Waterloo – Quatre-Bras 1815 / Teil 4

In den letzten Tage habe alles zusammengetragen, was ich über die Landschaft, Orte und Gebäude von Quatre Bras finden konnte. Ich habe dazu ausgewählte zeitgenössische Bilder und alte Fotoaufnahmen analysiert sowie verschiedene Karten studiert. Die bis vor kurzem unveröffentlichten Aquarelle des Iren Thomas Stoney, welche nur zwei bzw. drei Tage nach der Schlacht von Waterloo angefertigt worden sind, zeigen sehr anschaulich die Häuser und Höfe rund um die Straßenkreuzung bei Quatre Bras. Aufschlussreich ist auch das Werk „A Historical account of the Battle of Waterloo“ von William Mudford, welches durch die Bilder von James Rouse und C. C. Hamilton illustriert ist. Dieses Buch enthält zwar nur wenig zu Quatre Bras, zeigt aber in zahlreicher Bildern den Zustand der Brüsseler Chaussee. Zudem gibt es weitere Aquarelle, die unter dem Namen William Mudford publiziert wurden, welche die Häuser und die Straßenkreuzung im Detail zeigen. Ein ähnlicher Bildband wurde 1816 von Robert Bowyer unter dem Titel „The Campaign of Waterloo“ publiziert.

Die Karte von Ferraris aus dem Jahr 1777 zeiget die Gegend von Quatre Bras.

Gute Karten zur Schlacht findet man in den Werken von William Siborne (History of the War in France and Belgium in 1815 / von 1844) und Jean-Baptiste-Adolphe Charras (Geschichte des Feldzuges von 1815 Waterloo / deutsche Ausgabe von 1858). Sehr detailliert ist vor allem die Karte aus dem Werk „De vorming van het Nederlandsche leger na de omwenteling van 1813 en het aandeel van dat leger aan den veldtocht van 1815“ von W.E.A. Wüpperman aus dem Jahr 1900. Hier ist eine Karte vom Schlachtfeld Quatre Bras enthalten, die im Oktober 1815 unter dem Kommando von Major-General Van der Wijck, Adjudant des Prinzen von Orange-Nassau, entstanden ist. Zu erwähnen sind außerdem die Karten des belgischen Geografen Philippe Vandermaelen. Interessant, allerdings im Jahr 1815 nicht mehr aktuell, ist die Karte von Ferraris aus dem Jahr 1777, die sehr anschaulich die Höhen und Tiefen im Gelände hervorhebt.

Diese Karte aus dem Werk von Charras soll zu ersten Orientierung dienen: 1 Quatre Bras, 2 La Bergerie, 3 Gemioncourt , 4 Grand Pierrepont, 5 Petit Pierrepont, 6 Lairalle, 7 Piraumont und Thyle, A Wald von Bossu, B Bach Gemioncourt, Teich Materne, D Straße Nivelle-Namur, C Straße Brüssel – Charleroi.

Das Schlachtfeld

Die Siedlung Quarte-Bras, Teil der Gemeinde von Baisy-Thy, bestand nur aus einem größeren Pachthof, einem Gasthaus und mehreren Wohnhäusern, die sich um die Straßenkreuzung Brüssel – Charleroi und Namur – Nivelles gruppierten. Die Ort war nach den vier Straßen benannt, die von der Kreuzung wie Arme in alle vier Himmelsrichtungen verliefe(Quarte-Bras = vier Arme).

Dieses Aquarell von Thomas Stoney zeigt die Straßenkreuzung und einen weißen, vierarmigen Wegweiser in der Bildmitte. Die kleine Scheune hinter dem Wegweiser scheint komplett aus Holz gefertigt zu sein. Vor dem Wegweiser ragen Balkenreste einer Umzäung aus dem Boden. Rechts daneben das erste der Wohnhäuser an der Brüsseler Chaussee. Außerdem ist eine kleiner Schuppen im Hintergrund sichtbar.

Dieses sehr detailierte Bild von William Mudford zeigt ebenfalls die Straßenkreuzung. Man erkennt die Kopfsteinpflasterung der beiden Chausseen, das weiß verputzte Gasthaus mit einem Feldsteinsockel und Schieferdach. Der große Pachthof (rechts) zeigt unverputzte Ziegelsteinmauern. Anscheinend sind nur die kleinen Scheunen und Ställe mit roten Dachziegeln gedeckt.

