Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Die Schlacht bei Sehestedt

Als sich Ende November 1813 abzeichnete, dass die Nordarmee unter der Führung von Kronprinz Karl XIV. Johann, dem ehemaligen französischen Marschall Jean-Baptiste Bernadotte und späteren König von Schweden, gegen die Franzosen und Dänen in Norddeutschland vorgehen würde, ließ der französische Marschall Davout seine Truppen nach Hamburg zurückziehen. Die mit Frankreich verbündeten dänischen Truppen unter dem Oberbefehl von Prinz Friedrich von Hessen-Kassel wurden schließlich von den Franzosen abgeschnitten und waren gezwungen, sich immer weiter in ihr eigenes Hoheitsgebiet zurückzuziehen. Seit dem 2. Dezember befand sich das dänische Hilfskorps bereits auf dem Rückzug aus den Gebieten des Herzogtums Lauenburg und Lübeck nach Holstein.

Nach den Rückzugsgefechten in Groß Boden und Bornhöved erreichten die Dänen am 8. Dezember 1813 die Stadt Kiel. Der Kommandeur des dänischen Hilfskorps, Prinz Friedrich von Hessen-Kassel, wollte seinen Truppen in Kiel einige Tage Ruhe gönnen und schlug daher aus humanitären Gründen einen zehn-tägigen Waffenstillstand vor. Ein schwedischer Offizier in Bornhöved erhielt diese Bitte und leitete sie an den Kronprinzen von Schweden weiter. Dieser lehnte ab, da er erfahren hatte, dass sich der dänische Staat in einer desolaten finanziellen Lage befand und durch den Waffenstillstand Zeit gewinnen wollte, um günstigere Friedensverhandlungen führen zu können. Die Kampfhandlungen gingen also weiter.

Dänische Armee

Am 10. Dezember 1813 waren bei Sehestedt folgende Einheiten des dänischen Hilfskorps involviert:

Kommandeur:  General Prinz Friedrich von Hessen-Kassel

Avantgarde / Brigade-General Francois Antoine ”Charles” Lallemand

Leichte Brigade: Oberst von Waldeck

  • 17. litauisches Ulanen-Regiment / Oberst Brezchffa (2 Schwadronen / 330 Mann)
  • Holsteinisches Scharfschützenkorps, I. Bat. / Oberstleutnant Leschly (15 Offiziere, 350 Mann)
  • Holsteinisches Scharfschützenkorps, II. Bat. / Major Wilckenn (15 Offiziere, 350 Mann)
  • Louise Augustas Leibjägerkorps / Premierleutnant Wernick (1 Kompanie)
  • Schleswiger Jägerkorps, II. Bat. / Oberstleutnant Wasmer (12 Offiziere, 411 Mann)
  • 3. Jütisches Infanterieregiment, I. Bat. / Kapitän Kirchheiner (14 Offiziere, 409 Mann)
  • Fuß-Batterie / Kapitän Gerstenberg (7x6pf.-Kanonen, 2x20pf.-Haubitzen / 4 Offiziere, 137 Mann)
  • Holsteinisches Reiter-Regiment / Oberst Hedemann (4 Schwadronen / 22 Offiziere, 415 Mann)

1. Brigade / Generalmajor Graf v. d. Schulenburg

Vorhut unter Major Berger

  • 2. Husaren-Schwadron / Major Berger (4 Offiziere, 96 Mann)
  • Jägerkompanie, III. Bat. / Holsteiner Infanterie-Regiment / Kapitän Joens
  • Jägerkompanie, II. Bat. / Oldenburger Infanterie-Regiment / Kapitän Jess
  • Altonaer Jägerkompanie / Kapitän Rathlev (3 Offiziere, 90 Mann)

Rest der Brigade

  • Jägerkompanie, II. Bat / Königin Leibregiment / Kapitän Flitner
  • Königin Leibregiment, I Bat. / Major Wynecken (19 Offiziere, 460 Mann)
  • Holsteinisches Infanterie-Regiment, III. Bat. / Kapitän Engholm (13 Offiziere, 413 Mann)
  • Holsteinisches Infanterie-Regiment, IV. Bat. / Major Qualen ( 13 Offiziere, 413 Mann)
  • Oldenburgisches Infanterie-Regiment, I, Bat. / (13 Offiziere, 511 Mann)
  • 5. und 7. Kompanie des Oldenburgischer Infanterie-Regiments, II. Bat. / Oberstleutnant Brackel
  • Oldenburgisches Infanterie-Regiment, IV. Bat. / Major Scharffenberg (13 Offiziere, 511 Mann)
  • Reitende Batterie Kapitän Koye, 5x6pf.-Kanonen, 1x10pf.-Haubitze, 2x24pf.-Haubitzen / 4 Offiziere, 94 Mann)
  • Fußbatterie / Stabskapitän Friis (8x6pf.-Kanonen, 2x20pf. Haubitzen /4 Offiziere, 119 Mann)
  • 6. Husaren-Schwadron / Major Späth (4 Offiziere, 96 Mann)

2. Brigade / Oberst Abercron

  • Grenadierkompanie / Königin Leibregiment I. Bat. (26 Offiziere, 314 Mann)
  • Schleswigisches Infanterieregiment, I. Bat. / Oberstleutnant Schaumberg (16 Offiziere, 572 Mann)
  • Fünisches Infanterieregiment, I. Bat. / Oberstleutnant Rieck (12 Offiziere, 485 Mann)
  • Fünisches Infanterieregiment, II. Bat. / Major Castonier (12 Offiziere, 485 Mann)
  • Reitende Batterie Gönner (6x3pf-Kanonen, 2x20pf.-Haubitzen / 3 Offiziere, 88 Mann)
  • 2. bis 4. Schwadron Fünische Leichte Dragoner-Regiment (9 Offiziere, 186 Mann)
  • Matrosenkompanie / Kapitänleutnant der Marine Holsten (4 Offiziere, 128 Mann)

Artillerie-Park und Train

  • Ca. 500 Fahrzeuge
  • Jägerkompanie Fünisches Infanterieregiment, II. Bataillon
  • Schleswigisches Infanterieregiment, II. Bataillon / Major Holten
  • Zwei Kompanien Oldenburgisches Infanterieregiment, II. Bataillon
  • Schwadron Fünische Leichte Dragoner / Oberstleutnant Bibow (3 Offiziere, 62 Mann)
  • Französische Dragoner (17 Mann)
  • Vom 15. Leichten Infanterieregiment, 30 Mann
  • Französische Artilleristen und Marineinfanteristen, 18 Mann
  • Zivile Zolloffiziere, 5 Mann

Alliierte Armee

Die in der Schlacht bei Sehestedt beteiligten Truppen der Nordarmee gehörten ausschließlich zum Korps Wallmoden:

Avantgarde / Generalmajor Wilhelm Freiherr v. Dörnberg

2. Brigade Russisch-Deutsche-Legion / Oberstleutnant Wilhelm Wardenburg

  • 3. Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Kapitän Carl v. Thiedemann (697 Mann)
  • 4. Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Major Friedrich v. Horn (673 Mann)

Leichte Hannoversche Brigade / Oberstleutnant David Martin

  • Leichtes Bataillon Lüneburg / Oberstleutnant v. Klencke (508 Mann)
  • Leichtes Bataillon Bremen und Verden / Major v. Zesterfleth (615 Mann)
  • Jägerkorps / Oberst Friedrich Graf Kielmannsegge (377 Mann / 3 hannoversche und 1 russisch-deutsche Jägerkompanie)

Kavallerie

  • 2. Husaren-Regiment Russisch-Deutsche-Legion / Oberstleutnant Dohna (4 Schwadronen / 414 Mann)
  • 2. Husaren-Regiment Russisch-Deutsche-Legion / Major Küper (4 Schwadronen / 615 Mann)

Artillerie / Major Brückmann

  • reitende Batterie KGL / Kapitän August Sympher (5 x 6pf. Kanonen)
  • reitende Batterie KGL / Kapitän Heinrich Jakob Kuhlmann (5 x 6pf. Kanonen)

Eine Schwadron des 3. KGL-Husarenregiments stand am linken Elbufer vor Rendsburg. Die zwei fehlenden KGL-Haubitzen standen nach einigen Quellen unter dem Kommando von Oberstleutnant von der Goltz bei Achterwehr. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass sie zusammen mit den anderen Haubitzen vor Rendsburg eingesetzt wurden, da auch alle anderen Batterien ihre Haubitzen dorthin geschickt hatten. Vierzig hannoversche Jäger blieben bei Achterwehr und Klüvensiek zurück. Dörnbergs Avantgarde zählte am 30. November 1813 rund 2.870 Mann an Infanterie und 1.029 Mann an Kavallerie. Durch Gefechte sowie die harten Märsche waren jedoch mit Sicherheit viele der Männer am 10. Dezember nicht mehr voll einsatzfähig.

