Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Schlacht an der Göhrde

Nach dem Ende des Waffenstillstandes zwischen der französischen Armee und den alliierten Streitkräften im Sommer 1813 versucht der französische Marschall Davout mit seinem im Norddeutschland stationiertem Korps durch einen Feldzug in Mecklenburg das ihm gegenüberstehende feindliche Korps Wallmoden von der Elblinie zu vertreiben und deren Nachschubwege über Stralsund zu blockieren. Nach einigen Gefechten und der Besetzung von Schwerin und Wismar muss er sich aber mit seinen Truppen wieder auf seine Ausgangsstellung hinter der Stecknitz in Holstein zurückziehen. Ende August 1813 hat das Jäger-Korps der Verbündeten, welches in Dömitz stationiert ist, einen erfolgreichen Angriff auf den Ort Damantz am gegenüberliegenden Elbufer durchgeführt (Bericht dazu s. Link).

Die Franzosen ziehen sich daraufhin mit ihren Vorposten bis Bleckede zurück, wodurch alliierte Streifkorps die Gegend um Dannenberg und bis nach Celle unsicher machen können.

Division Pecheux

Nach den Niederlagen Napoleons bei Großbeeren, an der Katzbach in Schlesien und bei Dennewitz, erhält Davout von Napoleon den Befehl das linke Elbufer von feindlichen Streifkorps zu säubern und gegebenenfalls die Besatzung der Festung Magdeburg zu erreichen, die so verstärkt eine Bedrohung für Berlin darstellen soll. Für diese Aufgabe zieht er die 50. Division des General Pecheux aus der Verteidigungsline an der Stecknitz und setzt sie in Richtung Süden in Marsch.

General Pecheux geht am 14. September bei Zollenspieker mit seiner Division über die Elbe und marschiert von hier aus weiter über Winsen nach Lüneburg. Am 15. September rückt er mit seinen Truppen über Dahlenburg vor, wobei er ersten Kontakt mit feindlichen Kosaken-Patrouillen hat, die aber nach Süden ausweichen. Vor dem Göhrde-Wald südlich von Dahlenburg lässt er halten und ein Lager aufschlagen. Die Franzosen quartieren sich in Oldendorf und Eichdorf ein und errichten ein Biwak auf dem Steinker Hügel. Pecheux selbst sowie seine Avantgarde, ein Bataillon des 3. Linien-Regiments, besetzen den Göhrde-Wald und er nächtigt im dortigen Jagdschloss.

General Pécheux

Marc Nicolas Louis Pécheux wurde am 28. Januar 1769 in Bucilly geboren. Pécheux trat am 17. August 1792 als Freiwilliger in die französische Armee ein, wo er zum Chef de bataillon aufstieg. 1799 wechselte er zur Armée d’Italie, wo er zum Chef de brigade befördert wurde. Nachdem seine Einheit in Italien fast aufgerieben worden war, wechselte er 1803 zur Batavischen Armee. Mit seinem Regiment wurde er zur Besetzung von Hannover herangezogen. Als Befehlshaber einer eigenen Halbbrigade stand er ab 1804 im Feldlager von Boulogne und wurde Mitglied der Ehrenlegion. 1805 kämpfte er bei Ulm und Austerlitz, im Feldzug von 1806 bei Jena und Halle und 1807 bei Friedland. 1808 wechselte er zur französischen Armee in Spanien, wo man ihn mehrfach ausgezeichnete. Nach seiner Teilnahme an den Gefechten bei Tudela und Madrid im Jahr 1808, kämpfte seine Truppen 1809 bei Velez, Almaras und Medellin. Es folgte im selben Jahr die Schlacht von Talavera und Ocana. Während der Belagerung von Cadiz im Jahr 1810 erhielt Pécheux die Beförderung zum Général de brigade. Am 30. Mai 1813 zum Général de division befördert, verstärkte er mit seiner Division ab Anfang August 1813 die Truppen des Marschall Davout in Norddeutschland. Am 16. September 1813 kommt es zur Schlacht an der Göhrde. Er konnte sich mit der Hälfte seiner Division nach Lüneburg zurückziehen und verblieb unter dem Kommando von Davout bis über das Kriegsende 1814 in Hamburg. Während der Herrschaft der Hundert Tage 1815 befehligte Pécheux die 12. Infanteriedivision des IV. Infanteriekorps unter General Gérard bei der Armee des Marschall Grouchy und kämpfte mit seiner Division bei Ligny und Wavre. Nach Napoleons Niederlage und erneuter Abdankung kehrte er in seine Heimatstadt zurück.

