Die Vier Federn – IM SUDAN

Unglaubliche 7 Mal wurde der Roman „Die Vier Federn“ von Alfred Edward Woodley Mason verfilmt. Zuletzt 2002 unter der Regie von Shekhar Kapur. Herausragend ist für mich allerdings der Film von Zoltan Korba aus dem Jahre 1939.

Den Hintergrund der Geschichte bildet der Sudan -Feldzug von 1896 bis 1898 und die Eroberung von Omdurman durch die Britischen Truppen. Der junger britischer Offizier Harry Feversham entschließt sich seinen Militärdienst zu quittieren, kurz bevor seine Einheit in den Sudan verlegt wird, um dort den Mahdi-Aufstand niederzuschlagen. Freunde und Verlobte wenden sich von ihm ab und überreichen ihm als Zeichen der Verachtung weiße Federn, die als Symbol für Feigheit gelten. Um seine Ehre wieder herzustellen, reist Harry in den Sudan, um dort, als Aufständischer verkleidet, seine Freunde zu finden und ihnen die Feder zurückzugeben. Im Laufe seiner Reise wird er in Kämpfe verwickelt und schließlich gefangengenommen. Bei der Eroberung von Omdurman führt er eine Gefangenrevolte an und hilft so den britischen Truppen die Stadt einzunehmen…Happy End.

Das außergewöhnliche am Spielfilm von 1939 ist sicher nicht die Geschichte oder die Leistung der Schauspieler, sondern vielmehr seine Ausstattung. Der Film wurde an Originalschauplätzen gedreht und war mit vielen  Originalrequisiten versehen.

Als die Filmcrew im Sudan eintrifft, wird sie von der dort stationierten britischen Armee betreut. Die Garnison von Khartoum bestand zu dieser Zeit aus dem East Surrey Regiment, das außerhalb der Stadt in Zelten lagerte. Die Hauptdarsteller und Hauptverantwortlichen des Films verbrachte ihre Freizeit in der Offiziersmesse, während die Nebendarsteller mit der Unteroffiziersmesse vorlieb nehmen mussten.

Eine großer Teil der Sudan Defence Force Mounted Infantry und einige Hundert Beja vom Stamm der Hadendowa, die extra mit der Eisenbahn aus dem Ostsudan herbeigeschafft worden waren, lagerten ebenfalls vor den Toren vor Karthoums. Die Hadendowa verwendeten im Film ihre eigenen kaskara Schwerter und nicht irgendwelche Theaterwaffen aus dem Fundus. Oft sah man die jungen Krieger am Boden sitzen und ihre Schwerter schärfen, als gelte es einen zweiten Mahdiaufstand zu proben. Während der Filmaufnahme schossen die britischen Soldaten mit kleinen Steinsplittern auf die Stammeskrieger! Ihre Verletzungen wurden dann vom Medical Corps mit Jod behandelt. Den Hadendowa schien das nicht das Geringste auszumachen, vor allem, weil sie für diesen Beschuss vorher einen extra Bonus ausgehandelt hatten.

Auch die Soldaten des East Surrey Regiments wurden im Film als Statisten verwendet. Für die Aufnahmen sollten sich die Soldaten einen Schnurbart wachsen lassen. Der Regisseur versprach als Ansporn demjenigen 1 Pfund, der sich den größten Bart wachsen ließ. Am Tag der Entscheidung erschienen nun einige Sergeanten und Soldaten mit wunderbaren Schnurrbärten im Stil von General Kitchner. Doch Zoltan durchschaute schnell die Täuschung und riss die Bärte herunter. Die Männer hatten sich von Maskenbildern der Filmcrew falsche Bärte anfertigen lassen. Die Soldaten der Sudan Defence Force entledigten sich während der Filmaufnahmen ihrer Uniformen und schlüpften in die einfachen Kleider der „Dervische“. Sie ritten auf Mauleseln, Pferden und Kamelen, schrien wild und schwenken ihre Schwerter und Gewehre wie verrückt, während sie, in eine dichte Staubwolke gehüllt, ihren Angriff über den steinigen Wüstenboden vortrugen.

In einigen Filmszenen wurden das alte Kanonenboot Melik, sowie der Schaufelraddampfer Zaphir, die beide während des Feldzuges und bei der Eroberung Ondurmans eingesetzt wurden, verwendet. Am Schluss des Films sieht man sogar einige Explosionen die als Spezialeffekt im echten Grabmal des Mahdi gezündet werden. Zoltan versucht mit allen Mitteln Realismus zu erreichen. Er lässt Ziegen töten, tote Pferde und Kamele herbeischaffen, um diese zusammen mit Aasgeiern zu filmen. Auch die Uniformen und die Ausrüstung der englischen und ägyptischen Truppen sind authentisch. Als die Salven von den Britischen Gewehren abgefeuert werden, sieht man sehr schön die Pulverdampfwolken, die zu dieser Zeit noch üblich waren. Alles in allem ein Film voller nützlicher Informationen und Bilder.

Film ab!

Darsteller

John Clements – Harry Faversham
Ralph Richardson – Capt. John Durrance
C. Aubrey Smith – General Burroughs
June Duprez – Ethne Burroughs
Allan Jeayes – General Faversham
Jack Allen – Lieutenant Arthur Willoughby
Donald Gray – Lieutenant Peter Burroughs
Frederick Culley – Dr. Sutton
John Laurie – Khalifa

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