Gettysburg-Tour / Teil 12

Mit diesem Bericht geht es nun ins große Finale, dem Infanterie-Angriff der Konföderierten am 3. Juli 1863, auch als „Pickett‘s Charge“ bekannt.

Der farbige Kreis auf dieser Karte des Gettysburg NP zeigt ungefähr das Gebiet, welches in diesem Bericht behandelt wird

Artillerieduell

Lee und seinen hochrangigen Kommandeuren war es sehr wohl bewusst, dass ein wichtiger Faktor für den Erfolg des geplanten Infanterieangriffs auf das Zentrum der Unions-Stellungen darin bestand, dass die konföderierte Artillerie in der Lage sein müsste, die Geschütze der Union auf dem Cemetery Hill und dem Cemetery Ridge zu neutralisieren. Dies würde von entscheidender Bedeutung sein, da die Infanterie über eine dreiviertel Meile offenes Feld überbrücken musste. Dieses Gelände besaß nur wenige Senken oder Anhöhen, um dort vorübergehend Schutz suchen zu können und somit wären die Angreifer feindlichem Geschützfeuer ausgesetzt, das während des Vormarsches ununterbrochen auf sie gerichtet wäre. Die vorbereitende Kanonade sollte außerdem die Unions-Infanterie demoralisieren und verhindern, dass Reserven an diese Front gebracht werden konnten.

Ein sekundäres Ziel bestand darin, die Infanterie beim Vorrücken aus nächster Nähe zu unterstützen, wozu auch Beschuss über die Köpfe der eigenen Truppen hinweg gehören würde. Dies würde auch bedeuten, dass die Batterien vor und an den Flanken der Infanterie vorrücken mussten. Vorzugsweise sollte das bis in Kartätschen-Reichweite, also rund 300 Meter vor die feindlichen Stellungen, erfolgen. Dieser Teil des Plans war mit Sicherheit am schwierigsten umzusetzen, würde aber die feindliche Linie in den letzten Minuten vor dem eigentlichen Angriff entscheidend schwächen. Diese 300 Meter vor den feindlichen Linien markierten natürlich auch umgekehrt die Zone, in der die Unions-Artillerie ihr Kartätschen einsetzen konnte. Um diese Zone zu durchqueren, würde die angreifende Infanterie vermutlich 5 bis 8 Minuten benötigen.

Die technische Planung des Bombardements der Konföderierten erfolgte auf zwei Ebenen Die erste betraf die Entscheidungen und die Führung auf Armee-Korps- und auf Bataillons-Ebene. Dazu gehörten die Zuweisung von Ressourcen sowie ihr Einsatz, um ein Höchstmaß an Konzentration und Wirksamkeit zu gewährleisten. Zudem musste die Zusammenarbeit der Batterien koordiniert und Zielprioritäten, Zeitpläne und die Munitionsversorgung ausgearbeitet werden. Die Planung auf der unteren Ebene durch die Batteriekommandeure umfasste die Identifizierung von Zielen, die Beurteilung von Entfernungen, die Auswahl des Munitionstyps, der Art des Zünders und des Feuers sowie der Feuerrate.

Karte mit der Position aller Geschütze während es großen Artillerie-Duells.

Geschütze

An diesem Morgen des 3. Juli 1863 befanden sich etwa 255 konföderierte Artilleriegeschütze auf dem Schlachtfeld, aber am Ende konnte nur maximal 161 Kanonen zumindest teilweise an dem Bombardement teilnehmen. Das hatte unterschiedliche Gründe. Zum einen waren einige Batterien mit dem Schutz der Flanken beauftragt oder als Reserve eingeteilt worden, zum anderen nahmen von den 28 Haubitzen auf dem Schlachtfeld aufgrund ihrer begrenzten effektiven Reichweite nur neun am Beschuss teil. Auch viele der sogenannten „Napoleons“ verfügten aufgrund ihrer glatten Läufe nicht über eine ausreichende Reichweite.

Die Geschütze waren voll aufmunitioniert worden, führten in der Protze und im Munitionswagen also rund 120 Schuss mit. Geht man von den erwähnten rund 160 konföderierten Geschütze aus, so betrug der gesamte Vorrat an Munition etwa 19.000 Schuss. Davon entfielen rund 80 Prozent auf Granaten oder Vollkugeln und nur jeweils 10 Prozent auf Kartätschen.

Oberst Porter Alexander, der für die Platzierung der Geschütze von Longstreets Korps verantwortlich war, kommandierte eine Geschützlinie von etwa siebzig Geschütze, die über eine knappe Meile, hauptsächlich entlang der Emmitsburg Road, verteilt war. Unmittelbar nördlich von Alexander befanden sich die Geschütze von Colonel Walker, dem Artilleriechef von Hills Korps. Seine Geschützlinie erstreckte sich über eine Länge von mehr als einer Meile, vom nördlichen Rand des Spangler Woods bis zur Fairfield Road. Die Artillerie des Korps Ewell, unter dem Kommando von Oberst Brown, verfügte über einundsiebzig Geschütze. Sie wurden in drei getrennten kleinen Gruppen eingesetzt. Die Beteiligung von Browns Geschützen an der Kanonade war jedoch im Vergleich zu den anderen Korps gering. Das lag zum großen Teil an der Verteilung der Geschütze in einem Bogen von über 5 Meilen Länge, von Seminary Ridge im Westen bis Oak Hill im Norden und von dort bis Benner’s Hill im Osten, wodurch viele Geschütze außerhalb von Reich- oder Sichtweite standen.