Franzosen abwartend / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

50. Division / General de Division Pécheux

1. Brigade / General de Brigade Mielzynski

               3. Linien-Regiment / Colonel Ducouret

  • 2. Bataillon /3. Linien-Regiment (8 Offiziere / 639 Mannschaften)
  • 3. Bataillon /3. Linien-Regiment (8 Offiziere / 669 Mannschaften)
  • 4. Bataillon /3. Linien-Regiment (7 Offiziere / 717 Mannschaften)
  • 6. Bataillon /3. Linien-Regiment (8 Offiziere / 771 Mannschaften)

               105. Linien-Regiment / Major Ville

  • 3. Bataillon /105. Linien-Regiment (11 Offiziere / 925 Mannschaften)
  • Doauniers / 1. Kompanie (2 Offiziere / 100 Mannschaften)
  • 4. Kompanie der 1. Reitende Artillerie (3 x 6-Pfünder / 1 x 5,5 Zoll Haubitze / 4 österreichische 6-Pfünder (Regimentsgeschütze) – 4 Offiziere / 130 Mannschaften)
  • 28. Jäger zu Pferde (5. Eskadron – 7 Offiziere / 65 Mannschaften)

28. Jäger zu Pferde / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Korps Wallmoden

Durch abgefangene Depeschen hat Wallmoden am 12. September erfahren, dass General Pecheux den Auftrag erhalten hat, auf das linke Elbufer zu wechseln und nach Magdeburg zu marschieren. Wallmoden belässt in seinen bisherigen Stellungen lediglich drei Abteilungen bei Rhena, Roggendorf und Zarrentin. Mit seinen Hauptkräften führt er eine Absetzbewegung durch, die Davout verborgen bleibt. Am 14. September erreicht er mit etwa 12.500 Mann Dömitz an der Elbe. In der Nacht vom 14. zum 15. September 1813 lässt er in der Nähe der Festung Dömitz eine provisorische Brücke von 20 Elbkähnen über den Fluss schlagen und marschiert mit seinem Korps dem Feind entgegen. Es ist eine stürmische, regnerische und kalte Nacht, in der die Einheiten die Schiffsbrücke überqueren müssen. Zunächst gehen die Truppen des Korps Wallmpden bei Dannenberg ins Biwak. Am nächsten Tag, den 16. September 1813, der sonnig beginnt und im Laufe des Tages sogar recht heiß werden sollte, bricht Wallmoden im Morgengrauen mit seinem Korps auf, wobei alles Gepäck und die Transportwagen zurückgelassen werden. Rund zwei Wegstunden vor dem Göhrde-Wald, bei der Siedlung Parpar, geht er mit seinen Truppen in einer Senke in eine verdeckte Stellung. Zur Erkundung werden drei Einheiten Kosaken von je 100 Reitern nach Dahlenburg, Uelzen und Bleckede ausgesandt. Die Kosaken, die in Richtung Dahlenburg operieren, sind eben jene, welche die Franzosen am Vortag zurückgedrängt hatten. Man hofft so den Gegner zu täuschen, den Aufmarsch des Korps Wallmoden zu verschleiern und in die vorbereitete Stellung zu locken. Doch man wartet vergeblich. Es kommt zwar zu kleinen Schusswechsel zwischen den französischen Vorposten und den Kosaken, die immer wieder zurückweichen, aber nicht verfolgt werden. General Wallmoden hält daraufhin eine Unterredung mit seinem Stab und sie beschließen einen Angriff, bei dem die Truppen versuchen sollen, den Feind in einer Zangenbewegung zu umfassen und ihm so den Rückzug nach Lüneburg abzuschneiden.

General Wallmoden

Wie damals weit verbreitet, hatte General Wallmoden eine internationale Militärlaufbahn hinter sich, als er 1813 sein Korps in die Schlacht führte. Er wurde als Sohn des damaligen britischen Gesandten in Österreich im Jahr 1769 geboren. Sein Vater war ein unehelicher Sohn Georgs II. August, König von Großbritannien und Irland sowie Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Er trat zunächst in hannoversche, 1790 in preußische und 1795 in österreichische Kriegsdienste, wobei er auch diplomatisch tätig war. Bei seiner Rückkehr nach Wien nahm er an der Schlacht bei Wagram teil, woraufhin er ausgezeichnet wurde. Nach dem Wiener Frieden ernannte man ihn am 25. August 1809 zum Feldmarschallleutnant. 1813 trat Wallmoden in den Dienst der russischen Armee. Er wurde Befehlshaber der Russisch-Deutschen Legion, die er mit der Nordarmee vereinigte. In Norddeutschland kämpfte er gegen das französische Korps des Generals Davout und das dänische Hilfskorps.

Avantgarde: Generalmajor v. Tettenborn.

  • 1. Bataillon Lützower (einschl. Tiroler Jäger) Prem.-Leutnant Hende
  • Jäger-Bataillon / Major v. Reiche
  • Jägerkorps Kielmansegge (2 Kompanien – 157) / Oberst Graf Kielmansegge
  • Jägerkompagnie RDL (100) / Lt. Müller
  • Lützower Kavallerie (5 Schwadronen – 427) / Rittmeister v. Bornstedt
  • Hanseatische reitende Batterie (4 Geschütze – 115) / Capitain Spoormann
  • Don-Kosaken-Regimenter:
    • Komissanow (368)
    • Denissow VII. (332)
    • Sulima IX. (314)

Russisch-deutsche Division / Generalmajor v. Arentsschildt

1. Brigade. / Major v. Natzmer

  • 1. Bataillon (14/663) / Capitain v. Schaper,
  • 2. Bataillon (19/662) / Major v. Fircks,
  • 5. Bataillon (11/483) / Capitain v. Dobschütz.