Division der Russisch-Deutschen-Legion / Generalmajor Wilhelm v. Arentschildt

1. Brigade / Major Ferdinand v. Natzmer

  • Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Kapitän Heinrich v. Schaper (758 Mann)
  • Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Kapitän Carl v. Köller (736 Mann)
  • 5. Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Kapitän August v. Dobschütz (621 Mann)

Von der 2. Brigade

  • 6. Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Kapitän Hans v. Natzmer II (658 Mann)
  • 7. Bataillon Russisch-Deutsche-Legion / Kapitän v. Ruspe (688 Mann)

Hannoversche Division / Generalmajor James Lyon

Linienbrigade / Oberstleutnant Hugh Halkett

  • Bataillon Lauenburg / Major v. Benoit (648 Mann)
  • Bataillon Bennigsen / Oberstleutnant v. Bennigsen 622 Mann)
  • Bataillon Roehl / Major v. Langrehr (566 Mann)
  • Halbbataillon Holzermann (Kings German Legion) / Kapitän Holzermann (285 Mann)

Von der leichten Brigade:

  • Bataillon Dessau / Major Krohne (455 Mann)
  • Detachement hannoversche Jäger / Leutnant v. Marenholz (40 Mann)

Von der Avantgarde des Division Vegesack

  • Mecklenburger Freiwillige Jäger zu Fuß / Oberst Greve Osten-Sacken (455 Mann)

Kavallerie

  • Husaren-Regiment Russisch-Deutsche-Legion / Oberstleutnant v. d. Goltz

(4 Schwadronen / 578 Mann)

  • Husaren-Regiment Bremen-Verden / Oberstleutnant v. d. Busche

(3 Schwadronen / 488 Mann)

  • Mecklenburger Freiwillige reitende Jäger / Oberst v. Müller (3 Schwadronen / 395 Mann)

Artillerie

Artillerie-Brigade der Russisch-Deutschen Legion / Oberstleutnant Monhaupt

  • reitende Batterie / Premierleutnant Ramaër / 6 x russische 6pf-Kanonen
  • reitende Batterie / Premierleutnant von Tiedemann II. / 6 x russische 6pf-Kanonen

Von der hannoverschen Artillerie

  • Hannoversche Fußbatterie Kapitän Wiering 4 x englische 6pf.-Kanonen

Am 30. November 1813 waren es 6.432 Infanteristen und 1.461 Kavalleristen.

Haus in Sehestedt.

Ausgangslage der Alliierten

Die Dänen hatten durch ihre Kundschafter erfahren, dass sich bei Nettelsee ein ansehnliches gegnerisches Korps gesammelt hatte und eine starke, feindliche Kolonne auf dem Weg nach Kluvensiek war. Nach der Schlacht bei Bornhöved war der schwedische General Skjöldebrand den Dänen mit seiner Kavallerie gefolgt, während General Dörnberg mit der Avantgarde des Korps Wallmoden auf der Straße über Neumünster nach Jevenstedt vorrückte. Am Abend des 8. Dezember hatten Dörnbergs Einheiten folgende Ausgangsstellungen erreicht:

  • Hanseaten in Jevenstedt
  • 1. Husaren-Regiment der Russisch-Deutschen Legion in Achterwehr
  • 2. Husaren-Regiment der Russisch-Deutschen Legion in Nobiskrug
  • Hauptstreitmacht und Hauptquartier in Kronsburg

Dörnbergs Avantgarde befand sich also nach Norden ausgerichtet in einer Linie zwischen Rendsburg und Flemhuder See, aber noch südlich der Eider.

Das Gebiet zwischen Rendsburg und Sehestedt.

Bewegung der Dänen

Die dänischen Kommandeure in Rendsburg erwarteten, dass Prinz Friedrich von Hessen von Oldesloe über Segeberg und Neumünster nach Rendsburg marschieren würde. Daher entsandte Landgraf Carl von Hessen, der Vater des Prinzen Friedrich von Hessen-Kassel, eine Truppe nach Jevenstedt, südlich von Rendsburg. Zu seiner großen Überraschung tauchten dort statt der erwarteten Dänen einige Kosaken auf. Nachdem diese verschwunden waren, erschien an ihrer Stelle hanseatische Reiterei. Schließlich kam das jütische Leichte Dragoner-Regiment herangeritten. Das Regiment, welches unter dem Kommando des französischen Generals Vichery stand, hatte am 6. Dezember an der Schlacht bei Alt Rahlstedt und Siek teilgenommen. Die Einheit hatte schließlich von Marschall Davout die Erlaubnis erhalten, nach Rendsburg zurückzukehren, anstatt in Hamburg zu verbleiben. Es ist nicht bekannt, warum Davout im Gegenzug nicht die Rückgabe des 17. Ulanen-Regiments und des Generals Lallemand verlangte, die er als Gegenleistung für die jütischen Dragoner erhalten hatte.

Stadt und Festung Rendsburg.

Am selben Tag erhielt Prinz Friedrich von Hessen die Nachricht, dass die Brücke über die Eider bei Kluvensiek am 8. Dezember vom Feind eingenommen worden war. Es handelte sich dabei um die einzige intakte Brücke über die Eider zwischen dem Flemhuder See und Rendsburg, da die Brücke bei Königsförde zerstört worden war. Das bedeutete, dass das Hilfskorps Gefahr lief, sowohl von Rendsburg als auch von Schleswig abgeschnitten zu werden, während es gleichzeitig eine Armee von 15.000 Mann gegen sich hatte. Prinz Friedrich beschloss nun, die Eider bei Knoop, Lebensau und Landwehr zu überqueren. Landwehr lag unmittelbar nördlich des Flemhuder Sees, die beiden anderen Orte weiter flussabwärts, nördlich von Kiel, dort, wo die Eider in die Ostsee mündet. Der Übergang sollte am 9. Dezember um 3 Uhr morgens beginnen, nachdem der Train mit 350 Wagen die Überquerung beendet hatte. Das Ganze verlief nicht reibungslos, und die Brücke bei Landwehr wurde versehentlich vorzeitig niedergebrannt. Zum Glück fand der Rückzug weitgehend ungestört vom Feind statt. Am Abend hatte das Hilfskorps Gettorf erreicht, das an der Straße von Kiel nach Eckernförde liegt. Der Prinz hoffte, dass dies Wallmoden glauben machen würde, dass die Dänen am nächsten Tag nach Eckernförde weiterziehen würden und mit diesem Täuschungsmanöver hatten sie tatsächlich Erfolg.

Pfarrhaus von Sehestedt, im Hintergrund die Kirche des Ortes.

Erste Gefechte

Nach der Eroberung der Brücke bei Kluvensiek war Dörnbergs Stabschef, Oberstleutnant Nostitz, mit einer Truppe, bestehend aus dem 2. Husaren-Regiment der Russisch-Deutschen Legion, 17 hannoverschen Jägern und 2 Geschützen, durch den Ort Sehestedt vorgerückt. Etwas nördlich davon trafen sie sowohl auf eine Truppe von 26 Mann der Leibjäger des Regiments Königin unter dem Kommando von Leutnant Dumreicher als auch auf die Batterie des Hauptmanns Schneider mit 4 x 3-Pfünden-Geschützen, 3 x 6-Pfündern und 9 weiteren Wagen, darunter eine große Kutsche, in welcher der Batteriekommandant mit seiner Frau und 8 Kinder reiste. Wegen des Nebels konnten die Geschütze nicht feuern und das Schießpulver der Leibjäger war feucht geworden. Es gab zwar noch eine kleine Deckungsmannschaft von 11 Infanteristen, aber diese hatten keine Munition. Aufgrund dieser Umstände wurde die gesamte Truppe kurzerhand gefangen genommen. Nostitz marschierte nun weiter nach Eckernförde, wo er auf eine dänische Nachschubkolonne stieß. Die Bedeckung von 30 dänischen Infanteristen konnten Nostitz und seine Husaren jedoch vertreiben. Die Husaren erbeuteten dabei die Instrumente der Musikkapelle des Oldenburger Infanterieregiments. Durch diesen Umstand konnte das 3. Bataillon der Russisch-Deutschen Legion später eine Musikkapelle gründen.

Stellung der Alliierten

Am Abend des 9. Dezember verteilten sich Wallmodens Kräfte wie folgt:

  • Brigade Wardenburg in Sehestedt und Osterrade.
  • Bataillone Lüneburg und Bremen-Verden, 3. KGL-Husaren-Regiment, 2 KGL-Batterien in Holzbünge.
  • Vorpostenlinie bestehend aus 2. Husaren RDL (2 Schwadronen), 3. KGL-Husaren (1 Schwadron) sowie einige Jäger über Moor, Neu und Alt Devenstedt.
  • Zwischen den Verbänden Wardenburg und Dörnberg standen eine 1/2 Husarenschwadron und einigen Jägern in Bünsdorf.
  • Husaren der RDL und das Bataillon Anhalt standen bei Nienhof.
  • 1 Schwadron 3. KGL-Husaren befanden sich südlich der Eider gegenüber von Rendsburg.
  • Die Division Arentschildt (5 Bataillone und zwei berittene Batterien) und hannoverschen Husaren in den Bredenbek, Bovenau und Wakendorf.
  • Halketts Brigade (3 Bataillone), 1 Schwadron Kavallerie in Schacht und Audorf.
  • 2 berittenen Batterien der RDL lagen weit zurück.
  • Die Hannoversche Fußbatterie in Kluvensiek.
  • Mecklenburger Jäger zu Fuß und 3 Schwadronen reitende Jäger berittener Jäger in Groß Vollstedt und am Westsee.

Wallmoden vermutete, dass es der Prinz von Hessen aufgegeben hatte, Rendsburg zu erreichen und stattdessen über Eckernförde nach Schleswig marschieren wollte. Wallmodens Plan für den 10. Dezember war es daher, in den aktuellen Positionen zu verbleiben und den Lauf der Ereignisse abzuwarten. Er befahl Dörnberg jedoch, eine Truppe nach Missunde an der Schlei zu schicken, um die dortige Fähre zu blockieren.

Dänische Dragoner vor dem Schlachtdenkmal von Sehestedt.