An der West Confederate Avenue reihen sich heute die Geschütze der Konföderierten auf, die damals am großen Bombardement teilnahmen.

Kanonade

Das Bombardement der Konföderierten vom 3. Juli, dass um etwa 13 Uhr begann, war wahrscheinlich das stärkste des gesamten Krieges. Die Geschütze feuerten 1,5 bis 2 Stunden auf einer Länge von rund 3,2 Kilometern ungefähr parallel zur Emmitsburg Road.

Trotz der Heftigkeit war das Feuer der konföderierten Geschütze größtenteils wirkungslos. Die Granaten schossen oft über die Linien der Infanterie hinaus – in einigen Fällen aufgrund minderwertiger Granatzünder, die die Detonation verzögerten – und der Rauch, der das Schlachtfeld bedeckte, verbarg diese Tatsache vor den Kanonieren. Man vermutet jedoch, dass das Überschießen der gegnerischen Linie zum Teil auch bewusst erfolgte, denn so wollte man vermutlich die Reservetruppen treffen und verhindern das diese die dünne Verteidigungslinie verstärken konnten. Ein weiterer Faktor für den Misserfolg des Bombardements war die fehlende Koordination zwischen den Batterien der verschiedenen Korps. Es gab für den Beschuss keinen Oberbefehlshaber und keinen exakt ausgearbeiteten Plan für die Kanonade. Zudem besaßen viele der häufig gemischten Batterien Geschütze, die gar nicht die Reichweite besaßen, um die Unionslinie erreichen zu können.

Dem Artilleriechef der Union, Brigadegeneral Henry Hunt, standen nur etwa 80 Geschütze zur Verfügung, um das Gegenbatteriefeuer durchzuführen. Er befahl deshalb, das Feuer einzustellen, um Munition für den gegnerischen Infanterie-Angriff zu sparen. Um dem Gegner zu täuschen wurde das Feuer nur nach und nach eingestellt, um den Eindruck zu erwecken, dass die Geschütze eines nach dem anderen zerstört worden waren.

Longstreet wollte vermeiden, den Angriff persönlich einzuleiten, und so instruierte er den jungen Colonel Alexander, er solle Pickett über den Zeitpunkt informieren, an welchem er den Vormarsch zu beginnen hatte. Das sollte geschehen, sobald seine Artillerie die Geschütze der Union effektiv zum Schweigen gebracht hatte. Schließlich teilte Alexander Pickett mit, dass ihm langsam die Munition ausging, und er sofort handeln muss, sollte seine Angriff noch durch eigene Artillerie unterstützt werden können. Pickett fragte Longstreet daraufhin: „General, soll ich vorrücken?“ Longstreet erinnerte sich in seinen Aufzeichnungen: „Der Versuch, den Befehl auszusprechen, scheiterte, und ich konnte es nur durch ein bestätigendes Nicken andeuten“.

Es gibt zwei Schilder für Johnsons Batterie bei Gettysburg. Beide liegen auf der Westseite der Stadt, an der West Confederate Avenue. Die Batterie wurde in Gettysburg von Hauptmann Marmaduke Johnson kommandiert.

Diese Reihe von Geschützen unmittelbar nördlich der Millerstown Road bildeten den Beginn der Batterie der Konföderierten im südlichen Abschnitt.

Artillerie der Union auf dem Cemetery Ridge.

Das Denkmal für Batterie K, 1. New York Light Artillery. Die Batterie war bis zum letzten Tag der Schlacht in Reserve. Auf dem Höhepunkt von Pickett’s Charge wurden die Geschütze im Galopp an die Front gebracht und in Linie aufgestellt. Sie bezogen Stellung nahe der Steinmauer, wo die konföderierte Infanterie versuchte diese zu überqueren, und eröffneten das Feuer. Sie feuerten 89 Schuss ab: 57 Vollkugeln, 15 Schrapnell und 17 Granaten, verteilt auf Gegenbatteriefeuer gegen konföderierte Artillerie und angreifende Infanterie. Nachdem der Angriff abgewehrt worden war, blieb die Batterie bis zum Morgen des 5. Juli in Position.

Das Denkmal für Batterie A, 1. Rhode Island Light Artillery (Arnold’s Battery). Das Artillerie-Duell vor dem Angriff der Konföderierten zerstörte eine Kanone im linken Abschnitt der Batterie und tötete drei Männer durch eine Granatexplosionen. Die Batterie hatte nach dem Duell keine weitreichende Munition mehr, sodass nur noch Kanister-Munition verblieb. General Hunt befahl daraufhin den Rückzug. Vier der einsatzfähigen Geschütze wurden zurückgezogen. Das fünfte, Geschütz wurde an die Steinmauer herangeschoben, um Kanister auf die herannahenden Rebellen abzufeuern.Diese Kanone verschoss die restlichen Kanister der Batterie. Der letzte Schuss wurde doppelt geladen und auf die Konföderierten abgefeuert, die bereits fast die Mauer erreicht hatten.