2. Brigade. / Oberstleutnant v. Wardenburg

  • 3. Bataillon (16/772) / Capitain v. Tiedemann,
  • 4. Bataillon (17/661) / Major v. Horn,
  • 6. Bataillon (16/506) / Captain v. Natzmer.
  • 1. Husaren-Regiment RDL (5 Schwadronen – 23/575) / Oberstleutnant v. Goltz
  • 1. reitende Batterie RDL (8 Geschütze – 5/115) / Leutnant v. Scheele

Britisch-deutsche Division / Generalmajor Lyon

Leichte Brigade: Oberstleutnant Martin

  • Bataillon Dessau (-Anhalt) (534) / Major Krohne
  • Leichtes Bataillon Bremen-Verden (8 Kompanien) / Major de Vaux
  • 2. Bataillon vom 73. britischen Infant.-Regt. (halbes Bat. – 500) / Lt.-Colonel Harris

Linien-Brigade: Oberstleutnant Halkett

  • Linien-Bataillon Lauenburg (8 Kompanien) / Major v. Benoit
  • Linien-Bataillon Bennigsen (6 Kompanien) / Oberst-Lt. V. Bennigsen
  • Linien-Bataillon Langrehr (8 Kompanien) / Majors v. Langrehr
  • Halb-Bataillon KGL (16/200) / Capitain Holtzermann
  • Hannoversche Fußbatterie (6 Geschütze / 161) / Capitain Wiering

Kavallerie-Division / Generalmajor v. Dörnberg.

  • 3. Husaren-Regiment KGL (5 Schwadronen – 805) / Major Küper
  • Husaren-Regiment Lüneburg (2 Schwadronen / 240) / Oberstleutnant v. Estorff
  • Husaren-Regiment Bremen-Verden (1 Schwadron / 180) / Oberstleutnant v. d. Busche

Reitende Artillerie-Brigade / Major Brückmann.

  • 1. reitende Batterie KGL (6 Geschütze) / Capitain Sympfer
  • 2. reitende Batterie. KGL (6 Geschütze) / Capitain Kuhlmann,
  • 2. reitende Batterie RDL (8 Geschütze – 4/122) / Major Brückmann
  • 1/2 britische Raketenbatterie / Leutnant Strangways

Kosaken (oben) Generalstab (unten) / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Schlachtfeld

Das Schlachtfeld bestand, anders als heute, aus stark welligen Heideflächen, nur mit einzelnen Kiefern und Birken bewachsen. Nur die Göhrde stellte ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet dar, welches von einem knapp 2 m breiten und 1 m tiefen Graben umgeben war. Die Gegend wurde vom  Steinker-Hügelgelände beherrscht, dessen höchster Punkt durch den westlich des Dorfes Lüben liegenden, 89 m hohen Steinker Berg gebildet wurde. Durch die damals stark sumpfige Wiesenniederung des Lübener Baches zwischen dem Dorf Lüben und dem Hügelgelände wurde die Stellung zusätzlich geschützt. Südlich, gegenüber des Steinker Hügels, erstreckte sich der Göhrde-Wald und seine Anhöhen. Nordöstlich hinter dem Hügelgelände lagen die Dörfer Eichdorf und Breese und im Nordwesten der Ort Oldendorf. Südöstlich vom Steinker Berg, im Görde-Wald, befand sich ein kleines Jagdschloss, nördlich vom Schloss die Orte Dübbekold und Nieperfitz. Im Waldgebiet westlich des Schlachtfeldes stand die Försterei Röthen, die noch heute am gleichen Standort liegt. Über den Bach und westlich des Steinker-Hügels verlief die Lünebuger Straße, die von Dömitz über Dannenberg und Dahlenburg nach Lüneburg führte. Von dieser Hauptstraße gingen einige Nebenweg ab, die zur Verbindung der umliegenden Dörfer dienten.

Aufstellung

Um die geplante Umfassungsbewegung durchführen zu können, wird das Korps in eine Avantgarde, zwei Infanterie- und eine Kavallerie-Kolonne aufgeteilt. Die linke Flanke bildet die Infanterie-Division Arentschildt mit ihren sechs Bataillonen der Russisch-Deutschen-Legion, welcher zur Unterstützung die 1. Husaren der RDL und die 1. reitende Batterie der RDL beigegeben wird. Diese Einheiten sollen auf der linken Flanke über Riebrau durch den Wald vorrücken, beim Forsthaus Röthen die Richtung ändern, auf den Feind zuhalten und ihm den Rückzug auf Dahlenburg abschneiden. Die zweite Infanterie-Kolonne, welche von Wallmoden selbst angeführt wird, besteht aus einer Avantgarde, geführt von Generalmajor Tettenborn und einer Reserve unter dem Kommando von Generalmajor Lyon.

