Musée de l’Armée – Teil 2

Natürlich gehört zum Besuch des Museums auch der Gang in den berühmten Invalidendom, welchen man auf der Rückseite des Gebäudekomplexes findet. In der Mitte und unmittelbar unterhalb der mächtigen Kuppel liegt das Grab Napoleons I., das Herzstück des Dom. Es werden hier aber auch andere berühmte Franzosen der Militärgeschichte, wie Marschall Foche geehrt.

Invalidendom

Die Domkirche mit dem Kuppelturm von 107 m Höhe, wurde ab 1677 unter der Leitung des Architekten Jules Hardouin-Mansart errichtet. 1989 wurde der Dom, insbesondere die Trophäen, neu vergoldet, wobei 12 Kilo Gold verwendet wurden. In der Domkirche liegen die Ruhestätten von Turenne, Vauban, Foch, Lyautey, Joseph und Jerome Bonaparte, deren Gräben rund um das Kaisergrab von Napoleon I. angeordnet sind. Die Überführung des Körpers des Kaisers Napoleon, dessen Beisetzung am 15. Dezember 1840 stattfand, wurde noch im gleichen Jahr beschlossen. 1861 war die Errichtung der Grabstätte durch den Bildhauer Visconti abgeschlossen und die Überreste Napoleons konnten dort beigesetzt werden. Der aus roten Porphyrblöcken gemeißelte, auf einem Sockel von grünem Granit stehende Sarg ist von einer Lorbeerkrone und Inschriften umrandet, welche an die Siege des Kaiserreiches erinnern. Im Rundgang um das Grab zeigen Reliefs des Bildhauers Simart die bedeutendsten Taten Napoleons. In der Mitte des Raumes, in welchem der König von Rom liegt, wurde eine Statue des Kaisers mit den kaiserlichen Insignien aufgestellt.

Napoleonischen Kriege

Im Zentrum des Interesses steht für viele Besucher natürlich die Zeit der Napoleonischen Kriege. Bei meinem Besuch 2021 gab es zudem eine Sonderausstellung zum „Mythos Napoleon“. Eine separate Abteilung, aber thematisch mit den Napoleonischen Kriegen verbunden sind die Sonderausstellungen zu Figuren, Artillerie-Modellen und Musikinstrumenten. Im Figurenkabinett findet man von frühen Papierfiguren, über Flachfiguren aus Zinn, bis zu vollplastischen Figuren die ganze Bandbreite dieses Themas. Extrem spannend sind aber auch die Artillerie – Modelle, die noch aus der Zeit stammte, als das Artillerie-Museum als separate Ausstellung geführt wurde. Die exakten Nachbildungen zeigen unter anderem die ganze Vielfalt des berühmten Gribeauval-Systems. Neben den vielen Exponaten wird aber auch über Video-Animationen, Dioramen und unzählige Schautafeln die Epoche und ihre Schlachten anschaulich geschildert. In einem eigenen Saal im Erdgeschoss sind zudem Kavalleristen dieser Epochen und des 19. Jahrhunderts samt ihren Pferden aufgereiht.

Figuren und Dioramen

Zu den ältesten Figuren dieser Sammlung zählen die Papierfiguren aus dem 18. Jahrhundert. Obwohl das Material der Papierfiguren relativ dick war, handelte es sich um sehr fragile Objekte. Die Papier- oder Pappfiguren waren zunächst nur kleine handwerkliche Kunstobjekte, und ohne einen kommerziellen Hintergrund. Die Grundfigur wurde gezeichnet oder der Umriss gedruckt und mit Wasserfarben coloriert. Die Figuren wurden dann mit einem Messer ausgeschnitten und aufrecht auf einen Holzfuß geklebt. Zentrum der Herstellung dieser Papierfiguren war Straßburg und sein Umland, da in dieser Gegend große Truppenkontingente durchmarschierten, die so als Vorlage und Inspiration dienten. Später, als die Figuren auch als Ausschneid-Bögen verkauft wurden, gab es Versionen in Papier für Kinder und welche aus Pappe für den erwachsene Sammler. Hergestellt wurde diese Art der Figuren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Dioramen zeigen sieben berühmte Episoden aus dem Leben von Napoleon I. Es beginnt mit den Kampagnen in Italien und Ägypten und endet mit seinem Tod auf der Insel Saint Helena im Jahr 1821. Die hier verwendeten Papier- und Zinnfiguren stammen aus der Sammlung von Albert Flammant.

