Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Hanseatische Legion – Teil 3

DER HERBSTFELDZUG VON 1813

17.08.1813: Der Waffenstillstand endet und die Legion setzt sich nach Grabow in Bewegung. Das 1. Bataillon marschiert über Toddin nach Hagenow. Die Kavallerie rückt über Ludwigslust und Hegenow bis Toddin. Das 2. Infanterie Bataillon und ein Kavallerie-Kommando von 50 Mann unter Befehl von Lieutenant Dorfmeier sowie Cornet Meyer und Heinsen erhält den Befehl über Ludwigslust nach Dömitz zu marschieren. Vor Ort werden Posten an der Elbfähre, Klein Schmöhlen, Broda und Wendisch-Wehningen aufgestellt. In der Nacht wird ein Soldat der 1. Kompanie auf seinem Posten bei Klein Schmöhlen erschossen.

18.08.1813: Die 50 Mann Kavallerie und einige Infanteristen vom 2. Bataillon gehen bei Dömitz über die Elbe und zerstören dort die Verschanzungen der Franzosen.

21.08.1813: Die Franzosen besetzten den Fähranleger gegenüber von Dömitz. Das Hamburger Bataillon geht über Sudenhof nach Kraak.

22.08.1813: Die Alliierten und Franzosen beschießen sich bei Dömitz über die Elbe hinweg gegenseitig. Das Hamburger Bataillon marschiert nach Lublow.

23.08.1813: Die Dömitzer Festung wird von den Alliierten geräumt, die Posten an der Elbe eingezogen und das Artillerie-Depot, das 2. Hanseatische Bataillon sowie die 50 Reiter nach Grabow verlegt.

24.08.1813: In der Nacht marschiert das 2. Bataillon zurück nach Dömitz.

Damnatz 09

Gedenktafel in Damnatz

25.08.1813: Gefecht bei Damnatz – Die Jäger vom 2. Bataillon, die Kielmannsegger Jäger und eine Kompanie Jäger der Russisch-Deutschen Legion gehen erneut über die Elbe und greifen die verschanzten Franzosen in Damnatz und Dannenberg an (s. Bericht „Gefecht bei Damnatz“).

Die Kavallerie erreicht Toddin und dort bleibt das Regiment stehen, da die Franzosen bereits an der Stecknitz stehen und Patrouillen erst die genaue Position des Feindes erkunden müssen. Die 1. und die 7. Schwadron werden zur Feindbeobachtung nach Pritzier geschickt. Die Franzosen rücken schließlich in Richtung Schwerin vor und die Hanseaten ziehen sich zwischen Hagenow und Kraak zurück.

Da die Franzosen die Städte Schwerin und Wismar erobert haben, soll das 1. Infanterie Bataillon nach Stralsund zurückgehen. Zunächst marschieren sie nach Parchim. Die Kavallerie marschiert nach Criwitz.

26.08.1813: Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Goldberg.

Eine Aufklärungspatrouille von 30 Reitern unter dem Kommando von Rittmeister Pfeil entdeckt auf einer Anhöhe bei Moltow einen französischen Posten, der aus 50 bis 60 Jägern und 12 Husaren besteht. Kurzentschlossen greifen die Hanseatischen Reiter den Posten an und vertreiben den Feind. Auf der Anhöhe angekommen, entdecken die Reiter ein feindliches Korps von 5.000 bis 6.000 Mann sowie Artillerie, welches hier sein Lager aufgeschlagen hat. Die Franzosen greifen nun die auf dem Hügel stehenden Hanseaten von allen Seiten an und diese ziehen sich unter starken Feindbeschuss zurück. Rittmeister Pfeil erhält einen Streifschuss am Kopf und eine Kugel in den Fuß, die dort seine Knochen zerschmettert. Auch sein Pferd stürzt, von 7 Kugeln getroffen tot zu Boden und begräbt den verletzten Offizier unter sich. Nur dank dem heldenhaften Einsatz einiger seiner Männer kann Rittmeister Pfeil gerettet werden.

Aufgrund dieses Vorfalles ziehen sich die Franzosen aus Schwerin zurück. Die Kavallerie wird über Brühl nach Warin dirigiert, um so den Feind in Wismar attackieren zu können. In Warin erhält die Kavallerie einige neue Mäntel und Säbel aus dem englischen Magazin in Stralsund.

Bremer Infanterist in der neuen Uniform von 1814.

27.08.1813: Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Klaber.

28.08.1813: Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Jördensdorf.

29.08.1813: Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Tribsees und bleibt dort bis zum 1. September.

SEPTEMBER 1813

01.09.1813: Gefecht bei Hohen Viecheln – Zwischen Warin und Hohen Viecheln hat französische Infanterie der Division Loison einen Hügel bei einem Tannenwald besetzt, um so der restlichen Division Deckung bei ihrem Rückzug nach Lübeck zu geben. Durch mehrfache Angriffe der hanseatischen Kavallerie werden die 3 Bataillone Infanterie und einige Geschütze nach Hohen Viecheln zurückgedrängt, wo sich diese jedoch in einer Weiden-Alle, gedeckt durch die Straßengräben an beiden Seiten, in Schlachtaufstellung begeben. Kommandeur Major von Armin befiehlt der 6. Schwadron der Hanseaten den Feind in der linken Flanke anzugreifen, während das restliche Regiment (zu diesem Zeitpunkt nur 6 Schwadronen stark, da 2 Schwadronen detachiert sind) die Front attackiert. Der Flankenangriff ist zwar erfolgreich, im Zentrum können die Reiter jedoch den Graben nicht überwinden und werden außerdem von einem starken Peleton-Feuer empfangen. Bei diesem Angriff werden der Standartenträger, Unteroffizier Pleß, sowie einige weitere Reiter getötet. Die Standarte kann jedoch in einer fast selbstmörderischen Aktion der Brüder Haltermann gerettet werden. Dabei wird das Pferd des älteren Bruders durch 40 Kugel getötet und die Kleidung des Reiters mehrfach durchlöchert. Durch wiederholte Angriffe gelingt es endlich, die Franzosen durch das Dorf hindurch in die Flucht zu treiben. Der Feind wird jedoch nicht weiter verfolgt, da die Pferde erschöpft sind und das Gelände für einen weiteren Angriff nicht geeignet ist.

HL 71

Backsteinkirche in Hohen Viecheln

02.09.1813: Die zurückweichende französische Infanterie wird bis Rehna verfolgt. Zwischen Rehna und Schönberg greifen die hanseatischen Reiter erneut an. Die französische Infanterie bildet Karrees, kann aber nicht verhindern, dass eines davon gesprengt wird und die übrigen erhebliche Verluste erleiden. 90 Franzosen liegen schließlich tot auf dem Schlachtfeld und 1 Offizier und 60 Mann werden gefangen genommen.

Die Franzosen räumen das von ihnen besetzte Schwerin.

Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Kröpelin.

03.09.1813: Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Goldebee, wo es in der Nacht mit 2 mecklenburgischen Bataillonen biwakiert.

04.09.1813: Das 1. Bataillon der Hanseaten rückt in das von den Franzosen verlassene Wismar und geht bei Grevismühlen ins Biwak.

05.09.1813: Gefecht bei Schönberg – Das hanseatische Kavallerie-Regiment (mittlerweile wieder 7 Schwadronen stark, nur die 4. Schwadron war abkommandiert) erreicht vor Schönberg eine Anhöhe, von der aus sie gesamte Division Loison entdecken. Zum großen Erstaunen der Reiter befiehlt Major von Armin den Angriff auf den zahlenmäßig weit überlegenden Feind. Die Franzosen sind außerdem durch einen kleinen Fluss gedeckt, über den lediglich eine kleine Brücke am Stadttor führt. Aus diesem Grund lässt Kommandeur Armin die mit Karabinern und Pistolen bewaffneten Reiter absitzen und auf die Brücke vorgehen. Unterdessen werden zwei Schwadronen auf die rechte und linke Flanke geschickt, um einen anderen Übergang zu suchen. Der 3. Schwadron gelingt es schließlich bei der Lockwischer Mühle den Fluss zu überqueren, das von Franzosen besetzte Selmsdorf zu erobern und die Fliehenden bis Schönberg zu verfolgen. Hier hatten unterdessen die abgesessenen Hanseaten die Brücke in Brand gesetzt und so verhindert, dass der an Zahl überlegende Feind einen Gegenangriff durchführen konnte. Erst gegen Nachmittag drang das hanseatische Regiment vollständig in Schönberg ein. Zu diesem Zeitpunkt war die französische Division allerdings schon nach Lübeck und Ratzeburg abmarschiert. Die 5. und 6. Schwadron, die einem Teil der französischen Division in Richtung Ratzeburg verfolgte, konnte, obwohl kaum mehr als 180 Mann stark, 400 Gefangene machen. Das restliche Regiment setzte den Franzosen bis Lübeck nach. Vor der Stadt, auf einem Sandhügel, sondiert Major von Armin die Lage für einen weiteren Angriff, als eine Kanonenkugel den Kopf des Kommandeurs zerschmettert. Zufälligerweise traf am selben Tag der Befehl von General Wallmoden ein, dass von Armin als Brigadier das Kommando über die gesamte Hanseatische Legion übernehmen soll.