Die Avantgarde besteht aus einem Bataillon Lützower Infanterie, dem Bataillon Reiche, den Kielmansegger Jägern, den Jägern der RDL und den drei Kosaken-Regimentern. Unterschützt wird die Infanterie durch die Lützower Kavallerie und die reitenden Hanseatischen Batterie. Die Reserve setzt sich aus der Division Lyon mit ihren vier hannoverschen Bataillonen, dem Bataillon Dessauer, dem britischen Bataillon, dem Detachement Holtzermann und eine Fuß-Batterie zusammen. Die Kavallerie-Kolonne unter dem Kommando von General Dörnberg beinhaltet die KGL-Husaren, die Lüneburger Husaren, die Bremen-Verden Husaren, zwei reitenden KGL-Batterien, die 2. Reitende Batterie der RDL sowie die halbe Raketen-Batterie. Die Kavallerie-Kolonne Dörnberg soll den Wald der Göhrde auf der rechten Flanke umgehen, die Avantgarde und die Reserve auf der Hauptstraße nach Lüneburg vorrücken und die Franzosen frontal angreifen.

Die Franzosen hatten sich in einer perfekten Verteidigungsstellung auf den Steinker Höhen zwischen Oldendorf und Lüben aufgestellt. In der ersten Linie standen 4 Bataillone Infanterie, rechts und links davon von je 4 Geschütze flankiert, wodurch das gesamte Gelände vor dieser Front mit Artillerie-Feuer belegt werden konnte. Die rechte Flanke dieser Aufstellung wurde durch Plänkler und von davor postierten reitenden Jägern gesichert. Zwei Grenadier-Kompanien hatte man nach Oldendorf geschickt, um so einen etwaigen Rückzug decken zu können. Die restlichen Einheiten standen beim Dorf Breese auf dem Mur-Berg in Reserve.

Die Franzosen auf dem Steinker Hügel / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Ablauf der Schlacht

12.00 Uhr: Da die Division Arentschildt durch die Umgehungsbewegung den längsten Anmarschweg hat, beginnt sie ihr Vorrücken durch den Wald schon deutlich vor den anderen Verbänden. Die Division erreicht gegen 14 Uhr Riebrau. Auf dem Vormarsch treffen die Truppen nur auf vereinzelte Franzosen, die im Wald nach Brennholz suchen und flüchten, sobald sie den Gegner sichten.

Die Infanterie der Russisch-Deutschen-Legion rückt vor / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

13.00 Uhr: Zwei Kosaken-Regimenter der Avantgarde werden durch den Göhrde-Wald vorausgeschickt, um die Vorposten der Franzosen zurückzudrängen. Unter dem Kommando von Tettenborn folgen das dritte Kosaken-Regiment, eine Schwadron Lützower sowie die hanseatische Batterie, welche zusammen die Front und den Wald auf der rechten Flanke umgehen und so über das Dorf Dübbekold vorrücken. Schließlich setzten sich die restliche Lützower Kavallerie und Infanterie sowie das Jäger-Bataillon von Reiche, die Kielmannsegger Jäger und die Jäger der RDL in Bewegung und rücken frontal durch den Göhrde-Wald vor.

Kosaken in der Flanke der Franzosen / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

14.00 Uhr Im Göhrde-Wald trifft die Avantgarde von Wallmoden auf die Vorhut des Gegners. Es handelt sich um das am Jagdschloss lagernde Bataillon des 3. Linien-Regiments. Die Bataillone Lützow und Reiche greifen an und treiben die Franzosen durch den Wald zurück in Richtung Steinker Hügel. Dort haben schon die Kosaken den Wald umgangen und so muss sich das isolierte französische Bataillon in einem ständigen Rückzugsgefecht weiter in Richtung Röthen zurückfallen lassen. Nun erreichen die hanseatische reitende Batterie und die Lützower-Infanterie das offene Feld hinter dem Wald. Die hanseatische Artillerie protzt ab und eröffnet das Feuer auf die französischen Geschütze auf der linken Flanke. Die Lützower stürmen aus dem Wald heraus und weiter auf die Front der Franzosen zu. Dabei werfen sie die französischen Plänkler zurück. Bei diesem Angriff der Lützower Jäger zu Fuß erleidet Eleonore Prohaska, als sie versuchte, einen verletzten Kameraden aus der Kampflinie zu tragen, ihre tödliche Verwundung.

„Das Heldenmädchen Eleonore Prochaska“ von Carl Röchling aus „BILDER DEUTSCHER GESCHICHTE, Zigaretten-Bilderdienst 1936“.

