Kato Kiyomasa

Für mein „Test of Honour“ – Projekt benötigte ich neben meinem Roten Teufeln, den Samurai und Ashigaru des Ii Clans, noch eine zweite Gruppe und somit einen Gegenspieler.Zudem will ich langsam eine kleine Streitmacht für größere Schlachten (evtl. mit Black Powder Regeln) aufbauen. Meine Wahl fiel schließlich auf Kato Kiyomasa und seine Anhänger.

Hintergrund

Auch im feudalen Japan war es möglich, sich aus den unteren Rängen und bescheidenen Verhältnissen kommend bis an die Spitze der Gesellschaft hochzuarbeiten. Das klassische Beispiel dafür war der berühmte Toyotomi Hideyoshi. Aber auch ein weiterer Einwohner aus dem Heimatdorf des Toyotomi Hideyoshi schaffte diesen ungewöhnlichen Aufstieg. Sein Name war Kato Kiyomasa. Er wuchs als Sohn eines Schmieds im Dorf Nakamura auf, wo er in seiner Kindheit Toranosuke, Junger Tiger, genannt wurde. Schon früh war sein Vater verstorben und so kümmerte sich Toyotomi Hideyoshi, dessen Mutter mit der Mutter von Kato Kiyomasas befreundet war, um ihn.

Erste Sporen im Kampf, für den der junge Kato Kiyomasas schon früh eine Begabung zeigte, erlangte er mit 15 Jahren in der Schlacht von Yamazaki (1582) sowie der Schlacht von Shizugatake (1583), in der er in klassischer Art der Samurai zu Pferd mit Schwert und Speer kämpfte. Für seine verdienstvollen Taten in dieser Schlacht erheilt er den Beinamen „shichi hon yari“, die Sieben Speere.

Kiyomasa war nicht an Feinheiten wie der Teezeremonie oder Poesie interessiert. Er war in erster Linie ein Krieger. Seine Tapferkeit im Kampf, seine sachliche, strenge Haltung in der Kriegsführung und sein Festhalten an Prinzipien haben Kato Kiyomasa zu einem viel respektierten Samurai gemacht. Im Jahr 1588 erhielt er das Lehen und die Insel Kyushu zugesprochen, wo er die berühmte Burg Kumamoto bauen ließ. Kiyomasas Festungsbaukünste waren außergewöhnlich. Während der Korea-Kampagnen entwarf er eine Reihe strategischer Burgen. Dieses Talent machte ihn zu Berühmtheit als Architekt und später wurde er von Tokugawa Ieyasu mit dem Bau des Tenshu-dai beauftragt, der steinernen Wälle, die den prächtigen Bergfried der Burg von Nagoya stützen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in seinem Leben war seine fast schon als fanatisch zu bezeichnende Zugehörigkeit zur buddhistischen Nichiren-Sekte. Auf seinen zahlreichen Bannern war immer wieder das Motto „Nam myoho renge kyo“ des Sektengründers zu lesen, was in etwas mit „Ruhm dem heiligen Lotus“ übersetzt werden kann. Dies ist die sino-japanische Aussprache des Titels des Lotos-Sutra, welches in der christlichen Welt ein wenig mit dem „Amen“ vergleichbar ist. Durch seine Religion wurde Kato Kiyomasa zu einem Gegner aller christlicher Bestrebungen in Japan. Bei der Unterdrückung des Christentums ging er gnadenlos vor. Es wird beispielsweise berichtet, dass er während der Schlacht von Hondo befahl, allen schwangeren christlichen Frauen die Bäuche aufzuschneiden und den ungeborenen Kindern die Köpfe abzuhacken.

Berühmt wurde Kato Kiyomasa vor allem durch seine Taten im Koreafeldzug, der als Imjin-Krieg bezeichnet wurde und sieben Jahre, von 1592 bis 1598 andauerte. Er war einer der drei hochrangigen Kommandeure dieser Unternehmung, welche eigentlich die Eroberung von China zum Ziel hatte. Kato Kiyomasa eroberte bei den Kämpfen unter anderem Seoul und Pusan. Katos 16.000 Samurai, unterstützt von 13.000 Mann Verstärkung von Mori Hidemoto, wehrten während der Belagerung von Ulsan in der von Kiyomasa entworfenen Burg 60.000 koreanische und chinesische Krieger ab.

Kiyomasa war auch dafür bekannt, dass er während seiner Zeit in Korea Tiger mit Speeren gejagt und die Felle Hideyoshi zurückgebracht hat. Tatsächlich wurde die Tigerjagd später von Hideyoshi während der Korea-Kampagne verboten, da zu viele Samurai von Tigern getötet wurden, die versuchten Kiyiomasa nachzueifern.

