Dead Man‘s Corner – Teil 2

Im Anschluss an dieses simulierte Flug-Erlebnis, erreicht man einen weiteren Ausstellungsbereich. Hier geht es um die Piloten der Flugzeuge, die Crews der Gleiter und um weitere Geschichten der US-Paratrooper, wie z.B. die des Lt. Winter, der Hauptperson in der Serie „Band of Brothers“.

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Sgt. William T. White war der Troop Chief der 440th Troop Carrier Group am D-Day. Er sahs in der C-47 mit der Nr. 43-15319 „My Naked“ und gehörte zur 91st Troop Carrier Squadron. In seiner Maschine wurde der „Stick“ Nr. 69 befördert, also 18 Paratrooper der 101st Airborne, die in Absprungzone D über Saint-Come-du Mont abgesetzt werden sollten. White hatte vor dem Abflug den Befehl erhalten jeden zu erschießen, der sich weigern sollte zu springen. Die hier gezeigten Jacken und anderen Uniformteile gehörte Troop Chief White.

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Diese Uniform- und Ausrüstungstücke gehörten Haraold Knopp, einem Co-Piloten einer C-47. Er hat später über seine Einsatz berichtet, den er als dunkel, angsteinflößend und äußerst nervenaufreibend schilderte. Seine Maschine wurde von  einigen Kugeln der Flugabwehr erwischt und verwundete eine ganze Reihe der Fallschirmjäger an Bord. Auch Knopp geriet in höchste Lebensgefahr, als eine Wolke von Granatsplitter durch das Cockpit flog, wobei ein Splitter im Klappmesser stecken blieb, dass er in der Brusttasche mitführte. Nach dem Einsatz landete Knopp sofort auf dem ersten Flugplatz in England, damit die Verwundeten in seiner Maschine versorgt werden konnten.

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Zentral im Ausstellungsraum steht das Vorderteil eines Gleiters vom Typ Waco CG-4A, der bis an die Oberkante mit Menschen und Material beladen ist. Die Gleiter bildeten die zweite große Welle des US-Luftlandeunternehmens am D-Day und versorgten die Truppen außerdem mit Fahrzeugen und leichten Geschützen. In den Bildern ist gut zu erkennen, wie die Segelflieger aus Sperrholz bis in den letzten Winkel mit Ausrüstung beladen waren.

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Ein kleines Lazarett-Zelt und weitere lebensgroße Dioramen zeigen das Leben im US-Camp.

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Dieser Koffer mit Utensilien für die heilige Messe ist wohl fast jedem aus dem Film „Der längste Tag“ bekannt. Er gehörte dem legendärem Armee-Kaplan Francois L. Sampson’s. Der Geistliche, Parachuting Padre genannt, sprang mit der 501st PIR über der Normandie ab und landete im kalten Wasser des Flusses Douve, in dem er nach rund einem Dutzend von Tauchversuchen seine geliebten verlorenen Koffer wiederfand.

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Auch diese „Klicker“ dürften jedem bekannt sein. Mit ihnen wurde ein Erkennung-Signal gegeben. 1 Klick sollte mit 2 Klicks beantwortet werden.

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Diese Glocke wurde von Lt. Ed Allworth, einem Offizier des 2nd Bataillons des 501st PIR mitgeführt. Mit Hilfe der Glocke wollte er seine Truppe nach der Landung am RV Punkt sammeln. Die Glocke ging jedoch verloren, wurde aber von Monsieur Hebert einige Tage später auf einem Feld gefunden.

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Einige Soldaten waren mit Gewehrgranaten ausgerüstet. Diese „Artillerie“ in Form einer Handfeuerwaffe stelle sich als äußerst wirksam heraus. Es wurden Spreng- und Splittergranaten verwendet, später kamen Rauch-, Gas-, Leucht- und Signalgranaten dazu. Zur Panzerabwehr wurden außerdem Hohlladungsgranaten verwendet.

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Die 101st Airborne verwendete seitlich an den Helmen aufgemalte Spielkartensymbole, um die unterschiedlichen Regimenter zu kennzeichnen. Die Deutschen Scharfschützen nutzen diese auffällige Markierung als Haltepunkt beim Zielen. Trauriger Beweis ist dieser Helm mit Einschussloch links unten im Bild.

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Nun kommen wir zum mittlerweile durch die Fernsehserie „Band of Brothers“ weltberühmten 2nd Lt. Richard „Dick“ Winters und seiner „Easy Company“. Winters wurde nach der Landung am D-Day zum Anführer seiner Kompanie, nachdem der eigentliche Kommandeur Lt. Meehan beim Absprung getötet wurde. Am D-Day nahm Dick Winters mit einem kleinen Trupp Männer eine Artillerie-Stellung beim Gehöft Brecourt Manor ein und zerstörte dort alle vier Geschütze.