Eleonore Prohaska

Eleonore Prochaska kam am 11. März 1785 in Potsdam zur Welt. Ihr Vater war Unteroffizier in einem preußischen Bataillon der Garde. Als er 1793 in den Krieg gegen Frankreich ziehen musste, war die Mutter nicht in der Lage, sich um die Kinder zu kümmern. Eleonore und ihre drei Geschwister wurden in das große Militärwaisenhaus in Potsdam eingewiesen. Dort blieb sie bis 1797 und kehrte dann zu ihrem Vater zurück, der den Dienst verlassen hatte und von seiner Rente und vom Musikunterricht lebte. In den Jahren 1808 und 1809 entwickelte sie ein Interesse für die Volksaufstände in Spanien und Tiro, was vermutlich den Grundstein für ihren späteren Entschluss zum Eintritt in das Freikorps Lützow legt. Wenig später verließ sie den väterlichen Haushalt und diente ab 1810 als Köchin in einem Potsdamer Bürgerhaus. Ende Juni 1813 trug sie sich unter dem Namen August Renz in die Stammrolle des Jägerdetachements des 1. Bataillons des Lützowschen Freikorps ein. Bis zu ihrer Verletzung in der Göhrdeschlacht konnte sie verheimlichen, dass sie eine Frau war. Ein Vorgesetzter, der ihre Wunden versorgte, entdeckte ihr wahres Geschlecht und ließ sie in ein Bürgerhaus nach Dannenberg bringen, wo sie drei Wochen später ihren Verletzungen starb. In der Folgezeit wurde sie als jungfräuliche Heldin stark idealisiert und als die „Potsdamer Jeanne d’Arc“ verehrt.

Lützower Infanterie im Vormarsch / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

15.00 Uhr: Das Bataillon Reiche sammelt sich zunächst am Waldrand in der Nähe des schon erwähnten Grenzgrabens. Rechts davon stellen sich die Kielmansegger Jäger, links davon die Lützower Kavallerie auf. Der Lützower Kavallerie gelingt es, die französischen reitenden Jäger hinter ihre Infanterie-Linie zurückzudrängen. Sofort bilden die Franzosen dichte Kolonnen, welche von den Lützower Reitern zwar attackiert, aber nicht gesprengt werden können. Schließlich muss die Lützower Kavallerie zurückweichen, denn das Infanterie-Feuer der Franzosen hat in ihren Reihen erhebliche Verluste verursacht. Auch Major von Lützow wird dabei schwer verwundet. Die Lützower Infanterie hat unterdessen ein isoliert stehendes französisches Geschütz auf dem Hügel erreicht und kann die Haubitzen mit Hilfe einiger Bauernpferde in Richtung eigene Linie ziehen. Das Geschützrohr trug die lateinische Inschrift (übersetzt:) „Gott hilft denen, die auf ihn trauen und bauen. Im Haag 1784“. Es handelte sich um eine erbeutete holländische Haubitze. Durch denAngriff von zwei französischen Bataillonen muss sich die Lützower Infanterie wieder zurückfallen lassen. Alle Jäger-Einheiten des Korps Wallmoden haben schwere Verluste erlitten, müssen deshalb den Angriff abbrechen und in die Deckung des Waldes zurückgehen.

Bataillon Reiche, Lützower Infanterie und Lützower Kavallerie gehen am Wald in die Reserve / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Lützower reitende Jäger im Angriff.

15.30 Uhr: General Arentschildt hört Schlachtenlärm von Gefechtsfeld her und lässt eilig die Artillerie und die Kavallerie seiner Division an die Spitze der Kolonne vorgehen.

16.00 Uhr: Die Kolonne Arentschildt erreicht das Forsthaus Röthen. Die Artillerie der RDL protzt ihre Geschütze ab und eröffnet das Feuer. Die Franzosen sind durch den Beschuss in ihrer rechten Flanke überrascht und ziehen ihre Einheiten an dieser Seite zurück. Nun geht die Kavallerie der RDL gegen die rechte Flanke der Franzosen und gegen Eichdorf vor. Hier in Eichdorf haben auch schon Kosaken Stellung bezogen. Die Franzosen sind zu diesem Zeitpunkt also schon von fast allen Seiten bedroht.

Die reitende Artillerie der Russisch-Deutschen-Legion / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Angriff der Russisch-Deutschen-Legion/ Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Nun marschiert die Division Lyon durch den Wald heran, wobei das Bataillon Bremen-Verden sogar im Laufschritt zur Front beordert wird. Neben der hanseatischen Batterie geht jetzt die Batterie Kuhlmann in Position und wird dabei von zwei Schwadronen Husaren gedeckt. Die Batterie Wiering positioniert man links davon, unmittelbar neben dem 5. Bataillon der RDL. Dahinter schreitet die Brigade Martin aus dem Wald und entwickelt sich vor der Front der Franzosen, wird aber noch durch den Lübener Bach vom Gegner getrennt.

Die Division Lyon marschiert durch den Wald / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Zeitgleich erreicht auch Dörnberg mit der Kavallerie das Schlachtfeld und formiert sich zwischen den Dörfern Dübbekold und Lüben. Die reitende Batterie Sympher und die halbe Raketen-Batterie stellen sich zwischen Lüben und der Straße auf. Sie beginnen sofort auf den linken Flügel der Franzosen zu feuern, in den auch einige gut gezielte Raketen einschlagen.