Das 1. hanseatische Infanterie Bataillon marschiert nach Rehna.

06.09.1813: Die Alliierten haben bei Dömitz eine Bootsbrücke über die Elbe angelegt, welche nun ein großer Teil des Korps Wallmoden überquert. Das 2. Hanseatische Bataillon marschiert jedoch von Dömitz nach Lübthen.

Das 1. hanseatische Bataillon marschiert nach Gadebusch.

07.09.1813: Das 2. Bataillon marschiert nach Camin. Das 1. Bataillon marschiert nach Wittenburg.

10.09.1813: Nach den Gefechten mit der Hanseatischen Kavallerie postieren sich die Franzosen an lang der Stecknitz und die hanseatische Kavallerie wird über Schönberg nach Camin beordert. Das 1. Infanterie Bataillon trifft von Gadebusch kommend in Camin ein. Auch das 2. Bataillon und die 50 Reiter, die immer noch in Dömitz stehem, werden nach Camin in Marsch gesetzt und treffen dort schließlich auf die restlichen Einheiten der Legion. Hier in Camin wird die Hanseatische Legion endlich in einer Brigade vereinigt und unter das Kommando des Oberst Baron von Witzleben gestellt. Durch den Tod des Regiments-Kommandeurs Armin erhält der Graf von Westphalen erneut das Kommando über die Kavallerie.

Schon bald verlässt die Legion Camin wieder und marschiert nach Roggendorf, wobei das 2. Infanterie-Bataillon sowie die 3. und 5. Schwadron der Kavallerie zunächst Vorposten gegen Launeburg und von Boizenburg bis Büchen stellen.

14.09.1813: Das 2. Hanseatische Bataillon wird schließlich wieder von Boizenburg nach Roggendorf in Marsch gesetzt und nur die 2 Schwadronen Kavallerie verbleiben an der Front. Das 1. Bataillon marschiert über Schönwalde auf die Höhen zwischen Roggendorf und Thrurow und bezieht dort zur Beobachtung der Franzosen bei Ratzeburg ein Hüttenlager

Die reitende Artillerie der hanseatischen Legion erhält Befehl zusammen mit General Tettenborn bei Dömitz die Elbe zu überqueren. Das Korps Wallmoden will hier die französischen Division Pecheur abfangen, die auf dem Weg nach Magdeburg ist.

15.09.1813: Als das 2. Bataillon im Lager bei Roggendorf einrückt, stehen hier schon der Hauptteil der hanseatischen Kavallerie, die Fußartillerie und auch das 1. Infanterie Bataillon.

16.09.1813: Früh am Morgen geht ein Aufklärungstrupp von 200 Mann des 1. Bataillons unter der Führung des Hauptmanns von Glöden bis an die linke Flanke der Französischen Front bei Ratzeburg vor. Dort kann die Truppe den französischen Posten des 108ten Infanterie Regiments vor Schlagbrügge überraschen und nach Schlagdorf zurückdrängen. Dabei werden 8 Franzosen gefangen genommen, 10 Mann getötet und einige Kavalleriepferde erbeutet. Die Hanseaten haben nur einen Verwundeten.

Göhrde Schlacht – An der Göhrde postiert die hanseatische reitende Artillerie ihre neuen Englischen Geschütze und nimmt mit diesen an der Göhrde Schlacht teil (s. Bericht Göhrde Schlacht). Als der Angriff der Alliierten unter Wallmoden um 14 Uhr erfolgte, wurde die Hanseatische Artillerie, die nahe am Feind postiert war von feindlicher Kavallerie angegriffen. Doch unter dem Schutze der hanseatischen Geschütze unter dem Kommando von Major Spooreman, konnten Truppen der Lützower die feindliche Kavallerie vertreiben. Nun Befahl Tettenborn der hanseatischen Artillerie die feindliche Batterie gegenüber unter Beschuss zu nehmen. Die französische Artillerie musste sich daraufhin zurückziehen und die Hanseaten konnte die Stellung der Franzosen einnehmen. Spooreman und seine Artillerie hatten sich so etwas zu weit vorgewagt und eine weitere französische Einheit Kavallerie setzte zum Angriff an, könnte aber durch das Feuer der Hanseaten zersprengt werden. Eine englische Raketenbatterie postierte sich nun neben den Hanseaten und gemeinsam wurden die Franzosen unter Beschuss genommen. Im Laufe der Schlacht zeichnete sich auch der hanseatische Staabs-Arzt Dr. Redlich aus Wundarzt aus.

18.09.1813: Gefecht bei Boizenburg – Die Franzosen versuchen mit 700 Mann Infanterie (2 Bataillonen des 61. Regiments), 72 Kavalleristen (Ulanen) und 2 Kanonen von Lauenburg aus Boizenburg zu erobern. Zunächst überrennen sie die Vorpostenstellung in Vierhof. Die 5. Hanesatische Schwadron, die in der Nähe postiert ist, kann zusammen mit rund 300 Lützower Infanteristen den Feind aufhalten. Rittmeister von Dobeneck ersucht nun eilig die benachbarte 3. Schwadron bei Gresse um Hilfe. Diese will gerade nach Roggendorf abrücken, folgt aber nun dem Hilferuf der Kameraden. Mit vereinten Kräften gelingt es ihnen schließlich den Feind über die Stecknitz nach Lauenburg zurückzudrängen. Es werden 12 Franzosen und ein polnischer Ulan gefangen genommen. Die Hanseaten haben 5 Verwundete.

Am folgenden Tag werden die beiden Schwadronen durch russische Kosaken abgelöst und sie rücken ebenfalls nach Roggendorf ab, wo sich bereits die restliche Legion versammelt hat.

18.09.1813: Gefecht bei Zarrentin – In Reaktion auf den Rückschlag an der Göhrde beschließt Davout auf Zarrentin vorzugehen. Für diesen Angriff werden insgesamt 6 Bataillone Infanterie, 9 Schwadronen Kavallerie sowie 12 Geschütze abgestellt. Im Einzelnen handelte es sich um 2 französische und 4 dänische Bataillone der Regimenter Königin, Fünen und Oldenburg, 2 französische Schwadronen und 2 der dänischen Husaren, 2 der jütischen sowie 3 der fünischen Dragoner. Marschall Davout selbst übernimmt das Kommando und wird vom dänischen Kommandeur dem Prinzen Friedrich von Hessen begleitet. Die Alliierten stehen in Zarrentin mit 3 Bataillonen Infanterie und drei 6-pfündige Geschützen der Lützower unter dem Kommando von Major Petersdorff., den Kosaken Grebzows und der 6., 7. und 8. Schwadron der hanseatischen Kavallerie unter dem Befehl von Major von Stein. Als um 8 Uhr morgens der Vormarsch der Franzosen beginnt, lässt Major Peterdorf diese zunächst durch 200 Lützower aufhalten. Er will Zeit gewinnen, um seine Truppen heranführen zu können. Als sich die 200 Lützower in die Stadt Zarrentin haben zurückfallen lassen, sind auf einen Hohenrücken südlich davon dort ihre 3 Geschütze aufgefahren, flankiert von 2 Bataillonen Infanterie und such die Hanseatische Kavallerie hat sich postiert. Es entwickelt sich ein heftiges Feuergefecht. Schließlich rücken 5 dänische Schwadronen Dragoner südlich von Zarrentin vor, woraufhin die Lützower Infanterie zum Fluss Schaale zurückgehen muss. Obwohl die hanseatische Kavallerie an Zahl unterlegen ist, gibt Major von Stein seinen verdeckt aufgestellten hanseatischen Reitern den Befehl zum Angriff. Die dänischen Dragoner können geworfen und in die eigne Infanterie zurückgedrängt werden. Unterdessen können die Lützower die Schaal an der Mühle überqueren und die Brücke hinter sich abbrechen. Unter der Deckung der Hanseatischen Kavallerie kann sich die Lützower Artillerie zurückziehen. Nun kommen die 2 dänischen Husaren-Regimenter links von Zarrentin aus dem Wald geritten, werden jedoch von der 8. Hanseatischen Schwadron geworfen. Da die Franzosen in immer größerer Zahl in Zarrentin aufmarschierten zieht sich schließlich auch die Hanseatische Kavallerie über Waschow nach Wittenburg  zurück, An der Schaalmühle kommt es gegen Mittag zu einem weiteren Feuergefecht, bis sich auch hier die Lützower nach Wittenburg zurückfallen lassen. Am Nachmittag trifft noch einmal an der Wittenburger Mühle eine Streife der Franzosen auf die Hanseatische Kavallerie. Am Abend geht Davout mit seinen Truppen fallen durch Zarrenthien auf Ratzeburg zurück, wo sie am 20. September eintreffen. Die Hanseatische Kavallerie erbeutet 12 dänische Pferde, verliert einen Offizier, der gefangen genommen wird und hat einen Verwundeten.

