French-and-Indian-War / Waldland-Indianer

Es ist allgemein üblich die Ureinwohner Nordamerikas nach geographischen Regionen zu unterteilen. Bekannt aus Filmen und Büchern sind vor allem die Prärieindianer der Great Plains, dicht gefolgt von den Waldlandindianer des Nordostens, die hier Thema sein sollen. Die riesigen Wälder entlang der nördlichen Atlantikküste, am mächtigen Sankt-Lorenz-Strom, rund um die großen Seen und im Tal des Ohio waren einst von ganz unterschiedlichen indianischen Gruppen bewohnt.

Alle nachfolgenden Gemälde stammen von Robert Griffing, der mit seinen zahlosen Bildern den nordamerikanischen Ureinwohnern ein Denkmal gesetzt hat. Seine fantastischen Bücher, wie „His Journey into the Eastern Frontier“ geben einen tiefen Einblick in die kulturelle Welt der Indianer des 18. Jahrunderts.

Die Größte Gruppe an Ureinwohner der nordöstlichen Waldlandregion gehörte zur Algonkin-Sprachgruppe, die nördlich der Großen Seen und bis an die Atlantikküste siedelte. Die Micmac zählten zu dieser Gruppe. Sie hatten ihre Wohnstätten an der Ostküste von Neufrankreich, ein Gebiet, dass heutzutage als Atlantik-Kanada bezeichnet wird. Die Stammesverbände der Abenaki, die ebenfalls zu den Algonkin zählten, lebten an der Küste südlich der Micmac-Population und von hier bis zum Lake Champlain, ein Gebiet, das ungefähr dem heutigen Maine und Vermont entspricht. Die Föderation der Irokesen, auch als Six Nations bekannt, war der andere große Verbund von Ureinwohner der Waldlandregion. Die Irokesen siedelten südlich des Ontario See und dem Sankt-Lorenz-Strom. Zur Liga der Irokesen zählten die Stämme der Cayuga, Mohawk, Oneida, Onondaga, Seneca und Tuscarora. Ursprünglich waren die Huronen Teil des irokesischen Volkes, trennten sich aber von diesem, verbündeten sich mit Algonkin-Völkern und siedelten zu Zeiten des French-and-Indian-Wars am nördlichen Ufer des Ontario Sees. In der Zentral-Region der großen Seen hatten unter anderem die Fox und Sauk ihre Stammesgebiete. Im Ohiotal lebten vor allem die Stämme der Shawnee und Lenni Lenape, allgemein auch als Delaware bekannt.

Fort William Henry – Kampagne

In der französischen Kampagne gegen das britische Fort William Henry nahm das größte Aufgebot an amerikanischen Ureinwohnern während des gesamten French-and-Indian-War teil.

Die Briten hatten im Laufe dieses Konfliktes nur wenige indianische Verbündete. Lediglich die östlichste Gruppe der als Six Nations bekannten Liga der Irokesen, die Mohawk, zählten zumindest zeitweise zu ihren Verbündeten. Ein Grund für dieses Bündnis war, dass die Mohawk im unmittelbaren Einflussgebiet der britischen Kolonie New York siedelten. Einen weiteren Grund bildete die Person William Johnson, der enge Beziehungen zu den Mohawk pflegte. Johnson erlernte nicht nur ihre Sprachen, sondern kleidete sich auch auf ihre Weise. Doch von den rund 200 Kriegern, die unter der Führung von Johnson im Jahr 1755 in der Schlacht am Lake George teilgenommen hatten, waren kaum mehr als 50 während der Belagerung von Fort William Henry verblieben.

