Nach meinem Bericht zur ersten Schlacht der Rosenkriege, der ersten Schlacht von St Albans, folgt heute nun eine kleine Abhandlung zur letzten Schlacht der Rosenkriege, der Schlacht von Stoke Field im Jahr 1487. Mein Besuch dieses Schlachtfeldes liegt schon einige Jahre zurück. Im Jahr 2014 habe ich mit ein paar Freunden und den Perry Brüdern dem Anwesen von Stoke Hall und Wargames Foundry einen Besuch abgestattet. Nach dem Essen in Stoke Hall dort gab es netterweise einen kleinen Rundgang unter der Leitung von Diane Ansell über das nahegelegene Schlachtfeld.

Das Schlachtfeld
Das Dorf East Stoke, der River Trent und der Fosse Way bilden die natürlichen Grenzen zum Schlachtfeld Der Trent schlängelt sich nach Osten und die antike römische Straße, der Fosse Way, verläuft von Exeter nach Lincoln. Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind die Humber Lane, eine alte Straße, die durch die Mitte verläuft und das Schlachtfeld in zwei Hälften teilt, sowie ein bewaldetes Gebiet namens Stoke Wood, das heute einen steilen Abhang bedeckt.

Der Fluss Trent bildet hier eine Aue, die sie auf drei Seiten umschließt. An diesem Punkt ist der Fluss nur eine einen Kilometer vom Dorf East Stoke entfernt.

Der Stoke Wood (links der Waldrand) liegt am Abhang zwischen der Fluss-Aue des Flusses Trend und den Weiden auf dem Plateau.

Der Eingang zur St Oswald’s Church.

Schlacht von Stoke Field
Die Schlacht von Stoke Field am 16. Juni 1487 gilt als die letzte große Schlacht der Rosenkriege. Bei Stoke-on-Trent in Nottinghamshire traf das Heer des Hauses Lancaster unter König Heinrich VII. Tudor auf eine von irischen und deutschen Söldnern verstärkte Armee der Yorkisten. Mit dem Ausgang der Schlacht wurde der letzte ernsthafte Versuch beendet, Heinrichs Anspruch auf den englischen Thron zu stürzen.
Auslöser des Konflikts war der junge Lambert Simnel, der von den Yorkisten als angeblicher Edward, Earl of Warwick, ausgegeben wurde. Der echte Warwick, ein Neffe König Eduards IV., saß zu dieser Zeit jedoch im Tower of London. Simnel selbst war vermutlich der Sohn eines einfachen Klerikers und hatte keinerlei legitimen Anspruch auf die Krone. Hinter ihm standen jedoch mächtige Gegner Heinrichs, allen voran John de la Pole, Earl of Lincoln, ein enger Verwandter des Hauses York.

Die St Oswald’s Church steht am Rand des Schlachtfeldes. Die ursprüngliche Struktur stammt aus dem 13. oder 14. Jahrhundert, wurde jedoch 1738 weitgehend umgebaut und 1873 durch eine Restaurierung des Chors erneuert.



In der Kirche gibt es einige Text und Bildtafel zur Schlacht von Stoke Field.

Der Steinsärge und Grabsteine des Friedhofes stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Im Frühjahr 1487 landeten Lincoln und Simnel mit einer Armee in Irland. Dort wurde Simnel zum König ausgerufen und gekrönt. Anschließend segelte das Heer nach England. Verstärkt wurde es durch rund 2.000 deutsche und schweizerische Söldner, die von Martin Schwarz, einem erfahrenen Hauptmann aus Deutschland, geführt wurden. Zusammen mit irischen Truppen und englischen Yorkisten marschierte die Armee nach Osten, um Heinrich VII. zum Kampf zu zwingen.
Heinrich reagierte umgehend. Er sammelte seine Truppen und zog dem Gegner entgegen. Am 16. Juni 1487 trafen die beiden Armeen bei Stoke Field aufeinander. Die Yorkisten besetzten eine günstige Anhöhe und konnten von dort aus den Angriff der königlichen Armee zunächst abwehren. Besonders die irischen Kämpfer und die deutschen Söldner leisteten erbitterten Widerstand.




Der lokalen Legende nach wurde diese steile Schlucht „Red Gutter“ (oder manchmal „Bloody Gutter“) genannt, weil sie rot vom Blut von Tausenden gefallener Soldaten gewesen sein soll. Die rote Farbe der Erde dort hat aber natürlich geologische Gründe und besteht aus rotem Lehm.


Die Schlacht entwickelte sich zu einem äußerst blutigen Nahkampf. Heinrichs Truppen waren zahlenmäßig überlegen und konnten nach und nach die Flanken des Gegners unter Druck setzen. Die Yorkisten kämpften jedoch weiter. Schließlich wurde ihre Stellung überrannt. John de la Pole fiel im Kampf, ebenso zahlreiche seiner Anhänger. Die Verluste der Yorkisten waren enorm, Schätzungen gehen von mehreren Tausend Toten aus.



Der Burrand Bush Stone am Burham Hill ist ein kleiner Gedenkstein, der darauf hinweist, wo Heinrich VII. Berichten zufolge nach der Schlacht von Stoke Field am 16. Juni 1487 sein königliches Banner aufstellte.


Blick über die Weide auf dem Plateau.

Der Battle of Stoke Memorial Stone.
Lambert Simnel geriet nach der Niederlage in Gefangenschaft. Heinrich VII. behandelte ihn überraschend milde. Anstatt ihn hinrichten zu lassen, nahm er ihn in seinen Haushalt auf und ließ ihn später als Küchenjungen arbeiten. Damit machte Heinrich deutlich, dass von dem jungen Simnel selbst keine wirkliche Gefahr ausging. Der echte Earl of Warwick wurde dagegen weiterhin im Tower gefangen gehalten, ein Umstand, der Heinrichs Herrschaft noch Jahre später beschäftigen sollte.
Mit dem Sieg von Stoke Field war der letzte große militärische Versuch der Yorkisten gescheitert, Heinrich VII. zu stürzen. Die Schlacht wird deshalb häufig als „letzte Schlacht der Rosenkriege“ bezeichnet. Zwar kam es auch danach noch zu Aufständen und Thronprätendenten, doch Stoke Field markierte das Ende des großen bewaffneten Widerstands gegen die Herrschaft der Tudors.
Der Sieg stärkte Heinrichs Position erheblich. Die Tudor-Dynastie, die erst wenige Jahre zuvor mit Heinrichs Sieg über Richard III. bei Bosworth auf den englischen Thron gelangt war, hatte sich endgültig gegen ihre yorkistischen Gegner durchgesetzt. Die Rosenkriege waren damit praktisch beendet und England trat unter den Tudors in eine neue Epoche ein.

Das Buch zur Schlacht.

Heute gibt es auch einen schönen Battlefield-Trail mit einige Schautafeln.