Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Russische Truppen / Teil 2

Einleitung

Im Sommer 1813, während des ausgehandelten Waffenstillstandes wurden die Einheiten der russischen Armee verstärkt und neue Verbände zusammengestellt. Eine dieser neuen Verbände war die kaiserlich-russische Armee von Polen, die unter dem Befehl des Freiherrn von Bennigsen (in den Grafenstand wurde er erst nach der Völkerschlacht von Leipzig erhoben) stand. Die Armee sah während des Jahres 1813 eine ganze Reihe von unterschiedlichen Einsatzgebieten, nahm an Belagerungen und auch an der Völkerschlacht selbst teil. Nach der Schlacht bei Leipzig wurden einzelnen Korps und Divisionen für unterschiedlichen Aufgaben abgestellt und die Armee in viele kleine Verbände geteilt. Im Wesentlichen hatte die kaiserlich-russische Armee von Polen den Auftrag die Elbfestungen Dresden, Magdeburg, Wittenberg, Torgau und Hamburg zu belagern und einzunehmen. Einige Einheiten wurden zu einem kleinen Korps vereinigt und der Nordarmee unterstellt, wobei dieses im Laufe des Feldzuges wieder vor Hamburg mit der restlichen Armee von Polen zusammentraf. Im Folgenden wird die Situation und Zusammensetzung der kaiserlich-russische Armee von Polen beleuchtet, die im Rahmen des Feldzuges von 1813/1814 an der Belagerung von Hamburg teilnahm.

Die kaiserlich-russische Armee von Polen

(Belagerung von Hamburg 1813 – 1814)

Generalstab

  • Kommandierender: Gen. der Kavallerie Graf Levin August von Bennigsen
  • Chef des Generalstabes: Gen.-Lieut. von Oppermann
  • General Quartiermeister: Gen.-Maj. von Berg
  • General du Jour: Generalmajor Insov
  • Chef der Artillerie : Generalmajor Reswoy

Der Generalstab der kaiserlich-russische Armee von Polen vor Hamburg in den Jahren 1813/1814 bestand aus 5 Generälen und ihren Adjutanten. Dazu kamen 120 weitere Offiziere sowie 600 Mannschaften und Unteroffiziere, die für diesen Dienst aus allen Truppengattungen abgestellt wurden. Das erste Hauptquartier lag in Bergedorf, wo Bennigsen im „Mindschen Hause Stadt Lübeck“ und der Generalstab im Amtshaus untergebracht waren. Das Hauptquartier wechselte später nach Pinneberg, wo es im Haus des Kremers August Baron von Kuntzrock residierte. (das jetziges Haus Dingstätte Nr. 23).

Levin August von Bennigsen

Bennigsen

Levin August von Bennigsen (geb. 10. Februar 1745) war der Sohn des braunschweigischen Obersten Levin Friedrich von Bennigsen und dessen Ehefrau Henriette Marie von Rauchhaupt. Nach einer militärischen Ausbildung stieg Bennigsen während des Siebenjährigen Krieges in der hannoverschen Armee bis zum Hauptmann auf. Nach dem Tod seiner Vaters schlug er zunächst eine kaufmännische Laufbahn ein, scheitere jedoch und musste 1772 Konkurs anmelden. Schließlich trat er 1773 als Premiermajor in das Wjatkaschen Musketier-Regiment des russischen Heeres ein. Er nahm in den darauffolgenden Jahren an den russischen Feldzügen gegen die Türken und Perser teil und kämpften an unterschiedlichen Schauplätzen, bis er 1802 schließlich zum General der Kavallerie ernannt wurde.

Im Oktober 1806 rückte Bennigsen mit einem starken Hilfskorps in Preußen ein und behauptete sich bei den Kämpfen bei Pułtusk gegen den heftigen Angriff des französischen Heeres unter Napoléon Bonaparte am 26. Dezember 1806, wodurch das russische Heer vor einer Niederlage gerettet wurde. Zar Alexander ernannte ihn dafür am 1. Januar 1807 zum Oberbefehlshaber der Armee. Als solcher errang Bennigsen gegen die Franzosen zwischen dem 7. und 8. Februar 1807 in der Schlacht bei Preußisch Eylau ein Unentschieden, musste jedoch schwere Verluste in Kauf nehmen. Durch falsche Entscheidungen erlitt Bennigsen in der Schlacht bei Friedland eine entscheidende Niederlage, welche dann 1807 den Frieden von Tilsit zur Folge hatte.

Bennigsen nahm seinen Abschied und zog sich für die folgenden fünf Jahre auf seine Güter in der Nähe von Vilnius zurück. 1812 wurde Bennigsen auf Wunsch von Generalfeldmarschall Kutusow zum Chef des Generalstabes ernannt. Trotz dieser Aufgaben nahm Bennigsen am 7. September 1812 an der Schlacht von Borodino teil und besiegte General Joachim Murat am 18. Oktober in der Schlacht bei Tarutino. Differenzen mit Generalfeldmarschall Kutusow bewegten Bennigsen zu einem mehrmonatigen Urlaub. Doch bereits Anfang 1813 holte ihn Zar Alexander I. mit der Beförderung zum Oberbefehlshaber der Reservearmee, welche in Polen aufgestellt worden war, wieder zurück. Mit diesem Heer besetzte Bennigsen im Juli desselben Jahres das Herzogtum Warschau. Dort besiegte er am 12. Oktober General Laurent de Gouvion Saint-Cyr in der Schlacht bei Dohna. Anschließend führte er seine Armee in Eilmärschen nach Leipzig, wo er vier Tage später maßgeblich an der Völkerschlacht bei Leipzig beteiligt war. Sein rechtzeitiges Eintreffen am 17. Oktober sicherte den Sieg der Verbündeten. Bennigsen nahm persönlich die Kapitulation des Königs von Sachsen, Friedrich August I. entgegen.

