DIORAMICA 2018 – Teil 3

Es ist immer schwer zu sagen, was nun die Highlights einer so hochkarätigen Veranstaltung waren. Neben den vielen Gesprächen und dem Wiedersehen mit alten Hobby-Kollegen, gab es für mich vor allem drei Dinge, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Dazu zählen die zahlreichen Dioramen von Rüdiger Fischer zum Thema 7-jähriger Krieg, das Großdiorama „Deutscher Orden 1329“ und der Drahtbaumworkshop von Jos Geurts.

Beginnen wir mit Rüdiger Fischer und seinen Dioramen zum Thema 7-jähriger Krieg. Bei den meisten Dioramen handelt es sich um die Nachstellung berühmter Gemälde mit Figuren und Gelände. Nachdem Rüdiger nahezu alle bekannten Schlachtszenen gebaut hatte, gehen seine neuen Werke mehr und mehr in Richtung Zivil- und Gebäudedarstellung. Bemerkenswert ist nicht nur sein handwerkliche Geschickt, sondern auch die Ausdauer und Energie, mit denen er seit Jahren dieses Thema verfolgt.

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In diesem Jahr bot Jos Geurts erstmals Einblicke in seine Landschaftsgestaltung. In sehr unterhaltsamer und eingängiger Weise erläuterte er die Herstellung von Modell-Bäumen. Dabei ging es um Materialkunde, Hilfsmittel, Werkzeuge und natürlich auch um die eigentliche Art und Weise der Anfertigung. Durch viele Tipps und Tricks erläutert er, was wichtig ist und wo Fallstricke lauern. Für mich war das Ganze ein echter Augenöffner. Vielen Dank an dich Jos!

Im letzten Abschnitt dieses Berichtes geht es schließlich um das neue Großdiorama „Deutscher Orden 1329“, welches in den Museumsräumen „Geschichte in Miniaturen“ präsentiert wurde. Vor 2 Jahren könnte man schon einen kleinen Ausschnitt bewundern, nun ist der größte Teil fertiggestellt. Es fehlt „nur“ noch die Burganlage.

Das rund 3 x 3 Meter große Diorama zeigt eine mittelalterliche Stadt im Baltikum unter dem Einfluss des Deutschen Ordens. Im Herbst des Jahres 1329 sammelt sich die Elite des Deutschen Ritterordens zusammen mit einem Kreuzfahrerheer zu einer Winterreise gegen Litauen. Traditionell wurden im Winter Angriffe auf feindliche Gebiete unternommen, da zu dieser Zeit des Jahres das sonst unwegsame und sumpfige Gelände mit seinen vielen Flüssen und Seen leichter zugänglich war. Die Szene zeigt nicht nur das Lager und die Ankunft der zahlreichen Kreuzfahrer, sondern auch das Leben in der Stadt, im Hafen und im Umland.

Stadt

Natürlich sind die fantastischen Gebäude der Stadt das Kernstück des gesamten Dioramas. Die mächtige Stadt, erbaut in der für Nordeuropa so typischen Backsteingotik, mit ihren Stadtmauern, Türmen, Stadttoren, Wohnhäusern, Herbergen, Wirts- und Badehäusern sowie des riesigen Kontorhauses im Hafen, sind durch die Arbeit der Modellbauer Torsten Burgdorf, Bill Worlitzsch und Wolfgang Meyer entstanden. Die Gebäude wurden selbst von Hand gefertigt und schließlich in Resin abgegossen und bemalt.

Marktplatz

Die über 700 Figuren stammen von ganz unterschiedlichen Herstellern und wurde teilweise eigens für das Diorama von Alex Gussev, der auch die meisten Valdemar-Figuren gemastert hat, neu modelliert. Auf dem Marktplatz findet man den größten Teil der Figuren. Hier sind zahlreiche Stände aufgebaut und Gaukler, Bettler und Taschendiebe bevölkern den Platz. Die Figuren sind übrigens von Roland Kupski, Michel Vogt, Dirk Risser, Paul Hedges und Andi Schuster bemalt worden.

Bade- und Wirtshaus

Mit diesem Diorama wurden auch neue Wege beschritten. So gibt es jetzt offene, beleuchtete Räume, die einen Blick auf das Geschehen im Innern einiger Häuser gestatten. Bei den beiden ersten dieser Räume handelt es sich um ein Badehaus und um eine Gastwirtschaft.

Fluss und Hafen

Besonders gut hat mir das Treiben auf dem Fluss und im kleinen Hafen gefallen. Hier sieht man Flussboote die Ritter und ihre Gefolgsleute befördern und Hansekoggen die entladen werden. Vor einem riesigen Speicher stehen Kräne bereit, um die Waren von den Schiffen heben. Auf dem Fluss entdeckt man aber auch kleine Boote und Fischer.

Vor den Toren der Stadt

Jos Geurts aus den Niederlanden, der vor allem durch seine realistischen Drahtbäume berühmt geworden ist, hat das Gelände rund um die Burg gestaltet. Die offene Graslandschaft und das kleine Wäldchen auf der anderen Seite des Flusses sind wirklich Meisterwerke. Durch die sieben unterschiedlichen Grassorten, die kleinen Büsche sowie die Reisig- und Holzstapel sieht das Ganze nahezu fotorealistisch aus. Belebt wird die karge Landschaft durch Landbevölkerung beim Sammeln von Holz oder durch kleine Jagdszenen.

Kreuzfahrer

Das Diorama zeigt auch, wie König Johann von Böhmen in die Stadt kommt und immer neue Händler und Reisende auf die Tore zusteuern. Leider kann ich die Wappen nicht ohne Recherche zuordnen, aber neben den Ordensbrüdern des Deutschen Ordens sind auch die Gefolgsleute des Grafen von Neuenahr zu sehen.

Ein Gedanke zu „DIORAMICA 2018 – Teil 3“

  1. I wish I knew of this while I was spending 7 1/2 years in Stuttgart! Simpley magnificent and awe inspiring! Thank you for sharing all of this wonderful work in miniature!

    Tom Dye

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