit Tauschlingen oder in Metallgestellen neben den Kanonen.

Der Geschützführer war für die Kanonenmannschaft verantwortlich und sollte von seinem Platz hinter der Kanone für das Einstellen und Abfeuern der Kanone sorgen.

Vorsichtig wurde die Pulverkartusche in die Kanone eingeführt. Anschließend folgte die Kugel und ein Kranz aus Hanfseil, der das Rohr abdichtete, was die Geschwindigkeit der Kugel erhöhte und verhinderte, dass die Kugel unabsichtlich herausrollte.

Der Geschützführer spannte die Zündvorrichtung, trat zurück und riss an der Leine und die Kanone feuerte.

Während des Gefechtes bei Helgoland feuerte die Fregatte Jylland ganze 611 Schuss ab und erzielte 18 Volltreffer.

Die Reichweite der Geschütze betrug rund 1.000 Meter.

Im Seegefecht bei Helgoland verloren 12 Mann auf der Jylland ihr Leben und 35 wurden schwer verwundet. Im Aufenthaltsraum der Offiziere wurde im Gefechtsfall ein Not-Lazarett eingerichtet.

Seegefecht bei Helgoland

Der zweite Schleswig-Holstein Krieg von 1864 war Teil des deutsch-dänischen Verfassungsstreits um die norddeutschen Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Am 31. Januar marschierten österreichische und preußische Truppen in Holstein ein und das Ganze endete mit einer Niederlage Dänemarks. Der einzige Lichtblick für die Dänen war das Seegefecht bei Helgoland am 9. Mai 1864, wo der Feind von einer kleinen Flotte zurückgeschlagen wurde.

Am 9. Mai 1864 befand sich das dänische Nordseegeschwader, bestehend aus der Fregatte Niels Juel, der Fregatte Jyland und der Korvette Heimdal, in der Helgoländer Bucht. Ihre Aufgabe bestand darin, die Hafenstädte des Norddeutschen Bundes zu blockieren. Um die Mittagszeit tauchten fünf österreichische und preußische Schiffe am Horizont auf. Es handelte sich um die zwei österreichischen Fregatten Schwarzenberg und Radetzky sowie den preußischen Raddampfer Adler und den beiden Kanonenbooten Basilisk und Blitz. Das Kräfteverhältnis war 102 dänische zu 87 feindliche Kanonen, und 1.023 dänische zu 1.112 feindliche Besatzungsmitglieder.

Die beiden Geschwader nahmen Kurs aufeinander, und gegen 13:15 Uhr eröffnete die Schwarzenberg das Feuer. Die Dänen erwiderten den Beschuss erst bei deutlich geringerem Abstand. Um 13:50 Uhr ertönte das dänische Signal zum Angriff und der Kampf begann. Über 2 Stunden kämpften die Besatzungen der Jylland und der anderen dänischen Schiffe an den Kanonen, bevor es gelang, Feuer in der Takelage des größten österreichischen Schiffes, der Fregatte Schwarzenberg, durch Beschuss zu entfachen.

An Bord der Fregatte Niels Juel.

Der österreichische Befehlshaber Wilhelm von Tegetthoff brach das Gefecht ab, als sein Flaggschiff in Brand geriet, und zog sich mit seinem Geschwader in den Schutz der neutralen Gewässer von Helgoland zurück, das damals zu Großbritannien gehörte. Da das dänische Flaggschiff Jylland genau zu diesem Zeitpunkt einen Treffer in die Kommandantenkammer erhalten hatte, der ihre Ruderanlage beschädigte, kam der dänische Versuch, die Gegner noch abzufangen, zu spät.

Dies ist die Original-Schiffglocke der Jylland, welche in der Schlacht bei Helgoland am 9. Mai 1864 von einer feindlichen Kanonenkugel getroffen wurde und dabei zerbrach.

Obwohl das Gefecht mit einem taktischen dänischen Sieg endete, hatte es keinen Einfluss mehr auf den Verlauf des Krieges.

Andenken an die Schlacht bei Helgoland, wie ein Brief seiner Majestät dem König an Peder Nielsen, in dem ihm die Gedenkmedaille für die Teilnahme am Krieg von 1864 zugeteilt wird sowie die Gedenkmedaille selbst.

Dies war übrigens auch das letzte Seegefecht zwischen Holzschiffen und zugleich das letzte, an dem Dänemark beteiligt war.