HL 61

Oktober 1813

06.10.1813: Nach dem Gefecht bei Zarrenthin kommt es bis zum 06. Oktober zu keinen weiteren Kampfhandlungen. Die Hanseaten sind in ihren Quartieren bei Roggendorf nur mit täglichen Diensten, Lager- und Stabswachen im Hauptquartier und Vorpostendienst beschäftigt. In dieser Zeit werden in Rostock und Wismar 300 Paar Stiefel und 750 Paar Schuhe für die Legion organisiert. Außerdem erreicht die Legion eine Wagenkolonne von 56 Fahrzeugen, die mit Waffen und Uniformen aus dem englischen Magazin in Stralsund beladen sind.

Die Franzosen und Dänen haben bei Ratzeburg ein großes Feldlager eingerichtet, dass durch große Verschanzungen sowie durch natürliche Hindernisse, wie Wasser und Sümpfe geschützt war. Bei Mustin, der Spitze des Lagers, hatte man den Wald gerodet und diesen als Schanze verwendet sowie mit Palisaden und Gräben versehen.

Das hanseatische 2. Bataillon bricht mit Unterstützung von 2 Schwadronen Hanseaten nach Goldensee auf. Dort gehen die Infanterie im herrschaftlichen Park und die Kavallerie an der Straße nach Mustin in Stellung.

07.10.1813: Bei Tagesanbruch rücken das 2. Bataillon und die 2 Schwadronen aus dem nächtlichen Biwak über den Mustiner Hof auf die Straße nach Ratzeburg vor. In dem Moment, in dem die Truppe zwischen dem Gram- und dem Karrensee den Wald verlässt, werden sie von französischem Geschützfeuer empfangen. Die Hanseaten müssen sich in den Wald zurückziehen, wobei Leutnant Godefroi und einige Männer getötet und zwei Offiziere und etliche Mannschaften verwundet werden. Die Truppe marschiert nach Goldensee und wird glücklicherweise nicht vom Feind verfolgt.

HL 14

Das Gefecht bei Mustin. Interessant sind die weißen Mützen der Hanseatischen Offiziere.

09.10.1813: Das 2. Infanterie Bataillon und die 2 Schwadronen Kavallerie erreichen erneut das Lager in Roggendorf.

Die Vorposten der Hanseaten operieren in dieser Zeit gefährlich nahe an den feindlichen Linien. So machte der Staabs-Rittmeister Schulz, mit einigen Reitern von der 8. Schwadron, in der Nacht eine Patrouille in ein nahegelegenes Waldstück. Sie stießen bald auf einen dänischen Posten, welcher zwar „Wer da?“ rief, aber vergaß das Kennwort zu fordern, weil diese glaubt, dass es sich um eine dänische Patrouille handelt. Sogar ein zweiter dänischer Posten wird von Schulz und seine Männer auf ähnliche Weise passiert, bis die Hanseaten zu ihrem größten Erstaunen das feindliche Lager erreichen. Hier wird ein Überfall vermutet und Alarm geschlagen. Die Hanseaten können nur mit Mühe entkommen, wobei jedoch der Unteroffizier Krüger in Gefangenschaft gerät und ein Reiter verwundet wird.

10.10.1813: Die reitende Artillerie der Hanseaten, die nach der Göhrde-Schlacht bei Dalenburg, dann bei Boizenburg und Lüneburg einquartiert war, wird unter dem Kommando des Generals Tettenborn nach Bremen in Marsch gesetzt. Von Bleckede geht es an diesem Tag bis Bispingen.

11.10.1813: Die reitende Artillerie der Hanseaten erreicht Soltau.

12.101813: Die reitende Artillerie der Hanseaten marschiert über Visselhövede nach Verden.

13.10.1813: Belagerung von Bremen – Tettenborn, 400 Kosaken, 440 Lützower Reiter und 330 Mann Infanterie der Lützower, das Jägerbataillon von Reiche und die reitende Artillerie der Hanseaten mit 2 Kanonen und 2 Haubitzen erreichen morgens um 7 Uhr Bremen. Die Artillerie nimmt hier die französischen Vorposten unter Beschuss und treib diese nach Bremen zurück. Auf Nebenwegen erreicht Major Spooremann mit seinen Geschützen eine günstige Position nahe vor dem Oster-Tor, wo sie die dortige französische Batterie unter Beschuss nehmen und ausschalten können. Es gelingt außerdem zwei Windmühlen an den feindlichen Verschanzungen in Brand zu setzten, woraufhin die Franzosen auch diese Stellung verlassen müssen. Zwar verbot Tettenborn die Stadt mit Haubitzen zu beschießen, die Hanseaten feuern aber bis zum Abend weiterhin auf die Stadttore.

Die Belagerung von Bremen.

14.10.1813: Im Kampf um die Stadt Bremen wird auf dem Wall der französische Stadtkommandant Oberst Thullier erschossen, welcher die 1.100 Mann starke Besatzung kommandierte.

15.10.1813: Die Französische Besatzung in der Stadt Bremen kapituliert und die Hanseatische Artillerie kann 3 leichte Geschütze (metallene Müsetten) der Franzosen erbeuten.

17.10.1813: Als die Franzosen sich erneut mit Verstärkung der Stadt Bremen nähern, zieht sich die Hanseatische Artillerie mit 200 Mann Bedeckung nach Ottersberg zurück. Dort lässt Major Spooremann eine Verschanzung auf der Chaussee anlegen und wartet auf weitere Befehle von Tettenborn.

18.10.1813: Tettenborn verläßt mit seinen Truppen Bremen wieder und die Hanseatische Artillerie zieht sich nach Verden zurück, wobei sie vorher noch die Brücke bei Ottersberg in Brand setzen.

Die hanseatische Brigade marschiert von Roggendorf nach Gadebusch. Es wird nur eine Lagerwache von 2 ½ Kompanien Infanterie und 2 Schwadronen Kavallerie zurückgelassen. Im Schloss in Gadebusch wird jetzt das Lazarett der Hanseaten eingerichtet.

Neuer Chef des 1. Kavallerie Bataillons wird Major von Baumbach. Dieser schon bald sehr beliebte Offizier wird später Kommandeur der gesamten Legion.

24.10.1813: Die Hanseaten erfahren vom Sieg der Alliierten bei Leipzig und es wird eine große Truppenparade mit Gottesdienst angeordnet.

25.10.1813: Die Jägerkompanie des 2. Infanterie Bataillons übernimmt die Lagerwache in Roggendorf.

27.10.1813: Die Jägerkompanie marschiert nach Dutzow und stellt ihre Vorposten bei Kittlitz auf.

29.10.1813: Die Jägerkompanie marschiert nach Wakenstädt bei Gadebusch und nimmt dort Quartier.

01.11.1813: Die Jägerkompanie marschiert nach Bietlülbe, das 2. Bataillon bleibt in Gadebusch.

