NORWEGISCHE SAGA / Oslo Museum

Nach meinem letzten Bericht über das Oseberg Schiff, möchte ich die Gelegenheit nutzen und auf einen kleine Wikinger-Ausstellung im Oslo Museum aufmerksam machen. Ich vermute, es handelte sich nur um eine zeitlich begrenzte Ausstellung, war aber zumindest im Jahr 2019 noch aktuell.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Fundstücke aus der Wikinger-Zeit und ist eine gute Ergänzung zum Wikingerschiff-Museum.

Im Jahr 1844 wurde auf einer kleinen Farm in der Nähe von Oslo ein Silberhort gefunden. Er bestand aus silbernen Armreifen, sogenanntem Hack-Silber, welches als Zahlungsmittel diente, und arabischen sowie persischen Münzen, die von den fernen Handelsbeziehungen zeugen.

Auch der berühmte Goldfund von Hon im Jahr 1834 zeugt von den fernen Orten, mit denen die Wikinger Handel trieben. Der Fund besteht aus goldenen Ringen und Juwelen aus dem Land der Franken, arabische Münzen, römischen Edelsteinen und Ringen aus England.

Viele der Gegenstände dieses Fundes stammen aus dem Reich Karl des Großen, wie auch eine große Gürtelschnalle.

Eine große Zahl Schmuckstücke stammen aus den zahllosen Beutefahrten der Wikinger nach England. Vielfach sind es dekorative Stücke aus britischen Kirchen, die dort Bücher und religiöse Gegenstände zierten. Diese Objekte zeugen von den Überfällen der Wikinger auf britische Klöster, die meist unbefestigt waren und so eine leichte Beute darstellten.

Diese ovalen Broschen waren typisch in der Zeit der Wikinger. Sie wurden fast immer paarweise gefunden. Die Broschen wurden benutzt, um die Schulterriemen eines Frauenkleides zu halten. Sie waren unterhalb der Schulter angebracht.

Dreiseitige Broschen wurden häufig von Wikinger-Frauen getragen. Diese Art der Ornamentik findet sich außerdem an Schwertgürtel im Reich der Franken.

Diese goldenen Sporen eines Reiters wurden 1887 auf dem Gelände der Roed Farm gefunden. Reiter gab es im skandinavischen Reich der Wikinger selten. Aus diesem Grund sind diese Sporen auch der einzig bisher bekannte Fund dieser Art in Skandinavien.

Dieser Wikinger-Helm, gefunden auf der Gjermundbu Farm, ist das am besten erhaltene Exemplar weltweit. Er war Teil eines Grabfundes, der außerdem ein Kettenhemd, ein Schwert und zwei Speere enthielt.

Hier das eben erwähnte Kettenhemd aus dem Gjermundbu-Fund. Es ist nur ein Teil des Fundes zu sehen, zu dem insgesamt mehr als 25.000 Kettenhemd-Ringe gehören.

1851 wurde in Borre in der Vestfold dieses prächtige Zaumzeug gefunden. Es gehört zu einem Grabfund eines Reiters, der mit 3 Pferden und weiterer Reiter-Ausrüstung bestattet wurde.

Viele Schwerter der Wikinger-Zeit sind reich verziert. Bisher wurden mehr als 3.000 Schwerter dieser Epoche in Norwegen gefunden. Meist stammen die Schwerter aus Grabfunden, zu denen immer auch andere Waffen gehörten.

Dieses Schwert wurde verbogen und zerstört, bevor es als Beigabe in ein Grab gelegt wurde. Kein Einzelfall, aber die genaue Bedeutung dieser Vorgehensweise ist unbekannt. Vielleicht musste die Gefahr, die von einem Schwert ausging, gebrochen werden, damit ihr Träger vom Reich der Lebenden ins Reich der Toten wechseln konnte.

Der Speer war eine der wichtigsten Waffen der Wikinger. Er wurde meist als Stoßwaffe verwendet. Standen sich zwei feindliche Linien dicht an dicht gedrängt gegenüber, dann war der Speer die beste Waffen-Wahl, denn er besaß eine größere Reichweite als Schwert und Axt. Die sehr schlanken Speerspitzen könnten aber auch zu Wurfspeeren gehört haben.

Sehr häufig findet man Schildbuckel, die durch Waffengewalt durchlöchert wurden. Die Löcher stammen wohl nicht aus Kampfhandlungen, sondern sind Folge einer Art ritueller „Tötung“ der Schutzwaffe, bevor diese als Grabbeigabe verwendet wurde.

Dieses Schwert stammt aus einem Fund auf der Langeid Farm in Aust-Adger. Der Schwertgriff, mit Gold und Silber verziert, trägt christliche Symbole und lateinische Inschriften. Das Schwert stammt also aus der Zeit, als die Epoche der Wikinger sich langsam ihrem Ende näherte.

Diese Wetterfahne der Heggen-Kirche war vor dieser Verwendung an der Mastspitze eines Wikingerschiffes befestigt worden. Nur vier dieser Wetterfahnen sind in Norwegen erhalten. Diese ist die älteste von ihnen.

Im Jahr 1836 wurde auf der Aerstad Farm unter einem Stein ein Hort von 1.900 Münzen gefunden. Die Münzen stammen aus der Zeit, als Canute der Große König von England war. Im Jahr 1028 zahlte der Anglo-Dänische König große Summen an Norwegische Häuptlinge, um sie zur Unterstützung im Kampf gegen König Olav Haraldsson in der Schlacht von Stiklestad zu bewegen. Vielleicht ist der Münzfund eine dieser Bezahlungen.

„Gunnovor, Trydriks Tochter baute diese Brücke in Erinnerung an ihre Tochter Astrid. Sie war die beste Maid in Hadeland“. Dies besagt die Inschrift dieses Runensteins von Dyne in Oppland. Er stammt aus der Zeit, als viele Wikinger zu Christen geworden waren. Er zeigt unter anderem Szenen aus dem Neuen Testament.

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