TOP 5 – Die 3 Musketiere

Es gibt so ein paar klassische Geschichten, die wieder und wieder den Weg auf die Leinwand, das Fernsehen oder andere moderne Wiedergabegeräte finden. Einer dieser legendären Erzählungen ist der Roman „Die 3 Musketiere“ von Alexandre Dumas, der bis heute mehr als 30 Kinofilme und 10 TV-Produktionen hervorbrachte. Das 1844 veröffentlichte Buch ist der erste Teil einer Trilogie über d’Artagnan und seine drei Freunde Athos, Porthos und Aramis, die zu den Musketieren der französischen Garde gehören. Die Folgebände heißen „Zwanzig Jahre danach“ und „Der Vicomte von Bragelonne“ oder „Zehn Jahre später“.

Story

Die drei Musketiere

Der junge d’Artagnan reist nach Paris, wo er Musketier des Königs werden will. Unterwegs trifft er auf die zukünftigen Gegenspieler Rochefort und die Lady de Winter. In Paris angekommen wird er sofort in Degen-Duelle verwickelt, die ihn jedoch zu den drei Musketieren Athos, Porthos und Aramis führen, mit denen er schließlich Freundschaft schließt. Es folgt das bekannte Abenteuer, in dem die Diamantspangen der Königin im Zentrum stehen. Hier treten die Charaktere des Königs und der Königin, Constance die Zofe der Königin, der Herzogs von Buckingham sowie der legändere Kardinal Richelieu in Erscheinung. Nächster Schauplatz ist die Belagerung von La Rochelle, während welcher d’Artagnan endlich Musketier des Königs wird. Den Abschluss bildet die Ermordung von Constance, mittlerweile die Geliebte von d’Artagnan, durch die Lady de Winter, sowie schließlich ihre Ergreifung und Hinrichtung. Am Ende des Romans befreunden sich d’Artagnan und Rochefort. Die Wege der vier Musketiere trennen sich jedoch.

Zwanzig Jahre danach

Zwanzig Jahre nach den Ereignissen des ersten Romans macht sich d’Artagnan, nun Leutnant der Musketiere, auf die Suche nach seinen drei alten Freunden. Zunächst bilden die 4 Musketiere zwei Lager, die sich bei ihrem ersten Auftrag gegenüberstehen, aber natürlich versöhnen sie sich wieder. Im Hintergrund agiert im Übrigen nicht mehr der Kardinal Richelieu, sondern sein Nachfolger Mazarin. Nun folgt der Auftritt von Mordaunt, dem Sohn der hingerichteten Lady de Winter. Die Abenteuer verschlagen die Musketiere schließlich nach England, wo sie auf Cromwell treffen und in den Bürgerkrieg sowie die Schlacht von Newcastle verwickelt werden. Hier begingt auch die Konfrontation mit ihrem neuen Gegner, Mordaunt, der jedoch am Ende getötet wird. Der letzte Akt besteht aus der Inhaftierung und der Befreiung der Musketiere aus dem Gefängnis. Am Ende trennen sich die vier Musketiere erneut.

Der Vicomte von Bragelonne

Im dritten Roman steht D’Artagnan, er ist mittlerweile Hauptmann der Garde, an der Seite von Ludwig XIV, der ein Fest nach dem anderen feiert. Gegenspieler sind in dieser Geschichte Aramis und Porthos, die den unfähigen König gegen einen Doppelgänger austauschen wollen. Ein weiterer Akteur ist der Sohn von Athos, Raoul, der in die Mätresse des Königs verliebt ist. Zunächst finden die vier Freunde wieder zusammen, doch am Ende sterben drei von ihnen und nur Aramis überlebt als letzter Musketier des Königs. Der Roman ist vielen sicher eher als „Der Mann mit der eisernen Maske“ ein Begriff.

Nach dieser kleinen Einordnung der Handlung, geht an meinen TOP 5, in denen ich die besten Verfilmungen dieses Stoffes vorstellen möchte. Hier geht nicht nur um die Nacherzählung der Romane, sondern auch um Unterhaltungswert, Action, Humor, Ausstattung, Schauspieler und den Sound.

TOP 5 – Wir Viere sind die Musketiere (1974)

Vielen vermutlich unbekannt sind die Filme der französischen Komikertruppe „Les Charlots“ von 1973, die in deutscher Übersetzung unter den genialen Titeln „Wie viere sind die Musketiere“ und „Hilfe, mein Degen klemmt“ im Jahre 1974 in die Kinos kamen. In dieser Verfilmung übernehmen die Diener der Musketiere, die durch Mylady und viel Wein ausgeschaltet wurden, die Abenteuer als Hauptakteure. Als Kind habe ich mich über diese Truppe totgelacht, ich bin aber nicht sicher, ob der Humor noch heute funktioniert. Das Ganze ist aber kein Trash, sondern Slapstick vom Feinsten. Muss man halt mögen. Leider konnte ich bisher keine DVD und keinen Streamingdienst finden, um die Filme noch einmal begutachten zu können. Lediglich diverse Youtube-Szenen (schaut mal unter „Les 4 Charlots Mousquetaires“) konnte ich zur Bewertung heranziehen, die mich aber zumindest so weit überzeugt haben, um den beiden Filmen einen Platz in dieser Liste einzuräumen.