Das Denkmal für die Artillerie-Brigade des II. Korps. Hauptmann John G. Hazard kommandierte die Brigade in der Schlacht von Gettysburg.

Munition und Geschütze

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf die unterschiedlichen Geschütz- und Geschossarten eingehen, die auf dem Schlachtfeld von Gettysburg zum Einsatz kamen:

Geschossarten:

Vollkugeln:

Bei Geschützen mit glatten Rohren bestand das Vollgeschoss aus einer gusseisernen, massiven, Kugel. Für gezogene Kanonen wurde das längliche Geschoss im englischen „Bolt“ genannt. Vollkugeln wurden verwendet, um Mauern und Hauswände zu zerstören, gegen Befestigungsanlagen, im Gegenbatteriefeuer und gegen massierte Truppen. Diese Geschossart war präziser als andere Munitionstypen und hatte eine größere Reichweite. Auf hartem Untergrund gab es den zusätzlichen Vorteil möglicher Prallschüsse. Ein Prallschuss verlor erst nach dem dritten Abpraller an Letalität. Prallte er jedoch auf weichem Boden an einem Hang, so vergrub er sich dort und richtete meist keinen Schaden an.

Granaten:

Bei einer Granate oder „Shell“ (englisch), handelte es sich um ein hohles Eisengeschoss, das eine Ladung aus Schwarzpulver enthielt, welche durch einen Zünder zur Explosion gebracht wurde. Es gab zwei Arten von Granaten, die zeitgesteuerte Zündgranate und die Perkussionsgranate, die beim Aufprall explodierte. Im Gegensatz zum Schrapnell war bei der Granate die Außenhülle dick genug, um Erdwerke oder Holzgebäude zu durchdringen, bevor sie explodierte. Diese Geschossart eignete sich daher besonders im Einsatz gegen Truppen, die in Deckung oder in Wäldern eingesetzt wurden. Die kleine Ladung von nur einem halben Pfund Pulver in einer 12-Pfündergranate bedeutete jedoch, dass ihre Wirkung oft eher psychologisch als physisch war.

Kartätschen:

Bei der Kartätsche oder „Kanister“ (engl.), handelte es sich um Artilleriemunition für den Nahbereich, die auf eine Entfernung von 350 Metern oder weniger eingesetzt wurde. Der Kanister ähnelte einer großen Schrotpatrone, da er aus einem Zinnzylinder bestand, der an einem Treibspiegel befestigt und mit gusseisernem Schrot gefüllt war. Kanister für Rifle-Geschütze enthielten siebenundzwanzig Kugeln, in vier Reihen und in Sägemehl gebettet. Wie bei der Vollkugel war kein Zünder erforderlich. Sobald das Projektil den Lauf verließ, bewirkten der Druck der Ladung, dass sich der Kanister auflöste, so dass die Kugeln in einem immer größer werdenden Kegel nach vorne geschleudert werden konnten. Durch den relativ kleinen Kegel bei sehr kurzen Reichweiten, wurden bei unter 100 Metern doppelte Kartätschen geladen.

Schrapnell:

Ein Schrapnellgeschoss war eine hohle, gusseiserne Kugel gefüllt mit Musketenkugeln (achtundsiebzig für ein 12-Pfünder-Geschoss) und eingebettet in geschmolzenen Schwefel oder Harz. Da diese Geschosse in der Luft über oder zwischen Truppen explodieren sollten, anstatt sie zu durchdringen, war die äußere Hülle dünner als die einer Granate, und es wurde eine schwächere Ladung verwendet. Die Wahl des richtigen Zünders erwies sich als besonders schwierig, wenn es sich um Truppen handelte, die schnell vorrückten. Aufgrund dieser Schwierigkeit wurde diese Geschossart am besten gegen stationäre oder sich langsam bewegende Truppen eingesetzt.

Jedes dieser Geschosse war an einem Holzblock befestigt, der als “ Treibspiegel “ bezeichnet wurde und nach dem Abfeuern abfiel. Für die Rifle-Geschütze und 12-Pfünder-Haubitzen bestand das Geschoss aus einem Stoffbeutel, der die notwendige Ladung Schießpulver enthielt, wobei das Projektil ebenfalls an einem Treibspiegel befestigt war und alles zusammen eine Art „Patrone“ bildete.

Geschütztypen:

Glattläufige Kanonen:

Die häufigsten Geschütze zu Beginn des Krieges, wie die 12-Pfünder-Napoleon-Kanone, die eine hohe Feuerkraft und gute Präzision auf kurze Distanz bot.

Gezogene Kanonen:

Geschütze mit gezogenen Läufen, die den Geschossen eine höhere Präzision und Reichweite verliehen, wie das 3-Zoll-Ordnance-Rifle und die Parrott-Geschütze.

