NORWEGISCHE SAGA – AVALDSNES

Das Nordvegen historiesenter, welches im Jahr 2005 eröffnet wurde, befindet sich in Avaldsnes, einem der wichtigsten Orte der norwegischen Geschichte. 3.000 Jahre kontrollierten Fürsten und Könige in Avaldsnes den Schiffsverkehr, der den schmalen Karmsund passieren musste. Dieser wurde Nordvegen genannt, der Weg nach Norden, und gab dem Land seinen Namen. Das kleine Museum vermittelt Einblicke in die lange Geschichte dieses Ortes.

Avaldsnes auf der Insel Karmøy in Norwegen ist bekannt als alter norwegischer Häuptlingssitz und erster norwegischer Königshof. Der Ort soll nach dem sagenhaften König Augvald benannt sein, der sein Kleinkönigreich am Karmsund hatte. Nach der Schlacht am Hafrsfjord 872 legte Harald Schönhaar seinen Hof nach Avaldsnes und begründete damit den ersten Königssitz in Norwegen.

Die Ausstellung beginnt der Besucher mit einem Film und einem Rundgang durch die frühe Bronzezeit dieser Region.

König Augvald

Avaldsnes ist in erster Linie als der königliche Sitz von Harald Schönhaar bekannt, aber es war der legendäre König Augvald, der dem Ort seinen Namen gab. Es wird angenommen, dass er irgendwann im 7. Jahrhundert gelebt hat. Der altnordische Name für Augvald war Ogvaldr, was so viel wie „Herrscher der Küste“ bedeutete.

Geschichten über König Augvald tauchen in einigen der alten Sagas auf. Die bekannteste ist Snorres Geschichte in der Saga von Olav Tryvggvason, in der man erfährt, dass Odin selbst nach Avaldsnes kam und König Olav die Geschichte von Augvald erzählte. König Augvald war der Sohn von Rognvald, der Sohn von Rugalf, der Sohn von Gard Agde, der wiederum der Sohn von Nor war, welcher von der Insel Gotland kam. Anfangs befand sich Augvalds königlicher Hauptsitz in Roga in Jøsursheid, zwischen den Gebieten Rogaland und Telemark. Er war damals der einzige König eines Gebiets, das sich von Jøsurfjord in Hjelmeland bis Brunkeberg und Fyresdal erstreckte. Nach mehreren erfolgreichen Seeschlachten gelang es ihm, das Land der Holmryger zu erobern, ihre Herrscher zu vertreiben und sich an idealer Stelle auf der Insel Kormt niederzulassen. Dieser Ort – Augvaldsnes – wurde seitdem nach König Augvald benannt.

Als Augvald wieder einmal mit seinen Männern auf die Jagd ging, schenkte seine Königin ihm einem Sohn, den sie Jøsur nannten. Einer alten Legende aus Karmøy zufolge hatte Augvald auch mehrere Töchter, von denen zwei Schildmaiden waren, die in allen Schlachten mit ihrem Vater kämpften.

Der Legende nach wurden Augvalds zwei Töchter, die „Schildmaiden“. in Stava beigesetzt, wo man noch ihre Gedenksteine ​​sehen kann.

Augvald besaß eine heilige Kuh, die er verehrte. Er nahm die Kuh mit, wohin er auch ging. Einige sagen, dass seine Kuh Audhumla hieß und ein goldenes Joch um ihren Hals trug. Augvald glaubte, dass die Kuh ihm den Sieg im Kampf bescherte und dass seine Milch ihm Vitalität und Kraft verlieh.

Laut Snorre kam Odin selbst vor tausend Jahren an einem Weihnachtsabend nach Avaldsnes und erzählte Olav Tryggvason die Geschichte von König Augvald und seiner heiligen Kuh. Ein anderer Historiker, Odd Munk, der gegen Ende des 12. Jahrhunderts lebte, schreibt, dass Olav nach dem Treffen mit Odin zwei der Grabhügel in Avaldsnes ausgegraben habe. In einem von ihnen fand er Knochen von Augvalds heiliger Kuh und in dem anderen fand er König Augvalds Knochen.