Ein weiteres Bild von Thomas Stoney zeigt uns auch die westliche Anschicht von Quatre Bras. Ganz rechts hinter den Bäumen erkennt man den Schornstein des Gasthauses. Man sieht in der Bildmitte die Wohnhäuser an der Brüsseler Chausssee, davor ein kleiner Schuppen, dahinter die Front des Wohnhauses der großen Farm, die von dieser Seite anscheinend weiß getüncht war. Das Dach des Haupthauses, und somit vermutlich das gesamte Gebäude, ist deutlich kürzer, als bei seinem Abriss im Jahr 2016.

Dieses 1816 von Robert Bowyer publizierte Bild zeigt ebenfalls Quatre Bras in Blickrichtung Norden. Schön zu erkennen ist die gepflasterte Brüsseler Chaussee und der sogenannte „Sommerweg“ auf der rechten Seite. War der Boden fest und trocken, so war es für Reisende und Reittiere weit komfortabler den Sandweg, statt das holprige Kopsteinplasters zu benutzen. Ganz rechts neben der Farmscheune erkennt man eine lange Mauer, wo später ein zusätzliches Wirtschaftgebäude errichtet wurde.

Diese Lithografie von Marcellin Jobard entstand um das Jahr 1840 . Sie zeigt u.a. wie Pferde in den Stall des Gasthauses geführt werden. Das Wohnhaus des großen Pachthofes (links neben dem Tor) scheint aus drei sehr unterschiedlichen Gebäuden zu bestehen. Die zur Straße führenden Türen dieser Gebäude sowie der Winkel des Tores und der Scheune lassen vermuten, dass diese Gebäude ursprünglich nicht zum Pachthof gehörten.

Farm Quatre Bras

Die erwähnte große Farm Quatre Bras lag in der nord-östlichen Ecke der Kreuzung, die süd-östliche Ecke war damals unbebaut. Der Pachthof mit einem fast dreieckigen Grundriss bestand aus einem sehr großem Haupthaus an der Brüsseler Chaussee gelegen, einer großen Scheune mit Mauer an der Straße nach Namur und Stallungen auf der nordöstlichen Seite. Ein Tor gab es sowohl in der nordöstlichen als auch südwestlichen Ecke der Farm.

Dieses Bild von Thomas Stoney zeigt die Scheune und das südwestliche Tor von der Straße nach Namur aus gesehen.

Und noch einmal die fast identische Szene von Thomas Stoney. Die Proportionen des Anbaus zwischen Tor und Haupthaus scheinen nicht ganz zu stimmen.

Ein weiteres, etwas schlichtes oder nicht weniger interessantes Gemälde von Thomas Stoney. Es zeigt die Mauer hinter der großen Scheune im Westen, sowie das Dach des Tores im Nordosten und die Stallungen dahinter.

Ein altes Foto der Straßenkreuzung. Die große Farm hat sich schon stark verändert. Die Chaussee ist nun rechts und links mit Bäumen bepflanzt. Ganz links erkennt man einen Nachfolger des vierarmigen Wegweisers.

Les Trois Bras

In der süd-westlichen Ecke der Straßenkreuzung stieß man auf das Gasthaus „Les Trois Bras“, zu dem auch eine Schmiede gehörte. Einige 100 Meter nördlich der Kreuzung stand ein zweites Gasthaus mit Namen La Baraque, in welches der tödlich getroffene Herzog von Braunschweig während der Schlacht gebracht wurde.

Dieses Bild von Stoney zählt zu meinen Favoriten. Es zeigt sehr schön das Gasthaus „Les Trois Bras“. Das Haupthaus bestand aus dem Wohn- und Gastraum rechts und den Stallungen links. Der kleine Anbau am Haupthaus war vermutlich ein Vorrats- oder Geräteschuppen. Der weiße Balken rechts am Haus könnte der Träger für das Gasthausschild oder ein Wegweiser gewesen sein. Bei dem kleinen Gebäude daneben könnte es sich um eine Wohnhütte für Bedienstete gehandelt haben. Bei dem Gebäude ganz links handelt es sich vermutlich um die erwähnte Schmiede (es fehlt allerdings ein Schornstein). Der Haufen aus Wagenrädern und Gerümpel zwischen Schmiede und Wohnhütte könnte Reste von Protzen und Wagen vom Schlachtfeld darstellen.

Dieses Aquarell eines unbekannten Malers hängt im Armeemuseum Brüssel. Der Blick geht nach Süden in Richtung Charleroi. Rechts an der Straße sieht man das Gasthaus Les Trois Bras und man erkennt auch undeutlich das Gasthausschild an einem Balken hängen. Im Vordergrund wieder die schon erwähnten Reste einer Umzäung.