Mörser:

Kurze, dickwandige Geschütze, die zum Abfeuern von Granaten oder Bomben in einem hohen Winkel verwendet wurden, um Ziele hinter Deckungen zu treffen.

Haubitzen:

Kanonen mit einem höheren Rohrwinkel als Kanonen, die für den Einsatz von Granaten und Kartätschen optimiert waren.

Die Wahl des Geschützes und der Geschossart hing also von der Entfernung, dem Ziel und den taktischen Erfordernissen der jeweiligen Situation ab.

Vormarsch

Picketts Männer, die an diesem 3. Tag der Schlacht erstmals zum Einsatz kamen und die Führung des Angriffes übernehmen sollten, stammten fast ausschließlich aus Virginia, die Männer der anderen Divisionen aus North Carolina, Mississippi, Alabama, Virginia und Tennessee. Die unterstützenden Truppen unter Wilcox und Lang kamen aus Alabama und Florida. Der Tag war heiß und schwül, 31 °C nach einem Bericht, und die Infanterie der Konföderierten litt unter der Sonne und unter dem Beschuss der Unions-Batterien, während sie auf den Befehl zum Vormarsch wartete. Immer, wenn die Kanoniere der Union über die Köpfe der ersten Infanterie-Reihen hinweg schossen, trafen sie Soldaten, die in den Wäldern vom Seminary Ridge oder in den flachen Senken direkt hinter Alexanders Geschützen warteten, und verursachten so erhebliche Verluste, schon bevor der eigentliche Angriff begann.

Trotz Lees Wunsch auf einen frühen Start des Angriffes dauerte es den ganzen Vormittag, bis die Infanterie geordnet und in ihre Ausgangsposition gebracht worden war. Weder Lees noch Longstreets Hauptquartier hatten Pickett den Befehl gegeben, seine Division bei Tageslicht auf das Schlachtfeld zu führen, was entweder auf ein Missverständnis oder auf Longstreets Unwillen über Lees Plan zurückzuführen war. Die gesamte Truppe, die schließlich gegen 14 Uhr langsam in Stellung gebracht wurde, umfasste etwa 12.500 Mann. Die Angriffsformation bestand aus Pettigrew und Trimble auf der linken Seite sowie Pickett auf der rechten Seite. Die vordersten fünf konföderierten Infanteriebrigaden brachen gegen 15 Uhr zu dem an, was Amerikas berühmtester Angriff im Bürgerkrieg werden sollte. Innerhalb von weniger als fünf Minuten folgte ihnen die zweite Welle von vier Brigaden.

Im Allgemeinen war das von den angreifenden Brigaden überquerte Gelände eine offene Ebene zwischen den Seminary- und Cemetery Ridges, etwa 1.500 Meter an ihrer breitesten Stelle, dem Waldstreifen gegenüber dem „The Angel“. Das war auch ungefähr der Entfernung, die Pettigrews Männer, die als Erste den Angriffsmarsch begannen, zurücklegen mussten, um ihr Ziel zu erreichen. Ohne jegliche Hindernisse zu berücksichtigen und wenn man von gutem Gelände ausging, bei der eine Linienformation marschieren konnte, würde eine Einheit diese Strecke in rund achtzehn Minuten zurückgelegen können. Doch aufgrund des heißen Wetters, des leicht hügeligen Geländes, der Vielzahl an Zäunen, die es zu überqueren galt, sowie der Obstgärten in der Nähe der Bliss- und Codori-Farmen würden die Konferierten länger brauchen. Dazu kam die Notwendigkeit, ständig die Ausrichtung der Formation aufrechtzuerhalten und vor allem die Tatsache, dass sie unter Beschuss stehen würden, wodurch sich die Zeit, um die Unionslinie zu erreichen auf rund fünfundzwanzig Minuten verlängern würde.

Obwohl der Angriff im allgemeinen als „Sturmlauf“ bezeichnet wird, marschierten die Männer geordnet in einer Reihe und beschleunigten erst, als sie nur noch wenige hundert Meter entfernt vom Feind waren. Die insgesamt neun Brigaden erstreckten sich dabei über eine 1.600 m lange Front. Die Konföderierten sahen sich bei ihrem Vormarsch mit schwerem Artilleriebeschuss konfrontiert und wurden immer wieder durch Zäune auf ihrem Weg aufgehalten. Das Feuer der versteckten Artilleriestellungen von Oberstleutnant Freeman McGilvery nördlich von Little Round Top traf die rechte Flanke der Konföderierten, das Artilleriefeuer des Cemetery Hill traf die linke, während das Zentrum den Kanonen des II. Korps gegenüberstand. Die Artilleriereserve der Union stand unterdessen in einer zweiten Linie dahinter. Der Boden zwischen Seminary Ridge und Cemetery Ridge ist leicht hügelig, und so verschwanden die vorrückenden Truppen zeitweise aus dem Blickfeld der Unionskanoniere, während sie die fast dreiviertel Meile über offenes Feld vorrückten, um die gegnerischen Linien zu erreichen.

