The Rifles Berkshire and Wiltshire Museum

In dem schönen englischen Städtchen Salisbury, das vor allem für seine eindrucksvolle Kathedrale und die Überreste der alte Siedlung Old Sarum bekannt ist, findet man auch das „The Rifles Berkshire and Wiltshire“ Museum. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um das Museum des Royal Berkshire Regiments (Princess Charlotte of Wales’s) und des Wiltshire Regiments (Duke of Edinburgh’s). Die beiden Regimenter haben eine sehr interessante Geschichte, die ich an dieser Stelle aber nur anhand einiger Beispiele wiedergeben möchte. Wer Salisbury besucht, sollte diese kleine aber feine Museum nicht links liegen lassen, sondern unbedingt besuchen. Es ist leicht zu finden, da es gleich neben der großen Kathedrale liegt. Weitere Informationen gibt es hier: http://www.thewardrobe.org.uk/home

Royal Berkshire Regiment

Das Royal Berkshire Regiment (Princess Charlotte of Wales) war ein Linien-Infanterie-Regiment der Britischen Armee, das von 1881 bis 1959 existierte. Das Regiment wurde 1881 als Princess Charlotte of Wales (Royal Berkshire Regiment) durch die Verschmelzung des 49. (Hertfordshire) Regiments und des 66. (Berkshire) Regiments geschaffen. Am 9. Juni 1959 wurde das Royal Berkshire Regiment mit dem Wiltshire Regiment zum Duke of Edinburgh’s Royal Regiment (Berkshire and Wiltshire) vereinigt. Am 27. Juli 1994 erfolgte eine erneute Änderung, als es mit dem Gloucestershire-Regiment zusammengeschlossen wurde, um das Royal Regiment Gloucestershire, Berkshire und Wiltshire zu bilden. Wie sein Vorgängerregiment wurde jedoch dieses am 1. Februar 2007 mit dem Devonshire und Dorset Regiment, den Royal Green Jackets und der Light Infantry zu einem neuen großen Regiment, The Rifles, vereinigt.

49. Regiment

Im Juni 1775 wurde das 49. Regiment für den Dienst im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg nach Boston verlegt. Es kämpfte dort in der Schlacht von Long Island im August 1776, in der Schlacht von White Plains im Oktober 1776 und in der Schlacht von Fort Washington im November 1776. Das Regiment nahm anschließend an der Philadelphia-Kampagne teil, kämpfte in der Schlacht von Brandywine im September 1777, in der Schlacht von Paoli und in der Schlacht von Germantown im Oktober 1777.

Nach einem britischen Angriff auf die Amerikaner am Brandywine, bei dem die Leichte Kompanie des Regiments angeblich keine Gefangenen machte und die Amerikaner Rache forderten, entschloss sich das Regiment aus Trotz, rote Federn an ihren Tschako zu stecken und so zu signalisieren, dass sie die Verantwortlichen waren. Bis heute wird deshalb vom Regiment ein roter Blitz an der Mütze und am Kragen getragen.

Die sogenannte „Mitre caps“ wurden nur von den Grenadieren, Pionieren und den Trommler getragen.

Das Regiment wurde Anfang 1854 in den Krimkrieg geschickt und kämpfte in der Schlacht von Alma im September 1854, der Schlacht von Inkerman im November 1854 und der Belagerung von Sewastopol im Winter 1854. Am Anfang der Kampagne kämpften die britischen Soldaten noch in der „full dress“ Uniform, nur der Tschako wurde meist durch die Lagermütze ersetzt. Die harten Wetterbedingungen der Krim nötigten die Männer jedoch dazu sich Vollbärte wachsen zu lassen, um so die Gesichter warm zu halten. Außerdem war es bei der Kälte schwer sich zu rasieren.

Dieser Kasten enthält einen Adams Percussion Revolver sowie Gegenstände zur Wartung und Reinigung der Waffe. Der Revolver wurde von Captain W. Earle im Krimkrieg verwendet. Er kämpfe bei Alma, Inkerman und Sewastopol.

