A Song of Ice and Fire Tabletop – Die Mauer (Teil 4)

In diesem Bericht geht es nun endlich um die Schwarze Festung, die von Markus, Hans und Frank für unser TACTICA-Projekt „Die Mauer“ gebaut und bemalt wurde. Vor dem Bau der Festung wurde ausgiebig diskutiert und recherchiert. Die Gebäude sollten sowohl der Romanbeschreibung als auch dem optischen Eindruck der TV-Serie entsprechen.

Vorbereitung

Zunächst haben wir uns Bilder der TV-Serie Game of Thrones sowie die visiellen Konzept zur Serie angeschaut.

Die ersten Konzepte zur Schwarzen Festung der TV-Serie

Ein Entwurf für Ostwacht in der TV-Serie

Konzept für das westliche Tor.

Die fertigen Kulissen aus Game of Thrones.

Die Filmkulisse des westlichen Tores.

Und so sieht die komplette Anlage der Scharzen Festung in der TV-Serie aus.

Als nächsten wurde noch einmal die Beschreibung in den Romanen studiert. Schließlich haben wir auch noch eine Blick auf die Umsetzung unterschiedlicher Künstler geworfen.

Wir stellten fest, dass es sich bei der Schwarzen Festung um keine Burg- oder Verteidigungsanlage, sondern vielmehr um eine ungewöhnliche Kaserne mit Wohntürmen handelt. Die Wohntürme dienen als Unterkünfte, die Hallen als Werkstätten, Lager und Aufenthaltsräume. Die ungewöhnlichen Wohntürme erinnern ein wenig an die Geschlechtertürme der Toskana, wie beispielsweise in dem Ort San Gimignano.

Wie in der Toskana, handelt es sich bei den Türmen der Schwarzen Festung nicht um Verteidigungsanlagen. Sie haben vielmehr repräsentativen Charakter und sollen Macht und Einfluss des Kommandanten zur Schau stellen, der sie hat errichten lassen. Eine Befestigung der Anlage wurde vom König bzw. den Sieben Königslanden ausdrücklich verboten, da man fürchtete, die mit einem kompletten Heer ausgestatteten Kommandanten könnten eigene Machtziele verfolgen und sich gegen die Königslande wenden. Eine Befürchtung, die sich in der Vergangenheit von Westeros schon hier und da bewahrheitet hat. Die Verteidigungsanlagen im Roman und in der Serie sind aus diesem Grund nur sehr provisorisch, da sie erst anlegt werden, als der Angriff der Wildlinge unmittelbar bevorsteht.

Im Roman ist es lediglich eine Barrikade rund um die große Treppe, in der TV-Serien werden Holzverschanzungen rund um die komplette Festung errichtet. In der Buchvorlage gibt es außerdem ein Tunnelsystem unter der Festung. Diese unterirdischen Gänge, Wurmhöhlen genannt, verbinden die Türme und Festungsbauten und von hier aus erreicht man auch die Bibliothek. Im Sommer werden die Gänge sehr selten benutzt, aber im Winter, wenn der Schnee manchmal 20 Meter hoch liegt, sind die Wurmhöhlen die einzige Verbindung zwischen den Gebäuden und Türmen. In der TV-Serie hat man auf die Wurmhöhlen verzichtet und diese stattdessen durch oberirdische Galerien ersetzt, welche alle Gebäude miteinander verbinden. Aus spieltechnischen und optischen Gründen haben wir uns ebenfalls für diese Galerien entschieden. Zudem kann man unterirdische Gänge auch durch einfache Mittel (Falltüren oder Höhleneingange) zumindest ansatzweise darstellen und so in ein Szenario einbinden.

Nachfolgend eine Beschreibung der Schwarzen Festung, wie sie in den Romanen dargestellt wird:

Die Schwarze Festung

Die Schwarze Festung ist die Hauptfestung der Nachtwache an der großen Mauer und hier endet auch der Königsweg. Die Festung liegt in etwa im Zentrum der großen Mauer sowie westlich der Festung Eichenschild und östlich von Königintor. Obwohl es weitere 18 Befestigungen entlang der Mauer gibt, ist die Schwarze Festung eine von nur dreien, die noch besetzt sind. Früher einmal waren hier mehr als 5.000 Männer samt Pferden, Dienern und Waffen stationiert, nun sind es nur noch etwa 500 bis 600 Männer, von denen nur etwa ein Drittel im Kampf ausgebildet ist.

Die Schwarze Festung ist keine Burg im eigentlichen Sinne, da sie keine Mauern im Westen, Süden oder Osten besitzt. Einzig ihre Nordwand liegt direkt an der „Mauer“. Sie besteht aus diversen Steintürmen und Gebäuden, die unterirdisch durch Tunnel miteinander verbunden sind. Aus der Ferne sieht die Festung vor der Mauer aus wie eine Hand voll Bauklötze, die im Schnee verstreut wurden. Der höchste Turm ist ungefähr ein Drittel so hoch wie die Mauer, die ca. 230 Meter misst. Es gibt nicht einmal Erdwälle oder Holzpalisaden. Die Burg besteht nur aus einer Ansammlung von Bergfrieden und Türmchen, von denen einige langsam verfallen. Innerhalb der Feste gibt dort nur eine kleine Septe und keinen Götterhain. Männer, die den alten Göttern folgen, müssen jenseits der Mauer in den Verfluchten Wald reisen, zu einem kleinen Hain von Wehrholzbäumen, um dort ihr Gelübde abzulegen.