Noch in Leipzig wurde Bennigsen durch Zar Alexander I. persönlich in den russischen Grafenstand erhoben. Bis zum ersten Pariser Frieden am 30. Mai 1814 belagerte Bennigsen mit Teilen seiner Armee u.a. Hamburg, Magdeburg, Torgau und Wittenberg.

Korps Dochturow

Dochturow

Dmitri Sergejewitsch Dochturow (geb. 15. Oktober 1756) war zu Beginn der napoleonischen Kriege einer der populärsten russischen Generäle. Er führte als Generalleutnant in der Schlacht bei Austerlitz die erste russische Kolonne auf dem linken Flügel. Nach der Niederlage rettete er deren Reste von ungefähr 8.000 Mann vor dem Untergang, indem er sie unter Zurücklassung sämtlicher Geschütze durch die feindlichen Linien hindurch zurückführte. In den Feldzügen von 1806/07 nahm er an den Schlachten bei Golym, Preußisch Eylau und Friedland teil. 1810 wurde er General der Infanterie. Bei Borodino im Jahre 1812 kommandierte er zunächst das russische Zentrum und übernahm nach Bagrations Tod den linken Flügel. Seit 1936 gibt es übrigens in Leipzig einen Dochturowweg, der an den General erinnert.

Kommandierender: General-Lieutenant Dochturow                            Chef des Generalstabes: Oberst- Lieutenant Teuner

Von der 13. Infanterie Division

Briagde General-Major Rossy

  • Velikie-Luki Infanterie-Regiment / 3 Bat. – Oberst Golowin
  • Galich Infanterie-Regiment / 3 Bat. – Gen-Major Lindfors

26. Infanterie Division / Gen. Paschkewitsch (ab 8.2.1814 Gen.-Lt. Emme)

Brigade Oberst Tschemschuschnikow

  • Nizhnii-Novgorod Infanterie-Regiment / 2 Bat. – Major Akermann
  • Orel Infanterie-Regiment / 2 Bat. – Gen.-Major Paskiewitsch

Brigade Gen.-Major Sawoyna

  • Ladoga Infanterie-Regiment / 2 Bat. – Gen.-Major Sawoyna
  • Poltava Infanterie-Regiment / 2 Bat – Oberst Damerow II.

Brigade Gen.-Major. Kollogribow

  • Jäger Regiment / 3 Bat. – Gen.-Major Vogel
  • Jäger Regiment / 3 Bat. – Oberst-Lt. Trubtscheniow

Artillerie

  • Schwere Batterie Nr. 22 / Obert Kolotinsky
  • Schwere Batterie Nr. 26 / Oberst-Lt. Schulmann
  • Schwere Batterie Nr. 45 / Oberst Begunow
  • Leichte Batterie Nr. 1 / Oberst-Lt. Schischkin
  • Leichte Batterie Nr. 18 / Oberst-Lt. Hinne
  • Leichte Batterie Nr. 47 / Oberst-Lt. Schurakowsky
  • Mineur-Kompanie / Oberst-Lt. Asanassiev III.
  • Sappeur-Kompanie / Captain. Schtender
  • Pontonier Kompanie Nr. 1
  • Pontonier Kompanie Nr. 2

Korps Markov

Markov

Yevgeni Ivanovich Markov (geb. 1769) kommandierte im Januar 1807 eine der drei Avantgarden unter Bennigsen in Polen. Am 24. Januar überraschte und besiegte er einen Teil von Bernadottes Korps bei Liebstadt und am 25. Januar traf er mit 25.000 Mann bei Mohrungen erneut auf Bernadotte. Markov kommandierte am 7./8. Februar 1807 bei Eylau eine der Kavallerie-Divisionen und war im März Befehlshaber des rechten Kavallerie-Flügels. Im Jahr 1812 kommandierte Markov das X Korps in Tormasovs 3. Armee des Westens und nahm an den Kämpfen vom 27. Juli in Kobryn und am 12. August bei Gorodetschna teil. Er diente dann unter Chichagov, wurde aber von diesem wegen Inkompetenz entlassen, da er trotz seines hohen Ranges schwere strategische Fehler beging und beispielsweise beim Lesen von Karten Straßen mit Flüssen verwechselte. Im Jahr 1813 diente er schließlich unter Bennigsen in der russischen Armee von Polen und nahm als Teil dieser aktiv an den Kämpfen während der Belagerung von Hamburg teil.

Kommandierender: General-Lieutenant Markov

16. Infanterie Division – Gen.-Major Bulatov

Brigade Gen.-Major Sucharev

  • Neutchlot Infanterie-Regiment / 3 Bat. – Oberst Balla
  • Mingrelia Infanterie-Regiment / 3 Bat. – ???

Brigade ???

  • 27. Jäger Regiment / 3 Bat. – Oberst Pantenius
  • 43. Jäger Regiment / 3 Bat. – Oberst Jergoldsky

Artillerie

  • Schwere Batterie Nr. 16 – Obrist Poll
  • Reit. Artillerie Batterie Nr. 30 – Gt. Cav. Korsakow
  • Reit. Artillerie Batterie Nr. 10 – Lt. Zerbikow

Das Kosaken Korps

Kommandierender: Gen.-Maj. Fürst Bagration

  • Don Kosaken-Reg. – Oberst Platow V. (Stoganov? / Nordarmee)
  • Don Kosaken-Reg. – Gen.-Lt. Andrianow III. (Stoganov? / Nordarmee)
  • Don Kosaken-Reg. – Oberst-Lt. – Schamschewa II.
  • 3. Orendburg Kosaken-Reg. – ???
  • 4. Ural Kosaken-Reg. – Major Nasarow
  • 5. Ural Kosaken-Reg. – ???
  • 9. Baschkiren (Bashkir) Reg (Stroganov? / Nordarmee)
  • 11. Baschkiren (Bashkir) Reg (Stroganov? / Nordarmee)
  • 14. Baschkiren (Bashkir) Reg.
  • 15. Baschkiren (Bashkir) Reg.