66. Regiment

In den Napoleonischen Kriegen zeichnete sich das 66. Regiment in der Schlacht von Albuera im Mai 1811 aus, bei der das 2. Bataillon des 66. Regiments schwere Verluste erlitt. 16 seiner Offiziere und 310 Mannschaften wurden getötet, verwundet oder galten als vermisst.

In Afghanistan ereilte das 66. Regiment ein ähnliches Schicksal. Am 27. Juli 1880 kämpfte das 66. (Berkshire) Regiment auf den staubigen Ebenen Afghanistans. Die Schlacht ging als ein Massaker in die Geschichte ein, durch welches das Regiment effektiv vernichtet wurde. Am Ende waren es nur noch 2 Offiziere und 9 Männer des Regiments, die sich durch einen verzweifelten Ausfall aus einem ummauerten Garten retten konnten. Nach 300 Metern formten die völlig erschöpften Männer ein winziges Karree und feuerten beständig aus dieser Position heraus, bis schließlich auch der letzte Mann fiel.

Der Maskottchen des 66. Regiments war der legendäre Hund Bobbie. Er überlebte die Afghanistan-Kampagnen von 1879 und 1880, wurde in der Schlacht von Maiwand am 27. Juli 1880 verwundet, kehrte mit seinem Bataillon im Februar 1881 zurück nach England, erhielt dort im Juni die „Afghan Medal“ von der Königin und wurde schließlich durch einen Unfall am 13. Oktober 1882 getötet.

Tipp:

Hund Bobby und natürlich auch die Männer des 66. Regiments in den Uniformen der Afghanistan-Kampagnen erhält man als Figuren von Perry Miniatures (British Infantry in Afghanistan Sudan 1877-85)

Gegenstände aus der Afghanistan-Kampagne: 8. zwei Afghanische hölzerne Ohrringe, 9. Halskette, wie sie von Afghanischen Häuptlingen getragen wurde 12. 3 leere Martini und 1 Snider/Enfield Patronenhülse (diese wurde auf dem Schlachtfeld von Tofrek 1885 im Sudan eingesammelt), sowie Kugeln vom Schlachtfeld von Maiwand.

Royal Berkshire Regiment

Das Berkshire Regiment sah aktiven Dienst im Sudan, im 2. Burenkrieg, im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. Da der Konflikt im Sudan eines meiner Steckenpferde ist, will ich hier nur kurz auf die Schlacht bei Tofrek eingehen.

Das Berkshire Regiment wurde 1885 an die Ostküste des Sudan, nach Suakin verlegt. Hier begann die zweite britische Kampagne gegen die Anhänger des Mahdi. Das Berkshire Regiment nahm am 22. März 1885 an der Schlacht von Tofrek (auch bekannt als McNeill’s Zareba) teil und erhielt für seinen Einsatz den „Royal“ Status. Mit dieser Auszeichnung wechselte die Farbe des Regimentes von weiß auf blau.

Bei dem Gefecht handelte es sich um einen Überfall von tausenden Ansari auf ein Feldlager bei Tofrek, knapp 10 Kilometer von Suakin entfernt. Der Angriff, der die britischen und indischen Truppen zunächst in Verwirrung versetzte, konnte schließlich durch das disziplinierte Feuer der Soldaten zurückgeschlagen werden.

Gegenstände, die vom 1. Bataillon des Berkshire Regiments auf dem Schlachtfeld von Tofrek eingesammelt wurden: 1. Breite Speerspitze eines Ansar 2. gesteppter Mantel eines sudanesischen Anführers mit Kettenpanzer 3. Schild eines Ansar 4. Kappe, die von einem Mahdi-Anhänger getragen wurde 5. Der Helm eines britischen Offiziers 6. Sudanesische Trommel.

Neben dem Einsatz im Ost-Sudan, war das Royal Berkshire (dieses Mal war es das 2. Bataillon) ein Jahr später auch im Nordsudan stationiert. Hier nahm es 1886 an der Schlacht von Giniss teil, wo es ein letztes Mal in roten Uniformen im Gefecht stand.

Diese Vitrine enthält verschiedene Uniformen und Waffen aus der Zeit nach dem Krimkrieg. Die Gegenstände verdeutlichen den Umbruch in der Ausstattung der britischen Soldaten, die zu diesem Zeitpunkt recht veraltet gegenüber anderen Europäischen Armeen war.