TOP 4 – Die drei Musketiere (1993)

Der Film „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 1993 von Regisseur Stephen Herek setzte vor allem auf Action und junge, damals angesagte Schauspieler wie Charlie Sheen und Kiefer Sutherland. Zunächst waren tatsächlich Brad Pitt und Johnny Depp für die Rollen vorgesehene, die aber beide das Angebot ablehnten. Chris O’Donnell konnte in der Rolle des D’Artagnan jedoch nicht überzeugen und wurde sogar für die Goldene Himbeere als Schlechtester Schauspieler nominiert. Ein wenig überzogen, aber für mich ein Highlight war die Besetzung des Kardinal Richelieu mit Tim Curry, der neben der legendären Rocky Horror Picture Show auch in dem Film „Die Legende“ den Bösewicht spielte. Der Film konnte zwar nicht mit Schauspiel und Dialogen überzeugen, war aber durch Ausstattung, Kamera und Musik trotzdem ein Erfolg. Auch die drei Musketiere Arthos, Portos und Aramis waren für mich zwar stereotyp, aber sehr schön lebendig in Szene gesetzt und vor allem nicht ganz so blass und unscheinbar, wie in vielen andern Verfilmungen. Der Film entstand wohl vor allem durch die Vorarbeit der erfolgreichen Robin Hood-Verfilmung mit Kevin Costner, der schon mit „Der mit dem Wolf tanzt“ das Western-Genre neu belegt hatte.

TOP 3 – Die Abenteuer der drei Musketiere (1953)

Oft unerwähnt, unterschätzt und übersehen wird die Verfilmung „Die Abenteuer der drei Musketiere“ von 1953. Diese französisch-italienische Koproduktion ist eine sehr schöne, klassische Verfilmung, die eigentlich über alle guten Zutaten verfügt und somit den meisten Neuverfilmungen vorzuziehen wäre. Trotzdem ist der Streifen zumindest hier in Deutschland relativ unbekannt.

Die Schauspieler dieser Verfilmung haben sicher nicht die klangvollen Namen der Hollywood-Blockbuster, aber zumindest André Bourvil, der den Planchet verkörpert, sollten einigen bekannt sein, da dieser häufig mit französischen Größen, wie Louis de Funès oder Jean-Paul Belmondo vor der Kamera stand. Aber auch Georges Marchal spielt den jungen Helden D’Artagnan hervorragend. Eigentlich muss man alle Schauspieler dieser Verfilmung zumindest mit einem „gut“ auszeichnen. Inhaltlich bleibt der Film sehr nah an der Romanvorlage. Die Sets, die Landschaft und die authentischen Kostüme aus dem 17. Jahrhundert sind großartig. Rundherum ein guter Abenteuer-Streifen.

TOP 2 – Die drei Musketiere (1948)

Nicht fehlen darf die berühmte George Sidney – Verfilmung von 1948. Mit dieser Version bin ich quasi großgeworden. Der Kinofilm wurde in Technicolor und mit Gene Kelly produziert, der in dieser Zeit sonst eher mit Gesang und Tanz in diversen Musicals brillierte. So sind auch die Kämpfe eher wie Tanzszenen choreografiert und wirken zwar sehr schwungvoll und akrobatisch, aber nicht unbedingt realistisch. Trotzdem sind die Fechtszenen spektakulär und in ihrer Dynamik bis heute unerreicht. Fantastisch ist auch Lana Turner in der Rolle der durchtriebenen Lady de Winter. Leider bleiben die restlichen Charaktere etwas farblos. Der Film hat aber alles, was einen guten Abenteuerstreifen ausmacht, also Action, spektakuläre Ausstattung, Humor und natürlich auch Liebe und Leidenschaft. Ein echter Klassiker und für mich zu Recht ganz weit oben in dieser TOP 5 – Liste.

TOP 1Die drei Musketiere (1973)

Mit weitem Abstand hat es aber doch eine andere Verfilmung auf Platz 1 geschafft. Natürlich muss hier „Die drei Musketiere“ von 1973 unter der Regie von Richard Lester genannt werden. Es handelt sich genaugenommen um zwei Filme (der zweite hieß „Die vier Musketiere), die beiden zur gleichen Zeit gedreht wurden, dann aber später aufgeteilt wurden. Erzählt wird die klassische Handlung des ersten Romans. An erster Stelle muss die exzellente Starbesetzung, zu der Michael York, Oliver Reed, Richard Chamberlain, Charlton Heston, Faye Dunaway, Raquel Welch und natürlich Christopher Lee gehören, erwähnt werden. Punkt zwei auf der Liste ist für mich die unglaublich gute Ausstattung der Filme. Hier ist nicht nur die Ausführung der Kostüme und die extrem aufwendigen Szenenbilder gemeint, sondern auch die Originalität und der Einfallsreichtum. Als Beispiel will ich hier das Integrieren von skurrilen Erfindungen und Konstruktionen dieser Epoche nennen. So gibt es ein drehbares Buchregal, das mechanische Karussell der Königin und das unglaubliche Schachspiel des Königs, bei welchem Hunde als Schachfiguren dienen. Auch alle Kampfszenen sind einzigartig inszeniert, mal auf einem Hof mit aufgehängter Wäsche, mal in einer Färberei, auf einem zugefrorenen See oder sogar nachts im Wald mit einer Art von barocken „Taschenlampen“.

