Uniformen und Ausrüstung der Britischen Infanterie im Sudan 1884 – 1885 (Teil 2)

Ausrüstung

Koppeltragegestell

Das Koppeltraggestell (Valise Equipment) leitete eine neue Trageweise der britischen militärischen Ausrüstung ein, wie sie auch noch bis heute Verwendung findet. Der alte Tornister und die Patronentasche am Bandelier wurden durch ein so genanntes Valise Equipment, dem Koppeltragegestell ersetzt.

Dieser Soldat von 1879 trägt das P18070 Koppeltragegestell und die volle Ausrüstung. Gut erkennbar in der Frontansicht ist die schwarze Kugeltasche unter der rechten Patronentasche.

Koppeltragegestell

Das Koppeltraggestell (Valise Equipment) leitete eine neue Trageweise der britischen militärischen Ausrüstung ein, wie sie auch noch bis heute Verwendung findet. Der alte Tornister und die Patronentasche am Bandelier wurden durch ein so genanntes Valise Equipment, dem Koppeltragegestell ersetzt.

Valise Equipment P1870

Das erste Modell war das Valise Equipment P1870. Dieses Gestell bestand aus einem Hüftkoppel an dem Schulterriemen befestigt waren, was eine optimale Verteilung des Ausrüstungsgewichts am Körper bewirken sollte. Die beiden Schulterriemen hatte zusammen die Form einer 8, sie bestanden also aus zwei Schlingen, die sich am Rücken kreuzten und nur eine Verbindung zum vorderen Teil des Leibkoppels hatten. Zeitgleich wurde die im Feld zu tragende Ausrüstung auf wesentliche Dinge reduziert und so das Gesamtgewicht verringert. Die große Patronentasche wurde nun in zwei kleine relativ flache Taschen aufgeteilt, die jetzt vor dem Körper, links und rechts neben dem Koppelschloss, getragen wurden und so das Gewicht von Rucksack, Essgeschirr und Mantel ausbalancierten. Der Proviantbeutel und die Feldflasche platzierte man, wie schon zuvor, mit separaten Trageriemen links und rechts neben dem Körper,  wobei der Proviantbeutel als erstes angelegt wurde, also unter dem Koppeltragegestell und die Feldflasche als letztes, also über dem Koppeltragegestell lag. Ab 1876 wurde das sogenannte Union oder „General Service“ Koppelschloss eingeführt. Statt der alten Regimentsnummer zeigte das Schloss im Zentrum jetzt einen Löwen unter einer Krone, die von dem Motto „Dieu et mon Droit“ (franz.: Gott und mein Recht) eingerahmt waren.

Das Koppeltraggestell Modell 1870 hatte folgende Bestandteile:

  • 1 Rückentasche (Valise)
  • 1 Hüftkoppel mit rundem Messing-Koppelschloss oder S-Hakenverschluss
  • 1 Satz Schulterriemen
  • 2 Patronentaschen (für je 20 Schuss abgepackte Munition)
  • 1 Kugeltasche (für 30 lose Patronen)
  • 1 Paar Riemen für den Mantel / Decke
  • 1 Paar Riemen für die Rückentasche
  • 1 Riemen für das Essgeschirr

Am Hüftkoppel war außerdem die Bajonett-Halterung angebracht.

Es gab zwei Anweisungen, wie die Ausrüstung am Koppeltragegestell angebracht werden sollte. In vollem Marschgepäck wurde der Tornister getragen, in der gefechtsmäßigen Variante wurde der Tornister nicht verwendet, sondern mit dem Tross transportiert oder im Lager zurück gelassen. Statt des Tornisters wurde das Essgeschirr auf den Mantel geschnallt. Die Kugeltasche wurde entweder vorn, unter der rechten Patronentasche oder auf dem Rücken getragen.

