Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Hanseatische Legion – Teil 1

Einleitung

Nach der Niederlage der Großen Armee in Russland im Jahre 1812 fielen die kümmerlichen Reste der Truppen Napoleons bis nach Preußen zurück, dicht gefolgt von der russische Armee und später auch preußischen Verbänden. Als die Russen schließlich am 11. März 1813 Berlin erreichten, sandte General Wittgenstein ein kleines Korps von 1.400 Kosaken und 2 Geschützen unter dem Befehl des Oberst Tettenborn in Richtung Niederelbe. Die französischen Truppen, welche zu dieser Zeit Hamburg mit nur noch ein paar Tausend Mann besetzt hielten, waren bereits am 12. Marz 1813 aus der Stadt abgerückt, standen aber noch südöstlich davon an der Elbe. Schließlich flohen sie endgültig, als Tettenborn und seine Kosaken sich näherten. Schon am 17. März erreichten die ersten russischen Reiter Hamburg und am folgenden Tag, den 18. März 1813, zog Tettenborn unter dem Jubel der Bevölkerung in Hamburg ein. In Lübeck wurde der Senat am 19. März wieder eingesetzt und am 21. März ritten auch hier die russischen Reiter durch das Stadttor.

(114) Einzug Kosaken 1813
Die russischen Truppen unter Oberst Tettenborn werden als Befreier bejubelt.

Weniger Tage später, am 20. März 1813, übermittelte Tettenborn der Bürgerschaft den Willen des russischen Zaren, dass diese eine Truppe aus Hamburger Freiwilligen bilden sollten, um so den Kampf der russischen Armee zu unterstützen. Es sollte ein Verband aus Jäger zu Fuß und zu Pferd entstehen. Kurze Zeit darauf wurden auch die Bürger der Hansestädte Lübeck und im Herbst 1813 auch Bremen aufgefordert ein Kontingent aufzustellen. Diese drei Verbände sollten ein Hanseatisches Korps (erst später hieß die Truppe „Hanseatische Legion“) bilden und unter russischem Oberbefehl am Koalitionskrieg teilnehmen. Die Legion wurde auf den Zaren vereidigt und dieser musste auch die von Tettenborn vorgeschlagenen Offiziere bestätigen. Damit war die Truppe auch Völkerrechtlich anerkannt und konnte von den Franzosen nicht als Aufständische angesehen und behandelt werden. Das Hanseatische Korps kämpfte nicht zuletzt auch wegen der berechtigten Furcht des Senats vor den zurückkehrenden Franzosen unter russischer Fahne, um so keinen Vorwand für Vergeltungsmaßnahmen gegen die Stadt zu geben.

Neben dem Hanseatischen Korps, wurde zur Verteidigung der Städte außerdem eine Bürgergarde ausgehoben. Die Hamburger Bürgergarde, zu der sich schließlich 6.000 Freiwillige gemeldet hatten, stand unter dem Kommando von Oberst Dr. von Heß. In Lübeck waren es 3 Kompanien Infanterie, welche dort die Bürgergarde bildete.

Offizier der Hamburger Hanseaten Frühjahr 1813.

Organisation

Hanseatische Legion / Hamburger Kontingent

Die Bildung der Hamburger Truppen wurde in die Hände der russischen Offiziere Major von Pfuel (er wurde später preußischer Kriegsminister) für die Infanterie, dem Grafen von Westfalen für die Kavallerie und Major von Obstal für die Artillerie gelegt. Die 1. Schwadron der Kavallerie konnte recht schnell aus angesehen Bürgern Hamburgs gebildet werden, da diese ihre Ausrüstung selbst stellten und auch eigene Pferde mitbrachten. Ebenfalls ein großer Teil der 2. Eskadron entstand auf ähnliche Weise. In den ersten Tagen standen bereits 900 Mann in den Listen und am Ende der ersten Wochen betrug die Zahl 2.000, wodurch 2 Infanterie Bataillone und vier Schwadronen Kavallerie gebildet werden konnten. Die Zahlen klingen für heutige Ohren recht dürftig, man muss jedoch bedenken, dass die Zahl der brauchbaren Männer durch die französische Konskription der vergangenen Jahre und durch die Auswanderung stark ausgedünnt war. Für das Jahr 1811 wird die Bevölkerung von Hamburg mit 106.983 angegeben, rund 25.000 weniger als im Jahr 1800. Im Jahr 1814, nach dem Ende der Kampfhandlungen sind es übrigens nur noch knapp 55.000 Bewohner.

Die erste Uniform des Hamburger Kontigents im Frühjahr 1813. Zu sehen sind (von links nach rechts) ein Artillerist, ein Kavallerist und ein Infanterist.

Die Begeisterung war so groß, dass sich ein alter Zietenhusar , Friedrich Johann Martin Preus, sich meldete. Im Siebenjährigen Krieg hatten ihn die Schweden gefangengenommen, doch er riss aus und versuchte mit einem Segler zu entkommen. Er strandete an der Dänischen Küste und Preus trat als dänischer Artillerist in das dänische Heer ein, welches er als Feldwebel verließ. Aber er verpflichtete sich anschließend in Hamburg bei den Dragonern. Als diese Einheit aufgelöst wurde, nahm er Dienst im französischen Infanterie-Regiment Nr. 128, machte den Feldzug von 1812 mit und fand dann als Dolmetscher Verwendung. Trotz seiner 79 Jahre meldete er sich als Freiwilliger bei der hanseatischen Legion, wo man ihn wegen seines Alters nicht annehmen wollte. Daraufhin fälschte er sein Geburtsdatum um 10 Jahre, so dass er bei der reitenden Artillerie Erfolg hatte. Sein Sohn folgte ihm später und fiel im Kampf. Er blieb verschont und war noch einige Jahre Pförtner in einem Waisenhaus.

