Danewerk Museum

Das Danewerk war einst die befestigte südliche Grenze des Königreichs Dänemark und liegt heute in Schleswig-Holstein. Diese Grenze bestand zum einen aus natürlichen Hindernissen, wie dem Schlei-Fjord und dem Fluss Eider, zum anderen aus Wallanlagen, welche die Lücken zwischen den natürlichen Hindernissen schlossen. Die ältesten Teile der Wallanlagen stammen aus der früheren Wikingerzeit und werden auf das Jahr 700 datiert. Im Mittelalter kam eine Mauer, die sogenannte Waldemarsmauer und Burganlagen hinzu.

Die Drei Bilder zeigen die Wallanlagen in der Zeit der Wikinger und die Verbindung mit dem Handelplatz Haithabu.

Aber vor allem im Ersten Schleswigschen Krieg und 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg erlangte die Grenzfestung auch militärische Bedeutung.

Um 1250 wurde Schleswig aus staatspolitischen Gründen als dänisches Herzogtum vom Königreich abgetrennt. Schleswig wurde durch den Erwerb von Adelsbesitz mit der deutschen Grafschaft Holstein verbunden. Im Jahr 1460 wurde der dänische König Christian I. in Schleswig und Holstein zum Landesherren gewählt. Im 19. Jahrhundert gewann aber nach und nach Deutsch als Volksprache Oberhand in Schleswig und Holstein. Im Jahr 1848 wurden Stimmen laut, die ein gemeinsame Verfassung für Königreich und Schleswig verlangten und eine eigene Verfassung für Holstein. Doch schon vor der Umsetzung rief eine provisorische Regierung in Kiel die Unabhängigkeit aus, woraus ein Bürgerkrieg entstand. Zu Beginn des Krieges wurden die dänischen Truppen aus Schleswig vertrieben, aber in der Schlacht bei Idstedt am 25. Juli 1850 errangen die Dänen den Sieg. In Folge dieser Schlacht besetzte die dänische Armee das Danewerk und begann mit dem Ausbau der Grenzwallanlage.

Schlacht bei Idstedt

Nach dem ersten Konflikt wurde die Hauptverteidigungslinie von Düppel und Fredericia nach Süden zum Danewerk verlagert. Im Rahmen der Bauarbeiten errichteten dänische Pioniere 29 Artillerieschanzen. Das heutige Erscheinungsbild des Hauptwalles ist somit bis auf wenige Stellen in den Jahren vor 1864 entstanden. Die alten Wälle wurden ab 1861 begradigt, erhöht und mit Standplätzen für Kanonen versehen. Es kam zwar zum Friedensschluss mit Preußen und dem deutschen Bund, jedoch schwelte der Konflikt weiterhin, bis 1863 durch eine Vertragsverletzung Dänemarks ein erneuter Krieg ausbrach. Zu diesem Zeitpunkt war das Danewerk mit 30.000 dänischen Soldaten bemannt und mit 96 Feld- und 181 Festungsgeschützen versehen. Doch die Arbeiten an den Schanzen waren bei weitem noch nicht abgeschlossen und auch die Barackenlager für die Soldaten fehlte noch.

Dem Festungswerk gegenüber standen 60.000 Soldaten des deutschen Bundes. Ende Januar 1864 forderte das Oberkommando des deutsch-österreichischen Heeres den Rückzug der Dänen, die jedoch ablehnten. Die Kampfhandlungen begannen daraufhin am 1. Februar, aber schon nach wenigen Tagen müssen sich die Dänen zurückziehen. Es kam zur Schlacht bei Sankelmark und schließlich bei Düppel, im Juni 1864 war der Krieg vorbei und die Friedensverhandlungen begannen. Beim Friedensschluss im Oktober 1864 in Wien musste Dänemark die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich abtreten.

Die Preußen überqueren die Schlei.

Die Vorschläge zum neuen Grenzverlauf.

Noch heute kann man große Teile der Wallanlagen, Mauern und Schanzen des Danewerks entdecken. Dokumentiert wird das Bauwerk, welches zusammen mit Haithabu als dänisches Nationaldenkmal und UNESCO-Welterbe gilt, durch ein kleines Museum. Das Danevirke Museum befindet sich im Ort Dannewerk südwestlich der Stadt Schleswig. Das Museum liegt unmittelbar am Hauptwall des Danewerks und in kurzem Abstand zu den wichtigsten Bauwerken, wie der Schanze 14 und der Waldemarsmauer.

Vor und im Musuem.

Waldemarsmauer und die Ausgrabungsarbeiten

Sir Peter Dennis war auch schon mit mir vor Ort. Im Hintergrund Schanze 14.

Hier der Link zur Homepage des Museums: https://www.danevirkemuseum.de/de/startseite/

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