Einer Legende nach wurde Augvalds Kuh im Kuhhügel begraben. Um das Jahr 1800 baute ein Pächter einen Kartoffelkeller auf diesem Hügel, daher auch der Name „Keller-Hügel“. Die Geschichte besagt, dass der Bauer, als er den Kartoffelkeller ausgrub, das goldene Halsband von Augvalds heiliger Kuh fand, sehr reich wurde und sich einen Bauernhof in Nedstrand kaufte. Danach glaubte man, der Kuhhügel sei vollständig zerstört worden, doch im Sommer 2000 wurde ein Untersuchungsschacht in den Hügel getrieben. Die Archäologen fanden schließlich eine teilweise intakte Grabkammer. Im Jahr 2012 baute das Royal Manor Project einen neuen, kleinen Untersuchungsschacht. Es stellte sich heraus, dass man den Kuhhügel ursprünglich in der Bronzezeit erbaut hatte, aber höchstwahrscheinlich wurden auch während der Eisenzeit Gräber am Hügel angelegt. Forscher glauben, dass in diesem Hügel um das Jahr 1800 zwei Bronzemasken und ein vergoldeter Halsring gefunden wurden. Die Fundstücke wurden an die „Antiquarische Kommission in Kopenhagen“ geschickt, gingen aber der Nachwelt verloren.

Da jedoch genaue Zeichnungen der Fundstücke angefertigt wurden und in einer Reihe schriftlicher Quellen erwähnt werden, weiß man einiges über die Masken und den Halsring. Vielleicht war es genau dieser Ring, der in der Vergangenheit als „Das Halsband von Augvalds heiliger Kuh“ beschrieben wurde. Ob die Kuh selbst hier begraben wurde, bleibt jedoch eine offene Frage.

Einige der Grabhügel in Avaldsnes wurden Augvalds Hügel oder der Königshügel genannt. Nach einer Überlieferung wurde der Kamm namens Kongshaugen (Königshügel), der südwestlich der St. Olavskirche liegt, so genannt, weil König Augvald hier begraben wurde. Im Sommer 2005 führte das Archäologische Museum eine Reihe von Versuchsausgrabungen in Kongshaugen durch. Neben mehreren anderen Gräbern und Grabkonstruktionen entdeckten die Archäologen auch einen ungeöffneten Grabhügel aus dem Zeitalter der Migration. Es könnte also sein, dass Augvald hier begraben liegt.

Harald Schönhaar

Harald Hårfagre, in der deutschen Literatur als Harald Schönhaar bekannt, sorgte durch seine Schlachten bei Solkiel, Hordaland und Möre um 870 sowie nach der berühmten Schlacht am Hafrsfjord um 872 für die Einigung der vormals kleinen norwegischen Königreiche zu einem großen, welches er als erster norwegischer König regierte.

Er wird in den alten Sagas als sehr fähig, aber auch als verschlagen, unbeherrscht und leidenschaftlich geschildert. Die Erzählungen beschreiben Harald als einen ungewöhnlich gutaussehenden Mann. Er war groß und stark, großzügig, weise und gesellig.

Harald Schönhaar begann seine Karriere als Seekönig, er war der erste, der wirklich als Herrscher der Segelroute Nordvegen bezeichnet werden konnte. Während seiner langen Regierungszeit erweiterte er sein Reich vor allem dadurch, dass er auch die Kontrolle über das Hinterland erlangte. Harald Schönhaar wurde so zum Landkönig und legte damit den Grundstein für das Königreich Norwegen. Aber er war nicht nur der Gründer eines Königreichs, er war auch der Urvater einer Dynastie. Diejenigen, die nach ihm regierten, mussten legitime familiäre Bindungen zu Harald nachweisen, bevor sie ihr Recht auf den Thron beanspruchen konnten. Harald Schönhaar wird traditionell die Ehre zuteil, Norwegen, nachdem er die Schlacht von Hafrsfjord gewonnen hatte, in einem Königreich zu vereint zu haben. In Wirklichkeit vereinte er nur Westnorwegen unter seiner Herrschaft.

