Es ist vollbracht! Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung ist meine Spiel-Präsentation „Die Eisfestung“ rechtzeitig zur TACTICA 2025 fertig geworden. Noch in den letzten 2 Wochen konnte ich in vielen kleinen Bemal-Sessions weitere 4 französische Infanterie-Einheiten und einige Artillerie-Basen fertigstellen. Es gab zudem einige wenige Testspiele, um das Szenario und die Armeelisten zu entwickeln sowie Absprachen mit dem legendären Regel-Designer Jervis Johnson. Dieser hat das sehr erfolgreiche „Open-Source“-Regelsystem Valour & Fortitude nach seiner aktiven Zeit bei Games Workshop entwickelt. Schon im letzten Jahr hatte ich die Idee, dass wir neben Alan und Michael Perry auch Jervis Johnson zur TACTICA einladen und dieses Trio dann mein Szenario „Die Eisfestung“ mit Valour & Fortitude präsentieren sollen. Und tatsächlich hat alles wie geplant funktioniert. An dieser Stelle deshalb noch einmal vielen Dank an Jervis Johnson, Alan und Michael Perry für die Mühe sowie an alle Spiel-Teilnehmer im Rahmen der TACTICA. Es war einfach großartig!









Das Szenario
Aufstellungszonen
Den geschichtlichen Hintergrund zu meiner Spiel-Präsentation hatte ich bereits ausführlich hier auf meiner Website erläutert. Im Spiel-Szenario sollte die Verteidigung der Brückenköpfe des Kommunikationsweges im Vordergrund stehen. Zwei französische Brigaden hatten die Aufgabe, das Nord- und Südende dieser wichtigen Straße zu halten und sich dort rund um die drei Brückenköpfe zu sammeln. Die Aufstellungszonen der Franzosen befanden sich also allesamt in der Mitte der Spielplatte. Die Franzosen hatten außerdem die Möglichkeit, weitere Truppen aus Hamburg im Norden und Harburg im Süden heranzuführen. Außerdem konnte auch der französische Oberbefehlshaber Davout aus Hamburg angefordert werden. Die drei russischen Kolonnen begannen das Spiel jeweils in zwei unterschiedlichen Abschnitten im Osten und einem Abschnitt im Westen, also an den beiden Längsseiten der Spielplatte. So hatten sie die Möglichkeit, die drei Brückenköpfe jeweils separat mit je einer Kolonne anzugreifen oder sich zu vereinen, um gemeinsam gegen eine der kleinen Festungen an der Straße vorzugehen.




Gelände
Die Spielplatte selbst beinhaltet den Kommunikationsweg mit den drei erwähnten Brückenköpfen, wobei der südliche Brückenkopf die Fährstation darstellte. Jeder der Brückenköpfe wurde zusätzlich durch eine Redoute gesichert. Weitere Bestandteile waren kleine Ortschaften im Norden, u.a. auch die Windmühle mit dem Haus des Müllers, das Amtshaus im Osten und der Ort Kichdorf im Südosten. Das Gelände war durch die hochgelegenen Straßen auf den Deichen von Wilhelmsburg in unterschiedliche Bereiche gegliedert. Rechts und links neben den Brückenwegen lag „schwieriges Gelände“, da dieser Bereich zwischen dem Sommerdeich direkt an der Norder- und Süderelbe sowie dem Hauptdeich, der das Inselinnere schützte, aus häufig überfluteten und morastigen Wiesen bestand. Zudem hatte es damals kurz vorher Tauwetter gegeben, sodass sich kleine Wasserflächen auf dem gefrorenen Boden gebildet hatten, welche die Bewegung von Truppen stark einschränkten. Das Gelände im Inselinneren, also hinter dem Hauptdeich, galt als offenes Gelände. Die Straßen auf den Deichen ermöglichten außerdem eine schnelle Bewegung der Truppen. Ganz im Süden, an der Fährstelle nach Harburg, erstreckte sich die zugefrorene Süderelbe.



Sonderregeln
Neben den herkömmlichen Regeln hatte ich eine ganze Reihe von Sonderregeln für das Szenario festgelegt:
French Reinforcements: After the 1st round, the French can bring 1 infantry unit (or Marschall Davout) per round via the northern edge of the gameboard (Hamburg / Division Pêcheux) or the southern ferry (Harburg / Division Vichery) onto the battlefield.
Charge on the City: The Russians are allowed to attempt an assault on Hamburg and Harburg 1 time per game. Only one charge attack is possible per round. The charge attack always takes place at the beginning of a new round. The attacker rolls with 1d6. With a score of 4 +, the attack is a success (modifications: -1 on the roll for each unit and for Davout, who is still in the city as a reinforcement).
- Successful attack: 1 French unit (Davout is not a unit!) must remain in the city for the rest of the game / if there is no unit left in the city, an infantry unit must immediately retreat (Unit closest to Reinforcement Point / Edge).
- Failed attack: 1 Russian infantry unit must immediately retreat over the long edges. (Harburg = East Edge / Hamburg = West Edge / Unit closest to Edge)
Locals: The Hamburg Citizen Guard and 1 friendly unit in 6 inches ignore rough terrain.




Siegbedingungen
Das Spiel war auf 2 Stunden begrenzt. Wer innerhalb dieser Zeit die meisten Siegpunkte erringen konnte, war der Gewinner des Spiels. Siegpunkte gab es durch das Erobern der Brückenköpfe (je 1 bis 2 pro Brückenkopf) sowie durch die üblichen Siegpunkte infolge misslungener Fortitude-Tests des Gegners.




Fazit
Bei den Spielen während der TACTICA gingen übrigens immer die Russen als Sieger vom „Schlachtfeld“. Vor allem die vielen kleinen Reitereinheiten, die aufgrund ihrer Reichweite und Beweglichkeit die Flanken und den Rücken der gegnerischen Einheiten bedrohten, konnten erheblich zum Sieg der Russen beitragen. Ein paar meiner Sonderregeln wurden teilweise von Jervis verbessert. So zum Beispiel die Regel, dass die Brückenköpfe immer eine Artillerie- und eine 1. Infanterieeinheit gleichzeitig beinhalten konnten. Er will mir noch einmal ein Update mit seinen Anmerkungen senden. Sobald ich meine Szenario-Regeln danach angepasst habe, werde ich diese hier noch einmal veröffentlichen.




Wargames Illustrated
In der Dezember Ausgabe 2024 der Wargames Illustrated findet ihr übrigens einen Bericht zu meiner Präsentation. Aus 6 Seiten gibt es dort ein paar schöne Fotos und eine Zusammenfassung der historischen Ereignisse.