Burgen in Northumberland – Vor Ort

Northumberland, die nördlichste Region Englands, hat eine bewegte Geschichte und war Schauplatz vieler Kriege zwischen England und Schottland. Dies erklärt auch die große Anzahl von Burgen in dieser Gegend. Zu den bekanntesten zählen Bamburgh Castle, Dunstanburgh Castle, Warkworth Castle und Alnwick Castle.

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Dunstanburgh Castle

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Die Burg Dunstanburgh liegt an der Nordostküste von England, in der Nähe des kleinen Fischerortes Craster. Diese Burg war einst die größte in Northumberland. Heute stehen jedoch nur noch Reste der Anlage. Der Bau wurde 1313 durch Thomas Plantagenet, dem zweiten Earl of Lancaster, Cousin von König Edward II, begonnen. Nach seiner Hinrichtung im Jahre 1322 war die Burg fast fertiggestellt. Später wurde die Anlage durch John of Gaunt vervollständigt.

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Im Grenzkrieg mit Schottland spielte die Burg keine große Rolle. Während der Rosenkriege wurde die Festung vom Adelshaus Lancaster gehalten. Im Verlauf des Jahres 1461 hielt die Burg bis Weihnachten einer Belagerung durch die Anhänger Yorks stand und ergab sich erst, als die Besatzung der benachbarten Festung Bamburgh ihre Waffe streckte. Die starken Schäden, die durch diese Belagerung entstanden, wurden danach nie beseitigt. Die Burg ist nun seit rund 400 Jahren verlassen, bietet jedoch immer noch einen eindrucksvollen Anblick.

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Bamburgh Castle

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Diese mächtige Festung, ein wenig nördlich von Dunstanburgh Castle gelegen, erhebt sich direkt an den Ufern der Nordsee und ist durch ihre exponierte Lage eine der eindrucksvollstanden Burgen Englands. Bamburgh ist seit 547 die Residenz der Könige von Northumbria. Zu dieser Zeit gab es an dieser Stelle nur eine Anlage aus Hecken und Holzpalisaden. Das Königreich von Northumberland erstreckte sich damals von dem Fluss Humber bis zum Firth of Forth im heutigen Schottland. Der Enkel König Idas mit Namen Ethelfred, schenkte die Siedlung seiner Gemahlin Bebba. Ihr zu Ehren wurde diese Bebbanburgh genannt, woraus sich der heutige Name ableitet.

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Die Burg, wie man sie heute sehen kann, wurde erst in normannischer Zeit errichtet. Der älteste Teil ist der große Bergfried mit seinen 3 bis 4 Meter dicken Wänden, wahrscheinlich errichtet von Henry II. Bamburgh erlebte viele Belagerungen. Die erste 1095 durch William II, die letzte Belagerung sah ihre Eroberung 1464 durch Richard Neville, dem Earl of Warwick, der die Festung mit seinen Kanonen buchstäblich in Stücke schießen ließ. Danach blieb nur der Bergfried erhalten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Burg vom ersten Lord Armstrong erworben und in großem Umfang restauriert. Bamburgh Castle befindet sich noch heute im Besitz der Familie Armstrong.

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Lindisfarne Castle

In Sichtweite, wiederum nördlich von Bamburgh und Dunstanburgh gelegen, thront Lindisfarne Castle auf der kleinen Insel mit gleichem Namen, die auch „Holy Island“ genannt wird. Die kleine Festung wurde 1549 zum Schutz des Hafens gegen die Schotten gebaut. Die „heilige Insel“ kann nur bei Ebbe über eine kleine Straße erreicht werden.

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Berwick Castle

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In der Stadt Berwick an der Schottischen Grenze kann man die Reste von Berwick Castle finden. 1018 musste Northumbria nach der Schlacht von Carham alle Gebiete nördlich des Tweed an die Schotten abtreten. Im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts machte König David I. Berwick zu einer der vier königlichen Burgen. Die Festung wechselte auf Grund der Grenzkonflikte zwischen Schottland und England häufig den Besitzer. Richard Löwenherz verkaufte die Burg sogar einst an die Schotten, um Geld für den dritten Kreuzzug zu sammeln.

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Allein zwischen 1216 und 1481 kam es zu 14 größeren Belagerungen und Angriffen. Nachdem die Stadt Berwick im 16. Jahrhundert eine moderne Befestigungsanlage erhalten hatte, wurde die Burg überflüssig. Sie verfiel im Laufe der Zeit und im 19. Jahrhundert wurden große Teile zum Bau des neuen Bahnhofes abgetragen. Die heutigen Überreste sind die sogenannte „White Wall“ aus dem 13. Jahrhundert und die „Breakneck Stairs“, eine Mauer, welche die Burg mit einen am Fluss Tweed vorgelagertem Turm verband.

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Alnwick Castle

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Alnwick Castle liegt südlich der zuvor beschriebenen Burgen und auch nicht direkt an der Küste. Die Burg war und ist die Residenz der Herzöge von Northumberland, Nachkommen der kämpferischen Familie Percy, welche 1066 Wilhelm dem Eroberer nach England folgte. Der Bau der Burg wurde im 11. Jahrhundert begonnen und 1309 von Henry, dem ersten Lord Percy, übernommen und erweitert. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Festungsanlage schließlich zu einem Schloss umgebaut.

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Der bekannteste Spross der Familie war Henry „Hotspur“ Percy. Er wurde 1364 geboren und machte bereits in jungen Jahren militärische Karriere, in dieser Zeit erwarb er sich als Henry Hotspur (Heißsporn) in Schlachten gegen Schotten und Franzosen einen Ruf. 1388 wurde er in der Schlacht von Otterburn von den Schotten gefangen genommen, aber gegen Lösegeld wieder freigelassen. Von 1393 bis 1395 war er Gouverneur von Bordeaux, das damals englische Besitzung war. 1399 unterstützte er seinen Freund und Waffengefährten Henry Bolingbroke gegen dessen Cousin König Richard II. Henry IV ernannte ihn zum “Constable of England” und “Lord of the Isle of Man”. Als Bolingbroke jedoch, nachdem Heinrich IV König geworden war und weitere Zusagen, die er den Percys gegeben hatte, nicht einhielt, rebellierten Henry, sowie sein Vater und Onkel, gegen den König. Am 21. Juli 1403 kam es zur Schlacht von Shrewsbury. Henry Hotspur war der Anführer des Rebellenheeres. Da jedoch die erhoffte Unterstützung durch den walisischen Rebellenführer Owain Glyndŵr ausblieb, hatte Hotspur gegen das zahlenmäßig überlegene Heer des Königs keine Chance. Er wurde in der Schlacht getötet.

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Warkworth Castle

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Rund 12 Kilometer südlich von Alnwick liegt Warkworth Castle, das sich früher ebenfalls im Besitz der Percys befand. Die Festungsanlage stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im englischen Bürgerkrieg wurde die Burg durch die Parlamentarier beschädigt und erst im 19. Jahrhundert wieder restauriert.

Chillingham Castle

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Eine weitere Burganlage in Northumberland ist Chllingham Castle, welche seit 800 Jahren der Sitz der Grey-Familie ist. Die um 1200 errichtete Burg wurde im 14. Jahrhundert ausgebaut und schließlich vor rund 30 Jahren zum Wohnhaus umgestaltet.

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