Marsch nach Rendsburg

Der dänische General Prinz Friedrich erkannte, dass sowohl die Straße von Eckernförde nach Schleswig als auch die Straße von Eckernförde nach Rendsburg jetzt vom Feind beobachtet wurden. Er vermutete, dass seine Truppen von den Alliierten eingekreist werden könnten, und entschloss sich, nördlich des Eider-Kanals auf Rendsburg vorzustoßen. Zudem erschien es notwendig, Rendsburg durch Truppen zu verstärken, wenn es über einen längeren Zeitraum gehalten werden sollte. Somit wurde in der Nacht zum 10. Dezember der Marschbefehl an die Dänen ausgegeben. Die 1. Brigade sollte eigentlich die Führung übernehmen, aber ihr Marsch über schlammigen Nebenstraßen ging so langsam vonstatten, dass der Prinz es aufgab, die leichte Brigade bei Revensdorf auf die 1. Brigade warten zu lassen. Stattdessen rückte die leichte Brigade als Führungstruppe vor. Es war zwischen 3 und 4 Uhr morgens, es begann bereits zu dämmern, als sie Holtsee erreichte. Hier entdeckte Oberst Waldeck eine Patrouille von drei Männern auf einem Feld. Der Oberst hielt sie für dänische Soldaten und befahl ihnen, näher zu kommen. Die Überraschung war groß, als sich herausstellte, dass es sich um Männer des Feindes handelte. Sie wurden gefangen genommen und im folgenden Verhör berichteten sie, dass General Wallmoden auf dem Weg von Kluvensiek nach Norden sei. Wenig später ritt der Kommandeur der dritten Schwadron des 1. Husaren-Regiments der RDL geradewegs in die Arme der Dänen und geriet ebenfalls in Gefangenschaft. General Lallemand beschloss nun, die leichte Brigade auf einen Kampf vorzubereiten.

Mit diesem und den folgenden Gemälden zur Schlacht von Sehestedt möchte ich auf die Arbeit und die Website der dänischen Organisation „Chakoten“ hinweisen, die mit ihre hervorragenden Arbeit, eine meine Hauptquellen für diesen Bericht waren. https://www.chakoten.dk/

General Dörnberg war unterdessen ebenfalls am Morgen des 10. Dezembers mit seinen Truppen aufgebrochen. Er hatte der Avantgarde befohlen, sich um 8 Uhr morgens an der Nordspitze des Groß Wittensees zu versammeln. Die Brigade Wartenburg marschierte deshalb um 6.30 Uhr von Sehestedt entlang der Straße über Holtsee und Haby in Richtung Groß Wittensee. Wenn die Dänen schneller gewesen wären, hätten die dänischen Truppen und die Avantgarde Dörnbergs auch schon auf der Straße von Sehestedt nach Holtsee aufeinanderstoßen können. So trafen die Truppen erst am Wald bei Haby völlig unerwartet aufeinander. Es kam jedoch vorerst nur zu kleinen Gefechten der dänischen Vorhut mit zwei Bataillonen der Alliierten. Dörnberg marschierte mit seinen Einheiten weiter nach Eckernförde, da er das dänische Vorgehen falsch interpretiert hatte und trotz des Musketenfeuers, welches von Haby herüberschallte, nicht Halt machte. Von dem Gedanken besessen, die Dänen noch auf ihrem Abmarsch aus Eckernförde einzuholen, marschierte er weiter in die falsche Richtung. Wallmoden war ebenfalls um 7.30 Uhr aufgebrochen und war sehr überrascht, als gegen 8 Uhr Kampfhandlungen zwischen Wartenburg und Lallemands Avantgarde ausbrachen.

Gelände und Wetter

Neben der Stärke des Gegners gibt es die Faktoren Gelände und Wetter, welche eine Schlacht wesentlich beeinflussen können. Diese beiden Faktoren spielten auch in der Schlacht bei Sehestedt eine entscheidende Rolle.

Sehestedt ist ein kleiner Ort ca. 20 Kilometer westlich von Kiel. Die Landschaft rings um den Ort hat sich in den letzten 200 Jahren wenig verändert. Auch damals haben die Knicks, Wallhecken, welche als Windschutz und Begrenzung der Feldflächen dienten, die Landschaft bestimmt. Sehestedt liegt auf einem sandigen Höhenrücken, der nach allen Seiten hin abfällt. Im Norden stößt der Wittensee mit seinen sumpfigen Ufern und vorgeschobenen Mooren, besonders dem Habyer Moor, an diesen Rücken heran. Im Osten und Süden fließt die alte Eider, die mit breiten Sumpfflächen an beiden Ufern den Verkehr auf Straßen und Brücken zwingt. So zieht sich die Straße, die von Westen von Rendsburg kommend durch Sehestedt läuft, auf einem etwa 1.000 Meter breiten Höhenrücken nach Nordosten über Gettorf und weiter nach Kiel. Die alte Eider und der alte Eider-Kanal, der Vorläufer des heutigen Nord-Ostsee-Kanals, stellten im Süden das Haupthindernis für alle Bewegungen in Nord-Süd-Richtung dar. Die Landschaft unterstützte durch Bewuchs, durch Moore und Sumpf den Einsatz der Infanterie in der Verteidigung. Angreifende Infanterie, Kavallerie und Artillerie wurden in ihren Bewegungen und ihren Wirkungsmöglichkeiten stark eingeschränkt und auf das vorhandene Wegenetz gezwungen.

Die Kirche von Sehestedt.

Das Gutshaus Sehestedt lag etwas östlich des nördlichsten Dorfteils, von diesem durch einen Arm der alten Eider getrennt. Es hat starke Außenwände und eignete sich gut zur Verteidigung. Die Dorf-Kirche, noch heute erhalten, war ein massiver Bau aus Feldsteinen. Ansonsten bestand der Ort nur aus einfachen Bauernhäusern, die sich auf beiden Seiten der Straße befanden, die etwa eine Viertelmeile südöstlich des Gutshauses auf einer massiven Holzbrücke die alte Eider überquerte. Eine Pappelallee führte von hier in östlicherer Richtung zum Gutshof Osterrade, wo die Straße scharf nach Südwesten abbog und den Kanal bei Kluvensiek überquerte. Zwischen dem Dorf und der Osterrade-Brücke führte die Straße durch eine Senke, die von hohen Erdwällen begrenzt wurde. Das Gelände war zudem auf beiden Seiten teils von Wiesen und teils von Felder umgeben. Über die alte Eider, die stellenweise durchwatet werden konnte, führten zwei Brücken. Zwischen Klüvensiek und Rendsburg gab es keine weiteren Übergänge über den Eiderkanal.

Als sich das erste Tageslicht am Morgen des 10. Dezembers 1813 am Himmel zeigte, begann es zu tauen und ein wenig Schnee fiel vom Himmel. Aber schon wenig später zeigte sich die Sonne und am Rest des Tages herrschte herrlichster Wetter. Am Abend gab es klares und mondhelles Wetter. Die Straßen, die am frühen Morgen noch gefroren gewesen waren, wurden bald schlammiger und insbesondere die Straße von Sehestedt nach Osterrade wurde zu einem tiefen Morast. Die Felder waren ebenfalls durchnässt und so war jede Art von Bewegung über diese äußerst anstrengend. Das unwegsame Gelände und die unwegsamen Straßen erschwerten so die Truppenbewegungen erheblich.

Beginn der Schlacht

Lallemand befahl den litauischen Ulanen und dem I. Bataillons des Holsteinischen Scharfschützenkorps, in Richtung Haby vorzugehen. Sie kamen dabei in Kontakt mit der Nachhut der Brigade Wartenburg, wobei sie fast kampflos alle Train-Fahrzeuge erbeuteten und 70 Gefangene machten. Triumphierend kehrten sie mit der Beute zu Lallemand zurück, was die Stimmung unter den dänischen Soldaten hob. Das Gefecht war jedoch nicht unbemerkt verlaufen. Einige Männer der Brigade Wartenburg hatten das Musketen-Feuer gehört und sandte eine Nachricht an ihren Brigadekommandeur, der an der Spitze der Kolonne ritt. Dieser verstand nicht sofort, was der Gefechtslärm bedeutete und ließ die Kolonne zunächst nur anhalten. Die hinteren Einheiten gingen im naheliegenden Moor in Position, wo sie von den Holsteiner Scharfschützen angegriffen und in Richtung Haby zurückgeworfen wurden. Die Scharfschützen folgten den zurückgehenden Einheiten, aber nun ließ Wardenburg einige Kompanien gegen sie vorgehen, woraufhin die Dänen zur Holtseer Mühle zurückgedrängt wurden. Wallmoden hatte am Vortag befohlen, sich um 11 Uhr bei Kluvensiek zu sammeln, weshalb er zu diesem Zeitpunkt praktisch keine Einheiten zur Hand hatte, um auf die Angriffe der Dänen zu reagieren. Er befahl Oberstleutnant Goltz Sehestedt zu halten, dieser hatte aber nur sein Husarenregiment zu Verfügung. So ließ er einige von den Husaren absitzen und sich an den Hecken aufstellen, während die Pferde hinter die Stadt geführt wurden.

Die Hauptmacht des dänischen Hilfskorps hatte jetzt Holtsee erreicht. Der Prinz von Hessen hatte ein gutes Bild von der derzeitigen Lage, denn es waren bereits Gefangene aus verschiedenen Einheiten gemacht worden, die sowohl nördlich als auch südlich der Eider positioniert waren. Er erfuhr so, dass die Straße nach Rendsburg blockiert war, und sich eine feindliche Streitmacht auf seiner rechten Flanke bei Haby befand. Der Prinz beschloss, durch Sehestedt vorzurücken, da er die feindliche Stellung auf dem Weg nach Rendsburg durchbrechen musste. Gleichzeitig musste die Flanke in Richtung Haby gesichert werden. Diese Aufgabe fiel der 1. Brigade zu. Lallemand besetzte daraufhin das Gelände auf beiden Seiten der Straße auf Höhe der Mühle. Auf dem Mühlenberg befand sich die Batterie Gerstenberg, die vom I. Bataillon des 3. Jütischen Infanterieregiments gedeckt wurde. Auf dem rechten Flügel war das II. Bataillon der Schleswiger Jäger positioniert, während auf dem linken Flügel das II. Bataillon der Holsteinischen Scharfschützen standen. Das Holsteinische Kavallerie-Regiment stellte die 1. und 4. Schwadron zur Deckung des Trains. Im Zentrum bestand die Angriffslinie aus der 2. Husaren-Schwadron sowie den Jägerkompanien der Holsteiner, Oldenburger und der Altonaer Infanterie unter dem Kommando von Major Berger, dem Befehlshaber der 2. Husaren-Schwadron. Als Major Berger die abgesessenen Husaren der Russisch-Deutschen Legion entdeckte, befahl er den Jägerkompanien unter dem Befehl von Hauptmann Jess, dem Kompaniechef der Oldenburgischen Jägerkompanie, vorzurücken. Die Holsteiner Jäger unter Hauptmann Joens gingen auf der linken Seite, eine Kompanie der Holsteinischen Scharfschützen auf dem rechten Flügel vor, während die Oldenburger Jäger auf die rechte Seite entsandt wurden, wo sie an dem Gefecht bei Haby teilnahmen. Die Husaren der Russisch-Deutschen Legion nahmen den Kampf mit ihren Karabinern auf, und in der Zwischenzeit gelang es General Wallmoden persönlich, einige hundert Infanteristen zusammenzukratzen, die ursprünglich Quartier aufschlagen sowie Wagen und Nachzügler decken sollten. Die Truppe wurde von Oberleutnant Boden vom 3. Bataillon der Russisch-Deutschen Legion und Leutnant Schleiter vom 2. Bataillon angeführt. Sie marschierten nun durch den Wald an der alten Eider vorbei und weiter durch Sehestedt. Die dänischen Jäger bezogen Stellung auf den Hügeln am Holtsee. Zu dieser Zeit gab es eine Pause in den Kampfhandlungen um Sehestedt.