Die größte Schwierigkeit bestand darin, geeignete Artilleristen und altgediente bzw. erfahrende Offiziere zu finden. Es fehlte aber vor allem an Waffen und auch der ungewohnt scharfe Drill, der auf dem Exerzierplatz am Hamburger Dom zu sehen war, schreckte viele Männer ab. So konnte leider kein 3. Bataillon gebildet werden. Schließlich bestand im Durchschnitt eine Kompanie Infanterie aus 1 Capitain, 3 Lieutenants, 10 Unteroffiziere, 2 Tambouren und 166 Mann. Zu den hier im Text erwähnten Dienstgraden sei erwähnt, dass es sich um alte Bezeichnungen und Schreibweisen handelt, die heute nicht mehr in Gebrauch sind. So ist der „Capitain“ eine aus dem französischen Übernommene Bezeichnung für den Hauptmann. Auch der Seconde Lieutenant (Unterleutnant) und der Premier Lieutenant (Oberleutnant) sind französischen Ursprungs.

Ganz links ist ein Jäger des Lübecker Kontigents zu sehen. Der Reiter und die drei Infanteristen daneben gehören zur Hamburger bzw. Hanseatischen Bürgergarde.

Anfang April 1813 sah die Organisation der Truppe wie folgt aus:

INFANTERIE

Erstes Bataillon

  • Stab: Hauptmann und Chef von Stelling, Lieutenant und Adjutant Schuster, Ober-Arzt Dr. Fricke, Quartiermeister Perthes
  • 2 Züge Scharfschützen: Lieutenant Steffens, Lieutenant Perkuhn. Feldwebel, Oberjäger und Jäger 94 Mann.
  • 1. Kompanie: Capitain von Sagern, Lieutenant Pluns, Lieutenant Eimbke, Lieutenant von Ovens. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 177 Mann.
  • 2. Kompanie: Capitain von Bülow, Lieutenant Pickruhn, Lieutenant Sieveking, Lieutenant Lüdert, Lieutenant Philipsborn. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 183 Mann.
  • 3. Kompanie: Capitain von Müller, Lieutenant Anspach, Lieutenant Waller, Lieutenant Amsink. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 177 Mann.
  • 4. Kompanie: Capitain to der Horst, Lieutenant Steinberg, Lieutenant Hüde, Lieutenant Münster. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 171 Mann.
  • 5. Kompanie: Lieutenant Koch. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 184 Mann.

Zweites Bataillon

  • Stab: Capitain und Chef von Gloeden, Lieutenant und Adjudant Roodt, Ober-Arzt Mauch, Quartiermeister Julius
  • 1. Kompanie: Capitain Fidler, Lieutenant Herzog, Lieutenant Reuker. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 195 Mann.
  • 2. Kompanie: Capitain von Donop, Lieutenant Schröder, Lieutenant Hartung, Lieutenant Grund. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 175 Mann.
  • 3. Kompanie: Leutnant von Pressentin, Lieutenant Hahn. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 180 Mann.
  • 4. Kompanie: Capitain von Wilke. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 25 Mann.
  • Depot der Infanterie: Capitain von Wintzleben, Capitain Eissler. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 125 Mann.
  • Musik-Chor: Das Musik-Korps der Infanterie bestand aus 25 Musikern (auch als Hoboisten bezeichnet)

Infanterie insgesamt: 53 Offiziere und 2.142 Mann

Kavallerie des Bremer Kontigents im Herbst 1813.

KAVALLERIE

  • Regimentsstab: Major und Kommandeur Joseph, Graf von Westphalen, General Adjutant Rittmeister von Baersch, Regiments Adjutant Premier-Lieutenant von Dusay, Regiments Quartiermeister von Quillfeld, Regiments Auditeur Dr. Noltenius, Regiments Pferde-Arzt Schrader, Eskadrons-Pferde-Arzt Zinkeisen
  • 1. Eskadron: Rittmeister und Chef von Herberer (später Major von Hesberg), Premier-Lieutenant Leppien, Seconde-Lieutenant Godefroy, Seconde-Lieutenant Noldecken, Cornet Meyer, Oberarzt Dr. Ehlers, Unter-Arzt Rohlfs. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 142 Mann.
  • 2. Eskadron: Rittmeister und Chef von Wulfsen, Premier-Lieutenant von Bassewitz, Seconde- Lieutenant Stockfleth, Cornet Hartung, Cornet Graf De Wuitz, Unter-Arzt Michaelis. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter:140 Mann.
  • 3. Eskadron: Rittmeister und Chef von Hobe, Premier-Lieutenant von Bassewitz, Stabs-Rittmeister Hanfft, Premier-Lieutenant Krottenaurer, Seconde-Lieutenant Sandmann der jüngere, Cornet Classen, Cornet Beauvais, Cornet Mattfeld, Ober-Arzt Dr. Boye, Unter-Arzt Kobelt. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 200 Mann.
  • 4. Eskadron: Rittmeister und Chef von Braunschweig, Premier-Lieutenant Schwänke, Seconde-Lieutenant Jungnickel, Seconde-Lieutenant Stuhr, Cornet Runde, Ober-Arzt Zimmer, Unter-Arzt Homann. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 140 Mann.
  • 5. Eskadron: s. Lübecker Kontingent
  • 6. Eskadron: s. Lübecker Kontingent
  • 7. Eskadron: Rittmeister und Chef von Stein, Premier-Lieutenant Holleben, Premier-Lieutenant von Dusay, Seconde-Lieutenant von Müller, Ober-Arzt Zwang, Unter-Arzt Siemers. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter 130 Mann
  • 8. Eskadron: Rittmeister und Chef von Donop, Premier-Lieutenant von Pfeil, Seconde-Lieutenant Schultz, Cornet Heinsen, Unter-Arzt Herpich. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter 100 Mann
  • Depot der Kavallerie: Major und Kommandeur von Katte, Cornet Sandmann der ältere, Ober-Arzt de la Fosse. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 200 Mann und 120 Pferde. Zu diesem Depot gehörte auch das Lazarett für Pferde unter der Aufsicht des Regiments-Pferde-Arztes Schrader

Kavallerie insgesamt: 62 Offiziere und 1.266 Mann

Die Reitende Artillerie der Hanseatischen Legion in den neuen Uniformen von 1814.