Nach eine Legende ist es Gyda, eine Prinzessin aus Hordaland, die Harald dazu bewegt, das Königreich Norwegen zu vereinen. Die Geschichte behauptet, Gyda weigerte sich Harald zu heiraten, bevor dieser nicht König über ganz Norwegen war. Harald legte daraufhin ein Gelübde ab, seine Haare nicht eher zu schneiden oder zu kämmen, bis er alleiniger König von Norwegen war. In dieser Zeit wurde er Harald Wirr-Harr genannt. In Wirklichkeit waren es wahrscheinlich die alten germanischen Herrscher-Mythen, die Harald veranlassten seine Haare nicht zu schneiden. Nach diesen Mythen waren nämlich Haar und Bart voller Kraft und Stärke. Zehn Jahre später, als Norwegen in einem Königreich vereint war, schnitt sich Harald die Haare und erhielt erst jetzt den Spitznamen Schönhaar.

Skaldische Gedichte aus dem 9. bis 10. Jahrhundert sowie Sagen aus dem 13. Jahrhundert deuten darauf hin, dass Avaldsnes der königliche Hauptsitz von Harald Schönhaar war. Avaldsnes galt sogar als Haralds wichtigster königlicher Hof, da er im Zentrum seines westnorwegischen Reiches lag und dieses sich von hier aus am leichtesten kontrollieren ließ. Die restlichen königlichen Residenzen verteilten sich in der Regionen Rogaland und Hordaland, wobei die übrigen Gebiete von Jarlen in seinem Auftrag regiert wurden.

Zu seinen Lebzeiten richtete Harald Schönhaar rund um seinen Hof eine Art Kulturzentrum ein. Die Sagas erzählen, dass er von allen seinen Männern die Skalden am meisten schätzte. Aus diesem Grund saßen sie ihm auf dem Hochsitz gegenüber. Harald lebte in Avaldsnes, er starb dort um 930 und er wurde auch in der Nähe der Karmsund-Schiffpassage begraben. Auch nach seinem Tod blieb Avaldsnes weiterhin eine königliche Residenz für Haralds Nachkommen. Zu diesen Nachfolgern gehörten Eric Blutaxt, Haakon der Gute, Olav Tryggvason, der heilige Olaf, Haakon Haakonson und Haakon V Magnusson.

Harald Schönharr lebte von ca. 850 bis 931/32 und war von ca. 872 bis 931 König von Norwegen. Das Bild zeigt eine Nachbildung von Harald Schönhaar und seiner Frau im Nordvegen Historiesenter

Man weiß heute, dass die Schiffe des Königs vor dem königlichen Gut in Avaldsnes vor Anker lagen und dass zeitweise auch die gesamte königliche Flotte dort versammelt war. Der königliche Hafen befand sich wahrscheinlich dort, wo sich auch der Hafen im Mittelalter befand, also genau unterhalb des heutigen Nordvegen History-Centers.

1872 feierte Norwegen das 1000-jährige Bestehen der Vereinigung Norwegens und man wollte an der Grabstätte von Harald Schönhaar ein Denkmal errichten, um dies zu feiern. Einige Historiker deuteten das Gebiet am Haugesund als den bestmöglichen Ort und aus diesem Grund wurde das nationale Denkmal hier.

