Durham Light Infantry

In der schönen Stadt Durham in Norden Englands, kann man neben der großartigen Kathedrale und der Burg auch das Regiments-Museum der Durham Light Infantry besuchen. Nachfolgend ein kurzer Rundgang.

Homepage: http://county.durham.gov.uk/sites/dli/Pages/MuseumHomepage.aspx

Durham Museum 09

Geschichte des Regiments

Ursprünglich bestand das Durham Light Infantry Regiment aus zwei verschiedenen Einheiten, dem 68th (Durham) Regiment of Foot und dem 106th Regiment of Foot (Bombay Light Infantry), sowie der Miliz und den freiwilligen Jägern des Grafschaft von Durham.

Im Jahre 1758  wurde das 68th IR durch General John Lambton ins Leben gerufen und 1808, als Teil von Wellingtons Armee in Portugal und Spanien, in ein leichtes Regiment umgewandelt. Während der Napoleonischen Kriege nahm das Regiment bei den Belagerungen von Badajoz (1812) und Ciudad Rodrigo (1812) teil und kämpfte in den Schlachten von Salamanca (1812) und Vittoria (1813).

In den Jahren 1854 bis 1856 kämpfte das 68th Regiment im Krimkrieg in den Schlachten von Alma, Balaclava, Inkerman und bei der Belagerung von Sevastopol.

1864 bis 1866 wurde das Regiment in Neuseeland eingesetzt (zweiter Maori Krieg), wo es beim Angriff auf die Maori Festung Gate Pah und bei der Schlacht von Te Ranga die britischen Siedler gegen die Einheimischen unterstützte.

Im Jahr 1881 wurde im Rahmen der Reformen schließlich aus dem 68th und dem 106th IR das Durham Light Infantry Regiment gebildet. Ab 1882 stationierte man das 2. Bataillon in Ägypten, wo es im Jahr 1885 bei der Schlacht von Ginnis an der Grenze zum Sudan gegen die Anhänger des Mahdi kämpfte. Bei dieser Gelegenheit trugen die Männer des DLI ihre roten Uniformen, welche an diesem Tag zum letzten Mal von britischen Truppen in einer Schlacht verwendet wurden. 1899 verschiffte man das 1. Bataillonauf Grund des Burenkrieges nach Südafrika, wo es bei Ladysmith, Colenso, Spion Kop und Vaal Krantz eingesetzt wurde.

Im 1. Weltkrieg meldeten sich Tausende Freiwillige aus der Grafschaft Durham und so gab es bis zum Jahr 1918 schließlich ganze 43 Bataillone, welche an der Westfront, Italien, Ägypten, Saloniki und Indien Dienst taten. Das DLI war unter anderen an den Kämpfen bei Ypres, Arras, Messines, Cambrai und der Somme, sowie Passendale beteiligt.

Im 2. Weltkrieg fochten 9 Bataillone an fast allen Fronten, wie Dünkirchen, Nordafrika, Malta, Sizilien, Birma und schließlich in Westeuropa vom D-Day in der Normandie bis zur Kapitulation in Deutschland.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden alle Bataillone bis auf das Erste wieder aufgelöst.

Museumsrundgang

Durham Museum 11

Lambton Cap, 68th Regiment of Foot, 1770-1775. Im Jahr 1770 wurde den Britischen Infanterie Regimentern eine neue Art von Waffengattung beigefügt, die leichten Infanteristen. Diese Soldaten waren auf Grund ihrer speziellen Fähigkeiten ausgewählt worden und zur Aufklärung und zum Plänkeln vor der Front des Regiments abgestellt. Um sie von den übrigen Soldaten zu unterscheiden, erhielten die leichten Infanteristen neue Waffen und Uniformen, unter anderem diese Lederkappe. Die hier gezeigte Kappe ist sehr selten und die älteste ihrer Art. Sie ist aus Leder gefertigt, mit einem ledernem, hochgeklappten Schirm und einem Abzeichen aus Messing. Einst war der Körper der Kappe mit schwarzem Schellack überzogen. Das Messingabzeichen zeigt die Initialen „JL“, was an den Gründer des Regiments John Lambton erinnern soll. Das Motto „Faithful“ wurde dem Regiment nach ihrem Einsatz in den Westindischen Inseln 1772-73  verliehen.

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Eine Zeichnung von Gate Pah, April 1864. Diese Zeichnung wurde von Lieutenant Horatio Robley angefertigt, der mit dem 68th Light Infantry Regiment in Neuseeland während des zweiten Maori Krieges, 1864-1866, stationiert war und in der Schlacht von Gate Pah kämpfte. Die Maori Festung wurde am 29. April 1864 von britischen Einheiten angegriffen. Der Angriff schlug jedoch fehl und über 100 Mann wurden getötet und verwundet.

