Nachdem ich im 1. Teil dieses Berichts die Vorgeschichte und die Infanterie des dänischen Hilfskorps von 1813 vorgestellt habe, möchte ich heute auf die Kavallerie und die Artillerie eingehen.
Kavallerie
Die dänische Armee von 1813 verfügte über Gardekavallerie, Schwere Kavallerie, Leichte Dragoner, Husaren und Lanzenreiter. An dem Feldzug von 1813 nahmen als Teil des dänischen Hilfskorps jedoch nur die Reiter der Schweren Kavallerie, die leichten Dragoner und Husaren teil.

Leichtes Dragoner-Regiment
Zwei der insgesamt drei dänischen leichten Dragonerregimenter nahmen am Feldzug von 1813 teil: das Leichte Dragoner-Regiment Fünen und das Leichte Dragoner-Regiment Jütland. Diese Einheiten der leichten Kavallerie wurden hauptsächlich für Aufklärungsmissionen, Vorpostendienste und die Verfolgung von Gegnern eingesetzt – typische Aufgaben für leichte Kavallerie jener Zeit. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Dragoner auch abgesessen kämpfen sollten. Diese Praxis wurde jedoch schnell aufgegeben, da sie sich vom Pferderücken aus als wesentlich effektivere Truppe erwiesen.Ein Regiment bestand aus einem Stab und vier Schwadronen. Jede Schwadron setzte sich aus 5 Offizieren, 11 Unteroffizieren, 2 Trompetern und 144 Kavalleristen zusammen.
Die Uniform der leichten Dragoner zeichnete sich vor allem durch den charakteristischen schwarzen Raupenhelm aus. Dieser bestand aus einer ledernen Schale mit einem Schirm, dessen unterer Rand sowie die Seiten des Helms durch weiße Metallbeschläge verstärkt waren. Ab 1810 ersetzte eine Schuppenkette aus Weißmetall den bisherigen Kinnriemen. Eine Ausnahme bildeten die Offiziere des Regiments Fünen, die Schuppenketten aus Messing trugen. Der Helm war mit einer schwarzen Wollraupe und einem roten Turban versehen. Ein weiß-rot gefärbter Federbusch gehörte zur Ausstattung, sollte jedoch eigentlich nicht im Feld getragen werden – eine Regel, die nicht immer eingehalten wurde. Über dem Schirm befand sich ein Metallband mit einer Raute in der Mitte. Seitlich war das Metallband mit der Inschrift LETTE DRAGONER geprägt.
Der rote Uniformrock der leichten Dragoner ähnelte weitgehend dem der Infanterie. Allerdings war das Futter, und damit auch die kleinen dreieckigen Aufschläge an der Vorderseite, in strohgelber Farbe gehalten. Der Kragen, die Schulterklappen, die Rabatten und die Ärmelaufschläge waren in den Abzeichenfarben der jeweiligen Regimenter gestaltet. Die Abzeichenfarben waren wie folgt:
- Leichtes Dragoner-Regiment Fünen: hellblau mit strohgelben Vorstößen / weiße Knöpfe
- Leichtes Dragoner-Regiment Jütland: dunkelgrün mit strohgelben Vorstößen / weiße Knöpfe
Bei Sehestedt hat das Dragoner-Regiment Fünen übrigens in Uniformröcken mit weißer Abzeichenfarbe gekämpft, weil kurz zuvor von diesem Regiment mehrere Wagenladungen mit neunen Uniformen des Infanterie-Regiments Fünen gefunden und an die Kavalleristen ausgegeben worden waren.
Wie bei der Infanterie wurde auch bei den leichten Dragonern zur Kennzeichnung der Offiziersdienstgrade eine Kombination aus Rosetten und Winkeln in der jeweiligen Knopffarbe verwendet. Für die Unteroffiziersgrade kamen verschiedene dünne Winkel an den Ärmelaufschlägen zum Einsatz. Die Offiziere trugen, ähnlich wie ihre Pendants bei der Infanterie, Uniformröcke von höherer Qualität, die durch längere Rockschöße und strohgelbe Aufschläge gekennzeichnet waren. Die Trompeter unterschieden sich durch Schwalbennester in der Abzeichenfarbe sowie durch Borten in der Knopffarbe. Die Fangschnur der Messingtrompete war aus einer grün-gelben Kordel gefertigt.