Flagghaugen Grabhügel

Unmittelbar nördlich der Sankt-Olav-Kirche sieht man die Umrisse des Grabhügels von Avaldsnes, der Flagghaugen genannt wird. Der Grabhügel hatte ursprünglich einen Durchmesser von 43 Metern und war über 5 Meter hoch, wurde jedoch während der Ausgrabungen im Jahr 1835 abgetragen.

Den Rundhügel umgab ein Ring aus Steinen. Im Hügel befand sich ein zentraler Steinring, der einen Cairn umgab. Im Inneren dieses Cairns befand sich eine Kammer mit einer männlichen Körperbestattung, die auf 200–400 n. Chr. datiert wurde.

Rundgrabstätte aus der spätrömischen Zeit auf der Königshöhe gefunden.

Zur Bestattung gehörte eine große Zahl von Grabbeigaben, darunter ein Schwert in einer Holzscheide mit geschnitzten goldenen Einlagen, ein mit Silbereinlagen bedeckter Schild, ein Speer, Pfeile, ein goldener Armring, vier Goldgriffe, eine Goldbrosche, ein Bronzespiegel, 31 Spielsteine aus Glas, ein Gewicht aus Bronze, mehrere Bronzekessel sowie Essgeschirr und Trinkbecher. Das größte Fundstück war ein Halsring aus fast reinem Gold mit einem Gewicht von rund 600 Gramm. Der Ring und andere Grabbeigaben sind heute im Museum von Bergen zu sehen.

Eine Kopie des berühmten Halsrings aus Gold.

Einige der Fundstücke aus dem Grabhügel.

Der Prinz des Flaggenhügels lebte im 3. Jahrhundert und war möglicherweise einer der ersten Prinzen in Avaldsnes, der als „König“ (altnordisches Konungr) bezeichnet wurde. Er war auf jeden Fall reicher und mächtiger als viele der Könige, die nach ihm in Avaldsnes regierten.

So könnte der Kriegerfürst von Flagghaugen ausgesehen haben.

Man kennt den richtigen Namen des Prinzen des Flaggenhügels nicht, aber er muss zu seinen Lebzeiten berühmt gewesen sein. Der Prinz des Flaggenhügels war möglicherweise ein Mitglied der Anführer, die eine Armee von 1000 Männern auf 50 Schiffen nach Jütland sandte, wo sie eine Schlacht verloren. Nach der Schlacht wurden ihre Waffen in einem Sumpf bei Illerup in Jütland geopfert. Runeninschriften enthüllen die Namen von drei Männern, die zur militärischen Elite dieser Armee gehören: Wagnijo, Nithijo und Laguthewa. Es wäre also möglich, dass der der Prinz des Flaggenhügels einer von ihnen war.

Der heidnische Kreis von fünf monumentalen Steinen, zu denen die Nähnadel der Jungfrau Maria gehörte, wurde möglicherweise zur Zeit des Prinzen vom Flaggenhügel errichtet.

Der Grund für die Macht und den Reichtum, den wir in Avaldsnes in der spätrömischen Zeit finden, ist vermutlich, dass die Herrscher Kontakt zu einflussreichen und reichen Römern hatten. Die kostbaren römischen Waffen und römischen Importwaren, die im Grab des Fürsten des Flaggenhügels gefunden wurden, zeugen davon. Die Söhne germanischer Häuptlinge dienten manchmal 10 bis 20 Jahre lang als hochrangige Offiziere in der römischen Armee. Sie wurden in römischer Kriegsführung, Verwaltung und Kultur geschult. Solche germanischen Offiziere konnten in ferne Teile des Römischen Reiches geschickt werden, bevor sie mit großem Reichtum und Wissen nach Hause zurückkehrten. Der Prinz des Flaggenhügels war möglicherweise einer der Offiziere, die während des 3. Jahrhunderts in der römischen Armee gedient haben. Seine Waffen zeigen, dass er zu einem sehr hohen militärischen Rang befördert worden war.

Avaldsnes in der spätrömischen Zeit. Der stehende Stein ganz rechts ist die Nähnadel der Jungfrau Maria. Digitale Rekonstruktion anhand archäologischer Ausgrabungen.