Anmerkung: Die Frage der Baskir und Kosaken Regimenter habe ich schon im Teil 1 dieser Abhandlung erläutert. Sie gehörten wohl zum Korps Stroganov der Nordarmee.

Kavallerie-Korps Chaplitz

Chaplitz

General-Lieutenant Efim Chaplitz (geb. 1768) war polnischer Herkunft und diente erstmals in den Jahren 1793 und 1794 in der russischen Armee. In den Jahren von 1796 bis 1806 brachte er es bis zum Kommandeur des Pavlograd Husaren Regiments. In den Jahren 1809/10 wurde Chaplitz zum Kommandeur der 7. Kavallerie-Division ernannt. Im Jahr 1812 unterstand ihm bereits das Reserve-Kavallerie-Korps der 3. Armee des Westens. In den Kämpfen dieses Jahres zeichnete er sich bei Kobrin, Slonim und an der Berezina aus. Bei Slonim vernichteten seine Einheiten das 3. Garde Lancier Regiment (Junge Garde) unter dem Kommando von Jan Konopka, dem Helden von Albuera. In der Kampagne des Jahres 1813 erhielt er das Kommando über die Kavallerie der russischen Armee von Polen, kämpfte bei Leipzig und stand schließlich im Dezember als Belagerer vor den Toren Hamburgs. Er nahm an den Kämpfen um Hamburg Anfang 1814 teil und wurde schließlich im am 18. April Kommandeur des 3. Korps der russischen Armee von Polen.

Kommandierender: General-Lieutenant Chaplitz (Tschaplitz)

Ulanen Division / General-Major Baron Kreutz

Gen.-Maj. Argamakow (diese Brigade wird am 04.01.1814 an die Nordarmee abgegeben)

  • Ulanen Regiment Taganrog / 4 Esc. (630) – Gen.-Lt. Mussin Puschkin
  • Ulanen Regiment Sibirien / 2 Esc. (180) – Gen.-Major Baron Kreutz
  • Ulanen Regiment Zhitomir / 2 Esc. (190) – Gen.-Major Agramakow

Gen.-Maj. Djadkow

  • Ulanen Regiment Orenburg / 2 Esc. (220) – Gen.-Major Djadkow
  • Ulanen Regiment Wladimir / 2 Esc. (404) – Gen-Lt. Barkow
  • Ulanen Regiment Litthauen / 2 (4?) Esc. (???) – Oberst Baron Benningsen (?)

Leichte Kavallerie Division / Gen.-Lieut Schepelew

Oberst Baron Bennigsen (???)

  • 1. zusammengesetztes Husaren-Reg. / 5 Esc. – ???
  • zusammengesetztes Dragoner-Reg. / 5 Esc. – Major Siripka
  • 1. zusammengesetzten Jäger- Reg. / 4 Esc. – Major Hoffmann

Oberst Klebek

  • 2. zusammengesetzten Jäger- Reg. / 4 Esc. – Major Keltowsky
  • 1. zusammengesetzten Ulanen- Reg. / 5 Esc. – Oberst Baron Benningsen (?)
  • 2. zusammengesetzten Ulanen- Reg. / 4 Esc. – Oberst Klebek

Zusätzlich (?)

  • Irkutsk Husaren-Regiment
  • Pereiaslav reitendes Jäger-Regiment
  • Tiraspolreit. reitendes Jäger-Regiment

Artillerie

  • Reit. Artillerie Nr. 2 / Oberst-Lt. Reging

Anmerkung: Die Aufstellung des Kavallerie-Korps Chaplitz enthält einige Ungereimtheiten. Woher die „zusätzlichen“ Regimenter Irkutsk, Pereiaslav und Tiraspolreit stammen und wo sie eingesetzt wurden, konnte ich bisher nicht ermitteln. Es fehlen außerdem einige Namen der Regiments-Kommandeure sowie einige Mannschaftsstärken.

Korps Tolstoy (trifft erst ab 02. Februar 1814 vor Hamburg ein)

Tolstoy

Pyotr Aleksandrovich Tolstoy (geb. 1761) wird am 17. Juni 1812 zum Kommandeur der Landwehr der Gebiete Kazan, Nizhnii-Novgorod, Penza, Kostrom, Sibiren und Vyatskaya gyberniy ernannt. Zunächst überwacht er selbst die Aufstellung der Verbände und nimmt dann als ihr Kommandeur im Feldzug desselben Jahres teil. Im Jahr 1813 wird sein Korps Teil der russischen Armee von Polen, die unter dem Kommando des General Bennigsen steht und welche zunächst nach Böhmen in Marsch gesetzt wird. Während der Schlacht bei Leipzig steht das Landwehr Korps des Gen-Lt. Tolstoy vor der Stadt Dresden, um dort die französischen Truppen zu blockieren. Später werden seine Truppen nach Magdeburg und schließlich im Jahr 1814 nach Hamburg verlegt, wo er aktiv an den Kämpfen um die Stadt teilnehmen.