Die Ausstellung zum Grabenkrieg im 1. Weltkrieg.

Am 6. Juni 1994 landeten die Alliierten an der Küste der Normandie. Zu den ersten Aufgaben gehörte es, die Strandabschnitte zu sichern. Bei Bernières-sur-Mer, einem Bereich des „Juno“-Landeabschnitts, gingen Teile des 5th Royal Berkshire Regiments mit den Kanadiern der ersten Welle an Land. Während die Kanadier landeinwärts vorgingen, unterstützte das 5th Royal Berkshire die No. 8 Beach Group. Diese Gruppe von 1.500 Mann organisierte den Brückenkopf vom 6. Juni bis zum 26. August. Zu ihren Aufgaben gehörte das entladen von Ausrüstung und Fahrzeugen, sowie den Rücktransport von Verwundeten und Gefangenen.

Wiltshire Regiment

Das Wiltshire-Regiment war ein Linieninfanterie-Regiment der britischen Armee, das 1881 unter den Childers-Reformen durch die Vereinigung des 62. (Wiltshire) Regiments of Foot und des 99. Duke of Edinburgh’s (Lanarkshire) Regiment of Foot gebildet wurde. Das Regiment wurde ursprünglich als das Wiltshire-Regiment des Duke of Edinburgh’s gebildet und übernahm die Bezirkszugehörigkeit vom 62. Foot (welches das 1. Bataillon wurde) und den Ehrentitel vom 99. Foot (welches zum 2. Bataillon wurde). Erst im Jahr 1921 wurden die Titel der Einheit geändert und auf Wiltshire-Regiment (Duke of Edinburgh’s) umbenannt. Wie schon erwähnt, erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg der Zusammenschluss mit dem Royal Berkshire Regiment.

62. (Wiltshire) Regiment

Nach seiner Gründung trat das Regiment seinen aktiven Dienst im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg an. Als Leichte Infanterie eingesetzt, nahm das Regiment an General John Burgoynes verhängnisvolle Kampagne teil, die in den Schlachten von Saratoga gipfelte. Zwölf Jahre nach dem Ende der amerikanischen Revolution sollte das Regiment gegen das revolutionäre und imperiale Frankreich kämpfen. Die Teilnahme an den Kampagnen in Westindien, Sizilien und der Spanischen Halbinsel, brachte dem Regiment die Schlacht-Auszeichnungen „Nive“ und „Peninsula“ ein.

Nach dem Ende der napoleonischen Kriege, rotierte das 62. Regiment durch das expandierende britische Empire. Es diente als Teil der Garnisonen in Kanada und Irland, bevor es nach Indien geschickt wurde. In Indien wurde der 62. Regiment Teil der Armee von General Sir Gough während des Ersten Sikh-Krieges. In dieser Auseinandersetzung, und dass, obwohl es zweimal seine Fahnen verlor, errang das Regiment in der Schlacht von Ferozeshah seine größte Auszeichnung. In Anerkennung des Einsatzes seiner Unteroffiziere, die das Regiment befehligten, als praktisch alle Offiziere getötet oder kampfunfähig gemacht worden waren, feiert das Regiment seitdem jeden 21. Dezember als Ferozeshah-Day.

Von 1830 an wurde von den Soldaten meist die „undress“ Uniform im Einsatz getragen, da diese, besonders in den heißen Kolonien, wesentlich komfortabler waren. Im ersten Sikh Krieg wurde weiße Hutabdeckungen mit Nackenschutz über den Lagermützen und Tschakos verwendet. Welche Kleidung getragen wurde, entschied stets der kommandieren Offizier des Regiments und so kam es vor, dass zwei verschieden Regimenter ganz unterschiedlich gekleidet waren.

Von 1854 bis 1856 diente das Regiment auf der Krim, hauptsächlich als Teil der Kräfte, die den Hafen von Sewastopol belagerten. Das 62. nahm am gescheiterten Angriff auf die Große Redan Bastion teil und erlitt dabei schwere Verluste.