Grabhügel

In der Umgebung findet man zahlreiche weiter Grabhügel und Ausgrabungsstätten. Etwa 1 Kilometer westlich der Kirche liegt der Höhenzug Rehaugane mit den einzigen bronzezeitlichen norwegischen Grabhügeln, die in Reihe angeordnet sind. Mehrere Gräber wurden geöffnet und gaben reiche Funde aus dem Spätbronzealter frei, die teilweise im Nordvegen Historiesenter zu besichtigen sind.

Nur eines der Gräber auf den Königs-Höhen wurde geöffnet. Es enthielt das Grab der Frau mit dem Donnerstein. Die Frau starb zwischen 500 und 900 n. Chr. Die Wikinger legten oft eine Steinaxt, den sogenannten Donnerstein in ein Grab. Sie glaubten, die Steine der Axt wurden durch die Blitze des Gottes Thor gebildet, wenn dieser seinen Hammer Mjölnir schwang und so die Menschen und Göttes gegen das Böse und Chaos verteidigte.

Am Karmsund, ein paar Kilometer nördlich des Nordvegen Historiesenter liegt Storhaug, ein großer Grabhügel mit über 40 Meter Durchmesser, der radiologisch in das 8. Jahrhundert n. Chr., um genau zu sein auf das Frühjahr des Jahres 779 datiert wurde. In ihm wurde eine Schiffsbeisetzung gefunden. Der Fund gilt als ältestes Schiffsgrab in den Nordischen Ländern. Das Schiff hatte eine Länge von 27 m. Gefunden wurden außerdem ein kleineres Schiff, ein Pferd, ein Schlitten, ein goldener Armring, 24 Pfeile in einem Köcher, ein Brettspiel mit blauen und gelben Glasspielsteinen. ein Brettspiel aus Brenstein, Gegenständer zum Fischfang, Feuersteine, ein Kreuz in Wachs und eine Feder in einer Schachtel.

Grønhaug war ein weiteres Schiffsgrab. Es liegt etwa einen Kilometer nördlich der Kirche bei einer Schule. Untersuchungen belegen übrigens, dass das Oseberg-Schiff aus demselben Holz aus dem Südwesten von Norwegen gefertigt wurde.

Olaf Tryggvason

Olaf Tryggvason war der Enkel von Harald Schönhaar. Sein Vater war vermutlich Tryggve Olafsson, ein Herrscher mit einem kleinen Königreich in Viken in der Nähe des Oslofjords, aber selbst zu Olafs Lebzeiten waren sich die Leute nicht sicher, wer sein Vater wirklich war. Seine Mutter hieß Astrid und stammte aus Obrestad in Jæren im Südwesten Norwegens. Olaf wuchs am Hofe des russischen Königs auf, ging auf Wikingerraubzüge, trat schließlich zum Christentum über und beendete sein Leben als König von Norwegen.

Olaf, der von ca. 968 bis 1000 lebte, wurde zu Lebzeiten als großer Held verehrt. Die Sagen erzählen, das König Olaf über die Ruder seines Schiffes laufen konnte, er konnte mit drei Dolchen jonglieren, so dass einer immer in der Luft war, er konnte auf den Reling des Schiffes herumlaufen, mit beiden Händen gleich gut kämpfen und zwei Speere gleichzeitig werfen. Olaf ging auf viele Viking-Fahrten und gewann große Anerkennung für seine Heldentaten. Seine Überfälle führten ihn nach Friesland im Nordwesten der Niederlande, ins Sachsenland in Norddeutschland, nach England und auf die Hebriden sowie nach Irland. Er führte so manche harte Schlacht und erwarb enormen Reichtum. Olaf ist wahrscheinlich der „König Anlaf“, der in angelsächsischen Chroniken auftaucht. Er soll zusammen mit dem dänischen König Sven Gabelbart London angegriffen haben.

