Der sowjetische Monumentalfilm Krieg und Frieden unter der Regie von Sergei Bondarchuk gilt als eines der aufwendigsten Projekte der Filmgeschichte. Die Verfilmung basiert auf dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi, einem Klassiker, den ich bereits auf meiner Top-5-Liste der napoleonischen Romane kurz vorgestellt habe.
Aufgewachsen bin ich zwar mit der US-Kinoversion von 1956, die ich als Unterhaltungsfilm nach wie vor bevorzugen würde, doch die Ausstattung, die Schlachten und viele einzelne Szenen begeistern mich vor allem in dem sowjetischen Mehrteiler. Aus diesem Grund möchte ich diesen Film aus der Perspektive eines Figuren-Hobbyisten vorstellen und einige Details aus der beeindruckenden Produktionsgeschichte beleuchten.

Planung
Die sowjetische Regierung wollte in den 1960er-Jahren – quasi als Antwort auf die Hollywood-Produktion von 1956 – eine monumentale Verfilmung des russischen Literaturklassikers Krieg und Frieden schaffen. Die Sowjetunion wollte zeigen, dass auch ihre Filmindustrie in der Lage war, aufwendige Produktionen zu realisieren.
Der Film sollte dabei eine andere Richtung als die US-Version einschlagen, Tolstois Werk möglichst vollständig darstellen und zugleich die russische Geschichte und Kultur würdigen. Das staatliche Studio Mosfilm, das mit der Produktion beauftragt wurde, stellte dafür außergewöhnlich viele Ressourcen bereit.
Die Produktion erhielt Zugang zu Militärtechnik, historischen Requisiten aus Museen und Tausenden von Statisten. Der sowjetische Film Krieg und Frieden entstand schließlich zwischen 1962 und 1967 und wurde in vier Teilen nach und nach in den Kinos veröffentlicht. Die gesamte Laufzeit aller vier Teile beträgt unglaubliche 432 Minuten – also über sieben Stunden.
Regie
Ungewöhnlich für ein derart großes Projekt war die Wahl von Sergei Bondarchuk als Regisseur. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er lediglich eine einzige Regiearbeit vorzuweisen, die allerdings ein großer Erfolg gewesen war.
Ursprünglich war Bondarchuk vor allem Schauspieler, und auch bei seinem Regiedebüt spielte er selbst die Hauptrolle. Bei der Produktion von Krieg und Frieden übernahm er schließlich gleich mehrere Funktionen gleichzeitig: Neben der Regie arbeitete er auch am Drehbuch und besetzte sich selbst in der Rolle des Pierre Besuchow, einer der zentralen Hauptfiguren des Films.

Der durch die immense Arbeitsbelastung hervorgerufene Stress wirkte sich drastisch auf seine Gesundheit aus. Bondarchuk erlitt mehrere Zusammenbrüche, Herzinfarkte und sogar einen Herzstillstand. Kurzzeitig war er klinisch tot. Seine ersten Worte nach dem Erwachen sollen gewesen sein: „Wenn ich sterbe, soll Gerassimow es vollenden.“
Darsteller
Für den Film war vor allem die Besetzung der drei Hauptfiguren entscheidend: Pierre Besuchow, Natascha Rostowa und Fürst Andrej Bolkonski.
Bondarchuk begann im Mai 1961 mit dem Casting für diese Rollen. Besonders bei der Figur des Fürsten Andrej Bolkonski gab es große Schwierigkeiten. Schließlich erhielt Wjatscheslaw Tichonow die Rolle, traf jedoch erst Mitte Dezember 1962 am Set ein – also drei Monate nach Drehbeginn.

