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TOP 5 – Illustratoren

Viele, auch ich will mich davon nicht ausnehmen, kaufen Bücher oft nur aufgrund der ansprechenden Bilder und Illustrationen. Schon als Kind und Jugendlicher habe ich mir stundenlang die Bilder meiner Sachbücher, wie der berühmten WAS IST WAS – Serie, angeschaut. Nach diesen, im englischen Look-and-Learn genannten Büchern, sind viele Illustratoren und Maler von militärhistorischen Bildern vor allem durch Osprey Publishing und ihre unzähligen Bücher zum Thema Militärgeschichte bekannt geworden. Es gibt auch Buchserien anderer Verlage, wie heutzutage von Helion & Company und früher von Montvert Publications, und natürlich auch Fachzeitschriften, wie zum Beispiel Ancient Warfare, die Illustrationen für ihre Publikationen verwenden. Aber auch im Figuren-Hobby sind fast alle Illustratoren der Militärgeschichte unterwegs. Hier sieht man ihre Bilder auf fast jeder Figuren-Packung oder Regelwerk. Ich unterscheide  zwischen dem Illustrator und dem Maler. Beim Illustrator werden Bilder im Kontext mit Erläuterungen, meist Text, gesetzt, beim Maler kann das Bild auch für sich allein sprechen. Ich will hier aber nur auf meine Top 5 – Illustratoren eingehen.

TOP 5 – Peter Connolly

Mit Peter Connollly fing bei mir alles an. Er weckte durch seine Zeichnungen mein Interesse an der Antike, welches bis heute anhält. Peter Connolly war aber nicht nur Illustrator, sondern auch Autor, er schrieb also auch eine ganze Reihe eigener Bücher. Er galt vor allem als Experte für griechisch-römische Geschichte und als Experimentalarchäologe dieser Epochen.

Sein erstes Buch ist ein „all time favorite“ meiner frühen Jugend. Es heißt „The Roman Army“ bzw. „Die Römische Armee“, ein Sachbuch, dass seit 1975 in meinem Bücherschrank steht.

Später habe ich mir auch sehr spezielle Werke, wie seine Artikel in der Zeitschrift „Journal of Roman Military Equipment Studies“ zugelegt. Ein Klassiker ist immer noch der dicke Sammelband „Greece an Rome at War“, ein Standardwerk zur Militärgeschichte dieser Zeit.

Aber auch Randthemen, wie Troja und Odysseus oder Nazareth, sind in großartigen Bildbänden von ihm dargestellt. Die Bücher bilden außerdem eine gute Vorlage für den Bau von Gelände, Gebäuden und Dioramen. Peter Connolly starb im Jahr 2012.

TOP 4 – Igor Dzis / Giuseppe Rava

Den vierten Platz teilen sich zwei Illustratoren, die mich als alten 1/72 Sammler seit meiner frühen Jugend begleiten…

Igor Aksent Jevich Dzis wurde 1968 in der Ukraine geboren und studierte sowohl am Simferopol Art College auf der Krim als auch als Kostümbildner an der Universität für Kinematographie in Moskau.

Er hat an mehreren historischen Filmen gearbeitet und illustriert seit 1992 militärhistorische Themen für russische und internationale Magazine und Verlage. Derzeit lebt und arbeitet er auf der Krim. Seine Themenschwerpunkt ist die Antike und vor allem das Mittelalter.

Auf ihn aufmerksam bin ich vor allem durch das Buch „The Crusades“ geworden, welches die ganze Farbpalette des Mittelalters wiederspielgelt.

Einige kennen seine Werke vielleicht auch von den 1/72 Miniaturen-Packungen der Firmen Miniart und Zvezda.

Ein weiterer Illustrator, den vor allem jeder Freund der 1/72 Figuren kennt, ist Giuseppe Rava.

Er wurde in Faenza, Italien geboren. Seit seiner Kindheit liebte er Geschichte, besonders die Militärgeschichte. Das lag hauptsächlich an den Erzählungen seines Vaters Tommaso, der ihm über seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg berichtete. Die Leidenschaft für Uniformen kommt allerdings von seiner Mutter Giovanna, die eine Schneiderin war. Giuseppe Rava erweiterte sein Wissen über Geschichte und Kriegsführung in einem Wargaming-Club.

Als Autodidakt wurde er bald von einigen Verlagen bemerkt und begann mit der Illustration von Kinderbüchern. Bekannt wurde er aber vor allem durch die Packungsbilder der 1/72 Figuren.

Er arbeite für die Figuren-Hersteller Atlantic, Italeri, Hät, A call to Arms und Emhar, aber auch für Verlage, wie Histoire et Collections und Osprey Publishing.