In England traf Olaf einen christlichen Mönch, der angeblich die Zukunft vorhersehen konnte und Olaf überzeugte zum Christentum überzutreten. Anschließend segelte er mit fünf Langschiffen nach Norwegen, um dort König zu werden. 995 erreichte er die norwegische Küste. Er landete zunächst in Moster in Sunnhordland, wo er die erste seiner vielen Kirchen in Norwegen baute. Olaf begab sich nach Trøndelag, wo er Erlend, den Sohn von Jarl Haakon tötete und er schließlich vom Thing in Trondheim zum „König ernannt“ wurde. Man erklärte dort: „Er wird über dasselbe Land herrschen, das Harald Schönharr unter seiner Macht hatte.“

Olaf gilt als der erste norwegische König, der das Land christianisieren wollte. Bei Avaldsnes musste er sich aus diesem Grund mehrmals mit heidnischen Streitkräften messen.

Die lange Schlange – Ormen Lange

Die nordischen Sagen preisen viele der Wikinger-Kriegsschiffe. Olaf Tryggvason baute das legendärste von allen – die lange Schlange. König Olav hatte die Idee, dieses Schiff in Nordnorwegen zu bauen, als er Raud in Hålogaland ein starkes Drachenschiff stahl, nachdem er den Schiffseigner getötet hatte. Die Saga von Olav Tryggvasons berichtet folgendes:

„Der Winter, nachdem König Olaf aus Halogaland gekommen war, führte dazu, dass er unter den Klippen von Ladir ein großes Schiff baute: ein Schiff, das weitaus mächtiger war als jedes andere Schiff dieses Landes. Das Schiff war sowohl lang als auch breit und hoch und stark gezimmert. Das Schiff war ein Drache, gebaut nach dem, den der König in Halogaland erobert hatte, aber dieses Schiff war viel größer und in all seinen Teilen sorgfältiger zusammengesetzt. Der König nannte dieses Schiff die Lange Schlange. Die Lange Schlange hatte vierunddreißig Bänke für Ruderer. Der Kopf und der gewölbte Schwanz waren beide vergoldet, und das Dollbord war so hoch wie bei Seeschiffen. Dieses Schiff war das beste und teuerste Schiff, das jemals in Norwegen hergestellt wurde.“

Als Hommage an die Schiffsbaukunst der Wikinger und ihren Entdeckergeist baute der norwegische Unternehmer Sigurd Aase mit der Draken Harald Hårfagre das legendäre Wikingerschiff nach.

Das Drachenschiff „Harald Schönhaar“ ist das größte Wikingerschiff der Neuzeit. Der Bau des Schiffes begann im März 2010. Das Schiff wurde auf der Insel Vibrandsøy bei Haugesund gebaut und am 4. Juni 2012 zu Wasser gelassen. Es ist ca. 35 Meter lang, 8 Meter breit und verdrängt 70 Tonnen Wasser. Das Schiff ist aus Eichenholz gefertigt und verfügt über ein 260 m2 großes Segel aus Seide. An dem Projekt waren die besten Bootsbauer und Segelmacher Norwegens beteiligt. Das Ziel des Teams bestand darin, ein Schiff zu bauen, das die herausragenden Segeleigenschaften der Langschiffe der Wikingerzeit haben sollte. Das Drachenschiff hat 25 Rudersitze an jeder Seite. Jedes Ruder wird von zwei Mann bedient, sodass insgesamt 100 Ruderer benötigt werden. Bei Wind reichen jedoch 12 bis 14 Personen aus, um das Boot zu segeln.

Mit Zwischenstopps in Island und Grönland, wo sie vom Kurs abkamen, segelte die Crew nach Neufundland, wo auch die Wikinger einst Land erreichten. Nach ihrem Aufenthalt in Neufundland segelte die Draken durch verschiedene Städte in Kanada und über die Great Lakes nach New York City und schloss ihre Reise in dem Museumshafen Mystic Seaport in Connecticut ab.