ARTILLERIE

  • Reitende Artillerie: 2 Haubitzen und 4 leichte Feldstücke (3-Pfünder). Capitain und Chef von Spooremann, 59 Mann Ober- und Unter-Feuerwerker.
  • Train: Lieutenant Herzog und 47 Mann Wagenmeister, Wachtmeister, Unteroffiziere und Trainsoldaten
  • Fuß-Artillerie: 2 Haubitzen und 4 Feldstücke (6-Pfünder). Capitain und Chef Wertheim, ca. 77 Mann Ober- und Unter-Feuerwerker.
  • Train: 38 Mann Wagenmeister, Wachtmeister, Unteroffiziere und Trainsoldaten
  • Depot: Lieutenant Müller und 33 Mann.

Artillerie insgesamt 4 Offiziere und 254 Mann sowie 149 Zug-und Reitpferde.

KOMMISSARIAT

  • Kriegs-Kommissar Kirchner, Kriegs-Zahlmeister, Kommissariats-Sekretär Repfold
  • Hinzu kamen eine Feldschmiede, ein Archivwagen und ein 4-spänniger Krankenwagen (mit medizinischer Ausstattung).

Hanseatische Legion / Lübecker Kontingent

In Lübeck wird am 22. März das Werbebüro für die Hanseatische Legion geöffnet. Es melden sich 885 Freiwillige. Davon 224 Kavalleristen und 661 Mann für die Infanterie. Am 16. April übernimmt Capitain von Lucadou den Oberbefehl über die Lübecker Infanterie, die zum 3. Bataillon der Hanseatischen Legion eingeteilt wird. Zu diesem Zeitpunkt sieht die Organisation des Lübecker Kontingents wie folgt aus:

INFANTERIE

Drittes Bataillon

  • Stab: Kommandeur und Capitain von Lucadou, Lieutenant und Adjutant Lieutenant Jahn, Quartiermeister Lieutenant Berger
  • Jäger Kompanie: Capitain von Kauffmann, Lieutenant Sattler. 2 Feldwebel, 12 Oberjäger, 1 Arzt, 1 Hornist, 72 Jäger
  • 1. Kompanie: Premier- Lieutenant von Briesen, Lieutenant Rosenthal, Lieutenant von Ovens. 2 Feldwebel, 12 Unteroffiziere, 75 Füsiliere
  • 2. Kompanie: Capitain von Winterfeld, Lieutenant Braunwaldt. 2 Feldwebel, 12 Unteroffiziere, 1 Tambour,75 Füsiliere
  • 3. Kompanie: Capitain von Mack, Lieutenant Lange. 2 Feldwebel, 12 Unteroffiziere, 1 Arzt, 2 Tamboure, 76 Füsiliere
  • 4. Kompanie: Premier- Lieutenant von Oelsnitz (später Capitain von Vickede). 2 Feldwebel, 12 Unteroffiziere,1 Tambour,75 Füsiliere

KAVALLERIE

  • 5. Eskadron: Rittmeister und Chef von Dobeneck, Premier- Lieutenant von Sehestedt, Cornet Rodde, Cornet Tesdorf, Cornet Stolersoht, Ober-Arzt Dr. Boysen, Unter-Arzt Turnau. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter 106 Mann.
  • 6. Eskadron: Rittmeister und Chef Bornstedt, Kornet Göring, Cornet Cristern, Kornet Behnke, Unter-Arzt Birnau. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter 108 Mann.

KOMMISSARIAT

  • Kriegs-Kommissar Wrahtz, Kommissariats-Sekretär Eßdorf
  • Für das Medizinal-Wesen waren abgestellt Stabs-Arzt Dr. Redlich, Stabs-Arzt Dr. Julius

Am 18. Juni erhält das 3. Bataillon die Bezeichnung Nr. 2, da das 1. und 2. Bataillon wegen hoher Verluste zusammengelegt werden mussten.

Bremer Jäger und ein Infanterist mit den neuen Uniformen von 1814.

Hanseatische Legion / Bremer Kontingent

Da Bremen noch durch die Franzosen besetzt war, rief der Senat erst am 8. November 1813 zur Bildung des Kontingents für die Hanseatische Legion auf. Schon nach zwei Wochen war ein 300 Mann starkes Bataillon Infanterie und eine Eskadron mit 150 Reitern aufgestellt und bis Januar 1814 auf 800 Mann und 200 Pferde erweitert worden. Zusätzlich bot der Zuckerfabrikant Heinrich Böse an, auf eigene Kosten eine 80 Mann starke Jägerkompanie, das „Freiwillige Bremische Jäger-Korps“, später auch „Böse’sche Jäger“ genannt, aufzustellen. Ende November sah die Organisation des Bremer Kontingents wie folgt aus:

  • STAB: Kommandeur und Major von Weddig, Premier- Lieutenant und Adjutant Sommer, Regiments-Quartiermeister Lackmann.

INFANTERIE

  • Bösesche Jäger: Hauptmann Böse, Lieutenant Bornemann, Leutnant Knoff. Feldwebel, Oberjäger 80 Mann.
  • 1. Kompanie: Capitain Philipsborn, Premier- Lieutenant Wermuth, Seconde-Lieutenant Hagedorn, Seconde-Lieutenant Caesar. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 125 Mann.
  • 2. Kompanie: Capitain Freudenthal, Premier- Lieutenant Icken, Seconde-Lieutenant Gildenmeister, Seconde-Lieutenant Duntze. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 125 Mann.
  • 3. Kompanie: Capitain Steffens, Premier- Lieutenant Fritze, Seconde-Lieutenant Gloystein, Seconde-Lieutenant Hüchting. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 125 Mann.
  • 4. Kompanie: Capitain von Ruperti, Premier- Lieutenant Tiedemann, Seconde-Lieutenant Köhl, Seconde-Lieutenant Reuter. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine 125 Mann.
  • Der Musik-Chor der Infanterie bestand aus 16 Mann.