A. Der dänische rechte Flügel, bestehend aus dem ersten Bataillon, dem dritten und vierten Bataillon un eine Schwadron Husaren. a. Die Vorhut des Generals Dörnberg

B. Erste Aufstellung der Dänen, nachdem der Feind aus Holzsee vertrieben war, nämlicht 1. Die Vorhut unter General Lallemand. 2. Das Hauptkorps in Kolonne. 3. Sechs Kompanien Fußvolk und eine Schwadron fünischer Dragoner zur Deckung des Gepäcks. 4. Zwei Schwadronen holsteinische Reiter und zwei Schwadronen polnischer Ulanen zur Beobachtung des Weges von Holzsee.

C. Eine Schwadron, zwei Kompanien und zwei Geschütze zur Verteidigung des Dammes durch das Habyer-Moor. b. Wallmodens erste Stellung vor Sehestedt, bestehend aus dem Bataillon Dessau und dem sechsten Bat. der russisch-deutschen Legion; das siebte wurde hinter der alten Eider aufgestellt. c. Zweite Aufstellung der Vorhut Dörnbergs bei Haby.

D. Aufstellung eines Teils der ersten dänischen Brigade vor Sehestedt. d. Stellung der verbündeten Truppen in Sehestedt.

E. Angriff und Eroberung des Dorfes durch das erste und vierte Bataillon Oldenburg. e. Die aus dem Dorf geworfenen zwei Bataillone der Verbündeten werden durch das fünfte Bataillon der russisch-deutschen Legion verstärkt. Dies Bataillon geht zum Angriff über und drängt den Feind zurück.

F. Wiedereroberung des Dorfes durch die erste dänische Brigade. Eine dänische Abteilung mit 5 Geschützen auf dem rechten Flügel aufgestellt. f. Die Verbündeten, gezwungen das Dorf zu verlassen, bilden Kolonnen und beginnen einen neuen Angriff, verlieren aber drei Geschütze und viele Gefangene. Das siebte Bataillon stehtauf dem rechten Ufer der alten Eider.

G. Drei Schwadronen fünischer Dragoner umringen das fünfte Bataillon der Legion und erobern drei Geschütze. g. Neue Stellung der Verbündeten. h. Das erste und zweite Bataillon rücken aus der Stellung g gegen den dänischen rechten Flügel vor.

H. Die Abteilung des dänischen rechten Flügels muss sich zurückziehen. Drei Schwadronen der mecklenburgischen reitenden Jäger werfen sich auf das Mitteltreffen des Dänen.

I. Stellung des ersten Bataillons Fünen und des ersten Bataillons Schleswig, welche den Angriff der mecklenburgischen Jäger zurückweisen.

K. Der dänische rechte Flügel wird unterstüzt von den unter A genannten Truppen, die beiden Bataillone der Legion werden aus ihrer Stellung h geworfen. k. Die Verbündeten ziehen sich über die alte Eider zurück und nehmen eine Stellung bei Osterrade.

L. Das holsteinische Reiter-Regiment wird in seinem Angriff durch die mecklenburgischen Fußjäger aufgehalten.

M. Letzte Stellung der Dänen. Der rechte Flügel vereinigt sich mit dem Hauptkorps. m. General Vegesacks Heerteil

N. Die dänische Nachhut auf den Höhen am Kanal. n. General Dörnberg bei Wittensee.

Verstärkungen

Wallmoden setzte seine Suche nach weiteren Einheiten fort und traf bei Osterrade auf das Bataillon Anhalt und 4 Geschütze der Batterie Wiering. Das Bataillon und 2 der Geschütze wurden umgehend nach Sehestedt geschickt. In Kluvensiek standen das 1., 2., 5., 6. und 7. Bataillon der Russisch-Deutschen Legion. Wallmoden befahl dem 6. Bataillon nach Sehested zu marschieren, während das 7. Bataillon auf die andere Seite der alten Eider geschickt wurde, um dort die Dänen auf der linken Flanke anzugreifen. Das 5. Bataillon begab sich nach Osterrade in Reserve. Das 1. und 2. Bataillon wurden über Hohenfelde in Marsch gesetzt, um die Straße zwischen Sehestedt und Rendsburg zu blockieren. Kurz darauf erschienen das mecklenburgische Jägerbataillon zu Fuß und drei Schwadronen mecklenburgischer berittener Jäger bei Kluvensiek. Sie wurden ebenfalls nach Osterrade geschickt.

Die Schleuse und Brücke zwischen Klüvensiek und Osterrade über den alten Eider-Kanal.

Die 2. dänische Brigade marschierte nun hinter der leichten Brigade heran. Das Oldenburger Infanterieregiment stand in Kolonne auf der Straße. Rechts von den Oldenburgern standen das I. Bataillon des Schleswigischen und das I. Bataillon der Fünischen Infanterie-Regiments sowie hinter den Oldenburgern das II. Bataillon der Fünischen Infanterie in Kolonne. Die dänische Reserve bestand aus der 6. Husaren-Schwadron, der 2., 3. und 4. Schwadron des Fünischen Leichten Dragoner-Regiments sowie der 2. und 3. Schwadron des Holsteinischen Kavallerie-Regiments. Diese Truppen waren hinter der Linie der zwei I. Bataillone Schleswig und Fünen positioniert. Die Batterien Koye, Friis und Gönner hatte man hinter dem II. Bataillon Fünen aufgereiht.

Unterdessen wurden Oberstleutnant Goltz und seine Husaren durch das 6. Bataillon der RDL und zwei Geschütze der Batterie Wiering, gefolgt vom Anhaltischen Bataillon verstärkt. Die Gefechtslinie rückte nun bis zur ersten Straße in Richtung Haby vor, wobei das 6. Bataillon der RDL selbst etwa 300 Meter weiter westlich in einer Kolonne hinter einer Wiese in einer Mulde stand. Der rechte Flügel der Linie befand sich innerhalb des Waldrandes am rechten Ufer der alten Eider. Das Bataillon Anhalt und die Geschütze der Batterie Wiering verblieben in Sehestedt. Das 7. Bataillon der RDL rückte am linken Ufer der alten Eider hinauf.

A. Der dänische rechte Flügel, bestehend aus dem ersten Bataillon, dem dritten und vierten Bataillon un eine Schwadron Husaren. a. Die Vorhut des Generals Dörnberg

B. Erste Aufstellung der Dänen, nachdem der Feind aus Holzsee vertrieben war, nämlicht 1. Die Vorhut unter General Lallemand. 2. Das Hauptkorps in Kolonne. 3. Sechs Kompanien Fußvolk und eine Schwadron fünischer Dragoner zur Deckung des Gepäcks. 4. Zwei Schwadronen holsteinische Reiter und zwei Schwadronen polnischer Ulanen zur Beobachtung des Weges von Holzsee.

C. Eine Schwadron, zwei Kompanien und zwei Geschütze zur Verteidigung des Dammes durch das Habyer-Moor. b. Wallmodens erste Stellung vor Sehestedt, bestehend aus dem Bataillon Dessau und dem sechsten Bat. der russisch-deutschen Legion; das siebte wurde hinter der alten Eider aufgestellt. c. Zweite Aufstellung der Vorhut Dörnbergs bei Haby.

Angriff auf Haby

Die dänische Brigade unter General Schulenburg ließ nun eine Abteilung der rechten Flanke unter dem Kommando des Stabschefs der Brigade, Hauptmann Römeling, bilden. Dieses Detachement bestand aus dem I. Bataillon des Regiments der Königin, der Jägerkompanie des I. Bataillons des Regiments der Königin, dem III. und IV. Bataillon des Holsteinischen Regiments sowie der 2. Husaren-Schwadron. Wie erwähnt, schloss sich später die Jägerkompanie des II. Bataillons des Oldenburgischen Regiments dieser Truppe an. Die Abteilung der rechten Flanke rückte nun vor, um die Teile der gegnerischen Avantgarde anzugreifen, die bei Haby gekämpft hatten. Die litauischen Ulanen schlossen sich ebenfalls dem Detachement an und zwei Schwadronen holsteinischer Reiter schickten Patrouillen in Richtung Hohenlied und Harzhof, um die rechte Flanke des Trains zu decken. Oberstleutnant Leschly rückte mit dem I. Bataillon Holsteinischer Scharfschützen erneut in Richtung Haby vor, unterstützt von der Jägerkompanie des II. Bataillons Oldenburger Infanterie und einer Kompanie Leibjägern des Regiments Königin. Sie konnten Haby erobern, nachdem sie den Gegner in den Wald zurückgeworfen hatten. Das gegnerische Feuer war jedoch so stark, dass die Dänen Haby wieder verlassen mussten.