Die Ausstellung im Museum zeigt in Bild, Text und Ton die abenteuerliche Reise des Schiffes.

St. Olaf

Olaf Haraldsson war der Sohn von Harald Grenske aus Ringerike und laut Snorri war Harald Schönharr sein Ur-Ur-Großvater. Sein Vater starb, bevor Olaf geboren wurde, und er wuchs mit seiner Mutter und seinem Stiefvater Sigurd Syr auf. Olaf ist auch als Olaf der Heilige bekannt. Er lebte von 995 bis 1030 und war von 1015 bis 1028 König von Norwegen.

Olaf war erst 12 Jahre alt, als er bei seinem ersten Wikingerüberfall zuerst nach Osten und dann mit den Jomsvikingern nach England ging, wo er Krieg führte. Es gelang ihnen nicht, London zu erobern, aber 1011 erreichten sie Canterbury. Später ging Olaf nach Spanien und Cádiz und verbrachte den Winter 1013-14 am Hof ​​von Richard II von der Normandie. Richard und die Männer der Normandie waren Christen und Nachkommen dänischer und norwegischer Wikinger und unter ihrem Einfluss ließ sich Olaf in Rouen taufen. Von der Normandie aus reiste Olaf 1014 erneut nach England. Diesmal half er dem englischen König Adelred II, London von den Dänen zurückzuerobern. Der Legende nach haben sie die London Bridge zerstört und der englische Kinderreim „London Bridge is falling down“ soll auf diesem Ereignis beruhen.

Mit der Vision ganz Norwegen als christliches Reich mit christlichen Gesetzen zu einen, kam er zurück nach Norwegen. Zwischen 1015 und 1016 wurde er vom Thing zum neuen König gewählt. Olaf wurde als erster König von allen einstimmig gewählt. Zusammen mit der Unterstützung der Versammlung führte er nach seiner Wahl eine christliche Gesetzgebung ein, die 1024 endgültig durchgesetzt wurde. Die Herrscher in Trøndelag, die eng mit dem dänischen König zusammenarbeiteten, waren gegen Olafs Herrschaftsform. 1028 musste Olaf schließlich aus Norwegen fliehen. Er verbrachte einige Jahre am Hofe des russischen Großfürsten von Yroslav I in Nowgorod. Yroslav war nicht nur Olafs Schwager, sondern auch Ziehvater seines Sohnes, Magnus der Gute. Im Jahr 1030 hatte Olav einen Traum, in dem er den Auftrag erhielt nach Norwegen zurückzukehren und für sein Land zu kämpfen. Kurz darauf machte er sich auf die Reise, die für ihn auf dem Schlachtfeld in Stiklestad am 29. Juli 1030 enden sollte.

Der isländische Schreiber Snorre Sturlasson schrieb die St. Olafs Saga, in der er über unglaubliche Wunder berichtetet, die auf dem Schlachtfeld und um die Grabstätte in Trondheim geschehen sein sollen. So verbreitete sich die Vermutung, dass Olaf ein heiliger Mann sei und ein Jahr nach Olafs Begräbnis gelang es seinen Anhängern, den Bischof zur Öffnung des Grabes zu bewegen. Der Sage nach soll Olaf ausgesehen haben als schliefe er. Sein Haar und seine Nägel hatten nicht aufgehört zu wachsen und seine Haut war frisch und rosig und ein wundervoller Duft soll von ihm ausgegangen sein. Daraufhin wurde der König 1031 als Märtyrer heiliggesprochen. Mehrere Relikte wurden in der Kirche in Trondheim verwahrt und sofort begannen Menschen zu diesem heiligen Ort zu pilgern. Als König Håkon Håkonsson um 1250 seine Kirche in Avaldsnes errichtete, weihte er sie dem heiligen Olaf und die Kirche wurde zu einem wichtigen Haltepunkt für Pilger, die nach Nidaros gingen. Es gibt immer noch Ortsnamen und Geschichten um Avaldsnes, die uns an diesen Pilgerweg erinnern.