Kommandierender: General-Lieutenant Graf Tolstoy

Chef des Generalstabes: Obrist Murawiew

1. Infanterie Miliz (Opolochenie) Korps

Kommandierender: Gen.-Major Muromoc

  • 1. Nizhnii-Novgorod Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Oberst Karateiov
  • 2. Nizhnii-Novgorod Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Oberst Powinsky
  • 3. Nizhnii-Novgorod Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Oberst Suriew
  • 4. Nizhnii-Novgorod Opolochenie / Inf.-Reg. 3 Bat. – Oberst Rall I.
  • 5. Nizhnii-Novgorod Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – ???
  • 1. Kasan Opolochenie / Inf.-Reg. 3 Bat. Oberst-Lt. Tschitschagow

2. Infanterie Miliz (Opolochenie) Korps

Kommandierender: Gen.-Major Titow

  • 1. Pensa Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Oberst Selinsky
  • 2. Pensa Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Oberst Dimitref
  • 3. Pensa Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Oberst Beketew
  • 3. Riazan Opolochenie Inf.-Reg. / 3 Bat. – Obsert Rinkewitsch
  • 1. Riazan Opolochenie Jäger-Reg. / 3 Bat. – Oberst-Lt. Maslow

Artillerie

  • Schwere Batterie Nr. 52 / Oberst-Lt. Sasinsky
  • Leichte Batterie Nr. 64 / Captain Notbek
  • 4 Stück leichte Kanonen der Penza Opolochenie
  • Pionier-Kompanie des Captain Schewitsch

Miliz Kavallerie-Division / Gen.-Maj. Fürst Tenishev

Brigade Oberst Kaslov

  • Pensa Opolochenie Kav.-Reg. / 5 Esc. – Gen-Maj. Tenishev
  • Simbrisk Opolochenie Kav.-Reg. / 5 Esc. – ???
  • Nishegorod Opolochenie Kav.-Reg. / 5 Esc. – Oberst Kaslow

Brigade Oberst Nebolsin

  • Kostroma Opolochenie Kav.-Reg. / 5 Esc. – Oberst Rebolsin
  • Riazan Opolochenie Kav.-Reg. / 5 Esc. – Oberst Maslow
  • Kasan Opolochenie Kav.-Reg. / 5 Esc. – ???

Artillerie

  • Reit. Artillerie Batterie Nr. 22 / Oberst-Lt. Chowena

Zusätzliche Einheiten

Ab 29. März 1814 (von Glogau kommend)

Brigade General Ismailow (ca. 6.000 Mann)

  • 1st Riasan Opolochenie Regiment
  • 2nd Riasan Opolochenie Regiment
  • 4th Riasan Opolochenie Regiment
  • 2nd Riasan Opolochenie Jager Regiment

Offizier und Soldaten der Landwehr Russland

Zusammen war die Armee vor Hamburg stark: 63 Bataillone Infanterie, 74 Eskadronen Kavallerie, 13 ½ Batterien mit 156 Kanonen, 10 Kosaken-Regimenter und 5 Kompanien Mineure. Pioniere usw. Beim Abmarsch der russisch-polnischen Armee aus Hamburg soll diese eine Stärke von 1.172 Offizieren und 37.735 Unteroffizieren und Mannschaften gehabt haben. Dazu kamen 17.010 Pferde. Die Armee bestand zu diesem Zeitpunkt aus 8 Infanterie-Regimentern, 4 Jäger-Regimentern, 2 reitenden Jäger-Regimentern, 6 Ulanen-Regimentern, 1 Husaren-Regiment, 7 Kosaken-Regimentern und einem Kosaken-Detachement, 5 Artillerie-Kompanien, 4 leichten Artillerie-Kompanien, 3 reitenden Artillerie-Kompanien, 4 Sappeur-Kompanien und 3 Pionier-Kompanien.

Ereignisse und Bewegungen nach der Schlacht bei Leipzig

 25. Oktober 1813

Bennigsen soll die Städte Wittenberg und Torgau belagern, welche durch französische Truppen aus Dresden verstärkt wurden.

26. Oktober 1813

Bennigsen soll auf Befehl des russischen Kaiser einen Teil seiner Armee dem schwedischen Kronprinzen direkt unterstellen und mit den restlichen Truppenteilen die Elbfestungen Dresden und Magdeburg belagern.

Die Einheiten, welche an dem schwedischen Kronprinzen unterstellt werden, erhalten als Kommandeur den Generalleutnant Graf Stroganov. Er wird mit seinem Korps von rund 12.000 Mann in Marsch gesetzt, um sich dem Korps Winzigrode in Verbindung zu setzten.

26. November 1813

Bennigsen erhält vom russischen Kaiser den Befehl, die Belagerung von Magdeburg in andere Hände zu übergeben und zusammen mit der Nordarmee gegen die französischen Truppen Davouts in Hamburg sowie die feindlichen dänischen Truppen in Holstein zu operieren.

1. Dezember 1813

Auf Befehl von Bennigsen marschiert Gen.-Lt. Markov mit seinen Truppen von seiner Stellung vor Dresden in Richtung Magdeburg. Durch die neue Befehle des russischen Kaisers (die Belagerung von Hamburg) wird Markov über Brandenburg nach Holstein beordert.

9. Dezember 1813

Die Kavallerie (Leichte Kavallerie Division) unter dem Befehl des Gen.-Lt. Chaplitz marschiert von Magdeburg nach Erxleben.

10. Dezember 1813

Die Truppen unter dem Befehl von Bennigsen marschieren in zwei Kolonnen rechts (Markov) und links (Dochturow) der Elbe in Richtung Hamburg ab:

  • Die 26. Division (Dochturow) bis Bormannsdorf.
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis Seehausen
  • Das Hauptquartier (Bennigsen) bis Groß-Manzleben
  • Das Korps Markov stand in Brandenburg

Vorläufig wurden 6 Bataillonen Infanterie (Veliki-Loutzk Regiment und Galitz Regiment der 13. Division), 2 Kavallerie Regimenter (?) und eine halbe Batterie Artillerie unter dem Befehl von Gen.-Major Rossy vor Magdeburg zurückgelassen.

11. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis nach Borsfelde
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis Alt-Haldensleben
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis Alt-Haldensleben
  • Das Hauptquartier bis Neu-Haldensleben
  • Das Korps Markov hatte in Brandenburg einen Ruhetag

12. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) hatte in Borsfelde einen Ruhetag
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis marschierte bis Ispe
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis Akendorf
  • Das Hauptquartier bis Gardelegen
  • Das Korps Markov bis in die Gegend von Rathenow

13. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis Brahme
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow)hatte Ruhetag
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow)hatte Ruhetag
  • Das Hauptquartier hatte Ruhetag
  • Das Korps Markov bis Havelberg
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis Burgfall

14. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis Betzendorf
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow)bis nach Mesendik
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow)bis nach Mesendik
  • Das Hauptquartier bis Zedlingen
  • Das Korps Markov hatte Ruhetag in Havelberg
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis Stendal

15. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis Bergen
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis nach Salzwedel, Kucheldorf und Lübbau
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach Salzwedel, Kucheldorf und Lübbau
  • Das Hauptquartier bis Zedlingen
  • Das Korps Markov bis nach Perleberg
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) hatte in Stendal Ruhetag.

16. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) hatte Ruhetag
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) hatte Ruhetag
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) hatten Ruhetag
  • Das Hauptquartier hatte Ruhetag
  • Das Korps Markov bis nach Lenzen
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis nach Osterburg.

17. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis nach Hohenzeiten
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis nach Platelose und Schafhausen
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach Platelose und Schafhausen
  • Das Hauptquartier bis nach Dannenberg
  • Das Korps Markov hatte bis nach Dömitz
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis nach Arendsee.

18. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis nach Lamgraben
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis nach Hitzacker und Altendorf
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach Hitzacker und Altendorf
  • Das Hauptquartier verblieb in Dannenberg
  • Das Korps Markov blieb in Dömitz
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis nach Hartau.

19. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bis nach Scharnebek
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis nach Bleckede
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach Bleckede
  • Das Hauptquartier bis nach Radegast
  • Das Korps Markov bis nach Lübtheen
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis nach ???

20. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) überquerte auf Kähnen bei Artlenburg die Elbe.
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis nach ???
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach ???
  • Das Hauptquartier überquerte die Elbe bei Boizenburg
  • Das Korps Markov bis nach Zarrentin
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis nach Quickborn

21. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) beendet die Elbüberquerung bei Artlenburg
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) überquert die Elbe bei Boizenburg
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) überquert die Elbe bei ???
  • Das Hauptquartier blieb in Boizenburg
  • Das Korps Markov bis nach Mölln
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis nach Dannenberg

22. Dezember 1813

Die Truppen verbleiben im Marsch in Richtung Unterelbe:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) marschiert bis Boberg.
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) beendet die Elbüberquerung bei Boizenburg
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) überquert die Elbe bei ???
  • Das Hauptquartier blieb in Boizenburg
  • Das Korps Markov bis nach Schönerg
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) überquert die Elbe bei Boizenburg

23. Dezember 1813

Die Truppen erreichen nach und nach das Hamburger Umland:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) bleibt bei Boberg.
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bis nach Lauenburg
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach Lauenburg
  • Das Hauptquartier blieb in Boizenburg
  • Das Korps Markov bis nach Siek, Rahlstedt und bis zur Alster, wo es den rechten Flügel bildete.
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) bis Willinghusen und Glinde

24. Dezember 1813

Es erfolgte die Einschluss der Stadt und Festung Hamburg auf dem rechten Ufer der Elbe bis zur Alster. Es wurden dabei die Dörfer Boberg, Havig, Marst, Lohbrügge und die Redoute bei Hekathen besetzt. Die Stellung der Truppe sah nach der Einschließung wie folgt aus:

  • Die Kavallerie (Chaplitz) steht bei Boberg.
  • Die 26. Infanterie-Division (Dochturow) bei Bergedorf und Reinbek (linker Flügel)
  • Die schwere Artillerie und der Train (Dochturow) bis nach Lauenburg
  • Das Hauptquartier war in Bergedorf
  • Das Korps Markov bei Siek, Rahlstedt und bis zur Alster (rechter Flügel ca. 11 bis 12.000 Infanterie und 6.000 Kavallerie)
  • Die Kavallerie des Generals Kreutz (Ulanen Division) steht bei Willinghusen und Glinde

Wansbek wird ohne Wiederstand eingenommen. Gleichzeitig werden die Deiche und Häuser der überschwemmten Elbinseln Billwerder und Ochsenwerder besetzt.

27. Dezember 1813

Leichte Gefechte bei Steinbek und Wansbek

29. Dezember 1813

Die französischen Truppen, die auf Wilhelmsburg stationiert sind unternehmen mit Hilfe von 15 Booten und unter dem Schutze einer Artillerie-Batterie einen Landungsversuch in Ochsenwerder. Nach großen Verlusten müssen sich die Franzosen zurückziehen.

Gefecht an der blauen Brücke über die Bille.

30. Dezember 1813

In der Nacht zum 30.12. werden die französischen Truppen bei Moorfleet verstärkt und greifen mit rund 1.000 Mann die russischen Vorposten an. Die Franzosen werden jedoch erneut unter großen Verlusten zurückgeschlagen.

31. Dezember 1813

Nach dem Waffenstillstand mit Dänemark wird das Korps Woronzow (Nordarmee) auf Befehl des schwedischen Kronprinzen aus Pinneberg abgezogen, um bei Wedel die Elbe zu überqueren und von dort aus in Richtung Rhein zu marschieren. Daraufhin werden die Truppen unter dem Befehl von Markov in diese Position verlegt, wo sie vom rechten Alsterufer bis zur Elbe in Stellung gehen. Das Korpsquartier von Markov wird nach Rellingen verlegt. Das Korps Dochturow erhält den Abschnitt von Ochsenwerder bis an das linke Alsterufer.

01. Januar 1814

Weitere Gefechte bei Ochsenwerder.

