Bei meinem nunmehr dritten Besuch des Hadrianswalls konnte ich einen Blick in das (zumindest für mich) „neue“ Roman Army Museum“ werfen. Mein letzter Besuch lag schon mehr als 25 Jahre zurück und natürlich hatte sich das Konzept und die Präsentation mittlerweile vollständig geändert. Aus dem damals sehr improvisierten Museum ist eine moderne Ausstellung geworden.






Roman Army Museum
Die Ausstellungsräume des Museums erzählen die Geschichte des römischen Soldaten, von der Gesamtperspektive im römischen Reich bis hin zum Alltag an der Grenze. Man startet den Rundgang mit einem dem 20-minütigem Film „Edge of Empire – The Eagles Eye“, der an Hand des fiktiven Legionärs Aquila, den damaligen Situation an der römischen Grenze darstellt. Durch Aufnahmen in Vogelperspektive, Computer-Animation und nachgestellte Szenen erhält man eine Vorstellung vom damaligen Leben an der Grenze.








In den Vitrinen sind Objekte aus der Vindolanda Sammlung sowie detailgetreue Nachbildungen zu sehen. In der Galerie „Römische Armee und ihr Reich“ erfährt man anhand audiovisueller Darstellungen etwas über die Struktur der römischen Armee und die Expansion des Reiches. In einer Art Rekrutierungszelt, versucht Centurion Africanus, den Besucher für die römische Armee zu gewinnen. In einem anderen Raum geht es thematisch um den Hadrianswall und um Kaiser Hadrian selbst.









Sehr gelungen war vor allem die Ausstellung in der Galerie drei, die den Alltag an der Grenze sowie das Leben im Kastell Magna, einschließlich Ausbildung, Religion und Freizeit zeigt. Neben Texttafeln und Ausstellungsstücke wird immer wieder durch kleine Filmszenen erläutert, was die täglichen Aufgaben eines Legionärs waren.
Neben Wachdiensten, Training und Märschen mussten die Truppen sicherstellen, dass Waffen und Ausrüstung gewartet, Tiere gefüttert und getränkt, Feldfrüchte bestellt, Werkzeuge geschärft und Kasernen sauber gehalten wurden. Jenseits der Festungsmauern mussten Marschlager errichtet, Gräben ausgehoben und Befestigungen errichtet werden. Auch der Bau und das Instandhalten von Straßen sowie die Überwachung und Kontrolle von Einheimischen auf beiden Seiten der Grenze gehörte zu den Aufgaben.












Kastell Magna
Das Roman Army Museum, grenzt unmittelbar an eine aktive Ausgrabungsstätte. Hier lag einst das Kastell Magna.
Das römische Kastell Magna entstand bereits vor dem Bau des Hadrianswalls, etwa im Jahr 85 n. Chr., und diente der Sicherung des strategisch wichtigen Knotenpunkts von Maiden Way und Stanegate Road.






Derzeit wird die Stätte im Rahmen eines auf fünf Jahre angelegten archäologischen Projekts untersucht, bei dem sowohl die Befestigungsanlagen des Kastells als auch die Auswirkungen des Klimas auf die im Boden verborgenen archäologischen Überreste erforscht werden. Zu den jüngsten Funden zählen antike römische Schuhe sowie ein seltener römischer Kopf aus orangefarbener Terrakotta.

Prima toll!!!!!
Was für ein hervorragender Beitrag! Ich bin vor zwei Jahren entlang des Walls gewandert und habe jede Minute davon genossen!
Tolle Fotos!
Das gilt auch für Caerleon und Caerwent in Wales – beide sind einen Besuch wert!
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