Napoleonische Kriege in Norddeutschland – TACTICA Themenraum 2025

Jahren 1813 und 1814 war die Elbinsel Wilhelmsburg, gleich südlich der heutigen Hamburger Innenstadt gelegen, mehrfach Schauplatz erbitterte Kämpfe zwischen Franzosen und alliierten Armeen. Dort, wo heute das Bürgerhaus Wilhelmsburg steht und die Hamburger TACTICA veranstaltet wird, verlief die große Militärstraße zwischen Hamburg und Harburg, die in ihre Konstruktionsweise der Vorläufer der Hamburger Elbbrücken und der Wilhelmsburger Reichstraße wurde. Die sogenannten „Franzosenzeit“ von 1806 bis 1814 prägt Wilhelmsburg und große Teile von Norddeutschland bis heute. Bei den Kämpfen und Konflikten der Napoleonischen Kriege in Norddeutschland handelt es sich zwar nur um einen Nebenschauplatz der bedeutenden Ereignisse dieser Zeit, trotzdem ist ihre Geschichte äußert vielfältig und spannend. Alles gute Gründe, warum wir dieser kurzen, aber interessanten Epoche, einen TACTICA-Themenraum gewidmet haben.

Ausstellung

Der Themenraum bestand in diesem Jahr sogar aus zwei Räumen. In dem kleineren Raum hatten wir eine Ausstellung zum Thema und das „Hauptquartier“ der Napoleonischen Reenacter untergebracht. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die Reenacter, die unermüdlich die Fragen der Besucher beantwortet haben. Ein besonderer Dank geht an Frank Herberger und Jens Kalle, die nicht nur in historischer Uniform aufgetreten sind, sondern auch zahlreichen Dioramen für den Themenraum vorbereitet hatten. Neben diesen Dioramen hatte ich verschiedene Karte, Bilder, Berichte, Literatur und natürlich auch einige Figuren zum Thema zusammengestellt. Weitere Figuren hatten Klaus Hinderks und Markus Probst beigesteuert. So wurde dieser kleine Themenraum zu einem kleinen Museum und Dank der Reenacter zu einem interaktiven Erlebnis für die TACTICA-Besucher.

Präsentationen

Neben meiner eigenen, bereits vorgestellten Präsentation „Die Eisfestung“, gab es im großen Themenraum einige wirklich ungewöhnliche Spielplatten zum Thema „Franzosenzeit“ zu bestaunen und zu bespielen.

Gefecht in Damnatz

Im Juli 1813 hatten die Franzosen Damnatz, ein kleines Dorf am südlichen Ufer der Elbe, zu einem befestigten Vorposten ausgebaut. Von hier aus konnten sie den wichtigen Elbübergang an der Festung Dömitz überwachen. In der Nacht des 24. Augustes marschierten einige Abteilungen der Alliierten, Jäger der Russisch-Deutschen Legion, hannoversche Jäger des Korps Kielmannsegge, Lübecker Hanseaten sowie Hanseatische Reiter nach Dömitz, setzen über die Elbe und schlichen im Schutze der Dunkelheit nach Damantz, um die französischen Besatzungstruppen dort auszuschalten. Gelingt das Unternehmen?

Gespielt wurde dieses Szenario in 28 mm und mit dem Regelwerk „The men how would be kings“ (funktioniert besser als andere „Lion Rampant“ – Varianten). Und zum Glück ist Vasa ein echter Präsentations-Vollprof! Da ich mich um die TACTICA-Organisation und auch um den Nachbartisch mit der Präsentation „Die Eisfestung“ kümmern musste, leitete Vasa unermüdlich ein Szenario nach dem anderen. Herzlichen Dank dafür!!! Ein echter Hingucker bei dieser Spielplatte waren die Gebäude von Jens Najewitz, die ihr über seine Homepage „3D Print Terrain“ erwerben könnt.

Angriff auf Spiekeroog:  Der Kampf um die Franzosenschanze

Spiekeroog ist von den Franzosen besetzt! Im Jahre 1812 gilt für Spiekeroog das Gleiche, wie für das gesamte restliche Europa: Es ist ein Teil des napoleonischen Kaiserreichs. Nur England trotzt Napoleon, denn die Royal Navy blockiert die Zugänge zu allen Festlandhäfen. Ein junger englischer Kapitän wagt ein kühnes Unternehmen und greift das französische Fort auf Spiekeroog an…

Diese Spielplatte mit 6 mm Figuren und Gelände, präsentieren Thomas Richter, Andreas Schmidt und Jannes Schoppe. Gespielt wurde ebenfalls nach den Regeln Valour and Fortitude Regeln und das hatte gleich mehrere gute Gründe. Zum einen ist das Regelwerk Valour and Fortitude wirklich erstklassig und zum anderen ist Thomas der „offizielle“ deutsche Übersetzer und zu guter Letzt, feierte Thomas und die gesamte deutsche V&F – Community den Release der 3.0 Regelübersetzung sowie die Ankündigung, dass das Ganze auch als Hardcover-Buch in deutscher Sprache erscheinen wird (zumindest als einmalige Sammler-Edition).