Quatre Bras Wohnhäuser

In der nord-westliche Ecke der Straßenkreuzung reihten sich ein paar kleine Wohnhäuser anlang der Chaussee nach Brüssel aneinander, die gut in den bereits vorgestellten Bildern zu sehen sind. Nördlich von Quatre Bras lag eine kleine Ansammlung von Häusern, die La Baraque genannt wurde.

Dieses Aquarell von Stoney kann ich bisher nicht deuten. Es könnte die Häuser nördlich der Straßenkreuzung, also die Siedlung La Baraque zeigen oder einige Gebäude in Thyle.

Diese Karte stammt aus dem Buch „Geschichte de Herzoglich Braunschweigischen Armee-Korps in dem Feldzuge der alliirten Mächte gegen Napoleon im Jahr 1815“, geschrieben im Jahr 1816 von einem braunschweiger Stabs-Offizier (Süden ist bei dieser Karte oben). Sie zeigt die Straßenkreuzung und ihre unmittelbare Umgebung recht genau.

La Bergerie

Rund 250 Meter südlich der Straßenkreuzung stand am östlichen Straßenrand ein zweistöckiges Gebäude, dass allgemein als „La Bergerie“ (Die Schäferei) bezeichnet wurde. Auf der Rückseite des Gebäudes war das Grundstück mit Hecken eingerahmt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lag ein Garten, der ebenfalls von einer Hecke umgeben war und welcher durch ein kleines Tor von der Staßenseite aus erreicht werden konnte. Einige hundert Meter südlich vom Haupthaus führte ein schmaler Weg in die Felder östlich der Straße.

Dieses Aquarell von Stoney zeigt ganz links die Rückseite des Gasthauses und seiner Schmiede. Rechts im Bild ist die Schäferei La Bergerie zu sehen. Man erkennt das Haupthaus und eine Scheune mit einer großen Einfahrt. Im Vordergrund liegen die nackten Toten der vergangenen Schlacht.

Dieses Foto aus den 1960er Jahren zeigt die Schäferei nahezu unverändert, nur eine weitere Wagendurchfahrt und ein Anbau auf der rechten Seite scheint hinzugekommen sein.

Bois de Bosu

Westlich der Straße nach Charleroi lag der Bois de Bosu, zu deutsch Wald von Bossu, welcher die rechte Flanke der Anglo-Alliierten Truppen schütze und den man bei Schlachtbeginn durch die Bataillone der Nassauer besetzt hatte. Der Gehölz war der Überrest eines urtümlichen Buchenwaldes, der mit einigen Eichen durchsetzt war. Aufgrund der mächtigen Bäume gab es nur sehr spärlichen Bodenbewuchs. An einigen Stellen, insbesondere am Waldrand, war das Unterholz jedoch sehr dicht. Der Wald hatte eine Südwest-Nordost-Ausrichtung und lag ungefähr zwischen der Farm von Grand Pierrepont und der Straße nach Namur. Seine Gesamtlänge betrug 2.500 Meter, seine Breite variierte zwischen 500 und 1000 Metern. An der Ostseite des Waldes grenzte ein Hohlweg. Etwa 400 Meter erstreckte sich der Bois de Bossu entlang der Südseite der Straße nach Namur und begann dort etwa 200 Meter westlich der Kreuzung von Quatre Bras. Von dort verlief der Wald etwa 1.600 Meter parallel und etwa 400 Meter von der Brüsseler Straße entfernt. In Richtung Süden bog sich der Waldrand weiter nach Westen und zog sich 2.000 Meter westlich der Brüsseler Straße bis in der Nähe des Hofes Grand Pierrepont.

Eine der wenigen Karten, welche den Wald von Bossu noch in voller Ausdehnung (vor dem Beginn der Abholzung) zeigt.

Heute ist der Bois de Bosu verschwunden. Er wurde schon seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts, zu dieser Zeit war das Gebiet im Besitz des Herzogs von Wellington, nach und nach vollständig abgeholzt, damit die Fläche für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden konnten. Im Jahr 1839 waren bereits der gößte Teil des Waldes verschwunden.

Diese Gemälde von James Rouse zeigt Truppen auf dem Marsch auf der Straße Nivelles – Namur nach Quarte Bras. Die Häuser im Vorderung gehören zur Siedlung Thyle, an der Kreuzung sind gut das Gasthaus (links, weißes Gebäude) und der Pachthof (rechts, graues Dach) zu erkennen. Im Hintergrund ist der Bois de Bosu zu sehen. Links im Vordergrund sieht man den Étang (Teich) Materne.

