Heinrich Barth

Unsere diesjährigen TACTICA Figur „Heinrich Barth“ möchte ich zum Anlass nehmen, den Hamburger Sahara-Forscher etwas näherer vorzustellen.

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Johann Heinrich Barth wurde am 16. Februar 1821 in Hamburg als Sohn eines wohlhabenden Fleischers geboren. Zunächst studierte und lehrte schließlich auch in Berlin Philologie und Geographie. Seine ersten Forschungsreisen führten ihn in den Mittelmeerraum, unter anderem auch nach Tunesien und Libyen in Nordafrika. Da in den Jahren nach der Revolution von 1848 die preußischen Universitäten vom Staat etwas vernachlässig wurden, entschloss sich Barth an einer britischen Expedition zum Tschad-See teilzunehmen. Durch seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch und Arabisch, außerdem erlernte er mehrere afrikanische Sprachen, wie Tamaschaq und Hausa, brachte er gute Voraussetzungen für eine solche Reise mit.

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Die Reiseroute von Barth

Ziel der Expedition, die unter der Leitung von James Richardson stand, war es, den Sklavenhandel durch die Sahara zu unterbinden und durch einen verstärkten Transport von nicht menschlichen Waren zu ersetzten. Zu diesem Zweck sollten entsprechende Abkommen mit den Herrschern des Kalifats von Sokoto und Bornu geschlossen werden. Ein dritter Teilnehmer der Expedition war der deutsche Astronom und Geologe Adolf Overweg.

TACTICA Figur 2018 – Heinrich Barth

Die Expedition begann im März 1850 ihre 6 Jahre andauernde Reise in Tripolis, im heutige Libyen. Zunächst ging es quer durch die Sahara nach Murzuq im Fessan. Von hier aus erreichten die Männer Ghat und die Ausläufer des Tassili n’Ajjer sowie des Hoggar-Gebirges, bis sie schließlich am 4. September in Tintellust im Aïr-Gebirge eintrafen. Während der Reise entdeckte Barth Felsbilder im Hochplateau des Messak Settafet und ihm ist es zu verdanken, dass diese Bilder erstmals zur Erforschung vergangener Kulturen dieser Region verwendet wurden.

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Barths Einzug in Timbuktu

Natürlich durchlebten Heinrich Barth und sein Begleiten auch viele gefährliche Situationen und der glückliche Ausgang lag oft auf Messers Schneide. Bei einem seiner Erkundungen die er allein unternahm, erlitt Barth einen Schwächeanfall und wurde erst in letzter Sekunden von einem der Diener gefunden und gerettet. Bei einer anderen Gelegenheit wurden die Expedition von Tuareg angegriffen und sie mussten sich mit Schusswaffen die Räuber vom Leib halten. Trotz manch glücklicher Wendung überlebte James Richardson die Reise nicht. Er verstarb im Jahr 1851 im Gebiet des heutigen Nordnigerias, sechs Tagereisen von Kuka entfernt. Zuvor hatten sich Richardson und Barth zerstritten, da der Deutsche seine Aufgabe nicht in der Förderung des britischen Außenhandels sah, sondern vornehmlich die Kulturen und die Geschichte Afrikas erforschen wollte. Auch der andere Deutsche Teilnehmer der Expedition, Adolf Overweg, erlag im Jahr 1952 am Tschadsee den Strapazen der Reise. Nach dem Tod dieser beiden Männer wurde schließlich Heinrich Barth von der britischen Regierung zum Leiter der Expedition ernannt.

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Das Haus von Barth in Timbuktu

Barth erforschte nun allein die Gebiete südlich des Tschadsees und den Flusslauf des Benue, erreichte schließlich die berühmten Handelsstadt Timbuktu im westafrikanischen Mali und verfasste dort eine ausführliche Beschreibung der Oasenstadt. Von Timbuktu reiste er zurück nach Tripolis und London. Für Barth dauerte die Reise sechs Jahre und er legte dabei knapp 20.000 km zurück. Seine Tagebuchaufzeichnungen verarbeitete er in dem 5-bändigen Werk „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Central-Afrika: in den Jahren 1849 bis 1855“. Heinrich Barth verstarb am 25. November 1865 in Berlin.

Eine Zusammenfassung seiner Reise findet man in dem Buch „Die große Reise. 1849 – 1855 – Forschungen und Abenteuer in Nord- und Zentralafrika“.

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