Zum Uniformrock wurde im Feld eine geknöpfte, dunkelgraue Überhose mit braunen Lederverstärkungen getragen. In der großen Uniform hingegen trugen die Dragoner weiße Reithosen und schwarze ungarische Stiefel. Eine Besonderheit war der rote Umhang mit einem Cape über den Schultern, der zumindest in weiten Teilen noch bis Ende 1813 verwendet wurde. Bereits 1812 war ein grauer Umhang eingeführt worden, der jedoch noch nicht an alle Einheiten ausgegeben war. Der Umhang wurde hinter dem Sattel in einem Mantelsack verstaut, der bei den meisten Einheiten rot, bei den Jütländern jedoch grau war. Zum Schutz der Hände wurden naturfarbene Stulpenhandschuhe aus Leder getragen.
Die leichten Dragoner waren mit einem Säbel in einer schwarzen Lederscheide mit Messingbeschlägen, Pistolen und einem Karabiner bewaffnet. Welches Modell von welcher Einheit zu welchem Zeitpunkt verwendet wurde, lässt sich nur schwer bestimmen, da häufig eine Mischung aus verschiedenen Modellen und umgearbeiteten Waffen gleichzeitig im Einsatz war. Der Säbel wurde an einem Leibkoppel befestigt, während die schwarze Patronentasche und der Karabiner an einem breiten Bandelier getragen wurden. Sämtliches Lederzeug war weiß.
Das Zaumzeug und die Schabrake der dänischen Kavallerieregimenter orientierten sich an den Vorbildern der ungarischen Husaren. Das Zaumzeug bestand aus schwarzem Leder, während die rote Schabrake in ungarischer Form gestaltet war. Sie war mit einer weißen Borte verziert und zeigte in den vorderen und hinteren Ecken einen stilisierten ungarischen Knoten. Bei den Offizieren war die Borte anstelle von Weiß in Silber gehalten, was ihre höhere Stellung betonte.

Reiter-Regiment Holstein
Die schwere Kavallerie der dänischen Armee setzte sich aus vier sogenannten Reiterregimentern zusammen. Eines davon war das Reiterregiment Holstein, das im Jahr 1813 Teil des dänischen Hilfskorps war. Diese schwere Kavallerie wurde oft als Schlachtreserve eingesetzt, um in dichter Linienformation und im Galopp angeschlagene Gegner anzugreifen. Das Regiment stand unter dem Kommando eines Obersten, eines Oberstleutnants und eines Majors. Unterstützt wurden diese von einem Stab, der aus einem Quartiermeister, einem Auditor, einem Feldarzt – assistiert durch fünf Schwadronschirurgen und vier Gehilfen – sowie einem Hufschmied, einem Sattler, einem Waffenschmied, einem Profos und einem Stabstrompeter bestand. Das Regiment gliederte sich in vier Schwadronen, die jeweils aus 5 Offizieren, 11 Unteroffizieren, 160 Kavalleristen und zwei Trompetern bestanden. Zusätzlich wurden in jeder Schwadron zehn Kavalleristen und zwei Unteroffiziere als sogenannte „Flanqueure“ ausgewählt, um besondere Aufgaben zu übernehmen.
Die Uniform bestand aus dem üblichen roten Uniformrock der dänischen Armee, bei dem die dreieckigen Aufschläge an der Vorderseite eine strohgelbe Farbe hatten. Wie auch bei den anderen Einheiten der dänischen Armee, zeigten der Kragen, die Schulterklappen, die Rabatten und die Ärmelaufschläge die Abzeichenfarbe des Regiments.
- Reiter-Regiment Holstein: hellgrün mit strohgelben Vorstößen / weiße Knöpfe.