Jetzt rückte Römelings Streitmacht vor und besetzte Haby erneut. Wardenburgs Truppen führten eine zögerliche Schlacht vom Waldrand aus. Dörnberg schickte zwar die Kielmannseggischen-Jäger zur Verstärkung, er selbst marschierte aber weiter in Richtung Eckernförde. Seine Einheiten erreichten Marienthal, bevor er endlich bemerkte, dass die Dänen nicht nach Norden zogen. In Marienthal traf er auf eine Schwadron des 2. Husarenregiments der RDL. Sie berichteten, dass es weder zwischen Marienthal und Rothenstein noch weiter nördlich dänische Einheiten gab. Dörnberg entschied sich daher, nach Groß Wittensee und Haby zurückzukehren. Dort traf er aber erst gegen 12 Uhr ein.

Angriff auf Sehestedt

Um 9 Uhr befahl der Prinz von Hessen einen Angriff auf Sehestedt. Das II. Bataillon des Schleswigschen Jägerkorps und das II. Bataillon des Holsteinischen Scharfschützenkorps wurden in einer Linie aufgestellt und rückten zusammen mit den beiden anderen Jägerkompanien gegen das 6. Bataillon der RDL vor. Bald entbrannte ein heftiges Feuergefecht. Der rechte Flügel der Linie des 6. Bataillons der RDL feuerte auf die linke Flanke der Dänen, was die Entsendung zweier Kompanien des IV. Bataillons des Oldenburgischen Regiments zur Unterstützung notwendig machte. Die Feuerlinie der RDL zog sich auf das Herrenhaus von Sehestedt zurück, dessen feste Mauern sich eigentlich gut zur Verteidigung eigneten. In den Gebäuden selbst waren jedoch Stroh und Getreide gelagert, was im Falle eines Feuers eine ernste Gefahr darstellte. Um die Gebäude nutzen zu können, hätten sie daher geleert werden müssen, wofür jedoch keine Zeit blieb. Stattdessen wurden die Gebäude von beiden Seiten als Sammelstelle für Verwundete genutzt.

Die Jütland-Brigade verstärkte nun die dänische Front und marschierte in Linie vor. Gerstenberg stellte sechs Geschütze seiner Batterie östlich der Straße auf und unterstützte den Angriff mit ihrem Feuer. General Schulenburg entsandte zwei Kompanien des II. Bataillons der Oldenburger Infanterie unter dem Kommando von Major Ahlefeldt sowie zwei Geschütze der Batterie Koye unter dem Befehl von Leutnant Deichmann zur Unterstützung der Truppe von Hauptmann Römeling. Das I. Bataillon der Oldenburger und die beiden anderen Musketier-Kompanien des IV. Bataillons griffen nun gemeinsam das 6. Bataillon der RDL an und drängten es nach Sehestedt zurück, wo es am nördlichen Rand der Stadt Stellung bezog. Die beiden Geschütze der Batterie Wiering positionierten sich links von der Einfahrt nach Sehestedt. Von hier aus wurde eine der dänischen Kanonen der Batterie Gerstenberg erfolgreich außer Gefecht gesetzt. Das Bataillon Anhalt kehrte unterdessen nach Kluvensiek zurück.

Das 7. Bataillon der RDL wurde ebenfalls in das Herrenhaus zurückgedrängt. Wie erwähnt, stand das Bataillon am anderen Ufer der alten Eider und nahm deshalb kaum an der Schlacht teil. Der Rest der Batterie Koye, also 4 Geschütze und 2 Haubitzen, gingen auf beiden Seiten der Straße in Stellung, von wo aus die Haubitzen auf Sehestedt feuerten. Der Prinz von Hessen erkannte, dass seine Truppen überlegen waren, was er Gedachte auszunutzen. Er befahl daher General Schulenburg, Sehested im Sturm zu nehmen. Drei Marineoffiziere, Hauptmann Holstein und die Leutnants Flor und Aschehoug, nahmen ebenfalls an dem Angriff teil, da die Matrosenkompanie als Handlanger für die Artillerie abgestellt worden war. Die Kolonne bewegte sich entlang der Straße vorwärts, während das IV. Bataillon der Oldenburger in Reih und Glied links von der Straße vorrückte. Die dänische Angriffskolonne wurde mit einer Salve empfangen, wodurch die Grenadierkompanie 28 von ihren 95 Mann verlor. Hauptmann Höegh, Befehlshaber der Grenadierkompanie, wurde sowohl am Bein als auch an der Schulter verwundet, führte die Kompanie aber weiter vorwärts. Unter Jubelrufen stürmte die Kolonne durch Sehestedt und fiel dem Gegner in den Rücken, darunter auch Wierings zwei Geschützen. Auf dem linken Flügel drangen die Jäger-Grenadier-Kompanie, die Scharfschützen des Hauptmanns Schotten und eine Kompanie Schleswiger Jäger von Norden in die Stadt ein, während der Rest des I. Bataillon des Schleswiger Jäger-Korps und des II. Bataillons der Holsteinischen Scharfschützen von Westen her in den Ort stürmten. Zwei Geschütze der Batterie Koye sicherten Sehestedts südlichen Ausgang. Es war jetzt zwischen 10.30 und 11.00 Uhr.

I. Stellung des ersten Bataillons Fünen und des ersten Bataillons Schleswig, welche den Angriff der mecklenburgischen Jäger zurückweisen.

K. Der dänische rechte Flügel wird unterstüzt von den unter A genannten Truppen, die beiden Bataillone der Legion werden aus ihrer Stellung h geworfen. k. Die Verbündeten ziehen sich über die alte Eider zurück und nehmen eine Stellung bei Osterrade.

L. Das holsteinische Reiter-Regiment wird in seinem Angriff durch die mecklenburgischen Fußjäger aufgehalten.

M. Letzte Stellung der Dänen. Der rechte Flügel vereinigt sich mit dem Hauptkorps. m. General Vegesacks Heerteil

Verteidigung von Sehestedt

Die Dänen bereiteten sich nun auf einen Gegenangriff von Wallmoden Truppen vor. Es ging darum, den südlichen Teil von Sehestedt zu halten, damit die dänischen Truppen von Norden her nach Sehestedt und weiter westlich entlang der Straße nach Rendsburg aus der Stadt heraus vorrücken konnten. Der südliche Ortsrand wurde von drei Oldenburger Kompanien besetzt, von denen eine die Grenadierkompanie war. Hinter dem Regiment befanden sich zwei Geschütze der Batterie Koye und noch etwas weiter dahinter insgesamt 5 Geschütze der Batterie Friis. Die drei Schwadronen Fünischer Dragoner unter Major Höegh-Guldberg waren an der Kirche stationiert. Die beiden leichten Bataillone wurden in Plänkler-Formationen in Bauernhöfen und Gärten auf gleicher Höhe mit den Oldenburger verteilt. Die Jäger-Kompanie des III. Bataillons der Holsteiner und die Altonaer Jäger-Grenadier-Kompanie wurden als Bedeckung für die Batterien aufgestellt. Die zweite Linie bestand aus den beiden Fünischen Bataillonen und dem 3. Bataillon des Jütischen Regiments. Sie wurden entlang der Straße nach Rendsburg verteilt. Vor dem Herrenhaus Sehestedt standen drei Musketier-Kompanien des I. Bataillons der Schleswiger in Kolonne. Die vierte Kompanie des Bataillons wurde zur Verteidig des Herrenhauses abgestellt. Vier Geschütze der Batterie Koye standen auf beiden Seiten der Straße zwischen Sehestedt und Holtsee. Nördlich von Sehestedt befanden sich die 6. Husarenschwadron, zwei Schwadronen holsteinischer Reiter, die Batterie Gönner und drei Geschütze der Batterie Friis. Fynske hatte die Grenadierkompanie und eine Musketier-Kompanie als Verteidigungstruppe eingeteilt. Der Prinz von Hessen befahl nun dem Train sich nach Sehestedt in Marsch zu setzen. Der Vormarsch begann um 11 Uhr, und die Deckungstruppe, eine Schwadron Fünischer Dragoner und sechs Kompanien Infanterie folgten in Kolonne.

D. Aufstellung eines Teils der ersten dänischen Brigade vor Sehestedt. d. Stellung der verbündeten Truppen in Sehestedt.

E. Angriff und Eroberung des Dorfes durch das erste und vierte Bataillon Oldenburg. e. Die aus dem Dorf geworfenen zwei Bataillone der Verbündeten werden durch das fünfte Bataillon der russisch-deutschen Legion verstärkt. Dies Bataillon geht zum Angriff über und drängt den Feind zurück.

F. Wiedereroberung des Dorfes durch die erste dänische Brigade. Eine dänische Abteilung mit 5 Geschützen auf dem rechten Flügel aufgestellt. f. Die Verbündeten, gezwungen das Dorf zu verlassen, bilden Kolonnen und beginnen einen neuen Angriff, verlieren aber drei Geschütze und viele Gefangene. Das siebte Bataillon stehtauf dem rechten Ufer der alten Eider.

G. Drei Schwadronen fünischer Dragoner umringen das fünfte Bataillon der Legion und erobern drei Geschütze. g. Neue Stellung der Verbündeten. h. Das erste und zweite Bataillon rücken aus der Stellung g gegen den dänischen rechten Flügel vor.

H. Die Abteilung des dänischen rechten Flügels muss sich zurückziehen. Drei Schwadronen der mecklenburgischen reitenden Jäger werfen sich auf das Mitteltreffen des Dänen.

I. Stellung des ersten Bataillons Fünen und des ersten Bataillons Schleswig, welche den Angriff der mecklenburgischen Jäger zurückweisen.

K. Der dänische rechte Flügel wird unterstüzt von den unter A genannten Truppen, die beiden Bataillone der Legion werden aus ihrer Stellung h geworfen. k. Die Verbündeten ziehen sich über die alte Eider zurück und nehmen eine Stellung bei Osterrade.

