MASSAI

Ein Massai-Krieger ist ein schöner Anblick. Diese jungen Männer haben im äußersten Ausmaß diese besondere Form der Intelligenz, die wir schick nennen; gewagt und wild fantastisch, wie sie scheinen, sind sie ihrer eigenen Natur und einem immanenten Ideal immer noch unerschütterlich treu. Ihr Stil ist weder eine angenommene Art noch eine Nachahmung einer fremden Perfektion; es ist von innen gewachsen und Ausdruck der Rasse und ihrer Geschichte, und ihre Waffen und ihre Pracht gehören ebenso zu ihrem Wesen wie das Geweih eines Hirsches.
– Karen Blixen –

Miniaturen

Für meine erste Truppe zum Regelwerk Tribal habe ich mich für die Massai entschieden. Meine Wahl fiel auf dieses berühmte ostafrikanische Volk, weil ich schon seit Jahren einen ganzen Sack 28 mm Massai-Figuren im Regal liegen habe. Zudem lassen sich die Massai ganz hervorragend mit meinen afrikanischen Tieren kombinieren.

Die Figuren stammen natürlich aus der Schmiede von Wargames Foundry. Meines Wissens gibt es auch keinen anderen Hersteller von 28 mm Massai-Figuren und das ist auch gar nicht notwendig, da die Serie eine große Auswahl und eine hervorragende Qualität bietet. Es gibt die Massai-Krieger von Foundry ohne Kopfschmuck, mit dem berühmten Straußenfeder-Kopfschmuck und mit einem Kopfschmuck aus Löwenmähne. Durch diese drei Varianten lassen sich gut unterschiedliche Kriegerklassen darstellen. Speere, Schwerter und Keueln kann man seperat dazu kaufen oder man bastelt sich aus Besenborsten selbst welche. Neben dem Krieger gibt es auch ein Set mit Dorfbewohnern. Miniaturen von Rindern und Ziegen gibt es ebenfalls von Foundry, North Star oder Empress Miniatures.

Geschichte

Das Wort Massai bedeutet wörtlich übersetzt „Sprecher der Maa-Sprache“. Allgemein wird vermutet, dass das Volk ursprünglich vom Norden Afrikas, vom oberen Nilgebiet nach Ostafrika migriete und erst im 15. Jahrhundert im heutigen Kenia beziehungsweise Tansania beim Turkanasee ankam. Ein Indiz dafür ist ihre Sprache, die verwandt mit der Sprachgruppe der Ost-Niloten ist. Am Ende des 19. Jahrhunderts reichte ihr Siedlungsgebiet von Nordkenia bis nach Tansania. Die Region ist als Kenia Hochland bekannt und liegt zwischen dem Kilimandscharo, dem Mount Kenia und dem Victoria-See. Zu ihren Nachbarn zählten die Kikuyu, Kamba und Nandi. Vor allem mit den ersten beiden Völkern lagen die Massai in fast ständigem Konfikt.

Gekämpft wurde aber auch untereinander und es gibt zahllose Berichte von Bürgerkriegen unter den Massai. Schwere Konfikte und eine tiefe Feindschaft gab es aber vor allem mit den arabischen Sklaven- und Elfenbeinhändlern, die mit ihren Karawanen durch das Gebiet der Massai zogen. Die erste Begegnung mit Europäern ereignete sich gegen Mitte des 19. Jahrhundert durch 2 deutsche Missionare. Die Europäer eroberten aber nur sehr langsam das Gebiet der Massai und es dauerte Jahre, bis eine gefahrlose Durchquerung des Massai-Gebietes möglich war. Der schottische Entdecker und Afrikareisender Joseph Thompson trug im Jahr 1885 mit seinem Buch „Trough Masailand“ im Wesentlichen dazu bei, dass das Volk der Massai in der westlichen Welt romantisiert wurde. Es gab eine ganze Reihe von goßeren Gefechten mit Europäern, wie die Eroberung von Mombasa durch die Massai im Jahr 1859 oder das Massaker im Kedong Tal im Jahr 1895. Eines der größten Gefechte wurde 1889 zwischen der deutschen Expedition von Carl Peters und dem Stamm der Laikipiak bei Elbejet ausgetragen.

Kultur

Lebensgrundlage der Massai war ihr Vieh, im Wesentlichen die Rinderherden, die ihr wertvollster Besitz waren. Bedingt durch ihren Glauben galt Viehdiebstahl als gottgegebnes Recht der Massai, wodurch es zu ständigen Konflikten untereinander und mit anderen Völkern kam. Auf der ständigen Suche nach Wasser und Weideland für ihre Herden wurden die Massai zu Nomanden. Einige Stämme gingen aber auch zur Landwirtschaft über und bildeten eigene Volksgruppen, wie die Arusha.

Es gab 16 größere Clans oder Stämme, die von den vier größten, den Kaputiei, den Loitai, den Purko und den Kisongp beherscht wurden. Die höchste Autorität in der Massai-Gesellschaft war der Beiganis, auf Stammesebene sowie als moralischer und religiöser Führer galt aber der Laibon als Oberhaupt. Ein Laibon kannte magische Praktiken, konnte zu Engai, dem Schöpfergott der Massai, sprechen und um Regen bitten. Außerdem war es ihm möglich Krankheiten zu heilen und er stellte Glücksbringer und Medizin für die Krieger her. Er musste außerdem grundsätzlich vor Überfällen um Rat gefragt werden. Die Massai verwendten keine Trommlen oder andere Musikinstrumente. Allein das Horn der Kudu-Antilope wurde bei religiösen Zeromonien geblasen.