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Aquarell von Te Kuha, 1864. Te Kuha war ein Maori Häuptling in Neuseeland. Dieses Portrait wurde ebenfalls von Lieutenant Horatio Robley angefertigt. Nach der Schlacht von Te Ranga, begannen die besiegten Maori Stämme sich nach und nach zu ergeben. Bevor das 68th Regiment schließlich im Jahr 1866 in Richtung Heimat segelte, verbrachte Horatio Robley viel Zeit damit, das Leben und die Kunst, insbesondere die Tattoos oder Moko, wie in der Zeichnung zu sehen, zu studieren.

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Maori Streitaxt, 1864-1866. Diese Tewhatewha (hölzerne Streitaxt) wurde von Major Charles Shuttleworth aus Neuseeland mitgebracht. Er diente mit der 68th Light Infantry während des zweiten Maori Krieges. Im Jahre 1863 segelte das 68th Light Infantry Regiment von Burma nach Neuseeland, wo die Maori gegen die sich ausbreitenden britischen Siedler in den Krieg gezogen waren. Das 68th LIR kämpfte 1864 sowohl bei Gate Pah, als auch bei Te Ranga, wo Sergeant John Murray mit dem Victoria Kreuz ausgezeichnet wurde.

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Der Full Dress Helmet eines Offiziers der 2nd Durham Rifle Volunteers, 1880-87. Dieser Helm ist aus Kork gefertigt und mit Stoff bespannt. Die Beschläge sind aus Metall und das Helmabzeichen ist mit rotem Stoff unterlegt. Diese Kopfbedeckung gehörte Morley Headlam, der die 2nd Durham Rifle Volunteers bei Bishop Auckland von 1880-85 kommandierte.

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Die Jibbah wurde im Laufe des Mahdi-Aufstandes zu einer Art Uniform für die Ansari, den Anhängern des Mahdi. Sie bestand aus einfacher Wolle mit bunten Flicken, die sich im Laufe der Jahre zu Mustern entwickelten. Die hier abgebildete Jibbah wurde von einem nicht bekannten Soldaten der DLI als Souvenir nach der Schlacht von Ginnis (30. Dezember 1885) mit nach England gebracht.

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Foreign Service Helmet, Burenkrieg, 1899-1902. Dieser Kork-Helm vom Typ 1896 wurde an Private Hedley von Castle Eden ausgegeben. Er diente vom April 1900 bis Mai 1901 mit der 1st Volunteer Service Company in Südafrika, die dem 1. Bataillon der DLI zugewiesen war. In Südafrika wurde, über den ansonsten zu auffälligen weißen Helm, ein Khakistoff gezogen  Das Stoffabzeichen am Überzug zeigt an, dass es sich bei dem Träger um einen Freiwilligen und nicht um einen regulären Soldaten handelt.

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Schokoladendose, 1st Battalion DLI, Südafrika, 1900. Diese Blechdose enthält noch die originale Rowntree’s Schokolade, eingepackt in Silberpapier und in Stroh gelagert. Diese Dosen wurden als Geschenke von Queen Victoria an alle die Britischen Truppen geschickt, die zu diesem Zeitpunkt in Südafrika Dienst taten. Die hier gezeigte Dose gehörte Corporal Sydney Hawkins, der im 1. Battalion DLI und der Mounted Infantry diente.

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Die hier gezeigte Uniform, sowie der Säbel und Säbelscheide  gehörten James Leith, der 1810 im 68th IR diente und in der Schlacht von Oeyreguave (23.02.1814) getötet wurde.

Eine Auswahl unterschiedlichster Uniformjacken aus allen Epochen der Regimentsgeschichte.

Eine Auswahl unterschiedlicher Helme und Kopfbedeckungen aus allen Epochen der Regimentsgeschichte. Die Glengarry (Lagermütze) gehörte Lance Corporal Roach, der mit dem 2. Bataillon DLI im Jahr 1885 in Ägypten kämpfte und später im Burenkrieg eingesetzt war. Die Pelzmütze ist das älteste Ausstellungsstück des Museum. Es handelt sich um die Mütze eines Offiziers der Durham Miliz aus den Jahren 1759 – 61.

1. Weltkrieg

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Die Vitrine enthält die Ausrüstung des einfachen Soldaten der DLI während des 1- Weltkrieges. Gleich daneben findet sich eine Vitrine mit der Ausrüstung eines Offiziers.

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Ein Lewis Maschinengewehr mit Trommelmagazin für 47 Schuss.

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Mauser Scharfschützengewehr, Britisches Lee Enfield und deutsches (Mauser) Gewehr mit Bajonett.

 2. Weltkrieg

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Dieses Bild zeigt die Typische Uniform und Ausrüstung eines britischen Offiziers in Nordafrika. Diese wurde von William Watson, dem Kommandeur des 6. Bataillons DLI in Nordafrika und Sizilien getragen.

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Und hier die Ausrüstung und Uniform eines einfachen Soldaten.

Beutestücke

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Von besonderem Interesse sind auch die Beutestücke italienischer, deutscher und Japanischer Truppenteile. Der italienische Tropenhelm ist von seinem Träger mit diversen Sprüchen und Zeichnungen verziert worden (Wäre schön, wenn jemand da eine Übersetzung zur Hand hätte!)

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