L. Das holsteinische Reiter-Regiment wird in seinem Angriff durch die mecklenburgischen Fußjäger aufgehalten.

M. Letzte Stellung der Dänen. Der rechte Flügel vereinigt sich mit dem Hauptkorps. m. General Vegesacks Heerteil

N. Die dänische Nachhut auf den Höhen am Kanal. n. General Dörnberg bei Wittensee.

Schlechte Kommunikation

Wallmoden vermutete, dass Dörnberg die Situation erkannt haben musste, und bemühte sich daher, die Verbindung wiederherzustellen. Außerdem ging Wallmoden davon aus, dass die schwedische Vorhut unter Generalleutnant Skjöldebrand bereits dabei sein musste, das dänische Hilfskorps im Rücken anzugreifen. Aber es gab keinen Kampflärm aus dieser Richtung und es gab keine Berichte über Skjöldebrands Vormarsch. Die fehlende Kommunikation führte dazu, dass die 1. Brigade der Russisch-Deutschen Legion, die etwas erschöpft in Kluvensiek angekommen war, auf den umliegenden Höfen Rast machen durfte. Hier erhielten die Einheiten Brot und Wein und während sie aßen und tranken, verlor das 6. Bataillon der Russisch-Deutschen Legion die Schlacht um Sehestedt.

Gegenstoß der Alliierten

Um die Lage zu retten und die Straße nach Rendsburg zu blockieren, wurde die 1. Brigade der Russisch-Deutschen Legion über die Brücke bei Osterrade und von dort über die Felder zur Rendsburger Straße kommandiert. Auf dem Weg über die Brücke bei Osterrade trafen sie auf das 1. Husarenregiment der RDL, welches sich auf dem Rückweg von der Schlacht bei Sehestedt befand. Dies verursachte einen Stau an der Brücke, der den Vormarsch der Brigade verlangsamte. Das 5. Bataillon der Russisch-Deutschen Legion blieb zurück, so dass nur das 1. und 2. Bataillon ins Gelände vorrückten. Hier gerieten sie schnell in ein Gefecht mit den Dänen, wodurch der Vormarsch erneut verlangsamt wurde. Als das 5. Bataillon schließlich die Brücke überquerte, war der Rest der Brigade bereits verschwunden. Nun aber befahl der Divisionskommandeur General Ahrentschildt dem 5. Bataillon, Sehestedt zusammen mit dem 6. und 7. Bataillon und den beiden Geschützen Wiering von Süden her anzugreifen. Das Bataillon rückte in Sektionskolonne, mit dem Bataillonskommandeur und den Adjutanten zu Pferd an der Spitze, entlang der Hecken vor. Der Vormarsch erfolgte relativ sorglos und es gab nur wenige Geschütze, welche die Kolonne sichern konnten. Die Frontkompanie bewegte sich schneller als der Rest des Bataillons, wodurch die Kolonne schließlich geteilt wurde. In diesem Zustand stießen sie auf die Oldenburger Grenadierkompanie. Wierings Geschütze feuerten jedoch auf die Oldenburger und drängten diese zurück. Gleichzeitig wurde eine der Haubitzen von Leutnant Lüttichaus, welche in einer Biegung im Süden von Sehestedt stand, demontiert. Sie musste daher zurückgelassen werden. Die Batterie Gönner feuerte auf das 5. Bataillon der RDL, aber aufgrund der Hecken war die Wirkung nur gering.

Angriff der Fünischen Dragoner

Zu diesem Zeitpunkt wurden die drei Schwadronen der Fünischen Dragoner von General Schulenburg nach vorne befohlen. Alle Offiziere nahmen ihre Plätze an der Spitze der Kolonne ein. Mit wilden Rufen und mit flatternden roten Mänteln stürzten sie auf den Gegner zu, der völlig überrascht war. Der Bataillonskommandeur des 5. Bataillons der RDL, Hauptmann v. Dobschütz war mit der Situation überfordert und so versuchten die Männer sich so gut wie möglich selbst zu retten. Die 1. Kompanie und ein Teil der 2. Kompanie drangen durch die Hecke in ein Feld vor, wo sie unter der Führung von Hauptmann Uslar ein notdürftiges Karree bildeten. Die Männer verteidigten sich, bis der Hauptmann zuerst von einer Kugel in die Seite getroffen wurde und dann mehrere Säbelhiebe auf den Kopf erhielt. Er starb einige Tage später, ohne darüber informiert worden zu sein, dass er für seine Bemühungen mit dem Wladimir-Orden ausgezeichnet worden war. Der Rest des Bataillons wurde auf seiner Flucht eingeholt, teils von den Dragonern, teils von den Oldenburger Grenadieren, die wieder vorgerückt waren.

Die Dragoner setzten ihren Weg durch das zersprengte Bataillon fort. Rittmeister Graf Moltke und die Leutnants Wind und Top erbeuteten zusammen mit einigen Dragonern die beiden Geschütze Wierings. Oberstleutnant v. d. Goltz, der das Kommando hatte, wurde gefangen genommen, als sein Pferd stürzte. Wallmoden selbst musste eilig fliehen, wobei zwei seiner Stabsoffiziere durch Säbelschläge verwundet wurden. Sowohl das 6. Bataillon der RDL als auch das Bataillon Anhalt wurden ebenfalls von diesem Angriff getroffen. Eine Schwadron der dänischen Dragoner unter der Führung von Major Höegh-Guldberg sprang über einen Feldzaun und versuchte, das 1. und 2. Bataillon der RDL anzugreifen, was jedoch ohne Erfolg bliebt. Es gelang jedoch, die beiden Bataillone aufzuhalten, während sie sich auf den Angriff vorbereiteten. Als die Dragoner die Brücke in Osterrade erreichten, waren ihre Pferde völlig erschöpft. Der Angriff wurde daher abgebrochen und die Dragoner zogen sich nach Sehestedt zurück. Auf dem Rückweg wurden sie von den Soldaten beschossen, die sich hinter den Hecken versteckt hatten.

Inzwischen war das Oldenburger Regiment vorgerückt. Es sorgte dafür, dass Gefangene und zersprengte Einheiten eingesammelt und die erbeuteten Geschütze aufgeprotzt und zurückgebracht wurden. Die zweite Linie wurde nun in die vordere Gefechtslinie befohlen. Das I. Bataillon der Schleswiger stand links von der Straße am südlichen Ausgang von Sehestedt, das I. Fünische Bataillon am südöstlichen Stadtrand und das I. Bataillon des 3. Jütischen Regiments deckte die Geschütze auf dem linken Flügel der ersten Linie. Die dänischen Husaren rückten entlang der Straße vor und bezogen Stellung neben dem Herrenhaus. Nördlich des Ortes befanden sich jetzt nur noch 3 Geschütze der Batterie Friis und zwei Musketier-Kompanien des II. Fünischen Bataillons.

Alliierte Reaktionen

Um die Infanterie der RDL zu entlasten, wurde die eine Schwadron des 1. Husarenregiments der RDL wieder über Osterrade vorgeschoben. Sie rückten in einer Kolonne mit einer Breite von 4 Mann vor. Auf ihrem Weg trafen sie auf einige dänische Kanoniere und auf einige Fünische Dragoner, die sich jedoch schnell von der Straße entfernten. Als die Reiter kurz vor Sehestedt eintrafen, bogen sie über die Felder ab. Auf diese Weise wichen sie dem Feuer der geschlossenen dänischen Infanterie-Einheiten und der Artillerie aus. In der Zwischenzeit zogen sich die Reste des 5. und 6. Bataillons der RDL nach Kluvensiek zurück, wo sie neu formiert wurden. Die Schwadron des 1. Husarenregiments erbeutete etwa 20-30 freilaufende Pferde, die sie zu den eigenen Linien zurückbrachten.

Dörnberg hatte den Hügel zwischen Groß Wittensee und Haby erreicht, und hier erhielt er den Befehl Wallmodens, die Verbindung über Sehestedt nach Kluvensiek wiederherzustellen. Der Befehl war bereits um 9 Uhr morgens an ihn ausgegeben worden. Dörnberg hatte jedoch nicht genügend Kräfte zur Verfügung, um anzugreifen, und er ging davon aus, dass die Kämpfe bei Haby bedeuteten, dass die Dänen nördlich vom Wittensee vorrücken würden. Daher nahm er eine Sperrposition ein und stützte dabei seinen rechten Flügel auf den See. In Osterrade war eine Streitmacht unter Oberstleutnant Halkett zusammengestellt worden. Es waren die hannoverschen Bataillone Lauenburg und Langrehr, Hauptmann Holtzermanns Halbbataillon der KGL, 17 mecklenburgische Jäger zu Fuß und das 7. Bataillon der RDL.  Südlich des Eiderkanals standen das Bataillon Bennigsen und die beiden Batterien der RDL sowie Teile des 1. Husarenregiments der RDL, die hannoverschen Bremen-Verden Husaren und die mecklenburgischen reitenden Jäger.

Wallmoden befahl dem Lauenburger Bataillon und dem Halbbataillon Holtzermann, die Lücke auszunutzen, welche die Schwadron des 1. Husarenregiments der RDL geschaffen hatte. Sie rückten von Osterrade aus auf der Straße vor, wurden aber bald mit Kartätschen und Vollkugeln beschossen. Dem Bataillonskommandeur der Lauenburger, Major Benoit, wurde das Pferd erschossen und sein Adjutant getötet. Das Bataillon versuchte, auf der linken Straßenseite aufzumarschieren, was aber aufgrund von Artilleriebeschuss erfolglos blieb. Das Bataillon löste sich auf, da die Soldaten an den Zäunen entlang der Straße Deckung suchten. Holtzermann rückte mit seiner Einheit auf den rechten Flügel der Lauenburg vor. Hinter ihnen stellten sich das 7. Bataillon der RDL und die Mecklenburgischen Jäger zu Fuß als Reserven auf.

