Stow Maries – A Call to Arms

Am 4. und 5. August 2023 fand auf dem Gelände des Stow Maries Aerodrome (s. Bericht: https://tabletopdeutschland.com/2023/08/27/stow-maries-great-war-aerodrome/) die Living History Veranstaltung „A Call to Arms“ statt. Glücklicherweise konnte wir unseren Besuch des Aerodroms so legen, dass wir bei diesem Ereignis vor Ort sein konnten. Und auch das Wetter spielte mit, obwohl es zuvor fast 2 Wochen in England nur geregnet hatte.

Neben den vielen freiwilligen Helfern und Experten des Museums waren für die Veranstaltung die Reenactment-Gruppen Nimy Company 4.RF Living History Group, 10th Essex Living History Group, Hangar 1914 und The Great War Society angereist und hatten für ein Wochenende ihre Zeltlager vor Ort aufgeschlagen.

Die Gruppen

Die “Nimy Company 4.RF Living History Group” hat sich der Darstellung des 4. Bataillons der Royal Fusiliers (London Regiment) zur Zeit des 1. Weltkrieges verschrieben. Berühmt war der Einsatz dieser Einheit in der Schlacht von Nimy am 23. August 1914, wo sie um die Brücken im Ort kämpften. Für ihre Tapferkeit wurden Leutnant Maurice Dease und Private Sid Godley beide mit dem Victoria-Kreuz ausgezeichnet – die ersten britischen Soldaten, die diese Auszeichnung im Ersten Weltkrieg erhielten.

Die kleine Gruppe von „Hangar 1914“ stellte die Ground-Crew des Royal Naval Air Service und des Royal Flying Corps für eine Sopwith Tabloid dar. Die Sopwith Tabloid, der Name wurde aufgrund der geringen Größe des Flugzeugs gewählt, war ein Doppeldecker-Sportflugzeug, das von der Sopwith Aviation Company 1913 gebaut wurde. Sie war ein ungewöhnlicher Zweisitzer, bei dem die beiden Besatzungsmitglieder nebeneinander saßen. Sie besaß keine Querruder und wurde stattdessen über Trägflächen-Verwindungen gesteuert. Vermutlich erreichten 36 Maschinen die Royal Flying Corps und Royal Naval Air Service. Sie gingen zu Beginn des Ersten Weltkrieges nach Frankreich und wurden als schnelle Aufklärungsflugzeuge eingesetzt.

Die “The Great War Society” ist so eine Art Dach-Organisation in England. Sie wurde 1984 gegründet und bietet die Möglichkeit zur praktischen Erforschung der Uniformen, Waffen, Ausrüstung, Ausbildung und alltäglichen Aufgaben der Soldaten des Ersten Weltkriegs und dies sowohl für die britische als auch die deutsche Infanterie. Die Mitglieder der Society stellen Soldaten des 4th Bataillon Middlesex Regiment, The York and Lancaster Regiment, aber auch Männer des Royal Flying Corps und des Tank Corps dar. Im Rahmen der Veranstaltung war eine Gruppe in Uniformen des Middlesex Regiments angereist.

Die weitaus größte Gruppe mit einem beeindruckenden Zeltlager, war die „10th Essex Living History Group“. Die Gruppe hatte natürlich auch Heimspiel und das Essex Regiments-Museum liegt gar nicht weit von Stow Maries in Chelmsford. Das 10. Bataillon Essex Regiment war ein Dienstbataillon, das im September 1914 in den Warley Barracks, Brentwood, aufgestellt wurde. Es war Teil von Kitcheners zweiter neuer Armee, die aus Freiwilligen gebildet und der 53. Brigade der 18. Ostdivision angegliedert war. Im Juli 1916 war das Bataillon in die Schlacht an der Somme verwickelt und war im Gegensatz zu vielen anderen Einheiten in seinem Sektor bei Carnoy-Montauban erfolgreich. Im Jahr 1917 war es an der dritten Schlacht am Scarpe beteiligt, bevor es nach Flandern versetzt und bei Pilkem Ridge, Langemarck und Passchendaele eingesetzt wurde.

Das Programm

Da wir bei unserem Besuch auch parallel das Museum erkundeten und eine Privatführung absolvierten, konnte wir nur einigen der vielen Programm-Punkte des Tages verfolgen.

Der Tag begann mit einer Art „Trooping the Colour“, also einer „Foot-Drill“ – Vorführung und der Fahnen-Parade, bei der natürlich auch ein Trompeter mit seinem Signal die Morgenstille unterbrach.

Im Camp des 10th Essex wurden uns Uniformteile und Waffen erklärt. Dazu gehörten Nahkampfwaffen, unterschiedliche Gewehre und Maschinengewehre. Dabei durfte man auch alle Gegenstände selbst in die Hand nehmen und ausprobieren.

Im Zeltlager der Nimy Company 4.RF waren auch einige Jungen dabei, die voll mit im Geschehen involviert waren. So gab es eine Bajonett-Kampf-Vorführung, die trotz guter Schutzausrüstung recht gefährlich ausgesehen hat.

Am späten Vormittag wurden am zentralen Platz des Aerodroms mit einem sehr schönen Feldgottesdienst überrascht. Hier wurde auch den Gefallenen des 1. Weltkrieges gedacht.

Da sich herumgesprochen hatte, dass wir extra aus Deutschland angereist waren, wurde für uns eine Sonderführung organisiert, die von einem örtlichen Zeitungs-Fotografen begleitet wurde. So hatten wir Gelegenheit, auch hinter die Absperrungen zu kommen und ein wenig hinter die Kulissen zu schauen.

Dann folgte eine Vorführung, bei dem erst die Uniform und Ausrüstung der Soldaten erläutert wurde und dann der Feuerkampf mit Gewehr und Maschinengewehr dargestellt wurde. Abschließend kämpften zwei MG-Teams in einem Wettkampf, bei dem das MG auf- und abgebaut und ein Parkour absolviert werden musste.

Leider hatten wir nicht genug Zeit weiteren Vorführungen beizuwohnen, trotzdem hat sich der Besuch mehr als gelohnt.

2 Kommentare zu „Stow Maries – A Call to Arms“

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