KAVALLERIE

  • Major und Chef Baron von Eltzing, Stabs-Rittmeister Grawalovsky, Premier- Lieutenant von Zwehle, Seconde-Lieutenant Torbeck, Seconde-Lieutenant Runge, Cornet Buchard. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter 150 Mann

Insgesamt: 28 Offizieren und 746 Mann.

Hanseatische Legion / Juli 1814

Am Ende des Feldzuges, im Juli 1814 sah die Organisation und Truppenstärke der Hanseatischen Legion wie folgt aus:

  • BRIGADE STAB: Brigadier Oberst Baron von Witzleben, Brigade-Major von Donop, Brigade-Adjutant Premier-Lieutenant W. Haltermann, Brigade-Adjutant Herzog, Stabs-Arzt Dr. Julius, Brigade-Auditeur Dr. Roltenius, Kriegs-Kommissar Kirchner, Kriegs-Kommissar Wraatz, Brigade-Zahlmeister

KAVALLERIE

Regiments-Stab: Chef Oberst-Lieutenant Baron von Baumbach, Regiments-Adjutant Premier-Lieutenant Meyer, Regiments-Quartiermeister Premier-Lieutenant Repfold, Regiments-Arzt Dr. Ehlers, Bataillons-Arzt Dr. Boye, Bataillons-Arzt Zwanck, Regiments-Pferdearzt Schrader, Bataillons-Pferdearzt Zinkeisen, Bataillons-Pferdearzt Deierling. 2 Ober-Wachtmeister als Schreiber, 1 Wagenmeister, 1 Schmied, 10 Trainknechte.

Erstes Bataillon

  • Bataillons-Chef vacat (interimistisch Rittmeister von Hobe)
  • 1. Schwadron: Rittmeister und Chef Leppien, Stabs-Rittmeister Bühler, Premier-Lieutenant Graf De Wuits, Seconde-Lieutenant Haltermann, Seconde-Lieutenant Böhme, Cornet Grund, Chirurg Rohlfs, Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 127 Mann.
  • 2. Schwadron: Rittmeister und Chef Hobe, Premier-Lieutenant Stuhr, Seconde-Lieutenant Böhme, Seconde-Lieutenant Haupt, Cornet Hinsch, Chirurg Kobeldt, Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 128 Mann.
  • 3. Schwadron: Rittmeister und Chef von Pfeil, Stabs-Rittmeister Schulz, Premier-Lieutenant Sandtmann der jüngere, Seconde-Lieutenant Mattfeld, Seconde-Lieutenant Lipschay, Cornet Trittau, Chirurg Heroich, Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 127 Mann.

Zweites Bataillon

  • Major und Kommandeur von Stein
  • 4. Eskadron: Rittmeister und Chef von Dusay, Premier-Lieutenant Dorfmayer, Premier-Lieutenant Heinsen, Seconde-Lieutenant von Hobe, Seconde-Lieutenant Redlich, Cornet Dannenberg, Chirurg Siemers. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 131 Mann.
  • 5. Eskadron (Lübecker): Rittmeister und Chef von Bassewitz, Premier-Leutnant Stockfleth, Premier-Lieutenant Testorf, Seconde-Lieutenant Stoltersocht, Seconde-Lieutenant Röck, Cornet Beneke, Chirurg Turnau. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 125 Mann.
  • 6. Eskadron (Lübecker): Rittmeister und Chef von Baersch, Stabs-Rittmeister Jungnickel, Premier-Lieutenant Runde, Seconde-Lieutenant Brandt, Seconde-Lieutenant Haltermann, Cornet Tecklenborg, Chirurg Birnau. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 127 Mann.
  • 7. Eskadron (Reserve): Rittmeister und Chef Hanfft, Stabs-Rittmeister von Holleben, Premier-Lieutenant Christern, Seconde-Lieutenant Göring, Seconde-Lieutenant Hartung, Cornet von Witzleben, Chirurg Stark. Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 151 Mann.
  • Kosaken Eskadron: Major und Chef von Braunschweig, Premier-Lieutenant Behneke, Seconde-Lieutenant Sandtmann der ältere, Seconde-Lieutenant Wencke, Seconde-Lieutenant Dannenberg, Cornet von Beseler, Chirurg Hohmann, Wachtmeister, Unteroffiziere und Reiter: 142 Mann.

INFANTERIE

Erstes Bataillon

  • Stab: Major und Kommandeur von Delius, Seconde-Lieutenant Adjudant Eppen, Seconde-Lieutenant Regiments Quartiermeister Julius, Regiments-Chirurg Zimmer. Trainknechte ca. 20 Mann, Musik-Chor: 24 Mann
  • Jäger Kompanie: Capitain und Chef von Gloeden, Premier-Lieutenant Perkuhn, Premier-Lieutenant Grund, Seconde-Lieutenant Schrader, Seconde-Lieutenant Herrmann. Feldwebel, Oberjäger und Jäger: 130 Mann.
  • 1. Kompanie: Capitain und Chef Pluns, Premier-Lieutenant Perthes, Seconde-Lieutenant Heyer, Seconde-Lieutenant Dreyer. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 150 Mann.
  • 2. Kompanie: Capitain und Chef von Wilcke, Premier-Lieutenant Sieveking, Seconde-Lieutenant von Graffen, Seconde-Lieutenant Möller, Seconde-Lieutenant Lübcke. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 170 Mann
  • 3. Kompanie: Captain und Chef Hüde, Premier-Lieutenant Amsink, , Seconde-Lieutenant Lüdert, Seconde-Lieutenant Dumas, Seconde-Lieutenant Hamer. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 178 Mann.
  • 4. Kompanie: Captain und Chef to der Horst, Premier-Lieutenant Münster, Seconde-Lieutenant Mauke, Seconde-Lieutenant Hornbostel, Seconde-Lieutenant Stehr. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 176 Mann.
  • 5. Kompanie: Capitain und Chef Engehausen, Seconde-Lieutenant Klauke. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 144 Mann.
  • Depot: Capitain von Wintzleben, Capitain von Eissler, Capitain Müller. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 100 Mann.