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Den Abschluss des Museumrundganges bildet das „alte“ Dead Man’s Corner Museum, mit der Ausstellung zu den deutschen Fallschirmjäger, die in und rund um Carentan stationiert waren. Hier sind einige Szenen nachgestellt, die sich wohl ähnlich in den Räumen des Gebäudes abgespielt haben könnten. Über Lautsprecher hört man deutsche Stimmen, die der Szene die nötige Stimmung geben sollen.

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Der erste Raum stellt den Gefechtsstand des 6. Deutschen Fallschirmjägerregimentes dar.

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In den Tagen nach dem D-Day wurde das Gebäude als Lazarett verwendet. Dr. Karl-Heinz Roos richtete eine 1. Hilfe-Station für das 1. Bataillon des 6. Deutschen Fallschirmjägerregimentes ein. Er hatte nur einen einzigen Assistent an seiner Seite, versorgte aber trotzdem auch Amerikanische Fallschirmjäger. Glücklicherweise wurde dringend benötigten Medikamente und Verbandzeug durch Amerikanische C-47 Flugzeuge nachgeführt. Die Versorgungspakete wurden überall über den US-Landezonen abgeworfen und gelangten so auch in deutsche Hände. Vor allem die innovativen Einwegspritzen mit Morphium waren eine willkommene Hilfe.

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Dieses Trainingsrad gehörte Major von der Heydte, Kommandeur des 1. Bataillons des 6. Deutschen Fallschirmjägerregimentes. Er konnte weder seine Einheit noch das 2. Bataillon über Funk oder durch Kuriere erreichen. Später erfuhr er, dass sein Bataillon am Vortag aufgerieben worden war und sich Hauptmann Preikschat ergeben hatte. Nur 25 Mann seines Bataillons konnten sich am 9. Juni bis zu ihm nach Carentan durchschlagen.

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Im ersten Stock geht es um die Uniformen, die Ausrüstung und die Bewaffnung der deutschen Fallschirmjäger.

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Das Fallschirmgewehr 42 (FG42) oder auch Fallschirmjäger Gewehr Model 1942, war eines der fortschrittlichsten Handwaffenwaffen seiner Zeit. Es war speziell für die Fallschirmtruppe entwickelt worden. Dieses hier gezeigte Exemplar wurde vom amerikanischen Sergeanten Eugene Amburgey (501st PIR) erbeutet.

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Dieser Soldat war mit dem deutschen Flammenwerfer 35 ausgerüstet. Zum Schutz vor Verbrennungen träg er eine Gesichtsmaske.

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Handwagen der Fallschirmjäger, zum Transport von Munition und schwerem Gerät.

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Angehöriger der Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 100. Diese Einheit, die man mit alten, französischen Beute-Panzer ausgestattet hatte, war in Carentan stationiert.

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Am Ende der Ausstellung gelangt der Besucher in den großen Verkaufsladen des Museums. Hier werden nicht nur zahlreiche Bücher und Uniform-Repliken, sondern auch viele originale Uniformen und Ausrüstungsteile verkauft.

6 Kommentare zu “Dead Man‘s Corner – Teil 2”

  1. Wieder einmal ein sehr schöner virtueller Rundgang. Danke! Was ich ja sehr interessant finde, ist das man tatsächlich Exponate kaufen kann. Sind das Dubletten etc., die das Museum veräussert, da sie nicht genug Platz haben oder wie muss man sich das vorstellen?

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  2. Solche Läden sind in der Gegend keine Seltenheit. Ich kenne ungefähr 10 solcher Shops. Ich glaube sogar, dass es den Laden schon länger als das Museum gibt. Die Dinge die dort verkauft werden, haben dann meist für das Museum keinen unmittelbaren Wert. Heute hat man nicht mehr diese Waffensammlungen mit x-Mal der gleichen Waffe oder Uniform, sondern ein Exemplar und das am besten mit einer persönlichen Geschichte verknüpft.

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  3. Wann warst du denn jetzt da? In diesem Urlaub, oder schon letztes Jahr? Als wir damals da waren, hatte ich vorher etwas über ein geplantes Museum gelesen. Ist da jetzt wirklich neu, oder hatten wir das damals nicht entdeckt? Letzteres wäre ja schockierend.

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  4. Wirklich interessante Bilder, Danke dafür!
    Vor allem die Bilder der Fallschirmjäger kommen wie gerufen, ich versuch mich da gerade an den 15mm Ausgaben und alleine schon die farblich so unterschiedlich ausfallenden Lederriemen an der Ausrüstung sind markante Details, die man nur recht selten sieht.

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  5. Hallo Koppi, fast alle Bilder stammen vom Juli dieses Jahres (bis auf die Aufnahme der Kreuzung). Das Museum in der schwarzen Halle und die Halle (auch ein großer Parkplatz gehört jetzt dazu), gab es bei unserem Besuch noch gar nicht. Das neue Museum wurde 2015 eröffnet.

    @Utgaard: Vielen Dank! Freut mich 🙂

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