Fahne der Lauenburger

Es entwickelte sich ein kurzes, aber wirkungsloses Feuergefecht zwischen den Dänen und der Feuerline der Alliierten. Der Prinz von Hessen befahl schließlich der 6. Husarenschwadron unter dem Kommando von Major Späth den Gegenangriff. Die Husaren galoppierten vorwärts, gefolgt von den Fünischen Dragonern. Sie ritten direkt durch die Linie des Lauenburger Bataillons und warfen sich auf das 7. Bataillon der RDL. Diese hatte bereits begonnen, sich zurückzuziehen, als die Männer die angreifende Kavallerie entdeckten. Die Fahne der Lauenburger stand auf dem rechten Flügel ohne Bedeckung in der Nähe der Straße und die Einheit lief Gefahr, ihr Feldzeichen an einen dänischen Dragoner zu verlieren. Im letzten Augenblick warf sich der Brigadekommandeur, Oberstleutnant Hugh Halkett, dazwischen und versetzte dem Dragoner einen Schlag mit seinem Säbel. Schließlich kamen weitere Infanteristen hinzu und es gelang ihnen die Fahne zu retten. Halkett musste sein Pferd anschließend mit der flachen Seite seines Säbels schlagen, um es über einen Zaun zu bekommen, damit er entkommen konnte. Holtzermann hingegen geriet in Gefangenschaft. Nun gerieten die Soldaten der RDL in Panik. Sie warfen ihre Gewehre zu Boden, einige eilten auf die Osterrader-Brücke zu, während andere in die Felder flüchteten. Die mecklenburgischen Jäger bildeten eine Verteidigungsformation auf einem offenen Feld und schossen von hier aus auf die Dänen. Es entwickelten sich viele kleine Einzelkämpfe mit Säbel, Bajonett und Gewehrkolben, wobei die dänischen Husaren einige der Flüchtlinge gefangen nehmen konnten.

Angriff der reitenden Mecklenburger Jäger

Wallmoden befahl nun den mecklenburgischen reitenden Jägern den Gegenangriff. Der Kommandeur des Regiments war Oberst v. Müller, die 2. Schwadron wurde von Prinz Gustav von Mecklenburg auf einem schwarzen Pferd angeführt. Die Reiter der Einheit hatten wegen der fliehenden Infanteristen Schwierigkeiten, die Brücken zu überqueren, und rückten daher nur langsam vor. Sobald aber die Schwadron des Prinzen Gustav die Brücke überschritten hatte, befahl er seinen Männern zunächst Trab, dann Galopp und schließlich Karriere. Der Prinz rief seinen Männern zu, dass „kein Pardon“ gegeben werden sollte. So eilten sie den dänischen Husaren und Dragonern nach, durchbrachen die Linie der Oldenburger und erreichten die Kanonen am Südausgang von Sehestedt. Wie bereits erwähnt, war die Straße durch kleine Wälle mit Hecken begrenzt, dahinter standen die Männer der Infanterieregimenter Fünen und Schleswig. Hinter der mecklenburgischen Schwadron schoben die dänischen Artilleristen von Leutnant Deichmann zusätzlich zwei Kanonen auf die Straße. Die Schwadron der Mecklenburger wurde dadurch gleichzeitig von der Infanterie auf beiden Seiten der Straße sowie im Rücken durch Artillerie beschossen. Die Straße wurde durch den starken Beschuss komplett in Pulverdampf gehüllt. Aus dem Rauch heraus kamen nur 6, der ursprünglich 120 Mann, geritten. Später kehrten noch ein paar freilaufende Pferde und einige Jäger ohne ihre Pferde zurück, der Rest war verwundet, getötet oder gefangen genommen worden. Prinz Gustav wurden durch den Beschuss zwei Finger (und seinen Siegelring) abgeschossen. Als ein paar dänische Infanteristen auf ihn zueilten, bat er qualvoll um „Pardon“. Er wurde gefangen genommen und zum Prinzen von Hessen gebracht, der ihn verbinden ließ und ihn dann auf sein Ehrenwort entließ. Als die folgende 3. Schwadron sah, wie sich die Dinge für die 2. Schwadron entwickelt hatten, entschied sie sich sofort für die Rückzug zu den eigenen Linien und auch der Rest des Regiments tat es ihnen gleich. Der Angriff war jedoch nicht ganz umsonst gewesen, denn einige Gefangene, die die Dänen zuvor genommen hatten, wurden befreit, und kehrten sowohl zum Lauenburger als auch zum 7. Bataillon der RDL zurück. Aber es war unmöglich, diese angeschlagenen Einheiten wieder ins Gefecht zu bringen.

Eine kleine Sensation ist diese britische Geschütz mit Protze, welches heute im dänischen Artillerie-Museum (Panser- & Artillerimuseum) in der Nähe von Esbjerg zu sehen ist. Es handelt sich um eines der zwei Beutegeschütze, welche die Dänen von der Batterie Wiering während der Schlacht von Sehestaedt erobert hatten. Die russisch-deutsche Legion hatte die Geschütze als Hilfslieferung aus Großbritannien erhalten.

Vorstoß von Westen

Wallmoden gab es nun auf, Sehestedt durch einen Angriff aus dem Süden zurückzuerobern. Stattdessen nahm er eine Verteidigungsstellung am Eiderkanal ein, die sich auf die beiden Batterien der RDL stützte, die vom Bataillon Bennigsen gedeckt wurden. Er überlegte zunächst, ob Bennigsen über die Brücke schicken und dann das Lauenburger Bataillon als Unterstützung einsetzen sollte. Er würde aber so riskierten, dass ein weiteres Bataillon von der dänischen Kavallerie niedergeritten werden würde, weshalb er diese Idee wieder verwarf. Stattdessen befahl er dem 1. und 2. Bataillon der RDL, nach rechts abzuschwenken, um Sehestedt von Westen her anzugreifen. Es war 13 Uhr als die zwei Bataillone langsam über die Felder vorrückten. Das Gelände war aufgrund des feuchten Bodens und der zahlreichen Gräben und Deiche, nur schwer passierbar. Die berittenen Offiziere waren gezwungen, abzusteigen und ihre Pferde zu führen. Als die Bataillone in geschlossener Formation marschierten, wurden sie von der dänischen Artillerie beschossen. Als sie stattdessen versuchten, in lockerer Formation vorzurücken, erschien eine Schwadron Fünischer Dragoner, so dass sie sich sammeln mussten, um den Angriff abzuwehren. Während des Vormarsches gab es nur vereinzeltes Feuer zwischen der russisch-deutschen Infanterie und den dänischen Schützenlinien auf große Entfernungen, weshalb keine große Wirkung erzielt wurde. Die dänische Artillerie feuerte ebenfalls auf die Bataillone, aber viele der Vollkugeln bohrten sich in die Deiche und richteten somit keinen Schaden an. Günstig für den Vormarsch der RDL war, dass die volle Aufmerksamkeit der Dänen auf den Süden gerichtet war. Nur zwei Kompanien des II. Fünischen Bataillons und 3 Geschütze der Friis-Batterie unter dem persönlichen Kommando des Kommandeurs waren bereit, den Angriff zu empfangen. Als der Prinz von Hessen von dem Angriff erfuhr, war er im Begriff, den Gedanken an einen Durchbruch nach Rendsburg aufzugeben. Er wusste, dass die dänischen Reserven erschöpft waren und das halbe Fünische Bataillon, dass kaum noch über Munition verfügte, nicht mehr lange aushalten konnte. Deshalb dachte er daran, den Train aufzugeben und sich dann mit allem, was zu retten war, nach Rendsburg zurückzuziehen. Doch bevor die Befehle erteilt wurden, entwickelte sich die Situation auf unerwartete Weise.

Rettung durch Römeling

Der dänische Hauptmann Römeling hatte vier Stunden lang ein Gefecht gegen die Einheiten der Brigade Wardenburg der RDL um den Besitz von Haby geführt. Wardenburg hatte um 11 Uhr vermutet, dass Wallmoden nun Harzhof erreicht haben müsse, und war mit seinen beiden Bataillonen der RDL nach Goosefeld marschiert, wo er glaubte, auf die Hauptmacht zu treffen. Er ließ die Kielmanseggsche Jäger und die Artillerie der Brigade am Waldrand zurück. Hauptmann Römeling erkannte das Vorhaben und vermutete nun, dass seine Truppen als Flankenschutz nicht mehr benötigt wurde. Der dänische Train wurde weiterhin von 1 ½ Bataillonen Infanterie sowie einigen Geschützen gedeckt. Römeling marschierte daher mit seinen drei Bataillonen auf Sehestedt zu, wobei die Husarenschwadron des Majors Berger die Nachhut bildete. Zunächst folgten die Kielmanseggsche Jäger und die Artillerie der RDL den Dänen, aber als Major Berger zusammen mit der Jägerkompanie des II. Bataillons der Oldenburger, unterstützt von zwei Geschützen aus der Batterie Friis unter der Führung von Leutnant Mourier gegen sie Front machten, zwang dies die Schützen zurückzugehen. Als Leutnant Mourier ihnen ein paar Salven aus seinen Geschützen hinterherschickte, gaben sie es schließlich vollständig auf Römelings Truppen zu folgen.