Die Offiziere trugen Röcke mit langen Schößen, und sowohl Offiziere als auch Unteroffiziere nutzten die bereits erwähnten Dienstgradabzeichen. Ab 1808 wurden die Reiter mit lederverstärkten Filz-Tschakos ausgestattet, die einen rot-gelb durchwirkten Behang, einen weißen Federbusch sowie eine Messingplatte mit dem eingeprägten Buchstaben RR (für Rytter Regiment) aufwiesen. Unter dem Federbusch befand sich die typische schwarze Kokarde mit weißer Schleife und Knopf. Im Einsatz trugen die Reiter eine geknöpfte, dunkelgraue Überhose mit brauner Lederverstärkung. Zur Paradeuniform gehörten weiße Reithosen und schwarze ungarische Stiefel. Ab 1810 wurden graue Umhänge ausgegeben. Dennoch blieb, ähnlich wie bei den leichten Dragonern, der vorherige rote Mantel vielerorts bis Ende 1813 in Gebrauch. Der Umhang wurde hinter dem Sattel in einem roten Mantelsack verstaut, bei den Jütländischen Reitern hingegen in einem grauen. Die Reiter trugen naturfarbene, lederne Stulpenhandschuhe.
Die Reiter waren mit dem M1797-Pallasch bewaffnet, einem schweren, langen und geraden Schwert, das sowohl als Stich- als auch als Hiebwaffe eingesetzt werden konnte. Der Pallasch wurde an einem weißen Leibkoppel mit Messingschloss getragen. Zusätzlich führten die Reiter den M1807-Karabiner, der an einem weißen Bandelier befestigt war. Zu ihrer Ausrüstung gehörte auch eine schwarze Patronentasche, die ebenfalls an einem weißen Bandelier getragen wurde. Im Feldeinsatz wurden beide Bandeliers über der linken Schulter getragen. Außerdem befanden sich zwei Pistolen vom Typ M1806 oder M1807 in den Sattelholstern. Die zehn Flanquers der Schwadron waren mit dem M1798-Karabiner mit gezogenem Lauf ausgestattet.
Das Zaumzeug bestand aus schwarzem Leder, und die rote Schabrake hatte eine ungarische Form mit einer weißen Borte sowie einem stilisierten ungarischen Knoten in der vorderen und hinteren Ecke. Bei den Offizieren des Holstein-Regiments war die Borte silbern mit einer blauen Einfassung. Die Mannschaften und Unteroffiziere waren mit einem eckigen, grauen Mantelsack ausgestattet, in dem – ähnlich wie beim Tornister der Infanterie – zusätzliche Ausrüstungsgegenstände verstaut wurden. Unter dem Mantelsack war ein kleiner Futtersack befestigt, in dem auch ein Seil mit Pflock aufbewahrt wurde, mit dem das Pferd angebunden werden konnte. An der Vorderseite des Sattels befanden sich zwei Pistolenholster unter der Schabrake. Auf der linken Seite wurde der Brotbeutel getragen, und vorn am Sattel hing die Wasserflasche. Der Umhang wurde vorn am Mantel geschnallt. Offiziere trugen keinen Mantelsack, da ihre Ausrüstung separat transportiert wurde.

Husarenregiment
In der dänischen Armee gab es zwar nur ein einziges Husarenregiment, dieses verfügte jedoch über eine doppelte Mannstärke. Es bestand aus einer Stabsabteilung und sieben Schwadronen. Die ersten sechs Schwadronen waren als reguläre Husaren ausgerüstet, während die siebte Schwadron mit Lanzen bewaffnet war. Auf die siebte Schwadron werde ich hier nicht weiter eingehen, da sie nicht Teil des dänischen Hilfskorps war. Jede Schwadron setzte sich aus fünf Offizieren, zehn Unteroffizieren, drei Trompetern und 168 Kavalleristen zusammen. Das Regiment hatte somit eine theoretische Gesamtstärke von 1.326 Mann. Die zweite und sechste Schwadron waren dauerhaft in Holstein stationiert und wurden daher als Holsteiner Husaren bezeichnet. Nur diese Holsteiner Husaren gehörten 1813 zum dänischen Hilfskorps. Wie bei den schweren Reitern gab es in jeder Schwadron eine kleine Abteilung von zehn Husaren und zwei Unteroffizieren, die als Scharfschützen eingesetzt wurden.
