WATERLOO – QUATRE-BRAS 1815 / TEIL 13

So langsam habe ich alle für das Quatre Bras – Projekt benötigten Gebäude beisammen. Mein Drucker hat zuletzt die Schäferei und die Farm Gemioncourt ausgespuckt. Zur Farm Gemioncourt fehlt noch die große Scheune, aber schon jetzt wird klar, dass dieser Gebäudekomplex etwas zu groß für meine TableTop-Platte ist. Ich werde die Farm also vermutlich nur zur Hälfte darstellen und am unteren Rand platzieren. Das geplante Szenario würde dann also nach oder kurz vor der Eroberung von Gemioncourt beginnen. Aber vielleicht erweitere ich das gepante Spielfeld von 180 x 240 cm auf 180 x 360 cm, denn dann würde es passen (ok, ich muss wohl noch neues Material kaufen ;-)).

Wie versprochen, gibt es nachfolgend eine kleine Anleitung zur Bemalung der ausgedruckten Ziegelgebäude am Beispiel von La Bergerie, der Schäferei südlich der Straßenkreuzung. Das Gebäude sollte etwas dunkler und älter wirken, als die Gebäude an der Kreuzung.

Schritt 1: Ich habe das Gebäude mit Filament in weißer Farbe (hellgrau geht auch) ausgedruckt, wodurch man den hellen Untergrund später für die Highlights nutzen kann. Nach dem Druck wurde das Gebäude entgratet und mit weißer Sprühfarbe grundiert.

Als Beispiel ist hier Gemioncourt zu sehen.

Schritt 2: Nun kann mit dem Auftrag der Grundfarben begonnen werden. Für die Bemalung verwende ich aus Kostengründen Abtönfarbe aus dem Baumarkt. Für die nicht getünchten Ziegelwände habe ich den Farbton Terrakotta bzw. Karamellbraun gewählt. Vermutlich hat jeder Farben-Hersteller seinen eigenen Namen für diesen hellen, rotbraunen Farbton, weshalb man nicht zwingend nach den von mir genannten Namen suchen sollte.

Um den Ziegelwänden etwas Unregelmäßigkeit aussehen zu lassen, habe ich einzelne Ziegel in einem dunklen Rotbraun übermalt. Für das Ziegeldach habe ich in die Terrakotta-Farbe dunkelrot und dunkles Braun gemischt. Die Fenster- und Türeinfassungen sind in einem sehr hellen graubraun bemalt, die Fensterrahmen und Türen in dunkelgrau.

Die Grundfarben sind aufgemalt.

Schritt 3: Nun kommt über das Ganze ein sehr dunkelbrauner Wash, also stark mit Wasser verdünnte Abtönfarbe. Nach dem Auftragen wird die noch nasse Oberfläche mit einem Tuch abgerieben, wodurch der Wash zum größten Teil nur in den Vertiefungen stehen bleibt und auf der Oberfläche zusätzlich die Grundfarbe leicht abgetragen wird und so der helle Farbton des Druckmaterials durchscheint. Es wird also zugleich schattiert und aufgehellt.

Der Wash ist auf der linken Seite aufgetragen und mit einem Tuch abgerieben worden.

Schritt 4: Wie auf bei meinen Figuren, verwende ich auch bei Gebäuden immer ein „Blacklining“, d.h. ich trenne alle farblich unterschiedlichen Bereiche und Details durch eine dünne, schwarze Linie, welche den harten Schlagschatten an den Übergängen bilden soll und dem Auge des Betrachters erleichtert, Details zu erkennen.

Backlining und Highlights sind auf der rechten Seite aufgemalt worden.

Schritt 5: Nun werden die Kanten noch einmal leicht mit Lichtern versehen. Ein Vorgang, der durch den Abrieb nach dem Wash nicht mehr sehr arbeitsintensiv ausfällt (dieser Vorgang ist schon im Foto oben, auf der rechten Seite zu sehen)

Schritt 6: Schließlich geht es an das Weathering. Dabei werden Wasserflecken, Dreck sowie Moos und Flechten simuliert. Dreck und Flecken bilden sich häufig am unteren Rand des Gebäudes, Wasserflecken entstehen an den Stellen, an denen sich das Regenwasser sammelt und am Gebäude herunterläuft. Dort wo sich Wasser bei Ablaufen besonders lange hält, entstehen Moos und Flechten. Für das Weathering nehme ich unterschiedliche Washes, wie „Nuln Oil“ von Games Workshop, für Moos und Flechten „Slimy Grime Dark“ von Vallejo – Environment.

Hier sind auch Pigmente zu sehen, die ich aber hier nicht verwendet habe (kommt vielleicht noch).

Die rechte Hälfte ist bereits fertig.

Wie ihr seht, ist das Ganze keine „Raketen-Technik“ und lässt sich sicher auch noch verfeinern. Wenn ihr weitere Tipps und Tricks habt, dann gerne her damit (in die Kommentare). Danke!

Das fertige Gebäude.

Und das fertige Gebäude auf dem Schlachtfeld.

Neue Figuren

Neben den Gebäuden, male ich natürlich auch weiterhin an Figuren zum Thema Waterloo. Nicht alle Figuren werden für Quatre Bras eingesetzt, aber sie werden sich auf den anderen Schlachtfeldern der Waterloo-Kampagne wiederfinden. Zu diesen Figuren zählen auch die schweren britischen Dragoner. Bisher fehlten mir immer noch 2 Einheiten, die ich jetzt endlich bemalt habe, wodurch sowohl die Union Brigade als auch die Household Cavalry vollständig sind.

Außerdem habe ich ein paar uralte Umbaufigurensets wiedergefunden, die ich neu bemalt und neu basiert habe. Den Anfang macht diese durch einen Artillerietreffer beschädigte Protze mit gestürzten Pferden. Ich glaube, der Umbau stammt von Andreas Tesmer (?). In Arbeit sind außerdem diverse britische Tote und Verwundete, sowie Ärzte und Sanitäter.

Demnächst mehr.

8 Kommentare zu „WATERLOO – QUATRE-BRAS 1815 / TEIL 13“

  1. Unglaublich schön gemacht. Ich mus noch viel lehrnen :-).

    Sie drucken auf 70% hab ich von Jens vwrstanden? Wie gros wird die Bodenfläche von Gemioncourt dan sein?

    Freundlichen Gruß,
    Sybren

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  2. Sind die Häuser in 1/72 gedruckt oder kleiner?,die Prozentangaben sagen mir leider noch nichts.Ich kann die Gebäude ja auch gebrauchen aber in 28mm sind sie zu groß und sollen eigentlich auch nicht bespielt werden.Dienen nur der Optik bzw. Orientierung auf dem Spielfeld.
    Und ja die Bemalung ist Klasse,muss ich mir mal live ansehen:-)

    Schöne Grüße Dirk

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  3. Hi Dirk, die Häuser sind 70 % von 1/72, also noch einmal deutlich kleiner und trotzdem wirken die großen Pachthöfe immer noch riesig (für mich). Für 28 mm sollte man dann wohl 1/72 nutzen (oder sogar noch etwas kleiner).

    Wir sehen uns auf jeden Fall geimpft im Herbst ;-), dann kannst du alles live und in natura bespielen 🙂

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  4. Danke für die Antwort Frank,so etwas hatte ich mir schon gedacht.Wird dann also für Uns in Berlin was mit 1/72 werden.

    Und mal sehen ob es im Herbst klappt,von mir aus ja gerne aber ob dann alles wieder OK ist bezweifle ich ein wenig.Denke mal das wir mit den Mist länger leben müssen

    Grüße Dirk

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