Commands & Colors: Samurai Battles

Seit etlichen Jahren schlummert eine dicke, schwere Box in meinem Keller. Samurai Battles von der Firma Zvezda. Das Spiel wurde vor rund neun Jahren auf den Markt gebracht. Gekauft habe ich die große Box eigentlich nur, um an die vielen coolen Figuren zu kommen, die ich damals für ein Field of Glory Projekt benötigte.

Bis vor kurzem hat sich das Spiel auch nicht so richtig in der Brettspielgemeinde durchgesetzt, was wohl vor allem an den Figuren lag. Die Minis sind zwar schön, aber aus Hartplastik und extrem filigran, was dazu führt, dass ständig Speere, Schwerter und Rückenfahnen abbrechen. Die Figuren müssen außerdem noch mühsam zusammengebaut werden. Zudem enthält die Box zwar 120 Figuren, was aber für ein „richtiges“ Command & Colors Szenario zu wenig ist. Die weitere Ausstattung des Spiels ist ausreichend, aber leider auch nicht richtig gut. So ist das Spielfeld nicht wie gewohnt faltbar, sondern besteht aus einzelnen Segmenten, die im Spiel natürlich oft unschön auseinanderdriften.

Die Zevzda Box enthält außerdem einen weiteren Nachteil, denn es sind zwei ganz unterschiedliche Spielregeln und Spielhilfen enthalten. Ursprünglich wurde das ganze nämlich für das hauseigene Zevzda-Spielsystem Art of Tactics entwickelt, dass heute noch in den WW2 Regeln weiterlebt. So enthält die Box und auch die Figurenbausätze viele Bestandteile, die man für Command & Colors nicht benötigt.

Und obwohl noch weitere Sets mit Figuren und Zubehör auf den Markt gebracht wurden, führte all dies schließlich dazu, dass die Produktserie und das Spiel eingestellt wurden. Extrem schade, denn die Regeln und die Idee dahinter waren sehr interessant.

Schließlich entschieden aber die Commands & Colors – Macher, GMT und Richard Borg, eine neue und verbesserte Version von Samurai Battles auf den Markt zu bringen. Mir persönlich wären Weichplastik-Figuren am liebsten gewesen, aber GMT hat sich für die bewährten Holzblöcke mit Aufklebern entschieden.

Die Regeln wurden außerdem leicht überarbeitet und das Spielmaterial verbessert. Das Szenario-Buch enthält zudem deutlich mehr Inhalt, es gibt ein paar neue Einheiten-Typen und weiteres Gelände. Leider sind das für mich nicht ausreichend genug Gründe, um knapp 90 Euro auf den Ladentisch zu blättern und das Spiel noch einmal zu kaufen.

Zum Glück hat Gunnar sich das Spiel jetzt gekauft und so konnte ich das Ganze mit ihm am letzten Wochenende testen (…Gunnar ist bereits geimpft und so war Corona auch kein Problem). Wie so häufig bei neuen Commands & Colors Spielen, war ich danach wieder angefixt.

Wie bei den meisten C&C Spielen üblich, werden bei Commands & Colors: Samurai Battles die Einheiten über die Kommando-Karten aktiviert, die Einteilung des Spielfeldes in drei Abschnitte und der Nah- und Fernkampf-Regelmechanik sind ebenso identisch. Bewegung, Rückzug, Nachsetzen, Gelände usw. entsprechen ebenfalls den meisten C&C – Varianten. Die Kommandeure und Anführer werden wie schon bei C&C Napoleonic als Unterstützung von Einheiten verwendet. Sie können sich Einheiten anschließen oder allein unterwegs sein. Neben den bekannten Regeln kommen sogenannte Drachenkarten hinzu, die über Honor & Fortune – Marker gekauft werden müssten. Das ähnelt der Spielmechanik der Combat-Karten und der HQ-Marker bei The Great War.

Allerdings werden die Honor & Fortune – Marker noch auf eine völlig neue Art und Weise eingesetzt. Bei dieser C&C Variante geht es sprichwörtlich um die Ehre. Bei einem Rückzug müssen nun, je nach Truppentyp Honor & Fortune – Marker bezahlt werden und wer nicht mehr über eine ausreichende Menge verfügt, kann so sogar Truppen verlieren (durch Flucht vom Schlachtfeld). Im schlechtesten Fall kann damit auch ein Befehlshaber zum Seppuku, dem rituellen Selbstmord, gezwungen werden. Die Honor & Fortune – Marker werden übrigens, ähnlich wie bei „The Great War“, durch ein entsprechendes Symbol beim Würfeln im Kampf erworben. Durch die beiden Einsatzmöglichkeiten der Honor & Fortune – Marker ist der Spieler also gezwungen, ein gewisses Marker-Management zu betreiben.

Mein Plan ist nun, das Ganze mit meiner alten Zvezda-Box, anderen Figuren, den neuen Regeln und Szenarien sowie einigen selbstgebautem Spielmaterial umzusetzen. Zum Glück habe ich im Keller noch einen Stapel alter Red Box – Weichplastik-Figuren und Weichplastik-Zvezda-Figuren zum Thema Samurai liegen. Mit diesen Sets lassen sich alle Truppen-Typen abbilden.

Mit Sprühfarbe kennzeichne ich je eine Armee in rot und eine in schwarz. Durch diese Grundierung könnte man die Figuren auch noch später bemalen. Der unterschiedliche Status und die Rüstungsklasse der Einheiten, es gibt drei Stufen, werden ich mit den Bannern aus den Zvezda – Boxen darstellen. Die Figuren habe ich zunächst auf 1 Cent Stücke geklebt, damit diese auf dem Spielfeld nicht ständig umfallen. Danach wurden die Basen besandet und die schon erwähnte Sprühfarbe aufgetragen. Abschließend habe ich die großen Banner in den jeweils korrespondierenden Farben, grün, blau und rot bemalt.

Die neuen Regeln gibt es übrigens auch als kostenlosen Download:

Regeln Samurai Battles

Wie man hört, sind von GMT auch bereits weitere Ausbausets in Planung. Meine Vermutung geht in Richtung Artillerie, Ninjas und Söldner. Figuren dafür hätte ich schon in der Schublade. Ich bin also bereit…

6 Kommentare zu „Commands & Colors: Samurai Battles“

  1. Cool. Ich habe auch bei Memoir 44 die langweiligen 1/72 Minis durch 15 mm FoW Plastik getauscht, und für Battlecry plane ich das mit Epic Battles ACW Minis. Die Streifen teile ich da in der Mitte.
    Bei C&C Napoleonic habe ich ja die Ausdrucke von Jens.
    Die Borg Systeme sind auch klasse. Da lohnt sich das pimpen.😁👍👍👍👍

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    1. Sehr cool. Die Red Box Figuren sehen auch sehr gut aus.
      Und Zeit in C&C zu investieren lohnt sich auch immer.
      Ich spiele C&C auch immer wieder gerne, in der Ancients-Variante oder der Westeros-Adaption.

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  2. Sehr cool. Die Red Box Figuren sehen auch sehr gut aus.
    Und Zeit in C&C zu investieren lohnt sich auch immer.
    Ich spiele C&C auch immer wieder gerne, in der Ancients-Variante oder der Westeros-Adaption.

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