Ginnis by Michael Perry

Bei meinem nunmehr fünften Besuch der Perrys in Nottingham hatten Alan und Michael ein Sudan-Szenario vorbereitet, welches wir (Olli, Johannes, Frank Bauer und ich) sowie Aly Morrison und Steve May ausfechten sollten. Gegen 11 Uhr, also rechtzeitig für das erste Bier des Tages, trafen wir in den heiligen Hallen von Michael ein. Hier war schon alles für die Schlacht von Ginnis vorbereitet.

Die Schlacht von Ginnis war eine der vielen kleinen Gefechte, die während des Mahdi-Aufstandes am Ende des 19. Jahrhunderts im Sudan ausgetragen wurde. Berühmt wurde die Schlacht hauptsächlich dadurch, dass britische Truppen hier das letzte Mal in roten Uniformröcken im Gefecht standen. Es handelte sich außerdem um die letzte Schlacht der sogenannten Gordon Relief Expedition oder Nile Expedition der Jahre 1884/85.

Nach dem Verlust der Hauptstadt Karthoum an die aufständischen Ansar und der gescheiterten britischen Expedition zur Rettung von General Charles Gordon, hatten sich die britischen und ägyptischen Streitkräfte an die nördliche Grenze des Sudan sowie in die sudanesische Hafenstadt Suakin zurückgezogen. Auf ihrem Rückzug legten die Soldaten eine Reihe von befestigten Forts an. Eines dieser Forts lag in der Nähe der Ortschaften Kosheh und Ginnis. Die kleine Festung hatte man mit einer Abteilung der Cameron Highlanders und einigen Ägyptisch-Sudanesischen Truppen bemannt. Unterdessen plünderten tausenden von Ansari die Umgebung von Ginnis und belagerten schließlich auch das kleine Fort. Daraufhin wurde eine Streitmacht von zwei Infanterie- und einer Kavallerie-Brigade unter dem Befehl von Major General Francis Grenfell in Marsch gesetzt, um die Gegend von Feinden zu säubern. Zusätzlich sollte der Dampfer Lotus Feuerunterstützung vom Nil geben.

Die Kavallerie-Brigade und die Lotus wurden von Olli kommandiert, Alan führte die 1. Infanterie-Brigade ins Feld und ich kommandierte die Besatzung des Forts, sowie die 2. Brigade und übernahm den Oberbefehlshaber über die Streitkräfte.

Uns gegenüber standen die sudanesischen Horden mit ihren Anführern Johannes, Frank, Steve (er führte die Reiterei) und Aly. Zusätzlich erhielten die Ansar noch 2 Geschütze, eines versteckt im Dorf Kosheh und eines auf der anderen Seite des Nils.

Michael leitete das Spiel (es wurden wie üblich die Black Powder-Regeln verwendet) und versorgte und mit reichlich Verpflegung.

Das Spiel begann damit, dass die Anglo-Ägyptischen Streitkräfte in Kolonnen auf das Schlachtfeld marschierten, die 1. Brigade auf der linke Flanke in Richtung einer Hügelkette, die 2. Brigade im Zentrum und die Besatzung des Forts, diese allerdings mit ein wenig Verspätung, auf der rechten Flanke.

Die Kavallerie preschte gleich zu Beginn in einem wilden Galopp über die Hügel, um den Feind auszukundschaften und seine Flanke zu bedrohen.

Die Ansar lagerten noch in der Ortschaft Ginnis und konnten von den Spielern erst durch einen Würfeltest auf das Schlachtfeld geführt werden. Als erstes erschien aber die Reiterhorde von Steve, der mit seinen Mannen direkt auf die Anglo-Ägyptischen Kavallerie zuhielt.

Olli beschloss seine berittene Infanterie von den Kamelen absitzen zu lassen und eine kleine Hütte zu besetzen. Diese kleine Einheit sollte den Feind aufhalten und Teile seiner Truppen binden.

