Nach meiner Reise nach Japan wurde es natürlich Zeit, mich einmal wieder mit einem meiner Lieblings-TableTop-Systeme zu beschäftigen, Test of Honour. Zuletz (OK, das ist auch schon wieder ein Jahr her) hatte ich schon die beiden Boxen „Seven Samurai“ und „Rogues and Ruffians“ bemalt. Passend dazu habe ich jetzt eine kleine Truppe von „Bandits & Brigands“. Zu diesen Kriegern und Kämpfern, die außerhalb der Traditionen des feudalen Japans lebten, gehörten neben den „Bandits & Brigands“ auch die „Ronin“ und die „Renegades“. Diese drei Fraktionen sowie die „Ninjas“ können bei Test of Honour auch miteinander kombiniert werden.

Bandits & Brigands…
Found in the bad section of town, these are the notorious villains that’ll keep any samurai wary when travelling down a dark path…
Wenn der Herr eines Samurai getötet wurde oder sein Herrschaftsgebiet verlor, war Seppuku das Ehrenhafteste. Viele schlugen jedoch den schändlichen Weg ein, ein Ronin zu werden – ein Herumtreiber oder Vagabund, jemand ohne angemessenen Platz in der Gesellschaft.
Die meisten versuchten, ihren Lebensunterhalt weiterhin mit ihren Schwertern zu verdienen. Viele Daimyos heuerten bereitwillig Ronin als Söldner an, um ihre Truppen zu verstärken, und bezahlten sie mit Münzen. Arbeit konnte man auch beim Schutz von Handelskarawanen oder als Leibwächter für die Reichen finden.


Die weniger Skrupellosen wurden zu Banditen, die Reisende ausraubten, oder blieben in den Städten und schlossen sich Verbrecherbanden an, wo sie als angeheuerte Schläger für verschiedene unappetitliche Operationen dienten. Natürlich gab es auch viele Bürgerliche, die ein Leben voller Diebstahl und Gewalt ehrlicher Arbeit vorzogen, was die Straßen und Wege Japans insgesamt zu gefährlichen Orten machte
Diese ruchlosen Typen brachten den Ronin einen schlechten Ruf ein, obwohl es keinen Zweifel daran gibt, dass viele ihren Sinn für Ehre bewahrten. In der Schlacht von Sekigahara wurden so viele Clans besiegt, dass es einen enormen Zustrom von Ronin gab. Viele von ihnen kämpften in den ersten Jahren der Edo-Zeit gegen das neue Tokugawa-Shogunat und verteidigten Toyotomi Hideyoshis Sohn, den sie als rechtmäßigen Erben ansahen.

Die Klingen der Nacht – Die Sieben Samurai
Jetzt brauche ich nur noch eine Hintergrundgeschichte für meine Bande…
In der Sengoku-Zeit, als Japan von Kriegen zerrissen war, streiften Männer durch das Land – Gesetzlose, Gefallene, Männer ohne Ehre. Man nannte sie „Die Klingen der Nacht“, eine Bande von Banditen, deren Namen in Flüstern die Lagerfeuer der Dörfer umrundeten.
Ihr Anführer war Daigo, ein ehemaliger Samurai, dem sein Herr das Leben nahm, als er sich weigerte, Unschuldige zu schlachten. Daigo überlebte – aber seine Ehre war erloschen. Er schwor nie wieder einem Fürsten zu dienen, nur noch dem Schwert.
Sein engster Vertrauter war Gorō, ein Riese mit einem brutalen Tetsubō, einem eisenbewehrten Knüppel. Einst war er Kommandant einer Garnison – bis er seine Männer in einem letzten Akt der Rebellion gegen einen verrückten Daimyō anführte.

Zu den „Klingen der Nacht“ gehörten Männer, wie Hayato, ein Meisterdieb mit schnellen Fingern und einer noch schnelleren Zunge. In Kyōto galt er als tot – zumindest, seit er den Schatz eines Shōguns verschwinden ließ. Kenta, ein stiller Killer mit einer Kusarigama, war der Schatten der Truppe. Niemand wusste, woher er kam, doch man munkelte, er habe seinen eigenen Clan ausgelöscht, um seine Freiheit zu erkaufen.

Zusammen überfielen sie die Reichen, erpressten Händler, fielen nachts in Lager der Daimyōs ein und ließen keine Spur außer Blut und Flammen. Doch sie waren keine Helden. Sie waren keine Rächer der Armen. Sie lebten nur nach einem Gesetz: Überleben – und niemals wieder knien.
In den Bergen nahe Kōjiwara, während der Morgennebel wie Geister über die Pfade kroch, stießen zwei Männer zur Bande: Rensuke und Ichirō – Brüder aus dem Norden, meisterhafte Bogenschützen, deren Pfeile wie der Tod selbst flogen. Rensuke war ruhig, sein Bogen aus schwarzem Bambus, geschärft bis ins letzte Detail. Ichirō, jünger, wild, mit einem Lachen, das Wahnsinn erahnen ließ. Sie hatten einen Clan verloren – und schworen, nie wieder zu zögern. „Zwei weitere Schatten“, sagte Daigo. „Dann ziehen wir eben gemeinsam in die Hölle.“

Doch das Schicksal hatte andere Pläne. In einem alten Dorf namens Otosande, von Reisfeldern umgeben und Schweigen durchdrungen, wartete jemand. Kein Lord. Kein Spion…
…die sieben Samurai. Sie kamen, um das Land zu schützen – so sagten sie. Ihr Ruhm war unantastbar. Ihr Ruf legendär. Doch Daigo kannte Ehre – und er wusste, wie oft sie nur eine Maske war. Die Begegnung war unvermeidlich. Zwei Legenden unter einem Himmel, der sich verdunkelte. Am Ufer des Shōna-Meers, bei Sonnenuntergang, standen sich die Gruppen gegenüber:

Die Sieben Samurai, edel, aufrecht – wie Götter aus einer alten Zeit.
Und Die Klingen der Nacht, staubbedeckt, narbig, verdorben – aber lebendig.

Dann spannte Rensuke den ersten Bogen. Ein Pfeil zischte. Die Schlacht begann. Hayato tanzte zwischen Klingen, Kenta sprang aus dem Schatten, Gorō zerschmetterte Rüstungen wie Ton, Masaru bewegte sich wie ein Geist. Die Pfeile der Brüder Rensuke und Ichirō regneten auf die Samurai herab – gezielt, gnadenlos. Doch ihre Gegner waren keine gewöhnlichen Krieger. Sie hielten stand. Sie kämpften mit einem Ziel. Und langsam begann die Nacht, sich rot zu färben.
Wie wird dieser epische Kampf enden?