Valise Equipment P1882

1882 wurde das Koppeltraggestell von 1870 weiterentwickelt und es entstand das Modell 1882. Es wurden zwei neue, größere Patronentaschen für je 40 Schuss Munition angebracht und der Tornister auf dem Rücken wurde um einige Zentimeter nach oben versetzt. Außerdem hatten die Schulterriemen jetzt auch eine Verbindung mit dem hinteren Teil des Leibkoppels. Da es sich teilweise um geringfügige Änderungen handelte, könnten einige Modifikationen in den Einheiten selbst vorgenommen werden.

Das Koppeltraggestell Modell 1882 bestand aus folgenden Komponenten:

  •  1 Rückentasche (Valise)
  • 2 Patronentaschen (für je 40 Schuss Munition)
  • 1 Koppeltraggestell (1 Paar Schulterriemen)
  • 1 Hüftkoppel mit rundem Messing-Koppelschloss oder S-Hakenverschluss
  • 1 Essgeschirr und Futteral
  • 1 Proviantbeutel
  • 1 Feldflasche und Trageriemen
  • 1 Spaten (optional)

Es gab außerdem noch eine Reihe von zusätzlichen Riemen. Zwei separate Riemen zum Anbringen der Mantelrolle und zwei Riemen zur Befestigung des Essgeschirrs. Die Ausrüstung wurde durch eine Bajonetthalterung und eine Halterung für den Spaten (optional) vervollständigt.

Das Lederzeug war naturfarben und auf der Außenseite für die Infanterie mit Hilfe von Pfeifenton weiß gefärbt. Die Schützenregimenter hatten schwarzes Lederzeug, braun für die Royal Artillerie, sowie für alle weiteren Truppengattungen, die braunes Lederzeug verwendeten (z.B. die reitende Infanterie).

Der Tornister enthielt eine Notration Proviant, eine Ölflasche und Schmierfett in den Seitentaschen, ein Ersatzhemd, einen Mantel, eine Paar Leinenschuhe, Ersatzsocken, eine Wollmütze, eine Bandage (zur ersten Hilfe), einen Waschlappen, Handtuch und Seife, sowie ein Regenumhang, der gefaltet auf der Innenseite der Tornisterklappe befestigt war. In einer kleinen Reisetasche waren Nähzeug, das Soldbuch, ein Kamm, ein Löffel und eine Gabel verstaut.

Wurde der Tornister nicht getragen, dann wurde der Mantel gerollt mit 2 Riemen am Hüftkoppel befestigt und darüber das Essgeschirr geschnallt. Das Gewicht auf dem Rücken wurde von den zwei Schulterriemen und den vollen Patronentaschen vor dem Körper ausbalanciert.

Dieses Foto von 1885 zeigt einen Soldaten des New South Wales Kontingent nach seiner Rückkehr aus dem Sudan. Er trägt die in Suakin ausgegebene Khaki-Uniform und Segeltuchgamaschen. Gut erkennbar ist auch das P1882 Koppeltragegestell mit den neuen größeren Patronentaschen.

Der Einsatz im Sudan

In der Kampagne von 1884 kam zunächst noch das alte Modell P1870 zum Einsatz. Das neue Koppeltragegestell P1882 war zwar bereits entwickelt und produziert, es erreichte die kämpfende Truppe jedoch nur sehr langsam. Meist wurden nur beschädigte und abgetragene Koppeltragegestelle durch das neue Modell ersetzt. So hat beispielsweise das 1/Black Watch bei Tamai noch immer das alte 1870 Modell getragen, wobei der Mantel gerollt auf Höhe der Schulten angebracht war. Die Kugeltasche hing hinten am Leibkoppel, darüber das Essgeschirr, welches in schwarzes Öltuch geschlagen war. In der Kampagne von 1885 findet sich das neue Modell schon weit häufiger. Eine Ausnahme bildete das 1/York & Lancaster, welches in der Kampagne von 1884 noch mit einer völlig veralteten Ausrüstung ausgestattet war. Sie verwendeten die Patronentasche am Bandelier welche mit dem alten Snider bzw. Enfield Rilfe ausgegeben wurde. Diese Patronentasche war vermutlich noch das modifizierte Modell von 1859 und der dazu getragene Tornister das Grundmodell von 1856! Das Regiment kam aus Aden und war vermutlich deshalb nicht nach dem neusten Standard der Armee ausgerüstet. Das Modell 1882 wurde noch bis Mitte der 1890er Jahre verwendet und dann nach und nach vom Modell 1888 (Slade-Wallace) abgelöst.