Die Krönung Napoleon I.
Die Brücke von Arcole
General Bonaparte in Ägypten
Empfang im Schloss Malmaison
Der Adler (Geburt des Sohnes)
Moskau, 15. September 1812
Napoleon auf Saint-Helena

Artillerie-Modelle

Die Artillerie-Abteilung unterteilt sich in zwei Bereiche, die Original-Stücke werden, wie schön erwähnt, im Hof und vor dem Museum ausgestellt, während die Sammlung der „kleinen Modelle“ im sogenannten Saal „Gribeauval“ untergebracht sind. Die Herstellung der kleinen Modelle geht auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurück und ermöglichte so die Verfolgung der Weiterentwicklung dieser Waffengattung. Erst im 19. Jahrhundert wurden die ursprünglich zu Zwecken der Planung und Entwicklung hergestellten Modelle zu Sammelgegenständen.

Das Gribeauval-System war ein Artilleriesystem, das im 18. Jahrhundert von Generalleutnant de Gribeauval eingeführt wurde. Dieses System revolutionierte die französische Artillerie durch ein neues Produktionssystem, das den Bau und die Wartung leichterer, einheitlicherer Geschütze ermöglichte, ohne dabei die Reichweite zu beeinträchtigen. Die neuen Geschütze trugen in einem gewissen Maße zu den französischen Militärsiegen während der Französischen Revolutionskriege und der Napoleonischen Kriege bei. Das System umfasste neben Kanonen, Haubitzen und Mörsern auch Wagen, Protzen und Feldschmieden.

Musikinstrumente

n Besitz des Armee Museums befinden sich fast 300 Musikinstrumente. Die in dieser Sonderausstellung präsentierten Instrumente stammen aus der Zeit um 1845. König Louis-Phillipe hatte den belgischen Instrumentenbauer Adolphe Saxe beauftragt, neue und zeitgemäße Instrumente für die französischen Militärkapelle zu entwickeln.

Arc de Triomphe

Wer das Armeemuseum besucht, wird mit Sicherheit auch einen Abstecher zum Arc de Triomphe bzw. mit vollem Namen Arc de Triomphe de l’Étoile (Triumphbogen des Sterns) machen. Der Triumphbogen wurde von Kaiser Napoleon I. nach der Schlacht von Austerlitz zur Verherrlichung seiner Siege 1806 in Auftrag gegeben. Fertigstellt und eingeweiht wurde das Bauwerk allerdings erst 1830. Die Innenwände des fast 50 m hohen Triumphbogen führen die Namen von 660 französischen Militärs, vorwiegend Generälen auf (die Namen derjenigen, die im Kampf gefallen sind, sind unterstrichen) sowie 158 Schlachten, davon die 30 bedeutendsten Schlachten Napoleons beginnend mit Valmy sind zuoberst (verzeichnet sind nur siegreiche Schlachten).

Das Grabmal des unbekannten Soldaten mit der ewigen Flamme unter dem Triumphbogen

Louvre

Und wer ganz viel Zeit hat, der bestaunt auch noch die großen Gemälde der Napoleonischen Ära im Louvre.

Napoleon n’est plus

Zum Abschluss dieses 2. Teils noch ein kurzer Blick in die Sonderausstellung „Napoleon n’est plus“ – Napoleon ist nicht mehr.

2 Kommentare zu „Musée de l’Armée – Teil 2“

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