05.11.1813: Nachdem Tettenborn mit seinen Truppen tagelang in der Gegend um Achim den Franzosen ausgewichen war, zieht er erneut in Bremen ein. Nun ist die Stadt endgültig befreit und Tettenborn ruft auch hier zur Bildung von Truppen auf, die der Hanseatischen Legion beitreten sollen. Es melden sich zahlreiche Freiwillige. Herr Böse stellt auf eigene Kosten ein 80 Mann starkes Jäger-Koprs auf und übernimmt selbst das Kommando über diese Einheit.

08.11.1813: Die Jäger-Abteilung der Hamburger Bürgergarde (34 Mann) unter dem Befehl von Leutnant Meyer schließt sich der der Jägerkompanie des 2. Bataillons an und marschiert mit dieser nach Frauenmarkt. Auch 12 Kavalleristen der Hamburger Bürgergarde unter dem Kommando des Stabs-Rittmeisters Schuchart stoßen zu Legion und werden dort in die Reihen der 1. Schwadron aufgenommen.

10.11.1813: Zur Organisation des Bremer Kontingents der Hanseatischen Legion geht eine Abteilung des 2. Bataillons unter dem Kommando von Pr.-Leutnant Sattler, Leutnant Steffens vom 1. Bataillon sowie von der Kavallerie Leutnant Grawalovsky nach Bremen.

13.11.1813: Marschall Davout verlässt mit seinen Truppen das große Lager in Ratzeburg und zieht sich in Richtung Mölln zurück. Die Brücke zur Inselstadt sowie die Lagerhütten werden von den Franzosen in Brand gesetzt. Die hanseatische Brigade bricht von Gadebusch auf und nächtig vor Ratzeburg im alten Lager der Franzosen, inmitten der verbrannten Überreste. Ein Teil der Jägerkompanie und die 1. Füsilier Kompanie des 2. Bataillons unter Kommando von Hauptmann von Ruge setzten in Kähnen über den Ratzeburger See und besetzen die von den Franzosen verlassene Stadt.

14.11.1813: Gefecht bei Mölln – Noch vor Tagesanbruch marschiert die hanseatische Brigade vereint mit der Hamburger Bürgergarde über Schmilau nach Mölln. Um 9 Uhr kommt es in einem Waldstück am Tangenberg zu Feindberührung. Um die Mittagszeit sichtet man auf dem Heidberg die erste französische Schanze vor Mölln. Nach einigen vergeblichen Angriffen gelingt es den Jägern des 2. Bataillons die Brustwehr zu überwinden. Der Angriff auf die zweite Schanze, der zusätzlich vom 1. Hanseatischen Bataillon, das in Kolonne vorrückt, unterstützt wird, muss jedoch abgebrochen werden, da flankierendes Geschützfeuer einer französischen Batterie die Männer zur Umkehr zwingt. Der Angriff kostet die Hanseaten ganze 81 Tote und Verwundete. Außerdem geraten 1 Feldwebel, 3 Jäger und ein Füsilier in Gefangenschaft. In der Abenddämmerung gehen die beiden hanseatischen Infanterie-Bataillone nach Schmilau zurück. Die Artillerie und die Kavallerie, die aufgrund des Geländes nicht zum Einsatz gekommen waren, biwakieren vor dem Dorf. Den Vorpostendienst übernimmt die Hamburger Bürgergarde und auch die Farchauer Papiermühle und das Vorwerk Fredeburg werden besetzt.

19.11.1813: Das 2. Bataillon wird von Schmilau nach Kneese am Schaalsee verlegt. Das 1. Bataillon geht nach Groß Thurow.

20.11.1813: Das 2. Bataillon kehrt nach St. Georg vor Ratzeburg zurück und stellt dort seine Wachposten bei Fredeburg und Farchau auf. Auch das 1. Bataillon marschiert nach Ratzeburg.

22.11.1813: Das 2. Bataillon wird in die Stadt Ratzeburg verlegt.

HL 60

Ratzeburg aus Richtung Nordost gesehen.

30.11.1813: Die Vorposten der Hanseaten beobachten in der Nacht ein helles Feuer in der Gegend von Mölln und die Morgenpatrouille findet die Stadt von den Franzosen verlassen vor.

01.12.1813: Aufgrund des Vormarsches russischer Streitkräfte auf Hamburg, ziehen sich die Franzosen und Dänen von ihren Stellungen an der Stecknitz zurück. Daraufhin besetzt die 1. Kompanie des 1. Hanseatischen Bataillons Mölln und die Oberschleuse, das 2. Bataillon postiert sich an den Stecknitz-Übergangspunkten Donnerschleuse, Anker und Hollenbeck. Ein Kavallerie-Kommando verfolgt die Franzosen und kann bei Trittau und Hamfelde einige Gefangene machen und ein paar Pferde erbeuten. Das gleiche Kommando kann einen Boten an Marschall Davout abfangen. Die Papiere des Boten enthalten alle Truppenstärken und die Positionierung aller Einheiten und Posten.

Die Kavallerie der Hanseaten schwimmt, da die Brücke abgerissen worden war, über die Stecknitz und nimmt erneut die Verfolgung der Franzosen auf. Die Brücke kann bald repariert werden, so dass auch die Infanterie und Artillerie folgen kann.

02.12.1813: Die Kavallerie marschiert über Ruß und Casdorf in Richtung Lübeck. In Casdorf und Siebenbäumen hält sich noch eine dänische Abteilung Jäger. Rittmeister Leppien lässt deshalb die 1. Hanseatische Schwadron absitzen und den Feind aus den Dörfern vertreiben.

Das 2. Bataillon marschiert nach Grönau.

03.12.1813: Am Abend greifen das 2. Bataillon und die 3. Schwadron der Hanseaten am Grönauerbaum die Verteidigungsstellungen der Franzosen an. Es gelingt den Hanseaten im starken Schneegestöber den Langgraben unbemerkt zu überwinden und die Franzosen in ihrer Schanze an der Brücke zu überraschen. Die Franzosen können jedoch eine zweite Schanze und ein Waldstück halten. Der Hanseatischen Kavallerie gelingt es jedoch zumindest die feindliche Kavallerie zu vertreiben. Um 3 Uhr in der Nacht müssen sich die Hanseaten jedoch zurückziehen.

04.12.1813: Das 2. Bataillon marschiert von Grönau über Krummesse nach Siebenbäumen, wo es auf die Russisch-Deutsche Legion trifft. Die Hamburger Bürgergarde wird nach Bergedorf in Marsch gesetzt, wo sie sich dem Belagerungs-Korps des Generals Woronzow anschließen soll. Die 3. Schwadron der Hanseatischen Kavallerie wird an das Schwedische Korps abgegeben.

Die Kavallerie erobert das Dorf Meusling an der Trave. Alle Brücken über den Fluss sind abgebrochen und aus einer Schanze am anderen Ufer werden die Hanseaten in Meusling beschossen.

05.12.1813: Die Franzosen und Dänen verlassen Lübeck in langen Kolonnen und führen große Mengen an voll beladenen Wagen und Karren mit sich. Bei Recke schwimmen die 1. und die 2. Schwadron der Hanseaten durch das kalte Wasser und setzten dem Feind nach. Die Reiter können die französische Infanterie der Kolonne auseinandertreiben und erbeuten so viele Fahrzeuge und Pferde. Die Hanseaten haben einen Toten und 3 Verwundete zu beklagen.

Die restliche Hanseatische Kavallerie und Infanterie stand unterdessen vor Lübeck und auch der Kronprinz von Schweden und seine Truppen waren eingetroffen. Schließlich kapitulierten die restlichen Dänen und General Lallemand konnte so mit seinen Truppen um 10 Uhr abends nach Segeberg abziehen. Um 11 Uhr ziehen schließlich die Schweden und die 3. Schwadron der Hanseaten in Lübeck ein.

DER FELDZUG IN HOLSTEIN 1813

06.12.1813: Das 2. Bataillon überschreitet die Grenze nach Holstein. Die Infanterie erreicht Sülfeld und Neritz, die Kavallerie geht nach Niendorf.

07.12.1813: Schlacht bei Bornhöved – Die hanseatische Infanterie, die Fußartillerie und die Kavallerie gehen bis Latendorf vor. Die 3. Schwadron der Hanseaten kämpft heute mit den Schweden in der Schlacht bei Bornhöved gegen die Dänen. Die 3. Schwadron trifft hier in der Vorhut gegen zwei polnische Schwadronen der 17. Ulanen an, welche die Nachhut des Dänischen Korps bilden. Von den bei Bornhöved erbeuteten dänischen Geschützen erhalten die Hanseaten zwei Kanonen.

