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A Song of Ice and Fire Tabletop – Die Mauer (Teil 1)

Da das Spielsystem „A Song of Ice and Fire Tabletop“ in unserem Hamburger Wargaming Club recht beliebt ist, jeder mehr oder weniger mit dem Thema „Game of Thrones“ etwas anfangen kann und wir ein gemeines Club-Projekt gesucht haben, wurde das Großprojekt „DIE MAUER“ ins Leben gerufen. Mit an Bord sind bisher Hans Hartwig, Markus Probst, Alex Ramlau, Ole Hansen, Hans Hansen, Martin Schneider, Frank Bauer, Karl-Heinz Ranitzsch, Gunnar Hilder und ich. Das Ganze beinhaltet als Setting die große Mauer und die schwarze Festung aus „Ein Lied von Eis und Feuer“ bzw. „Game of Thrones“.

Da wir die Präsentation im TACTICA Themenraum 2020 „Belagerungen“ unterbringen wollen, spielen wir zwei dazu passende Szenarien. In einem Szenario hat eine kleine Armee des Freien Volkes die Mauer überwunden und versucht nun, die Schwarze Festung über die Flanke zu erobern. Hier verwenden wir die Regeln „A Song of Ice and Fire TableTop“ sowie die Figuren von CMON. Im zweiten Szenario ist eine kleine Truppe des Freien Volkes bereits in die Schwarze Festung eingedrungen, kämpft hier gegen die Nachtwache und hofft auf weitere Verstärkung. Dieses Szenario spielen wir mit den neuen „SAGA Ära der Magie“ Regeln. Evtl. verwenden wir hier 28mm Figuren oder ebenfalls die Figuren von CMON. Vermutlich wird es noch ein drittes Szenario nördlich der Mauer geben, aber dies ist noch nicht weiter ausgearbeitet. Es könnte sich um den Angriff auf das Tor oder den Kampf mit den Truppen von Stannis handeln.

Im ersten Schritt ging es darum Aufgaben zu verteilen, einen detaillierten Plan auszuarbeiten und Recherche zu betreiben. Die Grundfläche der Präsentation wird ungefähr bei 240 x 240 cm liegen. wobei die Spielplatte leicht diagonal von der großen Mauer in zwei relativ gleichgroße Abschnitte unterteilt wird. Die Mauer selbst wird ungefähr eine Höhe von 120 cm aufweisen. Die Schwarze Festung, Schauplatz der SAGA-Szenarios, ist mit allen Gebäuden und Teilen der Mauer auf einer Fläche von rund 120 x 120 cm untergebracht. Links neben der Festung gibt es eine ungefähr identische freie Fläche für das A Song of Ice and Fire TableTop – Szenario. Nördlich der Mauer soll neben dem Sturm auf die Mauer auch ein kleines Lager des Freien Volkes entstehen. Natürlich wird es auch ein Setting oder Display auf der Mauerkrone sowie den Fahrkorb und selbstverständlich auch die große Treppe geben.

Die große Treppe

Auftakt dieser kleinen Artikel-Serie macht die Planung und der Bau der großen Treppe. Ein Part, den ich zusammen mit Karl-Heinz bewältigen werde. Zunächst ging es darum, ein Design für die Treppe zu finden bzw. zu entwickeln. Mein Plan sah schon von Anfang an vor, dass die Treppe mit Hilfe von 3D Bausteine gedruckt werden sollte. Nun galt es eine sinnvolle Idee auszuarbeiten.

Beyond the Old Forest by Ted Nasmith

Die Treppe in den Romanen

Zunächst habe ich mir die Beschreibung aus den Romanen und einige Zeichnungen angeschaut, welche die Romane zur Vorlage hatten. In den Romanen wird die Treppe, von einiger Entfernung aus gesehen, als eine Art Blitz beschrieben, der an der Mauer entlangläuft. Diese Beschreibung weist auf eine unregelmäßige Bauweise hin. Im Text wird auch von mehreren Absätzen oder Etagen gesprochen., evtl. größere Plattformen nach einem längeren Anstieg in eine Richtung. Beim Kampf gegen die Wildlinge kommt es zu Gefechten auf der Treppe, diese stürzt sogar teilweise ein und wird so für einige Zeit unbrauchbar.

Die Zeichnungen und Ideen verschiedener Künstler und Spieledesigner zeigen eine sehr gleichmäßige, ich würde sogar sagen langweile Konstruktion, die eher an ein offenes Treppenhaus in einem Parkhaus erinnert. Das war nicht das Bild, dass ich im Kopf hatte.

So sahen meine ersten Ideen aus.

Die Treppe in der TV-Serie

Die Treppe, die in den Romanen ein wichtiger Bestandteil der Schwarzen Festung ist, findet sich in der TV-Serie zunächst nicht. Sie ist weder sichtbar, noch wird sie erwähnt. Erst mit den Ereignissen bei Ostwacht wird dem Zuschauer ein Design gezeigt, das mir schon ausgesprochen gut gefiel. Es handelt sich nicht um eine gleichmäßige Treppenkonstruktion, sondern um ein riesiges, unregelmäßiges Gebilde, dass immer wieder durch Plattformen, Ausbauten und Überdachungen unterbrochen wird.