Enkang wird das Dorf der Massai genannt, bei dem die Hütten kreisförmig um den zentralen Viehkraal angelegt sind. Der Viehkraal im Zentrum des Dorfes und die Hütten wurden zum Schutz vor Tieren und Überfällen von einem Dornengestrüpp oder einer Palisade umgeben. Etwas außerhalb des Dorfes, meist unterhalb eines Baumes, lag der Versammlungsplatz der Männer. Bei den Hütten der Massai, rund 3 bis 5 Meter lang, handelte es sich um einen relativ niedrigen Bau von kaum mehr als 1,20 m Höhe. Das Dach war eine flache Kuppel mit abgerundeten Ecken. Das Gerüst der Hütte aus Holzstangen, Gras und Zweigen, wurde durch mehrere Lagen Mist aber Lehm zusammengehalten, der, einmal getrocknet, auch vor Regen schützte. Vor dem Eingang war immer eine Blendwand gezogen, um zu verhinderten das Vieh und ungebetene Gäste die Behausung direkt betreten konnten. Im Dach des Hauses wurde ein kleines Loch gelassen, damit der Rauch vom Kochen abziehen konnte. Im Kraal lebten mehrere Familien oder die verschiedenen Frauen eines Mannes in bis zu 30 Hütten.

Krieger

Wie viele Völker Ostafrikas, waren auch die Massai nach Altergruppen unterteilt. Die Kinder und den alten Männer wurde die relativ leichte Aufgabe als Viehhüter übrtragen. So war es den jungen Männer im Alter von 15 bis 30 möglich, eine Art stehendes Heer, die Moran zu bilden. Als Moran, der alle 7 Jahre gebildet wurde, bezecihnete man eine männliche Altersgruppe von Kriegern. Jeder Moran gab sich einen Namen, wie beispielsweise “ die weißen Schwerter“, „die langklingigen Speere“ oder „die bei Tage kämpfen“.

Jeder Moran war in zwei Sektionen, die „rechte Hand“ der älteren und die „linke Hand“ der jüngeren Männer unterteilt. Die Sektionen waren wiederum in drei Gruppen, die „großen Straußenfedern“, die „Helfer“ und die „schnellen Läufer“ unterteilt. Die Vereilung der Krieger auf die Gruppen richtete sich danach, wann ihr Moran gebildet worden war.

In der ersten Altergruppe der Krieger, nach der Beschneidung, ließen die jungen Männer ihr Haar lang wachsen, bis sie in die Altergruppe der Erwachsenen wechseln. Die Waffen eines Kriegers bestanden aus Speer, Schwert und Schild. Hinzu konnten noch Keulen kommen, die als Wurfwaffe verwendet wurden. Das Schild wurde von jedem Krieger selbst bemalt. Moran Kriegern war es verboten irgendeine Art von Fernkampfwaffe zu führen, sie durften nicht heiraten und ernährten sich nur von Fleisch, Blut und Milch. Als Mutprobe galt die Jagd auf Tiere, wobei das Erlegen eines Löwen die höchste Auszeichnung darstellte. Wer bei der Löwenjagd als erstes seinen Speer in einen Löwen stieß, dem stand es zu, seine Mähne als Kopfschmuck zu tragen.

Viele andere Krieger trugen einen großen Kopfschmuck aus Straußenfedern, der das Gesicht vollständig einrahmte. Im Kampf entfalteten die Massai vor allem im offenen Gelände der Steppe ihre Stärke, den Kampf in Wäldern und Bergen mieden die Massai wenn möglich. Die „Kampftaktik“ der Massai bestand aus einem Frontalangriff, bei dem die besten Krieger das Zentrum eines Keils bildeten und von den restlichen Kämpfern flankiert wurden. Diese Formation wurde „Adlerschwingen“ geannt. Das Ende der Kriegerzeit für einen Moran war mit ungefähr 30 Jahren erreicht. Der Moran wurde dann mit der Eunoto-Zerenomie in die nächste Altergruppe entlassen und erst dann durften die Männer heiraten und bekamen ihr Haar geschnitten. Im Moran, den stehts zum Gefecht bereiten Kriegern, lag also das Geheimnis der Kampfkraft der Massai.

Armeeliste für Tribal

Aus den gennaten Fakten eine Armeeliste für Tribal zu basteln ist nicht weiter schwierig. Als Chief gilt der der beste Krieger des Stammes und erhält natürlich den Skill „Champion“ (2 Punkte). Einer meiner Hereos ist der Laibon, der selbsverständlich den Skill „The Shaman“ erhält (2 Punkte). Die Warriors der jungen Krieger bekommen keinen Skill (1 Punkt), die erfahrenden Krieger erhalten den Skill „Agile“ (2 Punkte) und die Veteranen den Skill „Fearsome“ (2 Punkte). Alle Gruppen und Helden sind mit Speeren bewaffnet und natürlich ist es den Massai verboten Fernwaffen zu verwenden.

Mein Moran mit Namen „Il Kieku“ (Die langklingigen Speere) kostet in der Grundversion also 9 Honour-Points. Optional kann eine Gruppe mit Handwaffen und dem Skill „Skilled“ hinzukommen (2 Punkte) oder eine Gruppe Jäger (Speere) mit dem Skill „Savage“. Zusätzliche Helden mit dem Skill „Strong“ und „Ferocious Fighter“ stehen ebenfalls bereit (je 2 Punkte). Nun fehlt also nur noch ein passender Gegner…

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