Als die drei konföderierten Divisionen vorrückten, begannen die wartenden Unionssoldaten zu rufen: „Fredericksburg! Fredericksburg! Fredericksburg!“ in Anspielung auf den katastrophalen Vormarsch der Union auf die Linie der Konföderierten während der Schlacht von Fredericksburg im Jahr 1862. Als die Konföderierten bis auf 400 Meter an die Unionslinie herangekommen waren, ungefähr dort, wo die Emmitsburg Road verläuft, veränderte sich der Beschuss von Artillerie-Granaten und Vollkugeln in Kartätschen und Musketenfeuer.

Zu diesem Zeitpunkt begannen der Zusammenhalt und die Moral der konföderierten Einheiten zu bröckeln. Die letzte Deckung vor dem Erreichen der Unionslinien lag rund 300 Meter davor, in der Senke der Emmitsburg Road. Tausende von Konföderierten warfen sich dort zu Boden und weigerten sich, weiter vorzurücken. Viele ergaben sich nach der Schlacht hier den Unionstruppen.  Durch diesen Umstand sowie die Verluste durch den heftigen Beschuss, machte nur rund ein Drittel der ursprünglichen Truppe den letzten Angriff mit und die ursprüngliche Angriffslinie war bei Erreichen der gegnerischen Front auf weniger als eine halbe Meile geschrumpft.

Blick vom Cemetery Hill zur West Confederate Avenue in Richtung des Virginia Denkmals.

General Robert E. Lee sitzt auf diesem Denkmal auf seinem Lieblingspferd Traveler. Die Statue wurde vom Bildhauer Frederick Sievers anhand von Fotografien und Masken des Generals geschaffen.

Longstreet gibt Pickett die Erlaubnis für den Angriff.

In der Entfernung erkennt man links neben der roten Codori Farm die Reihe der Denkmäler der Union, welche die Verteidigungslinie am 3. Juli nachzeichnen.

Angriff

Für diesen letzten Teil des Angriffs über das offene Gelände ist es am besten, den Vormarsch in zwei Teilen zu betrachten – den nördlichen Angriff von Pettigrews und Trimbles Divisionen und den südlichen von Pickett.

Ereignisse auf der linken Flanke / Norden

Auf der linken Flanke des Angriffs wurde Brockenbroughs Brigade durch Artilleriebeschuss vom Cemetery Ridge aus gestoppt und schließlich zurückgeworfen. Sie war außerdem einem überraschenden Musketenfeuer des 8. Ohio-Infanterieregiments ausgesetzt. Die 160 Mann aus Ohio, die in einer einzigen Linie feuerten, überraschten Brockenbroughs Männer so sehr, dass sie in Panik gerieten und in Richtung Seminary Ridge zurückfluteten, wo sie Trimbles Division durchbrachen und viele seiner Männer mit in die Flucht rissen.  Das 8. Ohio absolvierte nun einen Flankenangriff auf die Brigade Davis, welche die linke Flanke von Pettigrews Division bildete. Sie wurden außerdem von den 1st Massachusetts Sharpshooters sowie den 108. und 126. New Yorkern unterstützt, wobei erstere von Sherrills Brigade, letztere von Smyths  stammten.

Die Überlebenden waren zunehmendem Artilleriebeschuss vom Cemetery Ridge ausgesetzt. Während des Angriffs wurden mehr als 1.600 Schuss auf Pettigrews Männer abgefeuert. Aus all diesen Gründen drang dieser Teil des Angriffs nie viel weiter als bis zum letzten Zaun an der Emmitsburg Road vor. Zu diesem Zeitpunkt waren die Konföderierten nahe genug, um von der Artillerie mit Kartätschen beschossen zu werden. Zudem eröffnete die Division Hay ein sehr effektives Musketenfeuer hinter einer 260 Meter langen Steinmauer, wobei die Division bis zu vier Mann tief stand und die Schützen beim Schießen die Plätze tauschten und sich zum Nachladen zurückzogen.

Trimbles Division, bestehend aus zwei Brigaden folgte Pettigrews Männern, wobei sie jedoch nur langsam vorrückten. Verwirrende Befehle von Trimble führten dazu, dass die Brigade Lane nur einige ihrer North Carolina-Regimenter nach vorne schickte. Erneutes Feuer des 8. Ohio und der Beschuss durch Hays‘ Schützen verhinderten, dass die meisten dieser Männer die Emmitsburg Road passieren konnten. Die North Carolina-Brigade unter der Führung von Oberst Lowrance begann ihren Vormarsch mit erschreckend wenig Soldaten, denn sie hatte am 1. Juli fast zwei Drittel ihrer Männer verloren. Auch sie wurden zurückgedrängt, wobei Lowrance verwundet wurde. Doch auch die Verteidiger der Union erlitten Verluste, doch Hays ermutigte seine Männer, indem er unmittelbar hinter der Schlachtlinie hin und her ritt und rief: „Hurra! Jungs, wir machen ihnen die Hölle heiß!“, wobei unter ihm zwei Pferde erschossen wurden.

