Mounted Infantry im Ostsudan (1884/85) – Im Sudan

Die Berittene Infanterie (Mounted Infantry oder kurz MI genannt), wurde im 1. und 2. Sudanfeldzug ein wichtiger Arm der Kriegsführung der Britischen Armee. Auf Pferden und Kamelen wurden diese Einheiten durch abkommandierte Männer der regulären Regimenter zu mobilen und schnellen Eingreiftruppen und Kundschaftern, im Falle der berühmten Dessert Column sogar zu einer kleinen schlagkräftigen Armee.

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Diese Foto von Felice Beato zeigt eine Soldat der MI in Suakin 1885. Gut sind die Merkmale diese Truppengattung, wie der längere Gewehrriemen, das Bandelier und die Wickelgamaschen zu erkennen.

Die Soldaten der Berittenen Infanterie wurden ab 1882, zusätzlich zu ihrer standartmäßigen Ausrüstung, mit einem brauen Lederbandelier (P1882) ausgestattet, welches 50 Schuss Munition aufnehmen konnte. Es besaß vier Taschen, die je 10 Patronen und 2 Taschen, welche je 5 Patronen fassen konnten. Die Munition wurde in Lederschlaufen gesteckt und mit einer Klappe gesichert. Dieser Patronengurt wurde über der linken Schulter getragen.

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Bewaffnet waren die Männer mit dem Martini-Henry Gewehr, dass eine längeren Schulterriemen als üblich erhielt, damit das Gewehr bei Bedarf auch auf dem Rücken getragen werden konnte. Zusätzlich wurden die Soldaten ab 1882 mit einem Gewehrfutteral ausgerüstet, dass am Sattel befestigt wurde. Dieses Futteral war 60 cm tief. Die Waffe wurde mit dem Kolben nach unten in das Futteral gesteckt und die Mündung durch eine Lederklappe geschützt.

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Neben dem üblichen Uniformrock und dem Tropenhelm wurden khakifarbene Reithosen aus Cord und dunkelblaue Wickelgamschen, sowie braune Halbschuhe getragen. Manchmal wurde die Ausrüstung durch eine Sonnenbrille und einen Nackenschutz ergänzt.

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Neben der Berittenen Infanterie wurde Ende April 1885 in Suakin ein Camel Corps, nach Vorbild der von Lord Wolseley gebildeten Einheit, ins Leben gerufen. Major William Christopher James (Scots Greys) wurde als Kommandeur benannt. Die Royal Marines stellten einen Captain und 30 Männer, das Berkshire Regiment einen Unteroffizier und 40 Männer, das East Surrey Regiment 30 Männer und das Shropshire Regiment eine ganze Kompanie, die aus 2 Offizieren und 93 Mann bestand. Später erhielt die Truppe auch aus dem australischen und indischen Kontingent Verstärkung. Speziell das New South Wales Bataillon und die 3rd Grenadier Guards waren im reiten von Kamelen ausgebildet.

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Die Mounted Infantry der Suakin Kampagne von 1885. Im Vordergrund die MI auf Pferden, im Hintergrund auf Kamelen.

Das neu gebildete Kamelkorps war allerdings erst zum Ende der Kampagne voll einsatzfähig. Erst am 18. April trafen die letzten der 500 Reitkamele ein, die für diesen Zweck aus Indien angefordert wurden. Es wurden insgesamt 300 Infanteristen abgestellt, die ständig im Camel Corps Dienst taten. Die Kamele waren mit Sätteln für 2 Personen ausgerüstet, so dass 500 Männer, neben je einem Einheimischen für je 3 Kamele, ins Feld geschickt werden konnten. Außerdem konnte mit dem „ride & tie“ System im Notfall eine Truppe von 1.800 untrainierten Infanteristen mit Hilfe dieser Kamele bewegt werden, wobei jeweils die Hälfte ritt und die andere Hälfte nebenher ging.

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Das Camel Corps sollte aber in erster Linie als schnelle Eingreiftruppe fungieren und so, zusammen mit der Berittenen Infanterie und der Regulären Kavallerie die Außensicherung der Bahnlinie übernehmen. Zudem wurde die Truppe zur Erkundung der geplante Bahntrasse eingesetzt, wobei sie bis Es Sibil vorstoßen konnte.

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