Ganz im Gegensatz dazu, gelang es den Franzosen mehr als 1.700 indianische Krieger ins Feld zu führen. Durch den intensiven Kontakt im Rahmen des Pelzhandels und durch die Arbeit der französischen Missionare war es den Franzosen gelungen, ein gutes Verhältnis zu einer Vielzahl unterschiedlicher Stämme aufzubauen. Vor allem die französischen Missionare des Jesuitenordens, wie Jean de Brébeuf, hatten dazu beigetragen. Dies galt vor allem für die im französischen Einschlussbereich lebenden Gruppen, wie den Abenaki und Huronen, aber auch den Algonkin, Onandaga, Nipissing und Micmac. Sie alle galten als sogenannte domestizierte Stämme, also indianische Gruppen, die durch Missionare zum katholischen Glauben bekehrt worden waren. Aber auch die weiter entfernt lebenden Stämme, wie in den Regionen rund um die großen Seen, auch „Pays d’en Haut“ genannt, waren pro-französisch eingestellt. Zu diesen Stämmen zählten vor allem die Ottawa und die Ojibwa.

In der Fort-William-Henry-Kampagne im Jahr 1757 nahmen auf französischer Seite mehr als 17 verschiedene Stämme teil. Dies waren im Einzelnen:

Domestizierte Stämme

  • Irokesen – 363
  • Abenaki – 245
  • Micmac – 60
  • Nipissing – 53
  • Huronen – 52
  • Algonkin – 49

Stämme der „Pays d’en Haut“ – Region

  • Ottawa – 337
  • Ojibwa – 157
  • Mississauga – 129
  • Potawatomi – 88
  • Winnebago – 33
  • Sauk – 33
  • Fox – 20
  • Iowa – 10
  • Miami – 8
  • Delaware 5

Irokesen

Am Beispiel der Irokesen will ich kurz auf die vielfältige Lebensweise und die kulturellen Unterschiede der Waldland-Indianer eingehen.

Der Eigenname Haudenosaunee für die Irokesen-Konföderation bedeutet „Leute des Langhauses“, denn die Irokesen umgaben ihre Dörfer zum Teil mit Palisaden und wohnten in Langhäusern, die je nach Größe fünf bis zwanzig Familien beherbergten. Die Langhäuser nannten sie Ganonh’sees. Sie bestanden aus einem rechteckigen Stangengerüst von rund zwanzig Metern Länge sowie je sechs Metern Breite und Höhe. Die biegsamen Stangen wurden an den oberen Enden zurechtgebogen und zusammengebunden. Große Rindenstücke von Ulme und Zeder dienten als Abdeckung und wurden wie Dachziegel überlappend angebracht und mit Bast befestigt.

Die Irokesen waren zum größten Teil sesshaft und ernährten sich in der Hauptsache durch Erzeugnisse des Ackerbaus, vor allem Mais, Bohnen und Kürbisse. In den westlichen Gegenden war die Ernte des Wildreises von großer Bedeutung und eine weitere Besonderheit war die Nutzung des Ahornzuckers.

Die kleinste wirtschaftlich autonome Einheit war die Familie. Mehrere Familien bewohnten ein Langhaus und mehrere Langhäuser bildeten einen Clan, der mit einem Tiernamen bezeichnet wurde. So gab es unter anderen den Bären-, Biber-, Wolf-, Schildkröten- und Hirschclan, die einem Clan-Verband zugeordnet wurde.

Wie auch bei anderen Stämmen waren bei den Irokesen die Medizinbünde weit verbreitet. Die sogenannten Maskenbünde gehören zu den Medizinbünden der Irokesen. Bekannt waren vor allem der Bund der Falschgesichter und der Bund der Maisstrohgesichter. Die Irokesen hatten eine ausgeprägte Mythologie und Kosmologie mit zahlreichen Gottheiten, die in einem bis zu zwölfschichtigen Himmel lebten, mit der Erde als Scheibe auf dem Rücken einer Schildkröte.

Dem Stammesrat übergeordnet war der irokesische Rat, der aus fünfzig Sachems bestand, deren Titel erblich waren. Die Organisation wurde in einer Verfassung beschrieben, die auf 114 Wampums basierte. Wampum ist die Bezeichnung für Perlen aus Meeresschnecken und Muscheln, die oft in einem Gürtel verarbeitet wurden und als heilige Gabe betrachtet wurden. So unterstrich die Überreichung eines Wampums Versprechen, Verträge oder Eheschließungen.

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