Omaha Beach – WN 61

Auf den ersten Blick kann man heute nicht mehr viel vom Widerstandsnest 61 am Omaha Beach entdecken. Der größte Teil der Anlage liegt derzeit auf einem Privatgelände und die einzelnen Bauten sind nur durch einen Blick über den Zaun zu identifizieren. Der Stützpunkt WN 61 lag östlich vom sogenannten Exit 3, dem Geländeeinschnitt in der Steilküste, welcher vom Strand bis zum Ort Colleville-sur-Mer führte. Das Areal mit einer Fläche von mehr als 300 x 300 Metern lag gut 50 bis 100 Meter vom Strand entfernt und war von diesem durch einen langen Panzerabwehrgraben getrennt. Am D-Day liefen noch Gleise einer Schmalspurbahn vom Strand zwischen den Gräben bis zur Mitte des Widerstandnestes. Die Bahn transportierte Zement zum Bau der großen Kasematte.

Auf dieser Luftbildaufnahme, welche vor dem D-Day entstanden ist, sind die Gleise, die zur Kasematte führen sowie der Panzerabwehrgraben gut zu erkennen.

Besatzung

Wie in WN 60 bestand die Besatzung von WN 61 aus Männern der 3. Kompanie des Grenadier-Regiments 726. Es waren 12 Soldaten unter dem Befehl von Oberfeldwebel Schnüll, der auch die PAK 43/41 kommandierte.

Eine Skizze aus dem Buch Atlanikwall – Omaha Beach von Editions Historie & Fortifications

Bewaffnung

1 x 8.8cm Pak 43/41
1 x 5cm Granatwerfer 201 (b)
1 x 5cm KwK L/60 Pak
1 x Panzerturm R35 3.7cm KwK 144 [f] mit MG.311 (f)
1 x Abwehrflammenwerfer 42
1 x 58c Tobruk / MG 34
2 MG 34 in offenen Stellungen

Die Pak 43/41 nach den Kämpfen. Man erkennt die beschädigte Mündungsbremse.

Bunker und Stellungen

Diese Satelliten-Aufnahme lässt nach heute jeden Bunker und jede Stellung erkennen. Die Nummer korrespondieren mit den folgenden Beschreibungen.

(1) 8.8cm Pak 43/41
Kernstück der Anlage war eine Pak 43/41 in einer Kasematte vom Typ R.677. Die 10 Meter über dem Meeresspiegel liegende Stellung war in westlicher Richtung ausgerichtet und beherrschte so zusammen mit dem Gegenstück in WN 72 den gesamten Strand. Die PaK 88-mm Pak 43/41 L/71, auch unter dem Namen „Scheunentor bekannt, hatte eine Besatzung von 5 Mann. Die Pak wurde am D-Dy schon nach 30 Minuten durch einen Treffer eines Sherman in die Mündungsbremse ausgeschaltet.

(7) 5cm KwK L/60 Pak
Die 5cm KwK L/60 (die lange Version mit Mündungsbremse) war in einem Ringstand Nr. 1694 montiert. Die 50 mm Kampfwagen-Kanone war am D-Day deutlich erfolgreicher als die schwere Pak 43/41. Sie zerstörte 3 Sherman-Panzer, bevor das Geschütz und die Besatzung durch eine Bazooka ausgeschaltet wurden.

(2) R 35 Panzerturm
Der Turm eines Beutepanzers vom Typ R 35 (APX-R / 3,7 cm KwK mit MG) war auf einem Tobruk vom Type Fest.Pi.Stab.11 montiert. Heute ist der Sockel für den Panzerturm Teil eines Treppenaufgangs an einem Privatgebäude.

(3) 5cm Granatwerfer 201 (b)
Der Tobruk-Typ für den belgischen 5cm Granatwerfer 201 (b) entspricht ungefähr dem Typ Ic125 oder Vf221/223 Typ und ist noch heute gut sichtbar neben der großen Kasematte. Der Besitzer hat ein Oberlicht mit Glasbausteinen eingemauert.

(9) 58c Tobruk
Ein Bauform 58c Tobruk mit einem Ringstand für ein MG 34 befand sich an der westlichen Flanke des Widerstandsnestes. Heute liegt der Tobruk auf dem Gelände einer Hotelanlage und steht im Mittelpunkt eine Café – Terrasse.

(4) Unterstand / Wellblech
Ein Unterstand mit Wellblechdach, der als Schlafraum für die deutsche Besatzung diente, liegt noch heute versteckt auf dem Privat-Grundstück.

(8) Großer Unterstand feldmäßig
Ein großer Unterstand mit Toiletten und Munitionslager befand sich in der südwestlichen Ecke der Anlage. Neben dem Bau gab es einen Generator. Auch dieser Bunker und Teile des Generators sind noch heute in Teilen erhalten und dient nach einem Umbau (eingebaute Oberlichter) privaten Zwecken.

(6) Unterstand / feldmäßig
Etwas weiter östlich liegt ein weiterer feldmäßige Unterstand, dessen Dach heute als Terrasse genutzt wird.

(5) Neben den genannten Bauten gab es noch einige kleine Munitionsbunker sowie zwei offene MG-Stellungen.

Klippen

Östllich des WN 61 gelangt man zu den Klippen, an denen am D-Day viele Verwundete US-Soldaten Schutz gesucht haben…

Von hier aus kann man über den Klippen WN 60 entdeckten (dort wo der einsame Baum in der Bildmitte steht)…

Geht der Blick weiter noch Osten, denn sieht man die Hafenmole von Port-en-Bessin und dahinter die Reste des Mulberry-Hafens bei Arromache…

3 Kommentare zu „Omaha Beach – WN 61“

  1. Hallo!

    Wie immer ein echt ausführlicher Bericht, kann mich an einige Gebäude sprich Bunker von meinem letzten Besuch 2019 gut erinnern, ist ja gleich neben WN 62 und das ist ja der Hotspot am Omaha Beach..

    Gruss

    Heinz

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.