TOP 3 Patrice Courcelle

Ich liebe den Malstil von Patrice Courcelle, der für mich etwas leicht comichaftes hat und dessen gemalte Figuren sehr den modellierten Perry – Miniaturen ähneln. Patrice Courcelle wurde 1950 in Nordfrankreich geboren und ist schon seit Jahren professioneller Illustrator. Er ist Autodidakt und hat viele Bücher und Zeitschriftenartikel illustriert. Seine Leidenschaft gilt vor allem den Armeen der Napoleonischen Kriege.

Er hat über 80 Bücher geschrieben oder illustriert, darunter mehr als 25 über Waterloo. Heute lebt Patrice Courcelle sogar in der Nähe des Schlachtfeldes von Waterloo.

Neben den Napoleonischen Kriegen gefallen mir vor allem seine Arbeiten zur Epoche des späten 17. Jahrhunderts. Sein Interesse für diese Zeit ist wiederrum an die Napoleonischen Kriege geknüpft. Will man eine Epoche wirklich verstehen, dann muss man natürlich auch die Zeit davor und die Entwicklungsphasen zur nächsten kennen.

Wenn es um Pferdefarben geht, greife ich als Vorlage meist zu Abbildungen von Courcelle, der für die lebendige Illustration dieser Tiere ein besonderes Händchen hat. Wenn es also um die Napoleonischen Kriege und Pferde geht, dann ist Patrice Courcelle immer meine erste Anlaufadresse.

TOP 2 – Angus McBride

Viele andere Illustratoren sprechen mit Ehrfurcht von Angus McBride, der wohl vor allem im englischen Sprachraum als Illustrator berühmt geworden ist.

Er wurde 1931 geboren, verlor aber früh seine Eltern und wuchs als Waisenjunge in der Canterbury Cathedral Choir Schule auf. Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete er zunächst in einer Werbeagentur, wanderte dann aber nach Südafrika aus. 1961 kehrte er nach England zurück, wo er als Illustrator an Jungend-Sachbüchern mitwirkte.

Ab 1975 begann er auch für Osprey Publishing zu arbeiten. Ende der 70er Jahre ging er erneut nach Südafrika und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 2007 in Cape Town.

Er arbeite in Südafrika weiterhin mit Osprey Publishing und auch anderen Verlagen militärhistorischer Literatur, wie Concord Publications und Monvert Publications, zusammen.

Er hatte auch eine Leidenschaft für das Fantasy-Genre, wodurch er auch als Illustrator bei Iron Crown Enterprises und ihrem Spiel „Middle-earth Role Playing“ (MERP) in Tolkien-Fankreise zu einer Legende wurde.

TOP 1 – Peter Dennis

Peter Dennis, den ich durch das TableTop Hobby auch persönlich kennengelernt habe, ist einer der ganz wenigen Illustratoren, die in der gesamte Militärgeschichte zu Hause sind. Während die meisten sich auf ein paar Epochen spezialisiert haben, kann Peter die komplette Klaviatur bespielen.

Das ist mit Sicherheit extrem schwierig und bedarf einer Menge Erfahrung. Die Illustratoren militärhistorischer Themen müssen nämlich nicht nur Malen und Zeichnen können, sondern auch die Trageweise von Uniform und Ausrüstung sowie Handhabung von Waffen und Geräten kennen und verstehen.

Militärgeschichte ist für Peter halt schon ein lebenslanger Begleiter. Allein für Osprey hat er mehr als 200 Bücher illustriert, er malt Cover für Figurenpackungen und Brettspiele sowie historische Sach- und Lehrbücher.

Wie bei den meisten Geschichtsliebhabern gibt es aber auch einen Platz für Fantasy in seinem Herzen. Für Terry Prachett und seine legendären Romane der Scheibenwelt war Peter lange Haus- und Hofmaler.

Eine ganz besondere Leidenschaft hat er in den letzten Jahren für sein Projekt der Papiersoldaten entdeckt. Die Menge an gemalten Paperboys-Bögen zum Ausschneiden ist beängstigend. Immerhin malt er diese nur in seiner „Freizeit“, also ganz früh am Morgen, bevor er mit den Auftragsarbeiten beginnt.

All dies zeugt von einer exakten, schnellen und disziplinierten Arbeitsweise, die einen enormen Output an Bilder und Illustrationen zur Folge hat, was meiner Meinung nach einzigartig in unserer Hobbywelt sein dürfte. Zudem ist Peter ein sehr sympathischer Mensch, mit einem wachen Verstand, einem guten englischen Humor sowie einer prägnanten Singstimme. Mehr geht nicht!

Und nun will ich natürlich wissen, wer zu euren Favoriten zählt. Schreibt doch bitte in die Kommentare. Danke!