Zweites Bataillon

  • Stab: Major und Kommandeur von Mach, Premier-Lieutenant Adjutant Roodt, Regiments-Chirurgus Mauch, Regiments-Quartiermeister Premier-Lieutenant Berger. Trainknechte ca. 20 Mann.
  • Jäger-Kompanie: Capitain und Chef Kaufmann, Premier-Lieutenant Sattler, Premier-Lieutenant Braunwaldt senior, Seconde-Lieutenant Braunwaldt junior, Seconde-Lieutenant Niemeitz. Feldwebel, Oberjäger und Jäger: 114 Mann.
  • 1. Kompanie: Capitain und Chef Ruge, Premier-Lieutenant Lange, Seconde-Lieutenant Schön. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 114 Mann.
  • 2. Kompanie: Capitain und Chef Winterfeld, Premier-Lieutenant von Ovens, Seconde-Lieutenant Stahl. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 114 Mann.
  • 3. Kompanie: Capitain und Chef von Donop, Premier-Lieutenant Behrens, Seconde-Lieutenant Nölting. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 114 Mann.
  • 4. Kompanie: Capitain und Chef von Wickede, Premier-Lieutenant Hahn, Seconde-Lieutenant Satmong, Seconde-Lieutenant Stintzing. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 114 Mann.
  • Depot: Capitain und Chef von der Groeben. Feldwebel, Unteroffiziere und Gemeine: 50 Mann.

ARTILLERIE

  • Reitende Artillerie: Major und Kommandeur Spooreman, Premier-Lieutenant Enke, Seconde-Lieutenant Derksen, Seconde-Lieutenant Martens, Ober-Arzt Dr. de la Fosse, Chirurg Kriebel, Wachtmeister, Unteroffiziere und Kanoniere: 65 Mann.
  • Train: Wagenmeister und Trainsoldaten: 53 Mann.
  • Fuß-Artillerie: Capitain und Kommandeur Wertheim, Premier-Lieutenant Mantzen, Seconde-Lieutenant Bàchem, Seconde-Lieutenant Heise, Chirurgus Michaelis, Oberfeuerwerker, Ober- und Unterkanoniere: 85 Mann.
  • Train: Wagenmeister und Trainsoldaten: 57 Mann.
  • Depot: Lieutenant Müller und 30 Mann.

Gesamt-Stärke der Hanseatischen Legion einschließlich des Bremer Kontingents: 171 Offiziere und 3.930 Mann.

Die Infanterie der Legion in den neuen Uniformen von 1814.

Uniform und Ausrüstung

Die erste Ausstattung der Hanseatischen Truppen wurde zunächst zum größten Teil durch die Hansestädte bzw. ihre Bürger selbst bezahlt. Hamburg und Lübeck sammeln Geld unter der Bevölkerung und beglichen mit dieser Summe und 151.211 Talern aus der Lübecker- und rund 200.000 Talern aus der Hamburger Stadtkasse die Ausstattung der beiden Kontingente. Die Vorgabe für Hamburg betrug zunächst 100.000 Taler, wurde aber durch Senatsbeschluss auf die erwähnten 200.000 Taler aufgestockt. Viele spendeten gern und reichlich. Allein die weiblichen Dienstboten in Hamburg sammelten 10.316 Taler. Viele der wohlhabenden Freiwilligen brachten außerdem ihre eigene Uniform, Waffen und auch Pferde mit. Insbesondere die 1 und 2. Kavallerieschwadron, die aus gut betuchten Hamburger Bürgern bestand, gehörte zu denen, die sich selbst ausgestatten konnten. Die 3. Eskadron wurde vollständig auf Kosten ihres Stabs-Rittmeister Hanfft ausgerüstet, der dafür 25.000 Taler zur Verfügung stellte. Von den Lübecker Freiwilligen zahlten 21 Kavalleristen und 80 Infanteristen ihre Ausrüstung selbst.

Von rechts nach links sind ein Mannschaftsdienstgrad, ein Unteroffizier, ein Trommler, ein Musiker und zwei Offiziere der Hamburger Infanterie zu sehen.

Uniform

Die Uniform der unterschiedlichen Truppengattungen, also für die Infanterie, Artillerie und Kavallerie war zunächst nahezu identisch. Für diejenigen, die sich selbst ausrüsten konnten, wurden folgende Richtlinien zur Uniform mitgegeben: Die Uniform sollte aus einem tief dunkelgrünen Überrock ohne Knöpfe, weiten Pantalons von gleicher Farbe und grauer Mütze (alle Abbildungen zeigen jedoch grüne Mützen) mit oder ohne Schirm bestehen. Ein Musteranzug wurde außerdem im Einschreibebüro ausgestellt. Die Uniform bekam einen russischen Schnitt mit Achselklappen und ohne Knöpfe, also mit Haken und Ösen, die unter einer Patte zugeheftet wurden sowie die typische dunkelgrüne Uniformfarbe der russischen Armee. Damit ähnelte die Uniform der Hanseaten stark den Uniformen der russischen Opolchenie, wie beispielsweise den Miliztruppen von St. Petersburg.

Hier im Vergleich zu den Hanseaten, ist hier ein Soldat der St. Petersburger Miliz zu sehen.