08.12.1813: Die Hanseatische Brigade marschiert von Latendorf über Neumünster und Nordtorf nach Bramer bei Jevenstedt.

09.12.1813 – Die Hanseatische Brigade geht von Bramer gegen die dänischen Truppen vor, die in Kattbek stehen, woraufhin diese sich nach Jevenstedt zurückziehen. Es kommt dabei zu kleinen Gefechten mit der Besatzung aus Rendsburg und dem Jütschen Dragoner Regiment, bei denen die Jäger-Kompanie einen Toten und zwei verwundete zu beklagen hat. Es werden ein französischer Offizier und 11 Soldaten gefangengenommen sowie 9 Wagen beladen mit Wein, Rum und Indigo erbeutet.

10.12.1813: Die Hanseatische Brigade marschiert von Alt-Kattbek bis nach Rendsburg. Die Festung ist vom Feind besetzt, der sich jedoch weigert zu kapitulieren. Die dänische Besatzung hofft auf Hilfe durch das Korps des Prinzen Friedrich und brennt die Vorwerke ab und setzt diese unter Wasser, um einen Angriff zu verhindern. Daraufhin marschiert die Brigade am Abend nach Jevenstedt zurück. Dort erhalten sie um 23 Uhr den Befehl sofort nach Haßmoor aufzubrechen. Die Kavallerie besetzt unterdessen einige Dörfer am Stadtrand von Rendsburg. Unterdessen kommt es zur Schlacht zwischen den Dänen und den Truppen Wallmodens und Dönbergs bei Sehestedt.

11.12.1813: Um 4 Uhr früh erreicht die Hanseatische Infanterie Haßmoor und wird nach kurzer Rast weiter nach Kluvensiek dirigiert. Die Jäger der Bürgergarde gehen nach Nortdorf zurück, um über Lübeck zu ihrem Korps nach Bergedorf zu marschieren.

12.12.1813: Das 2. Bataillon erreicht Bovenau. Der Ort ist durch die Schlacht bei Sehestädt vom 10. Dezember vollständig zerstört.

15.12.1813: Die Jäger-Kompanie wird inspiziert und marschiert anschließend zum Schloss nach Kluvensiek.

Die Dänen schließen einen Waffenstillstand der bis zum 29. Dezember andauern soll.

17.12.1813: Die Legion geht über die Eider und bezieht Quartier in Harzhof, Brockendorf, Ahlefeld, Wittensee und Sehstedt.

Die reitende Artillerie der Hanseaten erhält den Befehl von Bremen nach Rendsburg zu gehen.

18.12.1813: Auch der Rest des 2. Bataillons erreicht Kluvensiek. Die Jäger-Kompanie geht dafür nach Windeby.

19.12.1813: In Mühlhorst und Dürrwade treffen die Jäger und das 2. Bataillon wieder zusammen.

24.12.1813: Zum Heiligabend werden die Hanseaten in Eckernförde und den umliegenden Dörfern einquartiert und verbleiben dort bis zum 05. Januar 1814. Das Depot wird unter dem Befehl von Leutnant Dannenberg in Friedrichstadt eingerichtet. Die alten Uniformen der Hanseaten konnten aus Mangel an Tuch immer noch nicht erneuert werden, lediglich einige Schuhe und Stiefel sowie eine Anzahl Hemden und Strümpfe wurden ausgegeben. Im Hauptquartier der Nordarmee in Kiel, erhalten eine Reihe von Hanseaten die Schwert-Medaille als Auszeichnung für ihre Taten in den Gefechten bei Mölln, Recke, Hohen Viechel und Mustin.

05.01.1814: Die Hanseaten marschieren bei starkem Schneefall über Hütten und Ascheffel nach Brekendorf. Am Abend um 8 Uhr trifft die Truppe in Owschlag ein, wo sie ins Biwak geht.

06.01.1814: Von Owschlag bahnt sich die Truppe einen Weg durch tiefen Schnee bis nach Groß-Breckendorf.

07.01.1814: Von Groß-Breckendorf geht es nach Ahlefeld. Die Kavallerie und die Artillerie bleiben im Schnee stecken und müssen von der Infanterie ausgegraben werden.

08.01.1814: Bei minus 20 Grad geht es weiter nach Holzbunge. Hier verbleibt die Infanterie bis zum 11. Januar, ist aber damit beschäftigt die Wege für die Artillerie befahrbar zu machen.

12.01.184: Die Hanseaten gehen nach Windeby

15.01.1814: Die Hanseaten erfahren vom Frieden zu Kiel, der zwischen England, Schweden Dänemark unterzeichnet wurde.

DIE BELAGERUNG VON HARBURG 1814

Die Hanseatische Legion bildet nun die Arrieregarde des Korps Wallmoden, welches jetzt zur Belagerung von Harburg eingesetzt werden soll. Die Hanseaten folgen dabei der Division Lyon durch Holstein bis zur Elbe, überqueren diese und verbleiben für einige Tage auf der linke Flanke des Belagerungsringes um Harburg. Von hier aus geht es zunächst nach Bremen, wo dir Truppe endlich neu ausgerüstet wird. Nach einem kurzen Aufenthalt geht es schließlich zurück zur Belagerung von Harburg, wo die Legion jetzt auf der rechten Flanke eingesetzt wird.

17.01.1814: Die Truppe marschiert von Windeby nach Grünhorst.

18.01.1814: Die Hanseaten marschieren von Grünhorst über das Schlachtfeld von Sehestädt nach Osterade. Von hier aus geht es weiter über Bovenau nach Schierensee.

19.01.1814: Die Hanseaten marschieren weiter über Nordtorf nach Neumünster.

20.01.1814: Von Neumünster geht es über Großenaspe nach Bramstedt.

21.01.1814: Die Hanseaten marschieren von Bramstedt nach Barmstedt.

22.01.1814: Von Barmstedt geht es nach Bevern.

23.01.1814: Von Bevern marschiert man über Pinneberg nach Blankenese. Die Hanseaten gehen bei Blankenese über das Eis der Elbe, wo ein Ruhetag in Neuenfelde eingelegt wird.

25.01.1814: Das 2. Bataillon und die 2. Kavallerie Eskadron werden von Neuenfelde nach Francoop und Moorburg verlegt, wo sie die russischen Truppen des General Stroganov auf der Vorpostenlinie vor Lauenbruch und dem Schwarzen Berg ablösen. Die Artillerie wird nach Buxtehude geschickt, während der Rest der Legion Quartier in Horneburg und Harsefeld Bezieht. Die 1. Kompanie des 1. Bataillons marschiert mit 50 Mann der 5. Kompanie sowie einer Abteilung von 20 Kavallerie vom Alten Land nach Ritzebüttel, um die dort befindlichen Kriegsgefangenen bei ihrer Einschiffung zu bewachen. Diese Abteilung kehrt erst Ende Februar zurück nach Harburg.

Harburg Schanzen 03

Die Festung Harburg und die Schanzen auf dem Schwarzen Berg.

Ab dem 25. Januar geht die Hanseatische Legion vom Englischen in den Hannoverschen Sold über. Aus diesem Grund, soll die Legion in Bremen inspiziert und neu ausgerüstet werden.

26.01.1814: Für die Jäger des 2. Bataillons wird vor Lauenbruch eine Schanze gebaut und Hanseaten Schanze getauft. Später wird die Schanze unter dem Namen Moorburger Schanze bekannt.

29.01.1814: Die Hanseatischen Truppen in Moorburg werden durch die Kielmannsegger Jäger verstärkt.

30.01.1814: Das 1. Infanterie Bataillon und die 2. Schwadron der Hanseaten wird nach Bremen in Marsch gesetzt und die 1. Schwadron übernimmt den Vorpostendienst vor Harburg.

01.02.1814: Auch die Artillerie der Hanseaten wird nach Bremen verlegt.

Unterdessen bricht das Bremer Kontigent der Hanseatischen Legion von Bremen in Richtung Kölln auf. Sie marschieren über Minden, Bielefeld und Dortmund. Von Kölln geht es über Aachen, und Lüttich bis Brüssel. Da die Kampfhandlungen bereits eingestellt waren, kehrten die Bremer nach einer Woche Aufenthalt wieder in ihre Heimatstadt zurück, wo sie am 16. Juni 1814 eintreffen. Das Jäger-Korps marschierte nach Frankreich und gelangte bis Lille, kann aber nicht aktiv an den Kämpfen teilnehmen.