Trotz allem gelang es dem 11. Mississippi der Brigade Davis nahe der Brain Farm kurzzeitig die Linie der Union zu durchbrechen. Das Regiment war hier jedoch einem äußerst heftigen Musketen- und Artilleriefeuer ausgesetzt, das die ohnehin schon ausgedünnten Reihen so stark reduzierte, dass jeder weitere Versuch, die Stellung einzunehmen, aussichtslos war, und es nichts anderes blieb, als sich zurückzuziehen.

Die Infanterie erreicht die Emmitsburg Road.

Blick hinauf zur Brian Farm. Ganz rechts untern den Bäumen und hinter dem Zaun versteckt, erkennt man das Denkmal für das 11. Mississippi, welches den Ort markiert, wo das Regiment die Unionslinie durchbrochen hat.

Das Denkmal in Gettysburg für das 8. Ohio Volunteer Infantry Regiment befindet sich am südlichen Rand von Gettysburg an der Steinwehr Avenue.

Dort, wo das Stadtgebiet von Gettysburg an der Emmitsburg Road endet, steht das einsame Monument des 8th Ohio Volunteer Infantry Regiments. Weit vorn positioniert und von der Unionslinie isoliert, beobachteten die Männer des 8th Ohio Infantry Regiments, wie über 13.000 Konföderierte auf sie vorrückten.

Ereignisse auf der rechten Flanke / Süden

Auf der rechten Flanke überquerten Picketts Männer aus Virginia die Emmitsburg Road und schwenken hier teilweise nach links, um nach Nordosten vorzurücken. Sie marschierten in zwei Treffen, angeführt von den Brigaden Kemper auf der Rechten und Garnett auf der Linken, wobei die Brigade Armistead dicht dahinter folgte. Als die Division nach links schwenkte, war ihr rechter Flügel durch Beschuss vom Cemetery Ridge ausgesetzt. Auf der rechten Seite rückten die 13. und 16. Vermont US-Brigade Stannard vor, um Garnett und Kemper in der Flanke zu nehmen, als diese sich Cemetery Ridge näherten. Sie feuerte einige Salven in den Rücken von Kempers Brigade und zwangen das 8., 11. und 24. Virginia Regiment, sich ihnen zuzuwenden, wodurch sie schließlich den Angriff abbrechen mussten.

Etwa zu dieser Zeit wurde Hancock, der seit dem konföderierten Artilleriebeschuss zu Pferd unterwegs gewesen war, von einer Kugel verwundet, die den Sattelknauf traf, wodurch sein rechter Oberschenkel durch Holzsplitter und einen großen verbogenen Nagel verletzt wurde. Trotz der schmerzhaften Verwundung verweigerte er einen Transport nach hinten, bis die Schlacht entschieden war.

Während Picketts Männer vorrückten, waren sie zunächst dem Feuer der Brigade Stannard, dann von Harrow und schließlich der Brigade Hall ausgeliefert. Letztendlich näherten sie sich einem kleinen Vorsprung im Zentrum der Union, einer niedrigen Steinmauer, die hier einen rund 80 Meter langen, rechten Winkel bildete, der später als „The Angle“ bekannt wurde. Diese Mauer wurde von der Philadelphia-Brigade unter Brigadegeneral Webb verteidigt. Webb hatte hier die beiden verbliebenen Geschütze der Batterie A, der 4. US-Artillerie, unter Leutnant Cushing in der Mitte seiner Linie an der Steinmauer platziert, die zusammen mit den 69. und 71. Pennsylvania-Regimentern seiner Brigade die Position verteidigten.

Blick von der Emmitsburg Road in Richtung „The Angle“ (der große Baum). Dieses Foto vermittelt gut das ansteigende Gelände und die vielen Zäune, die den Angriff damals erschwerten.

„The Angle“ war das Ziel von Picketts Angriff am 3. Juli 1863, dem letzten Tag der Schlacht. Unionssoldaten des Zweiten Korps unter Generalmajor Winfield Hancock verteidigten die Mauer am 3. Juli. Konföderierte Truppen unter der Führung von Brigadegeneral Lewis Armistead durchbrachen die Linien und überquerten die Mauer westlich des „Copse of Trees“. Viele betrachten dieses Ereignis als den Höhepunkt (High Water Mark) der militärischen Aktionen der Konföderierten im Amerikanischem Bürgerkrieg. Dieses und die zwei nachfolgenden Bilder zeigen die Annäherung an „The Angel“.

Beim Angriff auf „the Angel“ ruft Armistead seinen Männer zu: „Give Them The Cold Steel Boys“.