Sankt-Olaf-Kirche

In der Saga von Snorri Sturluson steht, dass Olav Tryggvason auf der Insel Moster in Bømlo an Land ging, als er im Jahre 995 nach Norwegen kam, um den Königsthron zu fordern und das Land zu christianisieren. Olaf der Heilige hielt 1024 eine Kirchenversammlung in Moster ab, bei der er ein neues Kirchengesetz präsentierte, das die alten heidnischen Gesetze ablöste und die Grundlage für ein modernes Rechtssystem schuf. Die Saga erzählt, dass Olav Tryggvason eine Kirche als Hofkapelle in Avaldsnes erbauen ließ. Vermutlich war diese erste Kirche eine kleine hölzerne Stabkirche.

Der Königshof verfiel, und das wichtigste Wahrzeichen wurde die noch heute erhaltene Steinkirche von Avaldsnes, die Håkon Håkonsson 1250 erbauen ließ. Die frühromanische Kirche ist die größte Steinkirche des Mittelalters in Norwegen und hatte den Status als königliche Kollegiatkirche. Auf der Nordseite der Kirche steht ein imposanter Bautastein, die sogenannte Nähnadel Mariens. Sie ist über 7,2 Meter hoch und damit der höchste bekannte Bautastein. Der Stein steht schräg zur Kirchenwand geneigt, jedoch ohne diese zu berühren. Der Legende nach soll die Welt untergehen, wenn die „Nähnadel“ die Kirchenwand berührt.

Im Jahr 2017 wurde eine sensationelle Entdeckung gemacht. Noch andauernde Ausgrabungen zeigen, dass die Kirche teil eines großen königlichen Hofes war. Der Komplex bestand aus einem zweistöckigen Hauptgebäude mit Halle und Turm, der Sankt-Olaf-Kirche, mehreren Holzhütten für Diener und Bauern, von denen aus ein unterirdischer Geheimgang in das befestigte Hauptgebäude führte sowie ein achteckiges Gebäude, bei dem es sich eine kleine Kapelle handelte. Vermutlich gab es auch eine Palisade, welchen den königlichen Hof umgab.

Bokkøya

Auf der vor dem Nordvegen historiesenter liegenden Insel Bokkøya wurde ein Wikingerhof mit verschiedenen Gebäuden aus der Wikingerzeit rekonstruiert. Hier finden auch Veranstaltungen und Vorführungen statt.

Der Leidang war ein Kriegs- und Verteidigungssystem, das eine Küstenflotte organisierte, welche der König im Notfall mobilisieren konnte. Der Leidang teilte die Küste-Distrikte in verschiedene Regionen, die Skipreida genannt wurden. In Zeiten der Not mussten diese Regionen eine bestimmte Anzahl von Schiffen, Besatzungen und Versorgungsgüter stellen. Alle freien Männer waren dem Leidang verpflichtet.  Das Gesetz sah vor, dass jeder Mann sich mit einer Axt oder Schwert, Speer und Schild sowie einem Bogen und 24 Pfeilen pro Ruderbank ausstatten musste. Die Norweger konnten eine Hilfsflotte von 310 Schiffe aufbringen. Zusätzlich wurden an lang der Küste Wachfeuer angelegt, die bei Gefahr entzündet wurden und so die Bevölkerung warnte. Haakon der Gute bildete um das Jahr 950 das Leidang – System, jedoch mag es auch schon vorher ein ähnliches Verteidigungssystem gegeben haben.

Dieses Modell und die Rekonstruktion im Wikingerdorf eines Bootshauses beherbergte einst ein Kriegsschiff für den Leidang.

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