06.02.1814: Das 2. Bataillon geht von Moorburg über Buxtehude ebenfalls nach Harsefeld. Die 1. Hanseatische Schwadron hat ein Gefecht mit Franzosen auf Altenwerder.

07.02.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Frankenborstel.

08.02.1814: Das 2. Bataillon marschiert über das Kloster Zeven und Otterstedt nach Ottersberg.

09.02.1814: Das 2. Bataillon erreicht ebenfalls Bremen. Die 1. Hanseatische Schwadron hat ein Gefecht mit Franzosen an der Hohen Schaar.

10.02.1814: Die 1. Schwadron der Kavallerie folgt schließlich der restlichen Hanseatischen Legion nach Bremen.

15.02.1814: Die Hanseatische Legion ist bei Bremen komplett versammelt. Hier erhalten die Männer endlich eine neue Ausstattung. Alle Ausrüstungsstücke sind in Hannover gefertigt worden. Das Kommando über das Depot übernahm Rittmeister von Holleben. Die 4. Schwadron der Kavallerie wird in eine Kosaken-Schwadron umgewandelt, ihr Kommandeur ist Rittmeister von Braunschweig. Die 3. Schwadron wird aufgelöst und die Mannschaften auf das Depot und die übrigen Schwadronen verteilt. Die restliche Kavallerie wird jetzt als Ulanen bezeichnet.

26.02.1814: Die Hanseatische Legion wird dem englischen General Lyon unterstellet und soll erneut an der Blockade von Harburg teilnehmen.

10.02.1814: Das hanseatische Kavallerie-Regiment wird vom Herzog von Cambridge inspiziert.

14.03.1814: Die Legion beginnt ihren Marsch von Bremen nach Harburg und erreicht an diesem Tag Sotrum. Zunächst wird die 1. und 2. Schwadron sowie das 1. Infanterie Bataillon in Marsch gesetzt.

15.03.1814: Die Legion marschiert nach Scheeffel und Gersdorf.

16.03.1814: Die Legion marschiert nach Bötersheim.

17.03.1814: Das 2. Infanterie Bataillon trifft in Rönneburg ein und schickt am Abend ihre Vorposten nach Wilstorf und an den Rand der Stadt Harburg. Die hanseatische Infanterie wird auf die Dörfer Sindtorf, Mecklefeld, Marmstorf, Bullenhausen und Hittfeld verteilt, während 3 hanseatische Eskadronen und eine Kosaken-Eskadron in Iddensen, Metzendorf, Jehrden und Over postiert werden. Die Vorposten werden von Eißendorf bis Neuland eingerichtet. Die reitende Artillerie ist in Maschen und die Fußartillerie in Emmledorf einquartiert.

23.03.1814: Die 2. Schwadron trifft über Jesteburg kommend in Rönneburg ein.

25.03.1814: Die Franzosen gehen in 2 Kolonnen aus Harburg auf dem Moordamm und gegen Wilstorf vor, plündern und setzten Häuser in Brand. Die Hanseaten müssen aus ihren Vorposten weichen. Die hanseatische Infanterie und Kavallerie in Rönneburg kann den Feind jedoch zurückdrängen.

26.03.1814: Das 2. Infanterie Bataillon wird vom 1. Bataillon in Rönneburg abgelöst. Das 2. Bataillon wird zur Deckung des Hauptmagazins in Hittfeld abgestellt.

29.03.1814: Das 2. Bataillon wird nach Sinstorf verlegt, denn die Franzosen haben einen Ausfall in die Dörfer Eißendorf. Appelbüttel, Marmstorf und Wilstorf sowie einige Häuser am Seevedamm unternommen, diese ausgeplündert und schließlich in Brand gesetzt. Das 1. Bataillon sammelt sich bei Emmelndorf, während die reitende Artillerie bei Hittfeld postiert war. Die Franzosen können jedoch ungehindert nach Harburg zurückfallen.

30.03.1814: Die Franzosen brechen mit 3 starken Kolonnen, ungefähr 3.000 Mann, erneut aus Harburg hervor und werfen die Vorposten in Sinstorf, Rönneburg, Bullenhausen und Over zurück. Aus Sinstorf ziehen sich die Franzosen jedoch wieder zurück, da General Lyon mit einiger Infanterie und Kavallerie in Tötensen aufmarschiert und so die Flanke der Franzosen bedroht. Das 2. Hanseatische Bataillon erhält den Befehl nach Fleestedt abzurücken. Um 9 Uhr kommen die Franzosen mit ihren Kolonnen bis nach Glüsingen, das von ihnen schon vorher stark besetzt worden war.

31.03.1814: GEFECHT AM KATTENBERG – Der Angriff der Franzosen richtet sich nun auf Hittfeld, wo sich das Hauptmagazin der Hanseatischen Legion befindet. Am frühen Morgen rückten die Franzosen, rund 6.000 Mann stark, von Harburg über Rönneburg und Meckelfeld in Richtung Hittfeld. Am Kattenberg vor Fleestedt geht unterdessen das 2. Bataillon, das im Dorf übernachtet hatte und die 4., 5. und 6. Schwadron der Hanseaten in Stellung. Als die Französischen Kolonnen auftauchen, eröffnen die hanseatischen Plänkler und Jäger das Feuer aus einem neben der Straße liegendem Tannengehölz. Schließlich greift die hanseatische Kavallerie unter dem Kommando von Oberst Stein an und zwingt zunächst die Französischen Jäger zur Umkehr nach Meckelfeld. Auch die Hanseatischen Jäger greifen an und vermischen sich derart mit dem Feind, dass nur mehrere Hornsignale sie mit größter Mühe zurück bringen können. Die Kavallerie will nachsetzten, erhält aber von General Lyon den Befehl die Verfolgung einzustellen. Die Franzosen haben etliche Tote und Verwundete. Im Schnee auf dem Schlachtfeld werden auch 2 tote Offiziere gefunden. Am Abend feiert das 2. Bataillon in Meckelfeld den Jahrestag seines Auszuges aus Lübeck und den Einzug der Alliierten in Paris.

Fleestedt 12

Auf der Karte links/oben ist der Kattenberg (Katzenberg) eingezeichnet.

01.04.1814: Die Franzosen greifen das 1. Bataillon an, das zunächst nach Over und schließlich über die Seeve nach Wuhlenburg zurückgehen muss. Daraufhin wird das 2. Bataillon in Meckelfeld durch russische Infanterie abgelöst und zur Unterstützung des 1. Bataillons an die Seeve dirigiert. Zwischenzeitlich sind die Franzosen mit ihrer Beute nach Harburg zurückgekehrt und das 1. Bataillon ist ihnen bis Bullenhausen und Moor gefolgt.

02.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Horst.

03.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Eckel und in die umliegenden Dörfer. Hier wird bis zum 07. März exerziert.

04.04.1814: Statt den Hanseaten ziehen nun russische Truppen unter dem Kommando des General Tolstoi in die Vorposten-Stellungen vor Harburg.

08.04.1814: Auf einem Höhenzug am Rande der Marsch wird die Hanseatische Brigade auf einem Sandhügel versammelt. An diesem Tag ist ein Großangriff auf Harburg geplant. Es erfolgt jedoch nur ein Artilleriebeschuss der Stadt, an dem auch die Hanseatische reutende Batterie beteiligt ist. Am Abend kehren die Einheiten in ihre Quartiere zurück.

10.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Emsen.

15.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Eversdorf.

16.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Rothenburg.

17.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Ottersberg.

18.04.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Bremen.

19.04.1814: Die Hanseatischen Truppen werden durch General-Kommissar Oberst-Lt. Halket in Bremen inspiziert und erhalten nun die restlichen Uniformen.

22.04.1814: Oberst von Witzleben gibt den Bestand der Lübecker mit insgesamt 796 Mann an. Nach dem Rapport werden aber 889 Mann festgestellt.

MAI 1814

13.05.1814: Die Legion marschiert nach Bramstädt. Die Artillerie verbleibt in der Nähe von Bremen.

14.05.1814: Die Legion marschiert nach Schiffdorf.