Für die Figur des Pierre Besuchow stellte sich Bondarchuk – gemäß Tolstois Beschreibung – einen körperlich sehr kräftigen Darsteller vor. Daher bot er die Rolle zunächst einem Gewichtheber an und probte sogar mit ihm. Dieser gab die Rolle jedoch bald auf und erklärte dem Regisseur, er besitze kein schauspielerisches Talent. Wie bereits erwähnt, übernahm Bondarchuk daraufhin die Rolle selbst. Seine Frau, die Schauspielerin Irina Skobtsewa, verkörperte übrigens Hélène Kuragina, Pierres erste Frau.
Für die Rolle der Natascha Rostowa bewarben sich zwar viele namhafte Darstellerinnen, doch Bondarchuk entschied sich schließlich für die unerfahrene 19-jährige Ballerina Ludmila Saweljewa, die ihr Studium erst kürzlich abgeschlossen hatte. Mit dieser Besetzung wollte er den naiven und unerfahrenen Charakter der Figur besonders hervorheben.
Neben den Hauptrollen waren auch die Darsteller von Bagration und Kutusow eine hervorragende Wahl, da sie ihre Rollen nicht nur ausgezeichnet spielten, sondern den historischen Persönlichkeiten auch äußerlich sehr ähnlich waren.

Produktion
Bondarchuk verbrachte zunächst rund ein Jahr mit umfangreicher Recherchearbeit, bei der er untersuchte, wie Russland zu Beginn des 19. Jahrhunderts ausgesehen hatte. Anschließend begann er mit dem Schreiben des Drehbuchs und hielt sich dabei so eng wie möglich an die Originalvorlage von Tolstoi.
Die Produktion wurde erheblich von sowjetischen Behörden und der Sowjetarmee unterstützt, die Hunderte von Pferden und über zehntausend Soldaten als Statisten zur Verfügung stellten. Diese Soldaten wurden für ihren Einsatz nicht bezahlt; stattdessen galt ihre Mitwirkung als Militärdienst. So wurden beispielsweise die sieben Wochen vor den Dreharbeiten, in denen das Reglement der damaligen Zeit einstudiert wurde – also Marschieren, Formationswechsel und der Umgang mit der Muskete –, als regulärer Dienst gewertet.

Als Militärberater fungierten Armeegeneral Wladimir Kurasow als Hauptberater sowie Armeegeneral Markian Popow. Generalleutnant Nikolai Oslikowski wurde zusätzlich als Kavallerieexperte hinzugezogen. Obwohl die Kavallerieeinheiten der Armee längst aufgelöst waren, verfügten einige Einheiten noch über berittene Gebirgsartillerie. Zudem stellte das Landwirtschaftsministerium neunhundert Pferde zur Verfügung, während die Moskauer Stadtpolizei eine Abteilung ihres berittenen Regiments beisteuerte.

Um den Film so authentisch wie möglich auszustatten, öffneten mehr als vierzig Museen ihre Archive und stellten historische Artefakte wie Kronleuchter, Möbel und Besteck bereit, um einen realistischen Eindruck des Russlands im frühen 19. Jahrhundert zu vermitteln. Tausende von Kostümen wurden angefertigt, vor allem Militäruniformen aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, darunter 11.000 Tschakos.

Besonders beeindruckend ist, dass die Uniformen exakt auf die jeweilige Phase des Krieges abgestimmt wurden, in der die Szenen spielen: Für den Feldzug von 1806 wurden die frühen russischen Uniformen verwendet, während für den Feldzug von 1812 die neueren Varianten mit dem bereits teilweise eingeführten Kiewer Tschako zum Einsatz kamen. Insgesamt entstanden 3.200 Uniformen für russische Soldaten und 2.000 für französische Truppen. Wer genau hinsieht, kann im Hintergrund sogar Uniformen der französischen Verbündeten erkennen.

Für sechzig ausrangierte Kanonen wurden neue Rohre gegossen, außerdem baute man 120 Wagen und Karren für die Produktion. Die Kanonen waren so authentisch, dass einige später von Museen für Ausstellungen angefordert wurden.

Kamera
Vor Beginn der Dreharbeiten beschlossen die Produzenten, den Film im 70-mm-Breitformat mit hoher Auflösung zu drehen. Aus finanziellen Gründen und aus nationalem Stolz wurde dabei sowjetisches Filmmaterial anstelle des üblichen Kodak-Films verwendet. Die Qualität dieses Materials war jedoch so unzuverlässig, dass einige der aufwendigeren Schlachtszenen mehr als vierzig Mal neu gedreht werden mussten, was die Produktionskosten um über zehn Prozent erhöhte.