Die Treppe verläuft auch nicht im Zickzack, sondern in langen Stufen erst in einer, dann in die andere Richtung.

Interessant ist auch die Verankerung im Eis, die über großflächige Balkenkonstruktionen erfolgt. Diese Konstruktion findet man auch an der Mauerkrone. Hier werden einige überdachte Aussichtsplattformen mit Hilfe großflächiger Verankerungen mit der Mauer verbunden.

Unsere Treppe

Unsere Treppe sollte also ähnlich wie bei Ostwacht in der TV-Serie konstruiert sein, sich aber nicht über eine so große Fläche erstrecken. Zu beachten war außerdem, dass unsere Mauer eine breite Basis besitzt und sich nach oben hin verjüngt.

Die Mauer verschmälert sich dabei alle 12 Zentimeter um 2 cm nach innen, wodurch die Treppen-Konstruktion bei jedem Absatz nach hinten verschoben werden muss. Das Ganze sollte unregelmäßig aussehen, aber trotzdem einem einheitlichen Design folgen und so die praktische und effiziente Vorgehensweise der Bauermeister der Nachtwache wiederspiegeln.

Die ersten Überlegungen, wie man das Ganze umsetzen kann.

3D Bausteine

Ich entwickelte also eine Art Basis-3D Baustein, der schnell und einfach angepasst und ergänzt werden kann. Er erhielt den Namen Trägergestell A. Um das Ganze besser zu verdeutlichen, habe ich zunächst ein paar Muster aus Holz (Raketenstöcke) gebastelt.

Das Trägerstell A besteht aus einer Balkenkonstruktion, die sich beliebig in Höhe / Breite / Tiefe verlängern lässt. Nicht benötigte Teile können einfach mit einem Seitenschneider abgetrennt werden.

Die „inneren“ Abmessungen eines einzelnen Quadrats / Würfels sind 3,5 x 3,5 cm. Die Balken sind jeweils 0,5 cm dick. Um die 2 cm Stufen der Eiswand zu überbrücken benötigten wir Gestelle mit kürzeren und längeren Trägern, also mit 1,5 und 5,5 cm statt den 3,5 cm (Trägergestell B / C).

Neben diesem Trägergestell gibt es außerdem unterschiedliche Plattformen, Stützbalken und natürlich die Treppen und Geländer.

Durch zusätzliche „Winkelbalken“ lassen sich Träger abstützen und zusätzliche Variationen im Balkenmuster erreichen. Ein Winkelbalken (A) sollte als Diagonale durch ein Quadrat führen, die andere Variante (B) nur über die halbe Länge. Damit Figuren auf einem einfachen Abschnitt stehen können, wird eine Plattform (1) eine Breite von 4 cm haben. Die Plattform besteht aus einzelnen Brettern, die auf der Unterseite mit zwei langen Brettern miteinander verbunden sind. Mit dem Seitenschneider kann man einzelne Bretter leicht abschneiden und so die Länge der Plattformen beliebig kürzen. Die Plattformen haben eine glatte und eine unregelmäßige Kante. Legt man zwei Plattformen mit den glatten Kanten nebeneinander erhält man eine 8 cm breite Plattform (für Treppenauf- und Treppenabgang nebeneinander / Hütten / Unterstand usw.). Um die einzelnen 2 cm – Stufen in der Eiswand zu überbrücken, benötigten wir außerdem Plattformen mit 2 cm Breite. Diese können auch an den glatten Kanten zusammengeklebt werden und ergeben so eine Plattform von 4 cm Breite mit zwei unregelmäßigen Kanten.

Jedes Treppenmodul führt 12 cm höher (45 Grad Steigung), hat also eine Länge von 17 cm (wir benötigten also für die 120 Höhe ca. 12 Treppenelemente). Die Breite sollte inkl. der äußeren Bretter 3,0 cm betragen (so kann man noch rechts und links ein 0,25 cm breites Geländer ankleben und das Geländer ist bündig mit dem etwas nach innen versetztem Geländer der Plattformen). Die Höhe des Treppen-Geländers sollte 2,3 cm betragen (Sprossen + Handlauf). Die Sprossen haben dabei einen Abstand von 4 cm (also immer von einem Träger zum nächsten = 4 Stück pro Treppe). Sprossen und Handlauf sind quadratisch mit Maßen von 0,25 x 0,25 cm. Für die Geländer der Plattformen kann man entweder abgeschnittene Balken des Trägergestells verwenden (0,5 x 0,5 cm), die in Höhe der Trägerbalken aufgeklebt sind und durch einen einfachen Handlauf verbunden werden oder durch ein Geländer wie bei der Treppe (2,3 cm Höhe mit Sprossen alle 4 cm / Sprossen und Handlauf sind quadratisch mit Maßen von 0,25 x 0,25 cm). Die Länge des Geländers liegt bei 12 cm.

All diese unterschiedlichen 3D Dateien wurden schließlich von Karl-Heinz am Computer gebaut und von mir getestet.

Nach ein paar kleinen Anpassungen ging es an die Produktion und der Drucker spuckte nun ein paar Tage lang Treppen und Trägergestelle aus. Hier nun die ersten Testdrucke sowie die Konstruktion des unteren Abschnitts:

Demnächst mehr zu diesem Projekt!