15.05.1814: Die Legion hat einen Ruhetag und am Abend gibt es einen Ball.

16.05.1814: Das 2. Bataillon marschiert über Bremerlehe und Midlum.

17.05.1814: Das 2. Bataillon marschiert nach Ritzebüttel und Cuxhaven. Hier bleibt das Bataillon bis zum 24. Juni.

25.05.1814: Es liegt nun die Genehmigung vor, die Hanseatische Legion in ihre Heimatstädte marschieren zu lassen und die Legion aufzulösen. Da jedoch die Städte Hamburg und Lübeck und Dörfer rundherum mit fremden Truppen belegt sind, verschiebt sich der Rückmarsch der Legion bis Ende Juni.

28.05.1814: Oberst von Witzleben ist vom Kommando suspendiert und eine Untersuchungskommission ermittelt den Vorwurf der Unterschlagung von Sold-Geldern. Major von Baumbach erhält provisorisch den Oberbefehl über die Legion.

24.06.1814: Das 1. Bataillon trifft in der Vorstadt von Bremen ein. Das 2. Infanterie Bataillon marschiert von Cuxhaven und Ritzebüttel nach Geversdorf.

25.06.1814: Das 1. Bataillon marschiert nach Ottersberg, das 2. Infanterie Bataillon nach Hechthausen.

26.06.1814: Das 1. Bataillon marschiert nach Zeven, das 2. Infanterie Bataillon geht über Stade nach Horneburg.

27.06.1814: Das 1. Bataillon marschiert nach Buxtehude, das 2. Infanterie Bataillon marschiert nach Moorburg.

28.06.1814: Ruhetag für das 2. Infanterie Bataillon

29.06.1814: Das 1. Bataillon erreicht Wilhelmsburg. Personal- und Materialinspektion des 2. Bataillons durch Rittmeister Baron von Bischofshausen.

30.06.1814: Das 2. Bataillon geht von Moorburg über Harburg nach Wilhlemsburg und bis zum Grasbrook, wo die gesamte Legion um 10 Uhr zur Parade versammelt ist. Unter dem Jubel der Bevölkerung rückt die Legion durch das Brooktor in Hamburg ein. Von hier geht es über den Wall bis zum Sandtor, über die Brooksbrücke, die Kajen, Admiralitätsstraße, Neuen Wall, Jungfernstieg, Große und Hohe Bleichen, Gänsemarkt und Dammtorstraße auf den Wall zwischen Dammtor und Millerntor, wo die ganze Legion bewirtet wird.

HL 12

Einzug der Hanseatischen Legion über die Brücke am Brooktor.

03.07.1814: Um 5 Uhr in der Früh marschiert das Lübecker Kontingent der Legion, also das 2. Infanterie – Bataillon, die 5. und 6. Schwadron des Kavallerie – Regiments sowie die halbe Batterie der Fuß-Artillerie über Wandsbek nach Labenz.

04.07.1814: Die Lübecker marschieren nach Bliestorf.

05.07.1814: Das Lübecker Kontingent marschiert wieder in seiner Heimatstadt Lübeck ein. Die 866 Männer passierten das Mühlentor unter dem Jubel der Bevölkerung und man hält einen Dankgottesdienst in der Marienkirche ab, wo man die Feldzeichen des Lübecker Kontingents der Legion feierlich aufhängt.

Ende Juli wird der größte Teil der Männer aus dem Dienst entlassen. Es wird jedoch beschlossen, ständig 5 bis 6 Kompanien Infanterie, 1 Eskadron Kavallerie und Artilleriekompanie unter Waffen zu halten.

VERLUSTE

Das Hamburger Kontingent hat in den Kämpfen insgesamt 7 Offiziere, 12 Unteroffiziere und 138 Soldaten verloren, die Lübecker 5 Offiziere, 2 Unteroffiziere und 31 Soldaten. Hier die Zahlen Hamburger, verteilt auf die einzelnen Truppenteile:

  • 1. Bataillon: 4 Offiziere, 7 Unteroffiziere, 32 Soldaten
  • 2. Bataillon: 1 Offiziere, – Unteroffiziere, 67 Soldaten
  • 3. Bataillon: – Offiziere, – Unteroffiziere, 14 Soldaten
  • Kavallerie: 2 Offiziere, 2 Unteroffiziere, 20 Soldaten
  • Reitende Artillerie: – Offiziere, 2 Unteroffiziere, 2 Soldaten
  • Fußartillerie: – Offiziere, 1 Unteroffiziere, 3 Soldaten

HL 15

Die Hanseatische Legion ist zur Parade auf dem Domplatz in Hamburg angetreten.

FELDZUG VON 1815

Es gibt für den Feldzug von 1815 zwar eine sehr ausführliche Beschreibung der Organisation und der Erlebnisse der Hanseatischen Legion, da es aber zu keinen Kampfhandlungen kam, will ich hier nur eine knappe Zusammenfassung bieten.

Nachdem die Nachricht in den Hauptstädten Europas eintraf, dass Napoleon aus Elba entflohen und am 1. März 1815 in Cannes gelandet war, wurden die im Wiener Kongress tagenden Verbündeten schnell darin einig, erneut gegen Frankreich zu kämpfen. Am 10. Mai 1815 traten die Hansestädte dem am 25. März 1815 zwischen Österreich, Russland, England und Preußen gegen Napoleon geschlossenen Bündnis bei. Hamburg stellte 1710 Mann, Bremen 750 und Lübeck 540. Diese Mannstärken waren im Verhältnis zur aktuellen Bevölkerungszahl festgelegt worden. Diese Truppe, die wieder Hanseatische Legion genannt wurde, wurde für den Feldzug von 1815 der englischen Armee unterstellt.

Hamburger Kontingent

Dem Chef der Hamburger Infanterie, Major Delius, unterstand die militärische Organisation des Hamburger Kontingents. Es bestand aus 1 Regiment Infanterie zu zwei Bataillonen und je 4 Kompanien, 1 Eskadron Kavallerie, 1 Fuß-Batterie von 6 Geschützen, 2 Kompanien freiwillige Jäger sowie je 1 Depot und eine Reserve für die Infanterie und die Kavallerie. Mit den Kontingenten aus Lübeck und Bremen sollte dies eine Brigade ergeben. Am 12. Juni marschierte da 2. Infanterie-Bataillon und die Kavallerie in Richtung Belgien ab. Drei Tage später folgte der Regimentsstab und dem 1. Bataillon sowie der Artillerie. Die Truppe marschiere über Tostedt, Rothenburg, Ottersberg, und Bremen in die Niederlande, dort über Almelo, Deventer, Arnheim, und Nimwegen weiter über Antwerpen und Brüssel nach Mons, das sie am 24. Juli erreichten. Die Hamburger Jäger marschierten sogar erst am 31. Juni aus Hamburg ab, also lange nach der Schlacht von Waterloo, die bereits am 18. Juni 1815 stattfand. Die Hamburger bleiben bis zum Herbst in Nordfrankreich stationiert. Am 16. Oktober wurde der Befehl zum Rückmarsch gegeben, der zumindest für die freiwilligen Jäger am 22. Oktober begann. Am 30. November erreichten die Jäger ihre Heimatstadt und wurden hier begeistert empfangen. Die regulären Truppen der Hamburger begannen ihre Heimreise erst im Dezember und erreichten Hamburg schließlich am 26. Januar 1816.

Bremer Kontingent

Der Senat von Bremen hatte, wie schon 1813, sofort wieder die Aufstellung eines Bremer Kontingents vorbereitet.  Heinrich Böse entschloss sich wieder auf eigene Kosten eine Jägerkompanie von 75 Mann auszurüsten. Die Führung der Kompanie sollte diesmal seinem Schwager Franz Thorbecke übertragen werden, da er selbst nicht erneut ins Feld ziehen wollte.

Zusammen mit der Schwadron Kavallerie unter Major Max Freiherr von Eelking wurde das Freiwillige Bremische Jäger-Korps dem preußischen Ulanen-Regiment Nr. 6 zugeordnet, dessen Kommandeur Oberstleutnant von Lützow war. Diese Kavallerie-Truppe unter Major von Eelking marschierte schon am 30. April 1814 mit 50 Männern von Bremen ab, traf am 28. Mai beim Regiment Lützow ein und nahm an den Schlachten vom 16. und 18. Juni 1815 teil.

