Dänische SAGA – Ribe Museum

Neben dem schon vorgestelltem Ribe Wikinger-Center, gibt es natürlich auch ein Museum zur Stadtgeschichte von Ribe.Schwerpunkt des Museums ist die Zeit der Wikinger. Auch ein Bummel durch die Altstadt lohnt sich und zumindest den schönen Dom sollte man besuchen. Vor dem Dom findet man auch die Statue des berühmten Bischof Ansgar.

Vorgeschichte

Um die Mitte der römischen Eisenzeit (etwas 200 n. Chr.), war Dänemark in verschiedene Stammesgebiete eingeteilt. Mehrere Gruppen dieser Stämme waren vermutlich in eine Art Stammesverband regionalen Zentren unterstellt, in denen sich die wirtschaftliche und religiöse Macht konzentrierte.

In dieser Zeit kamen regelmäßig römische Waren, vor allem Bronzegefäße, nach Dänemark. Sie gelangten vermutlich im Rahmen eines Geschenkaustausches zwischen den Führern der Gesellschaft ins Land. Das Häuptlingsgrab von Brokaer ist eines der reichsten eisenzeitlichsten Grabfunde Dänemarks.

Byzanz im Osten und das fränkische Reich im Westen sind Europas Großmächte um 700 n. Chr. Entlang der südliche Nordseeküste wohnen die Friesen, eine Bevölkerung mit einer langen Tradition im Handel. Die Franken eroberten und christianisierten im Lauf des 8. Jahrhunderts große Gebiete.

Bei Dankirke, 7 km südwestlich von Ribe, fand man in einem abgebrannten Handelshaus aus der Zeit um 500 n. Chr. große Mengen importierter Glasperlen und Trinkgläser.

Gründung

Südwestjütland, die Heimat von Ribe, lag an der Grenze zwischen Westeuropa und Skandinavien. In der letzten Hälfte des 7. Jahrhunderts entstand eine Reihe von Handelsplätzen an der Küste. Sie bildeten ein Netzwerk, das den Handel über große Abstände beherrschte. Ribe, der nördlichste Punkt dieses Netzwerkes, wurde im ersten Jahrzehnt des 8. Jahrhunderts gegründet. Es ist wahrscheinlich, dass die Initiative zum Bau der Siedlung von den Friesen in Zusammenarbeit mit einem lokalen Machthaber, vielleicht einem Häuptling oder König, ausging.

Bis ins 14. Jahrhundert lag die Schifffahrtsroute nach Ribe im Wattenmeer dicht unter Land, bis sie die Ribe Au hinaufführte. Südwestlich lagen die Höfe der Herrscher der Umgebung. Von hier aus konnten sie die Schifffahrt und den Zugang zum Handelsplatz kontrollieren. Die engen Verbindungen zwischen lokalen, kontrollierenden Herrschern und den friesischen Händlern führte schließlich zur Anlage des Handelsplatzes an der Ribe Au.

Handelszentrum

Im Jahr 721 oder 722 wurde der Handelsplatz verändert. Auf beiden Seiten eines Weges, parallel zur Au, wurde das Gelände in ca. 7 Meter breite, von Gräben und Zäunen umgebene Parzellen eingeteilt. Diese Einteilung blieb über 130 Jahre, bis um etwa 850 bestehen. Ribe lag an einem Knotenpunkt von Schifffahrts- und Landwegen. Auf dem Fluss erreichte man das Wattenmeer und so ganz Europa. Darüber hinaus befand sich an dieser Stelle eine natürliche Furt.

Auf dem weiten Marschland um Ribe wurde das Vieh aus der Region zusammengetrieben, um auf dem Marktplatz verkauft zu werden. Das wirtschaftliche Rückgrat Ribes war vermutlich auch der Viehhandel. Aber auch das Handwerk spielte eine große Rolle. In Ribe arbeiteten Glasperlenmacher, Metallgießer und Kammmacher.

Siedlung

Etwa 250 m südöstlich des Marktgeländes fanden sich Zeugnisse einer dauerhaften Siedlung., wie Reste von Pfostenhäusern, Wegen, Brunnen und Zäunen. Von den Häusern, die aus der Zeit des 8. Und 9. Jahrhunderts stammen, sind aber nicht mehr als die Pfostenlöcher und Feuerstellen geblieben.

Am Anfang des 9. Jahrhunderts wird der Handelsplatz von einem kleinen Graben umgeben, der lediglich symbolische Bedeutung als Markierung der Stadtgrenze hatte. Innerhalb dieser Umgrenzung garantierte der König den Marktfrieden. Dafür mussten die Händler eine Abgabe als Gegenleistung entrichten.

Verschiedene Siedlungsformen wie Dörfer und Einzelhöfe prägen die ländliche Umgebung Ribes in der Wikingerzeit. Gesiedelt wurde vor allem im Übergangsbereich zur Marsch.  Zeugnis dieser Siedlungsformen sind Reste großer Hofe und Dörfer, wie Vilslev und Hivding, die rund um Ribe gefunden wurden. Das Gehöft in Hivding umfasste etwa 8.000 m². Am Ende des 10. Jahrhunderts stand hier ein 36 m langes Hauptgebäude vom Trelleborg-Typ, mit schräggestellten Stützposten.

Kirche

In der Erhebung von Ribe zum Bischofssitz im Jahr 948 wird die Bedeutung der Stadt deutlich. In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts wird Ribe, wie auch Haithabu und Arhus mit Wall und Graben befestigt. An anderen Stellen entstehen Ringburgen und das Danewerk wird ausgebaut. All dies geschah auf Anweisung von König Harald Blauzahn.

Ab dem 11. Jahrhundert finden sich Siedlungsspuren nördlich von Ribe. Die Stadt wächst in dieser Zeit nach Osten über den alten, nun zugeschütteten Stadtgraben hinaus. Eine neue, größere Befestigung der Stadt wird benötigt. Bischofssitz und Münzprägung zeigen, dass Ribe auch in dieser Zeit nicht an Bedeutung verloren hat.

Aus dem 8. Jahrhundert sind 35 heidnische Gräber bekannt. Die Toten wurde fast alle verbrannt, einige wurde in einer Urne beigesetzt, aber nur wenige bekamen Beigaben mit ins Grab. Aus dem 10. Jahrhundert sind 14 christliche Gräber bekannt, alle mit unverbrannten Bestattungen und ohne Beigabe. Mit Sicherheit waren dies Folgen der Missionierung durch Ansgar in den Jahren um 850.

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