Die Uniform der Husaren bestand aus einem zylindrischen Mirliton aus Filz, der mit einem Augenschirm versehen war. Am oberen Rand des Mirlitons befand sich eine breite weiße Borte, während der untere Rand mit einer schmalen weißen Borte verziert war. Zwei weiße Borten in Form falscher Flügel verliefen quer über den Mirliton. Mittig über einer schwarzen Kokarde mit weißer Schleife und Knopf war ein weißer Federbusch angebracht. Zusätzlich wurde oberhalb des Schirms eine weiß-rote Kokarde getragen. Die Husaren trugen einen hellblauen Dolman mit fünf Reihen weißer Knöpfe und weißen Verschnürungen. Der Kragen und die Ärmelaufschläge waren rot mit weißem Vorstoß. Der Pelz der Husaren war rot, verziert mit weißen Verschnürungen und Knöpfen sowie schwarzem Fell. Die Schärpe war rot und wurde durch weiße Kordeln ergänzt. Die Hosen ähnelten denen der schweren Kavallerie: Im Feld wurden graue Überhosen getragen, während zur großen Uniform weiße Reithosen mit Husarenstiefeln gehörten. Wie die übrigen Kavallerieeinheiten trugen auch die Husaren naturfarbene Stulpenhandschuhe. Bei kaltem Wetter wurde ein roter Umhang mit Schultercape angelegt.
Zur Uniform der Husaren gehörte ein zylindrischer Mirliton mit Augenschirm aus Filz. Am oberen Rand war eine breite weiße, am unteren Rand eine dünne weiße Borte angebracht. Quer über den Mirliton verliefen falsche Flügel in Form von zwei weißen Borten. Ein weißer Federbusch stecke mittig über einer schwarzen Kokarde mit weißer Schleife und weißem Knopf. Zusätzlich wurde eine weiß-rote Kokarde über dem Schirm getragen. Die Husaren trugen einen hellblauen Dolman mit fünf Reihen weißer Köpfe und weiße Verschnürungen. Der Kragen und die Ärmelaufschläge waren rot mit weißem Vorstoß. Der Husaren-Pelz war rot mit weißen Verschnürungen und Knöpfen sowie schwarzem Fell. Auch die Schärpe war rot mit Kordeln in Weiß. Die Hosen ähnelten denen der schweren Kavallerie, also graue Überhosen im Feld und weiße Reithosen mit Husarenstiefel in großer Uniform. Wie die übrigen Kavallerie-Einheiten, trugen auch die Husaren naturfarbene Stulpenhandschuhe und bei kaltem Wetter einen roten Umhang mit Schultercape.
Unteroffiziere trugen die gleiche Uniform wie die Mannschaften, jedoch war sie hochwertiger gearbeitet und durch silberne Borten und Verschnürungen verziert, die kleeblattförmig endeten. Auch der Mirliton, die Säbeltasche und die Schabrake wiesen silberne statt weiße Borten bzw. Stickereien auf. Die Schärpe der Unteroffiziere war dreifarbig und bestand aus roter und blauer Wolle mit weißen Kordeln. Die Offiziere hingegen trugen im Feldzug von 1813 teilweise bereits den neuen schwarzen Tschako anstelle des Mirlitons.
Die Uniform der Offiziere war von deutlich höherer Qualität gefertigt und mit silbernen Verschnürungen verziert, unterschied sich jedoch ansonsten kaum von der der Mannschaften. Die Schärpe war zweifarbig gestaltet, in Rot und Silber, und mit silbernen Kordeln versehen. Die Patronentasche war zusätzlich mit dem Monogramm FIVR aus Weißmetall geschmückt. Der Säbelkoppel bestand aus rotem Leder, während die hellblaue Säbeltasche vollständig mit Silberstickereien verziert war. Die Dienstgrade wurden, wie bei allen anderen Waffengattungen, durch Rosetten und Winkel oberhalb der Ärmelaufschläge angezeigt. Ab dem Rang eines Captäins kamen zusätzlich silberne ungarische Knoten als Rangabzeichen hinzu.