Direkt am “The Angle” steht das Denkmal für das 71. Pennsylvania Volunteer Infantry Regiment. Das 71. war auch als „California Regiment“ bekannt, da es ursprünglich von Bürgern an der Westküste gesponsert und finanziert wurde. Acht Kompanien der Einheit besetzten am 3. Juli die vordere Steinmauer, während die übrigen beiden Kompanien sich an der hinteren Mauer des befanden. Das Regiment hielt seine Stellung während des Sperrfeuers vor dem Angriff und bis Picketts Männer in Schussweite der Mauer waren. Doch zu diesem Zeitpunkt entschieden die meisten der acht Kompanien, dass die Position nicht gehalten werden könne, und zogen sich zurück. Sie taten dies in guter Ordnung und formierten sich ein kurzes Stück den Hügel hinauf in einer Reihe. Das Regiment setzte den Kampf von dort aus fort und erlitt schwere Verluste. Verstärkungen der Union strömten von allen Seiten herbei, und die wenigen Konföderierten, die die Mauer überquert hatten, erhielten keine weitere Hilfe. Schließlich stürmte das 71. Regiment auf seine ursprüngliche Position vor, woraufhin Picketts Angriff blutig endete.

Die Kanone und der Munitionswagen in diesem Bild sind heute Teil des Denkmals für die Batterie A, 4. United States Artillery. Die Batterie wurde von dem Medal of Honor-Träger Alonzo Cushing kommandiert.

4. United States Artillery, Batterie A, „Cushings Batterie“. Leutnant Alonzo Cushing kommandierte die Batterie bei Gettysburg. Er wurde auf dem Höhepunkt von Picketts Angriff tödlich verwundet. Sergeant Frederick Fuger übernahm die Batterie, als Cushing fiel.

Das Denkmal für Brigadegeneral Alexander Webb. Kurz vor Gettysburg übernahm er das Kommando über die 2. Brigade von Gibbons Division und übernahm das Kommando über die Verteidigung am „Copse of Trees “ während Pickett’s Charge, wo er leicht verwundet wurde.

Das Denkmal für das 26. North Carolina in der Nähe von „The Angle“. Obwohl das Regiment am 1. Juli bei seinem erfolgreichen Angriff auf Merediths Iron Brigade fast vernichtet wurde, beteiligte es sich am Nachmittag des 3. Juli am „Picketts-Charge“. Das Regiment rückte unter massivem Artillerie- und Musketenbeschuss bis auf zehn Schritte an die Steinmauer vor. Der letzte Fahnenträger des Regiments, begleitet von einem Sergeanten, trug die Fahne des 26. den Hang hinauf zur Steinmauer, die vom New Jersey-Regiment verteidigt wurde. Aus Respekt für ihren Mut hielten die Männer aus Jersey das Feuer zurück und halfen ihnen, über die Mauer in Sicherheit zu gelangen. Die Geschütze über dem Denkmal gehören zur Battery A 1st Rhode Island Light Artillery (Arnold’s Battery).

Durch den heftigen Angriff der Konförderierten bildeten sich schließlich auf der rechten Flanke des Angriffs zwei Lücken in der Linie der Union. Der Kommandeur des 71. Pennsylvania hatte seinen Männern den Rückzug befohlen, als die Konföderierten „The Angle“ zu nahegekommen waren. Südlich des „Copse of Trees“ ließen sich die Männer des 59. New York Regiments unerklärlicherweise zurückfallen. An dieser Position stand nur noch Captain Cowan mit seiner 1. New York Independent Batterie dem angreifenden Gegner gegenüber.  Cowan befahl den fünf Geschütze gleichzeitig Doppelladungen abzufeuern, wodurch die gesamte konföderierte Linie vor ihm niedergestreckt wurde. Die Lücke, die das 71. Pennsylvania Regiment hinterlassen hatte, sorgte jedoch für eine weit ernstere Situation. Nur rund eine Handvoll verbliebener Männer des der 71. Regimentes sowie das 69. Pennsylvania und zwei Geschütze standen hier den fast 3.000 Männer der Brigaden Garnett und Armistead gegenüber, die jetzt begannen, die Steinmauer zu überqueren. Die Iren des 69. Pennsylvania leisteten heftigen Widerstand durch Gewehrfeuer, aber auch mit Bajonetten und Fäusten. Webb schickte nun das 72. Pennsylvania Zouaven-Regiment nach vorn, wo es half, die Lücke in der Linie zu schließen. Während des Kampfes gelang es den Konföderierten die beiden verbliebenen Unions-Geschütze zu erobern und auf den Gegner auszurichten. Sie konnten jedoch die Kanonen nicht abfeuern., da es an Munition fehlte.

Die nun vorrückenden Unions-Soldaten überwältigten schließlich die konföderierten Truppen und der Angriff brach zusammen. Da die Union jeden ranghohen konföderierten Offizier der vordersten Einheiten getötet hatte, gab es keinen Kommandeur, der die Truppen geordnet zurückzuziehen konnte, was schließlich zu einer wilden Flucht führte.

Der Infanterieangriff der Konföderierte hatte weniger als eine Stunde gedauert. Der Unterstützungsangriff von Wilcox und Lang auf Picketts rechter Flanke spielte dabei keine Rolle, da dieser sich der Unionslinie erst näherte, nachdem Pickett besiegt worden war.

Das Denkmal für die 1. New York Independent Battery. Hauptmann Andrew Cowan führte die Batterie in der Schlacht von Gettysburg. Die Einheit bestand aus 113 Männer, die sechs Ordnance Rifles bedienten.