Während der Dreharbeiten entwickelten die Kamerateams mehrere innovative Techniken, die im sowjetischen Kino bis dahin unbekannt waren. So wurden Hebebühnen mit Kameras über den Kulissen angebracht, um eine Art „Kanonenkugelperspektive“ zu erzeugen.

Bei der Szene von Nataschas erstem Ball bewegte sich ein Kameramann auf Rollschuhen mit einer Handkamera zwischen den tanzenden Statisten. Die Massenszenen wurden mithilfe von Kränen und Hubschraubern gefilmt. Darüber hinaus setzte man auf eine besonders dynamische Kameraführung: Handkameras mitten im Gefecht, lange Kamerafahrten durch das Schlachtfeld und extreme Totalen mit Tausenden von Soldaten.

Für die Darstellung der Schlacht bei Borodino kam zudem eine an Drähten befestigte und per Fernauslöser gesteuerte Kamera zum Einsatz, die über das Schlachtgetümmel hinweg „flog“ und daher als „fliegende Kamera“ bezeichnet wurde. Ergänzt wurde dies durch kilometerlange Schienensysteme, auf denen die Kameras die Szenen begleiteten.
Dreharbeiten
Am 7. September 1962, dem 150. Jahrestag der Schlacht von Borodino, begannen die Hauptdreharbeiten. Die erste gefilmte Szene zeigte die Hinrichtung mutmaßlicher Brandstifter durch die französische Armee. Parallel dazu wurden Location-Scouts in alle Richtungen entsandt, um möglichst viele Originalschauplätze zu nutzen – darunter auch der Moskauer Kreml.

Die erste große Schlacht des Films, die Schlacht bei Austerlitz, wurde in der Region um Mukatschewo gedreht, das heute in der Westukraine liegt. Dafür reisten Bondarchuk und sein Team mit 150 Waggons voller Ausrüstung an. In dieser Region entstand auch die Episode über die Schlacht bei Krasnoi im Schnee. An diesen Aufnahmen waren 2.500 sowjetische Soldaten in französischen Uniformen sowie 500 in russischen Uniformen beteiligt.

Als der Schnee schmolz und das Wetter wärmer wurde, stellten 3.000 Soldaten des Karpatenmilitärbezirks die Schlacht bei Schöngrabern in der Nähe des Dorfes Kuschtanowyzja nach. Die Schlacht von Austerlitz wurde schließlich in der Umgebung von Swaliawa gedreht.

Am 20. Juli 1962 brach das Produktionsteam zu einer Expedition nach Dorogobusch auf, um die Szenen rund um die Schlacht von Borodino zu realisieren. Direkt in Borodino konnten aufgrund der zahlreichen Denkmäler keine Dreharbeiten stattfinden. Stattdessen stellten 13.500 Soldaten und 1.500 Reiter die historischen Armeen dar und blieben für die Dreharbeiten drei Monate vor Ort.

Für die Pyrotechnik wurden 23 Tonnen Schießpulver und 40.000 Liter Kerosin eingesetzt, ergänzt durch 10.000 Rauchgranaten. Zehntausende Kubikmeter Erde wurden bewegt, um die berühmten Schanzen nachzubilden. Das Gelände wurde in Sektoren unterteilt, und für jeden Bereich installierte man Lautsprechersysteme, um die Truppenbewegungen koordinieren zu können.

Bondarchuk und sein Team beobachteten die Dreharbeiten zur Schlacht von Borodino von einem riesigen Holzturm aus, der einen Überblick über das gesamte Schlachtfeld ermöglichte. Allein diese Sequenz nahm rund zwei Jahre in Anspruch.