Die Husaren waren offiziell mit dem Säbelmodell M1808, dem Karabiner M1807 und zwei Pistolen bewaffnet. Bei den Holsteiner Husaren wurde jedoch vermutlich noch das ältere Säbelmodell M1792 verwendet. Der Säbel wurde in einer Stahlscheide mit Beschlägen und zwei Befestigungsringen an einem schwarzen Leibkoppel getragen. Dazu gehörte eine lederne Säbeltasche, deren Vorderseite mit hellblauem Stoff bezogen war, umrandet von roten Wolfszähnen mit weißem Vorstoß. In der Mitte der Tasche war das gekrönte Monogramm FIVR in Weiß eingestickt. Der Karabiner sowie die schwarze Patronentasche wurden beide an einem weißen Bandelier über der linken Schulter getragen.
Das Zaumzeug bestand aus schwarzem Leder im ungarischen Stil und war teilweise mit Kaurischnecken verziert. Charakteristisch war das halbmondförmige Ornament am Kehlriemen. Die Schabracke in ungarischer Form war rot und mit einer hellblauen Wolfszahn-Einfassung sowie einem weißen Vorstoß versehen. Zusätzlich zierte eine weiße Borte den Rand. Der Mantelsack war im Feldzug von 1813 rund und rot, obwohl bereits 1812 ein eckiges, graues Modell eingeführt worden war.

Standarten
Die dänischen Kavallerie-Regimenter führten in jeder Schwadron eine Standarte aus Seide mit den Maßen 64 x 55 cm.
Leichte Dragoner
Das Tuch der Regimentsfahne war aus bemalter Seide gefertigt und zeigte in der oberen Ecke an der Fahnenstange ein kleines Danebrog sowie das goldene königliche Monogramm „C7“. Das Fahnentuch des Regiments Jütland war dunkelgrün, mit gelben Flammen verziert. In der Mitte prangte das von Lorbeer umrahmte Wappen der Provinz, darüber eine goldene Krone mit rotem Futter. Über der Krone erstreckte sich ein Spruchband mit der Inschrift „FORTES FORTUNA JUNTA“, und unter dem Wappen war die Jahreszahl 1794 in römischen Zahlen M DCCXC IV angebracht.
Reiter-Regiment Holstein
Das Reiter-Regiment Holstein führte Standarten aus grasgrünem Tuch, verziert mit gelben Flammen. In den Ecken waren der Danebrog und das königliche Monogramm „C7“ abgebildet. In der Mitte prangte das Provinz-Wappen, darüber eine Krone. Das Tuch war nicht mit Fransen, sondern nur mit rotgoldenen Kordeln und Quasten verziert. Am 4. September verlor die 4. Schwadron ihre Standarte an die schwedische Kavallerie, die sie bis heute im Schwedischen Armeemuseum aufbewahrt.
Husaren
Die 6 Schwadrons-Standarten vom Typ M1785 der Husaren waren aus rotem Tuch gefertigt und mit goldenen Fransen sowie rotgoldenen Kordeln und Quasten verziert. Auf der Vorderseite prangte das gekrönte Doppelmonogramm „C7“, während auf der Rückseite ein goldener Falke in einer Wolke abgebildet war, begleitet von einem Spruchband mit der Inschrift „INACTIS ESTO VOLUCRIS“.
Artillerie
Das sogenannte „Königliche Korps der Artillerie“ bestand aus der „Dänischen Artilleriebrigade“ und der „Artilleriebrigade von Holstein“. Die Dänische Artilleriebrigade umfasste 9 Fußartilleriekompanien und 1 berittene Kompanie. Die Artilleriebrigade von Holstein setzte sich aus 6 Fußartilleriekompanien und 1 berittener Kompanie zusammen. Eine Fußartilleriekompanie bestand aus 8 Offizieren, 18 Unteroffizieren, 2 Musikern sowie 214 (bzw. 254 für die Artilleriebrigade von Holstein) Kanonieren und anderen Dienstgraden. Eine berittene Kompanie zählte 6 Offiziere, 18 Unteroffiziere, 2 Musiker sowie 144 Kanoniere und andere Ränge, insgesamt also 170 Mann. Im Rahmen der Umstrukturierung von 1808 wurden außerdem 16 Milizkompanien gebildet: 10 dänische und 6 holsteinische Artilleriebataillone. Diese 16 Kompanien wurden als Bedienungsmannschaften für die dänischen Befestigungsanlagen eingesetzt.