Sam Browne Belt

Die Offiziere verwendeten eine völlig andere Ausführung des Koppels, den sogenannten Sam Browne Belt, der nach seinem Erfinder, dem britischer Offizier Sam Browne benannt war. Es handelte sich um ein braunes Lederkoppel mit einer Messingschnalle, dass zusätzlich eine Schulterreimen hatte, der über die rechte Schulter lief. Dieser Schulterriemen trug im Wesentlichen das Gewicht des schweren Säbels oder Pallasch an der linken Körperseite und hielt diesen in einer stabilen Position. In der Garde-Brigade der 1885 Kampagne war es üblich, dass die Offiziere zwei Schultergurte verwendeten. Am Hüftkoppel waren eine Pistolenhalfter, eine kleine Patronentasche und eine Halterung für den Säbel befestigt. Zusätzlich wurde manchmal ein Fernglas in einem brauen Lederfutteral mit Schulterriemen getragen oder ein Kompass am Koppel befestigt.  Es gab auch verschiedene andere Koppelmodelle, die neben dem Sam-Browne verwendet wurden, da noch keine Standardausführung festgelegt war. Erst im Jahre 1900 wurde der Sam Browne Belt offiziell für alle Offiziere eingeführt.

Die Aufnahme zeigt Offiziere einer Commissariat and Transport Company 1885 im Lager bei Suakin. Die beiden vorderen Offiziere tragen verschiedene Versionen des Sam Brown Belt. Im Hintergrund ein Soldat in grauer Uniform und mit Sonnenhut.

Rückentasche

Die rechteckige Rückentasche die mit dem Koppeltragegestell von 1870 verwendet wurde, bestand aus schwarz gestrichenem Segeltuch, dass an den Ecken durch Lederstücke verstärkt war. Verschlossen wurde die Tasche durch eine große Klappe, die durch zwei Riemen gesichert werden konnte. Die Tasche enthielt folgende Utensilien: 1 Cape (gefaltet und unter der Klappe verstaut), 1 Hose, Socken, Stiefel, 2 Bürsten, 1 Hemd, 1 Handtuch und 20 Schuss Munition. Wurde die Tasche am Koppeltragegestell befestigt, so hing sie oft sehr tief am Körper, der obere Rand der Tasche lag dann ungefähr mit dem Hüftkoppel auf einer Höhe! Auf der Taschenklappen waren oft Name und Abzeichen des Regiments angebracht oder aufgemalt.

Patronentaschen

Die Patronentaschen des Koppeltragegestells P1870 waren zunächst aus schwarzem Leder, erst später Naturfarben bzw. geweißt. Wie üblich hatten die Schützenregimenter eine schwarze Version und Truppengattungen mit braunem Lederzeug dann natürlich ebenfalls eine braue Version.

Die Patronentaschen waren nicht dafür gedacht lose Patronen aufzunehmen, die Munition wurde Paketweise in diesen Taschen verstaut. Ausgepackte Munition sollte lose in den Rocktaschen getragen werden.

Mit dem Koppeltragegestell P1870 wurde eine zusätzliche schwarze Kugeltasche aus Leder verwendet, in der ein aufgebrochenes Päckchen Munition, also 10 Patronen, lose, für den schnellen gebrauch im Feld, aufbewahrt werden konnten. Im vollen Marschgepäck getragen, hing die Kugeltasche, die mit Hilfe einer Lederschlaufe am Hüftkoppel befestigt war, an der rechten Hüfte, neben der Patronentasche. Feldmäßig wurde die Kugeltasche auf den Rücken geschoben und ersetze dort die Position des Tornisters.