02. Januar 1814

In der Nacht auf den 02. Januar wird von den Franzosen ein weiterer Angriff auf Ochsenwerder unternommen. Doch auch dieser Vorstoß wird abgeschlagen und die Franzosen müssen sich zurückziehen.

03. Januar 1814

Gen. Markov läßt die Dörfer Eppendorf, Winterhude, Hoheluft und Eimsbüttel angreifen und kann diese mit seinen Truppen besetzen.

04. Januar 1814

Das Korps Tolstoy trifft bei Magdeburg eine und löst dort die Truppe des Gen. Rossy ab, die daraufhin nach Hamburg marschieren.

General Kreutz wird mit 3 Regimentern regulärer Kavallerie an die Nordarmee abgegeben, da die Kavallerie in dieser Menge nicht sinnvoll während der Belagerung eingesetzt werden kann (vermutlich die Ulanen Regimenter Taganrog, Sibirien und Zhitomir). Diese Briagde wird auf Befehl des schwedischen Kronprinzen nach Kiel beordert.

Die Franzosen müssen Ochsenwerder räumen und Moorfleet wird mit 1.000 Mann russischer Infanterie besetzt.

05. Januar 1814

Dieser Tag sieht einen erneuten Angriff der Franzosen auf Billwerder und Ochsenwerder. Die russischen Vorposten werden zunächst zurückgeworfen, aber die Kavallerie Reserve unter dem Befehl von Gen. Chaplitz eilt herbei und schläg die Franzosen in die Flucht.

06. Januar bis 12. Januar 1814

Um die Arbeiten an den Außenwerken der Stadt vollenden zu können, unternehmen die Franzosen mehrer kleine Angriffe.

13. Januar 1814

Ein größerer Vorstoß der Franzosen richtete sich gegen die Truppen des Gen. Markov. Markov erhielt jedoch Nachricht von diesem Vorhaben, konnte so den Gegner überraschen, 40 Gefangene machen und den Feind auf die Sternschanze zurückwerfen sowie eigene Truppen am Rosenhof festsetzten.

15. Januar 1814

General Chaplitz vertreib die Franzosen aus Barmbek, Wansbek und Schiffbek. Die Orte werden durch russische Truppen besetzt.

Schließlich waren die Franzosen gezwungen sich an allen Fronten auf die Verschanzungen am Stadtrand zu beschränken.

19. Januar 1814

Das Hauptquartier des General Bennisgen wird nach Pinneberg verlegt

21. Januar 1814

An diesem Tag erfolgt ein Gegenangriff der Franzosen als Reaktion auf die Angriffe vom Vortag (Korps Stroganov / Nordarmee). Die Franzosen greifen wiederholt Ochsenwerder mit Hilfe von Landungsbooten an. Aber zum wiederholten Male werden sie durch russische Truppen unter dem Kommando von Oberst Tschemschuschnikow zurückgedrängt. Außerdem führt Stroganov mit seinem Korps eine Unternehumg gegen Moorwerder. Die Franzosen haben hohe Verluste und mehr als 500 Mann werden gefangengenommen.

22. Jamuar 1814

General Rossy ist mit seinen Truppen in Hamburg eingetroffen und wird bei Wansbek aufgestellt.

26. Januar 1814

Bennigsen hatte für den Tag des Geburtstages der russischen Kaiserin einen allgemeinen Angriff auf die Vorpostenstellungen der Franzosen angeordnet. Einheiten der 26. Division greifen Moorfleet an und eroberten es. Auch der Posten bei Aufschlag wird eingenommen. In Hamm finden die heftigsten Kämpfe statt. Hier stehen die Truppen unter dem Befehl von Gen. Chaplitz. Die Battailone des 5. Jäger-Regiments unter Gen-Major Vogel drängen die Franzosen bis auf den Kirchhof von Hamm zurück. Bevor Entsatz für die nun eingeschlossenen Franzosen herangeführt werden kann, stürmen die russischen Jäger-Battailone die Stellung und töten dabei fast alle Franzosen. Unterdessen unternimmt Gen. Rossy von Wandsbek und General Dochturow aus Richtung Westen einen Angriff. An allen Punkten drängt man die Franzosen zurück, mehr als 300 Gefangene werden gemacht und ebensoviele Franzosen werden verwundet bzw. getötet. Die Belagerer stehen nun mit ihren Vorposten ringsum Hamburg in Kanonenschussweite.

General Tolstoy erhält den Befehl mit seinem Korps nach Hamburg vorzurücken. Vor Magdeburg wird die Kavallerie unter Gen. Knorrig und einge Kosaken-Regimenter zurückgelassen. Die letztgenannten Truppen werden schließlich in Richtung Rhein beordert.

Von Ende Januar bis Anfang Februar finden auf beiden Seiten immer wieder kleine Vorstöße statt.

02. Februar 1814

Nach und nach treffen die Truppen des Korps Tolstoy in Bergedorf bei Hamburg ein. Es soll sich um 3.000 Mann Linien-Infanterie, 10. bis 12.000 Miliz-Infanterie und 3.000 Kavalleristen handeln. Ein Infanterie-Miliz-Korps wird nach Pinneberg geschickt und ein Korps bleibt in Bergedorf.

Anfang Februar 1814

Die Allierten Belagerungstruppen werden rund um die Stadt neu verteilt:

  • Dochtorov kommandiert den linken Flügel mit Korpsquartier in Bergedorf.
  • Tolstoy kontrolliert das Zentrum mit Korpsquartier in Wellingsbüttel.
  • Markov kommandiert den rechten Flügel mit Korpsquartier in Rellingen.
  • Chaplitz kommandiert die komplette Kavallerie (auch die von Tolstoy) und steht mit seinen Einheiten in zweiter Linie.
  • Ahrendschild (Nordarmee) steht mit seinen Truppen rund um Harburg mit Korpsquartier in Winsen.
  • Das Hauptquartier ist in Pinneberg einquartiert.