Gemioncourt

Etwa einen Kilometer südlich der Kreuzung fand man den Bauernhof Gemioncourt, der mit seinem geschlossenen Gebäudegeviert eine perfekte Verteidigungsstellung bot. Der Hof, damals von der Familie Duviensart bewohnt, lag östlich der Brüsseler Chaussee und war über eine lange Zufahrt mit dieser verbunden. Das Haupthaus und die Nebengebäude waren um einen zentralen Innenhof gruppiert, der durch ein einziges großes Hoftor betreten werden konnte, so dass die Farm nach Außen nur fensterlosen Außenmauern präsentierte. Zudem gab es ummauerten Gemüse- und Obstgärten rund um die Gebäude der Farm. Die ältesten Teile dieses Hofes stammen aus dem Jahr 1146, als dort die ersten Mönche der Abtei Villers la Ville lebten. Auf alten Fotos und Karten sieht man eine kleinen Scheune nördlich des Hoftores, welche heute verschwunden ist. Gleich nördlich des Pachthofes Gemioncourt wurde die Straße von einem kleinen Bachlauf mit gleichem Namen unterbrochen, der an dieser Stelle von einer steinernen Brücke überspannt wurde.

Diese Foto von Jac Weller (vor 1967) zeigt u.a. die heute verschwundene Scheune, links neben dem Tor.

Diese Karte von Major-General van der Wijck aus dem Jahr 1815 zeigt sehr exakt die Position der einzelnen Gebäude des Hofes Gemioncourt. Auch die heute verschwundene Scheune (links über dem Hofviereck) sowie die Gärten und Obstbäume sind gut zu erkennen.

Dieses alte Foto bietet einen Einblick in das Innere der Farm Piraumont.

Südliches Schlachtfeld

Dort, wo ein Weg von der Brüsseler Chaussee in Richtung Grand Pierrepont abzweigte, lag die kleine Farm Delsot, die aber in keine der mir bekannten Quellen näher beschrieben wird. Neben der Farm führte auch ein Weg in Richtung Südosten, auf welchem man auch die Kapelle von Frasnes erreichte.

Südwestlich von Gemioncourt, 1.300 und 1.600 Meter westlich der Brüsseler Chaussee, lagen die Höfe Grand Pierrepont und Petit Pierrepont. Beide Farmen befanden sich im Grund des Baches von Odomont, der in der Nähe der Farm von Grand Pierrepont entspringt und in Richtung Rêves fließt. Im Jahr 1815 waren beide Bauernhöfe von Gärten, Obstbäumen und Hecken umgeben.

Dieses alte Foto ziegt den Zustand von Grand Pierrepont vor dem Bau des Golfplatzes, welcher heute den alten Hof umgibt.

3 Kilometer südlich von Quatre Bras, also unmittelbar nördlich vor Frasnes, stand im Jahr 1815 das Gasthaus „Le Balcan“, welches damals Marianne Bilon gehörte. Das Gebäude wurde um das Jahr 1930 abgerissen. Hier endete am Vortag der Schlacht der Rückzug der Nassauer aus Frasnes und hier begann am 16. Juni 1815 der Vormarsch der Franzosen auf Quatre Bras.

Das alte Foto zeigt das Gasthaus Le Balcan und die noch sehr schmale Brüsseler Chaussee.

Östliches Schlachtfeld

Im Nordosten wurde das Schlachtfeld von der Ortschaft Thyle begrenzt. Südlich davon bildeten die Siedlung Pireaumont, der Teich Materne und die Farm Lairalle, sowie kleine Bachläufe zahlreiche Hindernisse und Verteigigungsmöglickeiten. Die Farm von Lairalle lag auf einer niedrigen Ebene auf halber Strecke von Frasnes nach Sart à Mavelines.

Ein altes Foto des Pachthofes Lairalle.

Weitere 750 Meter in Richtung Frasnes, an derselben Straße, an einer Kreuzung, befand sich die Chapelle de Frasnes.

Ich konnte bisher kein Bild oder eine Beschreibung der Chapelle de Frasnes finden. Ich vermute, sie könnte Ähnlichkeit mit der Kapelle auf dem berühmten Gemälde „Wellington’s March from Quatre Bras to Waterloo“ von Ernest Crofts haben.

Rund 600 Meter nordöstlich der Farm von Lairalle stieß man auf den Weiler Piraumont zu dem auch ein großer Pachthof gehörte.

Ein altes Foto des Pachthofes Piraumont.