Feldflasche

Die übliche Feldflasche war das Modell P1873 Mk I, Italian Pattern, welche mehr als 20 Jahre in der britischen Armee verwendet wurde. Fälschlicherweise wird in vielen Büchern vom „Oliver Pattern“ gesprochen. Dieses „Oliver“ Modell war aber nur eine Version des Kanadischen Militärs.

1882 gab es eine MK II Version der Feldflasche. Der einzige Unterschied zur alten Version war, das dieses neue Modell über einen Metallclip verfügte, um die Flasche direkt am Hüftkoppel einhängen zu können.

Die Feldflasche hatte einen Körper aus Holz und führte deshalb zu einigen Problemen. Wurde die Flasche ungefüllt gelagert, trocknete das Holz und schrumpfte, wodurch die Flasche undicht wurde. Wurde sie wiederum gefüllt gelagert, entwickelten sich Bakterien im Wasser. Verschlossen wurde die Flasche mit einem angebunden Dreh-Zinnverschluss, in dem sich ein Trinkloch befand, welches durch einen hölzernen Zapfen abgedichtet wurde. Die Flasche hatte im Querschnitt eine D-Form, wodurch die flache Seite enger und stabiler am Körper liegen konnte. Mit einer Anweisung vom 9. August 1882 sollte die Feldflasche mit einem Filzbezug versehen werden, um den Inhalt der Flasche kühlen zu können. 1877 wurde das obere und unter Metallband, welche den Rand der Holzflasche verstärkten, durch galvanisiertes Eisen ersetzt, um der Rostentwicklung entgegen zu wirken. Zwischen 1882 und 1885 gab es den schon erwähnten Metallclip (Mk II Italian Pattern), mit dem die Feldflasche direkt am Hüftkoppel befestigt werden konnte. Diese Trageweise bewährte sich jedoch nicht und es wurde wieder das alte Modell mit Tragereimen verwendet. Der Trageriemen war allgemein weiß, schwarz für die Schützenregimenter und braun für die Royal Artillerie, sowie für alle weiteren Truppengattungen die braunes Lederzeug verwendeten.

Essgeschirr

Das Essgeschirr aus Weißmetall, welche zurzeit der Kampagnen in Ägypten und im Sudan verwendet fand, wurde bereits im Jahr 1875 eingeführt, wobei die typische D-förmige Grundform schon zur Zeit der Napoleonischen Kriege bestand. Wie auch bei der Wasserflasche konnte das Geschirr so dichter am Körper befestigt werden. Zunächst wurde das Essgeschirr ohne weiteren Schutz am Koppeltragegestell befestigt, bis 1878 ein Futteral aus schwarzem Öltuch eingeführt wurde. Das Essgeschirr bestand aus drei Teilen, dem Deckel mit ausklappbarem Griff, der Schale und einem tiefen Topf mit Bügel. Alle drei Teile konnten ineinander gesteckt und so platzsparend verstaut werden

Proviantbeutel / Brotbeutel

1882 wurde ein neuer kleinerer Proviantbeutel, das Modell Mark II, eingeführt. Bis 1883 wurden noch einige Änderungen am Tragereimen vorgenommen, bis das Modell Marl V entstand, welche auch im Sudanfeldzug eingesetzt wurde. Der Proviantbeutel wurde aus weißer Baumwolle gefertigt, für Schützenregimenter gab es eine schwarze Version.