99. Duke of Edinburgh’s (Lanarkshire) Regiment

Das 99. Regiment wurde in den Zulu-Kriegen Lord Chelmsfords Kolonne zugeteilt und marschierten zur Befreiung der britischen Streitkräfte unter Oberst Charles Pearson, der von Zulu-Impis belagert wurde. In der Schlacht von Gingindlovu half das 99., einen Zulu-Impi zu besiegen, der versuchte, die britischen Truppen, die auf dem Schlachtfeld lagerten, zu überrennen. Obwohl sie nicht an der letzten Schlacht in Ulundi teilnahmen, wurde das 99. für seinen Dienst im Anglo-Zulu-War geehrt und erhielt 1879 die Schlachtauszeichnung „Südafrika 1879“.

Wiltshire Regiment

Wie die meisten britischen Regimenter, so nahm auch das Wiltshire Regiment am Burenkrieg in Südafrika teil.

Diese Vitrine enthält unter anderem einen britischen Busch-hut aus dem Burenkrieg. Die silberne Statue erinnert an das 2nd Bn. Royal Berkshire Reg. und seinen Einsatz bei der Verteidigung der Eisenbahnlinie zwischen Pan und Wonderfontain.

Im 1. Weltkrieg wurden insgesamt 7 Bataillone des Wiltshire Regiments eingesetzt. Das 1st. / 4th Wiltshire Regiment wurde 1917 trotz fehlender Fronterfahrung zum aktiven Dienst von Indien nach Palästina verlegt. Neben dem Khaki Drill trugen die Männer dort den einfachen Pith-Helm aus Kork. Als Erkennungszeichen nähte man ein dunkelrotes Kreuz aus Filz an die Seite der Helme. Am 15. September 1917 segelte das Bataillon in 9 Tagen von Bombay nach Post Suez. Die Männer kamen zur 233. Brigade, welche Teil der neuen 75. Division unter dem Kommando von General Allenby war. Ihr erster Kampfeinsatz war die 3. Schlacht um Gaza am 27. Oktober 1917.

Diese Metallbox gehörte Private John White MM. Er führte sie im 1. Weltkrieg mit sich und sie enthält viele Erinnerungen an seine Zeit in Indien und Palästina. Das kleine Ghurka Messer ist ein Souvenir der Operationen des 1st/4th zusammen mit dem Ghurka Battalion.

Diese silberne Trompete ist mit dem Abzeichen des 4. Bataillons des Wiltshire Regiments und dem Schriftzug „Gaza 1918“ versehen.

Lawrence Frederick Hicks stammte aus Newton Abbot in Devon und trat 1918 als Leutnant in das Wiltshire Regiment ein. Er wurde im gleichen Jahr an die Westfront nach Frankreich geschickt, wo er am 17. Juni bei Le Havre an Land ging und die Frontstellungen am 20. Juni erreichte.

Innerhalb der nächsten 12 Tage wurde er zweimal verwundet. Nach seiner Genesung trat er am 9. Juli erneut seinen Dienst an und nahm an den Kämpfen bei Rouen und Flandern teil. Er wurde erneut verwundet und eine Woche vor dem Ende der Kampfhandlungen als vermisst gemeldet. Erst später stellte sich heraus, dass er im Feldhospital gestorben war. Er wurde auf dem Friedhof bei der Canonne Farm, Sommaing in Frankreich begraben.

Eine weitere Vitrine mit ganz unterschiedlichen Kriegsandenken: 1. Stab mit dem eingravierten Wort „Elbing“, vermutlich aus dem Zulu-Krieg von 1879 2. hebräisches Gebetsbuch, gefunden von John Grattan nach der Schlacht von Alma (Krim-Krieg) im Jahr 1855 3. Kleines afghanisches Messer, vom 66. Regiment 1880 gefunden 4. Eine Haschisch-Waage gefunden vom 1. Berkshire Regiment nach der Schlacht von Tofrek 1885 5. Russische Bibel von der Krim, 1854 6. Doppelschneidiges afghanisches Messer vom 66. Regiment 1880 gefunden 7. Dolch gefunden nach der Schlacht von Tofrek, 1885

Dieses kleine Diorama ist dem Soldatenleben in der Barackenunterkunft gewidmet.

Andenken der Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.

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