Die Uniform des Hamburger Kontingents hatte einen offenen Kragen und ein Mützenband in hellblauer Farbe sowie einen breiten hellblauen Seitenstreifen an der Hose, 2 breite Streifen bei den Offizieren, und hellblaue Paspeln an den Ärmelvorstößen und am Mützenbesatz bzw. Deckelvorstoß. Bei den berittenen Einheiten war in die Hosen ein schwarzer Lederbesatz eingenäht. Die Uniform der Mannschaften der Infanterie und Artillerie besaßen goldene Litzen am Kragen, die Unteroffiziere jeweils 2 Litzen, die Kavallerie verwendete keine Litzen. Die Uniform der Offiziere besaß goldene Stickereien am Kragen und statt Schulterklappen sehr ungewöhnliche goldene Achselschnüre auf beiden Seiten sowie eine silberne mit rot durchwirkte Schärpe. Die Tamboure und Trompeter hatte eine Uniform mit hellblauen Schwalbennestern und gelber Borteneinfassung. Der Uniformrock der Musiker besaß zusätzlich einen reichen Goldbortenbesatz am Kragen, Ärmeln und Brust. Die Kavallerieoffiziere hatten Goldstickereien am Kragen und trugen gelbe Stulpenhandschuhe. Die Reitende Artillerie verwendete die Uniform der Kavallerie, die Fußartillerie diejenige der Infanterie.

Die Lübecker Jäger hatten 1813 grüne Überröcke mit roten Vorstößen um die grünen Ärmelaufschläge, den Kragen und auch vorn herunter an der Hakenreihe des Rockes erhalten. Auf der Brust war außerdem eine dicke hellgrüne Kordel angebracht. Dazu wurde eine hohe Schirmmütze von grüner Grundfarbe verwendet, die mit einem roten Rand und Vorstoß, auf dem Rand ein gelbmetallenes Jagdhorn, darüber die Hansekokarde, ausgestattet war. Statt dem Kreuzbandelier besaßen die Jäger ein schwarzes Leibkoppel mit einer Patronentasche vor dem Körper.

Der Mantel war für alle Truppenteile grau. Die Infanterie und Fußartillerie verstaute diesen gerollt auf dem Tornister, die Kavallerie und reitende Artillerie in einem dunkelgrünen Mantelsack mit hellblauer Einfassung.

An der Mütze war bei allen Truppenteilen eine weiße Kokarde mit dem roten Kreuz der Hanseaten befestigt und sie besaß außerdem einen schwarzen Kinnriemen. Bei den Offizieren waren an den Mützen drei Seitenstege in der hellblauen Farbe des Hamburger Kontingents aufgesetzt. Der schwarze Mützenschirm hatte bei allen Offizieren, Unteroffizieren und Musikern eine Messingeinfassung. Einige Abbildungen zeigen Kavallerie-Offiziere mit weißem Mützentuch.

Infanterie und Jäger der Hanseatischen Legion von 1814/15.

Ausrüstung

Das Lederzeug war allgemein schwarz, wozu bei der Infanterie eine Patronentasche mit Bandelier, ein Seitengewehr mit Bajonett und Bandelier sowie ein brauner Kalbfell-Tornister mit schwarzen Riemen gehörte. Das Bandelier des Seitengewehres besaß Lederösen, durch welche die Schnur der metallenen Wasserflasche lief. Die Fußartillerie war zunächst nicht mit Musketen ausgestattet worden und erhielt deshalb nur eine Bandelier mit Seitengewehr.

Die Kavallerie und die reitende Artillerie hatten schwarze Kartuschen am Bandelier und schwarze Koppel mit Schleppsäbeln erhalten. Die Mannschaften der Kavallerie verwendete weiße Lammfelle als Satteldecke, die Offiziere grüne Tuchschabracken mit schmalem hellblauen Rand und Pistolenholster mit dunklem Pelz.

Da zunächst ein eigner Brigadestab geplant war, hatte man dafür eine Feldschmiede, einen Archivwagen und ein 4-spänniger Krankenwagen mit medizinischer Ausstattung angeschafft.

Bewaffnung

Die Bewaffnung der Truppe war zunächst recht mangelhaft. Die Kavallerie, die eigentlich als ein reitendes Jäger-Korps aufgestellt werden sollte, aber aus Mangel an Gewehren mit Lanzen und spanischen Schleppsäbeln sowie Pistolen ausgestattet wurde, bezeichnete man, auch aufgrund ihrer Uniform im russischem Schnitt, als hanseatische Kosaken. Die Lanzen wurden zunächst ohne Wimpel verwendet, es gibt aber auch Abbildungen, die ab Herbst 1813 Lanzen mit Wimpeln (weiß über rot) zeigen. Da es vor Ort keine Ausbilder für diese Waffe gab, war kaum ein Reiter im Stande die Lanze effektiv zu handhaben.

Die seit einiger Zeit in Helgoland gelagerten Musketen waren zunächst nach England zurückgeschickt worden und aus diesem Grund gab es zunächst nicht für jeden Rekruten eine Waffe. Am 29. April 1813 kamen jedoch über Helgoland und Cuxhaven 10.000 englische Gewehre mit schwarzem Gewehrriemen und Zubehör, also Seitengewehre, Patronentaschen und Lederzeug, nach Hamburg. 3.000 dieser Gewehre wurden an die Hanseatische Legion ausgegeben, je 2.000 waren für die Hannoverschen Truppen, die Mecklenburger und die Bürgergarde bestimmt. Die restlichen 1.000 Gewehre kamen in das Magazin am Bauhof in Hamburg. Die Infanterie-Offiziere waren mit einem Schlepp-Säbel in Messingscheide an einem schwarzen Lederkoppel, die Unteroffiziere mit einem Infanteriesäbel ausgestattet.

Die Artillerie wurde mit 12 Kanonen versehen, von denen jedoch nur 9 bespannt werden konnten. Die reitende Artillerie erhielt zwei Haubitzen und vier 3pfündige Kanonen, die Fußartillerie 2 Haubitzen und vier 6pfündige Kanonen. Das Geschütze und Wagen der Artillerie bestanden zunächst aus zurückgelassenem Artilleriematerial der Franzosen. Zwei der leichten Geschütze der Reitenden Artillerie gingen allerdings schon am 9. Mai 1813 bei den Gefechten auf Wilhelmsburg verloren.