Armistead rief: “Come forward, Virginians! Come on, boys, we must give them the cold steel! Who will follow me?“

Das Denkmal des konföderierten Brigadegenerals Lewis Armistead. Er führte seine Männer über die Steinmauer und durchbrach vorübergehend die Unionslinie. Armistead wurde hier tödlich verwundet und seine Männer zurückgedrängt, gefangen genommen oder getötet.

Das Denkmal “High Water Mark”. Es ist in Form eines großen Buches gestaltet, das zwei Seiten zeigt, auf denen die Einheiten beider Seiten aufgeführt sind, die am Angriff am 3. Juli 1863 teilnahmen.

 Auf der Tafel an der Vorderseite kann man folgende Inschrift lesen: “Commands Honored. In recognition of the patriotism and gallantry displayed by their respective troops who met or assisted to repulse Longstreet’s Assault the following states have contributed to erect this tablet: Maine, New Hampshire, Vermont, Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, New York, New Jersey, Delaware, Pennsylvania, West Virginia, Ohio, Michigan and Minnesota.”

Ende

Als die Soldaten entlang des Seminary Ridge zu den konföderierten Linien zurückkehrten, fürchtete Lee eine Gegenoffensive der Union und versuchte, sein Zentrum zu sammeln, wobei er den zurückkehrenden Soldaten und Wilcox sagte, das Scheitern sei „ganz meine Schuld“. Pickett war den Rest des Tages untröstlich und verzieh Lee nie, dass er den Angriff befohlen hatte. Als Lee Pickett aufforderte, seine Division für die Verteidigung zu mobilisieren, soll Pickett geantwortet haben: „General, ich habe keine Division mehr.“

Die Gegenoffensive der Union kam jedoch nicht. Die Potomac-Armee war am Ende der drei Schlachttage erschöpft und fast ebenso dezimiert wie die Armee von Nord-Virginia. Meade war zufrieden damit, die Stellung zu halten. Die Konföderierten hatten die wohl größte Niederlage seit Beginn des Bürgerkriegs erlitten. Nur die Hälfte der Männer, die am Angriff teilgenommen hatten, schafften es zurück zu den eigenen Linien. Insgesamt 23 Fahnen wurden von der Union erbeutet, mehr als die Konförderierten vorher im gesamten Verlauf des Krieges verloren hatten.

Am 4. Juli gab es einen informellen Waffenstillstand, der es den beiden Armeen ermöglichte, ihre Toten und Verwundeten einzusammeln. Unterdessen nahm Generalmajor Ulysses S. Grant die Kapitulation der Vicksburg-Garnison entlang des Mississippi entgegen, was die Konföderation in zwei Hälften teilte. Diese beiden Siege der Union, Gettysburg und Vicksburg gelten allgemein als Wendepunkt des Amerikanischen Bürgerkriegs.

Verluste

Während die Union etwa 1.500 Tote und Verwundete zu beklagen hatte, lag die Verlustrate der Konföderierten bei über 50 Prozent. Picketts Division verzeichnete 2.655 Mann an Verlusten. Pettigrews Verluste werden auf etwa 2.700 geschätzt. Trimbles zwei Brigaden verloren 885 Mann. Wilcox‘ Brigade meldete Verluste von 200 Mann, Lang etwa 400 Mann. So betrugen die Gesamtverluste während des Angriffs 6.555 Männer.

Auch unter den Befehlshabern des Angriffs waren die Verluste hoch. Trimble und Pettigrew waren die ranghöchsten Opfer des Tages. Trimble verlor ein Bein, und Pettigrew erlitt eine leichte Handverletzung. In Picketts Division zählten 26 der 40 höheren Offiziere zu den Verlusten, wobei zwölf getötet oder tödlich verwundet, neun verwundet, vier verwundet und gefangene sowie einer gefangen wurde. Alle seine Brigadekommandeure fielen im Angriff. Kemper wurde schwer verwundet, von Unionssoldaten gefangen genommen, gerettet und dann während des Rückzugs nach Virginia erneut gefangen genommen. Garnett und Armistead wurden beide getötet. Garnett hatte bereits eine Beinverletzung und ritt während des Angriffs sein Pferd, obwohl er wusste, dass das Reiten eines Pferdes unter schwerem feindlichem Feuer den sicheren Tod bedeuten würde.

Armistead, berühmt dafür, seine Brigade beim Angriff mit dem Hut auf der Schwertspitze geführt zu haben, kam mit seinen Männern der Linien der Union am nächsten. Er wurde tödlich verwundet, stürzte in der Nähe von „The Angle“ an dem heutigen „High Water Mark“ der Konföderation und starb zwei Tage später in einem Unionskrankenhaus. Ironischerweise standen die Unionssoldaten, die Armistead tödlich verwundeten, unter dem Kommando seines alten Freundes Winfield Scott Hancock, der selbst schwer verwundet wurde. Seinem letzten Wunsch entsprechend übergab Longstreet Armisteads Bibel und andere persönliche Gegenstände an Hancocks Frau Almira.

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