Die restliche Kavallerie zog sich zunächst zurück.

Eine Runde später erwachten auch die drei großen Stammesverbände von Johannes, Frank und Aly zum Leben und strömten auf das Schlachtfeld.

Sofort gingen die Anglo-Ägyptischen Truppen aus der Kolonne in Feuerlinie und die Geschütze sowie die Gardner-Gun wurden abgeprotzt.

Auch die Lotus eröffnete mit ihrem Repetiergeschütz das Feuer. Während die Reiterei von Steve einen Sturmangriff auf die Kavallerie von Olli unternahm, umzingelten die Ansar von Johannes die kleine Einsiedelei mit der abgesessenen Infanterie.

Es kam also schon recht früh zu den ersten Nahkämpfen. Die eingeschlossene Infanterie konnte trotz überwältigender Übermacht den Ansar zwei Runden standhalten, doch schließlich wurde die tapfere Truppe vollständig ausgelöscht. Auch die Kavallerie von Olli musste sich nach einem heftigen Gefecht angeschlagen zurückziehen.

Natürlich waren die Anglo-Ägyptischen Infanterie Brigaden und die Artillerien nicht untätig. Sie hatten die in erster Linie stehenden Truppen von Aly unter Beschuss genommen, doch dadurch kaum sichtbare Wirkung erzielt.

Ginnis 21

Die Geschütze der Ansar waren da erfolgreicher. Eines traf Alans Brigade und richtete dort einigen Schaden an, während das zweite Geschütz zielgenau den Kessel der Lotus traf und diese so lahmlegte.

Während die Reiterei von Steve und die Fußtruppen von Johannes und Frank vorrückten, verweigerten die Männer von Aly die Gefolgschaft und bleiben in Deckung der Ortschaft stehen.

Mit zwei glücklichen Kommandowürfen konnten Johannes und Aly zwei ihrer Einheiten in den Nahkampf führen. Johannes stieß mit seinen Ansar in die Flanke von Alans Redcoats und Aly traf frontal auf meine Highlander, die sich schon bald schwer angeschlagen zurückziehen mussten.

Unterdessen waren Ollis Kavalleristen abgesessen und kämpfte zu Fuß weiter. Zu allem Überfluss blockierte meine Gardener Gun beim zweiten Schuss und auch das Geschütz der Lotus wurde durch einen weiteren Treffer zum Schweigen gebracht. Eine Truppe Kamelreiter der Ansar metzelten nun auch noch die hilflose Besatzung der Gardner Gun nieder.

Alans Männer fielen zurück und versuchten sich zu formieren, wurde jedoch erneut von feindlichen Truppen angegriffen.

Ginnis 56

Alles schien verloren!

In diesem Augenblick würfelte Frank für seine Einheiten eine doppelte 6 (blunder), woraufhin sich seine komplette Streitmacht zurückziehen musste.

Ginnis 50

Im Zentrum standen Alan und ich immer noch unter dem Druck der feindlichen Angriffe, konnten aber einige gezielte Salven auf den Gegner abgeben.

Meiner Brigade gelang es außerdem Steves Kamelreiter zu vernichten und so die schon angeschlagene Reiterei der Ansar zu brechen.

Schließlich zahlte sich das geordnete Salvenfeuer und die hohe Moral der britischen Truppen aus, denn nun brach auch Alys Streitmacht zusammen und floh.

Jetzt hing alles vom Gefecht im Zentrum zwischen Alan und Johannes ab. Mit nur einem einzigen Verlust weniger, trug endlich Alan den Sieg davon und so mussten auch die Männer von Johannes zurückweichen.

Ginnis 53

Ein knapper Sieg, aber das Empire war wieder einmal gerettet worden.

Ein dickes Dankeschön an Michael und Alan für dieses großartige Spiel und die Gastfreundschaft sowie allen Teilnehmern für die tolle Gesellschaft.

Ginnis 57

Cheers!

10 Kommentare zu „Ginnis by Michael Perry“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s