Eine weitere große Herausforderung stellte der Dreh von Szenen dar, die in oder nahe großer Feuer spielten. Insbesondere die Aufnahmen des Brandes von Moskau waren äußerst aufwendig und gefährlich. Die Kameraleute mussten feuerfeste Anzüge tragen, und mehrere Löschfahrzeuge standen ständig bereit, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Die Hauptdreharbeiten endeten schließlich am 28. Oktober 1966.

Kosten
1962 schätzte das Kulturministerium die Kosten für Krieg und Frieden auf rund 4 Millionen Rubel – ohne die Unterstützung der Armee. Insgesamt sollen sich die Ausgaben jedoch auf umgerechnet etwa 9,21 Millionen US-Dollar belaufen haben. Damit war der Film der teuerste, der jemals in der Sowjetunion gedreht wurde.
Aufführung
Die Aufführung eines derart umfangreichen Werkes stellte die Kinos vor erhebliche Herausforderungen. Allein die 20 Filmrollen machten den Transport zu einem aufwendigen Unterfangen.
Zunächst wurde der erste Teil im März 1966 in 2.805 Kopien in der Sowjetunion veröffentlicht. In den darauffolgenden fünfzehn Monaten verkaufte man in der UdSSR über 58 Millionen Kinokarten. Auch international waren der Film und sein zweiter Teil recht erfolgreich. Die Besucherzahlen der beiden letzten Teile gingen jedoch deutlich zurück; hier verzeichnete man nur noch etwa 21 Millionen Zuschauer.

Auszeichnungen
Der Film Krieg und Frieden gewann den Großen Preis des Internationalen Filmfestivals Moskau sowie den Golden Globe Award für den besten fremdsprachigen Film.
Zudem war er der sowjetische Beitrag für die 41. Oscarverleihung am 14. April 1969. Dort erhielt er den Oscar für den besten fremdsprachigen Film und wurde außerdem für das beste Szenenbild nominiert. Damals wie heute ist dies eine bemerkenswerte Auszeichnung für einen Film aus einem kommunistischen Land im kapitalistischen Amerika.

Meine Highlights
Meine persönlichen Highlights des Films sind aus der Sicht eines Tabletop-Enthusiasten zu verstehen und haben weniger mit Dramaturgie oder Schauspielkunst zu tun. Mich begeistern vor allem die Ausstattung und die Darstellung der militärischen Aspekte. Im Folgenden möchte ich einige Szenen hervorheben, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind.

1. „Ah Vy, Seni, Moi Seni“
Für mich ist die schönste Szene des Films der Einmarsch der russischen Truppen nach Österreich im Jahr 1805, kurz vor der Schlacht bei Austerlitz. Die russische Armee ist noch siegesgewiss, und die Landbevölkerung befindet sich in ausgelassener Stimmung.
Diese Atmosphäre wird durch sonniges Wetter, einen nahezu wolkenlosen Himmel, vorbeiziehende Wolken, Vogelgesang und vor allem durch einen Soldatenchor sowie den Tanz eines Russen vor den marschierenden Reihen eindrucksvoll transportiert.
Das gesungene Lied gehört zu den bekanntesten russischen Volksliedern und trägt den Titel „Ah Vy, Seni, Moi Seni“. Es erzählt die einfache Geschichte eines Mädchens, das in den Jungen Wanja verliebt ist, dessen strenger Vater jedoch den Kontakt verbietet.
Obwohl für den Film Tausende von Requisiten hergestellt wurden, reichten die authentischen Nachbauten oft nur für den Vordergrund. Trotz der vielen detailgetreuen Musketen lassen sich in den hinteren Reihen der marschierenden Soldaten vereinzelt moderne Gewehre erkennen.