Die Kämpfe werden auch völlig anders als in allen anderen Filmen ausgefochten. Sie sind viel gröber, mit schmutzigen Tricks und ohne die exakte Choreografie und Leichtigkeit, die man sonst gewohnt ist. Teilweise sind sie sogar brutal und oft fließt Blut. So wirkt das Ganze viel realistischer. Was manchmal stört ist der eigentlich gute Humor, der teilweise aber etwas zum Slapstick verkommt. Nach dem großen Erfolg der Filme gab es 1989 mit gleicher Besetzung die Verfilmung des zweiten Romans unter dem Titel „Die Rückkehr der Musketiere“, die aber leider nicht an die ersten beiden Streifen heranreichen konnte.

Honorable Mentions

Zum Schluss möchte ich noch einige Verfilmungen am Rande erwähnen…

Zum einen gibt es einen BBC-Serie mit dem Namen „Die Musketiere“, von der ich aber nur die erste Staffel (es gibt insgesamt 3 Staffeln) gesehen habe. Ich liebe hier vor allem die schwungvolle Titelmusik, die Handlung und Ausstattung sind allerdings nur sehr mittelmäßig, weshalb ich mich bisher nicht entschließen konnte, die 2. Staffel in Angriff zu nehmen.

Die letzte große Verfilmung unter der Regie von Wes Anderson von 2011 glänzte mit einem unglaublichen Staraufgebot (Christoph Waltz, Orlando Bloom, Mads Mikkelsen, Milla Jovovich und ja auch Til Schweiger!) und jeder Menge Special Effects, leider auch noch alles in 3D. Der Film war durchaus unterhaltsam (der Einfall mit dem Luftschiffkämpfen war schon cool), wird es aber wohl nie zu einem Klassiker schaffen.

Ja, auch der dritte Roman von Dumas wurde einige Male verfilmt, doch immer liefen diese Streifen unter dem Titel „Der Mann mit der eisernen Maske“. Ich möchte euch den Film aus dem Jahr 1998 von Randall Wallace empfehlen. Wieder wurden namhafte Schauspieler der Zeit zusammengetrommelt. Dazu gehörten Leonardo DiCaprio, Jeremy Irons, John Malkovich, Gérard Depardieu und Gabriel Byrne. Das Spiel dieses Films ist deutlich ernster als alle anderen Musketier-Verfilmungen, was aber gut zur Handlung passt. Bemerkenswert ist, dass tatsächlich die Uniformen und Kleidung angepasst wurden und der Mode zur Zeit von Ludwigs XIV. entsprechen (soweit ich das beurteilen kann). Leider fehlt es dem Film an Glanz und Höhepunkten.

Wer beim Lesen dachte: „…das schreit doch alles nach einem Musical!“, der sollte sich „The Three Musketeers“ von 1939 schnappen. Ein schwungvoller Musik-Film mit viel Witz und vermutlich als Parodie auf die erste Verfilmung von 1921 mit Douglas Fairbanks angelegt.

Und hier noch der legendäre Snack zum Film, „Lang wie ein Degen, süß wie eine Prinzessin“, mein Favorit aller Schoko-Riegel.

6 Kommentare zu „TOP 5 – Die 3 Musketiere“

  1. Hallo und alles Gute im neuen Jahr!

    Bin bei dem Ranking ganz deiner Meinung, besonders mit Platz 1, würde meinen es ist die beste Umsetzung des Thema´s und was bei vielen Verfilmungen nicht so der Fall war, hier kommt auch der Humor nicht zu kurz und es war eigentlich eine Trilogie:

    Die drei Musketiere von1973
    Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady von 1974
    Die Rückkehr der Musketiere von 1989

    Wobei Teil Zwei und Drei nicht mehr ganz an den ersten Teil anschliessten konnten, aber waren trotz allem für angenehme Unterhaltung gut!

    Gruss

    Heinz

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  2. Ich habe auch mal an ein Ranking gedacht. Der Film von 93 fiel noch in meine Kindheit, schien mir aber immer etwas lieblos wie die zahlreichen Billigproduktionen der letzten Jahrzehnte. Von der Triologie von Lester gefallen mir nur Teil 1 und 2, wobei es bei Teil 2 schon Logikprobleme gibt.
    Was Neues wäre mal eine realistische Verfilmung der Romanvorlage… Alles andere war m.W. schon da.

    Meine Lieblingsbeschäftigung mit dem Stoff (keine Romanverfilmung) ist „D’Artagnan’s Tochter“ – v.a. wohl weil ich ein Fan von Philippe Noiret bin.

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