Bewaffnung

Gewehr

Die Infanterie war zurzeit der des Urabi-Aufstandes (1882) und dem ersten Sudan Krieg (1884 – 1885) standardmäßig mit dem Mark II 0.450 inch Martini-Henry Gewehr ausgerüstet. Teilweise wurde 1885 auch schon die Mark III Version hergestellt und hier und da ausgegeben. Das Martini-Henry Gewehr war ein 1-schüssiger Hinterlader mit Hebelverschluss und das erste Gewehr Englands, das von Anfang an für eine Metallpatrone konstruiert war. Es ersetzte die nach dem System Snider umgebauten Enfield Rifled Musket. Der Verschluss stammte von dem Schweizer Friedrich von Martini, die Laufkonstruktion von dem Schotten Alexander Henry. Das Gewehr verschoss die gleichen Patronen wie die Snider-Enfield-Gewehre im Kaliber .577/.450 und verwendete immer noch Schwarzpulver. Die Patrone hatte die Form einer Flasche, das heißt, der messingummantelte Treibsatz im Kaliber .577 verjüngte sich zum Hals hin, so dass das Geschoss das Kaliber .450 hatte. Der Visierbereich lag bei 1400 Yards, also 1280 Metern; die effektive Kampfentfernung bei bis zu 600 Yards, also 548 Metern. Die maximale Feuerrate betrug 23 ungezielte Schüsse, im Gefecht war eine Feuergeschwindigkeit von 8 bis 12 Schuss pro Minute üblich. Die Waffe hatte ein Gewicht von 8lbs 10ozs und eine Lauflänge von 33 Inch. Es gab jedoch häufig erhebliche Schwierigkeiten mit dem Patronenlager und vor allem der Munition, die sich oft verklemmte und die Waffe so unbrauchbar machte. Erst als die Hülsen später aus Messing gezogen wurden, konnte dieses Problem beseitigt werden.

Bajonett

Das Gewehr konnte mit dem P1876 „Lunger“ Bajonett ausgerüstet werden, das eine Länge von 22 inch und eine dreikantige, konische Form hatte. Neben diesem Bajonett erhielten die höheren Unteroffiziersränge der Linienregimenter und alle Dienstgrade der Schützen-Regimenter das P1860 Schwert-Bajonett (allerdings eine geänderte Version, um mit dem neunen Martini-Henry verwendet werden zu können). Die 22 ¾ Inch lange Klinge hatte eine doppelte Krümmung, wodurch dieses Modell auch seine inoffizielle Bezeichnung „Yataghan“ erhielt. Dieses Schwert-Bajonett wurde außerdem standardmäßig an die berittene Infanterie ausgegeben. Die Bajonette gaben häufig Anlass zu Kritik, da sie meist aus sehr weichem Eisen gefertigt waren und so oft verbogen. Es gab haarsträubende Geschichten, bei denen von Bajonetten berichtet wurde, die sich im Körper des Gegners so verbogen und der Soldat gezwungen war den toten Feind erst ein paar Meter hinter sich herzuziehen, bevor er seine Waffe wieder herauswinden konnte.

Pistole

Die reguläre Pistole für höhere Unteroffiziersdienstgrade, Trompeter und Fahrer war der 1880 .45 in. Enfield Revoler, der erst 1887 durch den etwas leichteren .44 in. Webley ersetzt wurde. Offizieren war es erlaubt, das Pistolenmodell selbst auszuwählen, die Waffe musste allerdings die reguläre Munition verwenden können. Im Suakin-Feldzug von 1885 wurden auch beide Modelle (Enfield und Webley) nebeneinander verwendet, was häufig zu Verwechslung der Munition führte. Es gab auch einige Gelegenheiten, bei denen die Offiziere ihre mitgeführten Jagdwaffen verwendeten oder wie Colonel Fred Burnaby eine vierläufige Lancaster Pistole mit .476 in Kaliber, einem echten „man-stopper“.

Säbel

Die Offiziere führten außerdem einen Säbel oder Pallasch in einen brauen Lederscheide. Meist wurde das offizielle  Modell 1822 für Infanterie-Offiziere verwendet. Die Klinge, geändert im Jahr 1845, hatte eine Länge von 82,6 cm und war leicht gebogen. Offiziere der schottischen Regimenter führten das traditionelle Broadsword mit Korbgriff.