2. Hauptmann Tuschin
An zweiter Stelle steht für mich die Darstellung der Schlacht bei Hollabrunn und Schöngrabern am 16. November 1805. Historisch trafen hier etwa 30.000 Franzosen unter Marschall Joachim Murat auf eine Nachhut von rund 8.000 Russen und Österreichern unter Pjotr Iwanowitsch Bagration. Zahlenmäßig überlegen, versuchten die Franzosen am Nachmittag anzugreifen. Die Russen setzten jedoch den Ort Schöngrabern mit ihrer Artillerie in Brand und konnten so den Vormarsch verzögern, wodurch Bagration ein geordneter Rückzug gelang.
Im Roman und im Film konzentriert sich diese Episode auf die Figur des Hauptmanns Tuschin. Dabei handelt es sich nicht um eine historische Person, sondern um eine literarische Figur Tolstois. Im Film ist er ein Artillerieoffizier in Bagrations Verband.
Andrej Bolkonski lernt ihn früh kennen und ist von ihm beeindruckt, da er etwas zugleich Unkriegerisches, beinahe Komisches, aber dennoch äußerst Anziehendes an sich hat. Während der Schlacht handelt Tuschin eigenständig, lässt Schöngrabern in Brand setzen und gerät dabei in eine Art Gefechtsrausch. Einen Rückzugsbefehl ignoriert er zunächst und zieht sich erst auf Drängen Bolkonskis zurück, der ihm beim Abtransport der Geschütze hilft.
Dabei nimmt Tuschin auch den verwundeten Nikolai Rostow auf einem Geschütz mit. Da er während der Schlacht zwei Kanonen verloren hat, muss er sich später vor Bagration rechtfertigen. Fürst Andrej setzt sich jedoch für ihn ein und hebt sein vorbildliches Verhalten hervor.
Neben der beeindruckenden Ausstattung und der korrekten Darstellung von Geschützen, Protzen und Munitionswagen zeigt diese Episode auch die menschlichen Seiten des Krieges – Fragen von Mut, Angst, Loyalität und Kameradschaft.

3. Hintergrund und Details
Beim Betrachten der großen Schlachtszenen achte ich besonders auf die Vorgänge im Hintergrund. Gerade in den langen Kamerafahrten lassen sich zahlreiche, oft hervorragend recherchierte Details entdecken.
Dazu gehören etwa Gewehrpyramiden neben Trommeln, auf denen die Regimentsfahnen ruhen, oder Milizverbände (Opoltschenie), die beim Schanzenbau oder als Sanitäter eingesetzt werden.
Lange habe ich mich gefragt, warum die Infanterie vor einem Angriff ihre Tornister ablegt. Erst später erfuhr ich, dass diese samt Inhalt formal dem Zaren gehörten und persönliche Gegenstände lediglich im Brotbeutel mitgeführt werden durften. Daher ließ man das sperrige Gepäck – im Gegensatz zu den Franzosen – freiwillig zurück. (Allerdings waren die Soldaten im Film für die Kämpfe von 1805 mit dem falschen Tornister ausgestattet.)

4. Gottesdienst
Stellvertretend für die vielen eindrucksvollen Massenszenen möchte ich den Gottesdienst vor der Schlacht von Borodino hervorheben. Für eine Produktion aus einem kommunistischen Land ist diese ausführliche Darstellung eines religiösen Rituals besonders bemerkenswert.

Vor der entscheidenden Schlacht am 7. September 1812 findet im Roman wie im Film ein feierlicher Gottesdienst im russischen Heer statt. Dabei wird die Ikone der heiligen Maria von Smolensk von Priestern durch die Reihen getragen.
Diese Szene unterstreicht den religiösen und patriotischen Charakter des Kampfes aus russischer Sicht. Auch wenn sie sehr pathetisch wirkt, vermittelt sie eindrucksvoll, wie die Motivation der Soldaten jener Zeit geprägt wurde.
Visuell beeindruckend ist vor allem die Inszenierung: Massen von Komparsen strömen aus allen Richtungen auf das Zentrum des Geschehens zu – die Prozession der Geistlichen mit Ikonen und Bannern.

Fazit
Seit seiner Veröffentlichung gilt Krieg und Frieden oft als das größte Epos der Filmgeschichte. Viele halten seine monumentale Produktion für einzigartig und kaum wiederholbar.
Für mich ist es der Film mit den realistischsten Darstellungen der Napoleonischen Kriege – und zugleich ein Werk, das ein außergewöhnlich authentisches Bild dieser Epoche vermittelt.