3D Drucker

Ja, er wird wohl recht behalten! Jens (Najewitz Modellbau) hat es tatsächlich schon lange geahnt. Vor ein paar Jahren erzählte er mir, dass es sein Ziel sei, in Zukunft aus der aktiven Produktion von Miniatur-Gebäuden auszusteigen und nur noch 3D Druck-Dateien an Kunden zu verkaufen. Irgendwann hätten nämlich viele Wargamer ihren eigenen 3D Drucker zu Hause stehen und würden sich dann je nach Bedarf Gebäude und Zubehör selbst ausdrucken. Bei den damals noch recht stolzen Preisen für 3D-Drucker und der Angst vor dem nötigen Technik-Knowhow sowie der Qualität der Objekte, schreckten viele, wie auch ich, noch vor der Anschaffung eines solchen Gerätes zurück. Doch nun ist es endlich soweit, auch ich habe jetzt, wie einige andere Hobby-Kollegen, einen 3D-Drucker bei mir zu Hause stehen.

Angefangen hat es vor rund 20 Jahren. Zu dieser Zeit habe ich die ersten Gebäude, damals noch in Ceramin abgegossen, von Jens erworben. Es handelte sich um eine Waterloo-Gebäude-Serie. Dazu gehörten Häuser und Kirche des Ortes Plancenoit, das Schloss von Hougoumont, das Gasthaus La Belle Alliance und die Farm La Haye Sainte. Einige dieser Gebäude verwende ich tatsächlich noch heute. Irgendwann stieg Jens dann von Ceramin auf Resin um, gebaut wurden die Master aber immer noch in guter alter Handarbeit. Aus dieser Zeit stammen meine ersten Normandie-Gebäude, die ich unter anderem für meine Sainte-Mère-Église und Pegasus Bridge Präsentationen eingesetzt habe. Ein großer Fortschritt war der Laserschneider, mit dem Jens dann die Master für seine Resin-Gebäude erstellte. Aus dieser Schaffensphase stammen die sensationellen Gebäude meiner zahllosen Sudan-Präsentationen und auch mein heißgeliebter Schaufelraddampfer schipperte endlich über die Geländeplatte. Gerade die letzten, mehrstöckigen Häuser dieser Serie hatten fantastische Details.

Dann ging es aber mit großen Schritten in Richtung 3D Druck. Natürlich war Jens wieder Pionier und fertige schon bald seine Master mit diesem, damals noch brandneuem Gerät. Da es auch immer darum ging, möglichst bezahlbare Produkte auf den Markt zu bringen, kam und kommt eine Produktion mit dem 3D Drucker bisher nicht in Frage. Dafür ist das Gerät einfach noch zu langsam. Der Druck für ein Gebäude im Maßstab 28 mm kann schon mal 15 Stunden und mehr benötigen. Und so war es für Jens ein logischer Schritt, den Verkauf selbst gestalteter 3D-Dateien anzugehen.

Mich haben am Ende dann nicht nur seine visionären Vorträge überzeugt, sondern vor allem die nunmehr 7 Kickstarter, die Jens höchst erfolgreich mit seinen 3D Dateien durchgeführt hat. Jeder der Kickstarter beinhaltet ein historisches Thema, bei dem der Bieter zahlreiche Dateien von Gebäuden und Zubehör erwerben kann. Dabei erfüllt Jens teilweise auch noch während der laufende Kampagne Wünsche und Anregungen seiner Kunden. Zusammen mit den Dateien erhält man außerdem sehr nützliche Tipps & Tricks rund um den 3D-Druck. Da ich Jens nun schon fast 18 Jahren kenne und ich Null-Ahnung vom Thema 3D-Druck habe, war es naheliegend, ihn zu bitten, mir bei dieser Geschichte den richtigen Weg zu weisen. Gesagt getan, ein Mann, ein Wort. Zusammen mit den restlichen Mitgliedern der TACTICA e.V. orderten wir bei Jens zwei Drucker und baten ihn um eine praktische Einführung im Umgang mit diesen Geräten. Im Laufe eines netten Nachmittags mit reichlich Speis und Trank, wurden wir dann in die Geheimnisse des 3D Drucks eingeweiht. Das Ganze ist kein Hexenwerk, aber es gibt viele kleine Stolpersteine, über die man als Anfänger fallen kann. Somit ist es sehr hilfreich, wenn jemand mit viel Erfahrung den kompletten Prozess begleitet.

Kaum zu Hause wieder angekommen, wurde auch schon das passende Programm auf meinem Computer installiert und der 3D Drucker, es handelt sich um eine ANYCUBIC 3I MEGA, in Stellung gebracht. Da das Gerät ja praktisch ein Roboter ist, habe ich ihn Triple Zero, nach dem schwarzen Droiden aus dem Star Wars Universum getauft. Dank Jens, hatte ich per Mail schon die komplette Palette an 3D Dateien für seine Gebäude erhalten. Seine 3D-Dateien kann man nämlich nicht nur im Rahmen des Kickstarters, sondern auch in seinem Internet-Shop erwerben. Zur Auswahl stehen die Themen „WÜSTE“, „NORMANDIE WWII“, „PIRATEN“, „COLD WAR“, „FIW/AWI“ und „WILDER WESTEN“. Demnächst kommt auch noch das Thema Russland hinzu. Da ich gerade das Thema Wüste bzw. Fremdenlegion beackere, entschied ich mich dafür, zunächst ein Wüstenfort zu drucken. Das Fort wird natürlich nicht komplett in einem Stück gedruckt, sondern besteht aus einzelnen Elementen, die dann individuell zu einem Gebäude-Komplex zusammengestellt werden können.

Der Druck ist wirklich erstklassig und viel besser und stabiler, als ich zunächst vermutet habe. Für eine noch realistischere Oberfläche, die nach dem Druck ja sehr glatt bzw. durch die Schichtung des Druckes leicht geriffelt ist, empfiehlt es sich, mit ein wenig Holzleim und feinem Vogelsand verputzte Wänden zu simulieren. Natürlich habe ich auch mit den üblichen Schwierigkeiten, wie der Haftung der Objekte auf dem „Drucktisch“ zu kämpfen. Aber mit Tipps und Tricks von Jens und aus dem Internet bahne ich mir langsam einen Weg zum perfekten Ergebnis. Man sollte aber nicht verheimlichen, dass es immer wieder kleine und große Fallstricke gibt, an denen der Druck scheitern kann.

Hier nun mein erstes Ergebnis, das schon erwähnte Wüstenfort…

Neben den sensationellen 3D Dateien von Jens, gibt es natürlich eine nahezu unendliche Anzahl von kostenlosen Dateien bei diversen Internet-Plattformen, wie beispielsweise www.thingiverse.com. Die sehr günstigen 3D-Dateien von Jens und den Link zu seinen Kickstarter-Kampagnen gibt es hier:

http://www.3dprintterrain.de/

3 Kommentare zu „3D Drucker“

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