Das Streben eines echten Samurai war es, als erster und in forderster Linie in der Schlacht zu stehen. War das Ziel eines Angriffs eine Burg, dann galt es, als erster sein Banner von den Mauern wehen zu lassen. So kam es vor, dass ein Banner von seinem Träger über die Mauer geworfen wurde und so die Samurai gezwungen waren ihm zu folgen. Während des Angriffes der Japaner im Jahr 1583 auf Chinju in Korea, befanden sich die Anhänger von Kato Kiyomasa und die des Kuroda Nagamasa im Wettstreit darum, wer als erster durch die Bresche in die Burg eindringen konnte. Kiyomasa Bannerträger Iida Kabubei warf die „Nichiren – Fahne“ über die Mauer. Gefolgt wird er von von einem weiteren Banner-Träger mit dem „ko uma jirushi“, in diesem Fall eine „nobori“ mit dem „mon“ Katos, dem blauen Kreis, welcher ein stilisiertes Schlangenauge (hebi no me) darstellen soll sowie einem großen Fächer aus weißen Papierfedern.

Während der Schlacht von Sekigahara im Jahr 1600 stellte sich Kato Kiyomasa überraschend auf die Seite von Tokugawa Ieyasu. Obwohl er nicht am eigentlichen Schlachttag anwesend war, kämpfte er in Kyushu gegen die Feinde der Tokugawa, insbesondere gegen sein benachbartes Lehen, die Armee von Konishi Yukunaga. Konishi war Christ, eine Religion, die er bekanntermaßen verabscheute. Zudem hatte sich Konishi auf die Seite von Ishida Mitsunari gestellt, einem anderen Samurai, den Kiyomasa aufgrund von Konflikten hasste.

Auf dieser Farbtafel wird Kato Kiyomasa mit seinem brühmten Helm „naga-eboshi-no-kabuto“ dargestellt. Diese Kopfbedeckung bestand aus einem „zunari-kabuto“, der einen Überzug aus Holz und Papier erhielt, silber lackiert war und eine Fischflosse darstellen sollte.

Als Kato Kiyomasa im Alter von nur 50 Jahren plötzlich starb, wurde gemunkelt, dass Tokugawa Ieyasu an seinem Tod beteiligt gewesen sein könnte. Als Teilarchitekt war Kiyomasa in die Stärken und Schwächen der Burg Nagoya eingeweiht, er war zudem ein enger Verwandter des Toyotomi-Clans und hatte vermittelt, um die Beziehungen zwischen
Tokugawa Ieyasu und Toyotomi Hideyori zu verbessern. Nachdem er ein solches Treffen verlassen hatte, war er auf dem Weg nach Hause mit dem Schiff, als er plötzlich erkrankte und kurz nach seiner Ankunft in Kumamoto starb.

Figuren

Wieder einmal habe ich mich für die schönen 28 mm Perry – Figuren entschieden, denn die Range beinhaltet auch eine Figur von Kato Kiyomasa mit seinen Bannerträgern. Mein Plan ist es, jeden Clan (es soll noch ein dritter folgen) in einer anderen Kampfhaltung darzustellen. Nach den stehend kämpfenden Truppen meines Ii Clans, sollen die Truppen des Kato Kiyomasa auf dem Marsch dargestellt werden.

Dazu habe ich die marschierenden Perry– Ashigaru, das vorgehende Komanndo-Set und der vorgehende Bannerträger/Musiker -Set gewählt. Hinzu kommen noch stehende Samurai (die gibt es leider nicht auf dem Marsch). Das Ganze ist jetzt erst die erste Hälfte der Truppe, da ich noch weitere Ashigaru auf dem Marsch benötige. Für mein Test of Honour- Projekt sind die Truppen jetzt aber schon ausreichend.

9 Kommentare zu „Kato Kiyomasa“

  1. Wunderschön! Schöne Geschichte und die Erklärung in welche Richtung alles geht. Bin gespannt wie es weiter geht und sehr froh, wenn ich bei einen oder mehreren Spielen dabei bin. 🙂

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  2. Oh man Frank, wie soll das mit mir bloß enden? Jetzt finde ich auch noch Samurais super. Ich komme mit Sudan nicht hinterher und jetzt diese geilen Bilder. Oh man oh man.

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  3. @Bommel: ja, Perry und Test of Honour passen gut zusammen. Hatte im Bericht „Test of Honour“ auch ein Vergleichsbild gepostet. Zu den Warlord-Figuren kann ich nichts sagen, die habe ich nicht.
    @Peter: hörst sich spannend an und kannte ich bisher auch noch nicht. Danke dir! 🙂

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    1. Vielen lieben Dank. Ich stöbere mal wieder weiter hier. Viele viele Artikel, die ich noch lesen muss.
      Beide Firmen machen aus meiner Sicht sehr schicke Minis.

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