Landschaft und Straßen

Die Chaussee nach Brüssel hatte man bereits in den Jahren 1713 bis 1719 gebaut. Diese Straße sowie die von Nivelles nach Namur bestanden aus einer Kopfsteinplasterung sowie Sandwegen rechts und links neben dem Steinweg. Die beiden großene Hauptstraßen waren im Jahr 1815 nicht von Alleebäumen gesäumt. Die von Nivelles nach Namur führende Hauptstraße war von Quatre Bras nach Südosten über eine Länge von etwa 800 Metern ein tiefer Hohlweg. Beide Hauptstraßen waren nach französischem Vorbild aufgeschütte Hochstraßen und so bot die Chaussee nach Namur für Truppen eine gute Deckung.

Karte aus dem Werk „Etudes relatives à la campagne de 1815 en Belgique publièes à l’occasion du centenaire de Waterloo“ von J. Delhaize und W. Aerts aus dem Jahr 1815. Auf dieser Karte ist auch die Siedlung „La Baraque“ nördlich von Quatre Bras vermerkt.

Insgesamt war das Schlachtfeld eine welliges Landschaft, die im Norden von den Höhen Quatre Bras und im Süden von Le Balcan dominiert wurde. Das Gelände stieg von Süd nach Nord, in Richtung der Höhe von Quatre Bras leicht an, nachdem es zuvor zwei Senken passiert hatte. Das Gebiet nordöstlich von Quatre Bras wurde von zahlreichen Hecken zerschnitten. Zwischen der Farm von Grand Pierrepont und der Brüsseler Straße befand sich ein kleiner Höhenzug (162,5 Meter), die sich in Richtung Frasnes und Piraumont erstreckte. Das Korn auf den Felder war im Juni 1815 ungewöhnlich hoch und reichte den Soldaten bis an die Schultern.

Gewässer

Entlang der Nordseite der Anhöhe von Le Balcan nach Piraumont befand sich die Tiefebene des Baches „Pré des Queues“. Dieser Bach, der in der Nähe der Brüsseler Straße entspringt, mündet in der Nähe von Piraumont in den Wasserlauf „Pré des Saules“. Dieses Gewässer entspringt in etwa 400 Metern Entfernung an der Chapelle de Frasnes und verläuft entlang des Hofes von Lairalle in Richtung Piraumont. Der Bach „Pré des Saules“, fließt unter der Nivelles-Straße über die Mühle von Buchet in das Dorf Sart-à-Mavelines. Zuvor wird es jedoch von einem dritten Strom gespeist, der weiter nördlich der Farm von Gémioncourt kommt.

Etwa einen halben Kilometer nördlich von Piraumont lag ein kleiner Teich, der Étang Materne. Im Jahr 1953 fiel das Gewääser trocken, aber nach dem Bau eines kleinen Staudamms bildete sich der Teich im Jahr 1957 neu. Im Jahr 1815 war er jedoch kleiner als heute. Im Südosten des Schlachtfeldes bildete zudem der recht sumpfige Wald von Delhutte ein Hinderniss für Truppenbewegeungen.

Ein altes Foto des Étang Materne.

Nördlich des Étang Materne befand sich die Niederung des „Ruisseau de Gémioncourt“. Dieser Bachlauf endspringt sehr nahe am östlichen Rand des Bois de Bossu, von dort fließt er nach Osten, und führte unter der Brüsseler Straße entlang des Hofes von Gémioncourt zum Étang Materne. Hinter der Farm Gémioncourt waren die Bachufer auf beiden Seiten mit einer Hecken bewachsen. Erwähnt wurde bereits der Bach Odomont, der bei Grand Pierrepont begann und über Petit Pierrepont nach Rêves fließt. Diese kleinen Bäche, sumpfige Gebiete und das Vorhandensein von Hecken erschwerten natürlich die Bewegung auf dem Schlachtfeld erheblich, was vor allem die Gegend rund um Piraumont galt.

Sollte jemand Ergänzungen und weitere Hinweis sowie Abbildungen haben, dann schickt mir doch bitte eine Nachricht oder schreibt am besten gleich hier einen Kommentar. Danke!

6 Kommentare zu „Waterloo – Quatre-Bras 1815 / Teil 4“

  1. Great research.

    Have you noticed the paintings of the buildings vary?

    I found Stoney to be the best source as he was there a few days after the action. Indeed some pictures have the dead laid out still.

    Best wishes,

    Chris

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  2. Thanks so very much for posting this very informative presentation. I never noticed that the colorations used in the roofing tiles. I will have to correct my 6mm models. Your efforts are not in vain. Please share on Miniature Real Estate Fansite on Facebook.
    Very respectfully.
    Tom Dye

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  3. Sehr schone beitrag !!!
    Aber die Foto: „Dieses alte Foto bietet einen Einblick in das Innere der Farm Gemioncourt“ ist von Piraumont.
    Grüsse,
    Guido

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