Major Ahlefeldt kommandierte die beiden anderen Kompanien des II. Bataillons der Oldenburger und zwei Geschütze der Batterie Koye. Wie schon Römeling, entschied er, dass er nördlich von Sehestedt nicht mehr gebraucht wurde. Er schickte zwei Kompanien zur Sicherung von Gönners Batterie vor. Als Römeling sich Sehestedt näherte, wurde er von einem der Adjutanten des Generals Lallemands empfangen. Dieser teilte ihm mit, dass die Soldaten unter dem Befehl von Major Bie über nur noch wenige Munition verfügten und daher die beiden Bataillone der RDL (1. und 2. Bataillon unter Major Natzmer) nicht mehr zurückhalten könnten. Römeling löste daraufhin ein Bataillon zu einer Schützenkette auf und formierte die beiden anderen Bataillone zu Kolonnen. Die beiden Geschütze der Batterie Koye bezogen Stellung westlich von Sehestedt. Es folgte ein halbstündiger Kampf mit heftigem Feuergefecht zwischen den Linien. Dann griffen das I. Bataillon des Regiments Königin und das IV. holsteinische Bataillon mit gefälltem Bajonett und lautem Jubel an. Das III. Bataillon der Holsteiner formierte sich neu und nahm eine Reservestellung für die beiden anderen Bataillone ein. Diese trieben, unterstützt von den Geschützen der Batterie Friis, die Bataillone der RDL bis zur Brücke über die Eider zurück. Hier geriet Friis in ein Feuergefecht mit den Batterien der RDL, die jedoch als Verlieren aus diesem Duell hervorgingen. Währenddessen wurde Major Bies halbes Bataillon aus der Reserve mit Munition versorgt und folgte Römelings Truppen. Es war jetzt 14.15 Uhr. Der Prinz von Hessen war wieder beruhig und rechnete dies Römeling hoch an. „Wir können dem Sieg nur seinem Manöver verdanken.“

Angriff der Holsteiner Kavallerie

Um Natzmers Niederlage vollständig zu machen, wurde nun dem Holsteiner Kavallerieregiment der Angriff befohlen. Sie rückten auf demselben Weg vor, den zuvor die fünischen Dragoner als auch die Husaren des Majors Späth benutzt hatten. Die Straße war schlammig und überall lagen gefallene Pferde und Soldaten sowie verlorene Ausrüstung. Trotzdem griff Major Stemann mit der 2. Schwadron an der Spitze an. Sie ritten durch das 1. und 2. Bataillon der RDL, obwohl diese auf die Reiter schossen, und setzten ihren Weg über die Osterrade-Brücke fort. Auf der anderen Seite der Eider sammelten sie sich und griffen dort einige Reiter an. Es stellte sich heraus, dass es Wallmoden und sein Stab waren. Ein Kavallerist packte Wallmodens Umhang, aber einer seiner Adjutanten hieb den Reiter nieder. Die beiden Schwadronen wurden jedoch von den mecklenburgischen Jägern zu Fuß beschossen, was zu erheblichen Verlusten unter den Offizieren und Mannschaften der Einheit führte. Der Angriff musste abgebrochen werden, und die Holsteiner eilten auf der Straße über die Brücke zurück. Hier trafen sie erneut auf die beiden Bataillone des Majors Natzmer, und sie wieder ritten sie durch ihre Reihen. Das Holsteinische Kavallerieregiment verlor bei dem Angriff insgesamt 3 Offiziere und 37 Mannschaften. Die beiden Bataillone der RDL wurden zwar nicht vollständig aufgerieben, aber stark dezimiert. Römeling verfolgte Natzmers Truppen mit III. und IV. holsteinischem Bataillon, während das I. Bataillon des Regiments Königin und die Jäger-Kompanie von II. Bataillons ein Feuergefecht über die hinweg Eider begannen. Die Batterie Gönner feuerte ebenfalls eine Weile über die Eider, aber gegen 15 Uhr ebbten die Kämpfe langsam ab.

F. Wiedereroberung des Dorfes durch die erste dänische Brigade. Eine dänische Abteilung mit 5 Geschützen auf dem rechten Flügel aufgestellt. f. Die Verbündeten, gezwungen das Dorf zu verlassen, bilden Kolonnen und beginnen einen neuen Angriff, verlieren aber drei Geschütze und viele Gefangene. Das siebte Bataillon stehtauf dem rechten Ufer der alten Eider.

G. Drei Schwadronen fünischer Dragoner umringen das fünfte Bataillon der Legion und erobern drei Geschütze. g. Neue Stellung der Verbündeten. h. Das erste und zweite Bataillon rücken aus der Stellung g gegen den dänischen rechten Flügel vor.

H. Die Abteilung des dänischen rechten Flügels muss sich zurückziehen. Drei Schwadronen der mecklenburgischen reitenden Jäger werfen sich auf das Mitteltreffen des Dänen.

I. Stellung des ersten Bataillons Fünen und des ersten Bataillons Schleswig, welche den Angriff der mecklenburgischen Jäger zurückweisen.

K. Der dänische rechte Flügel wird unterstüzt von den unter A genannten Truppen, die beiden Bataillone der Legion werden aus ihrer Stellung h geworfen. k. Die Verbündeten ziehen sich über die alte Eider zurück und nehmen eine Stellung bei Osterrade.

L. Das holsteinische Reiter-Regiment wird in seinem Angriff durch die mecklenburgischen Fußjäger aufgehalten.

M. Letzte Stellung der Dänen. Der rechte Flügel vereinigt sich mit dem Hauptkorps. m. General Vegesacks Heerteil

Ende der Schlacht

Wallmodens Hauptstreitmacht war nun vollständig zurückgeschlagen worden. Aber auch die dänischen Truppen waren angeschlagen und erschöpft, aber sie hatten zumindest ihr Ziel erreicht und konnten mit dem Train und den Truppen nach Rendsburg marschieren. Das II. Bataillon der holsteinischen Scharfschützen und das II. Bataillon Schleswiger Jäger besetzten Sehestedt, während General Schulenburg die dänischen Linienbataillone an der Rendsburger Straße sammelte. Der Train war bereits auf dem Weg nach Rendsburg und Major Bergers Husarenschwadronen wurde als Avantgarde der Hauptstreitmacht vorausgeschickt. Ihnen folgten die Linienbataillone, die Holsteiner Reiter, die Fünische Dragoner, die Husaren des Majors Späth und die Batterien Friis, Köye und Gönner. General Lallemand blieb mit den beiden leichten Bataillonen zunächst in Sehestedt. Dort gerieten sie in ein Feuergefecht mit den mecklenburgischen Jägern, die durch Osterrade vorrückten. Gegen 16.30 Uhr begann es dunkel zu werden und mit der Dämmerung verließen Lallemand und die beiden leichten Bataillone Sehestedt und begannen ebenfalls den Marsch nach Rendsburg. Kaum zwei Kilometer westlich von Sehestedt warteten das I. Bataillon der Holsteiner Scharfschützen, die litauischen Ulanen und die Batterie Gerstenberg. Wenig später stieß auch das II. schleswigische Bataillon zu ihnen.

Ein Gemälde der Schlacht von 1822.

Nach der Schlacht

General Lallemand nahm mit den leichten Truppen eine Verteidigungsstellung ein, ließ die Truppen ruhen und die Wachfeuer wurden angezündet. Auch der Gegner entzündete seine Wachfeuer, aber es kam zu keinen weiteren Kämpfen. Noch in der Nacht marschierte Lallemand mit seinen Truppen weiter nach Rendsburg, wo er am 11. Dezember um 5 Uhr morgens eintraf. Die übrigen Einheiten, die Gefangenen und die beiden erbeuteten Geschütze waren bereits im Laufe des Abends und der Nacht eingetroffen. Der Train war fast unversehrt geblieben, nur drei Wagen waren verloren gegangen. Zusätzlich hatten die Dänen die bereits erwähnten Geschütze der Batterie Wiering und 70 Fahrzeuge des Trains erbeutet. Die Dänen verloren 17 verwundete Offiziere sowie 66 Tote, 319 Verwundete und 146 vermisste Unteroffiziere und Mannschaften. Wallmodens Verluste betrugen 22 Offiziere sowie 499 Unteroffiziere und Mannschaften, die getötet, verwundet oder vermisst wurden. Zudem wurden 22 Offiziere sowie 632 Unteroffiziere und Mannschaften gefangen genommen. Aufgrund der Rückzugsbewegung nach Rendsburg, mussten die Dänen die meisten Verwundeten in Sehestedt zurücklassen. Wallmoden schickte einen schwedischen Offizier, Major Forsell, zu Verhandlungen zum Prinzen von Hessen. Dieser holte den Prinzen ein, ehe dieser Rendsburg erreicht hatte, und begleitete ihn in die Festung. Forsell versprach dem Prinzen, dafür zu sorgen, dass die dänischen Verwundeten am nächsten Tag auch nach Rendsburg gebracht würden. Obwohl am 10. Dezember 1813 die Schlacht von Sehestedt für die Dänen positiv verlaufen war, verloren sie schließlich den Krieg – und Norwegen. Am 14. Januar 1814 wurde in Kiel Frieden geschlossen und Norwegen an Schweden abgetreten.

Denkmal

Zur Erinnerung an diesen militärischen Erfolg, der als Sieg für die Dänen gedeutet wurde, errichtete man fast neun Jahren später ein eindrucksvolles Denkmal, welches am 28. Juni 1822 feierlich eingeweiht wurde. Das Gefecht ist noch heute ein alljährlicher Anlass zu einer dänischen Gedenkfeier.

Das Denkmal, ein dunkler Obelisk aus Bordesholmer Granit, steht mitten im Dorf auf einem dreistufigen Sockel, der von zwölf kettenbehangenen Kanonen umzäunt wird. An den vier Seiten sind Bronzeplatten eingelassen. Besonders die Platte auf der nach Süden gewandeten Seite ist künstlerisch ansprechend. Man sieht dort die „Insignien des Sieges“: einen römischen Prachthelm über sich kreuzenden Fahnen, Schwerter und eine Kriegstrompete, davor in Schrägstellung einen ovalen Schild mit dem Monogramm König Friedrichs VI. und einer Königskrone. Auf der westlichen Seite sind die siegreichen Truppen, auf der östlichen Seite deren Kommandeure verewigt. Ein Gutsherr stellte das Grundstück für das Denkmal zur Verfügung, der dänische König stiftete die zwölf Kanonenrohre für die Eingrenzung, Carl Landgraf von Hessen steuerte die Steine für den Obelisken bei.

4 Kommentare zu „Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Die Schlacht bei Sehestedt“

  1. Guten Morgen Frank,

    und wieder ein sehr informativer und interessanter Beitrag von Dir. Vielen herzlichen Dank!

    Gruß

    Thomas

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