Unterdessen verzögerte sich der Abmarsch der Böse’schen Jäger bis zum 14. Juni 1815. Einer der Oberjäger, Johann Georg Lohmann, berichtet in seinem Tagebuch über den Verlauf des Feldzugs, der am 14. Juni 1815 um 2 Uhr morgens mit dem Abmarsch in Bremen begann und am 21. November 1815 mit dem Wiedereinmarsch der Jäger in Bremen endete. Die Truppe war über Cloppenburg, Lingen, Almelo, Arnhem, Nijmegen, Hertogenbosch, Tilburg und Antwerpen marschiert und erreichte Brüssel am 9. Juli 1815. Von dort aus fuhren sie am 10. Juli nach Waterloo und besichtigten das Schlachtfeld, auf dem bereits 22 Tage vorher, am 18. Juni, Napoleon vernichtend geschlagen worden war. Das Tagebuch gibt einen Bericht über das, was man dort sehen konnte:

„die Erde roth von Blut gefärbt, auf einigen Stellen standen noch ganze Löcher voll. Pferde, die auch noch nicht begraben waren, Theile von Menschen als Köpfe, Arme, Beine. Der Anblick war schauderhaft. 20.000 Bauern hatten 4 Tage gearbeitet, um die Todten zu begraben.“

Von Brüssel ging es für die Jäger nach Paris weiter, wo sie vom 17. August ankamen und bis zum 24. August 1815 blieben. Am 19. Oktober kam aus Paris die Nachricht, dass die Hamburger, Bremer und Lübecker Jäger in die Heimat zurückkehren sollten, wohingegen die übrigen Truppen der Hanseatischen Legion zur Besetzung Frankreichs bleiben sollten. Am 21. November trafen die Jäger wieder in Bremen ein und erhielten am 4. Dezember ihren Abschied. Von den ursprünglichen 176 Teilnehmern waren zu diesem Zeitpunkt 26 nicht mehr am Leben, obwohl es keine Kampfhandlungen gegeben hatte.

Lübecker Kontingent

Das Lübecker Kontingent setzte sich aus 1 Kompanie freiwilliger Jäger und 2 Kompanien Füsiliere zusammen. Diese drei Kompanien bildeten ein Bataillon, das am 12. Juni die Heimatstadt verließ. Die Lübecker nehmen ebenfalls die Marschroute, die schon die Hamburger und Bremer benutzt haben.

Im Tagebuch von Johann Heinrich Lang finden wir folgende Passage:

Am 22. Juni wird beim Apell Folgendes bekannt gemacht: „daß Blücher und Wellington am 18ten dieses bei Belle-Alliance einen glänzenden Sieg über Napoleon erfochten hätten, wodurch die ganze französische Armee zerstreut und das Korps Vandamme abgeschnitten sei. Leider wäre aber der tapfere Herzog von Braunschweig-Oels an diesem denkwürdigen Tag geblieben. Die Anzahl der Toten, Verwundeten und des eroberten Geschützes sei unermesslich, die Schlacht hätte drei Tage gewütet. Lauter Jubel verkündete unsere Freude über den Sturz des Tyrannen und des nun unbezweifelt glücklichen Feldzuges in Frankreich; mit fröhlichen Herzen strömten wir in die Wirtshäuser und tranken auf Deutschlands Wohl. Die Nacht schlief ich ganz vortrefflich in einem Schlafstalle auf Heu.

Am 10. Juli erreichen sie Antwerpen, erreichen schließlich Frankreich  und bleiben zusammen mit der restlichen Legion dort stationiert. Wie auch die Jäger der anderen Kontigente treten die Lübecker ihren Rückmarsch in Heimat am 22. Oktober an und erreichen Lübeck am 07. Dezember 1815, wo für sie eine große Parade abgehalten wird. Erst Anfang Februar 1815 kehrt auch die Lübecker Infanterie in die Heimat zurück.

GEDENKSTÄTTEN

Lübeck

In Lübeck beschlossen Rat und Bürgerschaft am 3. September 1816, eine Gedenktafel für die Gefallenen des Lübecker Kontingents in der Marienkirche anbringen zu lassen. Die 38 Namen von 5 Offizieren, 2 Unteroffizieren und 31 Soldaten enthaltende kupferne Gedenktafel wurde an der Westseite des ersten Süderpfeilers des Langhauses angebracht. Darüber waren die Fahne und die Standarte des lübeckischen Kontingents, die am 19. Oktober 1814 feierlich in die Kirche überführt wurden, aufgehängt. Das Denkmal und die Fahnen wurden beim Luftangriff auf Lübeck am 29. März 1942 zerstört.

Ein altes Fotos zeigt die Fahnen in der Marienkirche.

Im Stadtgebiet Lübeck erinnert heute nur noch das Denkmal für den hier am 5. September 1813 gefallenen Major Friedrich Wilhelm Ludwig von Arnim-Suckow an die Hanseatische Legion.

Hamburg

Am 29. September 1814 wurden die Standarten der Kosaken und der Hanfftschen Escadron, sowie eine Kompaniefahne der Reitartillerie in der Hauptkirche Sankt Michaelis aufgehängt. Die beiden Fahnen der Infanterie und eine Standarte kamen am 11. Juni 1815 dorthin, als das hamburgische Kontingent neue Fahnen erhielt. Ebenfalls in St. Michaelis wurden am 18. Oktober 1817 zwei von Privatpersonen gestiftete Tafeln mit den Namen der im Kriege gefallenen Hamburger angebracht. Von der Legion befanden sich darunter die 157 Namen von 7 Offizieren, 12 Unteroffizieren und 138 Soldaten. Die Fahnen und die Tafeln fielen dem Brand der Michaeliskirche am 3. Juli 1906 zum Opfer.

Der Verein der Hanseatischen Kampfgenossen legt eine gemeinschaftliche Grabanlage mit einem Obelisken an, der zugleich als Denkmal an die Gefallenen diente. Dieses Denkmal befand sich anfangs auf dem Friedhof des Maria-Magdalenen-Klosters am Dammtor und wurde 1924 auf den Friedhof Ohlsdorf verlegt, wo es bis heute auf dem Platz vor der Kapelle 4 steht.

QUELLEN

Neben diversen Internetquellen, den Knötel Uniformtafeln, kleinen Abhandlungen, Dorf- und Stadtchroniken sowie allgemeinen Abhandlungen zum Thema habe ich für die Recherche insbesondere folgende Werke herangezogen:

  • Perthes: W. Perthes Leben. Bd. 1 Gotha (1892).
  • Lutz Voigtländer (Hrsg.): Das Tagebuch des Johann Heinrich Lang aus Lübeck und die Feldzüge der Hanseaten in den Jahren 1813–1815. (1980)

(Lang war Freiwilliger Jäger beim Lübecker Bataillon der Hanseatischen Legion)

  • Cipriano Francisco Gaedechens: Die hanseatische Legion. In: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte. 8 (NF5) (1889), S. 601–640.
  • Feldzug der Hanseaten in den Jahren 1813 -14 / von Philip Boye

(Boye war Arzt bei der Hanseatischen Kavallerie)

  • Aus dem Tagebuch eines alten Soldaten der hanseatischen Legion vom Jahr 1813 / von M. von Süssmilch-Hörnig (1859)

(Der Autor (?) war Infanterist beim Lübecker Bataillon)

  • Mit der hanseatischen Legion gegen Napoleon: Erfahrungen eines jungen Studenten 1813-181615 / von Joachim Kannicht (2008)

(Friedrich von Coulon aus Stade war bei der Hamburger Infanterie)

  • Agonieen der Republik Hamburg im Frühjahr 1813 von Jonas Ludwig von Hess
  • Das Militär der Freien und Hansestadt Lübeck 1623–1867 von Jan Schlürmann
  • Erinnerungen aus meinem vielbewegtem Leben von Georg Bärsch

(Rittmeister Bärsch war Offizier der Hanseatischen Kavallerie)

5 Kommentare zu “Napoleonische Kriege in Norddeutschland – Hanseatische Legion – Teil 3”

  1. Bin ja auch ein regelmäßiger Leser deiner Artikel/Blog.Immer sehr interessant.Falls Du da mal was großes in 28mm machen willst wäre ich auf jeden Fall dabei.Vielleicht ja mal was für die Tactica,wenns bei mir schon nicht mit der Wüste klappt 🙂

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