Die einzig mir bekannte Darstellung eines Offiziers des Lübecker Kontigents von 1813. Man beachte die rote Abzeichenfarbe.

Ausstattung Herbst 1813

 

Am 30. Juli 1813 verpflichtete sich die englische Regierung für die Ausrüstung und den Unterhalt der Legion aufzukommen. Rund zwei Monate später, am 6. Oktober 1813 erreichte die Legion eine Wagenkolonne von 56 Fahrzeugen, die mit Waffen und Uniformen aus dem englischen Magazin in Stralsund beladen waren. Die Infanterie erhält jetzt dunkelgrüne Uniformen mit schmalen Schößen und ponceau-roten Kragen, Aufschlägen und Vorstößen sowie goldene Abzeichen. Die Kavallerie sollte dunkelgrüne Ulanen-Uniformen mit karmesinroten Aufschlägen und silbernen Abzeichen erhalten. Jeder Mann bekam außerdem 1 Mantel, 1 Leinwandhose, 1 Paar Schuhe, 1 Paar Gamaschen, 4 Bürsten, 2 Kämme, 1 Schraubenzieher mit Krätzer, 1 Räumnadel mit Pfannenbürste sowie neue englische Gewehre für das 2. Füsilier Bataillon und englische Füsilier-Tschakos als Kopfbedeckung. Die Lübecker Offiziere und Jäger verwenden weiterhin die russische Feldmütze. Die Offiziere haben sich außerdem Tschakos mit Federbüschen und Fangschnüren sowie Epauletten angeschafft. Die Artillerie erhält 8 englische 6-Pfünder Feldgeschütze und 4 5 1/2 Zoll Haubitzen. An die Kavallerie wird statt den ursprünglich spanischen, jetzt englische Säbel mit der deutschen Inschrift „Deutschland oder Tod“ ausgegeben. Die Kavalleristen erhalten neben der neunen Uniform außerdem Pistolen und polnische Tschapkas. Ein Teil der Lieferung wird auch an das Bremer Kontingent weitergeleitet.

Die Uniform der Infanterie von 1814/15.

Bremer Kontingent Herbst 1813

Die Infanterie des Bremer Kontingents erhielt als Uniform schwarze Röcke mit rotem Kragen und Tschakos mit Rot über weißem Stutz. Dazu werden weiße Hosen getragen. Die Jäger erhalten grüne Kollets mit hellgrünen Schossumschlägen, Kragen und Ärmelaufschlägen. Dazu verwenden die Jäger Tiroler Hüte mit grünem Stutz und graue Hosen. Die Kavallerie wird in Litewken und Hosen von schwarzer Farbe mit roten Abzeichen und Messingknöpfen eingekleidet. Die Uniform besitzt gelbe Litze am Kragen. Die Kopfdeckung ist ein schwarzer Tschapka. Das Lederzeug, also Säbelkoppel und Kartuschenbandelier sind durchgängig schwarz. Bewaffnet sind die Reiter mit Lanze die eine rot-weiße Lanzenflagge besitzen.

Ein Offizier der Bremer Kavallerie.

Ausstattung Januar 1814

Als die Hanseatische Legion am 25. Januar 1814 in Hannoverschen Sold tritt, wird sie Mitte Februar in Bremen neu ausgerüstet. Bis zu diesem Zeitpunkt bot die Legion einen äußert abgerissenen Anblick. Die Uniformenjacken waren ihrer Rockschöße beraubt, da diese zum Ausbessern der Uniform verwendet worden waren. Hosen und Röcke hatten alle möglichen Farben und man konnte den Schnitt der alten Uniform kaum noch erkennen. Die Füße der Kavalleristen steckten in großen Bauernstiefeln oder nur in Schuhen, meist ohne Sporen. Nun erhält die Truppe statt der lange Uniformröcke und Mützen neue Kolletts und Tschakos.

Die Infanterie erhält dunkelgrüne Röcke mit spitzzugeschnittenen Schößen, ponceauroten Krage, Aufschlägen und Vorstößen, zwei Reihen Messing-Knöpfe, grüne Patten mit 3 Knöpfen an den Handaufschlägen und schmale grüne Achselstücke mit roter Einfassung. Beinkleider grau mit rotem Streif, Schuhe und Gamaschen, Tschakos mit einer Halbsonne aus Messing mit rotem Kreuz, Schuppenketten und weiße Fangschnüre und rot und weiße Pompons. Die Mäntel waren grau, das Kreuzlederzeug (Patronentasche und Bajonettscheide) schwarz, die Tornister aus braunem Kalbfell. Die Unteroffiziere unterschieden sich durch Goldtressen, welche in Winkelform auf dem linken Arm befestigt waren und durch einen Infanteriesäbel. Die Spielleute hatten Säble, grüne Schwalbenester mit Borten eingefasst, rote Fangschnüre und rote Federbüsche. Die Offiziere unterschieden sich durch goldene Epauletten mit Cantillenkranz und dünnen Frangen für die Lieutenants, dicken für die Capitaine und Cantillen für die Stabsoffiziere, ferner durch zwei rote Streifen an den Beinkleidern, Schleppsäbel und Messingscheide, silberne Schärpe mit rotem Einschlag. Die Paradeuniform hatte Goldstickerei am Kragen und an den Handaufschlägen, dazu kamen silberne Fangschnüre am Tschako und hoher weißer Federbusch mit rotem Fuß. Die Adjutanten trugen goldene Achselschnüre und wie die Stabsoffiziere Hüte mit goldener Agraffe und weiß und rotem Federbusch.

