Ligny 1815 – 2015 (Teil 2)

Nach meinem letzten Bericht  über das Schlachtfeld von Ligny starten wir jetzt mit dem Bau der Geländeplatte für die TACTICA-Präsentation. Die Spielfläche soll am Ende die Maße von 180 x 360 cm aufweisen und aus insgesamt 9 Elementen bestehen. Wie üblich beginnt alles mit dem Materialeinkauf. Gebraucht werden zunächst Styrodurplatten / Dämmplatten  (in 2 cm Stärke), Holzleisten (1 x 2 cm), wasserfester Weissleim oder Montagekleber und ein paar dünne Nägel. Das Arbeitsgerät besteht aus einem guten Cutter, einigen Ersatzklingen, einem Hammer, Maßband, Filzstift, einer kleinen Eisensäge, einer kleinen Gehrungslade aus Metall, zwei MDF Arbeitsplatten (diese sollten etwas länger als die einzelnen Plattenmodule sein, also 125 bis 130 cm) und Schleifpapier. Ich habe bei dieser Auswahl bewusst auf die Verwendung von teuren Maschinen verzichtet. Das soll zeigen, dass man auch mit kleinem Aufwand zum Ziel kommen kann.

Plattenbau Ligny 01

Im ersten Schritt werden die Styrodurplatten auf jeweils 58 x 118 cm zurecht geschnitten, da jede Platte am Ende, zusammen mit den Holzleisten, die Maße von 60 x 120 cm aufweisen soll. Geschnitten werden die Platten mit einem guten Cutter (Teppichmesser) mit möglichst breiter Klinge. Man sollte bei dieser Arbeit eine Führung für das Messer verwenden, damit die Schnittfläche am Ende gleichmäßig und ohne Schrägen ausfällt. Ich verwende dazu beispielsweise zwei MDF Arbeitsplatten, die oberhalb und unterhalb der Styrodurplatte liegen und mit ihren parallel zueinander ausgerichteten Kanten eine ideale Führung bilden.

Plattenbau Ligny 02

Plattenbau Ligny 03

Nach dem Zuschneiden werden alle Platten mit einem Holzrahmen versehen. Das dient dazu, die empfindlichen Kanten der Styrodurplatten vor Abnutzung zu schützen und die Platten insgesamt etwas stabiler zu machen. Ich verwende für den Rahmen 1 cm x 2 cm Holzleisten, weil man in dieser Stärke noch Verbindungsnägel über Eck einschlagen kann. Bei dünneren Leisten kann sich das Holz außerdem spalten oder der Nagel tritt seitlich aus. Die Leisten werden zunächst auf Maß gesägt. Die kurzen Seiten erhalten dabei eine Länge von 60 cm, die Längsseite eine von 118 cm. Die dünnen Nagelstifte werden vorab schon einmal so weit wie möglich in die Leisten eingeschlagen. Dann wird Leim (nicht zu viel, ein dünner Streifen genügt)  auf die erste Längsseite der Styrodurplatte aufgetragen, die Holzleiste aufgelegt und schließlich die Nägel in die Dämmplatte getrieben. Die Platte wird gedreht und dieser Vorgang wiederholt sich an der anderen Längsseite. Achtung! Man sollte dabei beachten, das die Holzleisten auf einer Seite absolut bündig mit der Plattenoberfläche abschließen, denn leider sind die Platten nicht immer exakt 2 cm dick, sondern meist 1 bis 2 mm stärker. Durch die Nägel wird übrigens jetzt noch keine stabile Verbindung hergestellt, sie dienen nur dazu, ein Verschieben der Holzleisten zu verhindern. Nun werden die kurzen Leisten angebracht. Dabei wird zunächst je eine Nagel an jeder Ecke, dort wo die kurzen Leisten die längeren überlappen, eingeschlagen. Durch diese 4 Nägel,  welche die Holzleisten direkt verbinden,  ist der Rahmen jetzt schon sehr stabil. Sobald der Leim getrocknet ist, ist auch das Holz mit dem Styrodur fest verbunden und die Platte kann bearbeitet werden. Mit einem Schleifblock werden die Holzkanten noch einmal geglättet und die Platten werden probeweise nebeneinandergelegt. Es sollten jetzt keine Lücken zwischen den Platten erkennbar sein.

Plattenbau Ligny 04

Plattenbau Ligny 05

Tipp: Statt des teuren Holzleims, verwende ich den sogenannten Fugenleim. Er kostet nur rund die Hälfte, hat aber die gleichen Eigenschaften (ist also ebenfalls wasserfest).

Nun beginnt die 2 Phase, die Geländegestaltung. Dabei ist üblicherweise die Oberfläche der Grundplatten der tiefste Punkt im Gelände. Sollte also ein Fluss geplant sein, wäre der tiefste Punkt die Wasseroberfläche. Bei meinem Ligny Projekt gibt es keine breiten Flüsse, sondern nur sehr schmale Bäche. Diese kann man auch leicht in die Oberfläche fräsen, ohne die Stabilität der Grundplatte zu gefährden, doch dazu später mehr. Zunächst wird das geplante Gelände, also Hügel, Straßen, Wasserläufe, aber auch ebene Flächen für Gebäude mit einem Filzstift auf die Oberfläche eingezeichnet. Das Ganze sollte dabei möglichst natürlichen Gesetzmäßigkeiten folgen. Ein Fluss wird breiter und schmaler, je nachdem wie er sich schlängelt und liegt üblicherweise in einem Tal. Die Hügel sind oft durch Wasserläufe entstanden und folgen in ihrer Form dem Verlauf der Bäche und Flüsse. So bildet auch meine Platte die Flussaue des Ligny Baches und seiner Zuläufe. Die Dörfer liegen allesamt in den Auen und sind dort von kleinen Gärten, Weiden und teilweise von Moorflächen umgeben. Die Felder beginnen erst dort, wo das Gelände ansteigt.

Plattenbau Ligny 08

Die Hügel werden jetzt durch eine zweite Lage von Styrodur gebildet und mit dem Cutter in Form gebracht. Wichtig ist die Bearbeitung der Hügelkanten. Das Gefälle sollte hier nicht zu steil sein, da sonst die Bespielbarkeit leidet. So fallen beispielsweise  Figuren an sehr steilen Hügel um und größere Figurenbasen rutschen den Hang hinab. Man sollte auch darauf achten, dass die Hügeln nicht zu eckig und regelmäßig ausfallen und auch die Verwendung von unterschiedlichen Höhen wirkt natürlicher. Für kleine Bodenwellen verwende ich nicht die dicken Styrodurplatten, sondern dünne Trittschalldämmung. Hügel, die über mehrere Platten laufen, werden in einem Stück aufgeklebt und erst nach dem Trocknen mit einem Cutter und Lineal an der Plattenkante entlang getrennt. Beim Aufkleben großer Hügel sollte man den Kleber nicht flächig, sondern nur als Streifen am Rand verwenden. Zu große Klebeflächen können die Platte unter Spannung setzen und so verbiegen. Abschließend werden die in Form gebrachten Hügel mit einem Blatt Schleifpapier geglättet. Demnächst mehr dazu…

Plattenbau Ligny 07

Plattenbau Ligny 06

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