Trommler / Musiker

Jede der 8 Kompanien eines Bataillons hatte zwei Trommler in ihren Reihen. Die Felduniform der Trommler war identisch mit denen der übrigen Soldaten. Am rechten, oberen Arm wurde eine Drum-Badge, ein kleines Abzeichen in Form einer weißen Trommel bzw. farbigen Trommel bei Garde Regimenter, als Erkennungszeichen getragen. Da die Musiker nicht mit einem Gewehr, sondern nur einer Seitenwaffe ausgestattet waren, trugen sie auch keine Patronentaschen, sondern nur das Koppeltragegestell.

Bewaffnet waren die Musiker mit eine kürzeren Version (19 Inch) des Offizier-Schwertes, dass an einem weißen Lederbandelier, an der linke Seite getragen wurde.

Die Trommler der Infanterie führten neben der Trommel auch das Signalhorn. Die Trommel wurde während der Parade oder auf dem Marsch geschlagen, während das Signalhorn zum Übermitteln von Befehlen verwendet wurde. Die Leichte Infanterie verwendete ausschließlich das Horn.

Die Vorderseite des Trommelkörpers war in Regimentsfarbe gehalten und zeigte in der Mitte das Regimentsabzeichen oder für die Garderegimenter das königliche Wappen, sowie den Namen und das Motto des Regiments.  Rechts und links neben dem Wappen waren die Schlachtfeldauszeichnungen aufgeführt. Die Farbe der Trommelreifen war je nach Regiment unterschiedlich. Bei den Garde und königlichen Regimentern gab es blaue Reifen mit roten oberen und unteren Rand, sowie einer weißen, geschlängelten Linie in der Mitte. Es gab auch weiße Reifen mit roten Rändern und Linie, z.B. bei den Buffs und den Seaford Highlandern und auch einfarbige, wie die roten Trommelreifen beim Hampshire Regiment. Die Spannriemen, der Tragegurt und die Kordeln waren einheitlich weiß. Die Trommler der Regimenter, die einen Kilt trugen, schoben den Sporran an die linke Hüfte, damit er sich beim Tragen des Instrumentes nicht mit den Spannriemen verhakte. Seitlich an der Trommel wurde der aufgerollte blau-weiß gestreifte Schutzüberzug geschnallt.

Das Signalhorn trug man an einer dunkelgrünen, bei den königlichen Regimentern roten, gelben und blauen  Kordel mit 2 Quasten. Das Horn selbst war aus Messing oder silbern bei den Schützenregimentern.

Wie bei den Hochland-Regimentern üblich, gab es natürlich auch Dudelsack-Spieler in jeder Einheit. Der Dudelsack hatte einen dunkelblauen Luftsack und die hölzernen Pfeifen mit Zwischenringen aus Elfenbein wurden von einem ebenfalls blauen Band gehalten. Die Dichtungen zwischen Luftsack und Pfeifen waren aus grünem Stoff.

Fahnen und Feldzeichen

Seit 1881 wurden keine offiziellen Fahnen mehr im Feld geführt. Die letzte Gelegenheit, bei der ein britisches Regiment sein Feldzeichen im Kampf führte, war die Schlacht vom Laing’s Nek am 28. Januar 1881. Bis dahin war es dem jeweiligen Kommandeur überlassen, ob er die Regiments- / Bataillonsfahne mitführen wollte. Es sollen angeblich auch bei Tel El Kebir 1882 noch Regimentsfahnen getragen worden sein. Die Sudan Kampagne von 1884-85 war also der erste Feldzug in der keine Fahnen mehr verwendet werden durften, dennoch gab es einige inoffizielle Feldzeichen. Die Position General Grahams wurde 1884 in der Schlacht und im Feldlager durch eine quadratische rote Flagge gekennzeichnet, die entweder von dem berittenen Sergeant-Major Burke (Militärpolizei) getragen wurde oder vor seinem Zelt aufgestellt war. Die Desert Column von 1884-85 verwendete beschriftete Lanzenwimpel, um die Position der einzelnen Kompanien und Befehlshaber anzuzeigen.

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