Türme

  • Turm des Kommandanten
  • Königsturm: Es ist nicht der höchste Turm der Burg und auch nicht der stärkste, doch er steht günstig zur Mauer. Man kann vom Dach aus den unteren Teil der Holztreppe und das Tor überblicken.
  • Hardins Turm: Der Turm sieht schon lange so aus, als würde er bei der nächsten Windböe einstürzen.
  • Die Lanze: es ist der höchste Turm der Burg, wenn auch nur ein Drittel so hoch wie die Mauer. Er ist schmal und baufällig.
  • Turm der Wachen: er ist der stärkste Turm der Burg. Er liegt direkt am Königsweg.
  • Die Flint-Unterkünfte sind ein weiterer niedriger Turm
  • Der Stille Turm ist einer der Türme der Festung.

Gebäude

  • Alte Ställe: sind verlassen.
  • Ostställe: hier stehen alle Pferde der Nachtwache.
  • Septe: die Festung besitzt keinen Götterhain, nur eine kleine Septe. In ihr gibt es ein südliches buntes Fenster und einen Altar.
  • Waffenkammer: hier wird die Ausrüstung für die Kampfübungen aufbewahrt. Der Gewölbekeller unter der Waffenkammer dient der Nachtwache als Gemeinschaftsraum, in dem gegessen wird.
  • Krähenhorst: darunter befinden sich die Gemächer von Maester Aemon und zwei Kämmerern, die sich um seine Belange kümmern.
  • Bibliothek: Hier arbeitet vor allem Maester Aemon. Sie liegt in einem dunklen Kellergewölbe ohne Fenster. Die Bibliothek ist mit Tausenden von Büchern und Schriftrollen reich bestückt.
  • Das Badehaus ist über die Wurmhöhlen erreichbar.

Hallen

  • Speisesaal: eine große, holzgetäfelte Halle.
  • Der Graue Bergfried
  • Die Alte Schildhalle: Sie gehört zu den älteren Teilen der Schwarzen Festung. Hier hingen früher all die Schilde derjenigen Ritter, die ihre alten Titel abgelegt hatten, um der Nachtwache beizutreten. Wenn sie starben, verbrannte man ihre Schilde aus der Halle mit ihnen.

Höfe und Plätze

  • Im Burghof trainieren die Rekruten den Schwertkampf.
  • Der Totenhof der Festung liegt neben der Straße nach Osten.

Unser Design

Beim Layout der Festung bzw. bei der Verteilung der oben genannten Türme, Hallen und Höfe, haben wir uns an die Vorlage aus der TV-Serie gehalten, um einen gewissen Wiedererkennungswert zu erhalten.

Die Beschreibung der Bücher wird mit der Filmvorlage kombiniert.

Wie erwähnt, habe wir aber vor allem die Höhe der Türme an die Vorgabe aus den Büchern angepasst. Ein Großteil der Turmdächer sollte bespielbar sein und deshalb kein Spitzdach, sondern ein Flachdach erhalten. Die Türme an der Mauer sollten höher sein, die Lanze, wie im Roman beschrieben, der höchste.

Die Höhe der unterschiedlichen Gebäude grafisch dargestellt.

Karl-Heinz hat das Ganze in einem 3D-Modell umgesetzt.

Das 3D-Modell als Layout-Vorlage.

Grundsätzlich weisen die meisten Türme eine größere Höhe auf als andere Gebäude und sind so auch klar als Türme erkennbar. Die Gebäude und Halle sollten wiederrum stark an die Optik der Fernsehserie erinnern. Alle Gebäude werden als Bauwerke aus groben Bruchsteinen-Bauten dargestellt. Hier und da sind die Gebäude aufgrund ihres hohen Alters und durch Vernachlässigung baufällig, notdürftig repariert oder umgebaut. Die Turmdächer haben lediglich Zier-Zinnen oder Mauereinfassungen, also keine Verteidigungsfunktion, wie man sie bei Burgen kennt. Neben dem dunklen Bruchstein ist Holz der am häufigsten verwendete Baustoff. Neben Treppen und Gerüsten findet man Holz auch in Form von Schindeln auf den Dächern.

Der Bau der Gebäude beginnt. Markus und Hans haben die Arbeit unter sich aufgeteilt. Frank steigt später ebenfalls mit ein und bemalt alle Gebäude und baut die Verteidigungsanlagen.

Stellprobe

In einer ersten Stellprobe haben wir jetzt die genaue Position der Gebäude festgelegt. Ein Teil der Gebäude ist schon bemalt, einige Gebäude sind erst grundiert.

Es fehlen noch Teile der Barrikade und einige andere Details sowie der Schnee auf den Dächern. Aber wir haben ja auch noch zwei Wochen…

6 Kommentare zu „A Song of Ice and Fire Tabletop – Die Mauer (Teil 4)“

  1. Absolut unglaublich, was ihr hier immer wieder fertig stellt. Egal welche Epoche oder Thema…es ist unbeschreiblich. So viele Details, so viele Recherchen, die Bemalungen phänomenal. Ich verweile auf eurer Seite Stunden und bleibe auch bei der häufigeren Betrachtung einfach begeistert.

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