Die britische Raketen-Batterie / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

16. 15 Uhr: Die 1. Brigade der RDL entwickelt sich in Richtung der Lüneburger Straße, um so die Lücke zur Division Lyon zu schließen. Schon bald werden die Bataillone von der französischen Artillerie auf der rechten Flanke unter Feuer genommen, woraufhin die Plänkler vorgeschickt werden und die restliche Infanterie dahinter in Kolonne abwartend in Stellung geht. Dabei steht das 1. Bataillon im 1. Treffen, das 2. und 5. Bataillon im zweiten Treffen dahinter. Die 2. Infanterie-Brigade der RDL rückt in Richtung Oldendorf vor, um wie geplant den Rückzugsweg der Franzosen zu bedrohen.

Russisch-Deutsch-Legion / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

16.45 Uhr: Auf der Lüneburger Poststraße rückt die Brigade Halkett vor. Das in Front marschierenden Bataillon Lüneburg wird durch das Feuer der französischen Geschütze in Unordnung gebracht und muss zunächst halten, um sich neu zu formieren. Die Brigade platziert sich zwischen der Straße und der Brigade Martin, wobei die Bataillone Landgrehr und Bennigsen im 1. Treffen, die Bataillone Lauenburg und das 73. englische im 2. Treffen stehen.

Die Brigade Halkett stürmt den Hügel / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Dörnberg befiehlt dem Kommandeur des 3. Husaren-Regiments mit einer Schwadron zum Angriff vorzugehen. Durch Unstimmigkeiten im Regiment attackieren schließlich sogar 3 Schwadronen des Regiments, bleiben dabei teilweise im Morast des Bachufers stecken und erreichen völlig ungeordnet die Geschütze auf dem linken Flügel der Franzosen. Diese waren bereits von den Bedienungsmannschaften verlassen worden, aber die in der Nähe stehende Infanterie eröffnete jetzt das Feuer auf die Husaren, die sich teilweise wieder zurückziehen müssen. Nur die 2. Schwadron wagt einen Angriff auf die französischen Karrees, wobei ihr Kommandeur Rittmeister Hugo getötet wird. Ein Teil der Schwadron reitet am Karree vorbei und trifft schließlich auf die Plänkler des 1. Bataillons der RDL, die die Reiter für Feinde halten und das Feuer eröffnen, bei dem einige Husaren und Pferde verwundet werden.

Angriff der 3. Husaren / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Abwehrfeuer der Franzosen / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Während die Kavallerie unter dem Befehl von General-Major Dörnberg versucht den Hügel von Nieperfitz zu erreichen, besetzten Plänkler des 3. Infanterie-Bataillons der Russisch-Deutschen Legion und ein Zug Kavallerie unter dem Kommando von Cornet Stromberg das Dorf Oldendorf, wo sie 2 Offiziere und 36 französische Soldaten gefangen nehmen konnten. Das Dorf Eichdorf wird fast zeitgleich von Captain Natzmer mit dem 6. Infanterie-Bataillon erobert. Durch diese Aktionen werden die Franzosen in der rechten Flanke bedroht und von der Straße nach Lüneburg abgeschnitten.

Die Batterie der Hanseaten (links) und der KGL (rechts) / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Die Artillerie der 2. Batterie der Russisch-Deutschen Legion, die der Kavallerie-Division von Dörnberg zugeordnet war, erreicht nun endlich auch das Schlachtfeld und postiert sich mit den Geschützen neben die Batterie Sympher und der Raketen-Batterie. Durch das gleichzeitige Feuer all dieser Batterien, insgesamt feuern 38 Kanonen der Alliierten, entwickelt sich auf dieser Flanke starker Pulverdampf, der das Ziel der Geschütze, die französische Artillerie und dass sie bedeckende Infanterie-Bataillon, verdeckt, weshalb die Geschütz-Wirkung nur sehr gering ist. Ein weiterer Grund für die geringe Wirkung der Geschütze, ist die teilweise zu große Entfernung. Die Batterien stehen häufig bis zu 1.500 Meter entfernt von den Franzosen.

17.30 Uhr: Die Division Lyon wartet noch den Geschützkampf ab und macht sich zum Angriff bereit. Auf der rechten Flanke der Franzosen kämpft die Brigade Natzmer ein heftiges Plänklergefecht mit etlichen Verlusten. Die Franzosen verteidigen sich nun aufgrund der ständigen Bedrohung durch Kavallerie-Angriffe überall in Kolonnen- oder Karree-Formation. Außerdem werden alle französischen Bataillone gut 50 bis 60 Meter auf das Hügel-Plateau zurückgenommen, um so aus dem Wirkungsbereich der alliierten Batterien zu kommen. Durch die Bedrohung aus unterschiedlichen Richtungen suchen sowohl die Plänker als auch Geschütze und die Munitionswagen der Franzosen Schutz zwischen und in den Infanterie-Formationen.

Angriff der alliierten Infanterie / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Die Protzen der Franzosen suchen Schutz zwischen den Infanterie-Formationen / Zinnfiguren-Diorama Heimatmuseum Dahlenburg.