09. Februar 1814

Bennigsen hat einen weiteren großen Angriff auf die französischen Stellungen geplant. Die wichtigsten Ziele sind die Wilhelmsburg mit dem Kommunikationsweg und die Schanzen des Schwarzen Berges bei Harburg. Der Plan des Kommandierenden sah wie folgt aus:

Für den Angriff werden 3 Kolonnen gebildet. Die 1. und 2. Kolonne greifen auf dem linken Flügel an und stehen unter dem Befehl des Gen. Dochturow, bzw. unter dem Kommando von Gen.-Lt. Emme und und Gen.-Lt. Tolstoy. Die 3. Kolonne greift auf dem rechten Flügel an und steht unter dem Kommando von Gen. Markov.

Die 1. Kolonne besteht aus:

  • 9 Bataillone Infanterie der 26. Division
  • 4 leichte Kanonen
  • 200 Kosaken
  • 2 Schwadronen reguläre Kavallerie
  • 1 Pinoier-Kompanie

Die 2. Kolonne besteht aus:

  • 9 Bataillone Infanterie
  • 2 leichte Kanonen
  • 200 Kosaken
  • 2 Schwadronen reguläre Kavallerie
  • 1 Pinoier-Kompanie
  • Hamburger Bürgergarde

Die 3. Kolonne besteht aus:

  • 8 Bataillone Infanterie
  • 4 leichte Kanonen
  • 200 Kosaken
  • 2 Schwadronen reguläre Kavallerie
  • 1 Sappeur-Kompanie

Die 1. Kolonne soll sich auf Ochsenwerder vor der Kirche versammeln. Sie soll dann die Posten von Buschwerder und Georgswerder auf der Wilhelmsburg durch einen Bajonettangriff in der Flanke und im Rücken erobern. Von dort aus soll es in Richtung Hävel gehen. Die 2. Kolonne hat ihren Sammelpunkt bei der roten Brücke an der Bille und geht dort über Aufschlag, wo der französische Posten ebenfalls im Rücken angegriffen werden soll. Von dort plant man nach Hävel zu gehen, wo man sich mit der 1. Kolonne vereinigen will, um gemeinsam zur Brücke des Kommunikationsweges vorzustoßen. Die 3. Kolonne sammelt sich bei Dockenhuden, geht über Teufelsbrück auf der Elbe gegen die Insel Roß vor und soll versuchen die französische Batterie bei Schrevenhof durch einen Angriff im Rücken einzunehmen. Vorher will man die Posten bei Waltershof und Dradenau ausgeschalten. Schließlich soll auch die 3. Kolonne bis zur Brücke in Wilhelmsburg vorstoßen und sich dort mit den beiden anderen Kolonnen vereinen.Wichtig bei diesem Vorhaben ist vor allem, die Vereinigung der franzosischen Truppen zu verhindern, um so die Wilhelmburg leichter erobern zu können. Zur selben Zeit ist südlich der Elbe ein Angriff auf Harburg geplant, der dann mit 7 Bataillonen und Artillerie von der Wilhelmsburg unterstützt werden soll. Um die in Hamburg stationierten Truppen in Hamburg zu binden, soll außerem von 2 Seiten ein Scheinangriff auf Hamburg selbst erfolgen. Den ersten Angriff will man von Wansbek unter der Führung von Gen.-Lt. Chaplitz mit 6 Bat. russischer Landwehr, einige Artillerie und einigen Schwadronen regulärer Kavallerie durchführen. Der zweite Angriff unter dem Befehl von Gen.Lt. Tschepelef soll von Eppendorf und rechts von Eimsbüttel starten und mit 4 Bataillon Landwehr, 1 Linien-Bataillon, einigen Kanonen und einigen Schwadronen regulärer Kavallerie erfolgen. Der Angriff soll hier gut sichtabr, aber außerhalb der Kanonen beginnen. Bennigsen selbst wird sich bei dieser Aktion bei der 3. Kolonnen aufhalten. Bei Schwierigkeiten soll die 1. Kolonne auf Ochsenwerder, die 2. Kolonne auf Billwerder und die 3. Kolonne auf Teufelsbrück zurückfallen.

