Musée Mémorial de la Bataille de Normandie

Wer in der Stadt Bayeux unterwegs ist, sollte neben dem „Teppich-Museum“ und der Kathedrale auch dem Musée Mémorial de la Bataille de Normandie einen Besuch abstatten. Das Museum liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums an der Ringstraße, die nach dem D-Day von britischen Pionieren als Umgehung für schwere Fahrzeuge angelegt worden war. Das Museum bietet einen guten Überblick über die gesamte Landung der Alliierten in der Normandie am D-Day, die Kämpfe in den Wochen danach sowie den Rückzug der Wehrmacht über die Seine. Aufgrund dieser Bandbreite bleibt die Ausstellung allerdings oft an der Oberfläche der Ereignisse und wer schon viele Museen in der Region zum Thema D-Day gesehen hat, wird hier nicht viel Neues erfahren.

Sehenswert sind auf jeden Fall die vielen Fahrzeuge, die teilweise auch schon im Außenbereich besichtigt werden können. Ein Film gibt dem Besucher dann einen ersten Überblick. Die Ausstellung im Innenbereich hat eine Fläche von rund 200 qm. Neben Uniformen und Waffen, geht es auch um Logistik und Kommunikation und natürlich auch um die Rolle von Bayeux, der erste befreiten Stadt Frankreichs, in der General Charles de Gaulle eine Woche nach der Landung seine erste Rede auf französischem Boden hielt. Neben dem Museum liegen auch der Friedhof und eine Gedenkstätte der britischen Streitkräfte.

Meinen kleinen Fotorundgang der Ausstellung habe ich nach Nationen gegliedert.

Britische Armee

Dieser Churchill Crocodile war ein britischer Flammwerfer-Panzer.
An der Vorderseite ist unter dem Turm der eigentliche Flammenwerfer montiert.
Am Heck sieht man die Kupplung und die Schlauchzuführung für den Hänger mit dem Brennstoff.
Britische Infanteristen und Fallschirmspringer.
Das leichte Maschinengewehr „Bren“. Der Name basiert auf den Anfangsbuchstaben der beiden Orte Brno (dt. Brünn, Tschechoslowakei) und Enfield. Brno, weil dort das Ausgangsmodell, das ZB vz. 26 hergestellt wurde.
Das schwedische 40-mm-Bofors-Geschütz wurde nicht nur von den Alliierten als Standardflugabwehrgeschütze eingesetzt, auch die deutsche Wehrmacht führte es als 4-cm-FlaK 28 ein.
Der Ordnance QF 25-Pfünder war das am meisten eingesetzte britische Feldgeschütz im 2. Weltkrieg.
Halbkettenfahrzeug M3 der französischen Streitkräfte
Der Sexton (Totengräber) war eine britische Selbstfahrlafette. Dieses Fahrzeug hier gehörte jedoch zu einer polnischen Einheit.

Amerikanische Armee

Ein M4 Sherman Panzer
Ein amerikanischer Jagdpanzer M10, genannt „Wolverine“
Amerikanische Infanteristen und Fallschirmspringer.
Neben der Thompson Maschinenpistole (oben), war auch die sogenannte Grease-Gun (unten) in der Normandie im Einsatz.
In Sachen Kommunikation die US-Armee führend im 2. Weltkrieg. Hier sind verschiedene Feldtelefone und Feldtelefonanlagen zu sehen.
M1  Mörser Kaliber 81 mm 
Die Helm-Bemalung mit dem weißen Bogen kennzeichnet den Träger als Soldat der „Beach Group“, welche für die Organisation der gelandeten Truppen verantwortlich waren.
Die 105-mm-Haubitze M3 wurde speziell für den Einsatz von Luftlandetruppen entwickelt.
Der Willy Jeep hatte eigentlich die offizielle Armeebezeichnung ¼-ton 4 × 4 truck.
Das M45 Quadmount ist ein amerikanisches Vierlings-Fla-MG im Kaliber .50BMG.
Browning M-2 auf Lafette M-3
Neben den Sherman Tank-Dozer setzte die US-Armee auch den Caterpillar D7 ein. Es handelte sich um eine Standard-Caterpillar D7 – Planierraupe mit Panzerung über dem Motor und der Kabine.

Deutsche Armee

Der leichte deutschen Jagdpanzer 38(t) wurde bald unter dem Spitznamen „Hetzer“ bekannt.
Im Eingangsbereich steht dieser Tobruk mit Panzerturm, wie er auch in einigen Widerstandsnestern zu finden war (Im Hintergrund nicht die Bedienungsmannschaft, sondern Jens und Koppi 😉)
Hier sind wohl die bekanntesten Pistolen bzw. Maschinenpistolen der dt. Wehrmacht zu sehen. MP-40, Mauser Pistole, Walther P38 sowie die Parabellum-Pistole, auch Luger genannt. Die letztgenannte Waffe, vom Österreicher Georg Luger konstruiert, wurde 1908 im Deutschen Reich als Pistole 08 eingeführt.
Neben den beiden US-M1-Karabiner (mal mit festem Kolben, mal mit Klappkolben) sind am Boden der Vitrine eine S-35 Mine, bekannt als „Bouncing Betty“ und eine Glasmine 43 zu sehen. Die S-Mine war für den Einsatz im offenen Gelände gegen Infanterie vorgesehen. Nach der Auslösung und einer kurzen Verzögerung wurde die Mine bis etwa auf Hüfthöhe in die Luft geschleudert, wo sie mit Splitterwirkung explodierte. Durch die Glasbauweise der Glasmine 43 konnte diese Konstruktion nicht von Detektoren entdeckt werden.
Natürlich darf in der Ausstellung nicht die „berühmte“ 8,8-cm Flak nicht fehlen, die auch als Panzerabwehrkanonen eingesetzt wurde.
Die eigentlich viele erfolgreichere Panzerabwehrkanone 40 (7,5-cm) ist deutlich weniger bekannt.
Koppel, Koppeltragegestell und K 89 Munitionstaschen eines deutschen Infanteristen.
Die ursprünglich polnische RADOM Vis 35 Pistole (oben), wurde vor allem von deutschen Panzerbeatzungen in der Normandie verwendet. Das deutsche Fallschirmspringer-Messer (Mitte), konnte mit einer Hand geöffnet werden. Ein Knopf an der Seite arretierte oder löste eine Klinge, die im Handgriff verschwinden konnte. Der Kleinfunksprecher Dorette (Ki.Fu.Spr.d) mit seiner Kompaktheit schon sehr modern.
Montierte man das leichte MG-42 auf die Lafette 42 wurde es als schweres MG bezeichnet.
Das Sturmgewehr 44 sah man in den Kämpfen der Normandie vermutlich sehr selten. Die Waffe wurde zu dieser Zeit vor allem an der Ostfront eingesetzt.
Der in den letzten Jahren des Krieges nur noch zum Einbau gekommene Festungsfernsprecher 38 besitzt eine symmetrierte Schaltung, Isoliergrundplatten und eine isolierte Induktorwelle. Er ist damit völlig lauschfest gemacht, was in Anbetracht des Einsatzes in der vordersten Linie von großer Bedeutung war.
Tarnjacke eines Angehörigen der Luftwaffen-Felddivision

5 Kommentare zu „Musée Mémorial de la Bataille de Normandie“

  1. Hallo!

    Wie immer ein toller Bericht, haben das Museum 2018 besucht, die Ansprache von de Gaulle hörte man fast durch das Museum ;-), aber finde es ist gut umgesetzt und auch die Fahrzeuge sieht man nicht alle Tage!

    Gruss

    Heinz

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