Schließlich gibt Wallmoden der Division Lyon und Arentschildt den Angriffsbefehl. Die 6 Bataillonen des 1. Treffens gehen geschlossen vor, wobei die eigene Artillerie und die Raketen-Batterie ohne Unterlass feuern. Die Brigade Natzmer der RDL kann bis auf 100 Schritt an den Gegner herankommen, wird aber durch das starke Feuer der Franzosen und die hohen Verluste schließlich zum Stehen gebracht. Zusätzlich schlägt auch noch eine Rakete zwischen den beiden Frontlinien ein. Den Bataillonen der RDL gelingt nur ein unkontrolliertes Feuer auf den Gegner und so muss der Angriff abgebrochen werden. Die Brigade Natzmer zieht sich wieder zurück.

Die vier Linien-Bataillone des britischen Oberstleutnant Hugh Halkett gehen mit gefälltem Bajonett vor. Die Brigade Martin hat das zweite französische Bataillon auf dem französischen linken Flügel zum Ziel. Als die Brigade das Plateau erreicht, wird es durch eine gezielte Salve auf 50 Meter Entfernung empfangen, wobei 4 Offiziere und 25 Mann tot zu Boden sinken. Gleichzeitig reiten die Reste der 3. hannoverschen Husaren und die Kavallerie des Freikorps Lützow immer wieder aufs Neue gegen die nun zurückgehenden französischen Einheiten an. Die in der Front gehenden Kompanien der Brigade Halkett weichen zurück und treffen auf die dahinter vorrückenden Männer. Es entsteht ein kurzes Gedränge, bis die nachrückenden Kompanien schließlich die Front erreichen. Rechts davon versucht das Bataillon Dessau in Linie zu gehen, was jedoch misslingt und die Reihen der Einheit in Unordnung bringt. Das Bataillon muss schließlich zurückgehen. Als dadurch auch das Bataillon Bremen-Verden verunsichert wird, gelingt es der hannoversche Fuß-Batterie vorzufahren, neben dem Bataillon in Stellung zu gehen und ein wirksames Kartätschen-Feuer auf den Feind zu werfen. Die 3. Husaren, unterstützt von der Lützower Kavallerie nutzen diese Gelegenheit und treiben die beschossenen Franzosen durch eine Attacke auseinander. Bei diesem Angriff gehen die Reiter äußerst rücksichtslos vor und geben kein Pardon.

Die Brigade Halkett trifft nun auf den linken Flügel der Franzosen. Das Bataillon Bennigsen überquert im Laufschritt die sumpfigen Bereiche im Tal. Der Kommandeur hatte den als Plänkler eingesetzten Scharfschützen seiner Einheit befohlen, nicht zu Feuer, um ein Halten des restlichen Bataillons zu verhindern. Eigentlich wollte Bennigsen seine Männer hinter dem Bach neu formieren, jedoch fordert der Brigade-Kommandeur Halkett die Einheit auf, sofort zum Angriff überzugehen. In leichter Unordnung stürmt die Einheit geführt von den beiden berittenen Kommandeuren Halkett und Bennigsen voran. Am Fuß des Hügels wird die Brigade von einigen Musketen-Salven begrüßt, aber nur das Bataillon Langrehr erwidert das Feuer, die restlichen Einheiten rücken weiter voran. Als das Bataillon Bennigsen nur noch weniger Meter vom Gegner entfernt ist, werfen die ersten Franzosen ihre Musketen fort und drängen nach hinten. Mittlerweile hat auch das Bataillon Langrehr aufgeschlossen und gemeinsam wird der immer noch relativ geordnete Gegner nach und nach zurückgedrängt. Als jedoch die 3. Husaren und die Kosaken in den Flanken angreifen, beginnt die Flucht der Franzosen.

FOTO: „Angriff der Britisch-Deutschen Bataillone von Bennigsen und Langrehr unter Oberstleutnant Hugh-Halkett sowie des Lützower und des 3. Britisch-Deutschen Husaren-Regiments gegen die Karrees des französischen Generals Pécheux. Das Originalgemälde von Röchling befindet sich im Besitz des Museums in Celle.

18.00 Uhr: Die Gegend von Eichdorf und Breese ist jetzt mit vielen kleinen und großen Gruppen flüchtender Franzosen übersät, die von der alliierten Kavallerie verfolgt werden. Die erschöpfte Infanterie des Korps Wallmoden hat auf dem Plateau des Hügels ihren Angriff abgebrochen, aber die Batterie Sympher und die Raketen-Batterie wird über Lüben nach Breese dirigiert, um den Rückzug der Franzosen unter Feuer zu nehmen. Der Beschuss muss aber durch die verfolgenden Husaren und die Infanterie der RDL, die bereits bis zum Murberg vorgerückt ist schon bald eingestellt werden.

