Möckern – Heimatstube 1813

Im Rahmen meiner letzten Fahrradtour habe ich auch das Schlachtfeld von Möckern (April 1813) besichtigt. Über den Verlauf der Gefechte hatte ich schon in meinem letzten Artikel berichtet (https://tabletopdeutschland.com/2018/07/16/moeckern-5-april-1813/)

In Möckern hatte ich das große Glück, an einer Führung durch die Heimatstube 1813 teilnehmen zu können. Die Heimatstube kann nur unter Voranmeldung und im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Wer Möckern besucht sollte also vorher die Website der kleinen Stadt aufsuchen und sich telefonisch informieren. Untergebracht ist die Heimatstube 1813 im alten Wasserschloss von Möckern, welche heute als Schule dient.

Heimatstube 1813

Die Heimatstube von Möckern hat eigentlich schon die Ausmaße eines kleinen Museums. Neben Berichten, vielen schönen Original-Gemälden und Reproduktionen, kann man Uniformen, Waffen und auch zahlreiche Schlachtfeldfunde bestaunen.

Alle 6 Räume der Heimatstube widmen sich ausschließlich den Gefechten bei Möckern im April 1813. Zudem gibt es eine sehr schöne Sammlung von Gedenkmünzen der Napoleonischen Kriege und auch ein seltenes Exemplar eines Eisernen Kreuzes aus dieser Zeit fehlt nicht in den zahlreichen Schauvitrinen.

Die Präsentation ist für eine Heimatstube sehr professionell und aufwendig. Kernstück der Ausstellung ist ein großes Zinnfiguren-Diorama, welches die Kämpfe um das Dorf Vehlitz zeigt. Neben dem Diorama sind auch die Recherche und der Bau der Präsentation geschildert. Neben dem Gefecht von Vehlitz sind zudem einige weitere Szenen aus den Befreiungskriegen als Zinnfiguren-Diorama ausgestellt.

Den Abschluss der Führung bildete die Besteigung des Schlossturmes, von dem aus man einen weiten Blick über das Schlachtfeld erhält. Bei guter Sicht soll man sogar den Brocken im Harz sehen können.

In Möckern sind neben dem alten Wasserschloss auch weitere historische Gebäude und die alte Kirche zu sehen. Es gibt natürlich auch ein Denkmal zur Schlacht von 1813. Weitere Denkmäler und Gedenktafeln findet man in den Orten Ladeburg, Dannigkow, Vehlitz und Nedlitz.

Diorama

Das Diorama in der Heimatstube von Möckern zeigt das Gefecht bei Vehlitz in den frühen Nachmittagsstunden des 5. April 1813. Das Ganze stellt einige entscheidende Momente des Gefechts dar und ist mit 1.674 Figuren und 22 Geschütze und Wagen bestückt. Die Figuren wurden vom Freundeskreis Zinnfiguren Magdeburg e.V. bemalt. Auf französischer Seite kämpften schätzungsweise 4.800 Mann, auf alliierte 5.000 Mann.

Auf dem äußerstem linken Flügel der Alliierten (im Süden) sind russische Jäger vom 26. Regiment im Feuergefecht mit neapolitanischen Grenadieren begriffen.

Rechts davon ist das Pommersche Grenadier-Bataillon bei der Durchquerung der Ehle, um dem Füsilier-Bataillon des 4. Ostpreußischem Infanterie-Regimentes Umstürzung im Kampf um die Gärten zu geben, die von den Voltigeuren des neapolitanischem Eliten-Bataillons und den Grenadieren und Füsilieren der 112. Französischen-Linien-Infanterie verteidigt werden.

Die Ostpreußischen Füsiliere hatten zuvor zwei französische Kanonen erobert. Um dies rückgängig zu machen, werden sie von Italienischen Reitenden Jägern attackiert.

Im Zentrum marschiert ein Bataillon des 26. Russischen Jäger-Regiments auf die Ehle-Brücke zu.

Auf dem rechten Flügel der Alliierten (nördlich der Brücke), hat das II. Bataillon des Pommerschen Infanterie-Regiments Karree formiert, um die Attacke eine kombinierten Kavallerie-Brigade aus 6., 7., 8. Husaren 1., 3., 5. 9. Lanciers, 16. Chasseurs abzuschlagen.

Das I. Bataillon des Pommerschen Infanterie-Regiments ist im Anmarsch auf die Ehle.

Russische Artillerie unterstützt die Angriffe südlich der Brücke, preußische nördlich davon.

Die Gärten zur Ehle hin werden im zentralem Abschnitt durch Füsiliere vom Französischem 112. Linien-Regiment verteidigt, auf dem rechten (südlichem) Flügel der Franzosen sind Grenadiere und Voltigeure aus Neapel im Gefecht.

Am nördlichen Rand des Dorfes kämpfen die Grenadiere und Voltigeure 112. Linien-Regiments. Jeweils eine Kompanie der Neapolitaner und Franzosen marschiere auf der Dorfstraße zu ihren Einsätzen.

Der französische Oberkommandierende General de Division Grenier zieht hinter dem Dorf Verstärkungen heran, um sie nördlich davon am Windmühlenberg in Stellung zu bringen.

Ein Bataillon des 6. Linien-Regiments schwenkt gerade kompanieweise in die Feuerline ein. Ihm werden das zweite Bataillon dieses Regiments und das I. des 5. Italienischen Linienregiments folgen. Diese Truppen werden den Sieg der preußisch-russischen Truppen nicht mehr verhindern können; sie werden aber dafür sorgen. dass eine Verfolgung der Franzosen nicht stattfinden wird.

Russische und Preußische Kavallerie steht bereit die französischen Reiter der 1. Leichten Kavallerie Division abzufangen.

 

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