Die Kavallerie wird mit Ulanen-Uniformen ausgestattet. Die Uniform bestand in dunkelgrünen Kollers mit karmesinroten Kragen, Aufschlägen, Revers und Besatz mit zwei Reihen weißmetallener Knöpfe, Rot und weißem Ulanenbund, grünen Hosen mit rotem Seitenstreifen, schwarzledernen Tschapkas mit silberner Halbsonne mit rotem Kreuz, weißen Fangschnüren und hängendem schwarzen Roßbusch, für die Unteroffiziere schwarz und weiß, für die Trompeter rot. Die Bewaffnung bestand aus Säbeln, Pistolen und Lanzen mit Rot über weißen Fähnchen. Die Schabracken waren aus weißem Lammfell, die Mantelsäcke grün und rot. Die Offiziere unterschieden sich durch Silberstickerei an Kragen und Aufschlägen, silbernen Fangschnüren, Epauletten (die Lieutenants Konterepauletten), Kartuschenbandelier, Säbelkoppel und Schärpe, doppelte Streifen am Beinkleid, rote Tschapka mit weißem Roßbusch und grüner Tuchschabracke mit karmesinrotem Rand. Die 4. Schwadron der Kavallerie wird in eine Kosaken-Schwadron umgewandelt und erhält entsprechende Uniformen. Die Kosaken waren in grüne Jacken mit karmesinrotem Kragen und Aufschlägen, grüne Beinkleider mit rotem Seitenstreifen, rote Gürtel, in denen die Pistolen steckten und Pelzmützen mit rotem Beutel eingekleidet. Bewaffnet waren sie mit Säbel und Lanzen ohne Fähnchen. Die Offiziere hatten dieselben Abzeichen wie die Ulanen und an der Pelzmütze einen silbernen Totenkopf und silberne Schuppenketten.

Die Artillerie zu Fuß und die reitende Artillerie der Hanseaten von 1814.

Die reitende Artillerie, welche für ihre Uniform selbst gesorgt hatte, trug grüne Jacken mit hellblauen Aufschlägen und dunklem Schnurbesatz, grüne Beinkleider mit hellblauen Seitenstreifen, Rot und grüner Husarenschärpe, Tschakos mit zwei gekreuzten Geschützrohren, rotem Rand, roten Fangschnüren und hoher roter Feder. Schwarzes Lederzeug wie die Kavallerie. Die Offiziere hatten goldene Schnüre auf den Schultern, ihre Uniform war vorn ausgeschnitten und ließ die rote Weste mit Schnurbesatz sehen. Sie hatten eine goldene und silberne Husarenschärpe, rote Säbelkoppel und am Tschako einen goldenen Rand, goldene Fangschnüre und einen weiß und roten Federbusch. Die Fußartillerie hatte grüne Röcke nach dem Schnitt der Infanterie mit hellblauen Abzeichen und Messingknöpfen, graue Beinkleider mit hellblauem Seitenstreifen. Stiefel, Tschakos mit zwei gekreuzten Geschützrohren, hanseatische Kokarde, roten Fangschnüren, roten Pompon und schwarzer Feder sowie schwarzes Lederzeug, Säbel und leichtes Gewehr.

Auch alle Offiziere müssen sich auf eigene Kosten neue Uniformen schneidern lassen, welche in Berlin angefertigt und von Rittmeister Pfeil besorgt werden.

Die Bremer Infanterie erhielt 1815 schwarze Kolletts mit roten Abzeichen und Messingknöpfen sowie Tschakos mit weißen Fangschnüren, Schuppenkette aus Messing und rot-weißem Stutz. Die Jäger tragen weiterhon die dunkelgrüne Kolletts mit hellgrünen Abzeichen und graue Hosen mit hellgrünen Streifen. Nun erhalten sie jedoch Tirolerhüte mit raupenartig gelegtem hellgrünem Busch. Auf jeder Kragenseite ist außerdem eine gelbe Litze angebracht.

Infanterist und Jäger von 1815.

Fahnen

Die Hamburger Legions-Fahnen der Infanterie und die Standarten der Kavallerie wurden von Damen der Hamburger Gesellschaft gestickt. Sowohl die Fahnen, als auch die Standarten waren aus weißer Seide und führten auf weißem Feld die drei verbundenen Wappen der Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen und auf der anderen Seite, ebenfalls auf weißem Feld , das rote deutsche Kreuz mit dem Motto: „Gott mit uns!“ Das Wappen bestand aus dem rot-weißem Schild der Lübecker, darüber die rote Hamburger Burg und über beiden lag der silberne Schlüssel von Bremen. Jede Fahne besaß zudem ein Band mit einem Sinnspruch. Auf den Fahnenbändern stand: “ Fest steht der Einzelne, das Ganze zu erhalten“, „Eine feste Burg ist unser Gott“, „Dem Vaterlande treu bis in den Tod“ und „Freiheit und Vaterland“. Die 4 Fahnen und die 1 Standarte wurden am 21. April 1813 in der großen Michaelis Kirche geweiht und den Einheiten übergeben.

Die Infanterie-Fahne und die Kavallerie-Standarte der Lübecker hatte ihre Weihe bereits am 2. April 1813 auf dem öffentlichen Marktplatz. Die weißseidenen Feldzeichen der Lübecker trugen auf beiden Seiten ein großes rotes Kreuz und in den inneren Ecken je einen Lübecker Adler. Auf der einen Seite hat das Kreuz die Unterschrift „Gott mit uns!“ auf der andern in seinen oberen Winkeln die Jahreszahl 1813 und die Unterschrift „Deutschland oder Tod!“ Alle Schriften und die Jahreszahl waren in Gold gestickt.

Als im März 1813 die Legion neue Uniformen erhält und eine Kosaken-Eskadron gebildet wird, bekommt diese eine eigne bannerartige Standarte. Auch die Artillerie verwendet Kompaniefahnen. Die Fahne der reitenden Artillerie war beispielsweise weiß mit rotem Hansekreuz und der Unterschrift „Reit-Artillerie“.

Artillerie im Jahr 1814

Ein Kommentar zu “Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Hanseatische Legion – Teil 1”

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