Das Gefecht an der Nettelnburger Schleuse

Hamburg, 30. Mai 1813. Nachdem die Franzosen im März 1813 die Stadt Hamburg nach Jahren der Besatzung verlassen hatten, um ihre Truppen im sechsten Koalitionskrieg zu verstärken, befreiten russische Kosaken unter General Karl Friedrich Freiherr von Tettenborn die Stadt. Die Herrschaft der Russen in Hamburg währte jedoch nur etwas mehr als zwei Monate. Ende Mai rückten französiche Truppen unter Marechal Louis-Nicolas Davout auf die Stadt vor. Tetternborn konnte mit seinen Truppen die Stadt nicht halten und zog sich zusammen mit einem Verband der Hamburger Bürgerwehr in Richtung Bergedorf zurück. Die Franzosen bedrohten diesen Rückzug in der Flanke. Das bei Lüneburg liegendes preußische Grenadierregiment König-Friedrich-Wilhelm IV. (1.Pommersches) Nr.2 unter dem Kommando von Oberstleutnant Karl August Ferdinand von Borcke eilte heran und ging bei Nettelnburg in Stellung.

Dieses tolle Szenario für 4 Spieler nach den Kugelhagel-Regeln und im 13 mm Maßstab wurde von den Jungs von TTNerdsMz präsentiert.

Verteidigung der Elblinie 1813

Das Jahr 1812 brachte den Untergang der Grande Armee in den verschneiten Weiten Russlands. Doch Napoleon ist noch lange nicht geschlagen, im Gegenteil. Er setzt alles auf eine neue Offensive gegen die nun immer mutiger agierenden Preußen und Russen. Das Ziel seiner Bemühungen ist dabei eine offensive Verteidigung der Elbline, um ein Zusammentreffen der sich nähernden preußenischen und russischen Kräfte in Norddeutschland zu verhindern und die jeweiligen Armeen getrennt voneinander zu schlagen und dadurch dafür zu sorgen, dass der Herzog von Mecklenburg nicht in Versuchung gerät die Seiten zu wechseln, wodurch die Sicherheit Hamburgs gefährdet wäre. Während Napoleon noch versucht seine Kräfte neu zu organisieren und hat die Verteidigung der Elblinie in die fähigen Hände seiner Untergebenen gelegt, doch wird es ihnen gelingen die hochgesteckten Ziele des Kaisers mit den wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Kräften zu erreichen?

Ein weiteres Szenario, gespielt nach den Kugelhagel-Regeln. Präsentiert wurde das Ganze vom Regel-Designer höchstselbst, Martin Feller. Ungewöhnlich war die Wahl der Figuren, denn es wurden die schönen Papierfiguren von Peter Dennis verwendet, die seit einiger Zeit durch WoFun Games bereits spielfertig angeboten werden.

Das Treffen an der Göhrde

Die wohl bekannteste Schlacht der Napoleonischen Krieg in Norddeutschland war „Das Treffen an der Göhrde“, bei der eine französische Division vom alliierten Korps Wallmoden der Weg von Hamburg nach Magdeburg versperrt wurde und die Franzosen, trotz hoffnungsloser Unterlegenheit, ein respektabler Rückzug nach Lüneburg gelangt.

Präsentiert wurde das Ganze von Dirk Tietten und gespielt wurde im Maßstab 28 mm sowie dem Regelwerk Black Powder. Dirk präsentiert nun schon viele Jahre seine Black Powder Spiele mit einer selbstgebauten Spielmatte. In diesem Jahr war diese aber durch untergelegtes Gelände in eine 3D-Spielplatte verwandelt worden und konnte so das sehr hügelige Gelände der Göhrde darstellen.

Depesche und Figuren

Das Thema „Franzosenzeit“ speigelte sich nicht nur in unserem Themenraum wieder, sondern auch in unseren Sonderfiguren und der diesjährigen „Depesche“, die eine Vielzahl von Berichten bis hin zu einem Hamburger Stadtrundgang beinhaltete.

Die 28mm Perry-TACTICA Figur 2025 stellte den tödlich getroffenen Ferdinand von Schill dar. Um Preußen von Napoleon zu befreien, führte der preußische Major Ferdinand von Schill im Jahr 1809 mit seinem Freikorps einen Guerillakrieg. Doch die erhoffte nationale Erhebung blieb aus und er und seine Männer wurden in Stralsund er von einer Übermacht von holländischen und dänischen Truppen gestellt und besiegt. Bei den Kämpfen in der Stadt wurde Schill getötet.

Die 28mm TACTICA Figur 2025, modellieret von Lucas Luber, war der Hamburger Bürgermeister Abendroth. Amandus Augustus Abendroth führte die Hansestadt Hamburg einst als sogenannter „Maire“ durch die unruhigen Zeiten der Napoleonischen Kriege und wechselte dabei selbst mehrfach die Seiten.

2 Kommentare zu „Napoleonische Kriege in Norddeutschland – TACTICA Themenraum 2025“

  1. Die Tactica ist ja immer Klasse aber der Themenraum diesmal war natürlich voll nach mein Geschmack :-). Freu mich schon aufs nächste Jahr mit einer neuen Matte/Präsentation

    Grüße Dirk

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