Nach 1808 erhielt jede Infanteriebrigade zudem eine sogenannte Mobile Batterie von 8 3-Pfund-Kanonen und 2 10-Pfund-Haubitzen. Die Kanoniere der mobilen Artillerie fuhren auf den Geschützlafetten, Munitionswagen, den Protzen und den Zug-Pferden mit. Die Besatzung eines 3-Pfünder Geschützen wurde dabei wie folgt verteilt: Der Kommandeur war beritten, 4 Kanoniere saßen auf der speziellen Lafette, die über Sitzplätze verfügte, weitere 4 Mann saßen auf dem vierrädrigen Munitionswagen, der ebenfalls mit Sitzen ausgestattet war, und der Rest auf den Zugpferden.
Die Fußartillerie war mit 8 6-Pfund-Geschützen und 2 20-Pfund-Haubitzen pro Batterie ausgestattet. Die schwereren Batterien erhielten jeweils 8 12-Pfund-Kanonen und 4 36-Pfund-Haubitzen. In der Schlacht wurden die Fußartillerieeinheiten in Batterien aufgestellt, um feindliche Formationen gleichzeitig mit einer Vielzahl von Kugeln und Kanistern zu beschießen. Die Haubitzen schossen Granaten anstelle von Vollkugeln oder Kanistern ab. Die schwere Artillerie hatte die Aufgabe, eigene Formationen zu decken und gleichzeitig zu versuchen, feindliche Bewegungen und Aufmärsche zu verzögern oder zu verhindern. Die leichteren, mobilen Batterien wurden zwischen den Infanteriebrigaden positioniert und feuerten von dort auf feindliche Stellungen. Eine gut ausgebildete mobile Batterie konnte etwa 24 Schüsse pro Minute abfeuern.
Die berittene Artillerie diente als Reserve, die aufgrund ihrer hohen Mobilität schnell an unterschiedlichen Frontabschnitten eingesetzt werden konnte. Sie konnte zudem vorrücken, um Kavallerieangriffe zu unterstützen oder Kavallerie und leichte Truppen bei Aufklärungs- und Patrouillenmissionen zu begleiten. Alle Geschütze wurden in Dänemark hergestellt und zeichneten sich durch hohe Qualität aus. Alle dänischen Geschützrohre waren aus Bronze gefertigt. Allerdings war die Wirksamkeit der dänischen Feldartillerie zu keinem Zeitpunkt so effektiv wie die der Preußen oder Franzosen.

Teil des dänischen Hilfskorps von 1813 waren 2 Mobile Batterien und 2 Fuß-Batterien.
- 3-pf. Mobile Batterie (Capitän G.A.N. Gerstenberg)
- 3-pf, Mobile Batterie (Capitän V.C. Gönner)
- 6-pf. Fuß-Batterie (Capitän G. Blicher)
- 6-pf. Fuß-Batterie (Capitän F.V.P.G. Koye)
Die mobilen Batterien waren mit 8 3-Pfünder-Geschützen mit einem Kaliber von 22 mm und dem Typ M1766/1799 im System „Karl von Hessen“ auf der Lafette M1808 ausgestattet. Zusätzlich wurden pro Batterie 2 10-Pfünder-Haubitzen des Typs M1766/1789 auf einer modifizierten Lafette M1796 verwendet. Die 3-Pfünder-Geschütze wurden von Protzen des Typs M1799/M1808 und 6 Pferden gezogen. Die mobile 3-Pfünder-Batterie Gerstenberg erhielt 6 französische 6-Pfünder-Geschütze M1808 sowie 2 24-Pfünder-Haubitzen, anstelle der üblichen 8 3-Pfünder-Geschütze. Die Batterie behielt jedoch zusätzlich ihre 2 dänischen 10-Pfünder-Haubitzen. Die Fußartillerie war mit 8 6-Pfünder-Feldgeschützen des Kalibers 22 mm und des Systems „Karl von Hessen“ vom Typ M1766 ausgestattet. Die 2 20-Pfünder-Haubitzen stammten vom Typ M1772/1789, ebenfalls im System „Karl von Hessen“. Für die 6-Pfünder-Geschütze wurden Protzen des Typs M1799 mit großen Munitionskisten verwendet, die von 6 Pferden gezogen wurden. Die Holzteile der Geschütze, Protzen und Wagen waren in Perlgrau gestrichen, während die Metallteile schwarz lackiert waren.
