Omaha Beach – WN 73

Das Widerstandsnest 73 lag an der Westflanke des deutschen Stützpunktes, der zusammen mit WN 72 und WN 71 die Straße nach Vierville-sur-Mer am Omaha Beach sichern sollte.

Diese alte Luftaufnahme zeigt noch einmal die Lage von WN 71, WN 72 und WN 73 sowie die Straße und den Einschnitt, welche vom Strand nach Vierville führte.

WN 73 gruppierte sich um ein großes zerfallenes Wohnhaus, dass Maison Gambier, welches heute leider fast vollständig verschwunden ist. Das Haus bestand einst aus hohen Natursteinwänden und war in einen fast 50 Meter breiten Einschnitt in der Steilküste hineingebaut worden.

Maison Gambier vor dem Krieg.

Die meisten Stellungen und Unterstände von WN 73 lagen auf dem hier bis zu 29 Metern ansteigendem Plateau. Das Widerstandsnest wurde am D-Day um ca. 8.30 Uhr von 8 US-Ranger und einige Soldaten der A- und B-Kompanie des 116. Regimentes angegriffen und eingenommen. Heute befindet sich hier ein Campingplatz und die meisten der noch erhaltenen Bunker stehen am Rande oder zwischen den Stellplätzen.

Aus der Luft kann man den Campingplatz und die Reste von WN 73 gut erkennen:

  • (1) Kasematte und Pak 97/38
  • (2) Ic125 Tobruk und Granat-Werfer 278 8 (f)
  • (3) B-Stelle
  • (4) Typ Nr. 1699 Tobruk
  • (5) Unterstände
  • (5a) Küche und Wassertank
  • (6) Mason Gambier

Bewaffnung

  • 1 x 7,5 cm Pak 97/38. Oder 1x 75 mm (FK231 -f-)
  • 2 x 8,14cm Granat-Werfer 278 (f) Brandt
  • 5 bis 6 MG-34

Besatzung

Teile der 11. Kompanie, 3. Bataillon / Grenadier-Regiments 726.

Stellungen

SK/Schartenstand

Am nordöstlichen Rand des WN73 war ein Schartenstand für eine PAK gebaut worden. Die sehr große Öffnung erinnert an eine Garage und war wohl nur ein provisorischer Bau aus Betonsteinen.

Seitentür des Schartenstandes, neben der wohl Munition gelagert wurde. Im Dach befindet sich ein Loch, damit Dämpfe entweichen konnten, die sonst beim Feuern im Inneren eingeschlossen gewesen wären.

Ein deutsche Soldat malte diese Bild im Inneren der Kasematte. Es zeigt den Blick aus der Scharte auf den Strand und die Promenade.

Wie dieses alte Foto zeigt, scheint es eine zusätzliche Position unterhalb des Schartenstandes geben zu haben. Sie könnte als Beobachtungstellung für die Geschützbesatzung oder ein Maschinengewehr gedient haben.

Zu Beginn des Krieges mit Russland sahen sich die deutschen Truppen schon bald mit den russischen T-34- und KV-Panzern konfrontiert. In großer Eile begannen die Deutschen, Waffen zu entwickeln, um diese Panzer sinnvoll bekämpfen zu können. Eine der Maßnahmen war der Einsatz von 75-mm Rohren der französischen Canon de 75 mm modèle 1897, welche mit der Lafette der deutschen 5-cm-PaK 38 kombiniert wurde.

Der Lauf wurde zudem mit einer neuen Mündungsbremse ausgestattet und so wurde die 7,5cm Pak 97/38 geboren.

Unter an der Promenade, in der Nähe des Doppelschartenstandes von WN 72 hat man nach dem Krieg die Mündungsbremse der PAK eingemauert. Heute wird das gute Stück als Mülleimer benutz!

Der Blick hinunter zum Strand. Das Geschütz könnte mit seinen Granate 43 mm Stahl auf eine Entfernung von 2000 Meter durchschlagen (die Frontpanzerung eines Sherman-Panzers betrug 50 mm).

Ic125 Mörser-Tobruk

Zwei baugleiche Ic125 Mörser-Tobruk lagen im Zentrum von WN73. Jeder Tobruk war mit einem französischem 8,14cm Granat-Werfer 278 (f) Brandt gestückt.

Das alte Foto zeigt die Öffnung des Tobruk mit aufgemaltem Gelände zur Zielfindung. Unten am Strand sind die beiden Kasematten von WN 72 erkennbar.

Ein weiteres Foto aus der Mörser-Tobruk-Öffnung, aber mit Blickrichtung Westen. Im Hintergrund die Ruine von Maison Gambier.

Typ Nr. 1699 MG-Tobruk

Zwei Typ Nr. 1699 Tobruks für je ein MG-34 sorgten für die Deckung der Rückseite des WN 73

Im Hintergrund des Tobruk sieht man die Oberkante der Unterstände.

Der zweite MG-Tobruk weiter westlich.

B-Stelle

Von einem Beobachtungsbunker mit Scharte nördlich des östlichen Mörser-Tobruks konnte man in Richtung WN 72 schauen und auch den gesamten Strand überblicken. Von hier aus wurden über Telefonleitung die beiden Mörser und die 2. Artillerie-Batterie der II./352 im Landesinneren sowie vermutlich auch die 8. Und 9. Batterie der Heeres-Küsten-Artillerie-Abteilung 1716 (Maisy Batterie) gelenkt.

Man kann gerade noch die Oberkante der Scharte der B-Stelle erkennen.

Mason Gambier

Dieses alte Foto zeigt die Ruine des Wohnhauses nach dem Krieg. Heute sind nur noch Trümmerreste des Mason Gambier erhalten.

Unterstände

Entlang des Plateau-Randes lagen insgesamt fünf feldmäßige Betonbaracken, von denen vier als Unterkünfte, Büros und eine als Küche diente. Hier befand sich auch ein Wassertank für 1.700 Liter Trinkwasser.

Laufgräben und Feldstellungen

Wie üblich waren alle Stellungen, Bunker und Gebäude durch Zick-Zack-Laufgräben miteinander verbunden. Vom Schartenstand der PAK führte außerdem ein Unterirdischer Gang auf das Plateau. Es gab zudem 4 bis 5 offene MG-34 Feldstellungen sowie einige kleine Munitionsbunker.

Diese alte Foto zeigt gut die Zick-Zack-Laufgräben, erkennbar sind außerdem zwei Unterstände und im Hintergrund die Ruine von Masion Gambier.

3 Kommentare zu „Omaha Beach – WN 73“

  1. Hallo!

    Bin jetzt erst dazu gekommen, deinen Beitrag über WN 73 zu lesen, wieder mal für mich als D Day sehr interessant, also ich hoffe es folgen da in der Zukunft noch mehr! 😉 Vielen Dank dafür und hoffe 2024 wieder persönlich vor Ort zu sein, weil bis dahin sollte es ja besser werden mit dem Ganzen.

    Wünsche schöne Feiertage und alles Gute für 2022

    Gruss

    Heinz

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    1. Bitte gerne, war 2018 und 2019 vor Ort, haben in Colleville sur Mer in einer Pension genächtigt, meine Gattin war mit, die mag es eher gemütlicher daher nichts mit Camping usw. aber nach Port-en-Bessin ist ja nicht weit weg von Colleville, wäre nett wann man sich sehen würde! Und wie schon geschrieben, freue mich über jeden Beitrag was den D-Day angeht.

      Gruss

      Heinz

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