Das Vorhaben konnte allerdings nicht wie geplant durchgeführt werden. Die 1. Kolonne rückte wie befohlen vor, eroberte den Vorposten Busch und konnte ebenfalls anrückende französische Unterstützung schlagen sowie eine Batterie von 6 Geschütze einnehmen. Unterdessen hatte die 2. Kolonne die Hamburger Bürgergarde zur Führung an die Spitze gesetzt. Sie sollte den russischen Truppen einen sicheren Weg durch das unwegsame und von Gräben durchschnittene Gelände weisen. Auf dem Billwerder blockierte allerdings unerwartetes Tauswasser auf dem Eis ein fortkommen auf diesem Weg. Die Hamburger Bürgergarde bot zwar einen möglichen Umweg an, doch Gen. Tolstoy wollte nicht von den gegebenen Befehlen abweichen, sondern auf neue Anweisen von Bennigsen warten. So verging kostbare Zeit und die 1. Kolonnen war zunächst ebenfalls gezwungen nicht weiter vorzurücken. Die 3. Kolonnen überquerte die zugeforene Elbe bei Teufelsbrück und Nienstädten, ließ einige Truppe zur Sicherung vor Altona zurück und gelangte so geradewegs auf die Inseln Neuhof und Roß. Dort wurde eine Batterie mit 5 Kanonen erstürmt und einige weitere Vorposten der Franzosen eingenommen. Die 1. Kolonnen bemerkte nun in der Ferne das Vorrücken der 3. Kolonnen und marschierte jetzt auf die Kommunikations-Chaussee zu. Immer noch in der Hoffung, hier auf die 2. Kolonne zu treffen. Aber auch die Franzosen bemerkten schließlich das Anrücken des Feindes und sammelte daraufhin die Besatzung der Wilhelmsburg an den Verschanzungen der Chaussee und den Brücken. Von hier aus feurte nun die französische Artillerie, die von ihrere Position ein gutes Schussfeld auf die Umgebung hatte, auf die anrückenden russischen Einheiten. Aufgrund der vielen Deiche, Gräben und des Tauwassers war es den Russen nicht möglich ihre Artillerie und Kavallerie einzusetzten. Trotz allem gelang es sich schließlich die 1. und 3. Kolonne zu vereinen und die nun aus den Festungen Harburg und Hamburg kommenden französischen Verstärkungen zurückzudrängen. Im Süden, vor den Toren Harburgs, hatte zu dieser Zeit Gen. Arendschild (Nordarmee) einige Bataillone am Deich von Fünfhausen bis Neuland aufmarschieren lassen und von hier aus Patroullien auf die Wilhelmsburg geschickt, um Verbindung mit der 1. Kolonne aufzunehmen. Die Hauptstreitmacht Arendschilds ging bei Wilstorf, unmittelbar südlich von Harburg in Stellung und erwartete hier die versprochene Verstärkung aus Wilhelmsburg. Unterdessen dauerte das Gefecht auf der Wilhelmsburg an und zog sich bis in den Abend, ohne das eine Seite die Oberhand gewinnen konnte. Die Scheinangriffe der russischen Miliz unter der Führung des Gen. Chaplitz und Gen Tschepelf hatten bis jetzt verhindert, dass umfangreiche französische Verstärkungen auf die Wilhelmsburg geschickt wurden. Gegen Abend glaubte man in Hamburg jedoch nicht mehr an einen Angriff der russischen Miliz und entschloss sich endlich zu einer starken Unterstüzung der kämpfenden Franzosen. Hier wartet Gen. Dochturow immer noch vergeblich auf das Eintreffen der 2. Kolonne, woraufhin Bennigsen die Kolonnen in ihre Ausgangsstellungen zurückfallen ließ. Eine Besetzung der Wilhelmsburg war aufgrund der geringen Zahl an russischer Infanterie und der Schwierigkeiten diese zu versorgen ohnehin unmöglich. Die Kämpfe kosteten die Russen 13 Offiziere und 291 Mann an Toten und Verwundeten. Die Franzosen hatten sogar rund 1.000 Mann Verluste zu beklagen. Unter ihnen befanden sie auch einige hochrangige Offiziere, wie den Gen. Osten, Gen. Romé und den Oberst St. Pierre. Hinzu kamen 14 Offiziere und 600 Mann die von den Russen gefangengenommen wurden. Die russischen Truppen konnten außerdem 12 Kanonen, 50 Tonnen Schießpulver, 30.000 Patronen und eine Menge an Wein und Lebensmitteln erbeuten.

18. Februar 1814

Nach Harburg werden zusätzlich ein Regiment russische Kavallerie, das Litthauische Ulanen-Regiment und die reitende Batterie Nr. 30 sowie 1 Kompanie russischer Sappeure geschickt

23. Februar 1814

Nächtliche Angriffe auf mehere kleine französische Posten.

24. Februar 1814

Gen. Bulatof konnte unbemerkt die Wilhelmsburg erreichen und mit seinen Truppen gegen die Kommunikation-Chaussee vorgehen.

28. Februar 1814

Gen. Markov unternimmt einen Vorstoß auf die Wilhelmsburg, wobei er die Insel komplett überquert und schließlich Bill- und Ochsenwerder erreicht. Die Russen verlieren bei dieser Aktion 20 Mann, können aber mehr als 220 Franzosen gefangen nehmen.

05. März 1814

Gen. Fürst Bagration (Bruder des bekannten Generals) macht einen Überfall auf unverschanzte Vorposten der Wilhelmsburg, tötet eine Reihe von Franzosen und nimmt 13 französische Kürrassiere und 16 Infanteristen gefangen.

Anfang/Mitte März

Durch Tauwetter war das Überqueren der Wasserwege extrem schwierig geworden, was die Angriffe der Russen stark einschränkte.

29. März 1814

General Ismailow trifft mit 6.000 Mann Infanterie aus Glogau und Sachsen kommend in Bergedorf ein (1. Riasan Opolochenie Regiment, 2. Riasan Opolochenie Regiment, 4. Riasan Opolochenie Regiment, 2. Riasan Opolochenie Jager Regiment).

8. April 1814

Bennigsen begibt sich über Zollenspieker und Winsen nach Hittfeld, wo er am 09. April eintrifft, am 10. April die Positionen der Franzosen vor und in Harburg inspiziert und am 11. April wieder über Buxtehude und Blankenese nach Pinneberg zurückkehrt.

15. April 1814

Sieben englische Kanonen-Schaluppen und 1 Korvette unter dem Kommando von Kapitän Marschall sind in Altona angelandet.

29. April 1814

Altona wird von den Russen besetzt und Davout lässt nach langen Verhandlungen weiße Fahnen hissen.

Offizier und Kanonier der Reitenden Artillerie Russland

Quellen (Eine Auswahl):

  • Feldzug der Kaiserlich Russischen Armee von Polen in den Jahren 1813 und 1814 / Müffling, Friedrich Carl Ferdinand von
  • Davout und die Festung Hamburg-Harburg / Henke, Carl
  • Die Region Stade in westfälisch-französicher Zeit 1810-1813 / Issensee, Klaus
  • Geschichte der Nordarmee im Jahre 1813 / Quistorp, Barthold von
  • Der Krieg in Deutschland und Frankreich in den Jahren 1813 und 1814 / Plotho, Carl von

Ein Kommentar zu “Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Russische Truppen / Teil 2”

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