Der Uniformrock der Artillerie entsprach dem üblichen dänischen roten Rock ohne Schöße und wies die dreieckigen Umschläge unter den Rabatten auf. Ab 1812 erhielten die Ärmelaufschläge eine spitz zulaufende, polnische Form. Die blaue Abzeichenfarbe fand sich am Kragen, den Schulterklappen, den Ärmelaufschlägen, den Rabatten und den dreieckigen Umschlägen. Die Knöpfe und Litzen waren gelb. Die Offiziere trugen einen Rock aus besserem Material, ebenfalls rot, aber mit langen blauen Aufschlägen an den Schößen. Der Offiziersdienstgrad wurde durch die bereits erwähnte Anzahl kleiner Rosetten und Winkel in der Knopffarbe des Regiments über den Ärmelaufschlägen angezeigt. Bis Ende 1813 wurden zudem noch die alten Dienstgradabzeichen in Form von Epauletten getragen. Die Unteroffiziere waren durch dünne Winkel über den Ärmelaufschlägen gekennzeichnet. Die Hosen waren blau und wurden mit schwarzen Gamaschen getragen. Offiziere bevorzugten statt der Gamaschen ungarische Stiefel und vereinzelt auch die ab 1813 eingeführten grauen Hosen. Die Musiker trugen Schwalbennester mit gelben Litzen sowie Ärmelaufschläge mit gelbem Vorstoß. Die Trainfahrer trugen die gleiche Uniform wie die Artillerie, jedoch mit grauen Überhosen und Lederhandschuhen.
Ab 1808 trug die Artillerie den Tschako M1808 mit weißem Federbusch und rot-gelb durchwirktem Behang. Unter dem Federbusch saß eine schwarze Kokarde mit gelber Schleife und gelben Knopf. Das Lederzeug, eine Patronentaschen-Bandelier und das Leibkoppel für den Säbel waren weiß. Bewaffnet waren die Artilleristen mit dem M1802 Artillerie-Säbel, hatten aber schon ab 1803 keine Muskete mehr. In der schwarzen Patronentasche wurden deshalb keine Kugeln, sondern Artillerie-Werkzeuge und Ausrüstung aufbewahrt.

Prinz Frederik von Hessen
Von klein auf war Prinz Frederik von Hessen eine militärische Karriere vorbestimmt. 1778 war er bereits Oberst, 1783 Generalmajor und 1789 Generalleutnant. 1808 wurde er Kommandeur der Festung Rendsburg und Inspekteur der Infanterie in Schleswig-Holstein. Im Juli 1809 wurde er nach Norwegen beordert, um den dortigen Gouverneur abzulösen, dem der schwedische Thron angeboten worden war und an dessen Loyalität man daher nun Zweifel hegte. Er blieb dort bis zum 23. Mai 1813, als er von Prinz Christian abgelöst wurde.

Er wurde nun Oberkommandierender des dänischen Hilfskorps, welches die französischen Truppen in Norddeutschland unterstützte. Prinz Frederik stand im Feldzug von 1813 vor erheblichen Herausforderungen. Die dänischen Truppen waren zwar diszipliniert, jedoch materiell schlechter ausgestattet als die gegnerischen Armeen. Der Winter 1813/14 verschärfte die Versorgungslage zusätzlich, und die Moral der Truppen litt unter den anhaltenden Rückzügen. Kritiker werfen Frederik vor, sich zu sehr auf defensive Taktiken konzentriert zu haben, anstatt proaktive Angriffe zu wagen. Allerdings argumentieren andere, dass seine vorsichtige Strategie angesichts der numerischen und materiellen Überlegenheit der Koalitionstruppen die einzige sinnvolle Option war.
Nach dem Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 kämpften die Truppen unter Friedrich nun gegen Napoleon. 1818 kehrten die Truppen aus Frankreich zurück, und Friedrich wurde wieder Gouverneur von Rendsburg. Nach dem Tode seines Vaters 1836 wurde er dessen Nachfolger als Gouverneur von Schleswig-Holstein. Die Stellung hatte er bis 1842. Danach zog es sich auf sein Gut Panker an der Ostsee zurück, wo er 1845 starb.