Das 3. und 4. Bataillon der RDL ist inzwischen in Linien nebeneinander in den Rücken der Franzosen vorgerückt, während das 6. Bataillon in Reserve und zur Bedeckung der Batterie zurückgehalten wird.  Als die beiden vorgehenden Bataillone Oldendorf passieren, erhalten sie plötzlich Beschuss in der Flanke und im Rücken. Man hatte das Dorf nicht vollständig durchsucht und so die dort postierten beiden Grenadier-Kompanien übersehen. Unter dem Kommando des Captain Funck wird ein Teil des 3. und 4. Bataillons abkommandiert, um gegen diese Franzosen vorzugehen. Aus Richtung Osten und Westen kommend dringen die Soldaten der RDL in den Ort ein, aber erst am Dorfrand, in den letzten Gärten, kommt es zum Feuergefecht mit den französischen Grenadieren, die hier Widerstand leisten. Die rund 200 französischen Grenadiere ziehen aber schon bald ab und gehen auf Dahlenburg zurück. Die Infanterie der RDL nimmt die Verfolgung auf und erhält bald Unterstützung durch einige Husaren unter dem Befehl von Cornet v. Stromberg, wodurch 3 Offiziere und 113 Mannschaften gefangengenommen werden können.

18.30 Uhr: Schließlich müssen die Franzosen, gedeckt durch ihre Artillerie langsam auf Eichdorf zurückweichen. Sofort geht die wieder gesammelte Brigade Natzmer vor. Die Batterie Scheele setzt sich ebenfalls in Bewegung, um die abziehenden Infanterie-Kolonnen unter Feuer zu nehmen. Aus Richtung Oldendorf attackiert jetzt das 1. Husaren-Regiment der russisch-deutschen Legion. Die Husaren treffen auf die Mitte und den linken Flügel der abziehenden Franzosen, die sich schnell in Kolonne bringen. Doch die Reiter können die französische Linie an einigen Stellen durchbrechen. Die französische Infanterie wird auseinandergesprengt und kann sich nur noch an einigen Stellen in Haufen formiert verteidigen. Viele der Franzosen werfen sich zu Boden, um den Schwertern der Husaren zu entgehen, werden aber schon bald von den Plänklern der RDL und den Kosaken angegriffen und gefangengenommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die letzten französischen Kompanien im Barskamper Wald zurückgezogen.

19.00 Uhr: Generalleutnant von Wallmoden befielt die Einstellung der Verfolgung. Bei den rund 500 bis 800 französischen Gefangenen handelt es sich zum größten Teil um Soldaten des 105. Linien-Regiments. Zusätzlich werden die Geschütze und etliche Bagage- und Munitionswagen erbeutet. In der regnerischen, dunklen Nacht vom 16. auf den 17. September 1813 gelingt es Pecheux jedoch 1.400 bis 1.500 Mann über Bleckede an der Elbe nach Norden zu führen und damit zu retten. Andere Quellen geben sogar 2.000 Mann an. Eine außerordentliche militärische Leistung, besonders unter Berücksichtigung der Kräfteverhältnisse und der vorausgegangenen Kampfhandlungen. Trotz eines Teilabzuges der Franzosen kann man von einem Sieg der Verbündeten sprechen. Offiziere des kaiserlich-russischen Generalmajors Tettenborn gaben am 19. September in Lüneburg ein Flugblatt folgenden Inhalts heraus:

„Die Division Pécheux, welche Marschall Davout auf das linke Elbufer geschickt hatte, wurde am 16.09. bei Göhrde vom General von Wallmoden angegriffen und nach einem hartnäckigen Widerstande gänzlich aufgerieben. Alle Kanonen des Feindes, seine Wagen, ein General nebst sehr vielen Offizieren und über 2.000 Gefangene fielen in unsere Hände, der Rest der Truppen blieb größtenteils tot und verwundet auf dem Platz. General Pécheux selbst entkam mit einigen hundert Flüchtlingen unter dem Schutz der einbrechenden Dunkelheit über die Elbe“.

Der Ausgang der Schlacht an der Göhrde hatte mit dem Sieg über die französischen Kräfte des Generals Pecheux zur Folge, dass die Verbindung zwischen dem XIII. Korps des Marschall Davout mit dem Hauptquartier in Hamburg und der in Sachsen liegenden Hauptarmee Napoleons unterbrochen wurde. Die Nachschublinie aus Frankreich über Hannover nach Magdeburg und Berlin war nun, kurz vor der Schlacht bei Leipzig, unterbrochen.

9 Kommentare zu „Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Schlacht an der Göhrde“

      1. Ich bin nicht sicher, ob ich noch alle Quellen nennen kann. Hier eine Auswahl:

        • Göhrde 16. September 1813, Frank Bauer
        • Der Feldzug des Corps des Generals Grafen Ludwig von Wallmoden-Gimborn an der Nieder-Elbe und in Belgien, in den Jahren 1813 und 1814, Heinrich August Pierer
        • Die Dömitzer Bilderhandschrift
        • Die Schlacht bei der Göhrde 16. September 1813, Benno Bode
        • Davout und die Festung Hamburg-Harburg, Carl Henke
        • Die Schlacht an der Göhrde 1813, Marc Bastet
        • Geschichte des Krieges an der Nieder-Elbe im Jahre 1813, Christian Ludwig Enoch Zander
        • 16. September 1813, Berndt Wachter

        Darüber hinaus habe ich auch zahlreiche Internet-Quellen verwendet, wie die von Frank Herberger: https://www.8eme.de/

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